„Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel.“

laura diaz

Manchmal muss man einen einzelnen Baum sehr genau beschreiben, damit der Leser verstehen kann, wie der Wald aussieht. Dieser Baum ist weiblich und heisst Laura Díaz (26). Sie war „zur unpassenden Zeit am unpassenden Ort“, wie sie sagt, und endete 20 Stunden lang in einer übel riechenden schmutzigen Gefängniszelle. Dabei wollte sie diesmal gar nicht zur Demo der Indignados in Madrid. Laura war in einer Disco an diesem Abend und auf dem Weg nach Hause. Was dann passierte, wird sie nie mehr vergessen.

Die hübsche junge Freelance-Journalistin wäre nicht die erste, deren Persönlichkeit durch eine lange Nacht in so einer Arrestzelle gebrochen wurde. Nur wer es selbst erlebt hat, kann den Horror nachvollziehen. Sie hatte gerade ein TV-Programm gesehen über den Jahrestag der Indignados an diesem Abend des vergangenen Wochenendes, als Freunde anriefen und sie zu einem Disco-Besuch ins „Ocho y Medio“ einluden, wo Mario Vaquerizo Platten auflegte. Laura nahm gern an, vertilgte noch schnell ein Kebab und machte sich auf den Weg.

Als sie müde war, begab sie sich auf den Heimweg. Dazu musste sie durch die Madrider Zone, in der die Demonstrationen gegen die Regierung stattfanden und traf auf eine Polizei-Absperrung. Sie fragte einen Polizisten, welchen Weg sie nun am besten nehmen sollte. Der schickte sie durch die Nebenstrasse, die Calle del Carmen heisst. Doch die war auch abgesperrt. Wieder fragte Laura einen Policia Nacional nach dem besten Weg, sie war müde und wollte nach Hause. Was dann wortlos geschah, sehen Sie am besten selbst in diesem Video.

„Ich war wie weggetreten“, berichtet sie im Nachhinein, „man hat mir so weh getan und es war so derart ungerecht … ich wollte nur, dass man mir nicht mehr weh tut, ich habe mich der Polizei in keinem Augenblick widersetzt!“ Der Köper tut ihr heute immer noch weh, sie hat blaue Flecken an Armen und Rücken. Wie 19 andere festgenommene Personen verbrachte sie 20 Stunden in einer schmierigen Arrestzelle. „Alle zwei Stunden haben sie uns geweckt. Ein anderes Mädchen bekam einen Handschlag ins Gesicht, ihre Lippe platzte auf.“

Wie die anderen 19 hat Laura nun eine Klage am Hals. Wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Der übliche Vorwurf, wenn es keinen gibt, der juristisch zu rechtfertigen wäre: „Es ist die Joker-Klage, alle wurden dessen beschuldigt“, sagt Laura kopfschüttelnd, „ich habe niemanden geschlagen, habe keinen Polizisten angegriffen, mich nicht widersetzt. Ich wollte nur nach Hause. Das alles ist sehr traurig. Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel.“

* Was sonst los war bei den spanischen Aktionstagen am vergangenen Wochenende, lesen Sie beim Blog „bodenfrost“, der sich mit der Live-Berichterstattung erhebliche Mühe gemacht hatte: Klick

* Lesen Sie dazu auch:
Warum Spaniens Staatsbankrott unausweichlich ist

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62 Kommentare zu “„Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel.“

  1. Das ist Faschismus in Aktion.
    Ich wünsche den Indignados viel Mut!

  2. WsdV-Blog sagt:

    Einfach unglaublich! So langsam wird es sehr sehr absurd hier in Europa. Es werden Bilder in den Medien aus Russland gezeigt, wo Demonstranten von der Polizei abgeführt werden und was passiert hier? Hier hört man nichts von solchen Nachrichten, die bei uns passieren.

    Natürlich nicht, denn sie würden den Menschen zeigen, was hier wirklich los ist und sein wird.

    Mein Gott. Ein Bulle, sorry, im Schutzanzug gegen eine Frau, die an der Wand gedrückt wird. Der Fuß ist sogar noch sehr gefährlich verdreht. Einfach heftig.

  3. uhupardo sagt:

    Wer einmal einen Tag oder ein Wochenende in so einer Zelle verbracht hat – ganz abgesehen von der unerträglichen Art der Festnahme -, ist entweder mental ungewöhnlich stark oder für den Rest seines Lebens eingeschüchtert. Das genau ist der Sinn solcher Operationen.

    • Robin Urban sagt:

      Naja, ich halte das auch für Faschismus pur und so eine Erfahrung ist mehr als beschissen, aber eine solche Erfahrung macht nicht zwangsläufig ein lebenslanges Trauma. Ich weiß, das ist nett gemeint und soll Mitgefühl für die Opfer einer solchen Behandlung ausdrücken, aber es hilft den Opfern nicht. Man entmündigt sie damit mehr oder weniger.

      • uhupardo sagt:

        Sie sollten diese Erfahrung selbst machen, dann reden Sie sofort anders. Versprochen! Mit Mitgefühl hat das weniger zu tun als mit Erfahrung. Gerade die Arrestzellen in (meist unter) den Kommissariaten sind selten selten besser als die in Mexico oder Guatemala. Wer dort auch nur ein Wochenende verbringt, vergisst das nie mehr.

      • Robin Urban sagt:

        Wer redet denn von vergessen? Ich sage nur, dass die menschliche Seele um einiges widerstandsfähiger ist, als manche glauben mögen. So ein Erlebnis ist wie gesagt scheiße, aber erfüllt nicht mal die Kriterien eines Traumas (denn da muss beispielsweise Todesangst gegeben sein – schlagen Sie es nach). Die persönliche Resilienz des Opfers spielt da ebenfalls mit rein.

        ich werte die Tat nicht ab, um Gottes Willen. Ich stehe vollständig auf Ihrer Seite. Doch mag ich es nicht, wenn solche Erlebnisse durch Äußerungen wie „derjenige ist für alle Zeit eingeschüchtert“ auf eine neue Ebene gebracht werden, die mMn nichts mit der verachtenswerten Tat an sich zu tun haben, sondern in die Persönlichkeit des Opfers hineinspielen und ihm im Grunde (wenn auch unbewusst) vorschreiben will, wie es sich nach sowas zu fühlen hat.

    • Don Furioso sagt:

      Ich hoffe, das Volk lässt sich nicht einschüchtern und hält zusammen. Und ich hoffe, es findet andere Möglichkeiten der Vernetzung als Facebook.

      • Wo immer Vernetzung im Internet stattfindet, ist es öffentlich.
        Entsprechend sind die Möglichkeit des Missbrauchs gegeben.
        Das muss einfach einkalkuliert werden.

        Die andere Möglichkeit wäre die Abgrenzung und Abkapselung von vielen Menschen, deren Ideen und Engagements, um der „Gefahr“ des „Ausspionierens“ zu entgehen, was natürlich trotzdem nicht klappt, da es immer die Möglichkeit der „Unterwanderung“ gibt.

        Dann lieber ganz öffentlich handeln und genau so öffentlich die Staatsgewalt zeigen. Ich denke, das bringt mehr.

  4. […] Manchmal muss man einen einzelnen Baum sehr genau beschreiben, damit der Leser verstehen kann, wie der Wald aussieht. Dieser Baum ist weiblich und heisst Laura Díaz (26). Sie war “zur unpassenden Zeit am unpassenden Ort”, wie sie sagt, und endete 20 Stunden lang in einer übel riechenden schmutzigen Gefängniszelle. Dabei wollte sie diesmal gar nicht zur Demo der Indignados in Madrid. Laura war in einer Disco an diesem Abend und auf dem Weg nach Hause. Was dann passierte, wird sie nie mehr vergessen. Weiterlesen hier bei uhupardo… […]

  5. Oliver sagt:

    Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Rumsbums wird man durchgemöbelt!
    Die Polizisten der der Gegenwart/Zukunft sind alles andere als freundlich!
    Das sind ja erst die Anfänge.

  6. flurdab sagt:

    Ich habe da mal einige Frage:
    wo kommt das Video her?
    Kann die Quelle von uhupardo überprüft und als zuverlässig gewertet werden?
    Für eine Überwachungskamera sind die Bilder zu gut. Ich möchte niemanden etwas unterstellen aber meine Erfahrung lehrt mich immer vorsichtig zu sein mit Informationen.
    Und Manipulation kann immer von „beiden“ Seiten genutzt werden, gerade die der Bilder.

    • uhupardo sagt:

      1. Die Frage ist (immer) berechtigt.

      2. Ja, die Bilder sind ausreichend verifiziert. Sie wurden von der Kamera eines spanischen TV-Senders aufgenommen.

      • flurdab sagt:

        Bedankt!
        Auch für die Berichterstattung aus Spanien. In Deutschland lebt man wirklich in einer „Bubbel“.

        • uhupardo sagt:

          Das erledigt sich von selbst, reine Zeitfrage. Wenn auch im allerletzten Gebüsch von Wanne-Eickel, Buxtehude und Bad Tölz die intellektuell so enorm schwierig zu erarbeitende Erkenntnis angekommen sein sollte, dass es niemandem gut gehen kann, wenn es allen rundherum schlecht geht, dann spätestens.

          Wenn man sich dafür interessiert, was heute in Frankfurt abläuft, könnte der eine oder andere schon ein wenig nachdenklicher werden. Das dauert allerdings in Deutschland gewöhnlich etwas länger. Bei allen anderen Themen eher „Europas Bedenkenträger“, gefallen sich die Deutschen darin, das „Wieso, bei uns ist doch alles in Ordnung!“ selbst dann noch zu verteidigen, wenn das hauseigene Fundament bereits deutlich von der Erosion betroffen ist.

          Vorabmassnahmen wie diese kenne ich übrigens sonst nur von Kuba: http://www.ficko-magazin.de/2012/05/freiheit/freiheit-lesen/stadtverbot_in_frankfurt/

      • EuroTanic sagt:

        @uhuparodo
        „Das erledigt sich von selbst, reine Zeitfrage.“
        Darf ich mal lachen? Die Deutschen konnten sich ja nicht mal gegen den Nationalsozialismus wehren. Und der war per Definition eine Despotie mit offiziellem Programm. Mit dem Lissabonner Vertrag haben wir in ganz Europa die Todesstrafe wieder eingeführt. und dieses werden unserer Politiker reichlich nutzen um ihre Pfründe zu wahren. Ich rechnen mit Millionen Toten. Wieder einmal in Deutschland. So sieht es aus und nicht anders.

  7. flurdab sagt:

    Noch ein Nachtrag: Cui bono?
    Kennt jemand Laura Díaz?

    Wenn sich dieser Vorfall so abgespielt hat ist es ein Zeichen für das Ende des Rechtstaats.
    Aber da hilft mein bedauern auch nicht weiter.
    Erwarten wir mit Schrecken was an diesem Wochenende in Frankfurt geschieht.

  8. Robin Urban sagt:

    Solche Bilder machen mich fassungslos. Ich bin 2010 über einen Monat lang in Spanien auf dem Jakobsweg gewandert und hab dabei das Land und die Leute kennen und lieben gelernt. Mir ist selten so eine Freundlichkeit begegnet und noch NIE eine solche Leichtigkeit und Lebensfreude. In Deutschland findet man sowas nicht!

    Schrecklich, was dort jetzt abgeht. Ich möchte gar nicht dran denken, in welchen Zustand ich das Land vorfinden werde, wenn ich dieses Jahr im Sommer dorthin zurückkehre.

  9. ullli23 sagt:

    Also die dramatische Musikuntermalung hätte ja nicht sein müssen. Aber dennoch natürlich gut, dass Polizeigewalt heutzutage immer wieder so gut dokumentiert und öffentlich gemacht wird. Es wird echt Zeit, dass Polizisten deutlich gekennzeichnet werden! Erschütterndes, aber nicht überraschendes Video.

  10. Das Häschen sagt:

    Das ist erschreckend.

  11. sicher ist das faschismus. nur der ist nicht nur spanisch, der ist europäisch. und dummerweise befinden wir uns erst am anfang.

  12. drcidolphus sagt:

    Solche Bilder erfüllen mich immer mit Trauer, mitansehen zu müssen was aus dem europäischen Traum geworden ist. Statt wir uns von den USA abkapseln, jeden Krieg ablehnen, nein stattdessen lassen sich nahezu alle europäischen Staaten mitschleifen zu rechtswidrigen Kriegen! Ich denke, würden wir alle gemeinsam als ein Europa dastehen, hätten die USA auch keine Chance mehr oder?

  13. Waffenstudent sagt:

    @ Solveigh Calderin

    Was soll eigentlich der ständige Hinweis auf den Faschismus, wenn hirnloses Pack Polizeiaufgaben übernimmt? Richtiger wäre der Hinweis auf Despotismus

    • Was ist der Unterschied zwischen Faschismus und Depotismus?
      Ich kann keine großen Unterschiede erkennen – außer natürlich in der Definition.
      De facto ist es für die Menschen gehupst wie gesprungen.
      Gewalt ist Gewalt.
      Terror zum Machterhalt ist Terror zum Machterhalt.

      Ich würde Polizisten auch nicht als „hirnloses Pack“ bezeichnen. Das ist beleidigend.
      Und inwiefern irgendwelches „Pack“ Polizei-Aufgaben übernimmt, ist mir im Zusammenhang mit diesem Artikel auch nicht klar.
      Wäre schön, wenn Sie diese Äußerung näher erörtern.

      • Waffenstudent sagt:

        Man vergleiche die Anforderungen an die deutsche Polizei von 1960 in der BRD in körperlicher und intellektueller Richtung mit den heutigen Aufnahmebedingungen. Man kann auch noch einen Schritt weiter zurück in das Jahr 1945 gehen. Damals erwarteten die deutschen Polizisten die Alliierten mit entsicherten Pistolen vor dem Gefängnis stehend. Die damaligen „Befreier“ verfrachteten dann die Polizei in das Gefängnis und übertrug den bis dahin einsitzenden Kriminellen die Polizeigewalt. – Schulden zu machen, war deutschen Polizisten einst verboten, und ein strenger Ehrenkodex regelte den Polizeidienst. Heute sucht die BRD Polizisten aus dem direkten Kriminellenumfeld und verlangt noch nicht einmal die Grundlagen der deutschen Sprache! – Ich weiß ganz genau wovon ich rede, zum Beispiel von Polizisten, die zu dritt einen Behinderten zu Boden werfen, der zuvor frustriert gegen einen PKW getreten hat. Ein System, das seine Polizisten ausdrücklich mit Kondomen im Dienst ausstattet, das hat jeden Anspruch auf Ehre und Moral verloren.

      • Dieser Beschreibung kann ich nur zustimmen. So werden aus Menschen Maschinen gemacht.
        Bist Du sicher, dass sie bewusst aus dem kriminellen Mileu (aus-)gesucht werden?
        Hast Du Quellen?

        Und Quellen zu dem Ausstatten mit Konodmen? Warum das? Sollen die Frauen vergewaltigen?

        Dass sie – ähnlich wie die Rekruten in den USA – bewusst in Vierteln mit hoher Armut und Hoffnungslosigkeit geworben werden, ist mir dagegen verständlich…

  14. wirnosotros sagt:

    Habe erst gestern eine ähnliche Erfahrung eines Bloggers gelesen. Das macht unglaublich wütend und traurig! mit dem neuen Gesetz, nachdem friedliche Demonstrationen als Anschlag gegen die Staatsgewalt gewertet werden, ist faktisch die Meinungsfreiheit und das Prinzip der wehrhaften Demokratie abgeschafft! Die Demokratie schafft sich also langsam selbst ab. Wo wird die Reise hingehen in Europa?

  15. Waffenstudent sagt:

    Die Aufgabe des Despotismus von heute besteht grundsätzlich darin alle Bürger zu kriminalisieren. Jedes Formular ist heute derart verfasst, daß man die Angaben nicht versteht, und daß man sich zwangsläufig durch das Ausfüllen strafbar macht. Ganz auffällig wird dies beim Viehnanzamt, wo selbst die Mitarbeiter die Fragen und Regeln nicht mehr verstehen. Auf diese Weise entstehen zwei Klassen: Die Behörden und der Rest.

    • uhupardo sagt:

      Fangt bloss nicht an, die -ismen hier aufdröseln zu wollen. Alles nur Etiketten, die drauf geklebt werden. Der Inhalt ist allein wichtig.

      Natürlich sind nicht alle Polizisten „hirnloses Pack“- einerseits. Andererseits muss die Frage gestattet sein: Wie muss jemand gestrickt sein, um Polizist werden zu wollen? Oder noch anders: Wie muss jemand verkorkst gestrickt sein, damit man ihn dort gebrauchen kann?

      • Diese Frage ist natürlich erlaubt und richtig, uhupardo.
        Dann kommt allerdings noch die Polizei-interne Gehirnwäsche und „Schulung“ auf Bürgerkrieg dazu. Diese Polizisten sind tatsächlich der Meinung, es mit Bombenwerfern zu tun zu haben, die ihnen ans Leder wollen…
        Gezüchtete „Kampf“-Maschinen, denen das Denken abgewöhnt wurde, wie das Video ganz deutlich zeigt.
        Drei schwer bewaffnete Männer gegen ein unbewaffnetes Mädchen. Und das Benehmen der gezüchteten Monster ist als würden überall Heckenschützen lauern!

        Im Grund können diese ehemaligen Menschen – jetzt Kreaturen, eher Automaten, Zombies ähnlich – einem nur leid tun – die sind für normale Dinge im Leben wohl nicht mehr zu gebrauchen…. oder kannst Du Dir die als Familienvater vorstellen?

        Mit den -ismen hast Du recht.
        Dennoch interessiert mich, warum der Waffenstudent dieses Wort so vehement ablehnt.

    • Und genau das nenne ich Faschismus.
      Der Bürger wird völlig entrechtet und ist der Staatsgewalt völlig ausgeliefert, ohne eine Chance zu haben, sich zu wehren, weil: er hat ja immer Unrecht.

      Was ist für Dich Faschismus? Und bitte keine Wikipedia-Erklärung.

  16. Welt Nr. 1 sagt:

    Ich kann an dieser Stelle wirnosotros nur beipflichten!

    Allerdings sehe ich es nicht so, dass in diesen Zeiten Meinungsfreiheit und Demokratie abgeschafft werden. Vielmehr stellt sich heraus, dass diese Werte nur oberflächlicher Natur waren – und zwar die ganze Zeit. In Spanien zeigen sich diese Auswüchse verlogener Politik und Handhabe mit Menschen wohl am deutlichsten. Es ist grausam!

    Doch auch in Deutschland werden aktuell Meinungsfreiheit und Demokratie mit Füßen getreten. Man kann zur Blockupy-Aktion stehen, wie man will. Faktisch wurden aber quasi „aus Prinzip“ alle Veranstaltungen im Vorfeld verboten. Sogar der übliche „Rave“. Einfach so. Weil das System im Moment keine Querschläger sehen will. Einfach so, damit man so weitermachen kann, wie man es die ganze Zeit tat. Über aller Leute Köpfe hinweg – nur nicht über die der „Großkopferten“.

    Ich komme an dieser Stelle nicht darum herum, Verknüpfungen zum sog. „arabischen Frühling“ zu ziehen. Zwar läuft es insgesamt hierzulande wesentlich zivilisierter ab, doch scheinen die Obrigkeiten eine ungeheure Angst vor umstürzerischen Motivationsschüben innerhalb der Gesellschaft zu haben. Die Griechenlandwahlen haben gezeigt, dass die Leute (entschuldigt den Ausdruck) die Schnauze voll haben. Selbst im gemäßigten und alles akzeptierenden deutschen Fußvolk brodelt es vermehrt. Wo man in Deutschland aber alles gleich im Keim erstickt, verschaffen sich andere Gehör – zur Not mit „Pauken und Trompeten“. Das oben beschriebene Ereignis zeigt (leider) eindrucksvoll, wie panisch die Systemapparate handeln. Noch ein Grund mehr, direkt weiter zu machen!

    Allen viel Glück und Erfolg, die für ihre totgeschwiegenen Bürgerrechte in der EU kämpfen!

    • Weil das System im Moment keine Querschläger sehen will.
      … und verstärkt sie damit doch…
      Das ist doch absolut kontraproduktiv – und das kann nur eines bedeuten:
      Sie sind absolut am Ende.

      • Welt Nr. 1 sagt:

        Nichts anderes würde ich unterstellen, ja.

      • fischi sagt:

        Ob die nicht ein Exempel statuieren wollen.
        In den Leitmedien wird mit einem starken Polizeiaufgebot geprahlt.
        Ist schon eine neue Qualität wenn Gerichte solche verfassungswidrigen Beschlüsse noch bestätigen.

  17. Waffenstudent sagt:

    @ Solveigh Calderin

    Faschismus ist zum Kommunistischen Schlagwort oder besser Unwort geworden, ohne, daß überhaupt eine Begriffserklärung erlaubt wurde. Dabei bezeichnet der Faschismus ein politisches System, in dem sich die Macht in der Hand weniger befindet. Damit wird aber noch nichts über die Qualität ausgesagt. Die faschistischen Staatslenker können sowohl Humanisten als auch Despoten sein. Aktuell steuern wir direkt auf ein politisches System der Willkürherschaft in der EU zu. Willkürherrschaft heißt aber auf Griechisch Despotismus.

    • Nun, dann habe ich wohl von den (bisher mir bekannten) faschistischen Systemen: Italien, Spanien, Deutschland, Japan, Chile, USA, Israel, etc. irgend etwas nicht bemerkt.
      Einen Humanisten habe ich da nirgends gefunden.
      Und der Begriff ist auch nicht von den Kommunisten erfunden worden. Ich glaube mich dunkel zu erinnern, dass dies eine eigene Wortschöpfung der Faschisten war…

      Ich erinnere mich richtig. Hier ein Text zum Faschismus, der ziemlich genau aufklärt und auch zeigt, dass Faschismus auch immer Despotismus ist:

      http://www.dir-info.de/dokumente/def_faschisten.html

      • Waffenstudent sagt:

        @ Solveigh Calderin

        Der Begriff Faschismus leitet sich bekanntlich vom Rutenbündel der römischen Legionen ab, dem fasces! Benito Mussolini hat den Begriff wiederbelebt, weil er eine Erneuerung des Imperium Romanum wünschte. Der Germane und spätere Deutsche hat sich immer diesem römisch faschistischen und späteren vatikanischen Ungeist widersetzt. Wer Deutschland mit dem Faschismus in Verbindung bringt, der blendet 99,99% an deutscher Kultur aus!

        • uhupardo sagt:

          Das mag das sein, was Waffenstudent gerne hätte. Allerdings ist Sprache keine Privatsache. Sprache ernährt sich von allgemeinen Gebrauch mehr als von allem anderen. Wenn man das heranzieht, bleibt von ihrem Kommentar nicht viel übrig.
          http://www.dir-info.de/dokumente/def_faschisten.html

          *Ich frage jetzt nicht (schon wieder), was diese -ismus-Diskussionen anders sind als intellektuelle Selbstbefriedigung auf selbstgewählten Nebenkriegsschauplätzen, die nur von den Inhalten ablenken.*

  18. Waffenstudent sagt:

    @ Solveigh Calderin

    Und wenn alle Welt uns beide ab heute auf ewig ein Verbrecherpaar nennt, so entspricht dies dennoch nicht der Wahrheit. – Auch wenn es der allgemeine Sprachgebrauch verlangt. Wer zu den Quellen der Wahrheit will, der muß schon mächtig gegen den Strom schwimmen!

    • uhupardo sagt:

      Waffenstudent, ich bin nicht Solveigh, hoffentlich darf ich trotzdem antworten. 😉

      1. Wer -ismen zu definieren versucht, ist nicht auf Wahrheitssuche nach meiner Auffassung. Deswegen sprach ich vorher von intellektueller Selbstbefriedigung. Da wird nur um Worthülsen gestritten, die letztendlich alles und nichts besagen, wie Sie gerade hier merken. Die Inhalte bleiben dabei auf der Strecke.

      2. Wenn ich „Hubschrauber“ als Begriff vorgebe und wir beide danach jeder ein Bild malen – glauben Sie, die beiden Bilder sind danach identisch? Zeigen sie den selben Hubschrauber? – Natürlich nicht. Dennoch sind es beides Hubschrauber. Und trotzdem sie beide total unterschiedlich aussehen, wissen wir beide, was gemeint ist, wenn in einer Diskussion jemand „Hubschrauber“ sagt. Natürlich können wir jetzt auch noch stundenlang über die Bedeutung von „Hubschrauber“ diskutieren … damit das ursprüngliche Diskussionsthema endlich komplett tot wäre.

      • Waffenstudent sagt:

        Danke! Ich habe in der Schule noch gelernt, daß man zuerst den Begriff definiert, bevor man ihn benutzt. Daher meine Rumreiterei. Gerade im Wirtschaftsalltag, erlebt man, sogar an den Universitäten, eine höchst fatale Begriffsunkenntnis. Frau Merkel wird das dankbar zur Kenntnis nehmen; denn damit läßt sich leichter verschleiern, daß ihr Wirtschaftzug dabei ist, zu entgleisen.

        • uhupardo sagt:

          „Fatale Begriffsunkenntnis“ ist so grösstenteils unterschrieben. Hier ging es allerdings nicht um irgendwelche Begriffe sondern ausschliesslich um -ismen, die (egal welche) niemandem weiterhelfen. Ganz im Gegenteil.

      • Einverstanden, uhupardo.
        -ismen zu diskutieren bringt nichts. Und gerade dieses Schubladendenken entzweit die Menschen, statt sich über die Inhalte zu einigen.

        Ich glaube auch langsam begriffen zu haben, worauf der Waffenstudent hinaus will. Deswegen bin ich mit Dir, Waffenstudent, dennoch nicht einverstanden.
        Aber das kann nicht Gegenstand einer Diskussion hier zu diesem Artikel sein – das geht tatsächlich am Thema vorbei.

  19. […] schon einmal über die Demonstrationen in Spanien berichtet. Das hier ist ein erneuter Höhepunkt“Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel.” « uhupardo.Ich hatte im letzten Jahr schon einmal über die Demonstrationen in Spanien berichtet. Das hier ist […]

  20. […] “Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel.” « uhupardo. Bewerten: TEILEN (muss man aber nicht)Gefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem diese(r) Artikel gefällt. […]

  21. Waffenstudent sagt:

    HAT SICH ETWAS VERÄNDERT? JA! MUSSOLINI HEIßT JETZT OBAMA!

    „Wir pfeifen auf alle Neger der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft und deren eventuelle Verteidiger. Es wird nicht lange dauern und die fünf Erdteile werden ihr Haupt vor dem faschistischen Willen beugen müssen.“

    – Benito Mussolini am 6. Juli 1935 in einer Ansprache an seine Soldaten

    „Wir arbeiten mit Gott zusammen in dieser nationalen und katholischen Mission des Guten – vor allem in diesem Augenblick, in dem auf den Schlachtfeldern Äthiopiens die Fahne Italiens im Triumph das Kreuz Christi vorwärtsträgt.“

    – Alfredo Ildefonso Kardinal Schuster, Erzbischof von Mailand, am 9. Mai 1936 bei der Segnung der heimkehrenden Soldaten.

    „Überall, unter allen Bäumen, liegen Menschen. Zu tausenden liegen sie da. Ich trete näher, erschüttert. An ihren Füßen, an ihren abgezehrten Gliedern sehe ich grauenhafte, blutende Brandwunden. Das Leben entflieht schon aus ihren von Yperit verseuchten Leibern.“

    – Dr. Marcel Junod, Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz: Kämpfer beiderseits der Front; Europa-Verlag Zürich/Wien 1947

  22. didibach sagt:

    kommt mir bekannt vor. Da gab es in den 70ern eine Demo in Dortmund. Ich wollte zur Musikhochschule und musste mitten durch. Unsere Trompeter fehlten.
    Die Polizei hatte nach meiner Erinnerung, 400 Leute verhaftet und über die erlaubte Zeit einige Tage in alten Bunkern eingesperrt. Das Land NRW erwartete später eine Klagewelle.
    Einer der dort abgestellten Polizisten war aber im Polizeimusikcorp und einer von uns und sorgte für die Freilassung der Komilitonen.

  23. […] Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel Bewerten: Share this:TwitterFacebookDiggLinkedInRedditStumbleUponE-MailDruckenGefällt […]

  24. […] vorheriges Maximum: 66,2 Milliarden in einem Monat * Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt * “Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel.” Bewerten:Share this:TwitterFacebookDiggLinkedInRedditStumbleUponE-MailDruckenGefällt mir:Gefällt […]

  25. […] aber ist ja alles nur Spanien”: Sie sollten sich schleunigst darauf vorbereiten, dass genau das sehr bald vor Ihrer eigenen Haustür passieren wird, ganz egal wo sie in Europa leben! (Für die […]

  26. […] Sie dazu auch: * “Wenn es illegal wird, eine Strasse zu überqueren, geht das Land zum Teufel” Bewerten:Share this:TwitterFacebookDiggLinkedInRedditStumbleUponE-MailDruckenGefällt mir:Gefällt […]

  27. g4 sagt:

    das video ist „wegen urheberrechtsverletzung“ gelöscht…

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