Ölbohrungen vor Küste der Kanarischen Inseln – Protest in Brüssel

Öl-Bohrungen in vulkanischem Erdbeben-Gebiet und direkt vor den touristischen Stränden der Kanarischen Inseln. Das wollen sich Bart Staes (Belgien) und Rául Romera (Spanien) nicht gefallen lassen. Die beiden Grünen-Abgeordneten forderten die EU in Brüssel auf, die Lage sofort zu prüfen und Stellung zu beziehen.

Marokko hatte zuvor dem australischen Unternehmen Tangiers Petroleum Limiteds die Lizenz erteilt, vor der westafrikanischen Küste und 50 Kilometer vor den Stränden von Lanzarote und Fuerteventura, im kommenden Jahr Probebohrungen durchzuführen. Die Regierung Marokkos sicherte sich 25 Prozent der zu erwartenden Gewinne aus der gesamten Operation.

geplante Bohrungen 2010

Es sei “völlig unverantwortlich gegenüber unserer Umwelt und der Tourismus-Industie der Kanarischen Inseln, angesichts eines solchen Vorhabens untätig zu bleiben mit den Gefahren, die bei einem Unfall drohen, wie es zuletzt im Golf von Mexiko der Fall war, wo 800.000 Liter öl ins Meer flossen”, warnte die Lokalpolitikerin Pilar Álvarez in Las Palmas de Gran Canaria.

Die Probebohrungen könnten ebenso gestoppt werden wie die Pläne Marokkos vor einigen Jahren, die den Bau eines Atomkraftwerks an der westafrikanischen Küste vorsahen, unterstrich Älvarez.

Die beiden Grünen-Abgeordneten wollen nun von José Manuel Durao Barroso wissen, ob sich die EU der Gefahren von Ölbohrungen in vulkanischem Gebiet bewusst und ob Brüssel bereit ist, in einem Dialog mit den Regierungen Spaniens und Marokkos einzutreten, um “unsere Küstenbewohner und den Tourismus vor den möglichen Schäden zu bewahren”.

 

Anm.: Wer sich bis jetzt gefragt hatte, warum es wohl den Konflikt um die Westsahara gibt, hat spätestens jetzt die Antwort. Kein Mensch hat sich je im Ernst für die Unabhängigkeitsbestrebungen der Saharauis interessiert. http://de.wikipedia.org/wiki/Westsaharakonflikt

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9 Kommentare zu “Ölbohrungen vor Küste der Kanarischen Inseln – Protest in Brüssel

  1. […] also Marokko 2012 wie angekündigt beginnt, mit Hilfe eines australischen Konzerns die Ölförderung gegenüber den Kanarischen Inseln anzuwerfen, versucht die EU, die Polisario, die von Algerien unterstützt wird, als Stellvertreter […]

  2. pedrico sagt:

    Es muß alles unternommen werden, um den Wahnsinn der Ölförderung vor Lanzarote zu unterbinden. Der politische Wahnsinn, Wachstum, Wachstum auf Kosten der Natur muß aufhören. Das Kapital der Kanaren ist die Natur, deren Belastung schon jetzt ausgereizt ist. Das Gewinnstreben, auch der Politiker, muß aufhören, oder sind sie an den Unternehmungen direkt oder indirekt beteiligt? Wo kann man seinen Protest wirksam anmelden?

    • uhupardo sagt:

      pedrico, es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten, gegen diesen Wahnsinn persönliches Störfeuer zu organisieren. Man kann Politiker jeder Couleur anschreiben und sie aufforden, sich dafür zu interessieren: auf den Kanaren, in Madrid, in Brüssel, sogar in Deutschland, weil Canarias eines der deutschen Hauptreiseziele ist.

      Auf Lanzarote gibt es reichlich Demos gegen die geplanten Ölbohrungen. Leserbriefe, Anfragen an grosse Hotels auf den Kanaren, wie der Direktor denn zu dem Wahnsinn steht; dieselben Anfragen an TUI oder alle grossen Reiseveranstalter. Die Facebook-Plattform NoOil Canarias …

      Irgendwo anfangen, egal wo, Hauptsache bald!

  3. traude sagt:

    in der Plenarsitzung am Mittwoch den 15.Februar, wird die PSOE einen Antrag an die Regierung (PP) der Gemeinde Tías, Lanzarote stellen. in diesem Antrag wird die Regierung um Ablehnung jeglicher Art von Genehmigung für Ölbohrungen in Gewässern in der Nähe unserer Küste von Lanzarote und Fuerteventura ersucht. Die Sitzung ist öffentlich und jeder ist willkommen. Mittwoch, 5.Februar 13 Uhr in Tías.

    • uhupardo sagt:

      Genau die richtige Handlung der PSOE natürlich. Allerdings ist das Ergebnis absehbar, nachdem der Europa-Abgeordnete Bart Staes soeben bei Tourismus-Minister José Manuel Soria (PP; für die einen heisst das „Partido Popular“, für andere „Partido Petroleo“) angefragt hatte, ob der um die Risiken der Ölbohrungen in vulkanischem Grund weiss und wie er sie einschätzt. Nicht nur bleib eine Antwort auf die Fragen aus; Soria meinte gar versichern zu müssen, er denke gar nicht daran, das zu beantworten, weil so etwas in Madrid entschieden wird – und aus.

  4. Wolfgang Meyer sagt:

    Hallo,

    ich sehe mich einfach gezwungen, auch etwas zu diesem Thema beizutragen. Als langjähriger Anwohner von Lanzarote beängstigen mich diese Pläne sehr. Ist denn den verantwortungstragenden Politikern (allen voran Herr Soria) nicht bewusst, was schon bei der kleinsten Haverie hier auf den Inseln passieren würde. Bei der Nähe der Bohrplattformen zu den Inseln ( ca. 50 km) wäre da Öl schon innerhalb kürzester Zeit hier an den Küsten. Was das bedeutet brauche ich ja wohl niemandem zu erklären. Als erstes würde der einzige Wirtschaftszweig der Kanaren, ( der Tourismus) mittel- bis langfristig zum Erliegen kommen. Schon beim Ausbleiben der Touristen von wenigen Tagen würde hier das Chaos ausbrechen, ( Flughafen, Hotels, Geschäfte, Restaurantes ) Desweiteren würden die Küstenstreifen für lange Zeit zerstört sein. Bei der Beschaffenheit des Lavagesteins möchte ich mal gerne wissen wie diese vom Öl befreit werden sollen.

    Ich bin kein Ököfreak und auch niemand der sich immer Hororszenarien ausmalt. Ich bin lediglich ein Familienvater der sich Sorgen um die Zukunft macht. Ich denke es müssen hier tatsächlich mehr Leute aktiv werden und dies soll mein kleiner Beitrag dazu sein.

    Vielleicht hat ja auch jemand eine Idee wie man mit Internet- Plattformen zusammenkommen kann, auf denen man mehr ausrichten kann bzw. mehr Leute erreichen kann.

    mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Meyer

  5. uhupardo sagt:

    Muchas gracias, Wolfgang. Man darf davon ausgehen, dass Partido Popular und insbesondere der touristische Ölminister José Manuel Soria durch ihre Zusammenarbeit mit Repsol und RWE in dieser Sache nicht ärmer werden … wenn Sie verstehen, was ich meine.

    EINMAL im Leben habe ich unter ein Interview mit einem Politiker unter den entsprechenden Zeitungsartikel als „P.S.“ gesetzt: „Mit dieser Person werde ich nir mehr reden!“ Das hat einen ungeheuren Aufstand verursacht – aber es war richtig. Es war mein Interview mit José Manuel Soria im Cabildo von Gran Canaria.

    Empfehlen kann ich Ihnen http://www.facebook.com/NoOilcanarias und http://no0ilcanarias.wordpress.com/

  6. roxy sagt:

    jetzt fängt der kampf um die letzten ressourcen an…. wir menschen sind echt blöd… nicht nur, dass wir schon jetzt unsere erde mächtig ruiniert haben, wir werden auch aus unseren fehlern nicht schlau……frei nach dem motto: nach mir die sinflut. kapital, macht und gier machen uns zu einem geschöpf was es nicht verdient hat einen so wunderschönen planeten zu bewohnen. schade!!!

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