Eurovision 2012 in Baku – live Ticker

baku

Niemand sieht es, alles ganz schrecklich, aber alle reden drüber. Wir auch! Das Eurovisions-Festival in Baku beginnt in wenigen Minuten, und wir sind wild entschlossen, all den msikalischen Ignoranten da draussen zu erklären, wo das Notenblatt hängt!  Wie schlägt sich Pastora Soler für Spanien (gut natürlich), was passiert mit diesem blassen deutschen Jüngling (oh wei) und gewinnt Schweden oder doch die Ukraine? – Bleiben Sie also bei uns, gleich geht´s los! In diesem Beitrag wird nicht nachtäglich redigiert, alle unsere unfehlbaren Vorassagen bleiben so stehen, wie sie getippt wurden *wer hat hier Angst sich zu blamieren?*, egal was passiert.

Eine Frage vorweg: Warum nur ist dieser unschlagbare österreichische Beitrag schon im Halbfinale rausgeflogen? Jetzt hatte man einmal konsequent auf maximale Niveaulosigkeit gesetzt und niemand erkennt es an! Ungerechtigkeit ist der Welten Lohn!

Anpfiff! Alle Oppositionellen sind von der Polizei endlich weggesperrt, Friedhofsruhe und Ordnung sind garantiert. Damit kann sich das Regime darauf konzentrieren, den geplanten Image-Gewinn einzufahren, für den sie so viele Millionen ausgegeben haben. José María Iñigo, der mythische spanische Sprecher kommentiert für uns. Er weiss seit Jahrzehnten genau und vorher, welcher Nachbar welchem Nachbarn 12 Punkte zuschustert. Wir verlassen uns auch dieses Jahr auf ihn. Ein paar weiss gekleidete Neon-Vorturner bilden gerade die Vorspeise auf der Bühne, gefolgt von blauen Folklore-Ladies mit orientalischem Touch. und dem Sieger-Titel des vergangenen Jahres (der war letztes Jahr schon nicht gut, aber Sieg ist Sieg).

So, nun aber: Die Crystall Hall, besetzt mit mehr als 20.000 Zuschauern, erstrahlt von aussen bereits in den Farben des ersten Teilnehmer-Landes.

Grossbritannien
Engelbert, doch es gibt ihn noch, hat schon 150 Mio. Scheiben verkauft. Mit 76 Jahren singt er noch einmal für England.Der älteste Teilnehmer ist er nicht, darauf kommen wir aber später noch. Bisschen dünn ist die Stimme geworden, Gevatter, aber „Love will set you free“, so oder so. Ein Siegertitel ist das nicht. Er ist so klassisch, dass man sogar schlecht darüber lästern kann.

Ungarn
Keine Zeit für Bier und Erdnüsse, jetzt kommen die Ungarn. Der Typ mit dem Lederanzug gibt den George Michael vom Plattensee. Kann man auch lassen diese „Sounds of our hearts“!

Albanien
Das überrascht: Wann hätte Albanien jemals etwas Sehenswertes auf die Bühne gebracht. Aber diese mysteriöse Titel „Suus“ von der Lady mit dem Vogelnest auf dem Kopf ist ein echtes Highlight. Das Outfit und das Stimmvolumen sind ebenso bemerkenswert wie dieser wirklich originelle Titel. Albanien wird man auf dem (Stimm(Zettel) haben müssen.

Littauen
„Liebe ist blind“, sagt er, der Sänger Donni Montell. Der Komponist muss auch blind gewesen sein, als er diesen Mist schrieb. Da verwundert es nicht, dass der Star auf der Bühne mit einer Augenbinde auftritt. Im Publikum sollte man auch welche verteilen, zusammen mit Ohrenstöpseln. Einen fast-Abiturient, der als Kind zu viel Michael Jackson gesehen hat.

— Ja ja, kommentieren Sie nur zwischendurch, wir lassen uns von unserer unschlagbar objektiven Berichterstattung sowieso nicht abbringen und haben immer Recht! —

Bosnien-Herzegowina
Maya Sar. Blonde beweisen heute, dass sie Piano spielen können. Garantiert Playback, kommt uns nicht mit sowas! Jetzt steht sie auf, der Rock ist zu lang, so wird das nichts. Das Kleid hätte besserauf die Gothic-Messe von Leipzig gepasst. Getragener Titel ohne Wiedererkennungswert. Haben wir schon vergessen.

Russland
Jetzt kommen die Sympathie-Omas aus Russland. Buranowski Babuschki machen „Party for everybody“. Sechs niedliche Grossmütter, zusammen 400 Jahre alt, man muss das selbst gesehen haben, sonst glaubt man es nicht. Putin hat seine gesamten Vorfahren geschickt. Wo ist das Taschentuch, ist das rührend!

Island
Schon wieder eine Blonde, aberin Island haben sie nichts anderes. Diesmal mit einem Schönling, der kurz vor dem Auftritt mit seiner eigenen Krawatte gewürgt wurde, sonst erklärt sich der Knoten nicht. Geigen kann sie wie sonst nichts, die Blonde. Greta heisst sie und Jonsi heisst er. Der Versuch der Hymne scheiterte ziemlich kläglich.

Zypern
Die 18-jährige Ivi Adamou ist durch rein gar nichts zu beanstanden, wenn sie verstehen! Ihre vier Begleit-Damen und sie bringen jede Menge Party auf die Bühne. Der Titel ist wie er heisst: „La la Love“, aber Männer hören eh nicht, während sie sehen. Wenn da allerdings auch Frauen abstimmen heute, wird´s eng. La la love …

Frankreich
Anggun heisst die Dame und gehört zu den fünf Ländern, die nicht durch die Halbfinale mussten, weil sie die Eurovision hauptsächlich finanzieren. das erklärt es auch: Trotz einer ganz ausdrucksvollen Lady mit indonesischen Wurzeln und nackten männlichen Oberköpern im Hintergrund, an- und ausgezogen von Jean Paul Gaultier, kommt kein Sex auf. Retorten-Titel ohne jedes Gesicht.

Italien
Nina Zilli ist Reggae-Fan, sagt sie. Schade, dass sie keinen singt heute. Aber auch so hat sie gute Chancen. Endlich mal ein wirklich guter rockigerund bluesiger Titel, zudem die besten Background-Sänger mit Abstand bisher. Wenn es stimmt, dass das beste Lied garantiert nie gewinnt, sieht es schlecht für sie aus, aber sonst … das war modern, musikalisch interessant und ein Hingucker. Bravo! Aber musste sie sich in Alufolie wickeln?

Estland
Wenn er für Estland singt, warum heisst er dann Leppland, das verwirrt doch nur? Nach der Power der Italienerin kommt jetzt Drama, Baby, Drama. „Kula“ will er, also dass wir zuhören. Ein weiterer Hymnen-Versuch. Der Musical-Darsteller hat es versucht. Wir sind nicht überzeugt, aber es gibt Schlimmeres.

Norwegen
Der Sänger stammt aus dem Iran. Irgendwie versuchen es heute alle mit Interpreten, die aus einem anderen Teil der Welt stammen. Schön ist er ja, mit mehr Gel im Haar als Guttenberg jemals. Die Show ist ganz ansehnlich, aber dieser elektronische Klingel-Titel mit orientalischem Einschlag – man merkt die Absicht und wird verstimmt – ist nicht be-merkens-wert.

Aserbaidschan
Jetzt wird es laut im Saal. Sabina Babayewa singt „When the music dies“ für die Gastgeber. Das Kleid ist die Weiss-Version von der Blonden am Klavier vorhin, müssen denselben Schneider haben. Schrei-Arie einer sonst bestimmt guten Jazz-Sängerin: The music already died. Die gewinnen nicht schon wieder. Wer will auch nochmal nach Baku?

Rumänien
Die Rumänen präsentieren eine kubanische Gruppe mit Dudelsack. Por qué, coño? Na, ist ja auch egal, find du mal etwas Präsentables in Rumänien. Mandinga heisst die Gruppe, singt hauptsächlich in spanischer Sprache, schon deswegen vergeben wir Punkte, claro. Tanz-Lalala im kurzen Roten, appetitlich und sinnfrei.

Dänemark
Entdeckt durch Facebook beginnt „Soluna Samay“ mit einer grässlichen Schlagzeugerin. Aber der Titel sagt alles: „Should have known better“ – das stimmt. Die Begleitmusiker der Blonden (Dänemark, klar) machen den Eindruck als hätten sie so ein Instrument heute das erste Mal in der Hand. Musikkategorie zwischen „Ein bisschen Frieden“ samt Gitarre der Leadsängerin und was-weiss-ich-was-das-sein-soll.

Griechenland
Wir können uns hier nicht einigen, es gibt Streit. Ist die Griechin jetzt doch hübscher als die Italienerin vorher oder nicht? Kürzer wäre der Rock nur am Hals. Sex sells – und Griechenland muss im Moment alles verkaufen. Irgendwas von Aphrodisiakum singt sie, das muss man uns jetzt nicht mehr erklären. Aber abgesehen davon, dass es alle tun, was hat dieser Disco-Titel mit Griechenland zu tun? Oh, oh, oh oh oh … you make me dance like a maniac.

Schweden
Loreen hat marrokanische Wurzeln, ihre Familie sind Berber. Dieser Auftritt ist ein echtes Highlight. Originell und unverwechselbar Loreen, die wie ein Derwisch über die Bühne fegt, der Titel geht ins Ohr. Hoffentlich holt sie sich bei der Windmaschine keine Erkältung. Favoritentitel, keine Frage, nicht obwohl sondern weil sie ganz allein auf der Bühne steht. „Euphoria“ kommt bei uns auch auf, so macht man Eurovision!

Türkei
Wir freuen uns jetzt schon darauf, dass heute die ganzen türkischen Machos europaweit für diese Fledermaustruppe anrufen. Das wäre der perfekte Kassenschlager auf jeder Gay Pride. Fliegende männliche Teppiche als Background-Sänger. Die Türkei präsentiert jedes Jahr Schrott, aber diesmal haben sie echt trainiert. Wetten, dass sie trotzdem wieder unter die ersten Zehn kommen wegen der vielen Auswanderer, die in allen Ländern ans Telefon hechten?

Spanien
Der beste Titel, der beste Auftritt, unschlagbar, kann nur gewinnen! – Ruuuhig, Brauner, wollen wir es nicht übertreiben. Pastora Soler beginnt sicher in ihrer weissen Brokat-Tischdecke. Die Frisur einer Lehrerein aus den 50er-Jahren verhindert auch nicht, dass „Quedate conmigo“ ein hörenswerter Titel ist. Angeblich läuft derschon tagelang in Baku überall, erzählt man uns. Bestimmt pure Propaganda, Rajoy regiert, der kontrolliert das alles. España, vamos! „Sensacional“ sagt der Sprecher, „fuera de serie“, nah am Orgasmus.

Deutschland
Gesangs-Azubi Mit Wollmütze und Brusthaar-Tattoos, war das alles? Bei dem Titel war uns gerade sogar der Server weggeschlafen! Das kommt raus bei einer kompletten Zusammenarbeit ARD-Raab? Das wird aber nichts heute, befürchten wir. Wo ist überhaupt Lena? Konnte die nicht?

Malta
Kurt Calleja mit einem Retorten-Titel, den man sich nicht merken kann (will!), einem Gitarristen auf der Bühne, obwohl keine Gitarre zu hören ist. Einfach vergessen und gut iss!

Mazedonien
Die verbrätschte Gitarre ist dafür bei Mazedonien präsent. Kaliopi heisst sie, im strengen schwarzen Hosenanzug, was die Frage aufwirft, ob man das bei der Eurovision überhaupt darf. Aber die Rock-Röhre war nicht so schlecht. Man wird sie auf dem Zettel haben müssen.

Irland
Müssen die beiden androgynen Zauberer of Oz-Zwillinge tatsächlich schon wieder auf die Bühne. Teletubbies auf irisch. Versenkt euch in die „Waterline“, seid so gut, das ist doch schrecklich. Einmal war ganz witzig vergangenes Jahr, aber jetzt reicht es wirklich.

Serbien
14 Instrumente beherrscht er (sagt er!) und hat Musik studiert. Heute singt Zeljako Joksimovich nur. Eine Ballade auf Serbisch. Überhaupt sollte jedes Land in seiner Sprache antreten, aber das ist wieder ein anderes Thema. Ein in Serbien sehr bekanntes Geicht, man merkt ihm den Bühnenprofi an. Das Musik-Arrangement ist bemerkenswert gut. Eine interessante und hörenswerte Ballade mit Balkan-Power.

Ukraine
Gaitana hat auch Power – und zwar jede Menge. Ob derTitel „Be my guest“ auf die EM anspielt? Bestimmt. Ist auch legitim. Die Stimme dieser Lady schlägt heute niemand. Da ist jede Klangfarbe und unendlich viel Kraft im Hintergrund, grossartig. Die digitalen Stellwände im Hintergrund bieten ein originelles Lichtspektakel, wenn sie die begleitenden Tänzer abbilden. Der Titel ist ein echter Ohrwurm, tanzbar und geht ab wie Schmidt´s Katze! Das riecht nach Podium für die Ukraine heute!

Moldawien
Zwischen orientalischem Dixieland und Indiana Jones … oder so. Pasha Parfeny singt einen der stärksten Titel heute, wenn Wiedererkennungswert gefragt ist. Nur die Pfadfinderuniform hätte nicht sein müssen. Die Choreographie seiner Begleiterinnen ist allerdings schrecklich. Dennoch: Dieser Orient-Jazz-Verschnitt hat was! Das wird ein Punkte-Sammler.

So, das war der letzte Titel, durchatmen *was ein Stress hier*, einen Schluck nehmen – wir sind gleich zurück mit unseren Wetten auf den Sieger und ähnliche Ungereimtheiten, während die Abstimmung läuft.

Ok, vale, jetzt also, die Uhupardo-Redaktion legt sich hemmungslos fest:
Auf Platz 1 und 2 landen Schweden und die Ukraine – wir können uns nur nicht einigen, wer von beiden gewinnt. Auf Platz 3 wird wahrscheinlich das Podium für die russischen Omas (der Pudelfaktor) kaum zu vermeiden sein. Spanien belegt einen akzeptablen Platz und Deutschland landet im hinteren Mittelfeld. Sollten Sie ganz anderer Meinung sein – wir haben eh noch nie Recht behalten seit vielen Jahren, also nur Mut!

Die 15minütige Abstimmngsperiode ist zu Ende. Jetzt geht es gleich los mit den Punkten. Nachbarn wählen Nachbarn, alle wählen diejenigen, die sie immer wählen. Und trotzdem gewinnt am Ende derjenige Titel, auf den sich irgendwie alle einigen können, das hat dann mit Nachbarschaftshilfe nichts mehr zu tun, so sehr alle über dieses System klagen. Spannung steigt!

Schweden führt nach den ersten Votes, schon klar. Aber was ist denn mit der Ukraine? Nun reisst euch mal zusammen! Der russische Pudel schlägt unbarmherzig zu. *seufz* Die Auswandertürken sorgen wieder einmal dafür, dass sie da landen, wo sie immer landen mit diesem Mist: Ganz weit oben. Machos voting Gay Pride, herrlich.

Nach der Hälfte führen Schweden (179), Serbien (135) und Russland (124). Spanien auf Platz 9. *gracias Portugal für die 12, wie immer*, Deutschland auf 15 (von 26 insgesamt).

Unglaublich! Seit Jahrzehnten zum ersten Mal haben wir es wirklich geschafft, zwei der drei Podiumsplätze vorherzusagen *Spot on*. Das man das noch erleben darf! Schweden und Russland. Nur bei der Ukraine hat *leider* die Kristallkugel versagt, so einen Ohrwurm mit Riesenstimme draussen lassen, ihr Ignoranten! Anyway, zwei von drei sind ein unerwarteter Erfolg.

Platz 1: Schweden
Platz 2. Russland
PLatz 3: Serbien

Spanien und Deutschland sollten mit den ordentlichen Plätzen 10 bzw. 8 sehr zufrieden sein können.

Wir hoffen, unser Live-Ticker hat Ihnen ein bisschen Spass gemacht, wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit – und bis zum nächsten Jahr in Stockholm. 🙂

Hier ist der Sieger-Titel 2012 noch einmal für Sie!

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25 Kommentare zu “Eurovision 2012 in Baku – live Ticker

  1. ubeudgen sagt:

    Reblogged this on Ubeudgen’s Blog and commented:
    Na, da bin ich jetzt aber mal gespannt … 🙂

  2. Santanderino sagt:

    Und RTVE verkauft wie immer heiße Luft… spricht in jedem Programm von „der Favoritin Pastora Soler…“ – schon schlimm wenn man die Leute anlügen muss damit sich das überhaupt noch wer anguckt 🙂

  3. Erzähl‘ mir, was Du willst – von wegen Tränendrüsen, und so – die russischen Omis sind einmalig 😀
    Würde ich stimmen, dann für sie.

  4. Hackentrick sagt:

    Beim TV-Gucken finde ich die Welt gerade etwas surreal: Meine Lebensgefährtin ist momentan als Fotografin bei der US-Army nördlich von Jalalabad im afghanisch-pakistanischen Gebirge und mitten in einem Kampfgebiet, das geographisch Baku näher liegt als unsere deutschen Städte, wo wir gerade grillen, chillen, den Wäldchestag feiern oder den Eurovision Song Contest anschauen und dem deutschen Trällermann die Daumen drücken. Ich verstehe die Welt nicht mehr…

  5. fischi sagt:

    Ich fand am besten die Werbung vor den russischen Babuschkas.
    In Extremo, ich mag solche Musik!

  6. Hackentrick sagt:

    Solveigh Calderin sagt: […] So: http://haus-und-gartenfee.com/2420.0001.0.jpg […]

    Klasse!!! Danke für den Link!

  7. Hackentrick sagt:

    Ach ja: Herzlichen Glückwunsch, uhupardo!!! Hast Du doch die Favouritin vorausgesagt! Allerdings: Derwisch-Tanz ist das nicht. Eher ermüdende Allerwelts-Tanz-Choreographie (das nervt mich besonders: Warum muss fast jeder Song mit blödem Rumgetanze begleitet werden? Da lobe ich mir direkt den musikfokussierten Beitrag des deutschen Sängers!). Naja – da ich nicht Mainstream bin, bin ich auch nicht Zielgruppe des ESC. Und daher auch nicht kritikberechtigt 🙂

    • uhupardo sagt:

      Den „Mainstream“ gibt es offensichtlich gar nicht, zumindest in Deutschland nicht, denn über Jahrzehnte traf ich niemanden, der sich dort einordnete, jeder ist immer etwas ganz Besonderes.

      Loreena hat einen eigenen, unverwechselbaren Stil mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt (das, was zum Beispiel jeder Tänzer als das höchst zu erreichende Ziel definiert). Wie man das mit einem „musikfokussierten“ (welche Musik?) deutschen Beitrag vergleichen kann, erschliesst sich mir nicht. Gesagt sei es: Sowohl Spanien als auch Deutschland landeten mit den Langweiler-Beiträgen viel zu weit vorne – im Vergleich zum Beispiel zu einem grossartigen italienischen Titel, bei dem nur die in Alufolie gepackte Sängerin störte.

  8. Cerridwen sagt:

    Also ich finde die Titel, die ich hier per Video hören „durfte“ alle zum Einschlafen…mit Ausnahme der russischen Omas…die sind witzig, und vor allem angesichts der überalternden Gesellschaft müssen die Senioren und Seniorinnen ja auch mal wieder was Passendes geboten bekommen….
    Darüber hinaus wundert es mich nicht, dass der „neue Ralph Siegel“, also Stephan Raab, nix Anständiges auf die Bühne bringt….wie kann man von einem Kind der deutschen Schlager-Kultur etwas anderes erwarten? Da hätte er sich man lieber wieder einmal selbst auf die Bühne gestellt, wie er das schon mal gemacht hat. DAS war wenigstens witzige Musik, nicht die Einheits-Lala, die uns da jedes Jahr immer wieder aufgegossen und als Frische pur präsentiert wird….
    Na ja…..wer sich diese Veranstaltung ansieht, kann sich über eines ganz sicher sein:

    Dass er 100 %ig ca. 5 Stunden seines Lebens total sinnfrei verschwendet hat!

    Wir gucken den Grand Prix seit Jahren nicht mehr….und ich muss sagen, wir vermissen nichts…..das ist eh eine Veranstaltung, wo abgesprochen ist, wer gewinnt, also – wie bei allen großen Veranstaltungen, bei denen es ums Wählen geht (*grinst böse).

    Einen schönen Sonntag noch!

    • uhupardo sagt:

      Den russischen Omas sei ihr Erfolg gegönnt, die Sympathie hatten sie auf ihrer Seite. Nur gut, dass sie nicht gewonnen haben, denn bei diesem (Komponisten-)Wettbewerb geht es nicht darum. Der unglaublich niedliche und sympathische Wellensittich meines Nachbarn, der ein sehr eifaches aber eingängiges Lieg flöten kann, wäre sonst für kommendes Jahr auch ein perfekter Sieg-Kandidat.

  9. Regensburgerin sagt:

    Im übrigen mutet es schon grotesk an wenn man allerorten hört, so einer wie Engelbert (oder vor zwei Jahren Didkrik Solli-Tangen oder vor drei Jahren Andrew Lloyd Webber als Komponist für Jade Ewen) gehöre da irgendwie nicht hin. Da führen sich einige auf wie eine Horde rüpelhafter Hausbesetzer, die nach 20 Jahren Räuberei nicht fassen können, wenn plötzlich die Alteigentümer – hier: Schlager und klassisches Chanson-Genre – in der Tür stehen.

    Nur komisch, dass diese “altbackene” Musiksparte sich bei weltweit gemesenen Plattenverkäufen deutlich besser schlägt als der nervig-krawallige Togetherness-Einheitsbrei des ESC seit der Balkan/Kaukasus-Okkupation!

    Den Briten würde ich raten, es dem Balkan nachzumachen: Schottland, Nordirland, Wales und England getrennt antreten lassen.

    • uhupardo sagt:

      Zu viel Aufwand für die Lösung, es geht viel simpler. Man könnte den Engländern auch einfach empfehlen, einen ansprechenden Titel in einem attraktiven Auftritt zu präsentieren.

      Denn gewonnen hat Schweden – kann nicht weit her sein mit der „Balkan/Kaukasus-Okkupation“.

  10. LizZz sagt:

    Super Livebericht, ich freu mich schon auf den ESC 2013, auch wenn er natürlich NICHT in Stockholm stattfindet, was ich bis heute nicht so ganz fassen kann. Ich stehe immer noch vor der Wahl meinen gebuchten Flug nach Stockholm anzutreten oder aus Enttäuschung einfach alles abzublasen, denn nach Malmö kriegt mich kein Mensch.

    Ein bisschen Zeit bleibt ja noch. 😉

    • uhupardo sagt:

      Das versteht nun wirklich niemand! Warum wollen Sie nicht nach Malmö? Schliesslich ist es die einzige Stadt Schwedens, die man unbedingt gesehen haben muss, weil es dort absolut nichts zu sehen gibt (ausser Wallander). 😉

      Gracias für das Lob, auch wenn der Artikel schon alt ist. Im Nachhinein gelesen, gefällt er uns selbst. 🙂

  11. […] wie respektlos zu kommentieren. Nachdem wir im vergangenen Jahr, erstmals seit Jahrzehnten, den Siegertitel zielsicher vorausgesagt hatten, sind wir jetzt aus Erfahrung kompetent und versuchen es erneut. Sie dürfen uns in den […]

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