Bisher reine Panikmache: Kein Bankrun in Spanien

Nachdem verschiedene Medien über einen Bankrun in Spanien fabuliert haben, wird es Zeit, die Lage klar und sachlich darzustellen.  Für Meldungen wie “Angst vor dem Crash: Spanier plündern ihre Bankkonten” gibt es derzeit keine Anhaltspunkte. Das gilt auch für die Sparkassen der kürzlich halb verstaatlichten Bankia-Gruppe. Mag sein, dass sich die Lage kurz- oder mittelfristig verschärft, bisher allerdings herrscht Panikmache in den Schlagzeilen vor.

Im Februar und März waren die Bankeinlagen der Kunden bei den spanischen Banken sogar um 0,7 Prozent gewachsen, wie den Zahlen der spanischen Bundesbank zu entnehmen ist. Das war vor der Halbverstaatlichung der Bankia-Gruppe, zu der die wichtigsten Sparkassen des Landes gehören. Doch auch danach gab es keinen massiven Kapitalentzug bei Bankia, obwohl die Aktie seit dem Rücktritt von Rodigo Rato um mehr als 50 Prozent abgestürzt war.

Die Gestorías* empfehlen ihren Kunden auf Anfrage, die Bankeinlagen bei Bankia zu belassen, sehen vorest keine Gefahr. Dasergibt durchaus Sinn, denn nicht nur sind die Aktien der Gruppe heute zwischenzeitlich um glatte 30 Prozent gestiegen – Bankia ist auch eine Sparkassen-Vereinigung, die von der PP initiiert wurde; also von der Partido Popular des Madrider Regierungschefs Mariano Rajoy. Der würde alles dafür tun, “seine” Bankia nicht fallen zu lassen.

Keine Frage, dass in der derzeitigen Situation beispielsweise in Griechenland, Portugal oder Spanien ein Bankrun immer möglich und keinesfalls ausgeschlossen erscheint, beinahe unabhängig vom Namen der Bank, doch sollte Berichterstattung ein Mindestmass an Seriosität behalten und keine Ereignisse vorweg nehmen oder gar selbst produzieren helfen – gerade und besonders im Sektor der nicht-Mainstream-Medien, wollen sie ihre Glaubwürdigkeit behalten.

* Gestorías sind Büros in Spanien, die Einzelpersonen und Firmen gegen ein vereinbartes Entgeld den gesamten “Papierkram” abnehmen. Da geht es um Steuern, Lohnabrechnungen, Autoan- und -abmeldungen und viele andere Dinge. Eine sehr hilfreiche Einrichtung, die anderen Ländern sehr zu empfehlen wäre.

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18 Kommentare zu “Bisher reine Panikmache: Kein Bankrun in Spanien

  1. Kas Parhauser sagt:

    Aber einer hat da heute Geld abgehoben. Ich weiß es!!!

  2. almabu sagt:

    Ich denke auch voller Dankbarkeit an die Gestorías zurück, die meinen lange Zeit illegalen Status in Spanien (ich war Tourist, weil die Erteilung der Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung fast zwei Jahre dauerte!) gegen sehr gutes Geld ermöglichten. Alleine die Stunden und Tage des Wartens waren das Geld wert…

    Wegen des Bankruns habe ich meine Kontakte in Barcelona angerufen. Da haben zwar Leute ihre Geschäftskonten von Bankia abgezogen, aber geschlossene Automaten und eingezogene Karten wurden nicht wahrgenommen. War entweder regional verschieden oder sehr übertrieben…

    • uhupardo sagt:

      Natürlich gab es einen Kapitalabzug von Bankia, der jedoch (bisher) nicht ins Gewicht fällt. Schon wegen der politischen Dimension – Bankia sind die “PP-Sparkassen” – ergibt das auch wenig Sinn. Der Bankrun mag ja kommen und nicht nur in Spanien, aber diese Sensationsheischerei ist peinlich.

  3. Andreas Voth sagt:

    Woher haben Sie ihre Informationen???; ich hoffe nicht von den Gestorias!!!

    • uhupardo sagt:

      Die Anhäufung von Frage- und Ausrufezeichen macht Aussagen und Fragen generell nicht gehaltvoller, Andreas. ;-)

      Aber seien Sie beruhigt, die Informationen stammen nicht nur von Gestorías, obwohl die gewöhnlich sehr gut informiert sind, weil jede hunderte von Kunden hat, private wie geschäftliche, was man in Herford natürlich nicht wissen kann.

      • Andreas Voth sagt:

        Als erstes muss ich hier mal erwähnen, das Ihre Antwort sich sehr arrogant anhört,vale !!!
        Zweitens, komme ich nicht aus Herford, und lebe seit 1999 fast lückenlos in Spanien, hasta 2005 en tenerife, y despues ala peninsula, vale
        hasta la proxima…

      • Andreas Voth sagt:

        na geht doch, aber in Zukunft bitte nicht so arrogant. Wo lebst Du denn, dass Du über alles in Spanien so gut bescheid weist?????

      • Andreas Voth sagt:

        glaube ich nicht !
        se puede contestar en espanol

        • uhupardo sagt:

          Andreas, hemos renunciado voluntariamente y amablemente a corregir su lenguaje en la frase “hasta 2005 en tenerife, y despues ala (en la) peninsula, vale”. Despues de eso no hace falta examinar a la gente cuyo dominio del idioma está fuera de toda duda.

          Das war´s dann auch jetzt mit dem Privat-Chat; in diesem Artikel geht es um den vemeintlichen Bankrun in Spanien.

      • Andreas Voth sagt:

        ok, jetzt glaube ich dir, test bestanden !!!
        un beso
        adios A.

  4. Amal sagt:

    Ich habe mir auch schon überlegt mein bisschen Geld von Bankia abzuholen, aber wohin denn? Bringe ich es zur Unicaja, steht über die morgen das Gleiche in der Zeitung. Es wird echt immer besser. Jetzt muss ich nicht nur permanent Schiss um meinen Job haben, sondern obendrein noch um meine paar Kröten. Unicaja ist ja bei den 16 die jetzt herabgestuft wurden auch dabei. Gibt es hier noch irgendeine Bank, die sicherer ist als die anderen?

  5. uhupardo sagt:

    Der Tag schloss übrigens mit einem Börsenplus für Bankia von 23,5 Prozent.

  6. uhupardo sagt:

    Geldprobleme in Spanien? Wo denn?

    Wirtschaftsminister Luis de Guindos versicherte heute in Madrid, Bankia werde “jede nötige Summe erhalten bis zur Sanierung”. (Im Gespräch sind im Moment weitere 7,5 Milliarden)

    Na bitte, wo ist das Problem?

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