Bewertung von Facebook sät Zweifel an der Wall Street

Ist Facebook nun das Geschäft des Jahrhunderts – oder doch nur eine weitere .com-Firma, deren Blase zu platzen droht? An der Wall Street kommen Zweifel auf, nachdem Mark Zuckerberg seine Zahlen vor dem Börsengang offen gelegt hat für das Imperium, das er vor acht Jahren gründete. Nach den Einnahmen zu urteilen könnte Facebook die angepeilten 100 Milliarden in der Zukunft wert sein. Skeptisch machen jedoch die Zuwachsraten …

Das Unternehmen generierte 2011 Einnahmen in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar, wenn man den Zahlen von Mark Zuckerberg vor dem Börsengang Glauben schenken will, die er an der Wall Street vor dem Börsengang jetzt einreichte, der für Mai geplant ist. Das bedeutet eine Steigerung von 88 Prozent gegenüber 2010, gleichzeitig aber weniger als die Hälfte des Wachstums in den Vorjahren.
Die Wall Street ist nicht besonders euphorisch, was den Börsengang von Facebook angeht. Die Zuwachsraten des Portals sind im vergangenen Jahr stark eingebrochen.

Werbung ist die Haupteinnahmequelle:
Die Spieleplattform Zyng steuerte 12 Prozent davon bei, was die ihre Marktbewertung um 20% in die Höhe schnellen liess. Was den Gewinn angeht, ist eine ähnliche Abschwächung erkennbar. Während der Gewinn von 2009 auf 2010 um 165% stieg, waren es im vergangenen Jahr nur noch plus 65 Prozent: Eine Milliarde Dollar, wovon 668 Millionen an die Aktionäre fliessen.

Der andere Aspekt sind die Facebook-Follower. Das Portal erreichte im Dezember 845 Mio. aktive User, bis August sind eine Milliarde angepeilt: Ein Zuwachs von 39 Prozent in einem Jahr. Das Wachstum konzentriert sich derzeit allerdings auf ein wirtschaftlich boomendes Brasilien(+ 239%), während es in den USA mit jetzt 131 Mio. Usern bei einem Zuwachs von nur 16 Prozent blieb.

Google, das grösste Internet-Unternehmen, hat einen Börsenwert von 189 Milliarden Dollar – also knapp das Doppelte des Wertes, mit dem Facebook eingeschätzt wird – jedoch mit zehnmal höheren Einnahmen: 37,9 Milliarden Dollar.
Mark Zuckerberg – mit einem Privatvermögen von 28,4 Milliarden muss man sich um die Mädels keine Sorgen machen.

Mark Zuckerberg erklärt das in seinen Börsen-Unterlagen so: „Wir bieten nicht Service an, um Geld zu verdienen, sondern verdienen Geld, um besseren Service anbieten zu können. Es ist wichtig, dass diejenigen, die in Facebook investieren, sich darüber klar sind!“ – Das kann man ihm glauben, man kann es aber auch genau so gut lassen und davon ausgehen, dass Zuckerberg die unzureichenden Gewinne mit einem beinahe humanitären Anliegen verbrämen will.

Nach den vorliegenden Zahlen verfügt der Facebook-Chef über ein Privatvermögen von 28,4 Milliarden Dollar und befindet sich damit in der Top 10 der Reichsten dieser Welt, deutlich über den Google-Gründern. Mark Zuckerberg hat seinen Thron vollkommen abgeschottet: Auch wenn er nur 28,4% der Anteile seines Unternehmens in Besitz hat, sorgt die Aktionärsstruktur dafür, dass er 56,9 Prozent der Stimmrechte kontrolliert. Zuckerberg hat die Allmacht über Facebook und wird sie behalten, wenn das Portal im Mai an der Börse startet.

Uncle Sam freut sich übrigens indirekt auch über den Börsengang. Basierend auf den von Zuckerberg an der Wall Street eingereichten Zahlen, darf der Facebook-Chef jetzt mit einem hübschen Steuerbescheid von 1,5 Milliarden Dollar rechnen.

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