Wer versteht wen nicht und warum?

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Nehmen Sie sich doch bitte fünf Minuten Zeit, um zuerst diese Grafik in Ruhe zu studieren.

Rechts unten (in Dänemark) wurden die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, was zu einem kollektiven Aufschrei links oben führte.

Haben Sie eine Meinung dazu?

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61 Kommentare zu “Wer versteht wen nicht und warum?

  1. flurdab sagt:

    Wie Marx schon sagte: “ Religion ist Opium fürs Volk“.
    Und in Ländern mit breiter Armut braucht das Volk eben Opium.

    • uhupardo sagt:

      Wie viel Verständnis muss rechts unten dann für links oben aufbringen? Kann es das überhaupt? Oder braucht es das gar nicht?

      • flurdab sagt:

        Man kann auch fragen wieviel Verständnis links oben für unten rechts aufbringt.

        • uhupardo sagt:

          Unbedingt kann man das, na sicher.

          • flurdab sagt:

            Verständnis ist meiner Meinung nach der falsche Ansatz. Es hat sogar einen Beigeschmack von „Überlegenheit“.
            So wie ich es erlebe, neigen strenge Muslime scheinbar dazu ihren Religionsspender als gottgleich anzunehmen und jegliche Frage nach dem Warum als Gotteslästerung auszulegen.
            Ich habe sogar scheinbar gut integrierte Muslime kennen gelernt, die für die Einführung der Shariha in der BRD eintraten.
            Für mich erklärt sich das nur durch eine sehr selektive Wahrnehmung der Welt.
            Aber wenn ich einer Religion anhänge, die sich als das der einzig wahre Glauben darstellt und alle Nichtgläubigen als „Untermenschen“, habe ich auch kein Verständnis für diese nötig.

            Was mir bei der Betrachtung der Graphik noch ins Auge sprang ist dass der Islam scheinbar die Religion der Armen ist.
            Wie ist das zu erklären?

  2. garlic221 sagt:

    Ich muss mich outen, ich verstehe die Grafik nicht. Kann es vielleicht irgendein Samarita erklären.
    Danke.

    • uhupardo sagt:

      Der linke senkrechte Balken gibt an, wie wichtig den Menschen des Landes die Religion ist = je weiter oben das Land, desto wichtiger die Religion.

      Der untere waagerechte Balken gibt das Bruttosozialprodukt an = je weiter links das Land, desto ärmer oder je weiter rechts, desto reicher.

  3. Wer hat die Karrikaturen rechts unten lanciert, damit es links oben den Aufschrei geben konnte?

    Wer hatte ein Interesse daran?
    Dänemark ist Mitglied der NATO.
    Wem gehört die NATO?

    Wem nützt das?

    • El Bernabeu sagt:

      Immer diese Verschwörungstheorien.
      Mir ist nicht bekannt, daß die dänische Presse (insbesonders die Jyllands-Posten) der NATO unterstellt ist.

      • Seit wann gibt es „freie Presse“?

        • P.S. Den Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ kenne ich schon – und er trifft mich nicht. Dieses Totschlag-Argument hat schon sooooooooooooooooooooooooooo einen langen Bart!

          • Bartleby sagt:

            Ja die rethorischen Fragen „Seit wann sind aber auch nicht frisch rasiert…“

            Seit wann gibt es „freie Presse“?

            Sicher schon länger, nachweislich jedoch mindestens seit dem 1. Januar 1963 – im Volksmund damals liebevoll-spöttisch auch „Breite Fresse“ genannt.

            http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Presse

            • 1. https://uhupardo.wordpress.com/2012/08/06/wie-unabhangig-sind-die-medien-wirklich/
              2. Die Presse ist IMMER ein Machtmittel der Herrschenden. Ob es nun angeblich „verschiedene“ Meinungen gibt oder nicht. Am Fundament der jeweiligen Macht wird NIE gerührt. Es wird immer hübsch daran vorbei geredet und geschrieben. Ich nenne das Verblödung und Verwirrung der Menschen.
              3. Insofern hat eine „freie Presse“ nie existiert und wird auch nicht existieren, solange es Staaten gibt, die wiederum das Machtinstrument der jeweils Herrschenden sind und die darum den anderen Menschen sagen, was und wie sie zu denken, zu fühlen und zu handeln haben.
              Meine bescheidene Meinung dazu.

              • uhupardo sagt:

                Etwas zu generell oben drüber weg oder, wenn es DIESES Thema angeht?
                Keine Redaktion steht unter irgendeinem Zwang „der Herrschenden“, Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen. Da hilft der Vortrag nicht wirklich.

                • Nein, natürlich steht keine Redaktion unter dem „Zwang“. Wie sollte sie auch? Sie wird einfach sehr gut bezahlt dafür. Das ist alles.

                  Ich bin der festen Überzeugung, dass solche Sachen lanciert sind. Es passt einfach zu gut ins Konzept.

                  Wie dieser unsägliche Film – und die Reaktion – Ermordung von US Botschaftsmitarbeitern – geschah genau pünktlich am 11. September.

                  Tut mir leid, ich kann da an keine „Zufälle“ glauben.
                  Die Stimmungen sollen hochgekocht werden, damit der Krieg „gegen den islamischen Terrorismus“ weiter gehen kann.

                  Ach ja, und bald soll es ja richtig losgehen!
                  http://www.examiner.com/article/twenty-five-plus-countries-prepare-for-strike-iran

                  Das sind mir einfach alles ein bißchen zuviele „Zufälle“!

        • uhupardo sagt:

          Es gibt freie Presse insofern, als sich die Regierung in keiner Form in die Redaktionsarbeit mischt, in Dänemark, in Deutschland und in Spanien. Darum ging´s doch hier oder? Ein bisschen differenzieren ist schon gut.

          • Bartleby sagt:

            Man muss aber auch sagen, dass das „Gute“ an dieser Presse ist, dass sich die Regierung nicht einmischen muss, um die oft fehlende Objektivität und in den Untertiteln genannte „Überparteilichkeit“ und „Unabhängigkeit“ zu verhinden. Das wird inwischen oft von den Medienkreisen selbst festgestellt. Wäre es anders, müssten sich nicht so viele Blogger verzweifelt die Finger wundschreiben.

  4. amitaf86 sagt:

    Was ist denn ihre persönliche Meinung? Wie würden Sie Ihre Frage(n) beantworten?

  5. Bartleby sagt:

    Aufschrei links oben als Reaktion von Karrikaturen links unten: Das kann man ja noch verstehen, da diese unterschiedlichen Welten nicht mehr so getrennt sind wie früher.

    Die komischen Töne von rechts oben ohne jeden äußeren Anlass werden in diesem Zusammenhang aber kaum diskutiert: Romney, Kreationismus, Intelligentes Design…

    Möglicherweise ist das Dreieck dieser Dinge die Erklärung. Tja, vielleicht ist das eine Verschwörungstheorie , vielleicht Realität – wer weiß das schon?

    • uhupardo sagt:

      Die generelle Frage nach unserem Verständnis: Wer kann und wer muss oder sollte wie viel Verständnis für den anderen aufbringen, wenn es um rechts und links, oben und unten geht? Oder sind Konflikte unvermeidbar?

      Und die zweite Frage lautet: Ist es egal, um welchen Einsatz es dabei geht? Um ein praktisches Beispiel zu geben: Jeder, der den aktuellen Film des Anstosses gesehen hat, weiss, dass es ein äusserst primitives, dummes Machwerk ist, nur auf Provokation angelegt. Ist es also JEDER Anlass wert, den Streit vom Zaun zu brechen, allein weil es angeblich um Meinungsfreiheit geht?

      cartoon

      • Bartleby sagt:

        Die generelle Frage nach unserem Verständnis: Wer kann und wer muss oder sollte wie viel Verständnis für den anderen aufbringen, […]

        Richtig. Und wie sollte man sich verhalten, wenn das gegenseitige Verständnis nicht möglich ist. Es ist eigentlich keine Frage, wer provozieren darf oder nicht und wer über das hingehaltene Stöckchen springen darf oder nicht.

        Die einzige Lösung für solche Fälle, in denen man sich offensichtlich nicht wirklich gegenseitig verstehen kann, ist die gegenseitige Abgrenzung. Erstmals praktiziert im Friedensvertrag zwischen den Ägyptern und den Hethitern vor ca. 3500 (!) Jahren. Und beide Seiten profitieren davon. http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gyptisch-Hethitischer_Friedensvertrag

        Leider ist es momentan so, dass man sagen muss, dass das mühsam etablierte Völkerrecht unter tatkräftiger Hilfe aus anderen Ecken des Diagramms in weiten Teilen zertrümmert wurde. Da muss man sich nicht wundern über Provokationen und Hassreaktionen.

  6. fischi sagt:

    Die Graphik zeigt doch ganz deutlich was für unterschiedliche Situationen in den einzelnen Ländern herrschen.
    Ob die Mohammed Karrikaturen sowas auslösen sollten wie das was da geschehen ist keine Ahnung.
    Aber was zwingend dazu gehören sind Medien die sowas weltweit verbreiten.
    Genauso ist das doch mit dem dämlichen Amivideo, was genau das erreicht, was es auch erreichen soll.
    Das Argument, das um so ärmer dann mehr Religiöser kann ich im Osten nicht finden.
    Im Gegenteil, je mehr die Leute denken sie gehören zur Mittelschicht, die müssen dann durch Taufe ihre Kinder am die Kirche binden.

    • flurdab sagt:

      Osten ist immer irgendwo auf der Welt.
      Wo liegt deiner geographisch?

      • fischi sagt:

        Ich meine den Teil Deutschlands, dem Kohl blühende Landschaften versprochen hat.
        Und dann ganz im Osten.

        • flurdab sagt:

          Nur wurde hier die Religion schon im 3. Reich ersetzt und unter der SED ja ebenfalls marginalisiert.
          Ich glaube, das kann man nicht mit den Ländern vergleichen, in denen der Islam die einzige „Wahrheit“ ist.
          Wir haben gelernt, dass uns nicht sofort der Himmel auf den Kopf fällt wenn wir ohne Gott leben. Bei uns greift auch das „Versprechen“ eines Paradieses nicht mehr. Denn der Deal bei den monotheistischen Religionen lautet ja: das Leben ist hart, ungerecht und dreckig aber im Tode kommt das Paradies und dort fließen Milch und Honig.

  7. die Simpsons sagt:

    Ich finde in der Graphik China und den Vatikan nicht. Habe ich das übersehen oder ist das Absicht?
    Im Orwellschen Neusprech würde man von Kommunikationsdefiziten sprechen – Ironie aus.
    Die Eliten der USA stellen quasi eine Religion dar zu annährend 100 %; Bist Du nicht mit mir bist Du mein Feind. Aus dieser Logik könnte man ableiten, dass die Amerikaner niemand versteht und die Amerikaner die anderen nicht verstehen will, sofern man nicht ihr „erzwungener“ Freund ist. Religionen sind nicht das Problem, es sind deren Führer die die Religionen für ihre Zwecke verführen.

  8. E. Müller sagt:

    Ist doch ganz einfach: Wer zu viel betet hat keine Zeit zum Geldverdienen. Und wenn Religion Opium für’s Volk ist, dann schläft’s beim Arbeiten auch noch ein …
    Und dann will auch noch jeder das haben, was er gerade nicht hat. In Summe geht sowas immer irgendwie schief.

    • uhupardo sagt:

      Weil Geld verdienen so viel wichtiger und besser ist als beten?
      Oder fehlt zusätzlich zu in der Grafik genannten Religionen noch eine weitere, weit verbreitete (die Geld-Religion), die die Länder auf der rechten Seite weit nach oben treiben würde?

      • E. Müller sagt:

        dann ist das bei uns aber nur eine Geld-Religion für die reichsten 5% der Bevölkerung im rechten unteren Teil, für die anderen 95% ist es eher eine Arbeits-/Konsum-Religion. Das ganze ist wirklich vielschichtiger …

        • uhupardo sagt:

          Was die Besitzverhältnisse angeht, ist das unzweifelhaft richtig. Doch unterscheiden sich die 95% wirklich so sehr von den 5% im Sinne von „mehr, mehr, mehr“?

          • E. Müller sagt:

            Definitiv nicht, aber wer gibt den das Hamsterrad Arbeit – Konsum – Arbeit -Konsum vor? Wer einmal da drin steckt kommt schwer wieder raus – Religion macht halt süchtig – wie Opium …

    • Ramón Rodríguez sagt:

      @ E. Müller
      Und wer zu viel Zeit zum Geld verdienen investiert, hat keine mehr zum Denken.

  9. Don Furioso sagt:

    Erste Frage: Sollen wir Verständnis aufbringen – Antwort: Im Herzen, unbedingt, in der Sache, Nein. Wenn sich der Volkszorn gegen die eigentliche Probleme richten würden, nämlich Armut, Einmischung des Westens, Krieg, gäbe es etwas, worüber wir streiten könnten, und der Streit würde uns guttun. Wir verdienen Kritik.

    Nachgeben bedeutet kultureller Selbstmord, weil unsere Fähigkeit zur Kritik und Satire das womöglich einzig erhaltenswerte unserer westlichen Kultur ist, meiner Meinung nach.

    Intoleranz mit Toleranz zu begegnen ist selbstmörderisch. Und ich habe keine Lust, Menschen anders als gleich zu behandeln. Genau das tue ich aber, wenn ich sie wie rohe Eier behandele und nie das Wort ihres Propheten in den Mund nehme, nach dem Motto „die können nicht anders“. Das ist auch rassistisch. Diejenigen, die Zugang zu youtube haben gehören nicht zu den wahren Opfern.
    Zweite Frage: Ist dieser Scheißfilm es wert? Antwort: Ja. Gegenfrage: Wenn wir entscheiden, dass er es nicht ist, werden die Angriffe auf unsere Werte aufhören? Was ist mit Charlie Hebdo? Sind die nicht schützenswert?

    • uhupardo sagt:

      „Und ich habe keine Lust, Menschen anders als gleich zu behandeln. Genau das tue ich aber, wenn ich sie wie rohe Eier behandele und nie das Wort ihres Propheten in den Mund nehme, nach dem Motto “die können nicht anders”.“

      Also ist Gleichbehandlung wichtig. So in etwa?
      Alles, was den Holocaust lächerlich macht, ist Hassrede und nicht tolerierbar. Alles, was gegen das Königshaus geht (England, Spanien …) ist mindestens unverschämt und nicht tolerierbar. Alles, was den Islam lächerlich macht, ist Meinungs- und Pressefreiheit.

      „Was ist mit Charlie Hebdo? Sind die nicht schützenswert?“

      Der „Titanic“- Chef sagt klar nein:

      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/titanic-islam-titel-interview-mit-leo-fischer-a-856920.html
      SPIEGEL ONLINE: Die Sache ist zweischneidig. Auf der einen Seite berufen sich die Satiriker von „Charlie Hebdo“ auf die Pressefreiheit, auf der anderen Seite heizen sie islamfeindliche Stimmungen an.

      Fischer: Applaus von der falschen Seite möchte niemand bekommen. Wenn Satire einfach so im luftleeren Raum dumpfe Stimmungen anspricht, ist es rechte Satire. Und Beleidigung ohne jeden Anlass ist zudem langweilig.

      • Don Furioso sagt:

        „Alles, was den Holocaust lächerlich macht, ist Hassrede und nicht tolerierbar. Alles, was gegen das Königshaus geht (England, Spanien …) ist mindestens unverschämt und nicht tolerierbar. Alles, was den Islam lächerlich macht, ist Meinungs- und Pressefreiheit.“ Ich kann die Holocaustleugnung nicht damit gleichsetzen, meiner Meinung nach. Aber eben nur meiner Meinung nach. Ich bin nicht bereit, meine Meinung mit Bomben durchzusetzen, allenfalls durch den Rechtsweg, wie es der Vatikan getan hat. Und soviel ich weiß hat auch das Königshaus keine Bomben geworfen. Was die Titelseite von Charlie Hebdo betrifft, warte ich noch auf Bombendrohungen von jüdischer Seite – immerhin ist auch ein Jude darauf dargestellt und lächerlich gemacht.
        Auch Glatzköpfe aus dem Osten kann man als Verlierer des Kapitalismus und der Globalisierung betrachten. Der Osten wurde ausgeschlachtet, Mädels sind in den Westen gezogen, zurückgeblieben sind unterprivilegierte junge Männer, die sich nur noch an ihre eingebildete weiße Überlegenheit festklammern. Sollen wir nur Dönerbuden im Osten verbieten, um ihre quasireligiösen Gefühle nicht zu provozieren?

  10. sh4n sagt:

    Provokation ist etwas Alltägliches. Aber es gibt wohl unterschiedliche Maßstäbe, was als Provokation gesehen wird und was nicht. Werte, die in den jeweiligen Gesellschaften eine hohe Wichtigkeit haben, werden demnach energischer verteidigt, wenn sie angegriffen werden. Was „oben links“ Religion ist kann „unten rechts“ z.B. der Klimawandel sein.
    Provokationen sind das eine, allerdings muss sich auch provozieren lassen. Oder gezielt aufgestachelt werden. Um eine großflächige Wirkung zu erzielen bedarf es Personen (z.B. Prediger, Politiker) oder Institutionen (Medien, Interessensgruppen), die als Katalysator wirken. Bei einer armen Bevölkerung, ohne Chancen auf Bildung und Arbeit mit gleichzeitiger Tendenz der Administration zur Repression in Bezug auf freie Meinungsäußerung des Einzelnen, Versammlungsfreiheit und Pressefreiheit fallen solche Provokationen dann auf fruchtbaren Boden. Und für alle Beteiligten fällt anschließend etwas ab: Die Randalierenden haben ein Ventil, die Politiker (der Staaten oben links) können von innenpolitischen Problemen ablenken, die Medien verdienen Geld daran, die Prediger haben Macht.

  11. uhupardo sagt:

    (Kleiner Einschub: Es war nur ein erster Versuch, einfach eine Grafik und eine Frage hinzustellen, ohne einen Meinungsartikel, um die Diskussion zu eröffnen. Das betrachten wir schon jetzt als gelungen. *chapeau* den beteiligten Kommentatoren!)

  12. birkental sagt:

    Diese Grafik verdeutlicht einiges. Unter Anderem die breite Wirkung, welche solche Karikaturen auslösen und auch die Arroganz, die daraus mitgelesen werden kann. In diesem Spannungsfeld Krieg zu provozieren braucht wirklich nicht viel. Ich wundere mich, dass sich die reiche westliche christliche Welt nicht expliziter von dieser Provokation distanziert. Von Bildern, die jeder liest, bevor es denkt. Meinungsfreiheit über die Achtung religiöser Gefühle zu stellen, stört mich. Beide sind wesentlicher Bestandteil unserer Kultur. Dafür bräuchte es eine neue Grafik.

  13. Hackentrick sagt:

    Vorab: Ich ziehe eine deutliche Grenze zwischen dänischen Karikaturen oder der Publikation von ‚Charlie Hebdo‘ und den bewussten Provokationen durch dieses dumme Filmchen, Terry Jones oder die Aktionen von PRO-NRW/DEUTSCHLAND! Das eine ist Satire in einer aufgeklärten Gesellschaft. Das andere ist unsägliche Hetze.

    Ich habe in meinem gestrigen Blogartikel http://hackentrick.wordpress.com/2012/09/20/brandstifter-und-rattenfanger/ versucht, eine Linie von rechts unten nach links oben zu ziehen. Es ist nicht die Religion an sich – es sind die Kräfte, die die Religion (und Bildungsarmut, usw.) für ihren Führungsanspruch benutzen. Aber: Islamische Länder sind nicht per se zu Entwicklungsunfähigkeit verurteilt – der Westen hat m. E. sehr viel dazu beigetragen, dass diese Staaten in ebendiesem Zustand sind, der den aktuellen Aufruhr ermöglicht…

    • uhupardo sagt:

      Der Blogartikel sei zur Lektüre empfohen, das vorweg.

      Eins sollte noch geklärt werden: Wo genau ist „die deutliche Grenze“ zwischen der Publikation von Charlie Hebdo und dem dummen Filmchen?

      Gibt es in einem von beiden eine inhaltliche intellektuelle Auseindersetzung mit der Materie, um eine „deutliche Grenze“ definieren zu können? Und sollte die Antwort „ja“ lauten, woraus besteht die genau?

      • Hackentrick sagt:

        Die Frage nach der ‚deutlichen Grenze‘ ist natürlich äusserst schwierig zu beantworten – schon allein, weil es eine persönliche (subjektive) Bewertung ist…

        Mir ist nur eine der Grafiken aus ‚Charlie Hebdo‘ bekannt. Diese bezieht sich eindeutig auf die aktuellen Ereignisse. ‚Charlie Hebdo‘ ist kein gerade schnell publiziertes Werk, sondern eine wöchentlich erscheinende Satirezeitschrift. Sie kommentieren den Aufruhr in den islamischen Staaten in der ihnen eigenen Sprache (und das ist halt die Satire).

        Dagegen scheint der Zweck des Videos ‚Innocence of Muslims‘ einzig und allein die Beleidigung und Provokation zu sein. Satire kann ich darin nicht erkennen. Insofern sehe schon einen Unterschied…

        Interessant wäre allerdings die Frage, ob das Video gleichzusetzen ist mit ‚Das Leben des Brian‘. Das ist ein ganz neuer Aspekt…

        • uhupardo sagt:

          Der Titanic-Chef sagt im Bezug auf die „Charlie Hebdo“-Veröffentlichung: „Wenn Satire einfach so im luftleeren Raum dumpfe Stimmungen anspricht, ist es rechte Satire. Und Beleidigung ohne jeden Anlass ist zudem langweilig.“

          Vielleicht muss an Satire überhaupt erst persönlich definieren, um drüber reden zu können. „Satire darf alles“? Ja. Vor allem darf sie nicht nur über Geist verfügen, sie muss es sogar. Oder hat den Anspruch Satire verloren. Satire sollte also inhaltliche intellektuelle Auseindersetzung mit der Materie befördern. Davon ist bei Charlie Hebdo weit und breit nichts zu sehen.

          Als Ergebnis wäre also höchstens festzuhalten, dass auf der Skala „überflüssig wie sonst nichts“ der Film noch ein deutliches Stück weiter oben steht aufgrund von derartig strunzdummer Machart – aber Substanz hat beides nicht. Kein bisschen. Und was keine Substanz hat, ist keine Verteidigungsanstrengung wert.

  14. aus Madrid sagt:

    Interessante Sache Uhupardo! – Leider schaffe ich es noch nicht, Textreduziert zu schreiben!

    Ich habe die Graphik lange betrachtet. Dann habe ich mir China als grossen Ball in der Mitte vorgestellt, mit einer Sonderfarbe. Vielleicht fällt dieses Land zu sehr aus dem Rahmen um es in die Graphik einzuordnen?

    Meine Interpretation der Graphik:

    Weniger Einkommen = mehr Armut = weniger Bildung = mehr Bildung über religiöse Vereine/Gemeinschaften. Die Gebäude für Versammlungen sind ja vorhanden. Religion wird zur/ist Politik. Die Mitglieder gehören dieser einen grossen Einheit an, Aussenstehende verharren aussen. Sie werden von der Einheit regiert, ohne viel mitbestimmen zu können/ zu dürfen!

    Mehr Einkommen= weniger Armut = mehr Bildung?? = Weniger Einfluss in die Bildung über Religiöse Vereine. Religion und Politik sind zwei unabhängige … Organe, mit Mitgliedern, die beiden zugleich angehören können.

    Das grosse Glied wird oft leider sowohl in religiöser als auch politischer Organisationsmethode vergöttert und dann zerehrt.
    Denn das haben sie gemeinsam, die beiden Formen die die Organisation der Gesellschaft übernommen haben oder ein Kollektiv an Menschen ihnen auferlegt hat.
    Sie bilden eine Gemeinschaft.
    Aussenstehende verharren aussen. Sie werden von der Einheit regiert, ohne viel mitbestimmen zu können/ zu dürfen!

    Dazugehören, oder nicht dazugehören ist eine sehr delikate Angelegenheit, die tief in der menschlichen Empfindung verankert ist. Meiner Meinung nach, ein ganz leicht zu findender Hebel oder Knopf, mit dem man sie lenken kann, wenn man nicht die Methode der Armutserzeugung zu offensichtlich einsetzen will.
    Die Ausgrenzungsmethode – jeder Erzieher kennt den Mechanismus.

    Genau hier dran wird in Spanien zur Zeit fleissigst gebastelt, in dem z.B. Schulen der „Legionäre Christi“ (es gibt sie, es ist wirklich und wahr, man kann hingehen und versuchen einen von ihnen anzufassen…) also diese Schulen werden mit ÖG gefördert, den öffentlichen Schulen Kürzungen aufgebrummt.
    Aber die Spanische Blase ist ja ökonomisch gut positioniert, ich atme auf, mir ist ganz wohlig zumute, wegen der Hoffnung, dass es ja doch nicht soooo Schlimm ist…Hoffnung für den Rest-Wohlstand.

    Rechts USA ziemlich oben, also grosser Bildungsraum für Religion, gepaart mit viel Geld macht also eine Politik = Wirtschaft“+Religion“ = Wirtschaftsreligion. Ich kann mich natürlich verrechnen.

    So aus dem Bauch heraus behaupte ich meiner Gleichung nach:

    Die Reaktion der Menschen folgt einem Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer empfundenen Arroganz aus der rechten Hälfte kommend.
    Wenn diese Gefühle der Erniedrigung sich kollektiv bündeln, in einer Gemeinschaft, dann können Machthaber diese Kraft nutzen und für ihre Ziele einsetzen, die sind, ich ahne es, mehr Macht zu bekommen.

    Karikaturen verlächerlichen und beleidigen Werte, die für andere ein liebenswerter Inhalt ist und so frech wie möglich. Wie klug die Karikatur gestaltet ist, das hängt von der Kreativität und Phantasie des Karikaturisten ab. Meistens wollen sie mit dieser Art und auch meistens mit Humor an den Gerüsten eines Klischees einwenig rütteln.

    Der Film über Mohamed hat ja all das gar nicht vor, sondern ist eher wie eine Reklame gestaltet. (Ich habe und will ihn gar nicht sehen…, kann ihn aber trotzdem in gerade diesem Punkt kritisieren.) Er will didaktisch sein, aufklären, er hat ein pädagogisches Ziel?

    Nur haben auf diesen Film „die falschen“ reagiert. – Oder endlich reagiert, es war schon lange ein Aufschrei in vielen Empfindungen der Menschen aufgestaut. Es geht um etwas ganz anderes, um was? Wollte man solch eine reaktion gar provozieren?
    Diese Fragen sollten von Geisteswissenschaftleren ernsthaft untersucht werden.

    Und dieses um „was geht es dann eigentlich“ ist sehr schwer zu begreifen für mich.
    MachtAngst
    Monty Pyton – Bryan ist fern von solchen Botschaften. Ein Vergleich ist interessant nur weil er klar stellt, dass die Intention der Filme sehr unterschiedliche Ziele hat. Einer will humorvoll und sensibel aufklären, der andere will aufzeigen, alarmieren, erinnert mich an so eine Pastrede wie zur Zeit der Kreuzzüge, die viele Gründe nennt, die eine Tat dann rechtfertigen soll.
    Letztendlich geht um Armut und Unterdrückung und dann kommt noch ein arrogantes Produkt mit fiesem Lächeln rüber. Das könnte es sein. Ein sehr verhasster Lehrer?

    Arroganz hat als Beipack die Ignoranz, komme sie woher sie komme.

    Humor ist meiner Ansicht nach eine der feinsten Formen mit Ignoranz umzugehen, sie mitzutragen. Humorlose Akteure in Machtpositionen, bei Lehrern angefangen, haben wir zu viele. Kinderseelenzerstörer anstatt Förderer.

    Das Thema Armut aber ist sehr ernst!
    Es ändert sich etwas in den Köpfen in den Blasen und das hat seine Wirkung.
    Sie wird nicht allen gefallen.
    „Gute“ LehrerInnen auf allen Gebieten wären eine Herausforderung für unsere Gesellschaften.
    Aber was „gut“ ist, behaupten und setzen die Mächtigen fest.

    Ay qué mundo – y qué bonito planeta!

    Saludos und einen schönen, friedlichen Freitag an Uhupardo und Uhupardoleser 🙂

  15. Für die Einen sind die Anderen Fundamentalisten, gewaltbereite Fanatiker und Terroristen, die allen ihre Lebensweise aufzwingen und die Welt beherrschen wollen.

    Für die Anderen sind die Einen Ausbeuter, Pornografen und machtgierige Kolonialisten, die allen ihre Lebensweise aufzwingen und die Welt beherrschen wollen.

    Die Wenigen, die WIRKLICH so sind, lachen sich ins Fäustchen, wenn die Einen und die Anderen aufeinander los gehen.

  16. Und das mal ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=pZnBObSkH6I&feature=plcp Interessant ist folgendes Detail: (Originalzitat Jürgen Todenhöfer): «Unwahrheiten sind offenbar leichter zu verbreiten als Wahrheiten. Youtube lässt den Film “Innocence of Muslims” weiterlaufen, unseren Gegenfilm haben sie 2 mal gelöscht. Daher habe ich jetzt unseren Film unter einem neuen Titel hochgeladen: “Innocence of Muslims and Guilt of the West – a counter statement based on historical facts”)

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