„Gesetze sind wie Frauen; sie sind da, um sie zu vergewaltigen“

JM Castelao

Diese verbale Perle stammt von José Manuel Castelao Bragaño (71).  Der Mann war nicht nur von 2005 bis 2009 für Rajoys Partido Popular im galizischen Parlament; er ist jetzt auch der offizielle Vertreter der Madrider Regierung für alle Spanier, die im Ausland wohnen.  Allerdings will er „aus rein persönlichen Gründen“ in den nächsten Stunden seinen Rücktritt einreichen … nachdem er erst vergangenen Montag ernannt worden war und noch nicht einmal Zeit hatte, seine Ernennungsurkunde zu unterschreiben.

Nein, niemand habe ihn zum Rücktritt gedrängt, versicherte Castelao Bragaño am Freitag.  Nur seine persönliche Situation erlaube ihm leider nicht, sein Amt auszufüllen.  Mit dem famosen Satz vom Dienstag habe das nichts zu tun. Purer Verbalqualm natürlich, denn in Spanien herrschen nicht eine Sekunde lang Zweifel darüber, was den Mann aus dem Amt befördert, der hauptsächlich dafür sorgen sollte, dass alle Auslandsspanier zu ihrem Wahlrecht kommen.  Gleich am Dienstag, am zweiten Amtstag als Präsident des Organismus, der alle Auslandsspanier offiziell vertritt, hatte José Manuel Castelao Bragaño mit einer brüsken verbalen Entgleisung den Protest der Kommission hervor gerufen, der in einem ensprechenden Schreiben der entsetzten Kollegen an das zuständige Ministerium festgehalten wurde.

Der frisch ernannte Präsident verlangte ein Protokoll einer der vorausgegangenen Sitzungen der Kommission für Erziehung und Kultur.  Doch es fehlte in dem Moment noch eine Stimme aus der Kommision, um das Dokument fertigzustellen. Darauf José Manuel Castelao: „Macht doch nichts. Es gibt neun Stimmen? Macht zehn draus … Gesetze sind wie Frauen; sie sind da, um sie zu vergewaltigen.“ –  Mehrere Anwesende, in der Hauptsache Frauen, seien geradezu erstarrt, berichteten Augenzeugen nach der Sitzung.  So ein Satz, ausgerechnet vom neuen Chef der Behörde!  José Manuel Castelao hatte sich danach zwar persönlich entschuldigt für seinen „verbalen Ausrutscher“, doch man ist nun nicht mehr geneigt, ihm wirklich zu verzeihen:  „Manchmal muss man vorher denken, denn danach ist es zu spät.“

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18 Kommentare zu “„Gesetze sind wie Frauen; sie sind da, um sie zu vergewaltigen“

  1. almabu sagt:

    Ohne dieses unsägliche Zitat verallgemeinern zu wollen, zeigt es doch „welch Geistes Kind“ diese PP-Chargen sind, immer dazu bereit Spanien in ein semifaschistisches System, eine Art Franquismus Reloaded 2.0 zurück zu entwickeln.

  2. 11pluseins sagt:

    Ein offensichtlich aus einer Stimmung unbedacht geäußerter Satz, vielleicht begünstigt durch senile Spontanität, offenbart erneut die Denkweise der politischen Kaste.
    Menschenverachtend, eiskalt und brutal.

    Resozialisierung zwecklos….

  3. Lukas sagt:

    Erinnert mich an den Satz von FDP-Chatzimarkakis kürzlich in einer Talkshow: In Südeuropa hätten z.B. Verkehrsregeln keinen bindenden Charakter, sie seien lediglich eine „Referenzgröße“. Dies müsse man verstehen, wenn man die Griechen verstehen wolle etc.

  4. Wieder ein Zeichen für wenig Empathie und Gewissen jener Psychopathen, die durch das Leistungs- und Konkurrenzsystem gezüchtet werden …

    • uhupardo sagt:

      Exacto, Martin. Das wirklich Schlimme ist, dass man angesichts der generellen Haltung dieser Partei einfach gezwungen ist zu glauben, dass es einen gibt, der so einen Satz in der Öffentlichkeit prägt, weil er dumm ist, und viele andere, die ihn nur denken.

  5. BoneBabe sagt:

    Die Häufung von unmenschlichen Aussprüchen der regierenden Kaste in letzter Zeit lässt mich zittern.
    Ich würde so offene Worte ja irgendwie begrüßen, wenn man denn wenigstens
    ohne lange Suche in der Lokalpresse fündig würde, damit auch noch der letzte folgsame Trottel mitbekommt, wie unsere Volksvertreter mental so unterwegs sind.
    Frauen sind zum vergewaltigen da?
    Um ein barbarisches Attentat auf die Hälfte der Bevölkerung mal eben so gut zuheißen, muss das im Kopf ja schon fest verankert sein. (Hat der Mann eigentlich Töchter?)

    Gesetze sind dazu da das man sie bricht…auch schick!
    Nur hat er vergessen anzufügen das dies nur für die regierende Kaste gilt,
    den Versuch einer Entschuldigung gibt es auch nicht, man tritt dan lieber zurück, eine Entschuldigung ist auch nur nötig, wenn man was falsch gemacht hat

    Ein von Herzen kommendes Andrea Fabra Zitat an unsere überaus populäre Partei

    • uhupardo sagt:

      „den Versuch einer Entschuldigung gibt es auch nicht, man tritt dan lieber zurück, eine Entschuldigung ist auch nur nötig, wenn man was falsch gemacht hat“

      Der Fairness halber: Der Mann hat sich sehr deutlich entschuldigt. Ob das nach so einer Aussage noch etwas nützt, ist eine andere Frage.

      • BoneBabe sagt:

        Zugegeben, mein Spanisch ist nicht perfekt, vielleicht habe ich das falsch übersetzt

        Für mich liest sich seine „Entschuldigung“ so, das er sagt, der Satz sei falsch interpretiert worden und das er bedauert, das diese Aussage den anwesenden Frauen Schmerz verursacht hat und weil es für ihn „ein Haus gebaut hat das über ihm zusammenbricht“.
        Persönlich hört sich das für mich so an, das er versucht zu rechtfertigen und die Auswirkungen für seine Person bedauert.
        Ich muss allerdings auch zugeben, das mir schleierhaft ist, wie eine Entschuldigung überhaupt aussehen könnte, die der ursprüngliche Aussage in irgendeiner Form annähernd angemessen wäre.

      • Che Guevara sagt:

        So einen Schwachsinn gibt man einfach nicht von sich, wenn man sich zur sogenannten „Elite“ zugehörig fühlt ! Da fällt mir doch mit einer kleinen Abweichung ein Satz von Ludwig Thoma ein: “ Er war Politiker und auch sonst von mäßigem Verstand“!

  6. fischi sagt:

    Gibt es für solche Äußerungen überhaupt eine Entschuldigung?
    Solche Leute ticken nicht richtig und sollten auch genau so behandelt werden.

  7. Vielleicht doch ein „freudscher“ Versprecher?

  8. Andreas Schmitt sagt:

    Keine Aufregung, ich erkläre unsere Sichtweise mit den Worten von Slavoj Zizek.
    Er steht auf der Brücke über Ljubljanica und sagt, jetzt mal festhalten:
    „Dieser Fluß trennt den Balkan von Mitteleuropa. Also Vorsicht! Da drüben: Horror und orientalischer Despotismus, Frauen werden geschlagen und vergewaltigt und mögen es.
    Auf dieser Seite Europa. Zivilisation, Frauen werden geschlagen und vergewaltigt und mögen es nicht. Also Balkan – Mitteleuropa. Nicht vergessen.“
    Die Balkanisierung der Führungseliten hat bereits stattgefunden, es ist nicht mehr zu verschleiern und zu leugnen.
    Noch ein Zitat, ich konnte leider den Urheber nicht heraufinden. Es paßt auch zu unserer Wirklichkeit: „Ich fürchte keine anderen Meinungen. Diese sind mir schlicht egal.“

  9. Roland sagt:

    Der Mann ist ein Faschist, der Vertreter einer psychopathischen Kaste. Zu echter Reue nicht fähig.

    In folgendem Artikel werden Psychopathen ziemlich gut beschrieben:

    http://www.pm-magazin.de/t/gehirn-intelligenz/gehirnforschung/woran-erkennt-man-psychopathen

    Im Übrigen kann ich nur noch Gerhard Polt zitieren:

    „….mit Prügel allein ist das nicht mehr zu korrigieren…“

    Solche Leute gehören meiner Meinung nach aus dem Verkehr gezogen, und frei nach Rösler (FDP) „einer anderen Verwendung zugeführt“.

    Damit die „spätrömische Dekadenz“ (Westerwelle, FDP) ein Ende hat.

    Es zeichnet sich immer mehr ab, daß Markt- und Wirtschaftsradikale dem Faschismus wesensverwandt und sogar gleichzusetzen sind.

    Viele Grüsse

    Roland

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