Nein, nein, nein und nein!

merkollande

Einig sind sie in den Themen Währung und Zentralbank. Uneinig sind sie in allem anderen. Das ist der Horizont, unter dem in Brüssel gerade die nächste politische Schlammschlacht stattfindet, die keinerlei klaren Impuls verspricht – 30 Monate nachdem die Krise ausgebrochen war. Insbesondere die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland sorgen dafür.

Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande hat erwartungsgemaess die gesamte Artillerie aufgefahren, bestehend aus Wachstumsvorschlägen, Finanztransaktionssteuer, einer neuen Rolle der EZB, einer Rekapitalisierung des Finanzsystems über einen Rettungsfond und dem ungeniessbaren Nachtisch für den Norden Europas: Euro-Bonds. Die Deutschen haben genau vier Antworten darauf: Nein, nein, nein und nein. Angela Merkel besteht darauf, darauf zu bestehen, bis sie dann irgendwann doch umfällt. Aber jetzt noch nicht: nein, nein, nein und nein.

nein

Das war so sehr absehbar, dass die Finanzmärkte das Versagen des Gipfels schon zertifizierten, bevor er überhaupt begonnen hatte, und schickten die Börsen in den Keller. Diese Woche sollen in Brüssel keine Beschlüsse gefasst werden. Es geht darum, die Grenzen des anderen auszutesten. So wird es also mindestens bis zum Gipfel Ende Juni weitergehen mit Rezession, Arbeitslosigkeit auf Depressionsniveau, deprimierten Märkten, ansteigendem Extremismus und erhöhtem Risiko des Auseinanderbrechens der Euro-Zone.

Vor allem haben die Menschen in den Ländern Europas – und nur darin scheint wirkliche Einigkeit zu bestehen – aus den unterschiedlichsten Gründen die Schnauze voll von dem ganzen Thema. Der Uhupardo bildet da keine Ausnahme. Wie wäre es denn, wenn der ganze Laden endlich zusammenbricht und wir uns, arm wie wir dann sind, endlich wieder um wichtige Themen kümmern könnten – Kochrezepte zum Beispiel?

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5 Kommentare zu “Nein, nein, nein und nein!

  1. Don Furioso sagt:

    „…aus den unterschiedlichsten Gründen die Schnauze voll ..“ leider aus unterschiedlichsten Gründen. Wie es aussieht, werden die Kochrezepte für manche aus Kartoffelpelle und Muckefuk zum Nachtisch bestehen.

  2. leider wirds übel werden für breite schichten der bevölkerung, wenn dieses konstrukt, rund um eu und euro und globalisierung, endlich kollabiert. aber besser ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende. und jeder neuanfang beinhaltet zumindest die hoffnung auf besseres.

    • fischi sagt:

      Kollabiert hab ich auch lange gedacht.
      Mitlerweile glaube ich das Spiel wird immer weiter getrieben, aber genau mit der Geschwindigkeit die den meisten Profit zulässt.
      Wenn was nicht gleich klappt werden stärkere Geschütze in der Form von Börsen oder Rateagenturen eingesetzt.
      Ich bin mal sehr gespannt ob Hollande soviel Rückrat hat um sich gegen diese Zockerbande zu behaupten, das wird nicht einfach und macht bei den Neoliberalen auch nicht viele Freunde.

  3. Es ist wirklich widerlich, was da abläuft.
    Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass „die“ darauf abzielen, ein „extremistisches System“ zu installieren – siehe ESM-Vertrag….

  4. Hans Kolpak sagt:

    Die Wurzeln zum Freiheitswillen spriessen, sobald ein Baum unterdrückt wird. Das entspricht der Natur des Menschen bis auf den feinen Unterschied, dass über neunzig Prozent aller Menschen sich unterdrücken lassen, bis ihnen angetragen wird, NEIN! zu sagen. Es braucht also weltweit eine Initialzündung! Die war am 1. April 2012 in der Samtgemeinde Harsefeld.

    Warum zählt in 2012 die Friedrich-Huth-Bücherei zu den am besten ausgestatteten Büchereien im Landkreis Stade? Kurz vor 1846 spendete Friedrich Huth 1.750 Goldtaler für 1.000 Bücher. Das war der Anfang. Alles fängt an, sonst wäre es schon immer da gewesen. Die überlebensgroße Bronze-Büste vor dem Amtshof zeugt seit 1998 von diesem Anfang.

    Welcher Ort auf diesem Planeten wäre besser geeignet als Harsefeld, um die NEIN!-Idee zu starten? Wie die Reiskörner auf dem Schachbrett gewinnt sie Tag für Tag an Kraft und Macht, bis sie nicht mehr gebraucht wird. Eines Tages wird man den tapferen Menschen, die zu nächtlicher Stunde vor dem 1. April zusammengesessen haben, ebenfalls ein Denkmal setzen – vielleicht sogar in Harsefeld. Die Lichtgestalt jedenfalls ist bereits erschienen.

    Hans Kolpak
    Deutsche ZivilGesellschaft

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