Merkel droht mit „Wachstums-Agenda“

Auf dem grossen Kreuzfahrtschiff der EU steht Deutschland in seiner Luxuskabine am Bug und trinkt Champagner. Besonders gut ist die Aussicht übers Meer heute, weil der Bug ungewöhnlich hoch liegt. Das wiederum liegt daran, dass das Heck bereits abgesoffen ist. An der Bugwand des Luxusliners steht in riesigen roten Lettern „Titanic“. Angela scheint jetzt etwas gemerkelt zu haben, denn Europas oberste Spar-Domina schiebt ihrem „unverhandelbaren Fiskalpakt“ nun eine „Wachstums-Agenda“ nach, die sie im Juni von ihren Kollegen absegnen lassen will.

In einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung sagt sie auf die Frage „Also keine zusätzlichen Wachstumsimpulse?“:

– Zitat –
Die stehen in der EU schon seit letztem Jahr auf der Tagesordnung. Mehrere Europäische Räte haben sich bereits sehr konkret damit beschäftigt, für den Juni-Rat bereiten wir eine Wachstums-Agenda vor. Schon heute können zum Beispiel Länder die Strukturfonds flexibler nutzen, um mittelständischen Unternehmen zu helfen. Unsere Politik zur Überwindung der Staatsschuldenkrise beruht auf zwei Säulen: zum einen auf einer soliden Finanzpolitik, ohne die es keine Befreiung aus der Schuldenkrise geben wird, die allein aber nicht ausreicht. Deshalb muss daneben zum zweiten auch eine Politik stehen, die Wachstum und Beschäftigung fördert, die die Staaten wieder wettbewerbsfähig macht, aber nicht wieder ein Wachstum auf Pump. Neue staatliche Konjunkturprogramme würden Europa nicht helfen. Was wir brauchen, sind Strukturreformen. Wir müssen die Hemmnisse für eine gute wirtschaftliche Entwicklung abbauen. Wir in Deutschland haben doch selbst erfahren, wie wirksam durchgreifende Arbeitsmarktreformen für echtes, nachhaltiges Wachstum sind. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir die Möglichkeiten der Europäischen Investitionsbank noch verstärken.
– Zitatende –

Millionen prekäre Arbeitsverhältnisse zu schaffen sind also wichtig für echtes, nachhaltiges Wachstum. Deutschland hat es vorgemacht, jetzt werden alle anderen gezwungen, diesen Schritt nachzuvollziehen. Doch die „Strukturreformen“, die Griechenland schon ins Elend gestürzt haben, und das in Spanien, Portugal und Irland (merke: Irland liegt nicht im Süden Europas!) gerade auch bewerkstelligen, schaffen kein Wachstum. Auch keine Jobs, wie Mariano Rajoy gerade aufgefallen ist, bevor er kundtat, dass „in dieser Legislaturperiode 500.000 Arbeitsplätze verlorengehen werden“ nach seiner drastischen Arbeitsmarktreform.

Angela Merkel beginnt zu begreifen, wenn auch langsam, dass Deutschlands Stern sinken muss, wenn überall rundherum die Kunden wegbrechen für die exorbitanten deutschen Exporte. Sie hat angefangen zu verstehen, dass die Luxuskabine am Bug die Rechnung für die gesamte Havarie zahlen wird, wenn die Musterschüler unter den EU-Regierungschefs weiterhin brav mithelfen, ein Land nach dem anderen kaputtzusparen. Denn ob die EZB sackweise Staatsanleihen von Spanien oder Italien kaufen muss – Länder, deren Wirtschaft zu gross ist, um „gerettet“ werden zu können – oder ob, wie zu vermuten ist, dass die Bundeskanzlerin am Ende den Euro-Bonds doch zustimmen muss: In beiden Fällen wird Deutschland die Rechnung für alle zahlen, so oder so.

Deswegen will Merkel jetzt die „Wachstums-Agenda“ im Juni durchbringen. Aber ohne auf die Kaputtsparerei – pardon Strukturreformen – zu verzichten.  Also Wachstumsprogramme und knallharter Sparkurs gleichzeitig.  Die Quadratur des Kreises.  Sie wird wissen, wovon sie redet – wie immer. Wahrscheinlich ist es schon der erste „Hollande-Effekt“, der sich in Berlin bemerkbar macht.

Advertisements

49 Kommentare zu “Merkel droht mit „Wachstums-Agenda“

  1. almabu sagt:

    Natürlich ist das ein zur Entlastung eröffneter Nebenkriegsschauplatz! Merkels Wachstumsinitiative wird sehr tief ansetzen, bei komatösen Volkswirtschaften sozusagen, hauptsache ist doch, sie hat ihren Kritikern zumindest theoretisch etwas vorzuweisen…

  2. almabu sagt:

    Das denke ich tatsächlich! Merkel muss Druck ablassen und Themen besetzen, das ist alles!

    • Sehe ich genauso.
      Darum kamen auch die „Piraten“ genau zur rechten Zeit, ne?
      Was ist das überhaupt für ein Verein, der sich „Piraten“ nennt? Ich habe, ehrlich gesagt, mit Piraterie – egal welcher Art – nichts am Hut! Wen oder was wollen sie denn „kapern“? Den Rest an „Demokrtie“, den Merkel & Co. noch übrig gelassen haben? Denkt mal bitte auch an die Gerichtsbarkeit der Piraten (im ursprünglichen Sinne). Wer nicht spurt, der wird ’n Kopf kürzer gemacht! Wie kann sich eine Partei, die angetreten ist, Menschlichkeit zu propagieren, „Piraten“ nennen? Der Name ist Programm! Und keiner merk(el)t’s?

      Wem unsere allseits beliebte Madame dient, hat sie doch hinreichend nachgewiesen. Und das ist weder der Mittelstand noch die Wirtschaft irgend welcher Länder, auch nicht die Deutschlands, nebenbei bemerkt. Die ist nämlich auch „fertig mit der Welt“, auch wenn es nach außen hübsch kaschiert wird und die „Armen“ in Hartz-IV, staatlicher Überwachung und Bevormundung ohne Gleichen versteckt sind.

  3. fischi sagt:

    Wachstum ist doch neben dem Geld die nächste entscheidende Lüge der Kapitalisten.
    Ich bezeichne Wachstum das Waren hergestellt werden und damit immer mehr Profit gemacht wird.
    Deutschland stellt viele schöne Sachen her und verkauft sie gegen Luftgeld.
    Da weis doch keiner ob das je bezahlt wird.
    Ist sowas Wachstum, nein ist blos Selbstbeweihräucherung.
    Ich glaube das ganze sogenannte Wachstum von Deutschland kommt von dem vielen eingespartem Geld bei der Refinanzierung der Staatsanleien.
    Das günstige Geld hat schon etliche Millarden an Finanzierungskosten eingespart.
    Ich habe mal gelesen ca. 40-70.
    Ohne dem Geld sähe die Wirtschaft ganz anders aus.
    Deutschland hat bestimmt keinen Grund was gegen die jetzigen Zustände in Europa zu unternehmen, ganz im Gegenteil, da wird geschürt, wird verzögert und alles unternommen das sich an dem Zustand nichts ändert.

    Den jetzt abgesetzten Ex-Chef der Piraten hatte ich mal in einer Talkshow gesehen, das war Niveu
    Westerwelle.
    Aber ihren Zweck erfüllen sie doch, die haben vor allem den Linken die Wähler abspenstig gemacht.
    Die sind genauso links wie unsere Einheitspartei.

  4. almabu sagt:

    @ Solveigh Calderin:

    Zum neuen Piraten-Vorsitzenden:

    „…Schlömer ist verbeamteter Regierungsdirektor, „mir kann beruflich nichts passieren“, sagt er und lächelt…“ (Zitiert aus SPON)

    Damit sind die Piraten enthauptet, basta!

  5. Sven Boernsen sagt:

    Ludwig Erhard, erster Wirtschaftsminister und späterer Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland setzte wissenschaftliche Erkenntnisse mit Sturheit und Kompromisslosigkeit in politische Realität um, zum Wohle seines Landes, zum Wohle seiner Mitbürger und seiner Wähler. Ein echter Patriot!

    Angela Merkel, die jetzige deutsche Bundeskanzlerin setzt ebenfalls wissenschaftliche Erkenntnisse mit Sturheit und Kompromisslosigkeit in politische Realität um. Im Gegensatz zu Professor Ludwig Erhard aber nicht zum Wohle unseres Landes und schon gar nicht zum Wohle unserer griechischen, spanischen und aller anderen europäischen Freunde. Frau Merkel scheint im Gegensatz zu Erhard keine Patriotin zu sein. Ich habe auch nie gehört, dass sie solches für sich proklamiert.

    Ein Patriot ist jemand, der seine Heimat (also Deutschland und Europa) liebt und sich für seine Heimat einsetzt.

    Der deutsche Wähler und jeder europäische Bürger müssen sich wohl die bedeutsame Frage stellen: Für wen oder für was steht Frau Merkel? Für wen setzt sie sich denn eigentlich ein?

    • uhupardo sagt:

      Ich will dem gar nicht widersprechen, nur einen Aspekt etwas anders formulieren, das allerdings ist mir wichtig: Wer sich für seinen geographischen Standort und sein Umfeld aktiv einsetzt, tut das, was er unbedingt tun sollte, was seiner Verantwortung entspricht. „Patrioten“ braucht es nicht.

      • Sven Boernsen sagt:

        Patrioten, die sich und ihre Heimat über andere stellen, braucht es nicht. Heimatverbundenheit, Familiensinn, Freundschaften, Kulturverbundenheit sind für jeden Menschen etwas ganz besonders Wichtiges.

        So tun mir die vielen in Hartz IV gestrandeten Immigranten aus aller Welt zunächst einmal sehr leid. Denn alles das wird Ihnen in sehr kurzer Zeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verloren gehen.

        Bitte unterscheiden Sie zwischen dem primitiven Patriotismus aus übersteigertem Nationalismus und einem natürlichen Patriotismus, den fast jeder Südeuropäer – völlig zu Recht – für sich und sein Land propagiert.

        • uhupardo sagt:

          Wir sind uns in der Bedeutung offensichtlich einig. Deswegen verstehe ich gar nicht, warum es den -ismus braucht, der ständig (und unbedingt!) die abgrenzende Definition braucht, die sie in Ihrem letzten Satz erwähnen. Meine Definition kam ohne jeden -ismus aus.

    • Interessieren würde mich, welche wissenschaftliche Erkenntnisse denn jeweils durchgesetzt werden/wurden!

      Nachsatz: dass wirtschaftswissenschaftliche Weisheiten keine Naturgesetze sondern Glaubenssätze sind, hat die momentane Wirtschaftskrise wohl eindeutig gezeigt.

      • Sven Boernsen sagt:

        Gerne antworte ich: Erhard wurde noch zu Kriegszeiten von Männern der deutschen Industrie (Karl Guth, Phillipp Reemtsma, Wilhelm Zangen usw.) beauftragt sich über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands nach dem Krieg auseinanderzusetzen. Seine Auftraggeber waren nun keinesfalls die großen Männer des Widerstands, nein sie waren jeder für sich mit dem Regime Hitlers verbunden. Kein Zweifel in diesem Punkt!

        Entscheidend waren die Erkenntnisse. Diese sind bspw. in dem 1946 erschienen Buch „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ von Alfred Müller-Armack erkennbar nachzulesen. Hier wurde auch erstmals der Begriff Soziale Marktwirtschaft erwähnt. Das bekannteste Werk Ludwig Erhards „Wohlstand Für Alle“ ist ebenfalls noch im Buchhandel erhältlich. Das im Einzelnen hier widerzugeben, würde den Rahmen wohl sprengen.

        Erhards persönliche Leistung sehe ich primär darin, dass er sich letztendlich in wesentlichen Punkten von seinen Auftraggebern losgeschwommen hat und eine Wirtschaftspolitik zum Wohle seiner Mitmenschen gestaltet hat. Darüber ist wenig zu lesen, Erhard war nach meiner Erkenntnis nicht der große Theoretiker, er war der Mann der Tat: So hat er sich vehement gegen die wieder erstarkende Kartellierung der Wirtschaft gewendet. Er hat die Gefahren der Inflation beschrieben und bekämpft. Und, was ich besonders wichtig finde, er hat seine Ziele formuliert. Ich zitiere sinngemäß (es ist immerhin fast 24:00 Uhr): „Mir wurde seinerzeit immer wieder gesagt, ich solle die Armut verwalten. Ich habe darauf geantwortet, einen Teufel werde ich tun. Ich werde die Armut nicht verwalten, ich werde alles daran setzen, sie abzuschaffen.“ Wenn Sie sich bspw.Filme über Erhard auf youtube ansehen, werden Sie erkennen, welche positive Emotionalität Erhard und seine Wähler verbanden. Achten Sie bitte auch auf das Emotionale. Das nenne ich Patriotismus im besten Sinne! Das ist etwas Positives und nichts negatives. Bliebe zu erwähnen, dass E. auch weltweit ein gern gesehener und hochgeachteter Mann war. Ganz besonders in den armen Ländern. E. hatte eine echte Botschaft.

        Und jetzt nehmen Sie unseren alternativlosen Hosenanzug und vergleichen Sie selbst. Welche Botschaft hat der Hosenazug. Soziale Marktwirtschaft als leere Worthülse, alternativlose Rettungsschirme?

    • Wem diente der ach so patriotische Herr Erhard samt der ins Amt gehobenen ersten Regierung dieser so genannten „Bundesrepublik Deutschland“?
      Er war einfach nur der erste Schritt dahin, was Madame Merkel nun zur „Vollendung“ bringen soll.
      Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass dies nicht gelingt!

      • Sven Boernsen sagt:

        Liebe Solveigh Calderin. So dachte ich auch einmal. Obiger Kommentar von mir ist auch als Antwort an Sie gedacht. Wenn Sie Erhard mit Merkel auf eine Stufe stellen, dann tuen Sie diesem Mann schwer Unrecht. Erhard war nicht der Mann mit der weißen Weste – sicher nicht. Er war der Mann, der im richtigen Moment sich für die richtige Sache entschied.

        Erhards selbst sprach in einem anderen Zusammenhang sinngemäß so und zitierte aus dem m.E. besten Buch dieser Welt: „Im Himmel ist mehr Freude über einen einzigen reuigen Sünder, denn über tausend Gerechte!“

        Kleiner Lesetipp: http://www.ihreleseprobe.de

        • uhupardo sagt:

          Ich muss Sven zangsläufig recht geben in der Summe dessen, was er über Erhard sagt, sehe aber den Unterschied nicht so sehr im Vergleich Erhard – Merkel sondern in den unterschiedlichen Epochen. Ob Erhard oder Schiller oder Brandt – egal wen ich aus diesen Zeiten greife und mit den heutigen blassbleichen Werteverweigerern vergleiche, alle sehen aus wie Denkmäler im Vergleich zu dem, was uns heute umgibt.

      • richtig!! ein loblied auf herrn erhard halte ich auch für reichlich naiv.
        mit minilöhnen konnte in einem zerstörten deutschland jeder einen aufschwung praktizieren. und daß man nach dem verlorenen krieg schnurstracks die alten eliten wieder an die macht brachte, führte zu verfolgung der linken, kapitalismus und nun wieder faschismus.

      • @Sven Boernsen – ich vergleiche Erhard und Merkel nur in sofern als ich sie eine Linie nicht auf eine Stufe stelle.
        Beide dienten den selben Herren. Beide taten das ihrer Zeit entsprechend.
        Nach dem Krieg im zerstörten Deutschland wäre es wohl schwer möglich gewesen, die Politik der Frau Merkel durchzusetzen.
        Da gebe ich dem provinzbewohner recht.

        Und @uhupardo auch die anderen Politiker waren in ihrer Summe lediglich die Wegbereiter der Politik von heute.

        Ich wiederhole, obwohl ich weiß, dass Du das nicht gerne hörst. Aber vielleicht schaust Du mal mit offenen Augen in die Vergangenheit zurück.
        Der Abbau des Sozialstaates in ganz Europa (!!) erfolgte seit 1990 – mit dem Ende des sozialistischen Systems (das natürlich kein Sozialismus war, da sind wir uns einig und das brauchen wir nicht zu diskutieren). Und das regelrechte plattmachen, die völlige Deindustrialisierung der ehemaligen DDR war der Probelauf für das, was dem Rest Europas bevorsteht und Europa jetzt en praxi erlebt.

        Seit ich weiß, dass im 4 + 1 Vertrag steht, dass Russland seine Truppen aus seiner Besatzungszone nur unter der Bedingung abzieht, dass dort keine Truppen (= Militärbasen) oder Kriegsmaterial, egal welcher Art, der Westalliierten stationiert werden dürfen, sonst würde Russland sofort an seine Plätze zurück kehren, ist mir diese völlige De-Industrialisierung des Ostens (neben dem Eliminieren lästiger Konkurrenz) auch völlig klar! Wer wird investieren, wenn
        a) bei Bruch des Vertrages (der scheint also bereits einkalkuliert?) alles an die Russen fällt? und
        b) dieses Gebiet „Pufferzone“ im Falle eines Krieges ist (der scheint bereits damals einkalkuliert?)?

        Ich verweise in diesem Zusammenhang noch einmal auf den Link, den ich hier gepostet habe, der die praktische Kriegsvorbereitung in Richtung Osten = Russland offenbart.

        Wir wollen in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass es keinen Friedensvertrag mit Deutschland (BRD = Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 = verstehe das Ziel der BRD von Anfang an!), sondern lediglich einen Waffenstillstandsvertrag gibt, der natürlich jederzeit gebrochen werden kann!

        Und natürlich haben alle vorherigen Politiker der BRD in diesem Sinne gehandelt: Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937. Erst dann ist über einen Friedensvertrag verhandelbar. Darum ist auch heute noch jeder Deutsche und dessen Nachkommen, die auf dem Gebiet des Deutschen Reiches von 1937 lebt (oder geboren wird) automatisch deutscher Staatsangehöriger (merke: das selbe Vokabular wie im 3. Reich und kein Staatsbürger, der ja unveräußerliche Bürgerrechte hat!).
        Als ich das im GG las, bin ich beinahe umgefallen, ob dieses revanchistischen Anspruchs – und mir ist es wie Schuppen von den Augen gefallen im Verständnis der Politik der BRD seit 1945!

  6. almabu sagt:

    „Für wen oder für was steht Frau Merkel? Für wen setzt sie sich denn eigentlich ein?“

    Bekannt ist zumindest, dass sie sich laut ihrer Rede in der Knesset für den Staat Israel einsetzt und dies als deutsche Staatsräson bezeichnet hat. Ob zu dieser aber noch mehr gehört und was dies genau sein könnte, darüber schweigt sich Frau Merkel bisher beharrlich aus…

    • Richtig. Aber geschwiegen wird nur öffentlich.
      Statt dessen wird gehandelt und das ist natürlich in keinem der westlichen „öffentlichen Medien“ zu lesen:

      http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2012/02/03/us-truppen-gehen-nach-israel-israelische-soldaten-nach-deutschland/

      • almabu sagt:

        Danke, ich kenne die Nachricht! Habe selbst darüber gschrieben. Glaube mich zu erinnern, dass diese Großübung aber letztlich nicht stattgefunden hat? Ich meine, die sei seinerzeit mit einer nachvollziehbaren Begründung abgesagt worden…
        Die Stationierung von Türkischen und israelischen Stabsoffizieren in Stuttgart bzw. Geilenkirchen(?) wird technisch mit dem Raketenabwehrschirm begründet. Es kann uns trotzdem nicht egal sein, immer tiefer und systematischer in die Kriege der USA hineingezogen zu werden…

      • Ich kann solchen Nachrichten keinen Glauben schenken, wenn ich die weitere praktische und verbale (= psychische = Propaganda) Kriegsvorbereitung gegen Syrien und den Iran sehe.
        Vielleicht habe sie es sich im Moment verkniffen, weil sie erst Syrien „zu Fall“ bringen müssen. Der Luftraum über Syrien wird benötigt, um Iran angreifen zu können.
        Und vielleicht zögern sie noch, weil Russland und China…

        Ich wünsche mir sehr, dass sie ihre Pläne aufgeben, weil das Risiko zu hoch ist. Und ich befürchte, dass sie es nicht tun.
        Sie sind toll und sie sind wahnsinnig. Sie folgen nicht mehr der Logik, sondern nur noch ihren irren Plänen.

  7. Sven Boernsen sagt:

    Uhupardo: „Ich muss Sven zangsläufig recht geben in der Summe dessen, was er über Erhard sagt, sehe aber den Unterschied nicht so sehr im Vergleich Erhard – Merkel sondern in den unterschiedlichen Epochen. Ob Erhard oder Schiller oder Brandt – egal wen ich aus diesen Zeiten greife und mit den heutigen blassbleichen Werteverweigerern vergleiche, alle sehen aus wie Denkmäler im Vergleich zu dem, was uns heute umgibt.“

    Uhupardo, das ist richtig, ich möchte es aber ergänzen. Ich behaupte: Erhard war derjenige, der diese Epoche einleitete!

    Ohne ihn wären wir mindestens 10 bis 20 Jahre früher da gewesen, wo wir heute sind. Mit der von den Amerikanern initiierten Währungsreform 1948 gab Erhard – gleichzeitig! – die Preise frei und setzte das so genannte „Schaufensterwunder“ in Gang. Tags darauf wurde er zu dem ameriknischen Miltärgoverneur Clay gerufen. Clay warf E. vor, seine (also Clays) Vorschriften abgewandelt zu haben. Erhards Antwort: Er habe die Vorschriften nicht abgewandelt, er habe sie abgeschafft.

    Das nenne ich Zivilcourage! Und durch diese Zivilcourage und durch sein Wissen als Wirtschaftfachmann hat Erhard die Epoche der Sozialen Marktwirtschaft eingeleitet. Es ist ein Faktum, welches in den heutigen Meidien nicht mehr erwähnt wird. Wie vieles andere auch.

    Nach zweifellos mehreren politischen Fehlern und nachdem Wirtschaftsminister Professor Karl Schiller (SPD) das Handtuch geworfen hatte, erkannte Erhard nur zu genau, wohin der Zug fahren würde. Aber es war es zu spät. Unter Wirtschaftsminister Schmidt lief der Zug dann auch ganz schnell in diese andere Richtung. Das von Erhard gemeinsam mit Alfred Müller-Armack herausgegebene Buch „Soziale Marktwirtschaft – Manifest 1972“ zeigt auf, wie Soziale Marktwirtschaft europaweit umzusetzen wäre. Aber auch die Gefahren der europäischen Zentralisierung und Bürokratisierung hat E. schon damals genau erkannt und beschrieben. Dieses Buch können Sie – wie nicht anders zu erwarten – nur noch im Antiquariat erwerben. Aus dem Inhaltsverzeichnis:

    VII: Die Soziale Marktwirtschaft als internationales Modell

    Die Soziale Marktwirtschaft als weltoffenes Modell

    Die Sozioale Marktwirtschaft als Modell für den gemeinsamen Europäischen Markt

    Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft ist auch für Entwicklungsländer brauchbar

    Zusammenfassend: Wer sich mit Ludwig Erhard und dem Wirtschaftsmodell der Sozialen Marktwirtschaft auseinandersetzt, der wird schnell erkennen, dass es eine eine Wachstumsagenda a`la Madame Merkel mit Erhard niemals gegeben hätte.

    Und liebe(r) Uhupardo, ich möchte noch etwas anfügen: Diese Epoche wurde von Erhard ausgelöst! Erhard war der Mann, der die Soziale Marktwirtschaft gegen eine amerikanische Militärregierung und auch gegen innere Widerstände durchsetzte. Merkel dagegen ist die Frau, die europäische Rettungsschirme, ungewünschte Sparprogramme, Überwachungsgesetzte etc. gegen die deutsche und auch gegen die europäische Bevölkerung durchsetzt. Das ist ein Unterschied, den es zu erkennen gilt. Und wenn wir uns mit unserer heutigen Situation beschäftigen, dann stellen wir fest, dass Erhard uns ein gewaltiges Erbe hinterlassen hat: Erhard hat den Deutschen, den Europäern, der ganzen Welt gezeigt, wie aus schwierigsten Bedingungen, gute Wirtschaftspolitik zu machen ist. Er hat nicht nur darüber geschrieben, er hat es in der Praxis vorgemacht.

    Wenn ich obigen Artikel lese, soll jetzt eine Wachstumsagenda aufgelegt werden. Das Geld dazu wird – die Prognose wage ich – aus dem unergründlichen Nirwana der EZB geschöpft werden. Alle Europäer, vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten, werden dadurch wieder etwas ärmer gemacht. Und gespannt darf man höchstens noch darauf sein, für welche politische Schandtat unsere Arbeitskraft dann fehlgeleitet werden soll. Denn ich vermute, der Hosenanzug wird bereits ein politisches Ziel mit diesem Wachstumspaket verbinden. Wir werden es erleben!

    • Nachdem ich diesen Kommentar hier gelesen und kurz auf die verlinkte Seite geschaut habe, würde ich sagen, Sie machen hier einfach Wahlpropaganda.
      Damit hat sich – zumindest für mich – jede ernsthafte Diskussion erledigt. Denn Propaganda kann man nur bloßstellen, aber nicht diskutieren.

      Die soziale Marktwirtschaft, übrigens, war weder sozial noch eine Wirtschaft am „Markt“. Sie war einfach eine Wort-Verbrämung des Kapitalismus, der entsprechend den Gegebenheiten in Deutschland nach dem Krieg einen sozialen Anstrich erhielt, auch um dem sozialistischen System etwas entgegensetzen zu können:
      Die BRD als Schaufenster des Kapitalismus gegenüber der DDR – die DDR als Schaufenster des Sozialismus gegenüber dem Kapitalismus.

      Ziel: Dieses Wort „Kapitalismus“ sollte aus den Köpfen der Menschen verschwinden. Es war ja geradezu verpönt, es zu nennen, dann war man in der BRD ganz schnell ein Kommunist! In der Folge wurde auch die deutsche Geschichte aus den Köpfen der Menschen radiert! Ein Volk ohne Geschichte ist jedoch für alles zu benutzen!

      Erreicht wurde dieser verbrämte Kapitalismus durch Kredite aus den USA, die gleichzeitig die Lieferung US amerikanischer Produkte bedingte und die Grundursache für
      a) die Abhängigkeit der BRD von den USA darstellte (regelrecht sklavisch alles übernehmen und gutheißen, was aus den USA „vorgegeben“ wird) und
      b) für die Unmöglichkeit auch nur die Zinseszinsen der Zinseszinsen dieser ursprünglichen Schulden (die de facto längst bezahlt sind) je zurück zu zahlen!

      Dass sie dieses System auch für die Dritte Welt anpreisen zeigt mir, dass die hinter ihnen stehenden Strippenzieher über die Schuldknechtschaft diese Länder „erobern“ will.

      Wem nützte es?

      Folge der Spur des Geldes und Du weißt immer, wer die Herren (=Drahtzieher) sind!

      • Sven Boernsen sagt:

        Wahlpropaganda mache ich ganz sicher nicht. Für wen bitte schön sollte mein Kommentar eine Wahlpropaganda sein? – Sagen Sie´s mir, dann kann ich ja wieder wählen gehen….

        Also: Ich bin genau so auf der Suche nach der Wahrheit wie Sie. Die Fakten, die Sie benennen sind auch mir weitgehend bekannt. Ich ziehe allerdings in Teilen andere Schlüsse als Sie. Ich käme aber nie auf den Gedanken Sie deshalb zu verunglimpfen. Den Sinn dieser Diskussion sehe ich darin, dass jeder vom anderen etwas lernen kann – wenn er denn so will. Denn keiner von uns beiden hat die Wahrheit gepachtet.

        Zum Thema Dritte Welt: Wenn das System Soz.MW in der Dritten Welt zum Tragen käme und sich diese Länder zunächst durch unabhängige Zentralbanken vom FED-Dollar abhängen würden (Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die gute alte DM, die natürlich viele Fehler hatte – denn schließlich war es die Währung des Siegers, die auch Erhard nur modifizieren konnte) dann würden in diesen Ländern wirkliche Perspektiven entstehen.

      • Die Wahlpropaganda entnahm ich dem Satz auf Ihrer Seite:

        Der deutsche Wähler versteht bis heute oft nur im Ansatz dieses geniale Konzept.

        Eine recht eigenartige Formulierung, wenn Sie NICHT die Absicht haben, Wahl-Propaganda zu machen.

        Wenn der Eindruck enstand, ich hätte Sie mit meinem Kommentar persönlich angegriffen, so bitte ich Sie um Verzeihung, das war und ist nicht meine Absicht.

        Und natürlich kann niemand Inhaber der allein gültigen Wahrheit sein, denn jeder Mensch hat seine eigene. Wir können lediglich erreichen, uns anzunähern. Und wenn wir einige Dinge ähnlich sehen, ist ja schon eine Menge in diese Richtung erreicht.

        Zur D-Mark.
        Die wurde abgeschafft, weil das Finanzsystem D-Mark am Zusammenbruch stand (die BRD war pleite!) wie heute der Euro. Gleichzeitig wurde damit erreicht, dass ganz Europa nun unter die „Knute“ einer Einheitswährung kam, die schief gehen MUSSTE.
        Das wussten die Architekten der Einheitswährung ganz genau und haben es darum unterlassen, das Volk nach seiner Meinung zu fragen, das ja mit dieser „Währungsreform“ zum Nutzen der Großbanken NICHT einverstanden waren.

        Dass die Rückkehr zur D-Mark von Anfang an einkalkuliert war (der Währungswechsel – 2 Mal!), also lediglich dazu dienen sollte, die Menschen zu enteignen, ist daran zu erkennen, dass die D-Mark als Zahlungsmittel nie ungültig wurde!
        Im Moment gibt es ein paar Geschäfte (C & A gehörte dazu), die den einfachen Menschen die letzten D-Mark aus der Tasche ziehen, indem sie ihnen erlauben in dieser Währung zu bezahlen… Wenn sie wieder eingeführt wird, soll sich bei den „einfachen“ Leuten keine einzige D-Mark mehr befinden, damit die Macht der Banken perfektioniert und die Abhängigkeit der Menschen von ihnen vollkommen ist – siehe Abschaffen des Bargeldes!
        Es ist alles ein von langer Hand vorbereitetes Spiel.
        Ziel: Deutschland in den Grenzen von 1937 (und darüber hinaus?) und Europa unter deutscher Herrschaft.
        Wohin das führt, mag ich mir lieber nicht vorstellen.

        In diese Richtung sehe ich leider auch den Vorstoß der so genannten „sozialen Marktwirtschaft“ in die dritte Welt = Schaffen von Kolonien für Deutschland.

        „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“?

        Mir wird in letzter Zeit so oft schlecht!

        P.S. Ich greife nicht Sie persönlich an, sondern die Fakten.

  8. Waffenstudent sagt:

    Wenn man eine Schlacht gewinnen will, dann braucht man vor allem Soldaten, die bereit sind, sich tot schlagen zu lassen!

    Wenn man eine Wirtschaftsschlacht gewinnen will, dann braucht man vor allem Arbeiter, die bereit sind, ihre Gesundheit tot schlagen zu lassen!

    Und weil uns in Deutschland diese Eigenschaften abhanden gekommen sind, ist es völlig egal, was Hitler ganz früher, Erhard später, und Merkel heute daher gesagt haben soll! Der BRDDR- Laden ist oberpleite, und wird nur noch mir ungedeckten Schecks künstlich beatmet.

  9. Sven Boernsen sagt:

    Liebe Solveigh Calderin,

    Ihren Kommentaren ist Ihre Betroffenheit zu entnehmen. Es sind aber nun mal gerade die ehrlichen, emotionalen Menschen, die immer wieder ausgenutzt werden. Das nur nebenbei bemerkt.

    Ich zitiere Sie:

    „Der deutsche Wähler versteht bis heute oft nur im Ansatz dieses geniale Konzept.“ Eine recht eigenartige Formulierung, wenn Sie NICHT die Absicht haben, Wahl-Propaganda zu machen.

    Hier haben Sie mich falsch verstanden. Ich möchte schon für das Konzept Soziale Marktwirtschaft werben. Ich bin aber kein Politiker sondern ein ganz einfacher Bürger. Jemand der sich das Denken nicht verbiten lässt. Ich möchte jetzt aber kurz die Gelegenheit nutzen, meinen Gedankengang hier zur Diskussion zu stellen:

    Nach meiner Erkenntnis sind dies Basiselemente einer funktionierenden Sozialen Marktwirtschaft sind. Nur mit diesen Elementen kann sich eine Soziale Marktwirtschaft etablieren und nur mit deren Funktionen sind relativ weitgehend soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effektivität erreichbar:

    1. Freie Preisbildung
    2. Freie Arbeitsplatzwahl
    3. Stabile Währung
    4. Bekämpfung von Korruption, Lobbyismus und Wettbewerbshemmnissen (z.B. Kartelle)

    Sobald diese Minimal-Kriterien erfüllt sind, kann sich eine Wirtschaft bereits aus sich selbst heraus entwickeln. Das sind noch nicht die ausgewiesenen Merkmale eines Sozialstaates oder einer Sozialen Marktwirtschaft aber die Voraussetzungen, um eine leistungsorientierte Wirtschaft in Gang zu bringen, auf deren Fundament dann ein solider Sozialstaat aufgebaut werden kann.

    In Deutschland 2012haben wir die Situation, dass freie Preisbildung weitgehend besteht. Bei freien Arbeitsplatzwahl haben wir durch die Hartz IV Reformen die freie Arbeitsplatzwahl eingeschränkt. Besonderes Merkmal hierfür §2 SGB II, den ich zitiere:

    (1) Erwerbsfähige Hilfebedürftige und die mit Ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen müs-sen alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verrin-gerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen. Der er-werbsfähige Hilfebedürftige muss aktiv an allen Maßnahmen zu seiner Eingliederung in Arbeit mit-wirken, insbesondere eine Eingliederungsvereinba-rung abschließen. Wenn eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit nicht möglich ist, hat der erwerbsfähige Hilfebedürf-tige eine ihm angebotene zumutbare Arbeitsgelegen-heit zu übernehmen.

    Dies steht meines Erachtens im Widerspruch zum Artikel 12 des GG, den ich jetzt nicht zitiere, um diesen Blog nicht zu sehr zu belasten.

    Eine stabile Währung haben wir heute nicht mehr. Die wurde durch den Maastricht Vertrag von Helmut Kohl und seinen Mitstreitern regelrecht geopfert. Und zwar ohne nach außen erkennbaren Grund.

    Punkt 4 ist die grösste Problemtaik in D und in der EU. Hier sind wir dabei den Krieg gegen die USA bzw. die Wallstreet ein zweites Mal zu verlieren. Es war aber gerade die Kartellierung der Wirtschaft, gegen die Ludwig Erhard sich immer wieder vehement gewehrt hat. Ich zitiere Ludwig Erhard:

    „Es bedeutet wirklich keine Übertreibung, wenn ich behaupte, dass ein auf Verbot gegründetes Kartellgesetz als das unentbehrliche „wirtschaftliche Grundgesetz zu gelten hat…“ Das Zitat stammt aus dem Jahr 1957.

    Meine Empfehlung: Einfach mal selbst recherchieren….

    • Waffenstudent sagt:

      FALSCH:

      Wenn sich heute eine Firma anschickt „Reibach“ zu machen stellt sie folgenden Bedingungen:

      1. Gibt es ausreichend Subventionen?

      2. Gibt es Bankkredite ohne Sicherheiten?

      3. Kann man Umweltschutzbestimmungen umgehen?

      4. Gibt es Sklavenarbeiter?

      5. Kann man die Steuerzahlung verhindern?

      6. Kann man Regressansprüche vermeiden?

      7. Kann man Betriebsvermögen während der Finanzierung versilbern?

      8. Stimmen Geschäftsführergelder und Abfindungen?

      Ein typisches Beispiel ist der BRDDR-Export: Unser Pleiteladen garantiert die Bezahlung der Rechnung, wenn eine Bananenrepublik feststellt, daß gar kein Geld ihrer Kriegskasse ist, um den BRDDR-Lieferanten zu bezahlen. Und nur darum brummt unser Export, weil Firmen ihren Schrott ins Ausland schaffen und die BRDDR per ihrer Doofmichel bezahlt! Ist das nicht eine geniale Geschäftsidee? Früher, zu Erhards Zeiten wär man dafür als Unternehmer ins Zuchthaus gegangen!

    • uhupardo sagt:

      Sven, ist es denn der erste nötige Gedankengang, wie eine „Wirtschaft“ am besten funktioniert? Oder ist der erste nötige Gedankengang nicht viel eher, wie es den Menschen möglichst gut geht?

      Kartelle, Preisbildung, Währung … all das kommt bei mir nach den Menschen, denn die immer zuerst. Deswegen auch die Lösung Bandbreitenmodell: https://uhupardo.wordpress.com/2011/11/06/serie-der-tag-nach-dem-crash-teil-1-das-bandbreitenmodell/

      • Sven Boernsen sagt:

        Liebe(r) uhupardo,

        das Bandbreitenmodell ist mir persönlich fremd. Ich werde es mir in den nächsten Tagen einmal genauer ansehen und dann antworten. Ich finde die Diskussion hier gut – möchte aber auch nicht irgendetwas aus dem Ärmel hauen.

        Zu Deinem Kommentar „Sven, ist es denn der erste nötige Gedankengang, wie eine “Wirtschaft” am besten funktioniert? Oder ist der erste nötige Gedankengang nicht viel eher, wie es den Menschen möglichst gut geht?“ kann ich Dir direkt antworten: Wenn das System nicht funktioniert, ja wie soll es denn dann den Menschen gut gehen?

        • uhupardo sagt:

          „Wenn das System nicht funktioniert, ja wie soll es denn dann den Menschen gut gehen?“

          Den Satz habe ich natürlich schon auf meinem Bildschirm aufleuchten sehen, bevor er getippt war. Es ist wichtig, dass das System funktioniert. Nur darf man nicht schon wieder das Pferd von hinten aufzäumen, das hatten wir jetzt wahrhaftig lang genug. Deswegen der ERSTE nötige Gedankengang! Die Prämisse darf nicht lauten: Jetzt stellen wir ein funktionierendes System hin und schauen dann, was war für die Menschen tun können. Die einzig akzeptable Prämisse muss lauten: Jetzt konstruieren wir das System so, dass es vor allem anderen den Menschen gut geht. Das ist keine verbale Haarspalterei sondern ein fundamentaler Unterschied.

          Mit dem Rest warten wir gerne, bis Sie sich möglichst viel über das Bandbreitenmodell angelesen haben.

      • Sven Boernsen sagt:

        Liebe (r) uhupardo

        Hier nochmals Deine Worte:

        “Wenn das System nicht funktioniert, ja wie soll es denn dann den Menschen gut gehen?”

        Den Satz habe ich natürlich schon auf meinem Bildschirm aufleuchten sehen, bevor er getippt war. Es ist wichtig, dass das System funktioniert. Nur darf man nicht schon wieder das Pferd von hinten aufzäumen, das hatten wir jetzt wahrhaftig lang genug. Deswegen der ERSTE nötige Gedankengang! Die Prämisse darf nicht lauten: Jetzt stellen wir ein funktionierendes System hin und schauen dann, was war für die Menschen tun können. Die einzig akzeptable Prämisse muss lauten: Jetzt konstruieren wir das System so, dass es vor allem anderen den Menschen gut geht. Das ist keine verbale Haarspalterei sondern ein fundamentaler Unterschied.

        Mit dem Rest warten wir gerne, bis Sie sich möglichst viel über das Bandbreitenmodell angelesen haben.

        —-

        Ich habe mir das BBM angeschaut. Wie jeder andere auch, bin ich nicht das Maß der Dinge, konnte mir aber schon eine erste Meinung bilden:

        Das System hat insofern echten Charme und logische Genialität, weil es zunächst ganz einfach neue Aspekte einbringt: Die Arbeitslosigkeit unmittelbar von den Unternehmern (über die Umsatzsteuer) zu finanzieren ist sicher ein interessanter Ansatz. Auch die steigende Produktivität wird in diesem System ebenfalls berücksichtigt ohne unendliches Wachstum zu erzeugen. Also positiv. Wobei der Gedanke Steuereinnahmen ausschließlich auf Umsatzsteuern zu reduzieren nicht neu ist.

        Sehr kritisch sehe ich die Belastung der Unternehmer, die den Erwartungen nicht entsprechen. Beispiele:

        1. Was ist mit dem kleinen Einzelhändler, der zwei von drei Mann entlassen
        muss, weil seine Verkaufszahlen nicht mehr ausreichen? Muss der jetzt mehr Umsatzteuer zahlen?

        2. Was passiert mit dem Mittelständler, der nur 5 Mann beschäftigt und gegen internationale Großunternehmen im Wettbewerb steht?

        3. Wie muß ein kreativer Jungunternehmer, der in der heimischen Garage startet, seine Umsatzsteuer kalkulieren?

        4. Wenn Innovationen (also Produktivitätssteigerungen durch technischen Fortschritt) sich nicht mehr in Kostensenkungen bemerkbar machen, wie wollen wir dann überhaupt noch Fortschritt (denn den wollen wir doch?) initiieren?

        Hier sehe ich aus meiner Perspektive erhebliche Defizite des BBM. Ich fürchte, dass eine so gesteuerte Wirtschaft innerhalb sehr kurzer Zeit in vollkommener Armut versinkt, weil kein Anreiz da ist, innovativ zu denken und zu handeln. Das Problem selbst, dass nämlich Wirtschaftswachstum nicht das alleinige Ziel unseres Tums sein kann, ist dabei keinesfalls neu. Ich zitiere:

        „… zu welchem letzten Ziel denn die … … ….. Wirtschaftspolitik führen soll.

        …. Wir werden … mit Sicherheit dahin gelangen, dass zu Recht die Frage gestellt wird, ob es nicht sinnvoller ist, unter Verzichtleistung auf diesen „Fortschritt“ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen. Hier ist dann …………….. aber der Theologe, der Soziologe und der Politiker angespreochen.
        Diese Problematik ist sehr komplex und kann infolgedessen nur vom Geistigen und Seelischen her begriffen werden. …..“

        Das Zitat stammt aus dem Jahr 1957. Sie werden erraten von wem es stammt.

        • uhupardo sagt:

          Sven das Folgende wäre Ihnen selbst aufgegangen, je mehr Sie sich einlesen, aber so geht es vielleicht schneller:

          1. Der Einzelhändler muss nicht schlechtere sondern zwangsläufig bessere Verkaufszahlen schreiben in einem Land mit erheblich gesteigerter Kaufkraft und Inlandsnachfrage. Deswegen muss er auch niemanden entlassen. Bleibt er unter 250.000 Euro Umsatz zahlt er gar keine Umsatzsteuer.

          2. Der Mittelständler mit 5 Beschäftigten steht heute auch im Wettbewerb gegen internationale Grossunternehmen. Mit dem Bandbreitenmodell (BBM) ändert sich für ihn nur eins, das aber ist entscheidend: Die internationalen Grossunternehmen können ihre Waren, mit die sie ihm Konkurrenz mnachen, nicht einfach in Bangladesh billig produzieren und in Deutschland billig auf den Markt werfen. Sie müssen, wenn sie überhaupt in Deutschland verkaufen wollen, die günstigste Umsatzsteuerstaffel erreichen und entsprechend Personal in Deutschland einstellen. Damit gibt es für den Mittelständler erstmals faire Wettbewerbsbedingungen.

          3. Der Jungunternehmer in seiner Garage muss Umsatzsteuer gar nicht kalkulieren, er zahlt keine.

          4. Wie kommen Sie auf die Idee, dass sich Innovationen (also Produktivitätssteigerungen durch technischen Fortschritt) sich nicht mehr in Kostensenkungen bemerkbar machen? Das war so, ist so und bleibt so. Das BBM ändert daran gar nichts.

  10. Heike Siebert sagt:

    „…Die Quadratur des Kreises. Sie wird wissen, wovon sie redet – wie immer. Wahrscheinlich ist es schon der erste “Hollande-Effekt”, der sich in Berlin bemerkbar macht….“

    Wichtig ist doch, dass die, die das Kreditgeld, das gegen Zinsen und Gebühren aus dünner Luft schöpfen – Für alle, die es noch nicht wissen: dieses Geld gab es vorher nicht. Es wurde erzeugt im Zuge der Kreditgewährung!! -, keinen Verlust haben. Erinnern wir uns, Geld aus dem blanken Nichts erzeugen, das dürfen nur die Banken. Und, Banken haben Eigentümer.

    So darf man davon ausgehen, dass die Politmarionetten alles dafür tun werden, dass die Zinsen weiterbezahlt werden für die Banker, die Ihnen schließlich zu Amt und „Würden“ verholfen haben.

    Und auch wenn die Bürger demnächst nichts mehr zu fressen haben, weil hunderte und tausende von Milliarden an die Pest des Universums fließen, die Bankstermafia, z. B. Getreide in den Tank geht, damit die Klimalüge weiter gedeihen kann und wir demnächst für das Ausatmen des Giftgases CO2 in die Pflicht genommen werden, so kann die Politik da keine Rücksicht drauf nehmen, denn es geht auch um sie selbst.

    Denn welcher Arbeitgeber würde so ein asoziales Pack, wie die Politik in diesem Fast-Staat nun einmal ist, für sich arbeiten lassen, annehmend, dass diese raffgierige, verkommen Brut der Elite auch weiterhin selbst entscheiden wollen wird, wieviel sie für sich für ihre Betrügereien genehmigen, auch in Bezug auf Altersversorgung und sog. Übergangsgeld.

    Nein, die Herrschaft des Geldes, die Herrschaft der Finanzbarone hat den Planeten im fest im Griff.

    Die, die von der Emission von Schuldgeld leben, das sie den Staaten aufdrängen, damit diese im Gegenzug zur Zahlung der Zinsen und der Zinseszinsen den Staat und alles, was das dazu gehört, privatisieren.

    Ich frage, mit welchem Recht?

    Wir kommen nicht umhin, uns zu engagieren. Aber nicht mit Bleistift und Papier, das reicht nicht mehr.
    Ist ESM erst einmal von den Politgangstern, die schlimmer sind als alle Mafiabanden aller Zeiten zusammen, dann geht hier das Licht aus. Wenn sie uns dann noch das Bargeldnehmen und zwangschippen, können wir uns direkt begraben lassen.

    Das alles wissen die öffentlich-rechtlichen Idiotenmedien, deshalb verschweigen sie es.

    http://euro-med.dk/?p=26700

  11. Kurator sagt:

    Der tiefere Grund für das ganze Verelendungs-Theater ist in unserem fehlkonzipierten Geldsystem begründet. Solange unter den Bloggern wie unter Wirtschaftswissenschaftlern die Geldschöpfung alten Geldes nicht verstanden oder wenigstens diskutiert wird, solange wird weder „Öffentlichkeit“ noch „Gegenöffentlichkeit“ Sinnvolles zu dem Drama, das sich jetzt beschleunigend entfaltet, beitragen.
    Merkel will jetzt Wachstum, um die exponentiell steigenden Kapitalrenditenhunger zu befriedigen, da sonst die Nachschuldnerkette reißt und uns mit in den Orkus.
    Merkel kann das sogar schaffen: Durch radikale Senkung der Löhne der Leistenden zugunsten der Kapitaleinkommen. Das muß aber zwingend, da Leute mit sehr wenig Lohn nichts kaufen werden, begleitet werden durch Sachkapitalzerstörung. Der friedliche Weg wäre Sachwertzerstörung durch Abwrackprämien, Dämmschutzverordnungen, Windkraftanlagen usw oder der kriegerische durch einen möglichst weltweiten Krieg, der genügend zerstört.
    Die Alternative, einfach das Geldsystem zu ändern, wird kaum gedacht.
    Wir denken es hier http://geldseite.wordpress.com und ändern es so
    http://rheingoldblog.wordpress.com

  12. Kurator sagt:

    @uhupardo
    Da gebe ich Dir recht. Theoretischen wesentlich umfassenderen Lösungskonzepten sind praktische Realisierungen ja vorzuziehen, insbesondere, weil man so faktisch dem Euro die Treue hält. 🙂
    Mit Rheingold machst Du Dich alledings liquider, ein wenig unabhängiger vom Euro und kannst 1.000 mehr Leuten, die interessiert sind, für die wesentlich umfassenderen Lösungskonzepte gewinnen.

    • uhupardo sagt:

      Diejenigen, die glauben, eine Änderung des Geldsystems sei bereits die Lösung, irren sich gründlich. Das ist ein attraktiver Ansatz, der zum Gesamtpaket gehört. Lösungen müssen anders aussehen.

      Wir haben uns entschlossen, einen bestimmten Weg zu gehen (der nicht an den Euro gebunden ist), unsere Kräfte (Freizeit ist nicht unerschöpflich) darauf zu konzentrieren, abgesehen von der Uhupardo-Berichterstattung, die auch nicht wenig Aufwand erfordert. Verzetteln ist also nicht angesagt, danke dennoch für das Angebot.

  13. Sven Boernsen sagt:

    Uhupardo,

    wire haben -wie ich meine – recht gut die Standpunkte erläutert. Ich weiß jetzt, was Sie unter dem BBM verstehen…

    Auf Ihre Frage in Punkt4 an mich möchte ich gern noch antworten. Sie schreiben:

    „4. Wie kommen Sie auf die Idee, dass sich Innovationen (also Produktivitätssteigerungen durch technischen Fortschritt) sich nicht mehr in Kostensenkungen bemerkbar machen? Das war so, ist so und bleibt so. Das BBM ändert daran gar nichts.“

    Wenn ich das BBM bzw. Sie richtig verstanden habe, dann werden Produktivitätssteigerungen nicht durch Arbeitzsplatzabbau sondern durch verbesserte Steuerbedingungen (Umsatzsteuer!) kompensiert. Habe ich Sie hier richtig verstanden?

    Wenn dem dann so ist, dann kommt irgendwann ein Punkt, an dem weitere Innovationen keine Kostenvorteile mehr erzeugen. Grund: Der Niedrigstsatz ist ja schon erreicht. Richtig oder falsch?

    • uhupardo sagt:

      Innovationen sind wichtig. Mit und ohne BBM. Unter diesem Begriff versteht man nicht nur Massnahmen, die dazu dienen, mehr und mehr Personal zu entlassen (das wollen wir nicht, deswegen bremsen wir das im BBM bewusst aus). Innovationen dienen z.B. auch dazu, Produkte qualitativ besser zu machen, manche Produktionsprozesse zu beschleunigen, besser zu koordinieren usw. Auf solche Innovationen wird man sich also konzentrieren und Fortschritt da schaffen, wo es eben nicht gegen die Menschen geht.

  14. … und nebenbei werden fleißig „Nebenkriegsschauplätze“ installiert, schwadronieren die Röslers dieser Welt von Kontroll-Instanzen für den Ölmarkt, wird mit langem Finger auf die Ukraine gezeigt, damit auch wirklich kaum jemand mitbekommt, welchen Kniefall die Kanzlerin vor der hiesigen EnergieWirtschaft und GroßIndustrie macht. Auf der einen Seite steigende Profite dank auf der anderen Seite immer häufigeren prekären Arbeitsverhältnissen. Gut ein Drittel der Bevölkerung ist doch bereits vom „Leben“ ausgeschlossen. Da gehts nur noch darum, sich „am Kacken zu halten“ Wenns dann bald zwei Drittel sind-und das dauert angesichts der Entwicklungen in Europa nicht mehr lange-, brauchts nur noch wieder einen „Heil“sPrediger und alle werden ihm wieder hinterherlaufen. Gruselige Aussichten,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s