„Wollt Ihr das totale Sparprogramm?“

Als die italienische Ministerin Elsa Fornero im Dezember 2011 ein radikales Sparprogramm verkünden wollte, sah das so aus.

Nachdem Rajoy am 12. Juli, Punkt für Punkt, ein viel dramatischeres Kürzungsprogramm angekündigt hatte und zu seinem Platz im Parlament zurückkehrte, stand seine gesamte Regierungsfraktion auf, klatsche frenetisch Beifall und jubelte (bei etwa 1.30 Min. im Video; ignorieren Sie die Intermezzos des Galaktischen Imperiums gerne).

Letzteres hat uns zwangsläufig an etwas erinnert …

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24 Kommentare zu “„Wollt Ihr das totale Sparprogramm?“

  1. […] Sie dazu auch: * Wer ist schuld an der Krise? * Wollt Ihr das totale Sparprogramm? Bewerten:Share this:TwitterFacebookDiggLinkedInRedditStumbleUponE-MailDruckenGefällt mir:Gefällt […]

  2. fischi sagt:

    Nach der Rede im Sportpalast hat das sogenannte 3.Reich noch gut 2Jahre überlebt.
    Jede Diktatur geht mal zu Ende!

  3. aus Madrid sagt:

    Uhupardo, Das Video von Elsa Fornero kann ich nicht aktivieren, die anderen beiden ja.

  4. lazarus09 sagt:

    Nun, Volk, steh auf, und Sturm, brich los!“ wäre zu begrüßen wenn es denn dieses Mal in die richtige Richtung ginge .. allerdings ist eher zu befürchten das es wie immer ausgeht und der Sündenbock zur Ablenkung von den wahren Schuldigen schon parat steht .. und dankend angenommen wird

  5. flurdab sagt:

    Wärend der Bombardierungen des Ruhrgebietes gab es einen Spottvers, eine Antwort der Arbeiter auf diese Rede und ihre Bejubler:

    „Liebe Amis fliegt doch weiter hier sind nur die Ruhrarbeiter, fliegt doch weiter nach Berlin dort haben Sie alle ja geschrien“

    • Was die Amis ja auch prompt gemacht haben…
      Ich habe mir erzählen lassen, von Berlin ist nicht viel übrig geblieben. Flächenbordaments, trifft vor allem die Zivilbevölkerung – diese Art der „Kriegsführung“ machen sie seit dem überall… Nicht die Armeen werden bekämpft, sondern die Zivilbevölkerung massenweise kaltblutig ermordet.

  6. Lieber Uhupardo, das mit der Sportpalastrede zu vergleichen, ist ein Vergleich, der nach meiner Meiunung in vieler Hinsicht hinkt. Ich würde eher Parallelen zum Vertrag von Versailles ziehen. Grüße Udo

    • uhupardo sagt:

      Es ging in diesem Fall „nur“ um die augenfällige und öffentliche Reaktion auf Massnahmen, die ganz offensichtlich das Elend der Bevölkerung zum Ziel haben müssen. Der Jubelapplaus der PP nach der Verkündung der dramatischen Sparmassnahmen klingt in Spanien noch nach und ist nicht weit weg von der Reaktion auf „Wollt ihr den totalen Krieg?“.

      • Stimmt schon, ich gebe Dir recht. In der Situation in Spanien und Griechenland werden wie beim Versailler Vertrag Länder ausgeblutet. Diesmal nicht Kriegsreparationen wegen eines verlorenen Weltkriegs, sondern „Bankenreparationen“ wegen verlorenen Spekulations- und Währungskriegen. Und das mit dieser Euphorie ? Gruselig.

        • uhupardo sagt:

          Dieser Euphorie-Ausbruch im Parlament hat die Wut auf die PP bei vielen Menschen in offenen Hass verwandelt. Wenn es vorher nur noch wenige Menschen gab, die öffentlich zugaben, der PP zur absoluten Mehrheit verholfen zu haben, gibt es jetzt gar keine mehr.

  7. Deutschländer sagt:

    @politropolis

    ich hatte auch schon darauf hingewiesen daß die wahren Schuldigen und Helfershelfer in Brüssel zu finden sind, europäische Politiker, gestützt von den Parlamenten die versuchen innerhalb ihrer Legislaturperiode ein über alles stehende Organisation zu festigen, in der diese nach der Abwahl nach Herzenslust weiterregieren können.
    Politiker von

    Deutschland
    Italien
    Frankreich
    Spanien
    usw..

    die alle eine verschworene Gemeinschaft bilden und nach gemeinsamer Absprache so Allerweltsphrasen wie „Euro ist alternativlos“ (D), „An Sparen führt kein Weg vorbei“ (Span.)
    „Reformen gehen zu langsam“ (I) etc…

    Videos von Reichtagsreden, Bilder von brennenden deutschen Fahnen, Gegenkarikturen von faulen Südländer und „Club Med“ Gefasel – spielt den wahren Tyrannen in die Hände.

    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=21656

    Hier nähern wir uns dem Kern der Wahrheit und das einzige was alle Völker Europas vor dem Kapital retten kann, ist die Abschaffung dieser Sklavenwährung und – damit auch dem Recht genüge getan wird – genug Holz&Reisig um die vorsätzlichen Kapitalverbrecher in Brüssel dem reinigenden Flammen zu übergeben.

  8. Johannes Eber sagt:

    Einige Lösungsansätze zur Situation der Wirtschaftskrise in Spanien.
    Ein großes Problem ist die ungeheure Arbeitslosigkeit und hier vor allem bei den Jugendlichen.
    – zum Bruttoinlandsprodukt Spaniens im Jahr 2010: Landwirtschaft 2,7 %, Industrie 25,7 %, Dienstleistungssektor 71,7 % (Quelle: de.statista.com) Exportqoute des Bruttoinlandsprodukts 2012, geschätzt 22 % (Quelle: Wirtschaftskammer Österreich).
    – die Exportquote Spaniens muß unbedingt erhöht werden aufgrund folgender Maßnahmen:
    – Herstellung innovativer Produkte vor allem des Industriesektors
    (Spaniens Bruttoinlandsprodukt war viel zu abhängig von der Bauwirtschaft, rund 60 %)
    – Deutschland muß aus dem Euro heraus und die Deutsche Mark wieder einführen, dadurch 30 % bis 40 % Kaufkraftgewinn in Deutschland. Spaniens Produkte werden in der Eurozone preiswerter und damit wettbewerbsfähiger.
    – da die Rohstoffe zumeist in US-Dollar gehandelt werden, sind diese Importe nach Deutschland durch die Aufwertung der Deutschen Mark erheblich preiswerter. Die deutschen Exporte werden nur marginal nachgeben, da vor allem Qualität und Zuverlässigkeit gefragt sind und zudem die Reimporte preiswerter werden.
    – die klassische Lehre (duale Ausbildung/Betrieb und Schule) hat sich in Deutschland bewährt. Diese Ausbildung für die Jugendlichen sollte Spanien übernehmen (SEHR WICHTIG).
    – Banken dürfen nicht mehr mit dem Geld des Steuerzahlers (gerettet?) werden, dafür haben die Eigentümer und Aktionäre aufzukommen.
    – die Börsen sind für den Welthandel unverzichtbar und haben den Zweck der reinen Absicherung von Zahlungsausfällen für die Zukunft zu gewährleisten.
    – die Börsen sind zu Spielkasinos verkommen, hochspekulative Derivate müssen verboten werden.
    Liebe Spanier, ich hoffe mit diesen Ansätzen etwas beitragen zu können, damit es in Eurem schönen Land wieder aufwärtsgehen kann.

    • uhupardo sagt:

      reset

      Johannes Eber, ich gehe einmal für den Moment weg von der (richtigen) Ansage „Egal, was Sie innerhalb des Systems vorschlagen, es wird nicht helfen, weil das System als solches untauglich ist.“

      Innerhalb des Systems könnte Ihnen aufgefallen sein, dass Spanien nie ein Problem hatte. Solange es Pesetas gab, haben wir immer mal ein bisschen abgewertet, wenn es denn erforderlich war, und nichts weiter. Natürlich konnte Spanien zu den Zeiten nicht containerweise mithelfen, Deutschland zum Exportmonster aufzublasen, aber Spanien ging es gut. Ich sage nicht „Haben“-mässig gut, damit mir nicht jemand mit deutschen Lebensmassstäben kommt, wo sie nichts zu suchen haben. Aber es ging uns gut, nach unseren Massstäben (ein Kellner hat vor 25 Jahren MEHR verdient als heute).

      Die Gleichschaltung von Dingen, die völlig ungleich sind, kam mit dem Euro. Es war (mir) vor der Euro-Einführung unausweichlich klar, was zwangsläufig kommen musste. Die Ausgleichschance durch Abwertung war nicht mehr gegeben, freuen würden sich nur diejenigen touristischen Zielgebiete, die weiterhin abwerten konnten (Türkei, Ägypten Marokko und Co.), um die Millionen Urlauber von Spanien aufgrund des besseren Wechselkurses an ihre Küsten zu locken.

      Mit Hinweis auf meinen ersten Satz: Es hätte ohne Euro noch lange so weitergehen können. Die Währungsumstellung hat nur bewirkt, dass sich ein untaugliches System noch viel eher als untauglich herausgestellt hat, was ich als Vorteil werte. Fragen Sie doch mal in Afrika, Asien oder Teilen von Südamerika, was die Menschen dazu sagen, wenn davon gesprochen wird, JETZT sei die Krise ausgebrochen. Schallendes Gelächter wird sie begleiten und Verachtung. Nun gibt es wenigstens eine Chance, ob und wie man sie nutzt, werden wir sehen. Doch es gibt zumindest die Chance, dass das Bewusstsein, das sich längst in Bewussthaben verwandelt hat, einen Rückweg findet – und zwar für alle! Nicht nur für die wirtschaftlichen Hochstapler.

      • Johannes Eber sagt:

        Lieber „uhupardo“,

        Deinem Kommentar kann ich vollumfänglich zustimmen, hervorragend analysiert. Mein großes Kompliment an Dich. Muchas gracias

  9. Don Furioso sagt:

    Ist es wahr, was man über Andrea Fabra sagt, bzw ihren Ausspruch „Que se jodan“? http://en.wikipedia.org/wiki/Andrea_Fabra_Fern%C3%A1ndez

    • uhupardo sagt:

      Sehr viel Wirbel um sehr wenig. Sie hat das (nicht nur, weil sie es behauptet sondern weil nur das logisch in die Situation passt) zu den im Parlament protesierenden Sozialisten gesagt. Nicht schön, aber auch keinen Aufschrei wert.

      Eher hätte man (und schon früher) darüber reden müssen, wie diese Lady bereits als Twen vom Papa (vielfach wegen Korruption angeklagt) in allerhöchste politische Ämter geschaufelt wurde.

      • Don Furioso sagt:

        Es ist wohl einfacher, sich über Form als über Inhalt aufzuregen. Über Korruption regt man sich erst dann auf, wenn es überwuchert. Zu Ihrem Satz „Fragen Sie doch mal in Afrika, Asien oder Teilen von Südamerika, was die Menschen dazu sagen, wenn davon gesprochen wird, JETZT sei die Krise ausgebrochen. Schallendes Gelächter wird sie begleiten und Verachtung.“ Das ist leider so wahr, vorallem die Verachtung.

        • uhupardo sagt:

          “Fragen Sie doch mal in Afrika, Asien oder Teilen von Südamerika, was die Menschen dazu sagen, wenn davon gesprochen wird, JETZT sei die Krise ausgebrochen. Schallendes Gelächter wird Sie begleiten und Verachtung.”

          Wenn ich mir drei Zeilen aus allen 400 Artikel aussuchen dürfte, nur genau drei Zeilen, die jeder Leser bewusst und wach aufzunehmen gezwungen wäre – dann wären es diese.

  10. Don Furioso sagt:

    Es wäre einfacher und glaubwürdiger für den Westen gewesen, über Teilen und Gerechtigkeit zu sprechen, als es „uns noch gut ging“. Jetzt sehen wir nur noch alt aus, fürchte ich. Es ist peinlich, zu sehen, wie Europa auf die rettende Hand Chinas wartet, ein China, das seine eigenen Leute füttern muss. Aber in jeder Krise steckt eine Chance, und ich würde niemanden abschreiben. „Schauen wir mal.“

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