Zeman: „Mourinho ist ein grosser Kommunikator und ein mittelmässiger Trainer“

Zuerst die lange Vorgeschichte. Ungekürzter Text aus Wikipedia; Hervorhebungen von Uhupardo.

zeman

„Die Trainerlaufbahn von Zdeněk Zeman begann beim Amateurverein Cinisi, einem Dorf aus der Umgebung von Palermo. Es folgten die Stationen Bacigalupo, Carini, Misilmeri und Esacalza. 1974 wurde er nach Fürsprache Čestmír Vycpáleks Jugendtrainer bei Palermo. Diese Stellung hatte er bis 1983 inne, in der Zwischenzeit hatte er erfolgreich die Ausbildung zum Fußballtrainer in Coverciano beendet.

1983 erhielt Zeman ein Angebot des Viertligisten Licata, mit dem er ein Jahr später in die Serie C1, die dritte italienische Liga aufstieg. 1986 wechselte er nach Foggia, wurde dort aber am 27. Spieltag entlassen, weil er sich schon mit Parma geeinigt haben soll. In Parma wurde er in der Saison 1987/88 nach nur sieben Spieltagen entlassen. 1988 kehrte Zeman nach Sizilien zurück, genauer gesagt nach Messina. Er führte die Mannschaft auf Platz acht der Serie B.

1989 verpflichtete ihn erneut Foggia, frischer Aufsteiger in die Serie B. Im ersten Jahr landete die Mannschaft auf Platz acht, in der Saison 1990/91 stieg Foggia als Tabellenerster in die Serie A auf. Zemans Foggia, das Foggia dei miracoli schaffte allen Expertenmeinungen zum Trotz drei Jahre hintereinander den Klassenerhalt. In dieser Zeit machte sich Zeman nicht nur durch seine unkonventionell offensive Spielweise mit einem 4-3-3-System einen Namen, sondern auch als Trainer mit einem Auge für Talente.

1994 verließ er Foggia und unterschrieb bei Lazio Rom, mit dem er im ersten Jahr Vizemeister wurde, im zweiten Jahr Dritter. Nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Bologna wurde Zeman am 27. Januar 1997 entlassen. Kurze Zeit später nahm er ein Angebot des Stadtrivalen AS Rom für die kommende Saison an. Nach einem vierten Platz im ersten und einem fünften Platz im zweiten Jahr trennten sich die Wege von Zeman und dem AS Rom.

Im Sommer 1998 hatte er das Doping im Fußball angeprangert und sich dadurch viele Feinde gemacht. Nach einigen Monaten ohne Trainerjob nahm er im Oktober 1999 ein Angebot von Fenerbahçe Istanbul an, nach nur drei Monaten trat er aber vom Traineramt zurück. Im Sommer 2000 stellte ihn Napoli als neuen Trainer vor, nach sechs sieglosen Spielen wurde er entlassen. Von 2001 bis 2003 blieb Zeman in Kampanien, diesmal in Salerno beim dortigen Zweitligisten Salernitana Sport. Nach einem sechsten Rang in der ersten Saison wurde Zeman im zweiten Jahr nach dem 17. Spieltag entlassen. 2003/04 trainierte er US Avellino in der Serie B.

Zur Saison 2004/05 kehrte er in die Serie A zurück und übernahm Lecce, das ein allseits geachtetes Spiel zeigte und Elfter wurde. Dennoch trat Zeman am Saisonende von seinem Posten zurück. Nach mehreren Monaten ohne Traineramt engagierte ihn am 5. März 2006 Brescia Calcio. Zur Saison 2006/07 übernahm er erneut das Traineramt bei Lecce, wurde aber am 24. Dezember 2006 von seinen Aufgaben entbunden.

Zur Saison 2008/09 übernahm Zeman den serbischen Erstligisten FK Roter Stern Belgrad, wurde aber bereits nach wenigen Spieltagen wegen Erfolglosigkeit entlassen.

Am 14. Juli 2010 übernahm Pasquale Casillo, Präsident des Foggia dei miracoli der 1990er Jahre erneut die US Foggia. Dieser verpflichtete Zdeněk Zeman als Trainer und Giuseppe Pavone als sportlichen Leiter und vereinte damit das Trio wieder, das mit dem süditalienischen Verein in den 1990ern in der Serie A für Furore gesorgt hatte. [1] In der Saison 2010/11 der Gruppe B der Lega Pro Prima Divisione stellte Foggia wie einst zu Erstligazeiten unter Zeman erneut eine sehr gute Offensive, mit 67 Saisontreffern hatte man den mit Abstand besten Sturm, musste allerdings mit 58 Toren auch die mit Abstand meisten Gegentreffer hinnehmen. Insgesamt beendete die US Foggia die Spielzeit auf dem sechsten Platz und verpasste somit die Aufstiegsplayoffs, woraufhin Zdeněk Zeman sein Amt niederlegte. Etwa einen Monat später, am 21. Juni 2011 wurde er neuer Trainer und zugleich technischer Direktor beim Zweitligisten Pescara Calcio, wo er einen Vertrag über ein Jahr unterschrieb.

Im Juni 2012 wurde bekannt, dass Zeman, der gerade den Aufstieg mit Pescara Calcio in die Serie A schaffte, das Traineramt beim AS Rom übernehmen wird, das er schon in den Jahren 1997 bis 1999 innehatte.“

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Genug der Vorrede. Nun zur Aktualität.

Gestern sagte Zeman wörtlich:
„Mourinho ist ein grosser Kommunikator, der seine Mittelmässigkeit als Trainer dahinter erfolgreich versteckt.“

Sehen Sie, Herr Zdeněk Zeman, wir wollen gar nicht beurteilen, ob Sie Recht haben oder nicht. Aber fällt Ihnen jetzt eventuell selbst auf, dass es eben nicht ganz egal ist, wer etwas sagt?

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5 Kommentare zu “Zeman: „Mourinho ist ein grosser Kommunikator und ein mittelmässiger Trainer“

  1. almabu sagt:

    Bis zum Lesen dieses Artikels wusste ich nicht einmal, dass ein gewisser Zdeněk Zeman überhaupt existiert!

    off topic: Medien-Deutschland entdeckt Ronaldo:
    http://www.focus.de/sport/em2012/fussballstar-koepft-portugal-ins-em-halbfinale-alleinunterhalter-ronaldo-kommt-seinem-traum-nah_aid_771115.html

    • uhupardo sagt:

      Zeman ist schon ein gewaltiger Crack. Wer mit so einem Arbeitszeugnis, ohne angegriffen worden zu sein, freiwillig aufsteht, um ausgerechnet Mourinho und dessen Titelliste verbal in die Mittelmässigkeit zu schieben, muss einen erheblichen Dachschaden haben. Selbst wenn er Recht hätte, wäre er gut beraten gewesen, unbedingt den Mund zu halten.

      Ja, wie „Medien-Deutschland entdeckt Ronaldo“? – Gibt es in deutschen Medien noch etwas anders als CR7? Ich habe gestern deutsches TV gesehen beim Portugal-Spiel. Die haben doch gar kein anderes Thema mehr. Erst war es das hämische „Ronaldo, der grosse Versager“. Jetzt geht das nicht mehr. Nun eiert man herum zwischen „mag ich trotzdem nicht, ätschibätschi!“ und „na ja, ein guter Fussballer ist er ja wirklich“.

      Dabei wird JEDER auf CR7 angesprochen, der sich vor ein Mikrophon wagt, und soll sich dann dazu positionieren. Bis zum Erbrechen. Selbst die portugiesischen Nationalspieler müssen gleich nach dem Sieg erklären, wie wichtig CR7 ist. Endlos.

      Cristiano wird´s amüsieren.

    • uhupardo sagt:

      Wie sagte ich gerade ganz richtig: Selbst wenn Portugal mal Spielpause hat – es wird sich doch ein Grund finden, über Cristiano zu reden.
      http://www.spiegel.de/panorama/leute/ronaldos-frisur-twitterkrieg-zwischen-bar-refaeli-und-irina-shayk-a-840841.html

  2. uhupardo sagt:

    Mourinho:
    „Ich bin ein mittelmässiger Trainer? Ich respektiere die Meinung von Zeman, auch wenn ich nicht weiss, wer das ist. Wo spielt der? Da ich gerade im Urlaub bin, werde ich mal bei Google schauen, was er bis jetzt gewonnen hat.“

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