Merkel und Montoro zerstören das Vertrauen der Märkte mit zwei Sätzen

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Was ist wichtig? Das Vertrauen der Märkte ist wichtig. Nur das ist wichtig. Wissen wir doch längst alle. Ohne das Vertrauen der Märkte wird sich die Krise nicht beruhigen. Und wer sorgte dann heute im Plauderton und ohne Not dafür, dass genau dieses Vertrauen der Märkte möglichst schnell schwindet: Die Bundeskanzlerin und der spanische Finanzminister! Der Erfolg stellte sich sofort ein: Die Risikoprämie Spaniens stieg auf 570 Punkte, die Zinsen für Staatsanleihen auf sieben Prozent und der Börsenindex zeigte plötzlich abwärts.

Das ging heute ganz schnell. Von der neuen bundesdeutschen DIN-Farbskala kam die so wahre wie stupide Binsenweisheit, die Kanzlerin könne „für den Erfolg des Euro nicht garantieren“. Ein wahrhaft kluger Satz, der welche Botschaft enthalten sollte ausser „die Märkte“ zu verscheuchen? Und weil das noch nicht genug war, kam der Finanzminister Spaniens mit einem weiteren Verbal-MG um die Ecke: „Es ist kein Geld da; wenn die Steuereinnahmen nicht steigen, sind die Gehaltszahlungen in Gefahr“, bewarb sich Cristobal Montoro als ökonomischer Vertrauensbotschafter.

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Sofort verlor der IBEX Punkte und die Risikoprämie stieg zusehends auf ein Niveau, dass die Zinsen für Staatsanleihen auf sieben Prozent brachte. Der Euro sackte gegenüber Dollar und Yen ab. Wahrlich eine rhetorische Glanzleistung der „verantwortlichen“ Politiker, die sich so bemühen den Euro zu retten, „weil Europa kaputt geht, wenn der Euro kaputt geht“. Bravo Señora, bravo Señor!

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18 Kommentare zu “Merkel und Montoro zerstören das Vertrauen der Märkte mit zwei Sätzen

  1. Nick Mott sagt:

    Da kann man mal sehen, wohin das führt, wenn man mal ausnahmsweise die Wahrheit sagt!^^
    Es gibt also gute Gründe für die Herr- u. Damenschaften, sich des Verschweigens, der Befleissigung von Halbwahrheiten und der vorsätzlichen Lügen zu bedienen.
    Ander sausgedrückt:
    Wenn die Wahrheit sich gleich so negativ auswirkt, dann zeigt das, wie marode das System wirklich ist.
    Vielleicht haben aber Merkel und Montoro an der Börse lediglich Wetten gegen den Euro und Spanien am Laufen, wer weiß?^^

    • uhupardo sagt:

      „Da kann man mal sehen, wohin das führt, wenn man mal ausnahmsweise die Wahrheit sagt! … Wenn die Wahrheit sich gleich so negativ auswirkt, dann zeigt das, wie marode das System wirklich ist.“

      Dem kann man wenig hinzufügen.

  2. Vielleicht begreift ja nun auch der Letzte, dass diese Krise künstlich erzeugt ist und künstlich immer weiter angeheitzt wird.

    • uhupardo sagt:

      Zumindest sind Beweise kaum noch eindeutiger zu liefern als durch solche (im Grunde lächerlichen) Begebenheiten oder? Man merkt die Absicht und wird verstimmt …

  3. Martin sagt:

    Lieber Uhupardo, was hätte es bedeutet, wenn die Kanzlerin das Gegenteil gesagt hätte? Also: Sie, (die Kanzlerin), könne für den Erfolg des Euro garantieren”. Hätten da nicht die Märkte gejubelt, weil sie das Geld der Deutschen hätten verheizen können? Und meinetwegen, kann die Merkel für den Euro garantieren, oder auch nicht. Ich, für meine Wenigkeit, garantiere auf jeden Fall nicht dafür! Und natürlich hat Merkel richtig erkannt, dass ihr Kanzlergehalt dafür ebenfalls nicht ausreicht. Damit hat sie löblicherweise Realitätssinn gezeigt. Es ist, wie es ist. Niemand kann für den Euro garantieren!

    • uhupardo sagt:

      Genau darum geht´s 🙂
      Bei einem Merkel-Satz „Ich kann nicht dafür garantieren, dass es morgen nicht regnet“, hätte es auch nichts genützt, wenn sie das Gegenteil gesagt hätte. Richtig. Deswegen kann man solche hohlen Phrasen dreschen oder eben nicht. Wer nicht darauf verzichtet, wird einen Grund dafür haben. Solveigh hatte es schon angedeutet.

  4. Lazarus09 sagt:

    Man will Druck machen … das ist alles . Hat nicht schon Dr.Seltsam vor „unabsehbaren Folgen“ gewarnt … das alte Muster ,Schmierenkomödie der untersten Schublade.

  5. Johannes Eber sagt:

    Nach dem Bankrott von „Lehman Brothers“ im September 2008, hat „Merkel“ garantiert, die Spareinlagen des deutschen Volkes seien sicher. „Josef Ackermann“ von der Deutschen Bank hat später zugegeben, daß das Weltfinanz-System kurz vor dem Kollaps stand. Die Gewährträgerhaftung und die Anstaltslast von Stadt und Landkreis für die Sparkassen wurde im Jahr 2005 von der EU-Kommission gekippt. Seitdem gibt es nur noch einen Einlagensicherungsfonds der Sparkassen. Ein Rechtsanspruch auf ein Eingreifen oder auf Leistungen des Einlagensicherungsfonds besteht nicht. Also hat „Merkel“ das deutsche Volk BELOGEN!!!!!! Wenn nur im September 2008, daß Welt-Geldsystem „VERRECKT“ wäre, dann wäre damals ein Neubeginn schon möglich gewesen. VERRECKEN tut das Weltfinanz-System so oder so.

    • Lazarus09 sagt:

      Das mit der Konkursverschleppung schreib‘ ich seit der ersten Stunde der “ Bankenrettung “ und Systemrelevanz gefolgt von der Alternativlosigkeit !

  6. Johannes Eber sagt:

    Korrektur: im September 2008, das Welt-Geldsystem (weiches s)

  7. Captain Jack sagt:

    Wenn nur die Märkte zufrieden gestellt werden, da können schon mal ein paar Millionen oder Milliarden über die Klinge springen, äh, Menschen natürlich.

    Hauptsache, der Bankster bekommt weiterhin Zinsen für sein Selbstgeschöpftes und muss nicht einen Cent von seinem verliehenen Selbstgeschöpften abschreiben.

    Wie war das: wenn wir etwas verleihen wollen, müssen wir es erst einmal erarbeiten?

    Ja gut, der Bankster druckt es eben selbst und verleiht es dann.

    Und wenn es Probleme gibt, dann zahlen wir alle auch wieder.

    Oder es gibt dann Staaten im Ausverkauf, die Sicherheit.

    Tolles System. Ne, hat was, wörklich.

  8. aus Madrid sagt:

    Dieses süffisante Lächeln von denen die die reformnötige aber doch wünschenswerte Demokratie mit der Schere behandeln, kann ich Noch mit Bravour ertragen, Dank solcher Nachrichten:
    Heute Morgen in Madrid wurden 100 Polizeiwagen auf einem abgesicherten Parkplatz die reifen eingestochen.
    – Es gibt doch immer viel Arbeit zu tun. Man muss sich nur darum bemühen, rausgehen und sie suchen.

    Das neue heute vorgelegte „Rezept gegen Aufständische“ in Katalonien von CIU, beinhaltet das Verbot von Versammlungen und Aufrufen in sozialen Netzwerken, welche die Proteste unterstützen.

    Und da es deshalb brenzlig wird, muss ich hinzufügen, dass ich mit dem Satz – „Es gibt doch immer viel Arbeit zu tun. Man muss sich nur darum bemühen.“, die Bemühungen der Spanischen Regierung, das Beste was in in deren Hände ist zu tun, für die > 50% der Arbeitslosen Jugendlichen, der sogenannten „verlorenen Generation“ und auch für den Rest der Bevölkerung, meine.

    Sie arbeiten für uns ohne unterlass. Vielen Dank, sie habe das gut gemeint, aber unterlassen sie es bitte.

  9. roland heil sagt:

    Alle AGs und Unternehmen in Genossenschaften umwandeln, den Zins abschaffen und Regiogeld einführen inkl. bedingungslosem Grundeinkommen. Das sollten die nächsten Ziele sein. WER wagt es???

  10. spessart sagt:

    Was soll’s?

    Merkel sagte auch, wir machten uns zur Komiker-Nation.

    Wenn irgendein Akteur am Markt diese Kanzlette noch ernst nimmt, ist ihm ohnehin nicht zu helfen.

  11. […] 2013 um 9,2 Prozent steigen werden wegen der hohen Zinsen und der ansteigenden Sozialkosten, wie Finanzminister Montoro heute in Madrid verkünden musste, schossen die Risikoprämie auf den Rekordwert von 606 Punkten. […]

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