Zehntausende Canarios protestieren gegen Ölbohrungen

Auf allen Inseln feierten die Bewohner der Kanarischen Inseln gestern eine bittere Fiesta. Einerseits fröhlich lachend, weil man halt so ist, wie man ist; andererseits unendlich enttäuscht und vor allem sehr zornig: Zehntausende zogen durch die Strassen von Las Palmas, Arrecife oder Puerto del Rosario und brachten lärmend ihren Unmut zum Ausdruck. Sie wollen immer noch nicht glauben, dass es ausgerechnet der Madrider Tourismusminister, ein Canario, bewerkstelligen soll, die Ferien-Inseln dem grössten Risiko aller Zeiten auszusetzen: José Manuel Soria ist jetzt der Erzfeind – und er bekommt es zu spüren. „Soria – komm bloss nicht zurück“, droht das Plakat dem Ölminister unverhüllt.

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Real Madrid: Gonzalo Higuaín und Iker Casillas sollen im Sommer weg

 

Nein, dies ist nicht etwa die Idee eines Fans mit etwas skurrilen Ideen – das wäre nicht so tragisch. Es ist vielmehr die Absicht von José Mourinho und Real Madrids Präsident Florentino Pérez. Ob beide diese Absicht am Ende wirklich durchsetzen können, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die Idee ist es, Gonzalo Higuaín für eine nennenswerte Ablösesumme bei Chelsea unterzubringen, Courtois zu verpflichten und Iker Casillas loszuwerden, pfeifen ein paar Spatzen von den Dächern des Bernabéu. Die Erfinder dieses Manövers: Mourinho und FloPer, die das Sagen haben, in dieser Reihenfolge.

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London senkt Spitzensteuersatz für Reiche um 5 Prozent

… immer grösser werdender Unterschied zwischen Reichen und Armen: Die Krawalle im August legten in London ganze Stadtviertel in Schutt und Asche.

Erinnern Sie sich noch an die schweren Krawalle in London im August letzten Jahres? Oder an die Ausschreitungen Ende 2012, als die Studiengebühren erhöht worden waren und Studenten Polizei- und Regierungsgebäude stürmten? Die Bevölkerung hat schon jetzt die Nase gestrichen voll von den englischen Sparprogrammen. Angesichts dessen klingt diese News wie blanker Hohn: Die Londoner Regierung senkt den Spitzensteuersatz für Vielverdiener um fünf Punkte: von 50 auf 45 Prozent.

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Spanien soll jetzt „transparent“ werden … also mañana

 

Als letztes EU-Land mit mehr als 1 Mio. Einwohner hat die spanische Regierung am Freitag den Entwurf eines Transparenz-Gesetzes vorgestellt. Dieselbe Regierung, die eben noch gegen den erklärten Willen der kanarischen Bevölkerung und der kanarischen Regierung die Ölbohrungen direkt vor den Stränden des Ferien-Archipels verfügt hatte, völlig transparent. Die euphorischen Reaktionen auf der Strasse schwankten zwischen „Besser als kein Transparenzgesetz“ und „Na ja, schaunmermal“ – dabei stehen zumindest theoretisch sehr wichtige Dinge im Gesetz.

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Bestandsaufnahme in der Krise – was ist passiert und wie geht´s weiter?

 

„Bei dem ganzen Nachrichtenwust blickt man doch kaum noch durch … wer hat denn die Zeit, sich ständig auf dem Laufenden zu halten“, hiess gestern ein Leserkommentar. Das war der Anstoss zu diesem Artikel, der versucht, das Ganze in einen griffigen, wenn auch nicht detaillierten Zusammenhang zu setzen, unterlegt mit Links zu früheren Uhupardo-Texten. Eine Momentaufnahme mitten in der Krise und ein Ausblick auf die Zukunft, wie immer in möglichst einfachen Worten, um jeden mitzunehmen.

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Hysterisches Real Madrid lässt zwei Punkte in Villarreal

Niemand hat sich herabgelassen, an der Pressekonferenz nach dem Spiel teilzunehmen. Mourinho nicht, Karanka nicht, niemand. Die Medienvertreter, selbst die Fans von Real Madrid haben offensichtlich kein Recht, die Position des Vereins zum heutigen Geschehen zu erfahren. Der Pressechef des Traditionsvereins wird sich jetzt fragen müssen, wann er wie und warum die Kontrolle über das Geschehen verloren hat.

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Italien: Monti scheitert mit Arbeitsmarktreform

 

Das hat man nun von der blöden Demokratie: Wer viel fragt, bekommt viele Antworten! Die italienische Regierung ist mit ihrer geplanten Arbeitsmarktreform vorerst gescheitert. Die wichtigste italienische Gewerkschaft brach die entsprechenden Verhandlungen ab und verweigert sich vor allem dem Passus im Gesetzentwurf, der die Kündigungen (hire&fire) billiger machen sollte. Regierungschef Mario Monti zeigte sich enttäuscht. Er hat halt nicht genügend von seinem spanischen Regierungschef Mariano Rajoy gelernt, der erst gar nicht bereit war, mit den Gewerkschaften überhaupt nur zu reden, bevor er dem Land von heute auf morgen seine knallharte Arbeitsmarktreform überstülpte.

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Maischbergers Kniefall vor Carsten Maschmeyer

Der resigniert klingende Spiegel-Beitrag von Christoph Lütgert sagt praktisch alles, was zu diesem Thema gesagt werden muss. Sandra Maischberger hat sich journalistisch gestern selbst abgeschafft. In einer Sendung, die vollkommen unkritisch dazu geeignet war, Maschmeyer vom Schurken zum schuldlosen Edelmann zu befördern, verzichtete sie bewusst darauf, die Machenschaften des AWD-Gründers anzuprangern und den Drücker-König, der tausende von Menschen über den Tisch gezogen hat, zu entlarven.

Die Botschaft: Alles ist legitim, wenn jemand Geld scheffelt und genug Beziehungsgeflecht entwickelt. Oder wie Lütgert sagt: „Maschmeyer hat die Koordinaten so weit verschoben, dass ihm nicht nur die traditionell ergebene „Bild“-Zeitung und die „Bunte“, sondern nun auch wieder das öffentlich-rechtliche Fernsehen ihre Reverenz erweisen.“

Wenn Zorn Ihr Steckenpferd ist, sehen Sie Maischbergers gestrigen Kniefall hier: Klick.