Portugal senkt im Handstreich die Löhne aller Bürger des Landes

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Den Portugiesen geht es schlecht. Seit einem Jahr richtig schlecht. Vielleicht haben Sie u.a. unsere Geschichte „Der Verrückte mit dem Fahrrad“ gelesen. Und jetzt, weil alle vorherigen Streichungen und Kürzungen, die das Volk bereits ins Elend trieben, „überraschenderweise“ versagt haben, wird nachgelegt: Der konservative Regierungschef Pedro Passos Coelho hat am Freitagabend im TV angekündigt, dass alle Löhne des Landes gekürzt werden, ausnahmslos alle. Der Arbeitnehmerbeitrag zur Sozialversicherung steigt von 11 auf 18 Prozent. Oder im Klartext: Sieben Prozent weniger Lohn und Gehalt landesweit. Zugleich sollen die Sozialabgaben der Unternehmen von 23,75 auf 18 Prozent gesenkt werden, um „die Einstellung von Arbeitskräften zu fördern“.

Damit sollen die Staatseinnahmen erhöht, das Defizit vermindert werden … und der ganze Rattenschwanz an Begründungen, den sie schon kennen. Alternativlos, was sonst. Diese Massnahme hat einen gerichtlichen Hintergrund. Das Verfassungsgericht in Lissabon hatte es im Juni für illegal erklärt, Beamten und Rentnern die Sonderzahlungen im Sommerund zu Weihnachten zu streichen, wenn sie mehr als 1.000 Euro pro Monat verdienen. Das sei diskriminierend, so das Gericht. Jetzt will es Passos Coelho nach eigenen Aussagen „gerechter“ gestalten: weniger Geld für alle.

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Am Freitagabend zur besten Sendezeit, kurz vor der Live-Übertragung des Spiels der portugiesischen Fussball-Nationalmannschaft, verkündete der konservative Regierungschef Pedro Passos Coelho die landesweite Lohnkürzung.

Der portugiesische Regierungschef ist ein ebenso eifriger Troika- und Merkel-Schüler wie sein Kollege Rajoy in Spanien und nutzt den auferlegten Sparzwang jetzt zur kompromisslosen Umsetzung des neoliberalen Gebetbuchs. Lissabon hatte im Mai 2011 die EU um eine Finanzhilfe von 78 Milliarden Euro ersucht, um die Pleite zu vermeiden. Seitdem geht es den Portugiesen jeden Tag schlechter, die staatlichen Leistungen schwinden und die öffentlichen Services verschwinden im Nebel. Beamte und Rentner, die mehr als 1.000 Euro verdienen, verloren ihre Extra-Zahlungen; die Mehrwertsteuer sogar für Produkte wie Joghurts und Babywindeln stieg auf 23 Prozent; jeder Arztbesuch kostet fünf Euro; wer zur Notaufnahme des Krankenhauses muss, zahlt 20 Euro. Der öffentliche Nahverkehr wurde teurer, zusammengestrichen und immer unpünktlicher. Die Regierung verkaufte ihre Aktien des Stromkonzerns EDP, wird vor Ende des Jahres einen der beiden öffentlichen TV-Kanäle privatisieren und will auch die Staats-Airline TAP zu Geld machen.

Ein Jahr später stellt sich heraus, dass diese Batterie von Massnahmen nichts genützt hat. Das Defizitziel von 4,5% in 2012 und drei Prozent in 2013 kann nicht erreicht werden. Alle Daten, Schätzungen und Voraussagen der Regierung besagen, dass es dieses Jahr 5,5% werden. Das sei „die Folge der gesunkenen Staatseinnahmen“, betont Finanzminister Vitor Gaspar. Welche Überraschung, Herr Minister, damit konnte nun wirklich niemand rechnen, nicht wahr? Mit den Kürzungen und Streichungen stürzte der Inlandskonsum komplett ab. Das Bruttoinlandsprodukt verringerte sich im vergangenen Trimester um 3,3 Prozent. Die Arbeitslosigkeit stieg auf den portugiesischen Rekordwert von 15,6 Prozent. Finanzminister Gaspar hatte vor einem Jahr versichert, 2012 werde „der Anfang vom Ende der Agonie des Landes“ sein. Portugal ist weiter denn je weg davon!

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Eine portugiesische Familie zündet ihren Wohnwagen aus Protest an, in dem sie lebte, als die Polizei sie zum wiederholten Mal von ihrem Platz verscheuchen will.

Ob Griechenland, Spanien oder Portugal – überall greifen dieselben Handlungsweisen und Rezepte. Erst wird das Land im Auftrag der Troika und unter Federführung der deutschen Regierung kaputtgespart. Dann stellt man „plötzlich“ fest, dass dadurch der Konsum abschmiert und die Staatseinnahmen sinken. Daraus zieht man den cleveren Schluss, dass jetzt deswegen noch mehr Kürzungen und Streichungen her müssen, auch die letzten staatlichen Leistungen und Betriebe müssen verhökert – perdón, privatisiert – werden. Damit wird das Volk dann endgültig ins Elend getrieben, ausgeblutet und jede Chance auf Wachstum und Besserung endgültig beseitigt, weil die Staatseinnahmen auf den Tiefstpunkt fallen (müssen!).

Spätestens dann – und so weit ist es bereits in Griechenland und Portugal, bald auch in Spanien und Italien – kann man das Land übernehmen. EU, IWF und EZB übernehmen die Entscheidungsgewalt über das „Sorgenkind“. Eine Diktatur von aussen, die das nationale Parlament komplett entmachtet. In Europa entsteht gerade eine zentralistische Diktatur. Überlegen Sie selbst, ob Ihnen das Sorgen macht. Entscheiden Sie selbst, ob sie glauben, dass Sie das nicht betrifft sondern nur die anderen. Entscheiden Sie selbst, ob sie glauben, dass diese Finanzdiktatur, die demokratische Strukturen einfach auswischt, ausgerechnet vor Ihnen Halt machen wird, wenn Ihr Land erst an der Reihe ist. Am Ende, wenn Sie das alles für sich selbst entschieden haben, müssen Sie nur noch entscheiden, ob Sie dagegen aktiv kämpfen und auf die Strasse gehen wollen. Denn nichts anderes wird diese Walze mehr aufhalten können, als die – zugegeben unwahrscheinliche – Solidarität der Völker Europas.

Update 22 September:
Lohnsenkung abgesagt – Regierung knickt nach Protesten ein

Lesen Sie dazu auch:
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* Von Schulden und Eseln
* Wer ist schuld an der Krise?
* Scheiss auf eure Kinder, ganz ehrlich!

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48 Kommentare zu “Portugal senkt im Handstreich die Löhne aller Bürger des Landes

  1. Nachdenklich sagt:

    Danke für den Artikel, an diesen stört mich nichts! *gr*
    Aber eines gilt es dabei noch zu bedenken: wehren müssen und werden wir uns! Denn erst dann werden die Goldmänner und Rotschilder aufhören ihre Gier an uns zu befriedigen.
    Wie wir uns wehren ist egal, Hauptsache wir tun es.
    Stillhalten dagegen verbessert nichts, es sorgt nur dafür dass die Not großer wird, es länger wehtut und der Schaden der durch uns am Ende beseitigt werden muss wird größer!

    Also Aktion…

  2. Monika sagt:

    Guten Morgen,

    man könnte meinen, dass man aus dem Vergangen gelernt hat. Dem ist aber nicht so. Es ist wirklich verwunderlich, dass sie nicht denken, dass mit diesen Maßnahmen der Konsum noch mehr einbrechen wird.

    Viele Grüße

    Monika

  3. almabu sagt:

    Dieses gruselige Beispiel zeigt exemplarisch den Weg der beschritten wird. Ein Land wird über die Schuldenpolitik von aussen durch Banker und Kapitaleigner regiert. Die „eigene“ gewählte Regierung ist nur Erfüllungsgehilfe als Knechter und Geldeintreiber für die Kapitalisten. Damit die Bevölkerung ruhig bleibt und die Banker nicht an die Laternen hängt, wovon es übrigens für den völlig unwahrscheinlichen „Fall des Falles“ immer noch mehr gibt als Banker, werden mit Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Faschismus Ablenkungsmanöver zur Erzeugung der üblichen Sündenböcke gefahren. Ganz am Ende ist dann wieder „der Jude“ an allem schuld…

  4. Deutschländer sagt:

    Willkommen im EU&Euro Konzentrationslager.

    Die Bevölkerungen aller Länder werden gepeitscht, geknechtet und versklavt – zum Wohle der europäischen, gemeinsamen, langfristig zum Tode verurteilten Friedenswährung.

    Tretet in die Eurozone ein und lasst alle Hoffnung fahren oder wie wärs wenn man die Münzen auf einer Seite mit „Arbeit macht frei“ bedruckt?

    Nachdem Draghi seine Superwumme ausgepackt hat, seine wertlosen Geldscheine wie eine Möhre vor den Politesel aller Länder vor die Nase hin und herwedelt, feiern die „Märkte“ eine große Sause.
    Ab jetzt wird jedes Land das unter dem Rettungsschirm „schlüpft“ zu einer Sklavenkolonie von Brüssel und die Bevölkerung wird wie ein dressierter Köter immer schön „Männchen“ „Sitz“ „Platz“ machen müssen um ein Zipfelchen Euro Wurst zu bekommen.

    Vielleicht wird der Tag kommen, wo die Köpfe der Men in Black nach Ihrem Antrittsbesuch postwendend nach Brüssel geschickt werden.

    Ist der „Euro“, die „EU“ es wirklich wert den monetären Brüssler Sadisten uneingeschränkt ausgeliefert zu sein?

  5. fidel sagt:

    Laut BIZ (2011) beträgt die Gesamtverschuldung (governm./coperate/houshold) in:

    Portugal: 366% v. BSP
    Spaien: 355% v. BSP
    Greece: 262% v. BSP
    France: 321% v. BSP
    UK. 322% v. BSP
    Italien: 310% v. BSP
    Belgien. 356% v. BSP

    tragbar ist die Last bei 85% Verschuldungsgrad zur Wirtschaftsleistung, lt.BIZ.

    Deflation wie Inflation können nicht sozial/fair/gerecht sein.
    Das Kapital noch schnell umzu-fair-teilen ist naiv wie sinnlos.

    Ein Witz, dass die Unfreien ihre wenige Freiheit in Konsumschulden umtauschten.
    Dafür haben sie jetzt Feuerwasser (Immo), Glasperlen (TV,DVD) und Spiegel (Kfz.).
    Die Geschichte wiederholt sich immer wieder….

    • Maldek sagt:

      Ausgezeichnete Darstellung – genau so ist es!

      Die Schafe heute sind der Pöbel des alten Rom. Solange es Brot und Spiele gibt, werden sie auch nicht aufbegehren. Sie werden einfach aufgeben, resignieren, genau wie in Griechenland. Die Marienthal-studie der 30er hat es bewiesen (googelt das).

      Alles Gute
      Maldek

      http://www.maldek.info

  6. Teja552 sagt:

    All diese Regierungen handeln gegen ihre eigene Völker und das wissen sie ganz genau und sie knechten und enteignen das Volk, ob nun in Portugal,Spanien,Italien oder Griechenland überall ist es dasselbe und das Zepter zur Knechtung der Völker hat schon längst die Finanzmafia in Händen, wir wurden und werden alle getäuscht.

    Dein Beitrag ist gut und verständlich, danke dafür!

  7. […] viaPortugal senkt im Handstreich die Löhne aller Bürger des Landes « uhupardo. Share| September 8, 2012 at 10:19 am by admin Category: Portugal […]

  8. ProFreiheit sagt:

    Ich glaube nicht daran, daß „auf die Strasse gehen“ etwas bringt.

    In vielen Fällen eine blutige Nase oder den Verlust eines Auges
    und blaue Flecken und gebrochene Rippen durch die Tritte und Knüppel und Gummigeschosse der Polizei, ja.

    Ganz sicher auch das Gefühl „ich war dabei und wenn die große Mehrheit nicht so faul und verblödet wäre und auch mitmachen würde, dann könnten wir sogar etwas erreichen“.

    Aber hat sich dadurch wirklich etwas geändert ?

    Wie kann eine falsche und destruktive Gesellschaftsordnung und Geldordnung durch bessere Alternativen ersetzt werden ?

  9. Ulrich der 1te vorm 2 ten, Mütterlicherseits! sagt:

    Wären die Portugiesen doch beim Barroso geblieben, dann hätten sie es schon hinter sich? Wie hoch war die Wahlbeteiligung um die Konservativen in die Schaltzentrale der Macht zu katapultieren? Weniger Lohn bedeutet weniger Konjunktur, bedeutet das sich die Spirale der Armut in Bewegung gesetzt hat. Suppenküchen wie in Griechenland werden wie Pilze aus dem Boden schießen, diese Art der Konjunktur ist doch gemeint angesichts der Politik, „Hände hoch Banküberfall“, wann wird Europa wach um zu beenden was kriminelle Strukturen begonnen haben?

  10. Cristina sagt:

    Ich habe mir erlaubt, diesen Artikel in meinem Blog zu verlinken – denn besser kann ich es nicht schreiben. http://www.das-pausenblog.com/2012/09/portugal-wer-nichts-hat-dem-wird.html – ich hoffe, das ist ok.

  11. dank sagt:

    Es ist Zeit.

    Zeit für eine neue Boston Tea Party.

    Nur die Strasse wird nicht ändern – das fühlen, denken und wissen alle die sich näher mit dem Thema beschäftigen.

    Es braucht Zeichen.

    Eindeutige Zeichen…

    >>New Boston Tea Party<<

  12. kurzundknapp sagt:

    starker Artikel – danke!

  13. Franklin sagt:

    OH, wo Portugal doch immer auf ntv, spiegel online und von den Marionetten der Großindustrie (Merkel & CO) in den Himmel gelobt und als Musterschüler in Europa präsentiert wird …

  14. Frederico del Campo sagt:

    Dass Sparpolitik ohne Wachstumspolitik schlecht funktioniert, ist sicherlich richtig. Allerdings hat die Gegenrichtung ja die traurige Lage erst herbeigeführt – statt zu sparen wurde immer alles per Kredit finanziert. Die Empörung, jetzt total in der Luft zu hängen, kommt daher 10 bis 20 Jahre zu spät. Aber wahrscheinlich hätten sich damals _alle_ empört, wenn jemand von Sparen geredet hätte …
    Im übrigen trägt Sparpolitik im Nacheffekt durchaus zur Konjunktur bei: „Der portugiesische Exportsektor ist erfreulich gewachsen …“ http://is.gd/DKG2qS
    Was soll man jetzt fordern? „Mehr Zeit“ (das heißt moderatere Sparziele) ist mE die richtige Forderung. Außderm müsste das Bremsmanöver weniger hart ausfallen, wenn das Zinsniveau sich dem Deutschen wieder mehr angleichen würde. Aber Draghi hilft ja schon kräftig … ( http://is.gd/52Gadl )

    • uhupardo sagt:

      „Dass Sparpolitik ohne Wachstumspolitik schlecht funktioniert, ist sicherlich richtig. Allerdings hat die Gegenrichtung ja die traurige Lage erst herbeigeführt – statt zu sparen wurde immer alles per Kredit finanziert.“

      Damit der Gesamtzusammenhang nicht vergessen wird: Klick und Klick

  15. Frederico del Campo sagt:

    Ja, dass die „Schuldigen“ eher in Regeln und Vorgaben, also im System zu suchen sind, unterschreibe ich. Profitiert haben sowieso alle davon – Politiker und Beamten, Unternehmer und Banker, Arbeitnehmer und sogar Arbeitslose, die im Inland und die draußen auch.
    An die Möglichkeit einer von Grund auf „humanen Alternative“ glaube ich allerdings nicht. Ich lasse mich gerne belehren und bin sofort dabei, aber den entsprechenden globalen Gleichgewichtszustand halte ich für ein ideologisches Wolkenschloss. Aber man muss ja nicht gleich in die fernsten Utopien schweifen. Es würde doch reichen, wenn man bei allem Handeln im wirren, überkomplexen und nie perfekten System das „Humane“, das sind schlicht die Menschen, denen es am Schlechtesten geht, zum Maßstab nimmt. Also mehr „Glück für alle“. Länderübergreifend. Also das gesamtgesellschaftlich vorhandene „Glück“ besser verteilen. Aber nicht glauben, das könnte super gut klappen. Es ist nur die Richtung …

  16. tinyentropy sagt:

    Nun ja, ich spreche mich im Allgemeinen auch dafür aus, dass sparsam gewirtschaftet werden muss. Aber es ist scheinbar nicht ganz so einfach.

    Trotzdem, in diesem Fall liegt ja wohl die Schuld bei den portugiesischen Bürgern, den Beamten mit besagtem Einkommen, weil sie nicht bereit sind Einbußen hinzunehmen, obwohl es das Land anders nicht mehr bewerkstelligen kann. Das ist kein Beispiel für ein Versagen der Troika. Geld, das nicht da ist, kann eben nicht ausgegeben werden. Also braucht man Kredite und begibt sich damit in die Abhängigkeit Anderer.

    Langfristig ist es aber wichtig zu sehen, dass nur Sparen offensichtlich in einer akuten Krise (wenn das Kind ins Wasser gefallen ist) sehr viele negative Effekte mit sich bringt. Aber wen überrascht das ernsthaft? Die Fehler wurden eben schon gemacht und wirken sich jetzt für alles aus. 😦

    • Cristina sagt:

      Ein portugiesischer Bürger verdient im Schnitt etwa ein Viertel, höchstens ein Drittel des deutschen Einkommens. Der Mindestlohn, über hierzulande noch viele nicht hinaus kommen, beträgt 497 €. Die Lebenshaltungskosten sind in beiden Ländern fast gleich hoch. Ein Liter Benzin z.B. kostet heute 1.70 €. Die Mittagstische kriegen nicht mehr genug Nachschub weil so viele Menschen, die noch vor kurzem zum Mittelstand gehörten, keinen anderen Ausweg mehr sehen.

      Mir wird schlecht, wenn man dann hingeht und einfach „den Bürgern“ die Schuld gibt.

      Seltsam übrigens, dass sich das Ganze für die eh schon reichen Länder eben NICHT negativ auswirkt, offenbar sogar ganz im Gegenteil…..

      • fischi sagt:

        Cristina!
        Glaube bitte nicht das es in Deutschland so ist, dass sich die vorhandenen Vorteile den einfachen Leuten zu Gute kommen.
        Was vor allem durch billige Zinsen am Kapitalmarkt eingespart wird. fließt direkt den großen Konzernen und den Banken in die Arme.
        Die Medien verkaufen das als Wachstum, vergessen aber zu sagen, dass das nur für die Reichen gilt !

      • tinyentropy sagt:

        ich meinte nicht die bürger pauschal, sondern die beamten mit einem einkommen über 1000 euro, die gegen die kürzung der sonderzahlungen protestiert haben. nach dem, was du sagst, vedienen sie ja nicht schlecht im vergleich zu ihren mitmenschen.

  17. fischi sagt:

    In Deutschland ist man beim Sozialabbau also auf dem Weg in die Diktatur einen besonders fiesen Weg gegangen.
    Man macht das seit Jahren immer Scheibchenweise.
    Unsere Handwerksmeister haben irgendwann auch einen Tarifvertrag mit einer christlichen Gewerkschaft abgeschlossen und da hat es nie wieder eine Lohnerhöhung gegeben.
    Vor einer Weile kam mal ein Bericht über den Werdegang der Lufthansa.
    Da wurde rausgestellt das die Flugbegleiteter überdurchschnittlich verdienen.
    Mit dem Streik jetzt hab ich den heutigen Tarifvertrag angesehen, das war erschreckend.
    Allerdings die Vorstände liegen so zwischen 1,5 und 3,5 Millonen.
    Deswegen gebe ich die Hoffnung nicht auf irgendwann erinnern sich die Deutschen und auch alle anderen Europäer daran das man irgendwann Stricke, Bäume und Straßenlampen erfunden hat.

  18. Don Furioso sagt:

    „In Europa entsteht gerade eine zentralistische Diktatur. Überlegen Sie selbst, ob Ihnen das Sorgen macht. Entscheiden Sie selbst, ob sie glauben, dass Sie das nicht betrifft sondern nur die anderen. „ Viele, ich fürchte die meisten, sorgen sich nur um das eigene Heim, und solange der Fernseher flimmert, ist die Welt in Ordnung.

    Wer gerne seinen Blutdruck in die Höhe treibt, muss nur mal einen Blick auf Leserkommentare der FAZ werfen. Mir wäre es lieber, Leute würden unverblümt zugeben, dass ihnen die Nachbarn, die Demokratie und sogar die Zukunft ihrer eigenen Kinder scheißegal sind, solange der Urlaub in Spanien ungestört bleibt. Statt dessen verstecken sich viele hinter scheinheiligen Argumenten über ökonomische Vernunft, Argumente, die ihnen selbst nicht wirklich einleuchten.

    Mit Empathie ist hier nix zu holen (siehe der Zigeunerkommentar). Die einzige Chance, zumindest ein Stutzen hervorzurufen, ist an einen aufgeklärten Egoismus zu appellieren. Das ist naturlich schwierig, mit einer Springer-Presse – siehe Ihr eigener Artikel zu Bettina Wulff. Teile und herrsche – das klappt wohl immer.

  19. fischi sagt:

    Nee!
    Es sind doch nicht alle Menschen so!
    Und ich glaube doch, dass sich die Meinungen, um so schlechter es besonders den Menschen im Westen geht, doch anders wird.
    Diese krassen Maßnahmen wie im Süden hätten in Deutschland auch zu einer anderen Meinung geführt.
    Aber das kommt noch.
    Die Leute werden immer unzufriedener.

    • Cristina sagt:

      fischi: Kann die Antwort nicht oben platzieren – aber das ist mir schon klar, ebenso wenig kommt das den einfachen Leuten in D zu Gute wie hier in P die nicht-einfachen Leute zu Kasse gebeten werden :). Irgendwas läuft gewaltig schief.

      • uhupardo sagt:

        „Kann die Antwort nicht oben platzieren“

        Ist leider so, wordpress ist, wie es ist. Kleiner Tipp: Die Passage, auf die Sie eingehen möchten, als Zitat bringen, dann darauf antworten.

  20. sonnemohn sagt:

    Ich finde den Artikel ganz klasse.
    Ich bin durch meinen Freund auf diesen Blog gestossen. Ich selbst habe kein TV und lese keine Zeitung, und muss gestehen dass ich total hinter’m Mond lebe. Dieser Blog, um mich endlich zu informieren war ein toller Ratschlag.

    Mich würde interessieren wo Deutschland in diesem Szenario steht. Sind wir vor so einer Krise wie in Portugal sicher? Wir sind ja schließlich auch Kreditgeber dieser Länder. (Zumindest das habe ich schon mitbekommen)

    Ich hoffe das sind keine dummen Fragen.

    lg

    • uhupardo sagt:

      Gibt doch keine dummen Fragen, sonnemohn. Herzlich willkommen. 🙂
      Natürlich ist Deutschland nicht sicher vor so einer Krise, nur ist es vielleicht das letzte Glied der Risiko-Kette. Am Ende wird es vermutlich D schlimmer erwischen als alle anderen aus vielen Gründen, die Erklärung würde hier ein bisschen zu langwierig. Es gibt jedoch genug Uhupardo-Artikel, die das erläutern, einfach ein bisschen blättern.

      Doch auch ohne in die Zukunft zu schauen: Die Mittelschicht Deutschlands bricht schon seit einer Weile weg, die (manipulierten) Arbeitslosenzahlen steigen, Mini-Jobs und Zeitarbeit nehmen zu. Jetzt brechen die Exporte weg, weil rundherum die Kunden in die Misere getrieben werden. Kann nicht besser werden.

    • Don Furioso sagt:

      „Ich selbst habe kein TV und lese keine Zeitung, und muss gestehen dass ich total hinter’m Mond lebe.“

      Man kann den Fernseher 24 Stunden am Tag laufen lassen, immer die gleiche Zeitung lesen und trotzdem, oder gerade deswegen hinterm Mond leben. 🙂
      Ohne TV und ohne Zeitung ist vielleicht ein guter Anfang, um vorurteilslos die richtigen Fragen zu stellen. Dann würde ich anfangen, verschiedene Quellen heranzuziehen. Ich selbst habe für mich entschieden,dass es sich ohne TV besser lebt.

      • Joachim Lang sagt:

        „Damit anfangen, verschiedene Quellen heranzuziehen… “

        Ich finde, das ist gar nicht so leicht. Im Dschungel der teilweise großartig verlinkten Beiträge in den verschiedenen systemkritischen Blogs gehe ich regelmäßig verloren. Dort wimmelt es nur so vor lauter „must read“ und „must see“.

        Die Grundlagenwerke, die in Universitäten pflichtgelesen werden, sind schlicht zu viele, und womöglich die falschen.

        Gibt es ein Basiswissen, also zeitgemäße Bücher oder Videodukumentationen, die so gut sind, dass sie die Lektüre vieler anderer, ähnlicher, aushebeln oder aufgrund größerer Klarheit und Substanz schlicht überflüssig machen?

        Wie kann ich mir die Beurteilungskriterien aneignen, die es mir ermöglichen, gute Quellen von schlechten, bzw. weniger guten zu unterscheiden?

      • Bonsta sagt:

        „Wie kann ich mir die Beurteilungskriterien aneignen, die es mir ermöglichen, gute Quellen von schlechten, bzw. weniger guten zu unterscheiden?“

        Als wichtigsten Tipp kann ich dir empfehlen, immer die Quelle zu prüfen. Wer sind die Finanziers von z.B. Studien, aber auch Blogs, wer steckt hinter einer Stiftung? Welche Interessen könnten damit verfolgt werden? Versuche von Manipulation und Lobbyarbeit lassen sich oft schon allein damit recht schnell entlarven.

        Eines muss man immer wissen: Je mehr Geld zu verdienen in Aussicht steht, desto massiver sind die Versuche, die öffentliche Meinung und die Politik zu beeinflussen. Dies geschieht auf höchst unterschiedlichen Wegen und nicht jede PR erkennt man auf den ersten Blick.

        Sehr zu empfehlen ist diese Website: http://www.lobbycontrol.de/blog/

        Wenn du da ein bisschen rumstöberst, erfährst du eine Menge darüber, auf welchen Wegen Einfluss auf die Politik genommen wird.

        Damit lässt sich jedoch noch lange nicht herausfinden, ob z.B. das hier beworbene Bandbreitenmodell eine lohnenswerte Sache ist, oder nicht…

        Goethe sagte einmal: „Mit dem Wissen wächst der Zweifel.“ Ich denke das ist falsch. Ich glaube viel mehr, dass mit dem Zweifel das Wissen wächst…. Wer aufhört zu Zweifeln, wird mit seiner Erkenntnis im besten Fall stehenbleiben, im schlechtesten Falle wird er borniert.

        Als Buchempfehlung habe ich auch noch etwas: http://www.amazon.de/Die-%C3%96konomie-von-Gut-B%C3%B6se/dp/3446428232

        Selten ein so tiefsinniges, unvoreingenommenes, ideologiefreies Werk gelesen, obwohl ich längst nicht mit allem Einverstanden bin, was der Autor da so von sich gibt. Aber das muss ja auch nicht sein. Ganz im Gegenteil sogar! Wenn man nur nach Bestätigung seiner schon vorgefertigten (von wem auch immer…), eigenen Sichtweise sucht, wird man sie garantiert auch finden. Sehr viel schlauer wird man dadurch allerdings nicht….

        Das war gerade noch ein Tipp 😀

  21. […] habe ich aber zum Schluss noch und zwar handelt es sich um den interessanten Artikel “Portugal senkt im Handstreich die Löhne aller Bürger des Landes“, den ich gestern bei Uhupardo gelesen habe. Share […]

  22. Joachim Lang sagt:

    Danke für die Empfehlungen!

  23. ProFreiheit sagt:

    Weshalb befreit sich Portugal nicht vom Euro ?
    Darf es nicht ?
    Weiß es nicht, wie das geht ?

    Wenn es an Mangel an Wissen liegt, dem kann leicht abgeholfen werden. Professor Hankel und viele andere Währungsexperten erklären gerne, wie man die Zahlungen an die Gläubiger stoppt
    und seine eigene Währung installiert.

    Man dreht den Spiess um.
    War man bisher unter dem Diktat einer Troika oder sonstiger Sklaventreiber, sind die Gläubiger plötzlich ganz still und agieren aus der Position eines Bettlers.

    „Bitte, liebe Griechen und Portugiesen, bitte zahlt uns doch zumindest einen Teil Eurer Schulden bei uns zurück.
    Wir sind ja schon zufrieden mit der Hälfte.
    Wie ?
    Ihr wollt gar nichts mehr zahlen ?
    Bitte nicht.
    Bitte zahlt doch zumindest 25 % an uns zurück.

    Wie ?
    Nicht einmal 25 % wollt Ihr bezahlen.
    Das ist aber böse.
    Wie wäre es mit 10 % ?
    Wir sind auch bereit, darauf 5 Jahre zu warten und wir akzeptieren auch Teilzahlungen. Hauptsache, es ist nicht alles verloren.“

    So haben sich in der Geschichte alle Staaten entschuldet und sind wieder auf die Beine gekommen.

    Dass dieser einzig richtige Weg nicht beschritten wird, erklärt sich aus der massiven Indoktrination der Menschen und der korrupten „Elite“, welche sich „Regierung“ oder „Parlament“ schimpft.

    Nun können sich die Ideologen darüber streiten, ob die Bürger selbst daran schuldig sind, weil sie sich nie über die Konstruktion des Geldsystems informiert haben und weil sie nie für
    eine Basisdemokratie eingetreten sind, sondern sich nur für ihr privates Glück einsetzten – oder ob die Eliten dafür verantwortlich sind, welche ihren Reichtum dafür einsetzen, ihre Macht auszubauen und ihre Ziele ( EU-Zentralregierung, Entmachtung der Nationalstaaten ) zu verwirklichen.

  24. […] Sie dazu bitte auch: * Portugal senkt im Handstreich die Löhne aller Bürger des Landes Bewerten:Share this:TwitterFacebookDiggLinkedInRedditStumbleUponE-MailDruckenGefällt mir:Gefällt […]

  25. jcm sagt:

    Ich finde den Beitrag echt gut, ebenso viele Kommentare.
    Fakt ist, KEINER der ‚da oben‘, kein Superbanker, kein Milliardär, kein KonzernBoss, kein Regierungschef etc.,
    könnte OHNE uns, die über 95 % der Menschen.
    So lange diese 95 % sich nur weiter wie eine Schafsherde verhalten, werden die 5 %, die Wölfe, weiter Stück für Stück aus der Herde reissen.
    So einfach ist es eigentlich.
    Alles Theoretisieren und zerreden bringt nichts.

  26. […] werde “Alternativen zu dieser Massnahme suchen”.  Noch vor zwei Wochen hatten wir ausführlich darüber berichtet, dass der Arbeitnehmerbeitrag zur Sozialversicherung steigt von 11 auf 18 Prozent sollte. Oder im […]

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