So nicht, Herr Schmidt!

 

Erst beschliessen Bundestag und Bundesrat im Eilmarsch und am Grundgesetz vorbei Fiskalpakt und ESM – nun fühlt sich der Altbundeskanzler berufen, das Verfassungsgericht zu rüffeln und den Richtern ein „politikkonformes“ Urteil vorzuschreiben. So sehr wir uns bemühen, innerdeutsche Themen eher anderen zu überlassen: Das geht schlicht zu weit!

Man kann darüber spekulieren, ob das Verfassungsgericht von politischer Seite zu schnellem Handeln gedrängt wurde, als es verkündete, die Klagen gegen den ESM bereits am 10. Juli verhandeln zu wollen. Doch das ist müssig, denn in jedem Fall je schneller desto besser. Nicht übergehen darf man allerdings die Äusserungen von Helmut Schmidt in seiner Dankesrede am Montagabend in Berlin angesichts der Verleihung des Eric-M.-Warburg-Preises der Atlantik-Brücke.

 

Angesichts der Schuldenkrise seien „Entschlusskraft und Opferbereitschaft dringend geboten“, sagte Schmidt am Montagabend in Berlin. Bislang habe Europa oft zu zaghaft reagiert. „Man muss sein Herz über die Hürde werfen. Das gilt ganz gewiss auch für uns Deutsche und ganz gewiss auch für das Bundesverfassungsgericht,“ betonte er. (Zitat Spiegel Online).

Da hört der Spass endgültig auf! Auch 93 Lebensjahre und der Status eines geschätzten Altbundeskanzlers berechtigen nicht dazu, das höchste deutsche Verfassungsorgan (Grundgesetzorgan angesichts mangelnder Verfassung) zu was auch immer aufrufen zu wollen. Als gäbe es im Volk nicht genug Misstrauen in die Politik und die Machenschaften der Herrschenden! Wenn sich jetzt auch noch Politiker oder Ex-Politiker berufen fühlen, diejenigen Institutionen in die Flügelzange nehmen zu wollen, die Entscheidungen der Herrschenden auf ihre Legalität zu überprüfen haben, ist das ein Frontalangriff gegen die bereits ausgehöhlte Demokratie.

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33 Kommentare zu “So nicht, Herr Schmidt!

  1. healer sagt:

    klarer fall von alterdemenz

    • uhupardo sagt:

      Das ist zu einfach und entschuldigt gar nichts. Helmut Schmidt weiss genau, wovon er redet und reden will, in diesem wie in anderen Fällen (siehe almabu-Kommentar).

  2. almabu sagt:

    Schmidt hatte auch zu aktiven Zeiten keine Probleme mit Gesetzen und Gerichten;-)

  3. Ludwig von Mises sagt:

    Nein, ganz bewusste Tat!! Mal über die Warburgs informieren und die Atlantik Brücke!!
    Das sind alles Faschisten!!
    “Wir werden eine Weltregierung haben, ob es uns paßt oder nicht. Die einzige Frage ist, wird die Weltregierung durch Eroberung oder durch Zustimmung erreicht.”

    (Paul Warburg, 1950)

    • Sven Boernsen sagt:

      So ist es! – Helmut Schmidt ist der Mann, der auf Professor Karl Schiller folgte, als dieser als Wirtschaftsminister abdankte, weil er die Schuldenpolitik eines anderen SPD-Denkmals nicht mehr verantworten wollte. Immerhin: Helmut Schmidt bleibt sich auch im Alter treu – Keine Spur von Demenz!

  4. Die deutsche Demokratie hatte auf jeden Fall mal glanzvollere Zeiten erlebt. Die Ereignisse der letzten Tage stimmen einen wirklich traurig, da fragt man sich natürlich wo das alles hinauslaufen soll.

    • uhupardo sagt:

      „Die deutsche Demokratie hatte auf jeden Fall mal glanzvollere Zeiten erlebt.“

      Das muss man gar nicht auf die Demokratie begrenzen. Deutschland hat schon glanzvollere Zeiten erlebt. Nennenswertes stammt fast ausschliesslich aus dem 19. Jahrhundert, als es noch das Land der Dichter und Denker gab. Und seitdem? Schland schnarcht vor sich hin.

      Wenn jetzt die letzten (!) Grundpfeiler der Demokratie auch noch augehöhlt werden, ist von Deutschland nicht mehr viel übrig.

  5. […] So sehr wir uns bemühen, innerdeutsche Themen eher anderen zu überlassen: Das geht schlicht zu weit! Quelle: von uhupardo […]

  6. Thomas sagt:

    Ich bin sicher viele Menschen haben ein Herz für Europa. Aber dieses Konstrukt EU ist das Problem. Wenn das beseitigt ist, die Politbonzen entlassen sind, dann können die Völker Europas durch Referendum entscheiden, wie sie zusammenarbeiten und leben wollen. Auch die Frage der Währung wird dann geregelt. Das was jetzt versucht wird, ist Diktatur von oben. Das wird nicht funktionieren.

  7. flurdab sagt:

    Warburg, Warburg, Warburg, das war doch was?
    Gab es da nicht ein Bankhaus welches an der Gründung der FET beteiligt war?
    Und zu Herrn Schmidt und seine Atlantischen Brücke:
    Das ist alles Sozialdemokratie!
    Die Sozialdemokratie der Vermögenden.

  8. fischi sagt:

    Wunderts wirklich irgend jemand?
    Die SPD war und ist nie eine linke Partei gewesen.
    Blos früher hat man das noch etwas versucht zu verstecken.

  9. tinyentropy sagt:

    Ich sehe hier nichts anderes als eine zitierte Meinungsäusserung von Hr. Schmidt. Und die finde ich als solche okay, auch wenn ich nicht darin einstimme. Aber man muss doch die Kirche im Dorf lassen – es ist nur eine Meinungsäusserung und keine unzulässige Einflussnahme auf die Entscheidung des Gerichts. Kein Grund sich so auzuregen.

    • Wenn ich das sage und wenn Sie das sagen, mag das eine Meinungs-Äußerung sein.
      Wenn ein Altbundeskanzler vom Ansehen eines Herrn Schmidt sagt, ist das mindestens versuchte Einflussnahme.
      Es ist nicht gut, Geschehnisse zu verniedlichen.

      • uhupardo sagt:

        Es gibt keine Äusserung eines Altbundeskanzlers, die nicht gleichzeitig Politik ist, das hat man bei dem Job von Beginn an mitgekauft. Schmidt weiss das auch genau, deswegen redet er, wie er redet.

  10. […] So nicht, Herr Schmidt! […]

  11. Absolut, so nicht Monsieur Schmidt.

  12. Czerulf sagt:

    Sollte Herr Schmidt jetzt doch Visionen haben?

  13. genoland sagt:

    stimmt es eigentlich, dass der alte schmidt zu den bilderberger-treffen nicht mehr eingeladen wird, weil er ihnen immer rücksichtslos die bude vollqualmt ?

  14. Hinweise auf das „Bilderberger-Treffen“ habe ich mittlerweile einige erhalten. Merkwürdigerweise erzählen alle Teilnehmer dieser elitären Veranstaltung in ihren Nationalstaaten vor dem Mikro plötzlich die gleichen alternativlosen Sprüche, wie z.B. Trittin. So auch in Österreich – „Zuerst wurde der österreichische Kanzler Herr Faymann (SPÖ) zum Bilderberger-Treffen nach Chantilly, Virginia eingeladen und kurz darauf wurde beinahe im Alleingang der ESM durchgezogen.“ schreibt mir eine Leserin. Bitte Uhupardo, sag mir was da los war, ich war leider verhindert. Haben die alle zusammen beim Mentalisten gesessen?

    • Ich bin nicht uhupardo, habe aber trotzdem eine Meinung dazu.

      Diese so genannten „Bilderbergerkonferenzen“ sind eine blanke Erfindung derer, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen – die wirklich Mächtigen dieser Erde (ca. 40 Familien).
      Mit der Website und den Informationen dort, plus den „Statements“ der Polit-Marionetten wird jetzt zur Wahreit erhoben, was bis vor kurzem „Verschwörungstheorie“ war (es gibt sie trotzdem nicht). Die Menschen, die daran glauben, wurden an einen vorher auf dieser Website bekannt gegebenen Ort gelockt, um dort „protestieren“ zu können (= ihren Frust ablassen). Gleichzeitig konnte die Polizei und Armee ihre Übermacht demonstrieren.
      Da war aber NIEMAND. Alles Theater á la Hollywood.

      Ziel: Die Aufmerksamkeit der Menschen wird von der eigentlichen Ursache der Probleme auf unserer Erde abgelenkt. Während der Pleb die Bilderberger (die es gar nicht gibt) jagt, wird die Erde weiter zum Nutzen weniger ausgebeutet.

      Und wo die sich treffen, das erfährt nun wirklich keiner – muss auch nicht, weil die treffen sich eh ständig… Damit bedarf es auch keiner Geheimhaltung dieser Treffen, damit kann auch nichts von diesen Treffen an die Öffentlichkeit dringen.

      Dringt irgend etwas hoch Geheimes an die Öffentlichkeit, kannst Du immer davon ausgehen, das es sich um Nebelbomben handelt. Was geheim ist, bleibt geheim. Sonst wär’s ja nicht geheim. Was an die Öffentlichkeit kommt, soll an die Öffentlichkeit kommen…

      Es ist ganz einfach! Verwirre, lenke die Aufmerksamkeit um und raube die Menschen aus, während die mit Nebensächlichkeiten beschäftigt sind.

    • uhupardo sagt:

      Es ist absolut bezeichnend, wie dieses Bilderberger-Treffen strukturiert ist und dass es absoluter Geheimhaltung unterliegt. Mehr muss man dazu gar nicht erklären, um seinen Charakter und seine Absicht zu beschreiben.

      Das zweite Statement widerspricht dem ersten nicht:
      Ich halte das Thema für überbewertet. Es wird von vielen allzu simpel gestrickten Menschen dazu benutzt, sich die Welt komplett zu erklären. Das ist sehr verständlich, weil jeder bemüht ist, sich die Welt komplett zu erklären, ohne dass der Kopf explodiert – doch hier ist es ein bisschen zu einfach. Deswegen ist das Thema Bilderberger keine Verschwörungstheorie, aber eine „Versimplungstheorie“.

  15. Mir kam gerade der Begriff: „Potemkinsches Dorf“ in den Sinn… Viele Grüße

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