Der Tag nach dem Crash: Ist Freigeld wirklich die Lösung?

 

Beginnen wir ausnahmsweise mit dem Fazit: Freigeld ist nicht die Lösung der Probleme, aber grundsätzlich ein guter Ansatz. Es beseitigt nicht Niedriglöhne und Arbeitslosigkeit und sorgt leider für eine massive ungewünschte Umschichtung von Geld in Unternehmensbeteiligungen. Seinen ursprünglichen Zweck, gehortetes Bargeld in Umlauf zu bringen und Zinsen zu drücken, erfüllt es jedoch besser als alle anderen bisherigen Konzepte. Was ist also Freigeld und gibt es bessere Alternativen? Die Antworten lesen Sie hier.

Freigeld hat viele Namen: Von „umlaufgesichertem Geld“ wird gesprochen, von „Negativ-Zins“, von „Schwundgeld“ oder von „neutralem Geld“. Dieses Freigeld also hat einen Werteverfall statt wie bisher Zinsen anzuhäufen. Praktisch gesehen wird Geldbesitz also versteuert. Das Geld „verfault“ mit der Zeit. Das soll die Geldbesitzer dazu bewegen, ihr Geld nicht irgendwo zu horten sondern so bald wie möglich auszugeben und damit wieder in Umlauf zu bringen.

 

Unser bisheriges sogenanntes FIAT-Geld wird gehortet, um Zinsen zu bringen, verschwindet also aus dem Kreislauf. Freigeld „verfault“, wird deswegen schnell wieder ausgegeben und bleibt im Kreislauf. Bis dahin eine wirklich gute Idee, die leider mehrere Fallstricken beinhaltet. Zuerst wird im Land der Sparer kaum jemand Freude daran haben, dass sein Geld verfault, also immer wertloser wird. Deswegen wurden Ausnahmen ersonnen: Wer sein Geld auf Sparbüchern oder in Immobilien, Wertpapieren oder sonstigen Unternehmensbeteiligungen anlegt, kann damit die Geldentwertung umgehen.

Durch diese Ausnahmen verliert das umlaufgesicherte Geld jedoch den größten Teil seiner Wirkung, weil das Bargeld nur rund zwei Prozent (!) Anteil am gesamten Volksvermögen ausmacht. Wenn die Umlaufsicherung seine Wirkung entfalten soll, muß das gesamte Geld in den Umlauf gezwungen werden – also das Geld auf Sparbüchern und Festgeldkonten, und auch alle anderen Sparformen wie Aktien, Schatzbriefe, Rentenfonds, Aktienfonds und Lebensversicherungen.

 

Da das mit den deutschen Sparern nicht zu machen ist, drängt sich die Frage nach einer Trennung zwischen Sparvermögen und liquidem Vermögen auf. Aber wie soll man das abgrenzen? Soll man Sparer, die mit Aktienfonds für ihr Alter vorsorgen, für die „Hortung von Geldanlagen“ bestrafen, indem man Wertpapiere „verfaulen“ läßt? Sollte man für Sparbücher eine Ausnahme machen – und warum dann nicht auch für Tagesgeldkonten und Schatzbriefe?
Die Frage ist unbeantwortet, wie man eine Grenze zwischen Geldformen ziehen kann, die „verfaulen“ sollen – oder auch nicht. Selbst, wenn es eine solche Abgrenzung gäbe, würde eine Flucht aus den benachteiligten in die privilegierten Anlageformen das System umgehen.

Was wäre die Folge, wenn „verfaulendes Geld“ eingeführt würde? – Menschen suchen immer ihren Vorteil, versuchen immer, Abgaben jeder Art zu umgehen, wo es möglich ist. Logischerweise wird es also eine Flucht aus dem Bargeld vor allem in Immobilien, Wertpapiere und sonstige Unternehmensbeteiligungen geben – und das auch wieder mit entsprechenden Rendite- bzw. Zinsforderungen, die das System doch eigentlich vorrangig bekämpfen will.

Eine Antwort auf Immobilienspekulationen sehen die Anhänger des Freigelds im „Freiland“, also einem Konzept, in dem aller Boden Eigentum der Gemeinden bleibt und die Nutzer ihn lediglich pachten können. Auch das ist eine grundsätzlich gute Idee. Allerdings löst man damit das Problem der Immobilienzinsen (Mietzinsen) nicht, denn die auf dem Boden stehenden Gebäude stellen den Hauptanteil des Gesamtwerts von Immobilien dar und wirken weiterhin als Kapitalanlage (mit Zinsforderungen).

 

Vor allem aber würde das Freigeld eine massive Umschichtung von Geld in Unternehmensbeteiligungen auslösen! Die finanzielle Oberschicht würde daher alle werthaltigen Unternehmen (keine wertlosen 1-Mann-Unternehmen) aufkaufen – und dafür auch wieder Renditen/Zinsen fordern. Wollen Sie in einem System leben, in der alle werthaltigen Unternehmen einer kleinen Oberschicht gehören, und alle anderen für die Oberschicht arbeiten? Wie man die Konzentration von Unternehmensanteilen und Wohnimmobilien in den Händen einer kleinen Oberschicht beseitigt, lesen Sie hier.

Zur Beseitigung von Arbeitslosigkeit und Niedriglöhnen taugt Freigeld leider nicht, weil es die Ursachen nicht beseitigen kann (Rationalisierungen, Automation, Mismatch, etc.).

Welches System kann aber dann die Arbeitslosigkeit beseitigen? Welches System wirkt noch besser gegen das fatale Zinssystem, das diejenigen immer reicher macht, die Geld verleihen können und diejenigen immer ärmer, die die Zinsen dafür zahlen müssen? Dieses System gibt es durchaus: Eins, das unser Zinsproblem dadurch löst, dass die Menschen selbst liquide werden und keine Kredite brauchen.

Darüber lesen Sie mehr in unserem zweiteiligen Artikel über das Bandbreitenmodell.

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9 Kommentare zu “Der Tag nach dem Crash: Ist Freigeld wirklich die Lösung?

  1. Alex sagt:

    So wie ich das sehe, sind hier einige grundsätzliche Fehler im Wirken von Freigeld aufgekommen.
    1. zu den Ausnahmen: Es gibt keine Ausnahmen, Geld unterliegt grundsätzlich der Umlaufgebühr, das führt dazu, dass vollkommen liquide Geldmittel unter der vollen Umlaufgebühr gestellt werden und langfristige Geldanlagen mit zunehmender Anlagedauer abnehmende Gebühren ausgeliefert sind. An einem bestimmten Punkt, wird die Bank das Aufheben der Gebühr beschließen, da sie die nötige Planungssicherheit hat. (1/2 Jahr bis 1 Jahr fest angelegtes Geld wird keiner Gebühr mehr unterliegen) Das ist aber keine Ausnahme, sondern schlichte Logik, die Banken haben Planungssicherheit und werden diese langfristigen Gelder wieder zurück in den Markt drücken, da sie sonst selber die Unkosten zu tragen haben, sollten die Banken aber kein Modell anbieten, welches ab einem gewissen Zeitpunkt die Gebühr aufhebt, werden die Kunden zu einer anderen Bank gehen, welches dieses Modell anbietet. (Freier Markt)

    2. Sparer die in Aktienfonds investieren, übergeben das Risiko der Umlaufgebühr an den Fonds, der wiederum investiert in Anleihen, Firmen, etc. und überträgt damit sein Risiko der Gebühr auf seine Schuldner, die Umlaufgebühr muss nur Derjenige zahlen, der am Ende liquide Mittel vorhält, bei schnellerer Umlaufgeschwindigkeit wird weniger Geld benötigt und somit wird auch die Umlaufgebühr im volkswirtschaftlichen Sinne nicht hoch ausfallen, da es nur Derjenige bezahlt, der am Ende das Geld hält und nicht die gesamte Kette von Anfang bis Ende.

    3. Wieso sollten die Menschen nicht investieren? Diejenigen, die das Geld erhalten müssen ebenfalls investieren usw. usf. das führt dazu, dass man versucht, das Geld in qualitativ hochwertige und land haltende Objekte zu investieren, um den Verlust zu entgehen, das führt dazu, dass irgendwann die hohen Renditeobjekte vom Markt gekauft wurden, das Geld aber weiter zirkuliert, also wird in alles investiert, was einen langfristigen Schutz vor Verlust bietet, eben auch Investitionen, die 0 Rendite versprechen. Freigeld schafft die Zinsen nicht ab, es ermöglicht nur, dass Zinsen negativ werden können und so die Kreditklemmen aufgehoben werden.

    4. Zu den Immobilienzinsen: Wenn die Banken aber dem Schwund ebenfalls unterliegen, müssen sie das Geld in den Markt pressen, wenn sie das nicht tun, haftet der Verlust an ihnen, somit sinkt der allgemeine Zins für jegliche Form von Krediten, bis er irgendwann um 0 sich einpendelt, dann verschwinden aber auch die Zinskosten aus den Immobilien und somit auch aus den Mieten.

    5. Zu den Unternehmen: Wenn die allgemeinen Zinslast aber aus den Preisen verschwindet und jeder, der eine gute Idee und unternehmerischen Fleiß beweist sich ein Unternehmen aufbauen kann, so wird es eine Maßlose Konkurrenz auf allen Märkten geben, was die Preise senkt, ein Nachfrageüberhang an Arbeitern erzeugt und am Ende alle Unternehmen vom Markt verdrängt, die ineffizient arbeiten, gerade durch den breiten Zugang zu Kapital, wird es ja erst ermöglicht, dass wir echte Konkurrenz erzeugen, heute bekommen ja viele Menschen und kleine Unternehmen kein Kapital oder nur zu überhöhten Forderungen. Durch den steigenden Wettbewerb wird automatisch auch die Nachfrage nach Arbeitern steigen, sodass ab einem gewissen Punkt die Löhne steigen müssen, sodass Freigeld sehr wohl die Arbeitslosigkeit verringert.

    Auch war Rationalisierung und Automatisierung noch nie der Feind der Arbeiter, da durch den technischen Fortschritt Märkte entstehen, die es heute noch nicht mal in unserer Vorstellung existieren, wird werden immer breitere und spezialisierte Arbeiter brauchen und das in immer größerer Menge.

  2. fakeraol sagt:

    Seit ich durch Solveigh Calderin auf Ihre Seite gefunden habe, lese ich hier sehr gern, weil Sie die aktuellen Brennpnkte ansprechen und das sehr sachlich und überlegt tun.

    Als ich angefangen habe, mich zu fragen, warum die Zustände von Hunger und Not sich auf der Welt nicht gebessert habwen, obwohl wir doch heute viel leichter viel mehr produzieren können, als früher, bin ich oft darüber gestolpert, das mich Leute genau sowas gefragt haben, was meinen Überlegungen zu widersprechen schien.
    Der Knackpunkt dabei ist, das die Leute zu fragen anfingen, bevor sie überhaupt die ganze Idee mal nachvollzogen haben.

    Sie fragen nach den Ausnahmen von der Umlaufgebühr. Es gibt keine. Die Motivation, das Geld, das man aktuell nicht selber braucht, zu verleihen, kommt dadurch das der Leihe-Empfänger dem Verleiher die Umlaufgebühr als „Geldmiete“ bezahlt, so das der weder ein Plus noch ein Minus daraus hat.
    Findet der Geldbesitzer niemanden, bei dem er das Geld „parken“ kann, gibt er es an die Bank zurück, die es als zinsloses und umlaufgebührfreies Guthaben gutschreibt und „aus dem (Zahlungs)verkehr zieht“.
    Will der Leiher weniger als die Umlaufgebühr erstatten, bringt es der Besitzer lieber zur Bank und der potentielle Leiher muss sich da selber einen Kredit holen, für den auch wieder die Umlaufgebühr fällig wird.
    Will der Besitzer mehr als die Umlaufgebühr haben, lässt ihn der potentielle Leiher stehen und geht lieber zu Bank.

    Die Banken konkurrieren nur noch um die Höhe der Schreibgebühren, die pro Kreditvertrag fällig werden, unabhängig von der Höhe der Kreditsumme. Sie mutieren von „Finanzinstituten“ zu Dienstleistungsgesellschaften, die Verträge ausfertigen. Da mit Geld kein Geld mehr verdient werden kann, fehlt für Finanz“produkte“ schlicht die Nachfrage.

    Natürlich reicht es nicht allein, dieses andere Geldsystem einzuführen.
    Das Prinzip des Ganzen ist, das die Gemeinschaft jeden Profit aus Besitz abschöpft und dieser der Gemeinschaft aller als ganzes zugute kommt.
    Die Erde, die Bodenschätze, das (Trink)wasser, alle „Geschenke Gottes“ können ausschliesslich nur Eigentum der Gemeinschaft sein und der Gewinn aus ihnen kommt allen zugute.

    Selbst wenn jemand einen Weg finden sollte, für ein besonderes Produkt besonders hohe Preise verlangen zu können, kann er mit dem Geld keinen Gewinn machen, weil ihm niemand mehr als die Umlaufgebühr erstatten würde.

    Da sich so niemand mehr aus der Gesellschaft ausklinken kann, wie die Reichen und mächtigen heute, würde die „soziale Kontrolle“ auch viel besser funktionieren und egoistische Menschen würden als abstossend empfunden und gemieden werden.

    Ich habe mal von einem Volk gelesen, in Kanada, glaube ich, wo es Brauch ist, das Leute ihr ganzes Vermögen ausgeben, um rauschende Feste für alle Mitmenschen auszurichten. Je grösser und schöner das Fest, desto mehr Ansehen geniesst der Ausrichter.
    Zwar ist er danach erst mal „bettelarm“, aber da das als Brauch ja reihum geht, verteilt sich auch das Vermögen anderer wieder mit auf ihn, so das er keine Existenzangst haben muss.

    Wenn man übrigens zu Anfang in einem solchen System den Einfluß der alten „Eliten“ aufgrund ihres Besitzes schnell abbauen will, kann man statt sie zu „enteignen“ auch für alle hohe Steuern auf Besitz erheben und ebenfalls für alle aus diesen Einnahmen eine Steuerrendite (in gleicher Höhe pro Person) auszahlen, da ja die ganze Gemeinschaft an den Einnahmen beteiligt werden soll.

    Was z.B. die Mieten angeht, könnte jeder selber von der Gemeinschaft Land mieten und dank niedriger Geldkosten kostengünstig ein Haus bauen, so das durch die Konkurrenz sich mit ihren Mietforderungen ebenso an die tatsächlichen Kosten anpassen müsste. „Entschädigungen“ (Prämien) für Leerstand gäbe es nicht mehr, so das die Miete nur noch knapp über den Kosten liegen könnte.

    Was die „Arbeislosigkeit“ angeht, ist das übrigens überhaupt kein Problem, denn letzten Endes geht es ja darum, alle Menschen mit allem zu versorgen, was zum Leben gebraucht wird, das Geld ist nur Hilfsmittel für den Austausch dabei.
    Masstab ist, ob alles vorhanden ist, was gebraucht wird. Wenn das heute in der Hälfte der gleichen Zeit produzieren kann, kann die Arbeitszeit um die Hälfte verkürzt werden, denn gleich bleiben müsste sie nur, wenn der „Unternehmer“ sich die Hälfte allen Gewinns in die eigene Tasche stecken wollte, aber wer würde das noch wollen, wenn das Geld dann sowieso schwindet.

    freundliche Grüsse aus Berlin, fakeraol

  3. Ich glaube, man muss bei dem Freigeld unterscheiden zwischen seiner Anwendung als Instrument zur regionalen Stimulation der Wirtschaft (Erhöhung Umlaufgeschwindigkeit Geld, Erhöhung der Netto-Investitionen) und seiner Anwendung mit dem Ziel, das Zinssystem oder gar das „leistungslose“ Einkommen an sich (Kapitaleinkünfte) abzuschaffen. Für zweiteres ist es eher ungeeignet, wie ich bei meinem letzten Artikel auf mein Blog (http://www.rhizomaticdesign.net/de/node/31) zu zeigen versucht habe.

    • fakeraol sagt:

      Daß die Vertreter der Freiwirtschaftsidee den Zins abschaffen wollen würden, das behaupten immer deren Kritiker, und die sind es auch, die die freiwirtschaftliche Kritik auf das Geldsystem reduzieren, um dann darauf zu verweisen, daß man damit ja den Zins nicht abschaffen (sic! siehe oben!) könne, weil die Geldbesitzer dann auf Boden, Immobilien, etc. ausweichen würden.

      Selbst wenn, wie Du als Beispiel in Deinem Artikel schreibst, ein „Investor“ sein Geld direkt statt über die Bank verleihen würde (was übrigens auch völlig legal wäre), müsste er mindestens die Umlaufgebühr vom Kreditnehmer fordern, weil es für ihn sonst wirtschaftlicher wäre, das Geld zur Bank zu bringen, da für Buchgeld keine Umlaufgebühr anfällt. Mehr als die Umlaufgebühr würde er andererseits aber vom Kreditnehmer auch nicht bekommen, weil es für diesen sonst wirtschaftlicher wäre, sich das Geld direkt bei der Bank gegen Umlaufgebühr zu leihen.

      Ebenso hast Du bei Deinen Betrachtungen nicht bedacht, daß Profit aus Immobilienbesitz heute durch Bodenknappheit (ein großer Teil des Bodens ist in privatem Besitz, entsprechend sind die Pacht- und Kaufpreise hoch) und hohe Baukosten für ein Haus (wer auf Kredit baut, bezahlt sein Haus [durch die Verzinsung] drei mal, sagt man) ermöglicht wird. Wenn durch Zinsen, die um Null herum schwanken, der Hausbau für jederman erschwinglich wird, sinkt logischer Weise auch die Rendite aus Vermietung und Verpachtung drastisch.

      Freiwirtschaftskritiker reduzieren und verdrehen die Freiwirtschaftsidee, woraufhin sie dann die von ihnen selbst erschaffenen Widersprüche ihrer verzerrten Darstellung der Freiwirtschaftsidee kritisieren und behaupten, damit die Idee widerlegt zu haben.

      Du führst selber das „Wunder von Wörgl“ und die von Erzbischof Wichmann aus Magdeburg initiierte Blüte der Wirtschaft im Hochmittelalter an. Das Gebiet, in dem die regelmäßige Verrufung des Geldes ca. 300 Jahre land praktiziert wurde, war nicht nur ein Dorf oder eine Stadt, sondern bezog den ganzen Ostseeraum mit ein und war in etwa deckungsgleich mit dem Gebiet der Hanse. Das ist mitnichten ein „regional begrenzter Wirtschaftsraum“ mehr gewesen, das Gebiet war in etwa so groß, wie die heutige Bundesrepublik.

      Es gäbe noch einiges mehr zu Deinem Artikel zu sagen, aber für heute ist es spät genug, deshalb gute Nacht.

  4. fidel sagt:

    Das scheinbar gehortete Geld, in allen Anlageformen, ist im Umlauf!
    Zins gibt es nur, wenn ein Schuldner Zins bezahlt, das Geld als Kredit investiert ist.

    Weil dieses umlaufende Geld nicht reicht, um ausreichend Auslastung zu generieren, zwingt der Staat per null Zins die Sparer in den Konsum. (vgl. Lafontaine)

    Verhängnisvoll wird Schuld erst, wenn der seelenlose Schuldner = Staat, seine Schuld nicht zurückbezahlt, sondern munter weiterkonsumiert.

    Verhängnisvoll wird Schuld, wenn der Staat viele Investitionen per Steuern so unrentabel macht, dass Staatsschuldbriefe zu 1.5% mehr abwerfen als Arbeitsplätze (bei 2% Infla)

    Verhängnisvoll ist, wenn Steuern/Abgaben den Konsum und Investition unmöglich machen, sowie steigen um wachsende Staatsschulden zu bedienen. (Kaufkraftverlust)

    Für den kleinen Mann ist es das Schlimmste, wenn ihm die Sparmöglichkeit genommen wird. Warum? Weil er damit vollkommen abhängig von Sozialleistungen wird.

    Das Problem ist der Staat, verkauft er doch sein Gewaltmonopol meistbietend (Hartz4, Leiharbeit), richtungsübergreifend, machterhaltend.

    Wenn Steuerzahler gegeneinander ausgespielt werden, nennt man das Wettbewerb. Wo wir Wettbewerb bräuchten (bei Währungen, Konzernleistungen *, Staaten) schalten wir in demokratisch ab, weil er ja so böse ist.

    Freigeld ist ein Gewinn für Mandatsträger und Topmanager, kommt das Geld doch jeden Monat automatisch haufenweise; für alle anderen, dem Staatskapitalisums unterworfenen, nur eine weitere Strafe bis zur Pleite.

    • fakeraol sagt:

      Fidel, schon in Ihrem zweiten Satz offenbaren Sie Ihr Unwissen.
      Banken verleihen nicht das Geld, das jemand auf sein Konto als Guthaben eingezahlt hat. Nicht mehr, seit es das Fiat-Geldsystem gibt.

      Der Lebenszyklus des Geldes fängt in der Bank an und er endet dort.

      Geld wird „geboren“, wenn sich jemand bei der Bank verschuldet. Dann schreibt die Bank ihm auf der Haben-Seite seines Kontos einen Anspruch auf die Kreditsumme, und auf die Soll-Seite eine Schuld in Höhe der Kreditsumme PLUS der Zinsen.
      Um das tun zu dürfen, muss sich die Bank irgendwoher echtes Zentralbankgeld in Höhe der Mindestreserve (aktuell 1% der Kreditsumme) besorgen, für das die Bank dann selber Zinsen zahlen muss, an die Zentralbank direkt oder über eine andere Bank, die ihr das Zentralbankgeld geliehen hat.
      Der Bank entstehen also nur für den Anteil des Kredites, den sie mit Zentralbankgeld absichern muss (Mindestreserve) Kosten, bezahlen muss der Schuldner aber weit höhere Kosten für den GANZEN Kreditbetrag.

      In dem Moment, wo der Schuldner den Kredit (und die Zinsen) zurückzahlt, „stirbt“ das Geld. Der Saldo auf seinem Konto ist wieder gleich null, das nicht mehr dafür benötigte Zentralbankgeld gibt die Bank ebenfalls an die Zentralbank zurück, um sich die Zinsen darauf zu sparen, und das Geld ist wieder verschwunden.

      Wenn jetzt jemand Geld auf sein Konto bei der Bank einzahlt, dann packt die das nicht in einen Tresor und wartet darauf, daß sich jemand meldet, der einen Kredit haben will, sondern es passiert das Gleiche, wie wenn der Schuldner seinen Kredit zurückzahlt:
      Durch die Einzahlung verringert sich die Summe der Außenstände der Bank, weshalb sie entsprechend ihre Mindestreserve reduzieren und Zinsen für das nicht mehr benötigte Zentralbankgeld einsparen kann. Übrig bleibt nur eine Zahl im Computer der Bank, das „Sichtguthaben“.

      Wenn Banken das Geld ihrer Sparer weiterverleihen würden, dann müsste es ab und zu zu Engpässen kommen. Haben Sie schonmal erlebt, daß sie Geld vom Konto abheben, oder einen Kredit aufnehmen wollten, und die Bank Ihnen sagen musste: „Tut uns leid, unser Tresor ist gerade leer, wir haben alles Geld unserer Sparer verliehen. Kommen Sie morgen mal wieder, vielleicht hat dann jemand wieder etwas eingezahlt.“ ?

      Ihr letzter Satz offenbart, daß sie das Freigeldsystem nicht ansatzweise verstanden haben. Vermutlich haben Sie sich überhaupt nie damit auseinandergesetzt, sondern nur im Vorbeigehen mal etwas aufgeschnappt. Ihre Aussage ist jedenfalls so absurd, daß sie keinen anderen Schluß zulässt.
      Unter Geldreform.de können Sie sich darüber informieren, so Sie bereit sind, dazu zu lernen. Ich empfehle, zu beachten, daß das Thema „Freiwirtschaft“ heißt und das Thema „Geld“ dabei nur ein Teilaspekt ist.

      • horcher sagt:

        Versuchen wir doch einfach den von dir angefangenen Lebenszyklus des geldes zu schließen. Was passiert mit dem von der Bank erfundenen Geld, nach dem der Kreditnehmer/hauslebauer es empfangen hat? Er wird es ausgeben an hausverkufer/Anleger, der es wiederum zur Bank bringt. von der Bank verlangt er für die Anlage Zinsen, ist es nicht so? Also kann die Bank doch nicht die vollen Zinsen fur ihr erfundenes Geld einheimsen…

        • fakeraol sagt:

          Stimmt, da die Bank auf 1% (Mindestreserve) der Kreditsumme aktuell 0,5% Leitzins an die Zentralbank zahlen muss, kann sie den Gewinn nicht komplett selber einstreichen.
          Wenn z.B. ein Hausverkäufer/Anleger dieses Geld dann auf seinem Konto einzahlen würde, müsste sie ihm dafür Guthabenzinsen (ca. 2 – 7%) zahlen und könnte aufgrund dieser Einzahlung (Verringerung der Außenstände, 1% Mindestreserve wird verfügbar für Rückzahlung an Zentralbank oder für neue Kreditvergabe) einen Kredit in Höhe von 99% der Einzahlung zu Zinsen von vielleicht 10 – 15% an einen neuen Schuldner wieder ausgeben.

          Das erfundene Geld verschwindet bei Einzahlung wieder, der Anspruch der Bank auf die Zinsen gegenüber dem Schuldner bleibt bestehen.

    • fakeraol sagt:

      Ergänzung:
      Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Anruf von ihrer Bank:
      „Hallo, Ihr Arbeitgeber möchte uns ihren Lohn überweisen. Da unser Tresor im Moment aber halbvoll ist und kaum jemand Geld ausleihen möchte, können wir Ihnen dafür zur Zeit keine Zinsen zahlen, wir müssen Ihnen sogar eine Gebühr für die Einlagerung Ihres Geldes in unserem Tresor berechnen, für den Platzbedarf und um das Verlustrisiko bei einem Banküberfall zu decken. Sind Sie damit einverstanden?“ …

      Ist so etwas schon mal jemandem passiert?
      Hält irgendwer sowas für möglich?
      Glaubt irgendwer immer noch, daß Banken die Spareinlagen ihrer Kunden weiterverleihen?

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