Gerichtsverfahren gegen „Wie man einen Christus zubereitet“

krahe

Ist es denn nicht schön, dass wir in Spanien, neben all den Problemen, die die Krise mit sich bringt, immer noch Zeit für ein paar Albernheiten haben? – Heute begann in Madrid das Gerichtsverfahren gegen den Liedermacher Javier Krahe wegen eines 54 Sekunden kurzen Videos aus dem Jahr 1978! In diesem Film wird erklärt, wie ein Christus zuzubereiten ist. Der gerichtliche Vorwurf: Beleidigung der Gefühle der Gläubigen.

Den Zuschauern wird empfohlen, den Körper Christi vom Kreuz zu lösen, ihn gründlich trocknen zu lassen, Zutaten nach Geschmack beizugeben und für drei Tage in den Backofen zu stellen. Nach Ablauf dieser Frist soll Christus dann selbst dem Backofen entsteigen. Dieser 34 Jahre alte Film wurde erst zum Stein des Anstosses, als ihn der Fernsehsender Canal+ 2004 einem Interview unterlegte, das man mit Javier Krahe führte.

Nur gut, dass selbst der Staatsanwalt in dem Film zwar ein „offensives Video“ aber „kein Delikt“ sieht und heute Freispruch beantragte. So muss Javier Krahe seine Ankündigung wohl nicht wahr machen: „Wenn man mich verurteilt, gehe ich nach Frankreich ins Asyl.“

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15 Kommentare zu “Gerichtsverfahren gegen „Wie man einen Christus zubereitet“

  1. Ist ihnen denn zur Ablenkung gar nischt anderes eingefallen?

  2. Hessenhenker sagt:

    „Priester im Schlafrock“ wär auch noch ein gutes Rezept.

  3. mercfalk sagt:

    Cooles Video.
    Doch: Soll es denn auch schmecken?

    • uhupardo sagt:

      Man weiss es nicht. Wohl eine Frage qualitativ guter Zutaten.

      saramago

      • mercfalk sagt:

        Ja, da magst Du Recht haben. Manches Holz, aus welchem Kruzifixe gefertigt sind, könnte gar Giftstoffe enthalten.

        Auch wenn ich Religion(en) akzeptiere und toleriere, wenn der einzelne Gläubiger darinnen Trost findet und zum guten Mitmenschen wird, so teile ich die kritische Sicht auf die (institutionelle) Religion, in der sich Glaubensgruppen zusammenfinden. Diese Religionsgemeinschaften funktionieren ebenso wie nationale Gemeinschaften etc… immer mit Inklusion von „Gleichen“ und Exklusion der „Anderen“. Ich glaube, dass sagt auch sinngemäß Saramago in dem Zitat, dass Du mir nahe gebracht hast.

        Ich habe leider nur einen Einführungskurs Spanisch an der Uni besucht, sodass ich nicht ganz sicher in der Übersetzung bin, doch mit Hilfsmitteln komme ich auf folgenden Text:

        „Zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte, nirgendwo auf dieser Welt, haben die Religionen der Annäherung der Menschen gedient.

        Vielmehr im Gegenteil: Sie sorgten für Trennungen, für Brände (Feuertod), für Folter.“

        Gerade in Spanien, wo die Heilige Inquisition in Staatsdiensten so „erfolgreich“ war, dürfte man darüber sehr gut informiert sein.

      • Hast Du die Grafik auch größer, kannst Du mir die bitte senden? Ich möchte die auf meinen Profilen zeigen… 🙂

  4. Santanderino sagt:

    Der gute Krahe hat auch schon vor Jahren seine eigene Strafe besungen :)))

    Es un asunto muy delicado
    el de la pena capital,
    porque además del condenado,
    juega el gusto de cada cual.
    Empalamiento, lapidamiento,
    inmersión, crucifixión,
    desuello, descuartizamiento,
    todas son dignas de admiración.

    Pero dejadme, ay, que yo prefiera
    la hoguera, la hoguera, la hoguera.
    La hoguera tiene qué sé yo
    que sólo lo tiene la hoguera.

    Sé que han probado su eficacia
    los cartuchos del pelotón;
    la guinda del tiro de gracia
    es exclusiva del paredón.
    La guillotina, por supuesto,
    posee el chic de lo francés,
    la cabeza que cae en el cesto,
    ojos y lengua de través.

    Pero dejadme, ay, que yo prefiera
    la hoguera, la hoguera, la hoguera.
    La hoguera tiene qué sé yo
    que sólo lo tiene la hoguera.

    No tengo elogios suficientes
    para la cámara de gas,
    que para grandes contingentes
    ha demostrado ser el as.
    Ni negaré que el balanceo
    de la horca un hallazgo es,
    ni lo que se estira el reo
    cuando lo lastran por los pies.

    Pero dejadme, ay, que yo prefiera
    la hoguera, la hoguera, la hoguera.
    La hoguera tiene qué sé yo
    que sólo lo tiene la hoguera.

    Sacudir con corriente alterna
    reconozco que no está mal:
    la silla eléctrica es moderna,
    americana, funcional.
    Y sé que iba de maravilla
    nuestro castizo garrote vil
    par ajustarle la golilla
    al pescuezo más incivil.

    Pero dejadme, ay, que yo prefiera
    la hoguera, la hoguera, la hoguera.
    La hoguera tiene qué sé yo
    que sólo lo tiene la hoguera.

  5. bodenfrost sagt:

    Der Vorwurf der Blasphemie gehört doch schon längst in den Abfalleimer der Geschichte. Ich bemühe mich, ein toleranter Atheist zu sein, erwarte aber im Gegenzug, dass Religion als etwas Privates gehandhabt wird, dass „Nicht-Vereinsmitglieder“ in Ruhe lässt. Dazu gehört meiner Meinung nach auch, dass so ein Kurzfilm hingenommen werden muss. Ich ertrage ja auch die obligatorischen Bibel-Verfilmungen um die Weihnachtszeit herum.

  6. Ich habe schon schlechtere kochschows gesehen .

  7. uhupardo sagt:

    Javier Krahe ist heute in Madrid freigesprochen worden. Das Video sei ein künstlerischer Ausdruck, der ein religiöses Phänomen kritisiert, ohne Verletzungsabsicht“ heisst es im Urteil.

    Der Liedermacher dazu: „Mir fällt eine Last von den Schultern!“

  8. MartinP sagt:

    Die Fortsetzung heißt: „Wie man einen Juden zubereitet“.

    Und der dritte Teil: „Wie man einen Moslem zubereitet“.

    Gäbe es Aufschrei deswegen in Deutschland? Ach was, Christen müssen sich ALLES gefallen lassen.

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