„Die Märkte funktionieren derzeit nicht korrekt!“

monti in finnland

Über den Titel des Artikels herrschte heute in der Redaktion ganz breites Schmunzeln.  Gesagt haben diesen Satz Mario Monti und sein finnischer Kollege Jyrki Katainen in Helsinki, als sie über Krisen-Lösungen sprachen: „Die Märkte funktionieren derzeit nicht korrekt!“ –  Je nachdem:  Es kommt wahrscheinlich darauf an, was andere von „den Märkten“ erwarten, und wie „die Märkte“ sich selbst definieren.  Nach dem Selbstverständnis „der Märkte“ funktionieren sie derzeit besser als jemals vorher.  Wer ihnen also Schuld zuweist, hat schlicht das (be)herrschende System noch nicht einmal im Ansatz verstanden.

Mario Monti und Jyrki Katainen gehören ganz offensichtlich dazu. Sie beklagen gemeinsam, „wenn die Mitgliedsstaaten ihre Hausaufgaben machen, müsste die Risikoprämie sinken“, mit besonderem Hinweis auf Italien und Spanien.  Als gäbe es da irgendeine Automatik!  „Die Märkte“ bestehen aus Menschen. Diesen Menschen ist es allein wichtig, in der kürzest möglichen Zeit mit dem geringst möglichen Einsatz den höchst möglichen Gewinn zu erzielen. Das ist ihre Aufgabe im System des Kapitalismus, das ist die Rolle, die sie erfüllen – es gibt keine andere.  Wer also glaubt, „die Märkte“ sollten insofern logisch agieren, als dass sie auch nur irgendeinen anderen Faktor berücksichten, hat das System nicht begriffen.

markt kaputt
Der Markt ist kaputt! Was ein Desaster …

Finanz-Jongleure oder Unternehmer, alle haben nur die Aufgabe, in der kürzesten Zeit bei geringstem Einsatz den grösstmöglichen Gewinn zu erzielen. Ende der Ansage! Alles, was darüber hinaus von ihnen verlangt werden soll, muss per Regulierung eingefordert werden.  Deswegen ist es völlig sinnlos, auf Konzerne oder Unternehmer einzudreschen, wie es in unzähligen Blogs passiert, weil es erstens nichts nützen wird und zweitens die Rollenverteilung innerhalb eines kapitalistischen Systems komplett negiert.

Monti und Katainen hätten sich heute die überaus naive Ansage, die Märkte seien wohl irgendwie kaputt, besser sparen sollen. Statt dessen sollten sie sich (rein rhetorische Forderung gegenüber einem Banker Monti, schon klar) besser Gedanken darüber machen, wie ein System auszusehen hätte, in dem allen Akteuren gesellschaftliches Sozialverhalten abgefordert wird. Dann könnten sie nämlich getrost aufhören, von einem Elefanten zu erwarten, den Wiener Walzer zu erlernen.  Angefügt sei noch, dass sich Mario Monti auf seiner „Europa-Tournee“ nun so schnell wie möglich mit Mariano Rajoy unterhalten will. Er sucht auch da – wie vorher bei Hollande und jetzt in Finnland – Unterstützung für die Hilfe durch das finanzielle Maschinengewehr der Europäischen Zentralbank und gegen die Ressentiments der Merkel-Regierung.

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37 Kommentare zu “„Die Märkte funktionieren derzeit nicht korrekt!“

  1. almabu sagt:

    „Die Märkte“ werden unreguliert nie sozial und human „funktionieren“, solange sie nicht reguliert werden. Sie sind per Definition asozial und meist auch kriminell…

    • uhupardo sagt:

      Man kann es länger sagen, almabu, und auch lauter; aber nicht besser.

    • ladida sagt:

      Ja, das sollen wir glauben. Nur wenn man sich mal die Realität ansieht läuft es da besser wo sie nicht reguliert werden. Irland hat sein Kündigungsschutz aufgehoben und zack gibt es weniger Arbeitslose.

      Ich frag mich immer wieder was die Menschen gegen die natürliche Ordnung haben und warum sie ihre Mitmenschen regulieren wollen.

      Der Staate wird mit seinen Regulierungen immer die Sache verschlimmern, nicht nur weil durch seine Umverteilung Wohlstand verloren geht, sondern weil er niemals wissen wird was die Menschen brauchen, er reagiert immer zu spät und verpasst den richtigen Zeitpunkt.

      Wie sozial ist es den Menschen etwas zu diktieren was sie nicht wollen?

      • uhupardo sagt:

        Genau. Kein Mensch weiss, was die ewige Regulierung soll. Wenn knapp zehn Prozent der Bevölkerung mehr als zwei Drittel allen Reichtums des Landes besitzen, funktioniert doch alles perfekt. Einfach die Märkte machen lassen, klappt doch.

      • Nun ja, wie gut es den Menschen unter diesen „deruglierten Märkten“ geht, können wir ja gerade live beobachten. Ich empfehle Ihnen wärmstens, mal einen Blick nach Griechenland und Spanien zu werfen, aber auch nach Kreuzberg oder den Osten Deutschlands.
        Was sie erzählen ist Schnee von übervorgestern, wie ihn auch die beiden Herren Monti und Katainen predigen.
        Ich empfehle Ihnen wärmstens, den Links in dem Artikel zu folgen – falls Sie den überhaupt gelesen haben sollten, wovon ich nicht ausgehe.

      • ladida sagt:

        Das zentralistischen Fiatmoneysystem ist also keine Regulierung? Dann haben sie das mit der Ökonomie noch nicht verstanden. Das ist die Ursache der Krise. Eine beliebig ausweitbare Geldmenge, die als versteckte Steuer funktioniert. Informieren sie sich darüber! Ein verlassen des Euros wird auch nur auf Dauer was bringen wenn es nicht noch ein Fiatmoneysytem wird. Wenn man dem Staat das Monopol über das Geld gibt(was abzulehnen ist) sollte es ein Goldstandart sein. Aber am besten Freebanking.

        Ich habe schon genug von dem etatistischen Brainwash gelesen. Da brauch man nicht jeden kleinen Artikel lesen.

        Vielleicht sollten sie mal die Augen aufmachen und sich die Welt anschauen. Wir sind schon lange überreguliert. Und als Lösung? Noch mehr. Klar, das wird bringen. Aber wenn man die Staatsmacht ausweiten will muss man den Massen einreden das Freiheit nicht funktioniert – aber sie funktioniert.

        @uhu: Das liegt daran das wir eben keine freien Markt haben. Die Reichen haben sich in das System eingefressen, sie haben die Regel für sich umgeschrieben und lassen es nicht mehr zu das Neue reinkommen.

        „Wer diesen Achtzig-Prozent Sozialismus als Kapitalismus bezeichnet, muss mit ideologischer Blindheit geschlagen sein.“ – Roland Baader

        Seine Bücher kann ich natürlich empfehlen.

      • ladida sagt:

        Bitte lernt aus der Vergangenheit. Ich habe ehrlich gesagt kein Bock auf die EUdSSR.

        Hier ein interessanter Artikel über die Gemeinsamkeiten der jetzigen und der Hitlerschen Ökonomie.
        http://ef-magazin.de/2012/07/09/3599-staatlich-gelenkte-wirtschaft-hitlersche-oekonomie

        Wie gesagt, sie wollen das wir glauben das der Markt versagt hat. Derweil ist es die Geldpolitik, die STAATLICH, bzw. jetzt überstaatlich, ist, die versagt hat. Die österreichische Schule der Nationalökonomie hat dies schon vor mehr als einem Jahrhundert gewusst. Das solche System so ausgehen. Aber auf die hörte ja eh niemand. Die bösen Libertären. Wie kann man auch nur für Freiheit sein und sich gegen Knechtschaft erheben. Welche Unmenschen müssen das sein. -.- Aber solange ihr euch manipulieren lasst werden wir immer den „Weg zur Knechtschaft“ gehen. 😦

        • uhupardo sagt:

          “ Die bösen Libertären. Wie kann man auch nur für Freiheit sein und sich gegen Knechtschaft erheben.“

          Sie verwechseln Freiheit mit freiem und unbegrenztem Konsum. Das sind zwei grundverschiedene Dinge. Werden Sie nicht erkennen können, denn Sie sind zwar sicher, nicht vom „Etatismus gebrainwasht“ zu sein, dafür hat es die Markt-Religion allerdings um so gründlicher geschafft.

      • ladida sagt:

        Wenn man von Freiheit spricht und sie fordert ist man schon gleich bei der Marktreligion. Aha. Beantworten sie mir meine Frage. Was haben sie gegen ihre Mitmenschen, denn diese sind als Summer der Markt.

        Unbegrenzter Konsum ist schon per Def. unmöglich. Freiem. Klar. Sollte er unfrei sein? So wie er heute durch die Neoliberale, also gelenkte Volkswirtschaft(Freiburger Thesen), ist?

        Freiheit heißt alles tun zu können, solange man niemand Drittem schadet. Natürlich darf da auch kein Dritter – auch mit noch so philanthropischen Argumenten – mir dazwischen funken.

        Von mir aus können die Menschen zu jeder Ideologie zusammenschließen(solange sie niemand schaden), aber sie sollen sie niemandem aufzwingen. Ja, mir ist klar das uns das jetzige System aufgezwungen wird. Aber wie sie schon mitbekommen haben, haben wir keine echte Freiheit. Es ist die sozialistische Freiheit, die Zwang enthält. Oder dürfen sie entscheiden ob sie dem Staat ungefähr 70% ihrer erarbeiteten Leistung, in Form von Steuern, abgeben?

        Sie Denken noch in Vorurteilen. Diese sollten sie überwinden und sich auch mal selbst ein Bild machen und nicht nur irgendwas annehmen.

        Lesen sie mal das „Kapitalismus Komplott“ von Oliver Janich. Vielleicht weckt sie das ja auf. Im Grunde wurde uns das Wort Kapitalismus per Pawlowscher Konditionierung umgedeutet. Jeder denkt sofort an Ausbeutung, Krieg, Hunger usw. Sie sehen ja ihre Bilder selber im ihrem Kopf. 😉 Aber was hat das mit „freiem Unternehmertum“(das ist die Def., siehe Wörterbuch) zu tun? Nichts.

        • uhupardo sagt:

          Eine Bitte und eine Aufforderung.

          Die Bitte: Sie würden mir wirklich einen persönlichen Gefallen tun, wenn Sie die „Aufkleber“ weglassen könnten. Wenn ich mich mit 12 Leuten über den Terminus „Sozialismus“ unterhalte, bekomme ich 13 Ansichten, was er bedeutet. Lassen Sie es bitte einfach weg, wenn Sie Argumente haben, denn dann ist der Terminus unnötig – und ich müsste mich nicht gegen Ihre schiefe Definition dessen verwehren. Alles nur unnötiger Krafteinsatz.

          Die Aufforderung: Äusserst allergisch reagiere ich auf „Denkaufforderungen“ wie z.B. „Sie Denken noch in Vorurteilen. Diese sollten sie überwinden und sich auch mal selbst ein Bild machen und nicht nur irgendwas annehmen.“ – Ich hätte auch unendlich viele Formulierungen zur Verfügung, die Ihnen deutlich machen, warum Sie keinen Schritt weiterkommen, weil Sie nicht zu denken gelernt haben und mich damit weit über Sie zu stellen – tue es aber bewusst nicht (bisher). Wenn Sie glauben, einen tragfähigen Ansatz zu haben, kommen Sie ohne so etwas aus. Wenn nicht, nützen Ihnen solche Tiefschläge auch nichts. Hier lesen Leute, die so etwas perfekt dechiffrieren können.

          „Der Markt“ interessiert mich generell nicht. Oder anders: Alles, was Sie bisher vorbringen, interessiert mich deswegen nur sekundär, weil es sich auf einen einzigen Aspekt bezieht: Wirtschaft. Diese Wirtschaft ist, wenn es richtig läuft, ein Werkzeug, um einen Schrank zu bauen. Mich interessiert nicht das Werkzeug, mich interessiert der Schrank. Dass es dazu ein taugliches Werkzeug braucht, ist richtig. Wenn allerdings die Diskussion zeigt, dass sich das gesamte Weltbild des Kommentators im Werkzeug erschöpft (daher „Markt-Religion“), lohnt es (nur für mich) den Zeit- und Kraftaufwand nicht.

          Sie glauben, der freie Markt würde alles regeln. Nun gut, Sie dürfen gern dabei bleiben. Stellen wir einfach fest, dass Sie und ich auf völlig verschiedenen Planten leben, das reicht mir in diesem Gespräch völlig. Ich muss meine Kraft auf diejenigen konzentrieren, die schon längst begonnen haben, an genau diesem Irrglauben zu zweifeln. Lange genug hat es gedauert.

      • ladida sagt:

        „Hier lesen Leute, die so etwas perfekt dechiffrieren können.“ Wenn das der Fall wäre würde sie nicht auf die Regulierungspropaganda reinfallen. Sorry, ist aber leider so.

        Sozialismus ist Planwirtschaft. Wie geplant wird und wer ist irrelevant. dann werd ich ab jetzt halt Planwirtschaft stattdessen verwenden, komm aufs selbe raus.

        Und wieder falsch. Das Wirtschaften ist einfach nur eine Erweiterung vom menschlichen Handeln und damit der Lebensphilosophie. Essen zählt dazu, aber warum nicht das essen besorgen?

        Das Hauptproblem ist das wir offensichtlich an einander vorbeireden oder sie meine Ansicht einfach nicht verstehen wollen. Wenn sie irgendwann verstehen das wir glauben sollen das es eine Übergeordnete Instanz regeln soll, wären sie schon viel weiter.

        Daher ein Tipp. Legen sie den Blog bei Seite und informieren sie sich erst mal über die Welt. Es wird heute viel zu schnell geschrieben ohne zu denken. Einfach nur nachprabeln, wie sie es tun. Natürlich werden sie jetzt denken das ich auch nur nachprabel und mich für irgendwelche Unternehmen oder sonst was einsetze. Ich setze mich für die freie Entscheidung der Menschen ein. Sie wollen diese beschränken. Das ist der Punkt.

        Schon wieder sind sie meinen Fragen ausgewichen. Warum sollte ich versuchen sie weiter aufzuklären?(Ja, das haben sie nötig, sehr sogar. Aber das bekommt man selbst selten mit.)

        • uhupardo sagt:

          “ Legen sie den Blog bei Seite und informieren sie sich erst mal über die Welt. Es wird heute viel zu schnell geschrieben ohne zu denken. Einfach nur nachprabeln, wie sie es tun.“

          Ich hatte vorher versucht, Ihnen das so ruhig und ausführlich zu erklären, wie nur möglich. Jetzt sage ich es Ihnen deutlicher: Das war Ihr letztes Posting in diesem Blog, mit dem Sie mittels solcher Sätze glauben, sich über andere stellen zu können.

      • Mrs. Mop sagt:

        Ein Bild sagt mehr als tausend, hm, Märkte, oder so ähnlich:

        http://sinkers.org/stage/?p=495

      • flurdab sagt:

        Welche natürliche Ordnung?
        Das Kündigungsschutz ein Hemmnis für Arbeitsaufnahme und Arbeitsverhältnisse sein soll ist doch FDP- Sülze!
        Vielleicht geht uns ja einfach die Arbeit aus?

        • uhupardo sagt:

          Wenn ein hoch bezahlter Top-Manager es nicht schafft, weitmöglichst Personal abzubauen, um die Gewinne zu maximieren, wird er automatisch gefeuert. Bei massivem Personalabbau steigen die Börsenkurse massiv.

          Was ein Wunder, dass uns die Arbeit ausgeht, oder?

  2. Das sind die Vorbereitungen für das nächste Opfer. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es Italien oder doch lieber schon Deutschland sein soll…

    • uhupardo sagt:

      Die Reihenfolge wird strikt eingehalten, davon gehe ich aus: Spanien – Italien – Frankreich. Und dann Deutschland; allerdings schlimmer und fetter als überall anders vorher, inklusive letztem Platz auf der Beliebtheitsskala.

    • fischi sagt:

      ladida, hier hat nur einer versagt, und das, weil er es garnicht anders kann, das ist der Kapitalismus als Gesellschaftsmodell.
      Nicht mehr und nicht weniger.

      • ladida sagt:

        Wie kann etwas versagen was es nie vollkommen gegeben hat?

        Jeder Sozialismus hat die freie Marktwirtschaft für alle möglichen Übel verantwortlich gemacht. Wenn man nicht will das die Menschen frei entscheiden muss man ihnen so was suggerieren. Nicht manipulieren lassen.

        PS: Ich dachte früher auch so wie sie. Wir wurden fast alle vom Etatismus gebrainwasht.

        „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Kants Antwort auf die Frage: Was ist Aufklärung.

        „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – Kant

  3. Das Häschen sagt:

    Die Märkte können ruhig freier sein, sie sollen allein von den Teilnehmern selbst bestimmt sein im gleichen Ausmaße oder einem im Konsens vereinbarten Maße. Der Teilnehmer muss sich auskennen, sonst nimmt er nicht teil. Es ist dann weniger spannend, aber zumindest haben die Teilnehmer halbwegs gleiche Chancen. Chancengleichheit ist ein gutes Regulativ.

    Mittelsmänner wären allein dann sinnvoll, wenn sie Prozess Know How des Marktes bündeln (Broker). Aber in der Sache muss der Teilnehmer sich auskennen.

    Korrekt uhupardo – die ‚Mittelsmänner‘ können in 2 Richtung manipulieren und auch in der Sache. Deckmantel Sicherheit – da schrillen bei mir die Alarmglocken. Das ist nichts anderes als ein positive Formulierung eines Appells an die Angst mit der Absicht Zweifel zu schüren. Aus der Angst erwächst die Gier.

    Meine Vermutung wäre schlicht bezüglich des Bond Markts
    a) Jene die große Volumen benötigen sind am Zug, den Kapitalhunger der ‚U.S.‘ zu befriedigen – ohne an den Nationalstaat als direkten Profiteur zu denken . Eher das Bankensystem selbst ist es das hohen Kapitalbedarf hat, die Bewegungsrichtung geht vermutlich in Richtung Westen besser gesagt ‚globalisiertes‘ Finanzinstitut – und dahinter der Investor. Es kommt drauf an, wer die Angst und Gier schürt.
    b) Zum falschen Zeitpunkt die falschen Angriffspunkte bieten ist übel – wobei die Frage ist – wurden die Spielregeln im Nachhinein geändert, ohne dass Chance bestand die Vorbedingung zur rechten Zeit zu erfüllen (Manipulation)
    c) Währungsspekulation – auf ‚das‘ Underlying der Währung die Staatsanleihe.

    Die Profitgier ist die logische Folge von erzeugter Angst (Druck auf ein Individuum) und die Manipulation wäre dann ein Mittel zur Zielerreichung.

    • fischi sagt:

      ladida, bloss einen Sozialismus hat es auch noch nie richtig gegeben.
      Was wir in der DDR hatten, war genau so eine Scheingesellschaft wie heute.
      Was den beiden Gesellschaften entgegensteht, sind die Menschen, denn die werden sich nie ideal verhalten.

      • ladida sagt:

        Sie meinen vielleicht das es noch keine guten Sozialismus gegeben hat. Richtig. Aber selbst wenn man einen anfängt, wird er korrupt. „Macht korrumpiert, absolute absolut.“ heißt es ja. Ich lehne Planwirtschaft ab, egal ob gut oder böse. Sie zwingt den Menschen immer was auf. Und wenn das mal nicht unmoralisch ist weis ich auch nicht.

  4. krisenfrei sagt:

    Mich würde mal sehr interessieren, was Monti mit „… nicht korrekt“ meint.
    Zocken die Banker die kleinen Leute immer noch nicht genug ab?

    Nur so viel zu Monti:
    Er studierte in Yale, „wo bekanntlich die Mitglieder des geheimen Eliteclubs „Skull and Bones“ (auch „Order of Death“) rekrutiert werden – ein Großteil der US-amerikanischen Elite ist in diesem Club versammelt. Monti ist Vorsitzender diverser „Thinktanks“, so etwa der Trilateralen Kommission, welche von David Rockefeller gegründet wurde. Ebenso ist er im Führungsstab des Bilderberger-Clubs und Gründungsmitglied der Spinelli-Gruppe (zur europäischen „Integration“) mit so illustren Mitgliedern wie Jacques Delors, Daniel Cohn-Bendit oder Guy Verhofstadt.

    Von 1995 bis 1999 war er EU-Kommissar für den Binnenmarkt. Anschließend war er bis 2004 EU-Kommissar für Wettbewerb. Auf Anraten Montis verklagte die Europäische Kommission Nordrhein-Westfalen wegen Unterstützung der WestLB. 2007 wurde er zum Mitglied im Rat der Weisen zur Zukunft Europas.
    Vor diesem Hintergrund muss die Frage erlaubt sein, ob dieser Mann, der in erster Linie die Interessen der Finanzoligarchie (das FED-Ungeheuer) vertritt, überhaupt in der Lage ist, die drittgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone, aus dem Schuldendilemma zu befreien? Ist er tatsächlich der richtige Mann zur richtigen Zeit, Italien zu retten? Das italienische Volk hat sein erstes Sparpaket zumindest nicht mit Wohlwollen hingenommen.“(http://krisenfrei.de/Sordon_DasFED-Ungeheuer.pdf)

    • Das Häschen sagt:

      Danke sehr interessant. So kompakt zusammengefasst. Es ist nicht unüblich, dass Experten auf ihrem Gebiet und auch jene die letztendlich die Verbindungen halten das Management von Krisensituationen übernehmen. Man kann darüber streiten, wie weit das fruchtbringed ist und für wen.

      In der IT im Consulting ist es auch nicht unüblich, wenn jene kommen die ein System bauten – auch wenn die Benutzer und ein IT Management der Meinung sind es wäre vermessen jetzt noch jene zu holen die für einen ‚Designfehler‘ verantwortlich sind, obwohl sich die Welt einfach hat geändert, aber diese Überraschung nicht budgetiert ist.

      Sehr suspekt die Sache in Summe.

  5. fischi sagt:

    Bloss die Märkte werden sich nicht mehr regulieren lassen.
    Dazu ist ihre Macht zu groß.
    Solange die Politik macht, was die Märkte verlangen, wird es für den letzten kleinen Teil Sozialstaat schlecht aussehen.
    Unter diesen korrupten Regierungen, die wir in Europa haben, gibt es keine Verbesserung, es wird immer noch schlimmer.

  6. Don Furioso sagt:

    @ Lalida: Wir wurden jahrzehntelang von zwei Seiten „gebrainwasht“, durch den Etatismus einerseits, in der Tat, aber auch durch den „Neokonservatismus“. Der Neokonservatismus hat es einer Minderheit ermöglicht, die Spielregeln zu ihren Gunsten zu verzerren. Beide Seiten haben eine Gemeinsamkeit: Sie heben die Checks-And-Balances auf. Libertäre werden die gleichen
    Ergebnisse erzielen. Ich habe keine Patentlösung anzubieten. Ich weiß nur eines: Eine Gesellschaft die ihre Schwächsten unter den Bus wirft, die Ihre Umwelt zerstört und Kriminelle auf Kosten wirklich kreativer Menschen fördert, ist einfach krank. So geht es nicht weiter.

    • ladida sagt:

      Ich denke die Institution Staat hat einer Minderheit ermöglicht die Spielregel zu ändern. Entweder man schafft ihn ab oder beschränkt seine Macht auf ein Minimum so das es sich gar nicht lohnt ihn zu infiltrieren. Ich sehe die Lösung über einen Minimalstaat hin zu keinem. Natürlich ist dann auch niemand da der reguliert(was ja eh immer nach hinten losgeht).

      Wie kommen sie darauf das libertäre die gleichen Ergebnisse erzielen?

      • Don Furioso sagt:

        Ich glaube, dass Libertäre die gleichen Ergebnisse erzielen, weil sie indirekt das Recht des stärkeren oder skrupelloseren fördern. Sämtliche Institutionen wie Verbraucherschutz,
        Umweltschutz, Finanzaufsicht-Börsenaufsicht werden ausgehölt. Und sagen Sie jetzt nicht, Bürokratie treibt viel Unsinn. Es ist alles eine Frage des Maßes, wieviel Regulierung
        nötig ist für ein erträgliches Zusammenleben.

      • ladida sagt:

        Dann wissen sie nicht was libertäre wollen. Selbst ein Bild machen ist wie immer die Devise. Unten sind Links.

  7. ladida sagt:

    Wer sich mal selbst ein Bild über die noch recht junge libertäre Szene im Netz machen will. Hier ein paar Links.

    http://www.parteidervernunft.de/

    http://www.freiwilligfrei.info/

    http://www.misesinfo.org/

    http://www.mises-media.de/

    http://www.forum-ordnungspolitik.de/

    Bücher von Mises, Hayek, Janich, Roland Baader, Rothbard, Hülsmann, Menger, Ron Paul uvm.

    Philosophisch: Kant, Schopenhauer, Locke, Ayn Rand, Hans Hermann Hoppe

    Ja ich mache hier Werbung für Freiheit. Oje.

    PS: Im Grunde will ich das ihr euch selbst ein Bild macht. Das passiert leider zu selten. Kostet auch viel Zeit. Aber lohnt sich. Denn wir wollen eine bessere Welt. Die nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholt. Das tun wir gerade und die Lösung der meisten macht es nur schlimmer. Bildung im Bereich der Massenpsychologie und -manipulation ist auch sehr hilfreich.

    • uhupardo sagt:

      Das war abzusehen. 🙂 Wenn ich zu entscheiden hätte, was derzeit die dümmste Formation Deutschlands ist (fremdenfeindliche Rechtsradikale draussen gelassen) mit den falschesten Argumenten und Zielen überhaupt, wäre es die (nie war ein Name je so falsch) Partei der Vernunft. Deswegen: zwei Planeten.

    • aus Madrid sagt:

      @ladida,

      > die Hälfte ihrer Texte ist mit Appellen zur Lektüre und Weiterbildung besetzt.

      Dennoch kann ich darüber hinaus aus ihren Texten eine sehr ernst betriebene geistige Beschäftigung mit moralischen Prinzipien und dem „jungen“ Liberalismus ausmachen. Jung ist ein relativer Begriff, wenn man bedenkt dass Hayeks Körper womöglich längst zersetzt ist.

      Nehmen wir mal an ich betreibe eine Firma für Sicherheitsartikel wie die von Otto Shily zum Beispiel, in einem liberalistischen System, in welchem so wie ich es verstehe, ein Staat die Aufgabe der Kontrolle dem freien Markt überlässt.
      Ich will meine Produkte so ertragsgünstig wie möglich verkaufen und bekomme viele Aufträge von multinationalen Firmen, die meine Produkte benötigen, um ihre eigene Sicherheit zu garantieren, da sie vielen Angriffen ausgesetzt ist. Die Konkurrenz ist gross, der Phantasie um den Einsatz meiner Artikel sind keine Grenzen gesetzt.
      Meine Computerüberwachungssysteme ermöglichen erhebliche Einsparungen für Unternehmen. Nebenher betreibe ich auch ein wachsendes Geschäft für Spezialeinsätze in Krisensituationen, da mir mein Computerüberwachungssystem so viel Profit eingebracht hat, dass ich ganze ehemalige Militäreinheiten erwerben konnte.
      Meinem Wachstum stehen nur rebellierende Mitbürger und Konkurrenzfirmen auf meinem Gebiet im Wege. Wenn ich stark genug werde, was den Anschein hat, durch meine überlegene Kaufkraft, bin ich in der Lage, das Wachstum der anderen Firmen zu verhindern.
      Unterdrücken wollen -andere Gegner- und Rebellen fast meinen, der Begriff gehört aber nicht in den hygienischen Wortschatz des neuen Systems, wenn jemand sich erlaubt mir Unterdrückung vorzuwerfen, habe ich die Mittel, um dem entgegenzutreten und auch Mittel der Vorbeugung.

      Nehmen wir an, die jungen Liberalisten werden mit Mehrheit gewählt. Sie schaffen danach ihren geistigen Grundlagen nach, konsequent etliche staatliche Einrichtungen ab, verkaufen sie an interessierte Geschäftsleute. Ich hätte sie gewählt, wegen meines erhofften Geschäftes.

      Wie würde die Gesellschaft sich organisieren? Handelt es sich dabei um eine Regulierung, die über Angebot und Nachfrage von Gütern erfolgt oder regulieren sich andere Werte? Welche wären es? Regulieren will ja in einem Sinne heissen, Gleichgewicht erhalten. So wie unser Sonnensystem in etwa, das ja auch ohne das Eingreifen des Menschen existiert.

      Ich werfe diese Gedankenansätze nur einmal hier hin. „Das mit dem Liberalismus“ kann ich noch nicht so recht begreifen und wollte es doch gerne.

      Daher diese konkrete Frage an Sie:
      Wie sähe ein solches auf den Grundlagen des Liberalismus basierendes System ihrer Meinung nach aus?
      – Gäbe es noch Wahlen? Wenn ja, wofür und in in welcher Form? Wenn ein Rest Staat überigbliebe, auf welchen Gebieten und wofür wäre er eingesetzt?

      Die Menschen sind der Staat genau so wie die Menschen der Markt sind.
      Könnten sie, aus ihren eigenen Gedanken heraus zu dieser These argumentieren?

      LG : )

      • Diese so genannte „Partei der Vernunft“ ist demagogisch, geschaffen, den Kapitalismus mit all‘ seinen negativen Erscheinungsformen gesund zu beten.
        Dagegen sind die für dieselben Zwecke geschaffenen „Piraten“ reinste Waisenknaben.

        Ihre Absichten sind allzu leicht zu durchschauen, sobald nur ein wenig an der Oberfläche der demagogischen Parolen kratzt.

        Wer sich von diesen Vereinen einfangen lässt, gibt sich mit leeren Parolen zufrieden.
        Aber die Initiatoren dieser Vereine rechnen ja mit der Dummheit der Menschheit. Schließlich haben sie ja selbst seit Jahrzehnten für die Verdummung der Menschen gesorgt.

  8. Nachdenklich sagt:

    Also ich weiss nicht ob das alles so richtig ist was ich hier lese. Ich will mal versuchen dem Rat zu folgen, den ich hier gelesen habe und selber denken.
    Also Menschen leben nicht wegen ihrer schönen Augen zusammen (naja, es mag Ausnahmen geben) sondern weil sie aufeinander angewiesen sind. Sex, Kinder, unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse, naja so ein Zeug eben, spielen dabei eine Rolle. Und dann ist da noch das mit der Energie, den gegenseitigen Nutzen. Wenn ich was für !uns! tue ist das ja Ausgeglichen (Kinderkriegen, beschützen), also alles mit Gene weitergeben, das ist von der Natur so vorgesehen. Aber alles was darüber hinaus geht, da geht es dann nach den Prinzip „Gebe ich dir, gibst Du mir“. Und ab da denke ich wird es interessant, ab da wird gewirtschaftet und ist Markt.
    Was unterscheidet nun das was ich beschriebe habe von dem was wir heute auf den „Märkten“ beobachten können? Bei meinem Beispiel war die Grenze das, dass „wirtschaften“, also der Markt die Folgen die Kosten einschloss, wenn die Gemeinschaft als Ganzes auf dem Spiel stand. Es wird sicher Niemand den stärksten Jäger töten, wenn er morgen nichts mehr zu essen bekommt, und es wird auch Niemand die gebärfähigen Weibchen in Gefahr bringen, denn ohne die ist die gesamte Gemeinschaft zum Sterben verurteilt. Und das war die Regulierung. Sicher bekam auch mal einer nichts vom Braten ab oder es gab doch einen Verrückten … stellt es euch selber vor.
    Heute haben wir Leute an den Märkten die glauben dass sie ohne diese Kosten leben können weil sie tatsächlich oder vermeintlich außerhalb der Gemeinschaft stehen. Aber das ist ein Trugschluss es dauert nur länger und die Mechanismen sind komplizierter. Aber bezahlt werden diese Kosten und zwar wie beim Jäger da bekommt der Mörder zwar nichts zu essen, aber auch alle anderen nichts.
    Und jetzt haben wir zwei Möglichkeiten entweder wir warten bis sich das von alleine regelt auch für uns, oder wir machen vorher etwas. Ich bin für die zweite Möglichkeit. Passt das so?
    Dann musste man als nächstes einmal Feststellen wo ist denn !mein! Haufen und wer gehört dazu? Und werden alle Kosten richtig berücksichtigt …. Aber ohne das denke geht es nicht ob sozialistisch, marktorientiert, kapitalistisch oder feudalistisch oder anders …listisch. Wenn das auch noch passt dann konnte man weiter ……

    Wenn ich alle Fragen so für mich beantworte dann kann ich dem Autor nur recht geben und mich für seinen wunderbaren Artikel bedanken der mir viel Freude gemacht hat. Danke!

  9. w-alter sagt:

    ladida hat Recht! „Freiheit heißt alles tun zu können, solange man niemand Drittem schadet.“ Wenn er allerdings hinzufügt: „Natürlich darf da auch kein Dritter – auch mit noch so philanthropischen Argumenten – mir dazwischen funken.“, dann zeigt er, dass er sich selbst nicht ernst nimmt. Denn: wenn eine Geschwindigkeitsbegrenzung nicht kontrolliert und sanktioniert wird, wird sie ständig ignoriert. Wenn „der Staat“ Diebe nicht verfolgt, dann wird geklaut. Wenn die von ladida selbst genannte Grenze der Freiheit nicht definiert, kontrolliert und sanktioniert wird, wird sie ignoriert. So funktioniert nämlich der Mensch! Und deshalb hat ladida zwar im Prinzip recht, aber in der Wirklichkeit absolut unrecht.

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