Vor dem morgigen Generalstreik in Spanien, Portugal, Griechenland

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Es ist wahrlich nicht einfach, am Tag vor dem Generalstreik in Griechenland, Portugal und Spanien ein Stimmungsbild zu zeichnen. Denn erstens ist alles ganz schrecklich und es wird immer schrecklicher. Zweitens aber ergibt es einfach keinen Sinn, die Hoffnung zu verlieren und Besserung nicht für möglich zu halten. Je schlimmer die Situation wird, desto mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, sind bereit, alte Strukturen zu überprüfen und aufzubrechen, neue Wege mindestens für möglich zu halten, weil sie schlicht notwendig sind und alles Gehabte nicht mehr funktioniert.

Nein, es gibt keinen Grund zu überzogenem Optimismus. Das musste auch Angela Merkel gestern in Lissabon erfahren. Trotzdem man sie gut abgeschirmt hatte und absichtsvoll weit weg vom Lissaboner Zentrum empfing, konnte Portugals Regierungschef der Kollegin einige „Liebesgrüsse“ der Bevölkerung nicht ersparen. Die inzwischen beinahe üblichen Nazi-Vergleiche gaben dabei den Ton an. Die Menschen machten Merkel, wie vorher auch in Griechenland, sehr klar, wen sie für den Hauptschuldigen der Kaputtspar-Politik halten. Schon Vorfeld war Merkel von mehr als 100 Intellektuellen und Künstlern zur unerwünschten Person erklärt worden.

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Drinnen alles Harmonie: Die portugiesischen Polit-Musterschüler freuten sich über den Besuch ihrer Mentorin. Draussen alles Protest: Abneigung, sogar Hass auf diejenige, die darauf besteht, in Europa das Sagen zu haben. Tolles Land, hier möchte sie gern Urlaub machen, wenn sie einmal nicht mehr Bundeskanzlerin ist, sagt sie. Keine gute Idee! Angela Merkel müsste inzwischen mit erheblichem Sicherheitstross anreisen, wenn sie ihre Ferien an den nördlichen Küsten des Mittelmeers verbringen wollte, egal wo. Und Menschen, die tagtäglich deratig leiden wie in den Südländern, vergessen vermutlich nicht so schnell. Rügen ist auch ganz schön, Frau Bundeskanzlerin – und viel sicherer für jemanden, der tagtäglich angestrengt dafür arbeitet, Menschen in vielen Ländern mehr und mehr ins Elend zu stürzen.

In Spanien ist das Panorama nicht besser. Getrieben von mehreren Selbstmorden und unverblümter Schelte durch die Richtern des Landes, setzen sich am Montag die Spitzenvertreter von Rajoys konservativer Regierung und der PSOE-Opposition in Madrid zusammen, um eilig eine Rechtsreform auf den Weg zu bringen, was die Zwangsräumungen angeht. Doch auch nach sechsstündiger Beratung hiess das einzige Ergebnis: Keine Einigung möglich! Die Gespräche werden am Dienstag fortgeführt, doch die Standpunkte sind noch weit voneinander entfernt. Vielleicht gibt es doch noch eine Einigung, falls die Online-Medien während der Verhandlungspause vom nächsten Selbstmord wegen Zwangsräumung berichten sollten.

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In Griechenland ist soeben das neueste Reformprogramm – sprich: mehr Sparprogramm – auf den Weg gebracht worden. Die Troika hat endlich ihren Bericht eingereicht und kam zu einem grundsätzlich positiven Ergebnis. Das Land solle zwei Jahre mehr Zeit bekommen, um seine gesteckten Ziele zu erreichen, lautet die Empfehlung. Doch das würde zusätzliche 32 Milliarden kosten und Wolfgang Schäuble ist noch nicht überzeugt. Er will sich erst davon überzeugen, dass die Griechen endlich sparen. Sogar von einem neuen Schuldenschnitt ist die Rede. Doch das braucht freiwillige Vereinbarungen und die sind derzeit sehr unwahrscheinlich.

So bleibt es also vorerst bei „immer so weiter wie bisher, weil alternativlos“. Das bestätigte auch Portugals Regierungschef am Montag in Lissabon und Merkel lobte freundlich-schulmeisterlich den „guten Weg“, auf dem das Land sei und „natürlich weiss ich, dass die Menschen Opfer bringen müssen“. Es bleibt auch bei „alle warten auf Spaniens Rettungsersuchen“, das längst nur noch eine Zeitfrage ist. Es bleibt bei immer mehr Arbeitslosen: Iberia hat gerade angekündigt, mindestens 4.000 Mitarbeiter entlassen zu wollen, und forderte die Piloten auf, „auf 45 Prozent ihres Gehalts zu verzichten“. Es bleibt bei immer mehr Einbruch der Inlandsnachfrage, dadurch wegbrechenden Staatseinnahmen, immer mehr Sozialausgaben und dem ganzen Rattenschwanz, der daraus folgen muss. Mehr Elend.

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Das in etwa sind die Streiflichter, die den morgigen Generalstreik beleuchten, der mindestens eine Woche lang dauern müsste, um wirklich Druck ausüben zu können. Also nein, das Panorama zwingt wahrlich nicht zu Optimismus. Noch schlimmer ist, dass man inzwischen nicht einmal mehr sicher ist, ob man sich wünschen soll, dass es morgen friedlich bleibt in Griechenland, Portugal oder Spanien. Wie sagte neulich ein Demonstrant in Madrid resigniert: „Wenn wir heute friedlich demonstrieren, redet kein Mensch darüber – als neulich (25. September) Randale war, haben wenigstens alle internationalen Medien darüber berichtet. Friedliche Protestzüge sind längst keine News mehr, interessieren niemanden.“

Trotz alledem ergibt es keinen Sinn, die Hoffnung aufzugeben. Mehr und mehr Menschen verstehen oder ahnen zumindest, dass dies keine konjunkturelle Krise ist – eine von denen, die es immer gab, die kommen und wieder gehen. Ganz langsam kriecht die Erkenntnis von unten hoch, dass es eine ausgesprochene Systemkrise ist, die eine grundlegende Änderung der Strukturen verlangt. Dass am Ende kaum ein Stein auf dem anderen bleiben wird, wenn es wirklich eine Lösung geben soll. Und die Angst vor Krieg grassiert unter denjenigen, die gemerkt haben, dass der Radikalismus immer mehr Futter bekommt, Arbeitslose auf Ausländer gehetzt werden, Portugiesen auf Deutsche und Deutsche auf Griechen.

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Allein das immer weiter um sich greifende Gefühl, dass hier irgendetwas gewaltig nicht stimmt, ein Gefühl, das immer mehr Bevölkerungsschichten erfasst, berechtigt zu einer gewissen Hoffnung: Zu der Hoffnung auf Einsicht, dass der Lebensstandard der einen immer auf Kosten der anderen geht; zu der Erkenntnis, dass sich überdimensionaler Export hinter der Grenze in überdimensionalen Import verwandeln muss, dass die Guthaben der einen die Schulden der anderen sind – dass es ein Klassenkampf ist, der hier stattfindet, und es auf die Frage „Wer ist schuld an der Krise?“ keine zwei verschiedenen Antworten gibt sondern nur eine einzige.

Morgen ist Generalstreik. Wir werden darüber berichten. Und über den nächsten. Und den danach. Es ist noch ein sehr langer schmerzhafter Weg …

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36 Kommentare zu “Vor dem morgigen Generalstreik in Spanien, Portugal, Griechenland

  1. almabu sagt:

    Sogar unser über 90-jähriges Altkanzler-Orakel, die Kassandra von Hamburg-Bergedorf, hat eine potentiell revolutionäre Grundstimmung in Europa verortet. Da sei die Atlantik-Brücke und die NATO vor, nüch?

  2. Danke!
    Dieser Artikel trifft ziemlich genau meine Gedanken und Empfindungen…

    Das Wort „Sparprogramm“ benötigt jedoch unbedingt die Ergänzung, dass es sich hierbei um ein „Das-Volk-und-Land-Ausraub-Programm“ handelt!
    Es soll nämlich Menschen geben, die das noch immer nicht bemerkt und verstanden haben und tatsächlich noch immer an „Sparen für schlechte Zeiten“ denken, das auch so glauben und darum gut heißen.

  3. mo sagt:

    es gibt hier und hier brauchbare übersichten über den gesamteuropäischen stand – besonders erfreulich, dass sich auch in ländern wie belgien und v.a. in osteuropa einiges ereignen wird.

    ansonsten: nach dem generalstreik ist vor dem dem generalstreik 😉

  4. wolfswurt sagt:

    Merkel treibt niemanden ins Elend!

    So langsam sollte doch klar sein, daß sich Merkel selbst in einem elendigen Zustand befindet.
    Merkel ist ebenso ausführende Sklavin wie all jene, denen sie vorzuschreiben hat wie es Banken und Konzerne befehlen.

    Merkel ist ausführendes Organ einer Interessengruppe, welcher es ganz banal um Profit geht.
    Die Völker von Griechenland, Spanien und Portugal werden zu geringeren Lebenszuständen gezwungen um gesamteuropäisch billige Arbeitssklaven zu erzeugen, um den sich abzeichnenden Lohndruck nach oben, aufgrund
    demographischer Entwicklung, in mittel/nord-
    Europa abzuwürgen.

    • chaostux sagt:

      Mir fallen dazu nur die IG-Farben ein, es lohnt sich, die Geschichte zu verfolgen, wie diese Gemeinschaft die letzten 2 Kriege und jetzt den Lauf Europas kontrollieren und manipulieren.

    • Gnatz sagt:

      So langsam sollte doch klar sein, daß sich Merkel selbst in einem elendigen Zustand befindet.
      Merkel ist ebenso ausführende Sklavin wie all jene, denen sie vorzuschreiben hat

      Oooh die arme…. Sie wurde ja auch dazu gezwungen das Amt zu übernemen..;)

  5. Hanny sagt:

    es hätte nie eine EU geben dürfen, die Menschen waren vorher glücklich und zufrieden, warum musste man den Ländern Geld aufdrängen, was nie rückzahlbar war. Egal wer daran Schuld war, jetzt kommt die Rechnung!

    • Isa sagt:

      Glaub ich nicht, dass die Menschen vorher glücklich und zufrieden waren. Das System, dessen Krise wir erleben, steckt immerhin auch in unseren Köpfen, mitsamt seinem inhärenten Denkfehler des unendlichen materiellen Wachstums.

      Ich denke, wenn wir nicht alle miteinander immer und immer mehr gewollt hätten, dann hätten wir uns wesentlich früher mit der Frage auseinandergesetzt, was wir wirklich (!) brauchen. Und dann hätte kein Bankster und Politgangster der Welt eine Chance gehabt.

    • warum musste man den Ländern Geld aufdrängen, was nie rückzahlbar war. Egal wer daran Schuld war, jetzt kommt die Rechnung!
      Eben damit jetzt die Rechnung kommen kann!

    • José Teixeira sagt:

      Richtig!

  6. jg05 sagt:

    “Wer ist schuld an der Krise?”
    Ganz einfach: die Bösen, denn die Guten können es ja nicht sein.
    Auch gehör ICH immer zu den Guten, die Bösen sind immer die ANDEREN.

    Wer sind aber die Guten und wer die Bösen?
    Auch ganz einfach: die Sparer sind die Guten und die Schuldenmacher sind die Bösen.

    Wer nun von diesen Vorurteilen nicht lassen kann, wird nie die Antwort auf die Frage “Wer ist schuld an der Krise?” finden.

    • Rüdiger sagt:

      Sehr schön, besser kann man es nicht meinen. Eigentlich sollten wir uns Alle auf die Schulter klopfen und danach den „Reset“ Knopf drücken.
      Aber noch werden ja die Guten und die Bösen geschützt oder gegeneinander ausgespielt, von wo man das eben sieht,

      Ich glaube inzwischen, wir müssen Schutzgeld an die „Klingonen“ abdrücken, das ist, was wir verschwiegen bekommen.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Klingonische_Sprache

      • jg05 sagt:

        „Aber noch werden ja die Guten und die Bösen geschützt oder gegeneinander ausgespielt“

        Das „schützen und gegeneinander ausspielen“, ist die sinnlose, sinnfreie Beschäftigung unserer Politiker (ohne Ausnahme ALLE), die von uns schön brav immer wieder gewählt werden.

        Es gibt nicht das Gute und Böse, auch wenn es in der Bibel steht:
        Genesis 3,1 – 7
        3 1 Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2 Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5 sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. 6 Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 7 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

        Hier die Erklärung dazu:
        http://www.swupload.com/data/Das-Juengste-Gericht.pdf

        • Rüdiger sagt:

          Geht ja auch so: gut ist böse und böse ist gut. Man muss sich ja nur die ehemalige DDR anschauen, die ehemaligen „Insassen“ dort fanden nicht Alles so schlecht, seitdem sie schon ein paar Jahre hier in der Firma BRD „einsitzen“

          Bin gespannt ob das vor den Bundestagswahlen mit dem nicht „verfassungskonformen Wahlrecht“ noch geklärt wird. Ich für meinen Teil gehe immer zum Wählen und mache mache meine Wahl ungültig indem ich den zu wählenden Personen und Parteien mein tiefstes Misstrauen ausdrücke. Hat die Fa. BRD überhaupt eine Verfassung , es gibt doch nur ein Grundgesetz, das täglich mehr verbogen wird, oder?

          Ich für meinen Teil bin heute in Gedanken mit den Menschen, die sich wehren, heute ist der 14. November!

  7. Arthur sagt:

    Den Streik konsequent durchziehen, wenn’s sein muss so lange bis die Politiker zu Fuss ins Parlament müssen, um Beschlüsse zu fassen, die Niemand mehr interessieren.

  8. […] ich mich ausdrücklich mit den Griechen, den Portugissen und Spaniern, die für morgen zu einem Generalstreik aufgerufen haben. Sie haben wahrlich allen Grund […]

  9. Michael Brüning sagt:

    Was bitte soll das Foto mit den Springerstiefeln ?
    Hat der junge Mann mit den Stiefeln den Euro eingeführt ?
    Hat der Träger dieser Stiefel Millionen Menschen entlassen ?
    Hat er irgendjemanden mit einer Zwangsräumung in den Selbstmord getrrieben ???

  10. Allant sagt:

    Wer ist schuld an der Krise?
    Sicher ist es in Ordnung, die Drahtzieher für das ganze Desaster ausfindig zumachen und ich bin der Meinung, die meistem hier wissen, wer die die dafür Verantwortlichen sind.
    Wie ich das Ganze sehe, wird vehement daran gearbeitet, dass in den EU Ländern keine Regierung mehr gebildet werden kann, Monti in Italien hat schon verkündet, sollte im Frühjahr bei den Wahlen eine Regierungsbildung nicht zustande kommen, werde er weiterhin im Amt bleiben.
    Die Parteien werden bewusst so zersplittert, dass eine neue Regierungsbildung fast unmöglich wird.
    Die Staaten werden von innen heraus ausgehöhlt, um die Posten wieder mit Bankern und „Auserwählten“ zubesetzen.
    Die Krise war gewollt, geplant und wird weiterhin voran getrieben.
    Deshalb egal, welcher Staatsangehörigkeit, wir sitzen alle im gleichen Boot.
    Die Südländer erwischt es früher, die anderen etwas später.
    Da dauernd nur noch von Schulden gesprochen wird,hat dies bei vielen Menschen schon Schuldgefühle ausgelöst, die dann wiederum oft unrechterweise auf Andere übertragen werden, auf Menschen, die genauso wenig dafür können, was zur Zeit abläuft.
    Grossartig finde ich diesen Generalstreik europaweit, wenn es nach mir ginge, würde er mindestens drei Tage dauern, aber ein Anfang wird gemacht, was noch nicht ist, kann ja noch werden.

    L.G.euch allen

    • Arthur sagt:

      Ja die Schuldigen sind bekannt, aber noch ist die Liste zu lang; da stehen noch welche drüber.
      Dein Gedankengang ist gut !
      Möchte noch ergänzen das die Länder soweit runter gefahren werden, bis nur noch der Schein-Sozialismus an die Macht kommen kann.
      Das liegt im Plan, unten 95% „Sozialismus“(darauf werden die Leute gerade eingestellt) ,und oben 1-5% Feudal-Kapitalismus.
      Die Staaten bekommen dann die Kredite von der Privaten ESM( Zweig-Stelle der FED). Übrigens wird mir letzter Zeit zu viel von Goldmann Sachs gesprochen, eigentlich nur noch. Deshalb vorsicht, da wird uns schon wieder ein Knochen hingeworfen.
      Die FED Besitzer sind 5 Grossbanken gewesen(Rockefeller,Rothschild(haben gerade fusioniert),Lehmann(geopfert um den Stein ins rollen zu bringen),GoldmannSachs, MorganStanley(der könnte als nächster übern Jordan gehen,wegen den masslosen Silber shorts).
      Die Schweizer Studie hat ja bewiesen, wer an der Spitze der 43.000 weltweit operierenden Grosskonzerne steht. Rothschild!
      Aber dahinter stehen auch noch Personen-Boyle,Bolton usw…

      Die Blogger sollten aufpassen, das sie nicht auch noch in das Horn blasen, was ihnen extra dafür gereicht wurde.

      • Wenn Du das ansprichst, so ist Deine Antwort auch nicht vollständig und geht nicht bis auf den Grund der Frage, „Wer ist Schuld an der Krise“?
        Die Antwort müsste dann kurz und bündig lauten: Der Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschaftsform ist schuldig.
        Denn nur diese auf Kapital (= von den Menschen geraubtes Eigentum) und dessen Mehrung = Profitmaximierung um jeden Preis basierende Wirtschaft, die unsere Gesellschaft bestimmt, kann und MUSS solche Konzentration der Macht und des Kapitals in den Händen weniger hervorbringen. Diese Konzentrations-Schübe (= Ausplünderung von immer mehr Menschen) bringen die Krisen hervor.
        Nur diese Wirtschaftsweise konnte Menschen wie Rockefeller, Rothschild, Morgan und wie sie alle heißen hervorbringen. Es ist also zwar gut, diese Namen zu nennen, aber sie sind dann auch nur Kinder des Kapitalismus.
        Wird der Kapitalismus an und für sich, ein für allemal und grundsätzlich, unwiderbringlich beseitigt, sind diese so genannten „Mächtigen“ unserer Erde nicht mehr und nicht weniger als wir – Menschen.

        Das, was die unteren 95 % Deiner Meinung nach leben sollen ist kein „Sozialismus“, sondern Sklaventum. Ich gehe davon aus, dass sich die Menschen das nicht gefallen lassen werden, wie die Menschen in Griechenland, Spanien, Island usw. uns bereits beweisen.

        • Arthur sagt:

          Kapitalismus ist Wettbewerb, der muss erlaubt sein, das liegt in der Natur des Menschen. Nur darf er nicht die Regeln machen, sondern die Schiedsrichter, die zukünftige Lobby des Volkes.
          Dazu ist die 1. und wichtigste Masnahme, das Geldmonopol in die Hand der Regierung zu geben, ähnlich wie in China, aber etwas verändert; sonst wird sich alles nur verschlimmern. Bis hin zum 3 Weltkrieg.

          Wenn ich Dir jetzt noch Klartext erzählen würde, wie man das verhindern kann, dann wirst Du diesen Artikel nicht lesen können, weil der im Filter hängen bleibt.
          Daher bemühe ich mich immer darum das so zu formulieren. Habe jetzt die Nebensätze mal weggelassen.Die Liste ist NOCH zu lang.

          • Du irrst. Kapitalismus ist nicht Wettbewerb, sondern Konkurrenzkampf, genauer permanenter ökonomischer Krieg!
            Er basiert auf Kapital (darum heißt er ja auch so), also auf dem Privat-Eigentum an Produktionsmitteln, die von der ganzen Gesellschaft geschaffen wird, sich jedoch von ein paar Pappnasen allein unter den Nagel gerissen wird. Man nennt das auch Raub oder Plünderung. Dieses geraubte Eigentum wird dann durch Staat, Armee und Polizei vor denen „geschützt“, die ihren Riesen-Anteil an diesem von ihnen geschaffenen Reichtum einfordern.
            Mafia-Banden handeln ganz genau so – und die gibt es auch nur im Kapitalismus.
            „Wie der Herr, so’s Gescherr“, sagte meine Oma immer.

  11. Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя oder Kultur-Soeldner und kommentierte:
    Add your thoughts here… (optional)

  12. […] viaVor dem morgigen Generalstreik in Spanien, Portugal, Griechenland « uhupardo. […]

  13. aheneghana sagt:

    Als in 1998 die Expo in Lissabon lief, und ich die Prunkbauten dort sah, da dachte ich bereits ein- einhalb Jahrzehnte früher, dass dies alles mit unseren Geldern finanziert wurde. Jeder Regierungsauftrag ist bares Geld für Politiker und Mitmacher.

    Wenn in Lissabon um 10.00 morgens alles noch schläft, um den Rausch der vergangenen Nacht hinter sich zu bringen, muss anderswo ein anderer dafür aufkommen. Die Leistung fehlt an jeder Ecke.
    Was mich nur wundert ist – wie lange sich das Pumpsystem über Wasser hielt, mit immer neuem Pumpen wurde alles verdeckt.

    Nun funktionieren die Pumpen nicht mehr und der Sumpf beginnt auszutrocknen. Neue Pumpen sind nicht geliefert, bzw. Merkel stellt sich dagegen. Kein einfaches Geld mehr, und der Hass der Bevölkerung wälzt sich auf Merkel ab, da es kein langes Schlafen mehr gibt.

    Ich denke dass die Lissaboner und Madrider Regierung eine Menge Sand in die Augen der Bevölkerung streut um Ihren eigenen Hintern zu decken.

    • Uhupardo sagt:

      Es sind Beiträge wie Ihrer, die für den Ruf Deutschlands im Süden sorgen – um es sehr verhalten zu formulieren. Deswegen dürfen einen die hochgehaltenen Schilder in den Strassen Lissabons auch nicht wirklich wundern, wenn Merkel anreist.

      • aheneghana sagt:

        Merkel hat keine Alternative : Sie wird von Brüssel hinkommandiert – wohl oder übel – und muß Ihren Auftrag erfüllen. Ein paar Milliarden wird es schon geben. Dafür wird dann Deutschland nachgehalten es habe zu wenig zur Stützung des Euros und der EU beigetragen. Verdammt wenn man tut – und verdammt wenn man nichts tut .

    • Und wieder so ein selbstgerechter Bundesbürger, der in seiner Hybris tatsächlich glaubt, dass es allein SEIN ach so hart erarbeitetes Geld war, das Landschaften im Süden zum erblühen brachte, während die Spanier/Griechen/Portugiesen (und bald auch Franzosen und Italiener und …) sich währenddessen einen faulen Lenz machten. Vielleicht sollten Sie nicht den Fehler machen, ihr touristisches Aufstehverhalten während eines dreitägigen Lissabon Besuches auf die dort lebenden Menschen zu übertragen. Bis Sie um 10 Uhr in die Gänge kamen, waren diejenigen Menschen, die um 5 Uhr aufstanden, um die Stadt am Laufen zu halten schon wieder fertig. Doch solche Details stören nur unser Überlegenheitsgefühl, das sich vor allem aus Ignoranz nährt.

      Aber all dieses Gerede kommt ja nicht von ungefähr. Man kann Merkel nur gratulieren – sie hat das Feindbild des „faulen Südländers“, der zu lange Siesta macht und an seinem jetzigem Elend selbst Schuld ist, sehr früh und offenbar sehr effizient an das dumme Wahlvolk verkauft, um ihre knallharte, nationale Egopolitik mit selbstverliehener moralischer Überlegenheit durchziehen zu können. Mit freundlicher Unterstützung eines allseits bekannten Propagandablattes, mit dem sich „der Deutsche“ seine Meinung bilden lässt.

      • Uhupardo sagt:

        Wirklich interessant wird es erst, wenn sich solche Leute den Traum des Auswanderns erfüllen und in Spanien, Portugal oder Brasilien unter Palmen landen. Dann suchen sie sich einen Job, weil die Ersparnisse begrenzt sind – und stellen plötzlich fest, dass es „ein Wahnsinn ist, wie die Leute bei der Hitze zwei bis drei Jobs nebeneinander machen und jeden Tag zehn bis zwölf Stunden arbeiten, das hält doch kein Mensch aus“. Während sie dann von der einheimischen Bevölkerung ein mitleidiges „Weichei“-Grinsen ernten, sehen sie ihren Auswanderertraum nach drei Jahren als gescheitert an, weil sie eben nicht können und wollen, was diejenigen können müssen, die sie so verachtet haben. Dann tritt man den Rückweg nach Deutschland an. Nicht etwa, weil es ihnen unter Palmen nicht besser gefällt sondern „weil wir in D wenigstens HartzIV bekommen“. Da hört die Selbstgerechtigkeit plötzlich abrupt auf. Alles hundertmal erlebt und alles so durchsichtig.

  14. […] * Vorab erschien: Vor dem Generalstreik in Spanien, Portugal, Griechenland […]

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