Wieder ein Freitod vor Zwangsräumung

desahucios

Erneut hat sich ein Mann das Leben genommen, als ihm die Zwangsräumung drohte.  Der 59-Jährige lebte zusammen mit seiner Freundin in Santesteban (Navarra). Wegen Mietschulden in Höhe von 4.200 Euro hatte der Gerichtshof Nummer 4 in Pamplona soeben die Zwangsräumung verfügt, die ab dem heutigen Mittwoch hätte durchgesetzt werden konnte.  Erst kürzlich hatten wir ähnliche Vorfälle berichtet, in denen sich Miguel Ángel Domingo im Patio seines Hauses aufgehängt und eine 53-jährige Frau sich aus dem vierten Stock ihres Hauses gestürzt hatten, als die entsprechenden Zwangsräumungen kurz bevor standen.

Lesen Sie dazu auch:
* Bürgermeister räumt Bank-Konto und stoppt Zwangsräumungen
* Heftplaster gegen Zwangsräumungen beschlossen
* Das Zwangsräumungsgesetz und die Panik der Banker

Papiere für Reiche: Aufenthaltsgenehmigungen zu verkaufen

venta pisos1

Ausländer, die in Spanien eine Immobilie im Wert von mindestens 160.000 Euro kaufen, sollen dafür eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen.  Die Idee wurde in den Büros der Bauträger und Makler entwickelt und quasi als Hilfeschrei per Lobby-Express der Regierung zugeleitet.  Man setzt vor allem auf die Russen, die einen sicheren Zufluchtsort für ihr Geld suchen.  Jetzt ist die Debatte serviert und löst reichlich Polemik aus: Das Konzept “Papiere nur für Reiche” klingt kapitalistisch logisch.

Weiterlesen

Madrider Regierung begnadigt Prügelpolizisten zum zweiten Mal

mossos1

Das Gericht hatte vier Polizisten mit jeweils bis zu viereinhalb Jahren Haftstrafe belegt. Im Februar begnadigte die spanische Regierung die vier Mossos d´Esquadra teilweise und reduzierte die Gefängnisstrafe auf zwei Jahre. Der Sinn dahinter: Wer nicht vorbestraft ist, muss bei Strafen bis zu zwei Jahren die Haft gewöhnlich nicht antreten. Doch das Gericht bestand in einer atypischen Entscheidung trotzdem darauf, dass die Polizisten, vom Richter als “gefährlich” eingestuft, die Haft anzutreten hatten. Nun wurden sie von Rajoys Regierung erneut begnadigt.

Weiterlesen

Eier muss man haben!

delgado1
¡Hay que tener cojones! sagt man auch in Spanien, wenn Durchsetzungskraft, Mut und Entschlossenheit verlangt sind.  Wer nicht die nötigen Eier hat, ist bestenfalls ein Weichei. Dabei ist es jedoch unbedingt erforderlich, die richtigen Eier zu haben und am richtigen Platz, wie sich jetzt herausstellt. Wenn es nämlich die vom Hirsch sind und sie auf dem Kopf liegen, ist das ganz falsch und ein böser Shitstorm die Folge. Das erlebt gerade der Tourismusminister der Balearen, Carlos Delgado (Partido Popular), der sich nach einem Jagdausflug in einer ungewöhnlichen Siegerpose fotografieren liess.

Weiterlesen

Barzahlung über 2.500 Euro ab heute illegal – Denunzianten werden belohnt

dinero1

Barzahlungen von mehr als 2.500 Euro sind ab heute in Spanien illegal, wenn ein Unternehmer (eine Firma) beteiligt ist. Wer sich nicht daran hält, zahlt bis zu 25 Prozent Strafe auf den jeweiligen Betrag, wobei beide haften: Zahler und Empfänger. Es gibt jedoch eine “elegante” Möglichkeit, das zu umgehen. Man lässt sich mehr als 2.500 Euro in bar illegal auszahlen und verpetzt denjenigen, der die Summe gezahlt hat: Das neue Gesetz enthält nämlich eine Klausel, die Denunzianten belohnt und ihnen Straffreiheit verspricht.

Weiterlesen

Das Zwangsräumungsgesetz und die Panik der Banker

lobby1

Sie sahen dunkle Wolken über ihren Bankfilialen aufziehen und mussten reagieren. Am 6. November trafen sich in Madrid die Repräsentanten der Gruppe 1 der spanischen Bankenvereinigung (AEB) zum Essen, also diejenigen der grossen Geldläden (es gibt Leute, die immer noch von “Finanz-Instituten” reden). Soeben hatte die Regierung verlauten lassen, sie wolle Gesetze ändern, um das Zwangsräumungsproblem in den Griff zu bekommen – und jetzt schrillten bei den Bankern die Alarmglocken.

Weiterlesen

Anonymous veröffentlicht Personendaten von Polizisten im Netz

mosso1

Was kann man tun gegen prügelnde Polizisten? Wie wehrt man sich gegen Uniformierte, die wahllos auf alles eindreschen, was ihnen entgegen kommt, wenn die Polizisten gegen ihre eigene Dienstvorschrift keine Identifikations-Kennmarken tragen? Diese Frage kam auch in den Kommentaren zu unserem Artikel nach dem Generalstreik am 14 November auf. Die Internet-Piraten von Anonymous haben jetzt ihre eigene Antwort darauf gegeben.

Weiterlesen