Erstmals Ehepaar wegen Klitoris-Beschneidung der Tochter vor Gericht

Staatsanwältin betont, dass diese Tat in Spanien begangen wurde und fordert sechs Jahre Haft

Der kleinen Tochter von Mamadou Darme und Niuma Sillah ist die Klitoris heraus geschnitten worden, bevor sie ein Jahr alt war. In Spanien leben hunderte von Mädchen und Frauen mit der Bedrohung der Genitalverstümmelung, die in Ländern der Subsahara praktiziert und gewöhnlich als „Tradition“ verteidigt wird.

Die Justiz schafft es fast nie, solche Fälle zu bestrafen, doch dieser Fall ist anders. Die Staatsanwaltschaft in Teruel ist davon überzeugt, dass diese Tat in Spanien begangen wurde und fordert sechs Jahre Haft für die Eltern, ein Ehepaar aus Gambia. Es ist die erste derartige Tat, die es vor ein Gerichtstribunal geschafft hat.

Der Vater, der seit zwölf Jahren in Spanien lebt, hat vor Gericht zugegeben, dass diese Genitalverstümmelung „illegal“ und „nicht in Ordnung“ ist, unterstrich aber gleichzeitig, dass diese Praxis in seinem Land als „gut für die Töchter“ Tradition und legal sei.

Die Verteidigung führte im heutigen Prozess aus, das kleine Mädchen, das im May 2009 geboren wurde, hätte die Genitalverstümmelung in Gambia erlitten, vier Monate vor der Reise nach Spanien. Das passt nicht zusammen mit der Untersuchung der Kleinen im Alter von sechs Monaten in Spanien: Zu dem Zeitpunkt war das Mädchen noch unversehrt. Der Anwalt der Beschuldigten schrieb das einem „Irrtum des Kinderarztes“ zu.

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3 Kommentare zu “Erstmals Ehepaar wegen Klitoris-Beschneidung der Tochter vor Gericht

  1. Hildesvin sagt:

    Dem Bimbo sollte man die Eichel ohne Betäubung stumpf absäbeln, meine aufrichtige Meinung.

    • canguratoncita sagt:

      „Dem Bimbo sollte man …“

      Auch wenn ich jedes Entsetzen über diese „Tradition“ teile, bitte ich Sie an dieser Stelle dennoch ein wenig Ihre Wortwahl zu reflektieren. Barbarei ist mitnichten ein ausschliesslich afrikanisches Phänomen. Die unzähligen Kolonialverbrechen der europäischen Großmächte sprechen Bände davon – aus diesem Kontext stammt im Übrigen auch dieser pauschal abwertende, rassistische Terminus.

  2. erasmus sagt:

    Gegen eine Klitorisvorhautbeschneidung wäre nichts einzuwenden. Die pharaonische Beschneidung, also die Verstümmelung des Genitalbereiches ist nicht akzeptabel.
    Weder die Beschneidung bei Knaben, noch Beschneidungen bei Mädchen können meine
    Zustimmung finden.Es ist und bleibt eine Körperverletzung die bestraft werden müsste.
    Leider ist das in den Staaten, in denen die Beschneidungen vorgenommen werden traditionell
    und seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden üblich.
    Man sollte jegliche Beschneidungen bei uns unter Strafe stellen, es sei denn eine Beschneidung
    ist medizinisch notwendig., das als Ausnahme.
    Zum Kommentar von canguratoncita möchte ich sagen, dass die Kolonialverbrechen der
    europäischen Großmächte nichts mit den Beschneidungsritualen zu tun haben. Die gab es
    schon längst, bevor überhaupt eine europäische Großmacht ihren Fuss auf afrikanisches Land setzte.
    Es wird noch viel Zeit vergehen, bis, wenn überhaupt ,die Beschneidungen ein Ende finden.
    Die Menschen sind in ihre Traditionen verwurzelt , kennen es nicht anders. Denen klar zu
    machen, dass das, was ihre Ahnen schon gemacht haben,plötzlich nicht mehr akzeptabel sein
    soll, wird Jahrzehnte in Anspruch nehmen, bis eine gewisse Akzeptanz in Ansätzen erkennbar
    wird.

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