Europa bewundert Deutschland und die Kinderarmut

Europa bewundert die Deutschen

Harte Arbeiter, große Europafreunde und kaum bestechlich: Die Deutschen sind laut einer US-Studie die „am meisten bewunderte Nation“ in Europa.

Unicef beklagt Kinderarmut in Deutschland

Kinderarmut macht auch vor einem wohlhabenden Land wie Deutschland nicht Halt. Eine Unicef-Studie trug zu Tage, dass die Kinderarmut in Deutschland weit höher liegt als in anderen europäischen Ländern.

„Deutschland ist die am meisten bewunderte Nation in der EU und ihre Führer werden am meisten respektiert“ – zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center in acht europäischen Ländern sowie den USA.

Die Kinderarmut in Deutschland ist einer Unicef-Studie zufolge höher als in vielen anderen Industrieländern. Auf einer Liste mit 29 Ländern zu Entbehrungen von Kindern belege Deutschland Platz 15, teilte das UN-Kinderhilfswerk am Dienstag in Köln mit. Das bedeute, dass die Kinderarmut in 14 Ländern geringer sei. Am Besten schneiden demnach die skandinavischen Staaten ab, allen voran Island und Schweden. „Es ist enttäuschend, dass Deutschland es nicht schafft, die materiellen Lebensbedingungen für Kinder entscheidend zu verbessern“, kritisierte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider.

Mit Ausnahme der Griechen bescheinige eine deutliche Mehrheit der Befragten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen guten Job als Krisenmanagerin. In Deutschland kommt Merkel der Erhebung zufolge sogar auf 80 Prozent Zustimmung für ihre Krisenpolitik.

Die Studie definiert 14 verschiedene Güter oder Angebote, die einem Kind in einem wohlhabenden Land zur Verfügung stehen sollten … Wenn ein Kind mehr als zwei dieser Dinge nicht hat, wird dies als Hinweis auf eine „besondere Mangelsituation“ gewertet. In Deutschland liegt dieser Anteil nach Unicef-Angaben bei 8,8 Prozent, in Dänemark zum Beispiel bei nur 2,6 und in Schweden bei 1,3 Prozent. Diese beiden Länder seien jedoch nicht wesentlich reicher als Deutschland, sondern lägen beim Pro-Kopf-Einkommen und der wirtschaftlichen Entwicklung auf ähnlichem Niveau. Besser als in Deutschland gehe es auch Kindern in Großbritannien, obwohl dort die Pro-Kopf-Einkommen im Schnitt niedriger lägen als in Deutschland.

(Die beiden Original der Pressetexte finden Sie hier und hier.)

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6 Kommentare zu “Europa bewundert Deutschland und die Kinderarmut

  1. Die US-Studie ist tendenziös und unglaubwürdig.
    Die UNICEF-Studie ist erschütternd – aber leider wahr.

    Wie mit den Schwächsten der Gesellschaft umgegangen wird, zeigt den Charakter der Gesellschaft…

    Frau Merkel… neeee… dazu sag‘ ick nischt, schade um meine Finger…

  2. fischi sagt:

    Das Deutschland Exportweltmeister ist, ist eine glatte Lüge, das ist bekanntlich China.
    Einen Record gibt es aber doch, OECD-Meister bei der Zunahme der Armut.

    http://www.oecd.org/dataoecd/45/27/41525386.pdf

  3. birkental sagt:

    Die Kinderwährung steckt nicht in der Brieftasche.
    Unbestritten ist Armut ein wichtiger Faktor für kindliches Wohlbefinden. Doch die Währung für Kinder ist Beziehung. Geld macht kindgerechte Beziehungsarbeit möglich. Absolut. Aber die Anzahl Mahlzeiten am Tag, die Zahl der Bücher oder Kleidungsstücke sagt noch nichts über Zuwendung, Führung und Heiterkeit in einem Kinderleben aus.

    Deprivation ist in Armutssituationen vermehrt Isolation, Frustration und Gewalt ausgesetzt. Deshalb ist das Modell der Elternzeit nach der Geburt mit ihren 14 Monaten eine grosse kollektive Leistung. In der Schweiz gibt es für die Mutter gerade mal 3 Monate Mutterschaftsurlaub.
    Wirklich gefährdet sind Kinder arbeitsloser und alleinerziehender Eltern.

    Resilienz, also (Über-)Lebenstärke trotz ungünstiger, erschwerter Bedingungen, ist förderbar. Wir alle können durch Kontakt- und Beziehungsarbeit in der Umgebung die Selbstheilungskräfte von Kindern und Familien in Armut anregen.

    An der UNICEF-Studie gefällt mir, dass sie alle Staaten aufruft, Daten zur Lage der Kinderarmut und der Kinder im Allgemeinen periodisch, also mindestens einmal pro Jahr, zu erheben. Dadurch werden auch die grossen regionalen Unterschiede der Einkommensarmut thematisiert. Dadurch wird Aufmerksamkeit von der Brieftasche auf die Kinder und ihre Umgebung gelenkt.

  4. MartinP sagt:

    Die Geschichte zeigt, dass beides zusammenhängt: Wo Wohlstand ist, herrscht Kindermangel; wo Armut ist, gibt es viele, viele Kinder. Diesen Zusammenhang kann man zwischen 1. und 3. Welt beobachten, aber auch in Europa. Insoweit guter Artikel!

    Wir Deutschen haben uns eben in die Position erarbeitet, dass man keine eigenen Kinder braucht, um zu überleben. Notfalls pflegen einen eben die Kinder anderer Menschen im Alter. Ob das gesellschaftspolitisch toll ist, mag dahingestellt sein…
    Die derzeitigen Sozialgesetze setzen zudem falsche Anreize: Wer aufgrund geringer Bildung nur ein geringes Einkommen erzielen kann, zeugt viele Kinder, um sein Einkommen zu maximieren.
    Kinderlose haben nur geringe finanzielle staatliche Einbußen. Gerade für Gutverdiener stellen eigene Kinder hohe Kosten dar, abgesehen von anderen Einbußen im Lebensstandard. (weniger und billigerer Urlaub bsp.)

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