Südamerika im Aufwind: Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 21 Jahren

 

Spanische junge Leute mit Uni-Abschluss überqueren den Atlantik auf der Suche nach einem Job. Noch sind es nicht viele, doch es werden täglich mehr. In Südamerika ist die Arbeitslosigkeit auf einen neuen Tiefstand gesunken: 6,8 Prozent in 2011 (2010: 7,3%). Die Wirtschaft brummt – Krise ist nur in Europa.

Unter den Ländern, die die Verringerung der Arbeitslosigkeit anführen, sind Chile (von 8,5% in 2010 auf 7,3% in 2011), Ecuador (8,1% – 6,3%) und Panamá (6,5% – 4,5%) nach den Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (OIT) für die ersten zehn Monate des vergangenen Jahres. Weiterhin finde sich in dieser Liste Argentinien (7,8% – 7,3%), Brasilien (7% – 6,2%), Kolumbien (12,1% – 11,3%) und Uruguay (6,8% – 6,1%). Wie sich zeigt, haben es die Regierungen der verschiedenen Ideologien und wirtschaftlichen Systeme, mit mehr oder weniger staatlicher Einflussnahme, geschafft, ihre Länder nach vorne zu bringen.
Brasilien ist derzeit einer der grössten Wirtschaftsmotoren der Welt.

Nicht alle haben eine Verringerung der Arbeitslosigkeit geschafft. In etwa gleich geblieben sind die Werte in México (5,3%), Paraguay (7,5%), Peru (8%) und Venezuela (8,6%). Gestiegen ist die Arbeitslosenrate nur in Costa Rica (von 7,3% auf 7,7%) und in der Dominikanischen Republik (von 5% auf 5,6%).

Die Internationale Arbeitsorganisation geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr in Südamerika bei 6,8 Prozent bleibt und wegen der schlechten Weltmarktlage vorerst nicht weiter sinken kann. Man müsse sich in dieser Lage darauf konzentrieren, die Arbeitsplätze zu verbessern statt zu vermehren, sagte Elizabeth Tinoco, die OIT-Chefin für Südamerika und die Karibik in Lima. Es gebe noch zu viele Beschäftigte mit unzureichender sozialer Absicherung.

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2 Kommentare zu “Südamerika im Aufwind: Niedrigste Arbeitslosigkeit seit 21 Jahren

  1. Nicht mitgezählt sind hier diejenigen Ärmsten der Armen, die in den immer stärker und schneller wachsenden Slums leben und die von KEINER Statistik erfasst werden, schon gar nicht von einer Arbeitslosenstatistik einer „Internationalen Arbeitsorganisation“. In dieser Statistik werden nur die erfasst, die staatliche Gelder bekommen, und das ist in den lateinamerikanischen Ländern (wie auch in den USA) ein Zeitraum von nur wenigen Wochen! Anschließend fallen die Menschen aus der Statistik heraus. Lüge, Sand in die Augen streuen, Wahrheiten beschönigen und verdrehen, das ist alles, was die „offiziellen“ Stellen tun, und zwar überall auf unserer Erde in der gleichen Weise. Es ist immer das selbe Muster.
    Vergleiche die Arbeitslosenstatistik in Deutschland mit der Wirklichkeit und Du weißt, was ich meine.

    • uhupardo sagt:

      Jein.

      Ja, weil es überall dasselbe ist: Arbeitslosen-Statistiken werden „kosmetisiert“; diejenigen, die Arbeit haben, müssen prekäre Verträge unterschreiben usw. – alles Gesagt ist insoweit richtig, auch wenn man „lateinamerikanische Länder“ nicht so verallgemeinern kann, denn es handelt sich um einen riesigen Bereich.

      Wenn wir diesen Artikel trotzdem veröffentlicht haben, gibt es einen Grund dafür. Deswegen:

      Nein, weil die Statistik eins zeigt: Mercosur hatte ebenfalls geplant, eine Einheitswährung einzuführen, die, ebenso wie der Euro, keinen gemeinsamen politischen und fiskalischen Hintergrund gehabt hätte. Das hat nicht geklappt: Eher aus Uneinigkeit und wegen politischer Streitereien als aus besserer Einsicht zwar, aber das Ergebnis bleibt dasselbe. Der (relative, im Vergleich zu Europa) Aufschwung Südamerikas resultiert u.a. aus genau dieser Tatsache.

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