Grass in zwei ungehaltenen Sätzen

ntgras

1. Grass hat gesagt, was unbedingt gesagt werden muss.

2. Es ist schon lange eine Unverschämtheit, im deutschen Sprachraum ständig bei solcher Thematik gleichzeitig betonen zu sollen und betonen zu müssen: „Nein, ich bin kein Antisemit“!

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27 Kommentare zu “Grass in zwei ungehaltenen Sätzen

  1. Hessenhenker sagt:

    Grass kriegt nur worum er selbst gebettelt hat.

    Bitburg.
    Da hob er doch den ewig mahnenden Zeigefinger, weil Mitterand und Kohl es wagten sich auf einem Soldatenfriedhof die Hände zu reichen.
    Weil da AUCH ein paar Soldaten der Waffen-SS unter der Erde lagen, drohte die Wiederaufstehung Adolfs.

    Und dann war er plötzlich ein „Adabei“ ?

  2. fischi sagt:

    Genau so ist es und die ganze geheuchelte Ablehnung von dem Thema ist nicht zu ertragen.

  3. Hessenhenker sagt:

    Obwohl ich mich seit Veröffentlichung seines „Gedichts“ mehrmals über ihn lustig gemacht habe, denn er hält sich wohl jetzt für Homer und den Verfasser der Durchführungsbestimmung zum selbstständigen Beginnen mit Schwimmbewegungen ab einer Wassertiefe von 1,70 Meter in einem,
    hat mich ein eventuell vorhandener Inhalt seiner Worte nicht erreicht.
    Ich sah nur Bla Bla Bla, 50 Jahre Bla Bla Bla, Heuchel und Nie wieder und Wehret den Anfängen.
    Wer ist denn der Anfang? Solche Leute wie er doch.
    Einer meiner alten Spieße beim Bund war ein alter Sozialdemokrat, den hatten sie auch zur Waffen-SS eingezogen. Dem hat das ein Leben lang gestunken, und wegen solcher Zeigefinger auf zwei Beinen wie dem heiligen Grass hatte er immer ganz schön was zu erklären. Aber ER hat es nicht verschwiegen! Dieser Mann las täglich eine dreiviertel Stunde auf dem Klo die BILD-Zeitung, „sich bilden“, aber Charakter hat er gehabt.
    Grass liest auf dem Klo mutmaßlich seine eigenen Gedichte.

  4. Hessenhenker sagt:

    Und niemals könnte ich mir vorstellen, daß Günter Grass sich aus Protest oder „zum Aufrütteln“ vor dem Bundestag erschießt.
    Da kann er ja hinterher in den Tagesthemen nicht mehr Stellung nehmen.

    • uhupardo sagt:

      Wer von den intellektuellen Schreiberlingen mischt sich denn noch ein in Deutschland? Namen, bitte.

      Es braucht mehr Leute wie Grass, nicht etwa weniger. Ob mir die Meinung oder Behandlungsweise immer passt, ist vollkommen zweitrangig. Aber wo sind sei denn – ausser Grass?

      • Hessenhenker sagt:

        Wer will in so einem Land schon noch intellektuell werden?
        Schreiberlinge träumen höchstens davon mal eine Folge „Sturm der Liebe“ abliefern zu dürfen,
        Köpfe die mal über die Grasnarbe herausschauen werden gleich weggemäht.

        Sogar ich werde erst intellektuell, sobald ich eine neue Sprache gelernt habe und ausgewandert bin.

  5. Roggenmuhme sagt:

    Die Sache mit dem G.G. ist in Wirklichkeit ganz anders gelaufen. Der Günter Grass hatte reinrassige kaschubische Vorfahren. Das kann man noch heute ganz deutlich an seiner Körperhaltung erkennen. Als Jugendlicher sah der nackisch wie eine wackelige Schießbudenfigur aus. Nun hatte er sich in eine BDM-Führerin verguckt, die von feinstem nordischen Blut war, und die ließ G.G. nur spöttisch abblitzen. Aber da wurde unser Kaschubenbub erst richtig heiß und beschloß, die Germania unter allen Umständen heiraten zu wollen. Deshalb hat er sich im Warschauer Ghetto eine neue Idendität verschafft und dem Gauleiter von Westpreußen, zu dessen späteren Sicherheit einen Fluchtweg über Schweden nach Paraquay verraten. Dadurch konnte G.G das strenge Aufnahmeverfahren in die Waffen-SS umgehen. Nun trug unser Nobelmeister zwar den begehrten „Schwarzen Rock“, aber zu seiner Angebeteten konnte er nicht, weil man in der Grundausbildung bei der SS keinen Urlaub bekam! Also schrieb er Liebesbriefe. Aber die BDM-Maid schickte alle ungeöffnet zurück. Doch G.G sammelte sie und schickte sie weiter an eine katholische polnische Fremdarbeiterin, welche in Hamburg in einer Bücherei arbeitete. Diese Briefe wurden später zum Grundstock für die ganze G.G.-Schundliteratur. Natürlich bekam unser Günter dann doch Ausgang und fuhr schnurstraks zu seiner Liebe. Als die ihn erblickte in der SS-Uniform, da wußte sie sofort, daß der Krieg verloren war und meldete sich zur Sonderverwendung freiwillig an die Ostfront. Dabei wurde sie von russischen Soldaten und polnischen Kriminellen am 16.02.1945 in Scheidemühl zusammen mit dreihundert anderen BDM-Mädels massakriert. Für unseren Günter brach damit eine Welt zusammen! Und die SS-Uniform war für ihn jetzt total sinnlos! Daher beschloß er, den Eintritt in die Waffen-SS nachträglich von Anfang an als ungültig zu erklären! Genau so ist es gelaufen und nicht anders!

  6. Czerulf sagt:

    Günter Grass ist sicher ein streitbarer Zeitgenosse. Auch seine Werke kann man kritisch sehen. Aber was sich zur Zeit in den Medien abspielt, scheint mir doch eher eine Abrechnung mit der Person Günter Grass zu sein, der man auf der ‚Zielgeraden‘ noch einmal Einen mitgeben will. Um die Sache geht es nicht mehr. Unwürdig und beschämend.

  7. Roggenmuhme sagt:

    NACHTRAG:

    Der Streit eines Kaschuben mit seinem Biograf: Günter Grass klagt wegen des Waffen-SS-Vorwurfs. Der Streit zwischen Günter Grass und seinem Biografen hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der Literaturnobelpreisträger geht jetzt vor Gericht, um sich gegen die Behauptung zu wehren, er sei freiwillig zur Waffen-SS gegangen. Grass versichert an Eides statt, er habe sich lediglich zur Wehrmacht gemeldet.

    Quelle:http://www.welt.de/kultur/article139…-Vorwurfs.html

    Immerhin spricht es für die Vaterlandsliebe des Nobelgrass, daß er sich als 15 jähriger Ende 1944 noch freiwillig gemeldet hat. Aber auch das ging nicht ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten; denn man wurde erst automatisch eingezogen, nachdem man 18 Jahre alt war. Das betrifft ausdrücklich nicht die Flackhelfer, das waren nämlich keine reguläre Soldaten, sondern die hatten mehr den Status eines Feuerwehrmannes. Wer würde sich denn heute freiwillig als 15 jähriger zum Kriegseinsatz melden? Was meint Ihr?

    • uhupardo sagt:

      Mindestens in diesem Blog könnte es um den Inhalt dessen gehen, was Günter Grass gerade von sich gegeben hat, wenn schon sonst rundherum mediales Grass-Bashing dieses Gespräch verhindert. Der Artikel war zumindest dazu gedacht.

  8. Don Furioso sagt:

    Grass hat zwei Themen miteinander vermischt, die nicht zusammengehören. Wenn er etwas über Netanyahus Politik sagen will, über den Irrsinn eines „Präventivschlags“, über die Heuchelei des Westens und der politischen Rechten, dann soll er es sagen, Punkt. Wir leben in einer Demokratie, niemand wird ihn dafür aufhängen. Was mir übel aufstößt, sind die kleinen sprachlichen Tricks (wenn er von „Fußnote der Geschichte“ spricht, oder seine „Herkunft“ beklagt), mit denen er versucht, sich auf die gleiche Stufe zu setzen, wie die Opfer des Holocaust. Was mir immernoch übel aufstößt, ist das er immernoch den Zeigefinger erhebt, nachdem er jahrzehntelang seine SS Vergangenheit verschwieg. Auch das ist Heuchelei. Ja, er war jung, und jung war auch Sophie Scholl. Bescheidenheit hätte ihm und anderen gutgetan. Gerade weil Grass einen Kult um ihn herum zugelassen hat, muss er auch Kritik an seiner Person hinnehmen. Er hätte einen wertvollen Beitrag zu diesem bedrohlichen Thema Krieg leisten können, aber er hat es vermasselt. Ich wünsche dem Mann einen ruhigen Lebesabend.

  9. Fazit aus der bisherigen Diskussion: die literarische Persiflage auf Grass ist ebenso nervig zu lesen wie das Original, dass Hessenhenker eine lange konfliktbehaftete Fixierung auf Grass hat, wissen wir jetzt auch….. der Einzige der in sich mit dem Thema differenziert auseinander zu setzen vermag, ist Don Furioso. Danke, dieser Kommentar schafft es, eine durchaus berechtigte Kritik an der Form zu üben, ohne deswegen den Inhalt von Grass‘ Gedicht kategorisch als empörend abzustempeln.

  10. Roggenmuhme sagt:

    Ludwig Erhard seelig nannte den Herrn mal einen Pinscher. Und damit hat er den Autor eigentlich treffend charakterisiert. Seinen ihn alimentierenden Gönnern gegenüber war hündisch: „Wes Brot ich eß, des Lied ich sing!“ Und alle die von ihm etwas Näheres zur eigenen Biographie wissen wollten, die kläffte er an. Er war und bleibt ein geistige umerzogenes Besatzungskind, welches wohl nie mehr erwachsen wird. Ich traue ihm zu, daß er seine Zeilen bezüglich Israel nur geschrieben hat, weil er sich im hohen Alter noch mal wichtig und vor allem auch noch mal Kasse machen will. Zu den wahren Problemen seines Nachkriegsdeutschland, da hat er jedenfalls nie sein Maul aufgemacht!

  11. WsdV-Blog sagt:

    Einfach sagen, was gesagt werden muss! Wo kommen wir denn hin, wenn wir ausgesprochene Gedanken verbieten? Orwell…schöne neue Welt…oder doch noch schlimmer?

    Seit dankbar dafür, dass wir noch die Möglichkeit habe kritische Dinge überhaupt zu erfahren. Das ist nicht selbstverständlich. Wer jetzt nicht rennt, der hat’s verpennt!

    Wie immer, hat jeder Mensch seine eigene Wahrheit. Die wohl durch das System bei vielen maßgeblich beeinflusst wurde. Natürlich beeinflusst uns alles, aber das ist auch gut so. Wenn man nun aber nur eine Richtung vorgibt und noch nicht mal mehr ahnt, dass es andere geben kann, dann wird es sehr gefährlich.

    Also, in dem Sinne immer schön raus mit den Gedanken, auch wenn es nicht jedem passt. Nur so sind die Gedanken frei, bleiben sie in euren Köpfen, so sind sie gefangen. 😉

  12. Zu behaupten, Grass hätte gesagt, was unbedingt gesagt werden müsse ist genau unsinnig wie der Hinweis, dass die Körperhaltung von Grass auf seiner reinrassigen kaschubischen Herkunft herrührt (klingt sehr nach NS-Rassenwahn, Überlegenheit der Germanischen Rasse).
    C.H.

  13. birkental sagt:

    Die Reaktionen in Artikeln und Kommentaren- national wie international- zeigen, dass Grass‘ Gedicht bewegt. Es polarisiert politisch, ethisch, literarisch. Die Wellen der Verunglimpfungen gehen hoch. Wahrhaftig: das Schweigen zu brechen kann Dämme niederreissen und unerwartete Verwüstungen anrichten. Auch literarischen Selbstmord.
    Neben der einseitigen Beurteilung der Bedrohungslage lese ich das Pamphlet als das eines Menschen, dessen Gewissen ihn treibt, Stellung zu nehmen. Stellung zu Kriegsunterstützungen seines eignen Landes. Stellung zur Mitverantwortung einer zuschauenden Mehrheit. Stellung zu historischen Fesseln unsres Geistes.
    Ich bin keine Freundin Grassens früherer Werke. Doch bin ich aufgewühlt durch die öffentliche Frage: Warum schweige ich?
    Zumindest dieser Frage werden wir uns alle stellen müssen. Seien wir gnädig mit unsern Antworten.

    • Seien wir gnädig mit unsern Antworten.
      Nein. Hören wir endlich auf, zu schweigen.

      • uhupardo sagt:

        These: „Doch bin ich aufgewühlt durch die öffentliche Frage: Warum schweige ich? Zumindest dieser Frage werden wir uns alle stellen müssen. Seien wir gnädig mit unsern Antworten.“

        Antithese: „Nein. Hören wir endlich auf, zu schweigen.“

        Synthese: Beides, oder?! Einerseits nicht mehr schweigen, andererseits gnädig mit den Antworten.
        Nicht mehr schweigen einem abgehalfterten System gegenüber, protestieren und aufrütteln wollen.
        Gnädig mit den Antworten gegenüber all denjenigen, die zwar schon genau wissen, dass es so nicht weitergehen kann; jedoch einen anderen Alternativ-Weg vorschlagen, als den, der mir vorschwebt.

      • Absolut einverstanden.

  14. uhupardo sagt:

    http://www.netzticker.com/allgemein/grass-wurde-israel-gedicht-jetzt-anders-fassen/121219
    … – Der Mann, der – so Grass – Israel zur Zeit am meisten schade, sei dessen Premier “Netanjahu – und das hätte ich in das Gedicht noch hineinbringen sollen.” Zu der massiven Kritik an seiner Person meinte Grass, diese treffe ihn nicht besonders: “Ich war immer gewohnt, dass meine Werke, große und kleine, auf heftige Kritik stoßen.” Dennoch sei er enttäuscht darüber, dass “der kränkende und pauschale Vorwurf des Antisemitismus” gegen ihn erhoben worden sei. Nicht er, Grass, sei ein Friedensstörer, sondern die derzeitige Regierung in Israel, die mit “dem Iran und der Vermutung, dass dort eine Atombombe gebaut wird, einen Popanz” aufbauen würde. Er hoffe aber, dass sich die Debatte mit einem gewissen Abstand versachliche und dann über die Inhalte seines Gedichtes diskutiert würde. …

  15. uhupardo sagt:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826163,00.html

    Es musste gesagt werden

    Ein Debattenbeitrag von Jakob Augstein

    Mit seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ liegt Günter Grass richtig: Er holt Deutschland aus dem Schatten der Worte von Kanzlerin Merkel, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen „Staatsräson“. Und der Schriftsteller kritisiert zu Recht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt.

    Ein großes Gedicht ist das nicht. Und eine brillante politische Analyse ist es auch nicht. Aber die knappen Zeilen, die Günter Grass unter der Überschrift „Was gesagt werden muss“ veröffentlicht hat, werden einmal zu seinen wirkmächtigsten Worten zählen. Sie bezeichnen eine Zäsur. Es ist dieser eine Satz, hinter den wir künftig nicht mehr zurückkommen: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden.“ Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen. Ein überfälliges Gespräch hat begonnen. ….

  16. Hessenhenker sagt:

    Grass ist also Jesus, „er hat es für uns alle auf sich genommen“.
    Diesen Satz für uns alle auszusprechen?
    Für mich nicht, und für all die denen jahrelang mit der Nazikeule in der Grassrepublik aufs Maul gehauen wurde wenn sie in die heute von Grass eingeschlagene Richtung dachten, sicher auch nicht. Da hieß es immer „gerade wir“ als Deutsche.
    Ich aber nicht! Gerade ich nicht, und auch ungerade ich nicht.
    Ich brauche keinen Vordenker, keinen Führer und keine „moralische Instanz“ Grass.

  17. fischi sagt:

    Leider sind Übersetzer in diesem System auch käuflich.
    Das war ja nicht der erste Fall und ist auch ein Mittel der Propaganda.
    Und zwar ein ganz fieses.
    Von Reich-Ranicki hab ich auch nichts anderes erwartet, auch son Heuchler.

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