Real Madrid und der Danone Cup

Unter den ganzen Feiertagen ist das mögliche Viertelfinale der Copa del Rey ein bisschen untergegangen, was die Aufmerksamkeit angeht. Davor steht natürlich noch das Rückspiel gegen Málaga, doch wenn alles seinen logischen Weg gehen sollte (Logik, die im Fussball selten das Geschehen bestimmt), werden wir im Januar zum schwampfzichsten Male die Wiederholung der Partie erleben, die, der Überdosis wegen, inzwischen fast ein bisschen langweilt.

Aber sei´s drum, vielleicht ist es wirklich so: Am 18. Januar im Bernabéu und das Rückspiel am 25. in Barcelona, vorbehaltlich offzieller Bestätigung. Now, where´s the beef?

Gehen wir davon aus, dass Real Madrid diese Ausscheidung gewinnt und die “psychologische Hürde“ damit überwindet, die einige meinten aus irgendwelchen Gründen unbedingt aufstellen zu müssen. Neuerdings scheint es die grosse News zu sein, dass Madrid seit vier Jahren im Camp Nou nicht gewonnen hat – andere wieder reden darüber, dass die Mannschaft gegen den Erzrivalen „nie“ gewinnt, wobei das selektive Gedächtnis irgendein Spiel in Valencia ausgeblendet haben muss, aber egal.

 

Wird daran liegen, dass der “Més que un club“ nur Spiele gegen Madrid als wirkliches Match begreift und daraus seine einzige Existenzberechtigung zieht. Eine unheilbare Krankheit, daran ist nichts zu machen. Die Madrider Fans sind glücklicherweise intelligent genug, sich nicht auf Strassenschlägereien einzulassen, wenn grosse Schlachten das Ziel sein müssen.

Also vorausgesetzt, Real Madrid gewinnt das Viertelfinale. Der Weg zum Titel wäre einfacher geworden. Halbfinale, Finale und zumindest machbar. Das war´s? Ja, das war´s. Ein paar Spiele mehr, gegen wen auch immer.

Hilft es jetzt, alle Kräfte auf Viertelfinale zu bündeln, um imaginäre “psychologische Hürden“ zu überspringen? Vor allem angesichts der Tatsache, dass es vermutlich im März oder spätestens April gegen die Selben gehen wird. Nur geht es dann eben nicht um irgendeinen Danone-Cup sondern um das, wofür alle Madridistas sämtliche heiligen Jungfrauen anflehen: La Décima – um den Champions-Titel.

 

Muss man also die Mannschaft jetzt unter Stress setzen, statt in nicht allzu schwierigen Januar-Partien ein wenig Ruhe einkehren zu lassen und intensiv auf den Ausbau der Spitzenposition in der Liga zu setzen? Im vergangenen Jahr waren es Sporting und Zaragoza, die Madrid während der Clásico-Hysterie die Fiesta verregneten. Kann man sich so etwas erneut erlauben? Ist es nicht besser, sich konsequent auf Liga und Champions zu konzentrieren? Deswegen kann man den Danone-Cup trotzdem spielen. So gut wie möglich, aber ohne Hysterie und übersteigerte Erwartungen.

Denn selbst wenn das Viertelfinale gewonnen wird, was kommt denn dabei heraus? Das sichert erstens noch lange keinen Titel. Zweitens werden zwar einige sagen „Das wurde aber auch mal Zeit“, worauf andere ganz sicher antworten „Ja, aber in einem unwichtigen Wettbewerb, der kaum zählt.“ – Das wäre selbstverständlich völlig anders, wenn Real Madrid das Viertelfinale vergeigt. Dann mutiert der Danone-Cup sofort wieder zum „einzigen Pokal, der dem König von Spanien gewidmet ist“, der Superwettbewerb aller Wettbewerbe, weil die blau-rote Existenzberechtigung wieder einmal davon gekommen ist.

Im vergangenen Jahr war es eine andere Sache, weil Real Madrid den nationalen Cup lange nicht mehr gewonnen hatte, doch diesmal ist es der Danone-Cup, in den keine grösseren Anstrengungen und so wenig Adrenalin wie möglich investiert werden sollten. Die Ziele liegen ganz woanders.

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3 Kommentare zu “Real Madrid und der Danone Cup

  1. canguratoncita sagt:

    Warum die Copa Partie nicht als Vorbereitungsspiel für die kommenden Liga und CL Clasícos betrachten? Mourinho hat jede Übungsmöglichkeit dringend nötig, um herauszufinden, wen und wie er gegen Barça besser NICHT aufstellt. Die Fehler, die er im Pokalspiel macht, kann er dann schon nicht mehr (unbedarft!) machen, wenn es um die „richtigen“ Titel geht.

  2. uhupardo sagt:

    Um schon wieder feststellen zu können, dass Özil in physischen, engen Spielen im Boden verschwindet und Lass spielend aus jeder Ordnung ein Chaos macht? Wenn Wiederholung von Fehlern endlich klug macht, dann herzlich gerne.

  3. andy sagt:

    Das Ideal sollte sein nicht nur in der Champions League gegen diese Übermannschaft zu gewinnen, sondern eine Möglichkeit zu schaffen auch mal zwei, drei Spiele in Folge gegen den FC Barcelona zu gewinnen. Nur sehe ich das in absehbarer Zeit nicht. Von daher ist weder das Pokalspiel, noch irgendeinanderes Spiel gegen den FC Barcelona von Bedeutung, denn am Ende steht Real Madrid wiedermal mit leeren Händen und nicht fassbaren Gedanken dar. Die Latte von Real Madrid ist momentan einfach zu hoch gelegt.

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