Urteil zur Beschneidung von Jungen – ein Streitgespräch

 

In seinem Artikel „Kölner Beschneidungsverbot: Vollkommen unnötige Korinthenkackerei!“ erklärt der almabu-Blog, warum das Urteil, das die Beschneidung eines muslimischen Jungen für strafbar erklärt, unsinnig ist. Dankbar zur Kenntnis genommen, dass es nach langer Zeit endlich eine Gelegenheit gibt, mit den Standpunkten des geschätzten Kollegen nicht einverstanden zu sein, wollen wir Stellung beziehen.

almabu: Gut gemeint, ist meist das Gegenteil von gut. Das gilt wohl auch für diesen Fall, der ohne Not in die traditionell ausgeübten religiösen Sitten und Gebräuche von zum Teil jahrtausendealten Weltreligionen eingreift.

Uhupardo: Deutschland ist oft eine sehr seltsame Mischung aus rigiger Haltung und falsch verstandener Toleranz.  Das Kölner Urteil ist so richtig wie erforderlich. Jede Zivilisation ist verpflichtet, ihre eigenen Werte zu formulieren und aktiv zu schützen. Tut sie das nicht, wird sie von denjenigen Zivilisationen unterdrückt, die mit ihr konkurrieren. Körperliche Unversehrtheit gehört unbedingt dazu.

 

almabu: Im Prinzip unterstellt das Urteil, jüdische und muslimische (und US-amerikanische!) männliche Kinder müssten vor ihren fanatischen Eltern geschützt werden, die ihnen verantwortungslos am Schniedel herumschnippeln wollten.

Uhupardo: Das Urteil unterstellt das nicht nur, so ist es tatsächlich. Im juristischen Raum Deutschlands, der die Werte der Gesellschaft ummanteln soll, stellt Köperverletzung eine Straftat dar. Hier müssen die Kinder also davor geschützt werden, vor wem auch immer und mit aller Konsequenz.

almabu: In der Konsequenz von Köln müsste dann dieser Logik folgend bald ein Urteil folgen, dass die religiöse Indoktrinierung von Kindern durch Eltern, Kirchen, Schulen und Gesellschaft bis zu deren Volljährigkeit verbietet, um keinen psychischen Schaden bei ihnen anzurichten.

Uhupardo: So wie Mädchen in Deutschland juristisch vor Genitalverstümmelung zu schützen sind, so sehr das auch woanders „Jahrtausende alte Tradition“ sein mag, trifft es auch bei den Jungs zu. Daran ist schlicht gar nichts falsch, ganz im Gegenteil. Wenn religiöse Indoktinierung bis zur Volljährigkeit ausserdem untersagt würde, wäre das tatsächlich ein Segen, wenn auch nicht zu erwarten. Darin sind wir allerdings einig.

almabu: Das Kölner Gericht hätte sich in der Sache für unzuständig erklären und die Klage zurückweisen müssen!

Uhupardo: In keinem Fall! Das Gericht ist definitiv für Delikte von Köperverletzung im deutschen Rechtsraum zuständig. Deswegen war dieses Urteil seit langem überfällig, egal wer jetzt wie laut portestiert!

Unsere Leser sind ausdrücklich eingeladen, sich an dem Streitgespräch – sachlich – zu beteiligen, in dem almabu sicherlich präsent bleiben wird.

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28 Kommentare zu “Urteil zur Beschneidung von Jungen – ein Streitgespräch

  1. almabu sagt:

    Gesendet am 28.06.2012 um 15:01 | Als Antwort auf uhupardo .

    Vielen Dank auch für die mir ungefragt „aufgezwungene“ Diskussion, lieber Uhu!

    Uhupardo: Deutschland ist oft eine sehr seltsame Mischung aus rigiger Haltung und falsch verstandener Toleranz. Das Kölner Urteil ist so richtig wie erforderlich. Jede Zivilisation ist verpflichtet, ihre eigenen Werte zu formulieren und aktiv zu schützen. Tut sie das nicht, wird sie von denjenigen Zivilisationen unterdrückt, die mit ihr konkurrieren. Körperliche Unversehrtheit gehört unbedingt dazu.

    almabu: Wieviele Millionen Eltern in Deutschland unterziehen ihre minderjährigen Kinder teils schmerzhaften und langwierigen medizinischen Behandlungen von Teils zweifelhaftem Nutzen? Das fängt bei bestimmten Impfungen an, geht über Korrekturen am Knochenbau und Skelett und Gebiss bis hin zu Schönheitsoperationen, Tätowierungen, Ohrringen und Piercings! Im Prinzip sind das alles mit Schmerzen verbundene körperliche Eingriffe (Misshandlungen?) an Minderjährigen, für die ihre Eltern entscheiden.

    Uhupardo: Das Urteil unterstellt das nicht nur, so ist es tatsächlich. Im juristischen Raum Deutschlands, der die Werte der Gesellschaft ummanteln soll, stellt Köperverletzung eine Straftat dar. Hier müssen die Kinder also davor geschützt werden, vor wem auch immer und mit aller Konsequenz.

    almabu: Die allumfassende, globale Zuständigkeit des Westens und seiner „Werte“ ist das Vehikel des politischen und militärischen Eingreifens überall auf der Welt. Wir können oder wollen uns nicht vorstellen, dass andere Kulturen gewisse Werte anders definieren. Wir missionieren also „unsere Werte“, die sich im Alltag durchaus als fragwürdig herausstellen. Wir fordern Mädchenschulen in Afghanistan und importieren gleichzeitig minderjähriges Frischfleisch aus Osteuropa für die Puffs flächendeckend in Deutschland.

    Uhupardo: So wie Mädchen in Deutschland juristisch vor Genitalverstümmelung zu schützen sind, so sehr das auch woanders “Jahrtausende alte Tradition” sein mag, trifft es auch bei den Jungs zu. Daran ist schlicht gar nichts falsch, ganz im Gegenteil. Wenn religiöse Indoktinierung bis zur Volljährigkeit ausserdem untersagt würde, wäre das tatsächlich ein Segen, wenn auch nicht zu erwarten. Darin sind wir allerdings einig.

    almabu: Ich glaube niemand ausser Dir hier setzt Genitalverstümmelung von Mädchen mit der religiös oder medizinisch begründeten Beschneidung von Jungen gleich?

    Uhupardo: In keinem Fall! Das Gericht ist definitiv für Delikte von Köperverletzung im deutschen Rechtsraum zuständig. Deswegen war dieses Urteil seit langem überfällig, egal wer jetzt wie laut portestiert!

    almabu: Dann müsste also jedes Foul in der Bundesliga als Offizialdelikt gerichtlich verfolgt werden?
    Spaß beiseite, ich will mal eine andere These einbringen:
    Dieses Thema erlaubt es Minderheiten unseres Landes anzuprangern, folgenlos unter Generalverdacht zu stellen, sich moralisch über sie zu setzen und gleichzeitig durch die deutsche Gesetzgebung ein Alibi zu bekommen. Dem können anscheinend viele nicht widerstehen?
    Meine These ist sehr einfach. Wir haben Religionsfreiheit in Deutschland. In Deutschland wird wahrscheinlich länger beschnitten als getauft, denn als die großflächige Christianisierung durch Irische Mönche erfolgte, da waren die Juden, die Jahrhunderte zuvor mit den Römern gekommen waren schon „Alteingesessene“!
    Jüdische und muslimische und US-Eltern lieben ihre Kinder nicht weniger als Deutsche und werden ihnen deshalb nicht mutwillig Schmerzen zufügen, oder?
    Kinder werden seelisch verletzt, wenn man ihnen vom Teufel und der Hölle erzählt. Wo bleibt da das entsprechende Gerichtsurteil?

    PS: Mein Bruder wurde als junger Erwachsener in Berlin wegen einer Phimose beschnitten. Er war mehrere Tage im Krankenhaus und empfand es durchaus als schmerzhaft. Der Arzt sagte ihm damals in meiner Gegenwart, dass dieser Eingriff ein Klacks gewesen wäre, wenn er bei ihm als Kleinkind vollzogen worden wäre. Es gab in den 70ern der Vor-Aids-Zeit auch Tendenzen „in fortschrittlichen Kreisen“sich aus hygienischen Gründen beschneiden und aus Fairness gegenüber den Frauen in den Zeiten des fröhlichen „Jeder treibt es mit Jedem“ Rudelbumsens sterilisieren zu lassen. Körperverletzung hatte da keiner im Sinn…

    • uhupardo sagt:

      „Vielen Dank auch für die mir ungefragt „aufgezwungene“ Diskussion, lieber Uhu!“
      Unverhofft kommt oft!

      „Die allumfassende, globale Zuständigkeit des Westens und seiner „Werte“ ist das Vehikel des politischen und militärischen Eingreifens überall auf der Welt. Wir können oder wollen uns nicht vorstellen, dass andere Kulturen gewisse Werte anders definieren. Wir missionieren also „unsere Werte“, die sich im Alltag durchaus als fragwürdig herausstellen. Wir fordern Mädchenschulen in Afghanistan und importieren gleichzeitig minderjähriges Frischfleisch aus Osteuropa für die Puffs flächendeckend in Deutschland.“
      Jetzt nicht das Thema wechseln! Von allumfassender, globaler Zuständigkeit des Westens war hier nie die Rede – sondern von dem, was ich in meinem eigenen Wohnzimmer an Normen bestimmen darf oder nicht. Wir reden auch nicht von seelischen Verletzungen sondern ausschliesslich von körperlicher Unversehrtheit.

      Dazu hatte Carmen schon gesagt: „Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt in Deutschland für alle BürgerInnen, also auch für kleine Jungs, deren Eltern einer Religion anhängen, die die Beschneidung religiös begründet.“

      Sonst warten wir morgen auf Herrn Kelloggs (der mit den Frühstücksflocken), der uns darüber aufklärt, dass sein Sohn vor der Masturbation durch Beschneidung geschützt werden muss und dass man das gefälligst zu akzeptietern hat, wie er das ehemals in den USA den Menschen erklärt hatte.

      wikipedia

      Zu seinen Lebzeiten wurde er als Vorkämpfer für Gesundheit und sexuelle Enthaltsamkeit angesehen. Ganz entschieden lehnte er auch die Masturbation ab, die er für diverse Krankheiten verantwortlich machte und an der Kinder systematisch gehindert werden müssten. Kellogg empfahl auch drastische Methoden und die routinemäßige Beschneidung kleiner Jungen, da die so erhöhte Unempfindlichkeit der Eichel von der Selbstbefriedigung abhalte.

      „Ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist, ist die Beschneidung. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders, wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird. Bei Mädchen, so hat der Autor herausgefunden, ist die Behandlung der Klitoris mit unverdünnter Karbolsäure (Phenol) hervorragend geeignet, die unnatürliche Erregung zu mindern.“

      – John Harvey Kellogg, M.D., Treatment for Self-Abuse and its Effects, Plain Facts for Old and Young, Iowa: F. Segner & Co. (1888), Seite 295

  2. Freiheit sagt:

    Mit das schlimmste was dem Menschen passieren konnte, ist das Heil für die Seele in irgendeiner Religion zu suchen und dabei einem Aberglaube zu verfallenn, der schon an Fanatismus grenzt. Hätte das Universum gewollt, dass der Mensch an seinen Genitalien zu beschneiden ist, dann hätte die Evolution dahingehend bestimmt etwas unternommen. Ich bin der Meinung, dass alle Weltreligionen dem Menschen bisher mehr schadeten als Ihm zu Gute zu kommen und das wird sich leider die nächsten Jahrtausende nicht ändern, da Konkurrenzdenken leider eine Menschentugend ist. Kein Mensch/Religion kann über andere Menschen/Religionen bestimmen. Jeder muss sich selbst entscheiden können. Basta!

  3. Die Beschneidung der muslimischen und jüdischen Jungen hatte m.E. ursprünglich keine religiösen, sondern hygienische Gründe, die in die Religion erhoben wurden, damit es auch wirklich gemacht wurde und wird!
    Man stelle sich die Entzündungshäufigkeit der Eichel der Jungen und Männer (samt der Möglichkeit der damit verbundenen Übertragung von Krankheiten an Frauen, die bis zur Unfruchtbarkeit führen können und damals sicherlich auch sowohl für Männer als auch Frauen tödlich enden konnten) in einem heißen Wüstenklima vor, wo Wasser zum Waschen und auch andere Mittel zur täglichen Reinigung unter der Vorhaut nicht ausreichend und immer vorhanden waren.
    Dass dies nun in allen Teilen der Erde, wo diese Anhänger dieser Religionen leben, weitergeführt wird, hat damit zu tun, dass es eben als ein „religiöser Akt“ festgeschrieben ist.
    Insofern (als religiösen Akt) empfinde ich das Urteil auch als einen Eingriff in die verbriefte Religionsfreiheit.

    Außerdem hat dieses Urteil noch ganz andere Folgen:

    Übrigens könnte es auch sein, dass die von uns als Verstümmelung angesehene Beschneidung der weiblichen Genetalien ebensolche hygienischen Hintergründe hat und aus ebensolchen Gründen als religiöser Akt verbreitet wurde.

    Mit Verboten, (Vor-)Verurteilungen und besserwisserischer westlicher Missions- und Belehrungsmanier ist dem ganz sicherlich nicht beizukommen. Ganz im Gegenteil, es werden immer mehr Resentiments gegen „den Westen“ aufgebaut – und die Tradition lebt weiter. Versteckt, wo nötig, aber nie „ausgemerzt“.
    Aber „der Westen“ gebärdet sich ja eh überall, als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen und als wäre seine Art der „Zivilisation“, die ja im Grunde Barbarei ist, die einzige Wahrheit und der einzig richtige Weg, Leben zu gestalten. Warum eigentlich? Woher nimmt sich „der Westen“ dieses Recht heraus?
    Alles, was anders ist als ich, muss werden wie ich oder wird eliminiert???

    • uhupardo sagt:

      „Aber “der Westen” gebärdet sich ja eh überall, als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen und als wäre seine Art der “Zivilisation”, die ja im Grunde Barbarei ist, die einzige Wahrheit und der einzig richtige Weg, Leben zu gestalten. Warum eigentlich? Woher nimmt sich “der Westen” dieses Recht heraus?“

      Darüber kann ich dann wirklich nur noch lachen, Solveigh. 🙂 Erstens im Detail und zweitens im grossen Ganzen:
      Im Detail, weil sich das Urteil darauf bezieht, was in Deutschland gemacht werden darf und soll. Das ist zu Hause und nicht überall. Zu Hause bestimme ich grundsätzlich selbst, wem das nicht passt, kann gehen.

      Im grossen Ganzen musste ich aber laut lachen gerade, weil Solveigh muslimische Staaten offensichtlich nicht einmal aus der Entfernung kennt. Der Westen gebärdet sich … ?
      Solveigh, der Westen ist, mit all seinen Fehlern, von denen es reichlich gibt, ein ausgesprochener Hort der Toleranz. Immer noch. Im Vergleich zumindest. Für den nächsten Urlaub empfehle ich eine Runde durch ein paar Ländern, deren Route ich gern vorgebe. Und dann versuchen Sie mal, Toleranz für Ihre westlichen Werte zu ernten. Da dürfte einige sehr böse Überraschungen lauern, die dann als Ent—Täuschung zur Erkenntnis führen.

      Im Westen wird ewig lang disktuiert, was man noch tolerieren sollte und was nicht; wie weit das Glaubensbekenntnis anderer zu berücksichtigen ist, wenn es gegen landestypische Verhaltensweisen geht usw. – versuchen Sie solche Diskussionen mal in einigen der angesprochenen Länder. Danach sehen wir, ob das mit Gefängnisstrafe abgeht oder gleich in Steinigung endet.

      Andere Kulturen denken nicht einmal darüber nach, ob es richtig oder falsch ist, ihre Wertvorstellungen und Verhaltensweisen zu Hause zur Not auf brachiale Art durchzusetzen – und von der Welt daussen zu erwarten, dass man gefälligst auf ihre Linie einschwenken solle. Nur im Westen wird in manchen Fällen endlos diskutiert, ob ich mein Wohnzimmer selbst einrichten und die Verhaltensanforderungen an meine Gäste selbst bestimmen darf. Und darüber lasse ich keinen Zweifel: Ich darf!

      • Wenn ich Menschen anderen Glaubens und anderer Erziehung mit anderen Wertvorstellungen in mein Land hole, locke oder lasse oder deren Lebensgrundlage in deren Heimatländern zerstöre, so dass sie gezwungen sind, hierher zu kommen, habe ich auch deren andere Lebensweise zu respektieren.

        Denke ich darüber nach, mein Heimatland zu verlassen, gehe ich in kein Land, das nicht eine eben solche Toleranz an den Tag legt, so ich mir das aussuchen kann.

        Ich habe in meiner Erziehung gelernt, dass die Wünsche eines Gastes unbedingt zu respektieren sind.
        In meiner Wohnung kann ich machen, was ich will, solange ich allein bin und auch das nur bedingt, denn denn ich habe auch die Wünsche meiner Nachbarn (zum Beispiel nach Ruhe) zu respektieren.

        Ich kann nicht von dem einen verlangen, er solle sich mir anpassen und selbst nicht bereit sein, mich ihm anzupassen. Beharrt jemand darauf, ausschließlich seinen eigenen „Werte“ durchzusetzen – nach dem Motto „in meinem Wohnzimmer wird gemacht, was ich sage“ – so ist das der häufigste Grund für Zwistigkeiten auch innerhalb der Familie. Wie im Kleinen so im Großen 😀

        Ich bin auch der Meinung, dass die Völker ihre Probleme in ihren Ländern selbst zu lösen haben und NIEMAND das Recht hat, den anderen zu sagen, was „Recht und Ordnung“ ist und die u.U. mit Bomben zu durchzusetzen!

        Ich merke jedoch, hier kommen wir nicht zu einer einigen Meinung.
        Also lassen wir das einfach so stehen.

        • uhupardo sagt:

          Denke ich darüber nach, mein Heimatland zu verlassen, gehe ich in kein Land, das nicht eine eben solche Toleranz an den Tag legt, so ich mir das aussuchen kann.

          Ich kann nicht von dem einen verlangen, er solle sich mir anpassen und selbst nicht bereit sein, mich ihm anzupassen. Beharrt jemand darauf, ausschließlich seinen eigenen “Werte” durchzusetzen – nach dem Motto “in meinem Wohnzimmer wird gemacht, was ich sage” – so ist das der häufigste Grund für Zwistigkeiten auch innerhalb der Familie. Wie im Kleinen so im Großen.

          Vaya, soeben sind aber eine ganze lange Reihe von Ländern, wirklich viele, aus Solveighs Reiseplänen gefallen, denn da wir gemacht, was die sagen und fertig – ohne Diskussion.

          Yap, das lassen wir gern so stehen.

  4. Isa sagt:

    In den USA werden die Jungen gewohnheitsmäßig beschnitten, teils sogar direkt nach der Geburt, und zwar aus hygienischen und vorsorgetechnischen Gründen. Ebendiese wurden in der Kölner Verteidigung der Sache (erfolglos) angeführt.

    Die Phimose (Vorhautverengung) ist bei kleinen Jungen relativ häufig und kann zu schweren Entzündungen führen. Auch deutsche Urologen raten deshalb (auch deutschen) Eltern in solchen Fällen zur vorsorglichen Beschneidung ihres Kindes. Die Eltern unterschreiben, und das Kind wird operiert. Man kann auch per Unterschrift seinem Kind vorsorglich die Mandeln rausnehmen lassen, und man kann – nein, hierzulande SOLL man sogar – das Kind vorsorglich impfen lassen, bis das Heft aus allen Nähten platzt. Sogar gegen Windpocken wird heutzutage geimpft! Und? Körperverletzung? No way, das geht voll durch!

    Aber wenn eine muslimische Mutter ihr Kind beschneiden lässt, wie es eine deutsche auch tun würde, eben ganz nach Vorschrift, beim Arzt, mit Vor- und Nachsorge und dem ganzen Klimbim, wie es ja offensichtlich auch geschehen ist, dann ist das strafbar, weil es im Islam zur Tradition gehört?

    Also deutsch und christlich sein und vorsorglich beschneiden ist in Ordnung, aber Moslem sein und vorsorglich beschneiden ist kriminell????

    Ich bitte euch, Leute, lasst euch doch nicht vor diesen Karren spannen!!!! Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel nach Hidden Agenda, nach dem Motto, jeder Moslem ist ein Saddam, ein Assad, ein Gaddafi (Stichwort: Schaut mal z.B. bei einartysken oder Hinter der Fichte zum Thema Gaddafis Libyen- und Afrikapolitik rein, dann wird euch schnell klar, warum die USA sein Volk „befreit“ haben) und dass ihr die ja nicht in Frieden leben lasst!

    Die BRD mit ihrer ganzen Rechtsprechung und Medienpropaganda ist auch nur ein Vasallenstaat der USA und setzt dessen Vorgaben um, und wenn es nun heißt, die Moslems sind die Bösen, dann kann man das eben auch in Kölner Urteilen wiederfinden. A propos: Gibt’s da nicht so ein Bündnis aufrechter Arier, die Pro NRW, mit dem sogar irgendeine prominente deutsche Politikerin rumgekuschelt hat?

    Erziehung von Kindern ist immer eine Form von Indoktrinierung, ob religiös oder nicht. Kinder orientieren sich nun mal an den Werten, die man ihnen vorgibt und vorlebt, und werden damit automatisch in ihrer „Entscheidungsfreiheit“ eingeschränkt. Der Gottesglaube hat’s ohnehin immer schwerer in dieser Gesellschaft. Nimmt man einem Kind den Glauben an das Göttliche, das es in seinem Leben anstreben könnte, was bleibt ihm hierzulande? Die materielle Gier, für die es alles opfern soll? Das grassiert im Moment wie die Pest, und ganz ehrlich: Da ist mir ein gläubiger Wasauchimmer aber wesentlich lieber, auch wenn er eigene Bräuche hat, die nicht meine sind. Im Glauben an einen Gott treffen wir uns ohnehin irgendwo wieder.

    Totschlagargument Mädchenbeschneidung: Die ist offiziell ohnehin verboten, nicht nur hier, sondern auch in Ländern, in denen sie traditionell durchgeführt wird. Dann macht das eben eine Dorfälteste, in ihrer Hütte, mit einer Glasscherbe, OHNE Betäubung. Äpfel sind keine Birnen!

  5. EuroTanic sagt:

    Ich schliesse mich dem Verfassungsblog an: „Beschneidungs-Urteil: Juristisch und rechtsethisch fragwürdig“ http://verfassungsblog.de/beschneidungsurteil-juristisch-und-rechtsethisch-fragwrdig/

  6. Carmen sagt:

    Uhupardo, ich bin ganz deiner Meinung. Auch wenn ich viele der hier vorgetragenen Argumente interessant finde, z.b. die geschichtliche Herleitung der Beschneidung von Solveigh Calderin.

    Das Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt in Deutschland für alle BürgerInnen, also auch für kleine Jungs, deren Eltern einer Religion anhängen, die die Beschneidung religiös begründet.

    Ich halte im Übrigen das Ohrloch-Stechen bei kleinen Mädchen oder das Füttern mit Globoli (nicht selten: Globoli gegen Insektenstiche schon bei Kleinstkindern) ebenfalls für einen elterlichen Angriff auf die körperliche Unversehrtheit des Kindes.

  7. Stark sagt:

    Ich wurde als kleiner Junge aus hygienischen-gründen im Spital beschnitten, und ich bin so was von froh darüber. Kein weisser stinke Käse, keine Entzündungen, nichts. Und optisch auch noch schöner. Wer das eine ‚Verstümmelung‘ nennt hat keine Ahnug worüber er spricht!

  8. fischi sagt:

    Ich bin Atheist und kann es nicht begreifen, dasS in unserer Zeit immer noch solche Beschneidungen vorgenommen werden.
    Und wenn es doch einen Gott gibt dann interessiert den das bestimmt nicht.
    Den einzigen Sinn sehe ich darin, dass man den Kindern Angst einflößt.

  9. Stark sagt:

    Zur näheren Erklärung: Ich bin als Schweizer in einem christlichen Umfeld gross geworden. Die Beschneidung wurde bei mir gemacht weil mein Vater als kleiner Junge eine Phimose hatte und danach so begeistert über den unkomplizierten Umgang mit seinem Penis war, dass er das mir, seinem Sohn auch ermöglichen wollte. 99% der Eltern wollen doch für ihre Kinder nur das Beste. Mein Sohn wurde mit 2 Jahren auch beschnitten und ist heute ein lebensfroher Teenager!

    Sucht bitte nicht immer nach ‚Problemen‘ wo keine sind. Und glaubt mir Männer, ihr könntet euch glücklich schätzen wenn ihr auch beschnitten wärd, die Frauen lieben es 🙂

  10. Solist sagt:

    Tja und ich wurde ebenfalls in einem Alter beschnitten, wo man gar nicht beurteilen kann, wie es gewesen wäre OHNE. Danach gabs auch Probs, aber meine Erinnerung daran kam erst im späteren Erwachsenenalter. Es folgte Jahre später etwas nach, was ohne Beschneidung sicher nicht der Fall gewesen wäre, was nicht näher erläutern will.
    Ich finde auch Vieles nicht gut was in BRD so läuft und massiv in das Leben Anderer eingegriffen wird (oder manipuliert) und Gesetze die Leig verursachen oder Vorschub leisten, obwohl es verhinderbar wäre. Wenn da an Tiertötungen, Schlachtungen denke… Wenn dies humaner ablaufen würde, wäre sicher finanziell durch wenig Mehrkosten machbar als Beispiel. Ich denke, kein Mensch WILL, das Sie unnötig leiden. Wenn nun aber noch ohne Betäubung geschächtet…macht es die Lage dann etwa besser? Nein, es kommt Weiteres hinzu, was vermeidbar ist und unnötig Leiden verursacht.
    Anders herum wird ein Schuh daraus.
    Wenn ein Kind chirurgisch „behandelt wird, sollte es auch NÖTIG sein. Ob aus körperlichen oder seelischen Gründen und ich denke, soweit möglich und das Kind/Teen selbst einschätzen kann..auch dies sollte in die Entscheidung mit einfliessen.
    Finde Ohrlöcher stechen weniger schlimm, wie das genannte Beispiel. Nebenbei: Ohrringe kann man entfernen, das Loch sieht man kaum und wächst das nicht dann sogar wieder zu??? Aber sogar dabei denke, wenn das Kind das will und Eltern auch, ok… Aber so etwas Unnötiges aufzwingen?
    Vor etwas abraten ist sinnvoller. Wer kennt nicht das klassische Beispiel Arschgeweih. Die Individualität damit ausdrücken, das zu haben was Alle wollen^^ Jahre später und als Erwachsene bereuen es dann meist… na, führt weg vom Thema, deshalb belasse es dabei.

  11. ribi sagt:

    uhu: würdest du mir recht geben, dass z.b. in der brd mehr rücksicht auf die befindlichkeiten der moslems genommen wird als auf die der spanier etc.??

    • uhupardo sagt:

      Jein.

      Es ist vollkommen logisch und richtig, wenn auf die Befindlichkeiten eines Kulturkreises Rücksicht genommen wird, aus dem so viele Bewohner des Landes stammen (denn der Islam gehört wie der Capuccino definitiv längst zu Deutschland). Das sollte so weit gehen wie irgend möglich, aber auch Grenzen kennen, die man dann klar aussprechen darf.

  12. ribi sagt:

    gegenüber italienern wird beim fussballl medioal härter auf die pauke gehauen! auch ist die desintegration der moslems leider ein problem!

    • uhupardo sagt:

      Die Moslems, die ich in Deutschland kenne, sind ungeich viel besser integriert als die Deutschen, die ich in Spanien kenne (und die Rede ist nicht von Touristen).

  13. Carmen sagt:

    Ein lesenswerter Artikel in der FAZ über den jüdischen Verein „Ben Schalem“ – intakter Sohn“, der seit 15 Jahren gegen Beschneidung kämpft: „Meine Freunde essen Schweinefleisch und halten den Schabbat nicht ein. Aber sie sind überzeugt, dass sie ein Stück vom Penis ihres Sohnes abschneiden müssen, damit ihr Sohn Jude ist.“ http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/religioeser-ritus-ein-einschneidender-beschluss-11802683.html

    • uhupardo sagt:

      Gracias, Carmen.

      „Das Beschneiden gehört zum Judentum wie das Glockenläuten zum Christentum“, findet auch der Rabbiner Yehoram Mazor, der zugleich Präsident des Rabbinischen Gerichtshofs für Reformjuden in Israel ist.“

      Und der Hahnenkampf zu Spanien und der Kannibalismus zu Papua-Neuguinea … no me jodas! Wenn die Beschneidung sein muss, dann herzlich gerne: Ab dem Volljährigkeitsdatum, bitte, dann kein Thema.

  14. Khyber Markhor sagt:

    Leseempfehlung zum Thema Jungenbeschneidung:

    Blutige Neugeburt im afro­pa­zi­fi­schen Jägerbund
    Von Jacques Auvergne (2007)

    http://eifelginster.wordpress.com/2007/11/13/010/

  15. ribi sagt:

    lieber uhu: was verstehen sie unter integration? die deutschen in spanien mögen kein spansich können, mir wäre neu, dass man in spanien systematsich und jahrelang sozialhilfe bekommen kann! auch dt. jugendbanden in spanien wären mir neu! auch die verbände, welche eine annäherung an die eigene kultur durch das gastland wünschen- wären mir neu! sie reden ja mal gerne gegen deutschland, haben sie hier nicht gelebt?

  16. ribi sagt:

    uhu: nicht falsch verstehen, man darf in einem land leben, ohne alles toll zu finden, aber eine völlige opposition gegen dessen werdte ist bedenklich! sie glauben garnicht, wie kritisch ich den dt. verzicht auf volksabstimmungen und die beamtenliebe sehe! ich weiß aber auch, bin ich in not. kann fast jedem passieren, bekomme ich hilfe!

  17. ribi sagt:

    uhu: finde ich auch nicht besonders clever, sie fordern eine bezugnahme auf ihre fargen, wollen weitergehende fragen nicht gerne beantworten!

  18. almabu sagt:

    Die American Academy of Pediatrics, der Verband der Kinderärzte in den Vereinigten Staaten, hat seine Haltung zur Beschneidung von Knaben revidiert. Eine in der Zeitschrift „Pediatrics“ veröffentlichte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die medizinischen Vorteile gegenüber den Risiken überwiegen.

    In einem mit der Standesorganisation der Gynäkologen, dem American College of Obstetricians and Gynecologists, abgestimmten “policy statement”, stellen sie fest, die Beschneidung senke die Risiken der Ansteckung mit HIV, Herpes, humanen Papillomaviren und Syphilis. Beschnittene Männer erkrankten seltener an Peniskrebs, für ihre Geschlechtspartnerinnen sinke die Gefahr des Gebärmutterhalskrebses…

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/mensch-gene/beschneidungsdebatte-amerika-sieht-vorteile-in-der-beschneidung-11871169.html

  19. ProFreiheit sagt:

    Hier wird alles kreuz und quer durcheinandergeworfen, was nicht zusammengehört.
    So ist halt der menschliche Verstand. Er will rechthaben um jeden Preis.

    Von einem Rabbiner wurden wir in einer deutschen Talkshow belehrt, daß „Gott“ die Beschneidung der Söhne befohlen hätte.
    Ohne die Beschneidung gäbe es keine Juden mehr, sagte der Rabbiner.
    Nur ein beschnittener Jude ist ein Jude.

    Und tatsächlich, im Alten Testament lesen wir:
    „Und der unbeschnittene Männliche, der am Fleische seiner Vorhaut nicht beschnitten wird, selbige Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke; meinen Bund hat er gebrochen!“ (1. Mose 17:14)

    Was ist das für ein „Gott“, der die Ermordung von unbeschnittenen männlichen Juden befiehlt ?
    Kennen wir so etwas nicht auch vom islamischen „Gott“, der die Ermordung von Ungläubigen befiehlt ?

    Die ersten Christen waren Juden und deshalb forderten sie, daß unbeschnittene Konvertiten (Nichtjuden) beschnitten werden müßten, weil sie sonst nicht in den Bund mit Gott eintreten könnten.
    Darüber gab es intensive Debatten und die Gewinner waren jene, welche keine Beschneidung von Nichtjuden forderten.

    Der Apostel Paulus formulierte es im Brief an die Römer so:

    „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleische Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geiste, nicht im Buchstaben; dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist.“ (Röm. 2.28,29)

    Es geht nicht um medizinisch notwendige oder medizinisch „empfohlene“ Beschneidungen, es geht einzig und alleine um die religiös motivierte Beschneidung.
    Also bitte nicht immer alles in einen Topf werfen.

    Ich habe mir die Mühe gemacht, Gott zu fragen, wie er zur Beschneidung steht.
    Gott antwortete mir klar und deutlich:
    „Ich habe die religiöse Beschneidung niemals befohlen. Es ist eine Verstümmelung von Schutzbefohlenen und wehrlosen Kindern.
    Die sogenannten heiligen Bücher sind durchsetzt von Lügen und falschen Darstellungen, welche von böswilligen Menschen zu ihrem Vorteil und zur Unterdrückung und Kontrolle ihrer armen Opfer eingefügt wurden.
    Angstmacherei ist ein uraltes Mittel der Manipulation, ich bin jedoch ein Gott der Liebe und der Wahrheit und rufe die Menschen auf, sich nicht auf solche
    Irrlehren von Verbrechern und Menschenhassern einzulassen.“

    So denkt Gott also über die religiöse Beschneidung.

    Der Mensch muß sich von falscher Indoktrination durch grausame Verbrecher befreien.

    Es gab Religionen, in denen der entsprechende „Gott“ sogar Menschenopfer forderte. Tieropfer und Menschenopfer, um den Zorn des „eifersüchtigen“ Gottes zu besänftigen.

    Wer sich mal die Mühe macht, das Alte Testament zu lesen, findet verschiedene Gottesvorstellungen darin.
    Das geht vom Menschenschlächter und Massenmörder bis zum Gott der Liebe.

    Das Wort „Gottesbild“ oder „Gottesvorstellung“ ist der Schlüssel, denn davon hängt es ab, was ein Mensch glaubt und wie er sich dem unsichtbaren „Gott“ gegenüber verhält.

    Fazit:
    Gott hat gesprochen.
    Religiöse Beschneidung wurde nie von ihm befohlen. Sie ist eine Straftat.
    Nur blinder religiöser Fanatismus verleitet die Menschen dazu, ihre Kinder
    zu verstümmeln.

    Wer das nicht glaubt, soll bitte Gott selbst fragen, anstatt alte Schriften zu zitieren, welche x-mal gefälscht wurden.
    Oder denken diese Menschen, die sich an alte Schriften klammern, daß Gott tot ist und nicht kontaktiert werden kann ?

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