Fussball: Spanien verliert „überraschend“ olympisches Auftakt-Spiel 0:1

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Diese Mannschaft hätte auch in 180 Minuten kein Tor erzielt!  In einem lausigen Spiel verlor Spaniens Fussballmannschaft soeben das olympische Auftakt-Match gegen Japan mit 0:1.  Sinnloses und endloses Tiki-Taka im Mittelfeld beherrschte über 89 Minuten die Szene.  Nur Torwart De Gea verhinderte eine deutlich höhere Niederlage gegen die kämpferischen Japaner.  Jetzt ist überall von der „grossen Überraschung“ die Rede, weil „der Medaillen-Favorit“ eine Niederlage im ersten Gruppenspiel einstecken musste  – doch überraschend war da gar nichts.

„Auf Brasilien treffen wir erst im Endspiel“ und „alles andere als eine Goldmedaille wäre eine Enttäuschung“ waren die Parolen im Vorfeld – doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.  Nicht nur von ausserhalb wurde Spanien zum grossen Favoriten hoch stilisiert. Auch im Land selbst waren die Olympia-Hoffnung klar auf den Gewinn des gelben Edelmetalls programmiert.  Technisch hoffnungslos unterlegene Japaner haben der spanischen Mannschaft heute im Auftaktspiel mittels der richtigen Einstellung demonstriert, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Bis zur 33. Minute war es nicht einfach, die Augen offen zu halten am Bildschirm.  Ödes Tiki-Taka mit endlosen Kurzpässen rund um den Mittelkreis bestimmte das Bild.  Vaya, Ballbesitz – wie überlegen wir doch sind. Irgendwer hatte vergessen, den Spielern mitzuteilen, dass man am besten den Strafraum des Gegners besucht, wenn man ein Tor erzielen will. Das schafften dann die Japaner mit einem einzigen Konter in der 33. Minute – und zack, war´s passiert. Als dann Íñigo Martínez in der 41. Minute als letzter Mann den japanischen Stürmer Nagai knapp vor dem Strafraum foulte und direkt eine rote Karte kassierte, waren es nur noch zehn.

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Statt jetzt endlich den Pass in den freien Raum zu suchen und steil zu spielen, setzten sich die nervenden Ballstafetten ohne jeden Raumgewinn im Mittelfeld fort. Hacke-Spitze-eins-zwei-drei, Pass links, Pass rechts – in Schönheit sterben. Bis zur 89. Minute ging das so. Inzwischen hatten die kämpferischen Japaner noch mindestens drei sogenannte hundertprozentige Torchancen, die Manchester Uniteds Keeper De Gea entweder zunichte machte oder die gleich von den eher unbeholfenen Stürmern verstolpert wurden. Die spanische Abwehr sah dabei zunehmend schlechter aus.

Erst in der letzten Minute der regulären Spielzeit und in der Nachspielzeit kamen ein paar hektische und verzweifelte Steilspiel-Versuche der Spanier, die auch keinen Erfolg mehr brachten. Japan jubelte, die spanischen Stars hatten ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und schlichen mit gesenktem Kopf vom Platz. Ab sofort sind die beiden anderen Gruppenspiele gegen Honduras und Marokko (beide trennten sich heute 2:2) schon Endspiele, wenn man nicht vorzeitig nach Hause fahren will. Der „grosse Favorit“ wurde zum Wackelkandidaten degradiert.

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Wer das Testspiel der Mannschaft vor zwei Wochen auf Gran Canaria gegen Senegal (0:2) live gesehen hatte, kann sich über das heutige Ergebnis gar nicht wundern – höchstens darüber, dass eine so überhebliche und im Angriff völlig harmlose spanische Elf als Goldmedaillen-Kandidat gehandelt wird. De Gea, Jordi Alba, Javi Martínez, Isco, Mata … Namen gewinnen Spiele ebenso wenig wie Ballbesitz. Neben der richtigen Aufstellung braucht es auch noch die richtige Einstellung. Die hatte den Spielern schon in Maspalomas sehr deutlich gefehlt. Heute war es nicht anders. Auf Gran Canaria hatte ich enttäuscht gesagt: „Vor dieser spanischen Mannschaft muss wirklich niemand Angst haben!“ – Die Japaner haben es heute bewiesen.

Mit Fussball hatte das im ersten Londoner Spiel so wenig zu tun wie auf Gran Canaria. Langweiliges und nervendes Tiki-Taka, das jede Offensivkraft vermissen lässt, kann man sich als Zuschauer getrost sparen. Favoriten sehen anders aus. Offensiv-Fussball auch. Wollen wir hoffen, dass Brasilien wenigstens ansprechenden Fussball bietet und seinen Ansprüchen gerecht wird. Spanien darf gern nach der Gruppenphase nach Hause fahren, wenn das alles ist, was die Mannschaft zu bieten hat und zu leisten bereit ist. Wirklich nicht schade drum!

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5 Kommentare zu “Fussball: Spanien verliert „überraschend“ olympisches Auftakt-Spiel 0:1

  1. catalanfutbol sagt:

    Überraschung pur! Dass Spanien gegen Japan unter die Räder kommen konnte, war mir nicht im Traum eingefallen. Zwar war das Testspiel vor Olympia ein Vorbote, allerdings ist es nicht vorhersehbar gewesen, dass die, mit Europameistern gespickte, Mannschaft so früh wankt.

    Aber: Ich erinnere an die WM 2010. Es dürfte ähnlich laufen. Die Iberer Wanken und gewinnen dann doch den Pott!

    • uhupardo sagt:

      Keinerlei Überraschung für denjenigen, der die letzten drei Spiele gesehen hat. Es kann natürlich sein, dass Spanien trotzdem ins Finale kommt; wie angesagt aber ab heute ohne meine Präsenz. Der Un-Fussball dieser Mannschaft ist verschenkte Lebenszeit, reicht jetzt.

      P.S.: Brasil führt 3:0 gegen Ägypten (Rafael, Leandro und Neymar), weil sie im Gegensatz zu den Spaniern beschlossen haben, aufs Tor zu schiessen.

      • catalanfutbol sagt:

        Nun gut. Am Ende hat sich Brasilien gerade noch zu den 3 Punkten gerettet (Endstand 3-2). Aber es ist richtig, dass den Spaniern der Wille momentan ein wenig fehlt.

        Dennoch denke ich, dass die neue „Turniermannschaft“ (ehemals Deutschland) das Turnier so schnell nicht beenden wird.

  2. uhupardo sagt:

    „Dennoch denke ich, dass die neue “Turniermannschaft” (ehemals Deutschland) das Turnier so schnell nicht beenden wird.“

    Nun, das war dann wohl nichts. Nach der heutigen 0:1-Niederlage gegen Honduras darf diese Unfussball-Mannschaft Spaniens glücklicherweise jetzt nach Hause fahren.

  3. uhupardo sagt:

    Falls es noch irgendeine Argument gebraucht hat, wovon in dem Artikel die Rede war: Im letzten Gruppenspiel ging es um nichts mehr – nur noch „um die Ehre“. Darum, sich mit einer ordentlichen Vorstellung und einem überzeugenden Sieg gegen Marokko zu verabschieden. Das Ergebnis: 0:0

    Die spanische Olympia-Mannschaft fährt nach Hause, ohne ein einziges Tor im Turnier erzielt zu haben.

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