Belohnung: Standard & Poor’s stuft Spanien herab auf kurz vor Ramsch-Status

S&P

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Spaniens soeben um zwei Stufen herabgesetzt:  auf BBB- statt vorher BBB+.  Der Negativ-Ausblick bleibt, damit droht beim der nächsten Bewertung der Ramsch-Status.  Begründet wird der Schritt mit den „zunehmenden sozialen Spannungen“ in Spanien sowie mit den wachsenden Dissonanzen zwischen der Zentralregierung und den Regionen.  Ausserdem begrenze die galoppierende Rezession die Handlungsfähigkeit der Rajoy-Regierung, heisst es.

Oder anders: Die Madrider Regierung tut per vorauseilendem Gehorsam exakt das, was die EU, der IWF und alle anderen Entscheidungsorgane von ihr verlangen, um „das Vertrauen der Märkte“ zurück zu gewinnen.  Drastische Streichungs- und Kürzungsprogramme auf allen Ebenen.  Das Gehalt sämtlicher Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst wird zurückgefahren,  Mehrwertsteuer und Lohnsteuer werden dramatisch erhöht, die Budgets praktisch aller Ministerien heftig gekürzt, Bildung und Kultur praktisch auf Null herunter gefahren. Es wird alles getan, um das Defizit zu begrenzen, selbst wenn es die Bevölkerung härteste Opfer kostet. Dafür gibt es dann Lob aus Berlin, aus Brüssel und vom IWF: „Spanien ist auf einem guten Weg und macht alles richtig.“

Zur Belohnung bricht der Inlandskonsum zusammen und die Rezession grassiert.  Die besondere Medaille gibt es zum guten Schluss dann von der Rating-Agentur für all die Bemühungen: Harabstufung auf kurz vor Ramsch-Niveau, damit die Risikoprämie weiter steigt und das krisengebeutelte Land die Zinsen für Staatsanleihen keinesfalls mehr zahlen kann, die Refinanzierung unmöglich wird und Spanien endgültig und für wahrscheinlich mindestens ein Jahrzehnt am Tropf hängt. Dieses System ist so derartig pervers und kaputt, dass wirklich langsam jeder begreifen dürfte, was hier gespielt wird.

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12 Kommentare zu “Belohnung: Standard & Poor’s stuft Spanien herab auf kurz vor Ramsch-Status

  1. Branko Kurtanjek sagt:

    Diese Belohnung ist bestimmt eine Ehre für Rajoy und seine PP. Das sagt aus, dass deren „Freunde“ (Rating-Agenturen und Banken) auch Rajoys Politik als Ramsch einstufen! Recht haben sie, die Bankster! Diese PP-DePPen begreifen die paradoxe Handlungsaufforderung der Befehlshaber (Rating-Agenturen und Banken) nicht. Umso mehr zur Freude der Rating-Agenturen und Banken, die an der Zerschlagung Spaniens interessiert sind und bestimmt bereits darauf wetten.

  2. garlic221 sagt:

    Ich danke Standart Poors, somit verliert das Geld noch mehr an Wert und die Menschen begreifen endlich, das Konsum nicht das leben ist. Bitte stuft uns alle weiter ab, denn nur wenn es dem Michel ans Eingemachte geht steht er auch auf der Straße.

    • Erny sagt:

      Auf der Straße vielleicht… fragt sich nur in welchen Führern Dein Michel dann wieder hinterherrennt. Unabhängig davon finde ich den Wunsch nach Elend und Armut pervers.

      • Alter Schwurbler941 sagt:

        Elend und Armut werden solange anwachsen, bis die Menschheit das falsche Spiel der Geldschöpfung verstanden hat und nicht mehr mitspielt.

  3. almabu sagt:

    Die Ratingagenturen sind als Bandenmitglieder der Finanzmafia sowieso nicht Ernst zu nehmen!
    Die Euro-EU bietet diesen Verbrechern soviel Ansatzhebel wie sie sich nur wünschen können, um im Ergebnis immer „ihren Kunden“ die gerade benötigte Begründung zur Abwertung einer Währung oder eines Landes zu liefern. Ein bizarrr-komischer Akt von hoher krimineller Energie…
    Der Euro, bzw. die sogenannte EU-Schuldenkrise, soll den meilenweit höher verschuldeten USA und Großbritannien Ablenkung, Zeitgewinn und Sündenböcke liefern und davon ablenken, dass der Zusammenbruch dieser „Währungen“ mindestens ebenso zwingend wäre, wenn dieses „Zwickmühlenartige“ Getue überhaupt einen realen Sinn hätte…

  4. Andreas Schmitt sagt:

    Die EZB vermutet hinter der Krise einen Fachkräftemangel in der EU. Und das bei 17 Millionen Arbeitslosen in der Eurozone. Ein vernichtendes Urteil für Spanier, Griechen, Italiener usw. Es ist zu befürchten, daß man den Menschen jegliche staatliche Unterstützung streichen wird. Sie steuern auf den Bürgerkrieg zu, nur so können sie sich der Arbeitslosen entledigen. Weil es sonst im Neoliberalismus keine Lösung mehr gibt. Wo beschäftige ich jetzt diese 25% arbeitslose Spanier? Die Arbeitszeitverkürzung bei gleichzeitigem Personalausgleich wurde einstimmig von Unternehmen, Politiker und Gewerkschften abgelehnt. Und wenn die Arbeitslosen nur für 1 € Stundenlohn arbeiten würden, es gibt keine Arbeit für sie, weil die Produktivität auch in der Krise steigt, also wir werden nach der Krise noch veniger Menschen brauchen, um gleiche Waren- und Leistungsmenge herzustellen. Die Sackgasse bleibt eine Sackgasse, auch wenn man vor der Einfahrt das Autobahn-Verkehrszeichen aufstellt! http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b4/Zeichen_330.svg

    • Ja. Nur wann hört das auf. Wenn keiner mehr irgendetwas kaufen kann. Wenn es zurück in die Leibeigenschaft geht. Sind dann die oberen Zehntausend zufrieden. das Finanzsystem spielt meiner Ansicht hier russische Roulett. Und zwar nicht mit einem Revolver, sondern mit einer Automatik.

      • Andreas Schmitt sagt:

        Ganz richtig, zu viel Vermögen sucht nach Anlagegut. Jetzt steigen wieder Immobilienpreise in USA. Man hat die Staatsanleihen kaputt gemacht, nun kehrt man zur alten Taktik, jedem sein Häusschen. Das wird wieder in die Hose gehen und wieder werden die Vermögen von den Politik vor Verlust geschützt. Sie taumeln von einer Blase in die nächste Katastrophe, bis der Titanic den Eisberg trifft.
        http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:gewinnspruenge-bei-us-banken-amerika-im-hauskaufrausch/70103639.html
        „Die US-Großbanken JP Morgan und Wells Fargo können im dritten Quartal Milliardenerlöse vorweisen. Der Grund für das gute Ergebnis: Die Erholung am US-Häusermarkt ist in vollem Gange.
        Dem Aufwärtstrend auf dem Häusermarkt kommt die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve zugute. Mit ihrem vor wenigen Wochen angekündigtem dritten Anleihenaufkaufprogramm (QE3) sowie den anhaltend niedrigen Zinsen spornt sie die Amerikaner zum Häuserkauf an. Auf unbestimmte Zeit will die Fed monatlich 40 Mrd. Dollar in Hypothekenpapiere investieren. Gleichzeitig sieht es auch auf dem US-Arbeitsmarkt langsam besser aus: Innerhalb eines Jahres ist die Arbeitslosenquote auf 7,8 Prozent von zuvor 9 Prozent gesunken.“
        Neue Immobilienblase wird von FED und Vermögenden vorbereitet. Aber dieses Mal kann Europa wegen Fiskalvertag und Schuldenbremse nicht als Retter der Reichen einspringen, sonst machen sich die Politiker strafbar, und wir werden sie zur Rechenschaft ziehen. Das ist das Ende des Systems, und das Ende ist nah.

        Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup – Auswüchse des Finanzkapitalismus

  5. Andreas Schmitt sagt:

    Das ist ein Schubser, um Spanien unter die ESM-Auflagen zu zwingen und das Land sozial zu zerstören. Jetzt darf Rajoy behaupten, er müsse es tun, sonst wird es kein Geld mehr von seinen Freunden bekommen. Jetzt wird alles privatisiert, aber nur das Gute, das Profite abwirft. Das Schlechte dürfen Spanier behalten und weiter von den gekürzten Löhnen und Renten bezahlen. Aber Steuern für Vermögende zu erhöhen, davon hat man nichts gehört.

  6. Es ist nur komisch das mit der Herabstufung gewartet wurde bis der ESM durch gewunken war. Diese Herabstufung dient doch nur dem Abzug des Geldes aus dem ESM und dem Ausbluten der Völker, dem“ abhängig machen „der Menschen vom Staat- damit der Großmacht EU nichts mehr im Weg steht.

  7. dank sagt:

    Merkel bekommt auch eine Belohnung, hier aber von den Bürgen für alles und nichts und nicht von einer Agentur:

    http://www.rhein-zeitung.de/nachrichten/deutschland-und-welt_artikel,-Merkel-wird-in-Stuttgart-minutenlang-ausgebuht-_arid,497325.html

    Ist das im eingebeteten Video die Wahlkampfveranstaltung des Zukunft?

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