Diese ganzen Südländer sind korrupt!

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7 Kommentare zu “Diese ganzen Südländer sind korrupt!

  1. canguratoncita sagt:

    Als ich das Video sah, fiel mir spontan ein Zitat aus einem ZEIT-Artikel über die Parteibonzen der ANC in Südafrika ein, von denen viele gegen die Ungerechtigkeiten des Apartheit-Regimes gekämpft hatten und sich heute auf Kosten der Bürger die Taschen vollstopfen. Erklärung aus dem Munde einer dieser feinen Herren, wie so ein Wertewandel möglich sei: man habe doch nicht Jahre seines Lebens gekämpft, um arm zu bleiben (in seiner heutigen Welt liegt die Armutsgrenze unter mehreren Millionen Privatvermögen). Die Politik ist nichts anderes als ein Karriereweg zu möglichst viel Macht und Geld. Das System will es auch nicht anders.

    • Den Grund dafür findest Du im „Ehernen Gesetz der Oligarchie“.
      Darum wird sich auch jede noch so gut gemeinte Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens, das sich nicht von dem hierarchischen Herrschaftsaufbau lösen kann, immer wieder zu solchen Auswüchsen führen.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Ehernes_Gesetz_der_Oligarchie

      • uhupardo sagt:

        Darin befindet sich weiterhin aus meiner Sicht ein logisches Loch. Der wiki-Artikel sagt einerseits sehr richtig:

        Größere Menschengruppen bilden aus Effizienzgründen immer eine bürokratische Organisation heraus;
        Bürokratien neigen zur Herausbildung einer Machtelite;
        Die daraus folgende Oligarchisierung führt zur Korrumpierung dieser Machtelite.

        Andererseits sind bürokratische Organisationen gar nicht zu vermeiden, will man Deutschland nicht in 420.000 Indianstämme einteilen (und selbst dann ..), deswegen sagt der wiki-Artikel ebenso richtig:

        „Bei größeren Gruppierungen muss sich dafür allerdings wahrscheinlich eine Organisation herausbilden, die die Aufgabe der Koordination übernimmt. Begründet wird dies bei Michels vor allem mit kommunikationstechnischen Bedingungen, die es unmöglich machen würden, demokratische Entscheidungsfindung in größeren Gruppen zu ermöglichen; Michels vermutet dabei die maximale Größe direktdemokratisch organisierbarer Gruppen zwischen 1.000 und 10.000 Personen;[12] neuere Untersuchungen setzen die Zahl dabei jedoch, selbst unter Berücksichtigung modernerer Kommunikationstechnologien, weitaus tiefer an.“

        Aus diesem Grunde unvermeidlich, wird es bei der „gut gemeinten Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens“ bleiben müssen, wenn auch anders strukturiert.

      • Vielleicht müsssen auch nur wirtschaftliche – und erst daraus schlussfolgernd – gesellschaftliche Bedingungen geschaffen werden, die genau das vermeiden, sprich von vornherein ausschließen?

        Nämlich, wie wir bereits mehrmals diskutierten, die Herrschaft von unten nach oben (= das Abschaffen der Hierarchien) und nicht umgekehrt – wie jetzt. Das jedoch ist nur möglich, wenn das Privateigentum an Produktionsmitteln, einschließlich dem Geld, konsequent abgeschafft ist.

        Die Organisation in Staaten, die ja die hierarchische Organisationsform bedingen (darum heißt es ja auch Staatsmacht), fällt natürlich vollkommen weg. Dabei meine ich nicht, dass sich nun größere „Staaten“ herausbilden, wie das mit der EU gerade gewaltsam durchgedrückt wird, sondern, dass es schlicht keine Staaten gibt und damit keine wie auch immer geartete „Oberhoheit“ über das, was Menschen zu leben haben. Damit fällt natürlich auch die gesamte Kriegsindustrie und -gründe weg, die ja nur Ausdruck der gewaltsamen Profitmaximierung, hervorgerufen durch das Privateigentum an Produktionsmitteln (jeder Art) ist.

        Kann ein Mensch „an der Spitze“ von 80 Millionen Menschen (oder mehr!) darüber entscheiden, was in jedem kleinen Dorf (lies jeweils auch Stadtteil mit) gelebt zu werden hat oder hat die Dorfgemeinschaft zu entscheiden, wie die Menschen dort leben möchten, und „der Apparat“ hat lediglich die Organisation zu übernehmen, damit das dann auch so klappt, wie die Dorfbewohner sich das vorgestellt haben?
        Immer nur dann, wenn Aufgaben anstehen, die auch andere Dorfgemeinschaften betreffen oder allgemeingültig werden könnten, werden sie von den Vertretern dieser kleinen Einheiten für einen größeren Rahmen diskutiert und entsprechend beschlossen.
        Der Vorteil bei dieser Herangehensweise liegt auf der Hand. Da sich bei solchen Entscheidungsfindungen Menschen hervortun, die Fachleute auf dem jeweiligen Gebiet sind und die Bedürfnisse der Dorfgemeinschaft und die Machbarkeit gleichermaßen kennen, werden solche Menschen als Vertreter zur nächst höheren Ebene zur Diskussion und Entscheidungsfindung gesandt und kommen dann mit Entscheidungen oder Lösungsvorschlägen ins Dorf zurück. Dadurch wird vermieden, dass immer dieselben (einmal gewählten) Menschen das Dorf vertreten, sondern es werden – je nach Themen- und Aufgabengebiet – andere Menschen sein. Ein Ingenieur vertritt das Dorf in Fragen der Industrieanlagen, ein Lehrer in Fragen der Bildung, zum Beispiel.
        Die heutige Kommunikationstechnik schließlich erlaubt es den Dorfbewohnern bei der Diskussion und Entscheidungsfindung auf der nächst höheren Ebene unmittelbar dabei zu sein, sich einzubringen und Einfluss zu nehmen. Es kann keine Entscheidung mehr über die Köpfe der Menschen hinweg geben. Und nicht zuletzt kann sich auch ein Spezialist oder eine Dorfgemeinschaft vom anderen Ende der Welt in die Lösung einer Aufgabe einbringen, weil die bereits Erfahrungen mit dem diskutierten Problem gesammelt haben, die hier vielleicht auch anwendbar sind. Das Fahrrad muss ja nicht ständig neu erfunden werden….

        Das führt zu einer Vernetzung, die alle Interessierten einbezieht und sowohl lokal als auch global wirkt, weil das Gesamtbild nicht aus den Augen verloren werden kann, sondern allen zur Verfügung steht. So erübrigen sich dann die heute noch üblichen und längst überlebten Hierarchien, die nicht in der Lage sind, die anstehenden Aufgaben auf unserer Erde effektiv zu lösen.

        Ich habe nichts gegen 100.000 und mehr Indianerstämme, wenn sie in den alle betreffenden Fragen friedlich und gleichberechtigt zusammen arbeiten und voneinander lernen, sich gegenseitig bereichern und berfruchten, statt sich voneinander abzugrenzen aus Angst der Nachbar könnte einen Apfel stehlen, sondern sie tauschen die verschiedenen Apfelsorten als Geschenke miteinander aus.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Vernetzung#Beschreibung

  2. Ja, uhupardo, also wirklich! Das ist ja nun nicht zum Aushalten, mit den Südländern!! 😀

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