Maischbergers Kniefall vor Carsten Maschmeyer

Der resigniert klingende Spiegel-Beitrag von Christoph Lütgert sagt praktisch alles, was zu diesem Thema gesagt werden muss. Sandra Maischberger hat sich journalistisch gestern selbst abgeschafft. In einer Sendung, die vollkommen unkritisch dazu geeignet war, Maschmeyer vom Schurken zum schuldlosen Edelmann zu befördern, verzichtete sie bewusst darauf, die Machenschaften des AWD-Gründers anzuprangern und den Drücker-König, der tausende von Menschen über den Tisch gezogen hat, zu entlarven.

Die Botschaft: Alles ist legitim, wenn jemand Geld scheffelt und genug Beziehungsgeflecht entwickelt. Oder wie Lütgert sagt: „Maschmeyer hat die Koordinaten so weit verschoben, dass ihm nicht nur die traditionell ergebene „Bild“-Zeitung und die „Bunte“, sondern nun auch wieder das öffentlich-rechtliche Fernsehen ihre Reverenz erweisen.“

Wenn Zorn Ihr Steckenpferd ist, sehen Sie Maischbergers gestrigen Kniefall hier: Klick.

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7 Kommentare zu “Maischbergers Kniefall vor Carsten Maschmeyer

  1. Keine weitere Laudatio für Carsten Maschmeyer. Danke für die Stellungnahme!

    • uhupardo sagt:

      Maschmeyer ist nur einer in einer langen Reihe skrupelloser Finanzhaie. Die gestrige Sendung hat aber gezeigt, wie weit wir weg sind von einem Wertewandel.
      https://uhupardo.wordpress.com/category/gesellschaft/serie-der-tag-nach-dem-crash/

      • Nur, wenn wir unterstellen, dass die offiziellen Medien tatsächlich die Werte repräsentieren, welche in der Gesellschaft tatsächlich verfolgt werden. Ich kenne zumindest viele Intellektuelle, die des Kotaus vor dem Geld als Ende aller Dinge längst mehr als müde sind und nach Alternativkonzepten suchen, und kann mir vorstellen, dass dies auch für andere Bürger wahr ist. Die Wirtschaftskrise, die uns seit 2008 begleitet, entspringt nicht zuletzt der vorhergehenden Dekade zügelloser Profitsucht, dem Streben nach Profit vor jeglichem ethischen Mandat. Die sogenannte Globalisierung sollte uns längst mit dem verführerischen Schein weltweiter Investitionsgelegenheiten auch die ebenfalls weltweite Bedürftigkeit und humanitäre Bedrängnis vorgeführt haben. Wer jetzt nach Investitionen sucht, um aus vorhersehbarem Mangel (an Wasser, Öl, seltenen Erden und anderen Ressourcen) persönlichen Profit zu schlagen, gehört meines Erachtens nach ins Museum der ewig Gestrigen. Nicht umsonst umgibt Leute wie Carsten Maschmeyer auch etwas makaber Kasperhaftes in ihrem Auftreten.

        • uhupardo sagt:

          Das ist bestimmt alles genau so richtig. Allerdings bin ich bei solchen Vorträgen aus Erfahrung skeptisch. Den Teil „ich kenne zumindest viele Intellektuelle, die …“ zweifle ich nicht eine Sekunde lang an, weil es sich mit meinen eigenen Beobachtungen deckt. Allerdings habe ich auch sehr viel mit dieser Masse an „normalen Menschen“ zu tun, die sich jeden morgen die Bild-„Zeitung“ (offizielle Uhupardo-Schreibweise) am Kiosk holen, einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen und gesellschaftskritische Diskussionen schlicht als Ruhestörung ansehen. Das Publikum im „Museum der ewig Gestrigen“ ist verdammt zahlreich. Da wird zwar auf Banken und Abzocker eingedroschen, weil es einen Schuldigen braucht, doch Energie zu einem wirklichen Umbau der Gesellschaft ist nirgendwo in Sicht, was diese grosse Gruppe angeht – viel weniger die Bereitschaft zur Beschäftigung mit den entsprechenden Rezepten.

  2. […] Uhupardo: Maischbergers Kniefall vor Carsten Maschmeyer […]

  3. almabu sagt:

    Ihren Durchbruch in Deutschland hatte sie mit dem Helmut-Schmidt-Interview vor Jahren. Schon damals war ihr Stil für meinen Geschmack durch zu große Nähe und als unkritisch zu bezeichnen. So gesehen, hat sie sich nicht verändert, allerdings ist ein Maschmeyer kein Schmidt…

  4. uhupardo sagt:

    Zu grosse Nähe und zu unkritisch ist das Erfolgsrezept im Journalismus, wenn Erfolg, egal wie, als Maxime gilt. Insofern macht Señora Maischberger aus ihrem Blickwinkel wahrscheinlich alles richtig.

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