Real Madrids deutsche Sorgenkinder: Mesut Özil und Nuri Sahin

Was zum Teufel mag Mourinho geritten haben, Mesut Özil aufzustellen? Mit einem einzigen Konjunktiv machte der Trainer von Real Madrid in der Pressekonferenz nach dem Clásico deutlich, wie enttäuscht er von seiner „10“ war: „Ich hatte angenommen, dass er sich gegen Barcelona und zu Hause vor eigenem Publikum besonders anstrengen würde …“

José Mourinho hat aus gehabtem Schaden offensichtlich nichts gelernt. Özil bewies im heiss erwarteten Heimspiel gegen den Erzrivalen wieder einmal, dass er in grossen Spielen nicht zu gebrauchen ist. Selbst im Bernabéu war von Kreativität nichts zu sehen, die Pässe kamen nicht an, die Defensivarbeit des Deutschtürken glänzte durch komplette Abwesenheit.

Wenn es eng und physisch wird auf dem Rasen gegen Gegner wie Barcelona, scheint die sensible Diva Real Madrids einfach nicht zu können. Irgendein mentaler Block vielleicht, der dafür sorgt, dass die weisse Elf aus der Hauptstadt regelmässig mit 10 gegen 11 spielt. Die Auswechslung war folgerichtig, Kaká hätte aber von Beginn an spielen müssen, weil er mental viel stabiler ist und sich von grossen Gegnern nicht einschüchtern lässt.

Wenn schon nicht „Trivote“ – also mit drei Mittelfeldspielern und ohne „10“ – dann ganz sicher nicht mit Mesut Özil in solchen Spielen. Die Fans von Real Madrid verstehen überhaupt nicht, warum Mourinho das nicht längst begriffen hat. Gelegenheit zum Lernen hatte es in der Vergangenheit reichlich gegeben, selbst wenn man den Spieler aus der Bundesliga nicht kennt. Entsprechend gross war die Wut nach dem 1:3 im Bernabéu.

Schwieriger zu erklären
ist dagegen die unglaublich schwache Form desjenigen, der im vergangenen Jahr der beste Spieler der Bundesliga war. Nuri Sahin wurde in Spanien einhellig zum weitaus schwächsten Spieler in der Pokal-Begegnung (0:2) gegen die drittklassige Mannschaft Ponferradina erklärt. Sahin, der das Mittelfeldgehirn Xabi Alonso ersetzen sollte, lief auf dem Feld herum wie Falschgeld.

Schon in der Champions League Partie gegen Ajax Amsterdam eine Woche zuvor war Nuri Sahin unerklärlich blass geblieben. Seine Leistung gegen Ponferradina war allerdings komplett unterirdisch und inakzeptabel. Die Stirnfalten in Madrid werden tiefer: Hatte man dem deutschtürkischen Mittelfeldspieler nicht extra ausreichend Zeit gegeben, um nach seiner Verletzung ausreichend Vorbereitung zu bekommen?

Jetzt ist der Kredit Sahins endgültig aufgebraucht. „Das haben wir uns ganz anders vorgestellt“, wettern die Fans in den einschlägigen Fan-Foren, „Özil ist nur gegen hemmungslos unterlegene Gegner zu gebrauchen und Sahin offensichtlich gar nicht“, lautet das vernichtende Urteil. Man hatte so gehofft, Sahin könne mit akzeptabler Leistung einspringen, wenn der bisher schier unersetzliche Xabi Alonso nicht spielen kann.

Nervös, verunsichert, im besten Fall Sicherheitspässe quer oder nach hinten – „so wie er jetzt spielt, ist er nicht einmal reif für die erste Liga“, sprach die Zeitung „El Mundo“ ein ebenso vernichtendes Urteil wie das Madrider Hausblatt „Marca“. In der Hauptstadt ist man derzeit gar nicht mehr stolz auf die Einkäufe aus Deutschland, zumal beim Namen Altintop generell nur ein lässiges Abwinken die Reaktion ist. Allein Sami Khedira zeigt durch stabile Leistungen, die immer mehr auch durch gelungene Offensivaktionen unterstrichen werden, dass die „german connection“ kein kompletter Missgriff war.

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Ein Kommentar zu “Real Madrids deutsche Sorgenkinder: Mesut Özil und Nuri Sahin

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