Demo: Beamte sperren spontan Hauptstrasse in Madrid

 

Vor wenigen Minuten haben hunderte von Beamten in ihrem Protest gegen die gestern von der Regierung verkündeten Kürzungsmassnahmen die Castellana in Madrid blockiert, eine der grössten Strassen im Zentrum der spanischen Hauptstadt. Es war eine spontane Demonstration, die sich aus purer Wut der Versammelten ergab, denn die Protestveranstaltung der öffentlich Beschäftigten ist von den Gewerkschaften erst für morgen angesetzt.

„Das war jetzt der Tropfen, der das Fass voll gemacht hat“, schrie einer der Demonstranten und forderte den Rücktritt von Regierungschef Mariano Rajoy. Ein anderer beklagte „immer greifen sie da zu, wo es am einfachsten ist, bei den Angestellten im öffentlichen Dienst! Auf was haben denn die Politiker der Regierung bisher verzichtet, bevor man uns schon wieder zur Kasse bittet?“

 

Die Atmosphäre ist gespannt an diesem Morgen in Madrid. Polizisten der Guardia Civil, die die spontane Vollsperrung der grossen Avenida aufheben wollten, sahen sich einem zusehend agressiven Ambiente gegenüber und mussten sich persönliche Anfeindungen gefallen lassen: „Ich habe Rajoys Foto auf dem Klo und du verteidigst ihn hier? Bist du kein Beamter? Haben Sie dir gestern nicht das Weihnachtsgeld gestrichen?“

Lesen Sie dazu auch:
* 500 Beamte protestieren vor Parlament und Parteisitz der PP

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28 Kommentare zu “Demo: Beamte sperren spontan Hauptstrasse in Madrid

  1. […] „Demo: Beamte sperren spontan Hauptstrasse in Madrid“ original-link […]

  2. flurdab sagt:

    Und keine Meldung bei der ARD Tagesschau.
    Gestern ein Potcast zum Eintreffen der Kumpel in Madrid, aber nichts zum Einsatz der Polizei.
    „Ihr haltet sie dumm, wir halten sie arm“

    • Fco sagt:

      Es passiert ueberall das Gleiche. keine Information.
      Und wenn ueberhaupt, viel Desinformation. Das ist doch gar nicht moeglich. Meiner Meinung ist das synchronisiert, arrangiert. Keiner meldet was.
      Die nehmen uns uebers Arm: Politiker, das grosse Business etc…
      Wir werden uns was einfallen muessen. Aber was ganz anders. Die spionieren ja noch mehr als die alten kommunisten…

  3. Lynn sagt:

    Das dürfte das Ende des Büroschlafs sein… 😉

  4. aus Madrid sagt:

    Danke für den Artikel – in so gut redaktiertem Deutsch : )

  5. landbewohner sagt:

    bleibt nur zu hoffen, daß dieses beispiel europaweit schule macht, ehe uns die polit- und sonstigen gangster europaweit alle ins absolute elend gestossen haben.

  6. Informant sagt:

    Es ist gut das ihr euch gedanken macht.
    Aber eins will ich nicht !!! das Wort“ wir“ ist nicht wahr! einfach ein schrecklicher Gedankengang
    Das Erinnert mich an die Verbindung und gutheisung der Regierenden.
    Ich für meinen Teil sehe eine grobe verschlechterung durch dem ESM.
    Wenn nichts mehr geht dann solten wir in Deutschland das Recht des § 20 gg für uns nutzen.

  7. bodenfrost sagt:

    Auf Twitter wurde gestern auch mehrfach konstatiert, dass es nicht für die Intelligenz der Polizei spricht, das Weihnachtsgeld gestrichen zu bekommen und gegen die vorzugehen, die auf die Straße gehen und sich gegen Kürzungen wehren.

  8. „Der Mensch kommt zuerst!“ Bei dem Titelbild kam mir eine Idee: könnte nicht jeder Zebrastreifen zur Protestzone werden? Jeder nutzt den Zebrastreifen so oft wie möglich und ausgiebig, nicht alle auf einmal, schön einer nach dem anderen und immer schön langsam. Entschleunigung. Was passiert dann mit dem Verkehr in der Großstadt? Da kann auch Tante Elli und Onkel Willi mitmachen. Chaos? Alles Rechtens. Die Polizei ist machtlos, die werden ja wohl nicht die Menschen über die Straße prügeln um den Verkehr aufrecht zu erhalten.

  9. ribi sagt:

    uhu: in einer wirklichen demokratie dürfen selbst die beamten streiken! bei faulheit sollte aber wirklich entlassen werden. der größte witz: beamte in der sozialversicherung! der öffentliche dienst sollte generelll nicht aufgebläht sein!

  10. Staatsbüttel in die Produktion sagt:

    Diesen widerlichen Staatsbütteln sollen die gerne sämtliche Bezüge komplett streichen und ebenso die Renten. Diese Beamtenschmarotzer sollen gefälligst einmal etwas Produktives arbeiten und ebenso die Parlamentarier und Banker!

  11. Laut Text wurden den _Angestellten_ im öffentlichen Dienst die Gehälter gekürzt – aber die _Beamten_ sperren die Straße. Da passt jetzt etwas nicht ganz zusammen.

    In D dürfen Beamte übrigens nicht wirklich streiken – ob das in Spanien evtl. anders ist, das teilt mir der Artikel leider nicht mit. Auch hier komme ich deshalb ins Grübeln was den Gehalt des Artikels an geht.

    Könnt ihr bitte noch mal etwas gründlicher recherchieren wer da protestiert hat und weshalb? Danke.

    • uhupardo sagt:

      Eine einfache Frage hätte gereicht. Aber so kommt man ins Grübeln, was den Gehalt des Lesers angeht. Können Sie einfach nochmal gründlicher lesen? Danke.

      1. Red.: sagt: „Hunderte von Beamte haben protestiert“ (weil Beamte protestiert haben, ob sie das dürfen oder nicht)

      2. Ein Mann auf der Strasse wird zitiert: Ein anderer beklagte „immer greifen sie da zu, wo es am einfachsten ist, bei den Angestellten im öffentlichen Dienst ..“ (weil er das genau so gesagt hat; gemeint hat er: alle, die im öffentlichen Dienst arbeiten, Beamte und nicht-Beamte).

      • gut, dann können wir also auch bedenkenlos bei der nächsten Anti-Atomkraft-Demo erwarten, dass jemand äussert, die Bananen-Preise wären diesen Herbst wieder mal besonders hoch – und der zugehörige Journalist gibt das auch noch in Druck bzw. der Blogger bloggt es mit.

        Teil 2 vom Beitrag nennt dann noch die Frage ob die Beamten dort überhaupt ne Demo starten dürfen – da es spontan war, der 12 Juli ein Werktag (Donnerstag) und die Sonne weiterhin hoch relativ hoch am Himmel stand (Morgen? Später Vormittag – genauer erfährt man es ja nicht) könnte das gar während der Arbeitszeit gewesen sein. War das nun ein Streik oder war das jetzt doch eher eine verlängerte Mittagspause?

        (
        Google ist mein Freund – und zeigt folgenden Text aus einem anderen Artikel-Beitrag von hier:
        >>>
        ribi sagt: 4. Juli 2012 um 12:06
        uhu: spanische beamte dürfen streiken, sind also den spanischnen arbeitern im kampf auf der starsse eher verbunden als in der brd und zahlen doch in die rentenkasse ein!!
        <<<

        Das hättest aber auch gleich oben selber sagen können. Du wusstest es ja offenbar.
        Anderswo im Web steht dann dass wenn die spanische Polizei streikt, dann gibts weniger Knöllchen. 😉
        )

        • uhupardo sagt:

          „gut, dann können wir also auch bedenkenlos bei der nächsten Anti-Atomkraft-Demo erwarten, dass jemand äussert, die Bananen-Preise wären diesen Herbst wieder mal besonders hoch – und der zugehörige Journalist gibt das auch noch in Druck bzw. der Blogger bloggt es mit.“

          Brillante Vergleiche können so stehenbleiben, klassifizieren sich selbst.

          Teil 2 vom Beitrag nennt dann noch die Frage ob die Beamten dort überhaupt ne Demo starten dürfen – … / … Das hättest aber auch gleich oben selber sagen können. Du wusstest es ja offenbar.

          Selbstverständlich. Wir sind auf ribi, der einfach eine Frage gestellt hat, deswegen auch eingegangen wie gesehen. Wer meint, einen anderen Ton wählen zu müssen, hat immer noch Google als Freund.

  12. „das kommt mir spanisch vor“ (siehe Kommentar zuvor)

  13. ribi sagt:

    uhu: ich habe hier keine frage gestellt, sondern eine meinung geäußert, der andere beitragstammt aus einer anderen diskussion! außerhalb der brd läuft der öffentliche dienst anders!

  14. […] ist! * “No quiero pagar” – Protest provoziert Verkehrs-Chaos auf der Autobahn AP-7 * Demo: Beamte sperren spontan Hauptstrasse in Madrid * Jetzt wird es bunt: MwSt. von 18 auf 21 Prozent, weitere Kürzungen in allen […]

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