5.000 Polizisten protestieren gegen Regierung in Lissabon

polLIS

So viele Polizisten bei einer Demonstration hat es in Portugal noch nie gegeben. In Lissabon demonstrierten 5.000 Beamte gegen die Sparprogramme der konservativen Regierung und foderten den Rücktritt von Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. In Sprechchören bezeichneten sie die Regierungsmitglieder als „Diebe“. Sollten doch die Politiker „mal versuchen, in Uniform Kriminelle zu fangen in unseren klapprigen Autos, die vor Alterschwäche beinahe auseinanderfallen“, bemerkte Paulo Rodrigues, der Vorsitzende der Polizei-Gewerkschaft ASPP/PSP, sarkastisch.

Man könne nicht gleichzeitig ständig immer mehr bei Gehältern und Ausrüstung kürzen, und auf der anderen Seite immer mehr von den Polizisten verlangen, die durch die überdimensionalen Sparprogramme bereits demotiviert seien, versicherte Paulo Rodrigues. Auch die andere Polizeigewerkschaft SINAPOL war mit zahlreichen Teilnehmern bei der Demonstration in Lissabon vertreten, um „klarund unmissverständlich unser Unbehagen mit der aktuellen Politik der Regierung deutlich zu machen“.

Jetzt darf man getrost darauf gespannt sein, wann die unzufriedenen 5.000 Polizisten, die in Lissabon wegen der Sparprogramme auf die Strasse gingen, das nächste Mal wieder auf diejenigen unzufriedenen Bürger einprügeln, die wegen der Sparprogramme in Lissabon auf die Strasse gehen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber schmunzeln.

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36 Kommentare zu “5.000 Polizisten protestieren gegen Regierung in Lissabon

  1. đeя вαeяeиαυfвıиđeя sagt:

    Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя oder Kultur-Soeldner and commented:
    „Jetzt darf man getrost darauf gespannt sein, wann die unzufriedenen 5.000 Polizisten, die in Lissabon wegen der Sparprogramme auf die Strasse gingen, das nächste Mal wieder auf diejenigen unzufriedenen Bürger einprügeln, die wegen der Sparprogramme in Lissabon auf die Strasse gehen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber schmunzeln.“

  2. […] 5000 Polizisten protestieren gegen die Regierung in Lissabon. https://uhupardo.wordpress.com/2012/11/08/5-000-polizisten-protestieren-gegen-regierung-in-lissabon/ […]

  3. Vielleicht kommen sie ja auch auf die Idee, ihre Schlagstöcke auf den Regierenden tanzen zu lassen?

  4. Uhupardo bremst mich aus 🙂

    (Über das wirklich Relevante, das gerade in Portugal und anderen südlichen Ländern abläuft, schreibt Uhupardo so gut und so treffend und auch nah am Zeitgeschehen, dass sich mein Senf dazu nun wirklich erübrigt.)

    (aus http://www.das-pausenblog.com/2012/11/blogger-werden-ist-nicht-schwer-blogger.html)

    Übrigens erwarten wir gerade seeeehnlichst den Besuch von Madame Merkel: http://www.ftd.de/politik/europa/:offener-brief-von-intellektuellen-merkel-in-portugal-unerwuenschte-person/70115119.html?fb_action_ids=383142045101935&fb_action_types=og.likes&fb_source=hovercard

    Und ich kann euch versichern, es sind nicht nur die 100 Künstler und Intellektuellen, die so denken…

    • Uhupardo sagt:

      „Uhupardo bremst mich aus“

      Aber niemals bewusst und willentlich! Ganz sicher nicht! Das genaue Gegenteil ist beabsichtigt.
      Sie haben so viele Möglichkeiten – zum Beispiel an der Algarve praktische Beispiele per Interview mit der Bevölkerung -, dass Ihnen der Stoff unmöglich ausgehen kann, Sie müssen nur wollen. Auf geht´s! 😉

      • Danke für die Aufmunterung :).

        Mein Kommentar war natürlich nur als Kompliment gedacht, nicht als Vorwurf. Und auch ein wenig selbstironisch – ich bin selber in Politik und Wirtschaft einfach zu wenig sattelfest und deshalb nur froh, wenn jemand, der mehr davon versteht und das nötige Hintergrundwissen hat immer wieder genau das sagt, was ich denke.

  5. dank sagt:

    „5.000 Polizisten protestieren gegen Regierung in Lissabon“

    Sehr schön – die Richtung stimmt – jetzt brauchts nur noch Solidarität der Bevölkerung mit den Polizisten – sowas 40.000 Personen – macht 45.000 gemeinsam.

    Denke, dann steigen die Aktien für Hersteller von Hanfprodukten in Seilform sprunghaft und Politiker beginnen ernsthafte Auswege zu suchen (was trotz alledem keinerlei Ausweg versprechen muss und sehr wahrscheinlich auch nicht wird)…

    Bleibt ja eh die Frage, wie dumm Politik sein muss, um die Mittel der Exekutive, den letzten Handlangern und Helfern der Politkaste, dermaßen zu kürzen?! Wunderbar kurzsichtig gedacht… Da bleibt mit Sicherheit so manches Schmunzeln nicht aus, trotz der Traurigkeit der Entwicklungen – aber Sarkasmus und Galgenhumor scheint mittlerweile für alle Beteiligten in diesem „GlobalisierungsGame“ und Umverteilungsstrategiespiel eher angebracht, bevor die Dämme brechen.

  6. Andreas Schmitt sagt:

    „Man könne nicht gleichzeitig ständig immer mehr bei Gehältern und Ausrüstung kürzen“.
    Etwas finde ich aber noch wichtiger. Die Polizisten haben auch Hypotheken und Kreditschulden und sie wollen/müssen diese bedienen. Immer mehr von ihnen werden in der Schuldenfalle mit ihren Familien sitzen und diese verzweifelten Menschen werden alles tun, um ihre Schulden zurückzahlen zu können. Die größten Diebe aller Zeiten, die Spanier um Hernan Cortes im Mexiko, waren zu jeder Grausamkeit bereit, um ihre Kredite bezahlen zu können. Es war nicht die Habgier, wie von wikipedia unterstellt wird, es waren Kreditschulden, die Hernan Cortes zur Zerstörung des Aztekenreiches und zum Völkermord gezwungen haben.
    Erwarten sie von der Polizei keine Hilfe, es sind sicher viele Schuldner dabei.
    Welche Politiker sind auch verschuldet? Weiß das jemand? Der Ex-Präsident Wulff war eben so eine Schulden-Puppe, fest in der Hand der Reichen und Banken.
    Wie viele sind es noch, völlig verzweifelt und zu allem bereit?

  7. Gnatz sagt:

    Da schwillt mir der Kamm! Die ganze Zeit schlagen diese Vögel auf Befehl weltweit auf jeden Demonstranten ein, der es wagt, die Obrigkeit zu kritisieren und kaum geht es um ihre eigene Kohl,e gehen sie selber auf die Straße? Hoffentlich bekommen sie von ihren Kollegen auch ein paar über die Rübe, damit sie erkennen wie ungerecht das ist. Ich kann nicht verstehen was in diesen gewissenlosen Befehlsempfängern in Uniform vor sich geht!! Das gleich gilt für Soldaten.

    Überhaut geht für mich von diesem eigenen Menschenschlag die größte Gefahr aus. Kein Bush, Nethanjahu, Obama oder wie die anderen Kriegstreiber alle heißen, sind so gefährlich wie ihre uniformierten Kettenhunde welche ohne auch nur darüber nachzudenken jedem Befehl mit stolzgeschwellter Brust befolgen. Ohne diese Idioten gäbe es keine Kriege, und auch Regierungen könnten ohne deren Hilfe sich nicht so leicht gegen ihr eigenes Volk richten! Aber darum werden Polizisten und ähnliche nicht nach ihrer Integrität ausgewählt sonder einzig nach ihrer Bereitschaft willenlos und gelegentlich sogar mit Spass auszuführen was immer man von ihnen will.

    Würden Staatsdiener in Uniform (bzw. auch die Beamten ohne) wirklich für das stehen was sie vorgeben würde ihnen gar nichts anderes übrig bleiben als gegen die Verbrecher in unseren Regierungen vorzugehen. Stattdessen schützen sie dieses Gesindel auch noch! In fast jedem Land auf unserem Planeten sitzen in den Regierungen schlimmere Verbrecher als in unseren Gefängnissen! In unseren Gefängnissen sitzen keine Kriegsverbrecher, Landesverräter und Politiker welche das Blut von Hunderttausenden an den Fingern kleben haben. Solche Leute bekommen auf Lebenszeit Pensionen und Ehrungen! Wenn jemand aber drei Menschen getötet hat kommt er für den Rest seines Lebens in den Knast! Wie kann ein Beamter der wirklich ein Gewissen besitzt unter solchen Umständen seinen Job noch weiter ausüben?

  8. Wolf sagt:

    Immer wenn ich eine Nachricht nur in Blogs und auf RTL finde, stellt sich für mich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt.

    Auch hier scheint mir ist wenig recherchiert und viel erfunden worden.
    Zumindest das Foto passt nicht zur Nachricht da es aus dem Jahr 2010 stammt..

    • Uhupardo sagt:

      Wolf, wenn Sie wissen wollen, müssen Sie sich schon selbst ein bisschen Mühe machen. Das gilt nicht nur in diesem Fall. Unser Tipp: Schnellstens Portugiesisch lernen und selbst wissen, statt sich Fragen zu stellen. http://www.radiopax.com/noticias.php?d=noticias&id=16673&c=1

      • Wolf sagt:

        ok, wenn auch eine automatische Übersetzung sicherlich nicht optimal ist lese ich dort nichts von 5000 Polizisten, auch den Rest im Artikel findet sich dort kaum wieder.
        Und es stellt sich immer noch die Frage warum man sowas mit einem Foto von 2010 untermauert. Bei BILD ist das normal. Aber von BILD will man sich doch sicherlich hier abgrenzen.
        Auf jeden Fall fördert sowas sowas nicht die Glaubwürdigkeit

        • Uhupardo sagt:

          Wer sich von Seiten nicht lösen kann, die er für unglaubwürdig hält, hat ein Problem, das man niemandem wünschen sollte. Deswegen sind Sie hier wohl einfach falsch, Wolf. Selbst ohne Portugiesischkenntnisse kann man so einen Artikel in drei Minuten verifizieren, wenn man das für nötig hält – oder man kann es eben nicht. Also tun (können) oder eben nicht, aber Metadiskussionen verschwenden unsere Zeit.

  9. Wolf sagt:

    Noch nachdenklicher macht mich dass ich auf der Seite http://www.aspp-psp.pt/ gar nichts davon finde. Wenn man schon die größte Demo von Polizisten aller Zeiten auf die Beine gestellt hat wäre dies doch eine Erwähnung wert.
    Möglicherweise habe ich diesd aufgrund mangelnder portugiesisch-Kenntnisse ja auch übersehen. Sie können mir da sicherlich weiterhelfen.
    Sich Fragen zu stellen halte ich im Übrigen nicht für verkehrt.

  10. […] Vor wenigen Tagen erst: * 5.000 Polizisten protestieren gegen Regierung in Lissabon […]

  11. „Jetzt darf man […] gespannt sein, wann die unzufriedenen 5.000 Polizisten, die in Lissabon wegen der Sparprogramme auf die Strasse gingen, das nächste Mal wieder […] Bürger einprügeln, die wegen der Sparprogramme […] auf die Strasse gehen“ – Wann war denn das letzte Mal? Die Meldung ist angesichts der Tatsachen ziemlich populistisch. Die Gewalt zwischen Polizei und Protestierenden ging gegen Null. Ein Problem hier ist aber tatsächlich die krasse Disintegration der portugiesischen Gesellschaft. Auch wenn sich Tausende versammeln, an einem Strang ziehen sie selten. Bei der Demonstration am 21.9. in Belem beteiligte sich ein Chor (http://youtu.be/LUcqVUfu83U), darunter eine bekannte portugiesische Sängerin (Name kann ich nachliefern), der nichts besseres einfällt, als sich danach in einem Interview über die mangelnde Eloquenz der Mehrheit der anderen Manifestationsteilnehmer auszulassen.

    • Uhupardo sagt:

      „Wann war denn das letzte Mal? Die Meldung ist angesichts der Tatsachen ziemlich populistisch. Die Gewalt zwischen Polizei und Protestierenden ging gegen Null.“

      1. „Jetzt darf man […] gespannt sein, wann …“ ist Futur und logischerweise nicht auf die angesprochene Demonstration bezogen.

      2. Wenn Sie Bilddokumente für handgreifliche Spannungen zwischen Protestierenden und Polizei aus den vergangenen zwölf Monaten nicht selbst finden, schicken wir Ihnen die gerne.

  12. Aber „wieder“ bezieht sich generell auf die Vergangenheit, oder? In Portugal ist Polizei vs. Polvo einfach kein Thema, auch wenn das für Hobby-, Überzeugungs- und Profimedien ein willkommener Aufmerksamkeitsgenerierungsturbo wäre. Die Mühe wegen der Bilddokumente brauchen sie sich nicht zu machen, schönen Dank, wobei mich die Hilfsbereitschaft angesichts ihres Verhaltens gegenüber den Skeptikern zu ihrem Merkel-Zensur-Artikel überrascht hat. Bei den meisten Demonstrationen in Lisboa war ich anwesend und habe mich im Anschluss nicht schlecht gewundert, wie scharf der Kontrast zwischen meiner Wahrnehmung und medialer Wirklichkeitsdarstellung ausgefallen ist. Was meinen letzten Kommentar betrifft, habe ich mich mittlerweile übrigens erkundigt und die „bekannte portugiesische Sängerin“ ist ein Irrtum, die Dame sprach lediglich als Mitglied des Chors, was ihre Aussage aber nicht weniger bescheuert macht.

    • Uhupardo sagt:

      „Bei den meisten Demonstrationen in Lisboa war ich anwesend und habe mich im Anschluss nicht schlecht gewundert, wie scharf der Kontrast zwischen meiner Wahrnehmung und medialer Wirklichkeitsdarstellung ausgefallen ist.“

      Die Frage ist, wie sehr „Wahrnehmung“ und „mediale Wirklichkeitsdarstellung“ eine Rolle spielen bei Bildern vom 15. September oder dem 22. März. Vielleicht sind das auch einfach nur Tage, an denen Sie nicht anwesend waren. Richtig ist, dass die Polizei-Einsätze in Portugal noch (?) weit hinter denen Spaniens zurückstehen.

      Danke für die Aufklärung Ihres Kommentars

  13. Aufklärung gerne. Aber ich habe tatsächlich etliche der betreffenden Szenen mitverfolgt. Hier wurden völlig nebensächliche Rangeleien zu Straßenschlachten hochstilisiert und Tatsachenverdrehung und -überdehnung ist einfach generell keine feine Sache. Es gibt ja wirklich jede Menge Probleme, in Portugal, in Südeuropa, in Europa, auf der Welt, aber wenn jeder krasse „Fakten“ in die Runde wirft und alle Seiten sich mit aufgeblasenen Backen darüber ereifern, hilft das nicht. Richtig ist, dass in Portugal Polizei vs. Polvo kein Thema ist.

  14. Here goes my credibility. Meine Freundin lacht mich für den Fehler aus, seit die Revolution begonnen hat. Und jetzt wird bei der nächsten Kundgebung vor dem Präsidentenpalast auch noch der Zaun umgestoßen, hinter der die Einsatzkräfte stehen. Also raus mit der Wahrheit: LISSABON BRENNT! Bei einer Demonstration gegen Angela Merkels Portugal-Besuch kommt es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Quentin Tarantino sichert sich die Filmrechte.

    Hintergrundinformation: Das portugiesische Wort „Povo“ heißt auf Deutsch „Volk“, „Polvo“ hingegen „Tintenfisch“, was das portugiesische Volk gerne gegrillt oder, in der rustikaleren Variante, inkl. Tinte gekocht verspeist. Aus dem Spanischen übersetzt bedeutet „polvo“ wiederum „Pulver“, selbstredend verwandt mit „pólvora“, dem „Schießpulver“ und wenn man das wiederum in ein Fass packt, ist man auf dem besten Weg zur nächsten explosiven Schlagzeile.

  15. […] Jetzt darf man getrost darauf gespannt sein, wann die unzufriedenen 5.000 Polizisten, die in Lissabon wegen der Sparprogramme auf die Strasse gingen, das nächste Mal wieder auf diejenigen unzufriedenen Bürger einprügeln, die wegen der Sparprogramme in Lissabon auf die Strasse gehen. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber schmunzeln. (gefunden hier) […]

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