Die Bundestagsrede des Jahres 2012

… ausgewählt – subjektiv, objektiv und einstimmig – von Uhupardo:

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48 Kommentare zu “Die Bundestagsrede des Jahres 2012

  1. kingkenny7 sagt:

    Sahra Wagenknecht und Jan van Aken hatten zwar auch gute Auftritte im Bundestag, aber insgesamt kann ich nicht widersprechen.

    • El Bernabeu sagt:

      Auch ich kann mich dem nur anschließen. Eine brillante Rede.
      Mit welcher Arroganz allerdings die Kanzlerin Gysis Auftritt ignoriert und sich auch mit alberner Mimik über ihn lustig macht, zeigt nur wie verbohrt, engstirnig und unsympathisch Angela Merkel inzwischen geworden ist.
      Nur komisch, daß sie in Deutschland immer noch so beliebt zu sein scheint.

      • Partysan sagt:

        Die Betonung liegt auf „…beliebt zu sein scheint…“. Es steht jedem Menschen frei, an die Statistik zu glauben, an die er glauben will.

  2. fischi sagt:

    Ja der Gysi hat mit jedem Wort Recht.
    Aber das Benehmen von der Jubelscheuche einfach abartig.
    Erziehung hat die und etliche andere bestimmt nicht erfahren.
    Westerwelle schließe ich da mal aus, von dem erwartet man auch nichts anderes.

  3. Ulrich Fiege sagt:

    Wer kann da noch widersprechen?, Zitat Gysi ab 12,50h, über die falschen UNO Kriegsbeschlüsse: „der Außenminister kriegt jetzt mal mit wie schwer es ist an einem Krieg nicht Teilzunehmen“ die Gesichter der Kanzlerin/Außenminister sprechen Bände! Danke für die Rede von Gysi, sie umfasst die wesentlichen Punkte käuflicher Politik und woran Europa scheitern wird wenn kein Umdenken stattfindet.

    Natürlich von mir geteilt.

    • Ulrich Fiege sagt:

      das müsste mit hinein, danke-

      • fischi sagt:

        Bei Ströbele bin ich mir nicht so sicher welche Rolle der spielt.
        Ich glaube, dass der als Alibi für ein nicht vorhandenes soziales Gewissen der Grünen geduldet wird.
        Tut mir Leid aber die Grünen sind immerhin Kriegsbefürworter.
        Glaubwürdig wäre für mich wenn er die Grünen verlässt!

        • So sehe ich das auch, fischi!

        • Ulrich Fiege sagt:

          Das mag alles so sein, aber er sagt was viele längst wissen und der Bundestag war gut besucht und alle haben es gehört. Macht das am Beispiel Griechenland und den auferlegten Sparkursen dort fest, die allesamt zum Scheitern verurteilt sind und darüber das eine Kriegspartei oder Kriegsbefürworter wie die Grünen, die sich an Schröders Rockzipfel gehängt hatten um in Regierungsverantwortung zu bleiben, dabei dann gleich ein funktionierendes Sozialsystem zertrümmerten und eigentlich vor nichts zurückschreckten um an der Macht zu bleiben, ist dann nicht Glaubwürdig, stimmt, aber es werden sich welche vor Gericht dafür verantworten müssen, denn das ist erst der Anfang.

          Die Verbrennung von Volkseigentum und Kapital zugunsten der Finanzindustrie führt zu einer Erhöhung der Schlagzahl und das machte Ströbele ja auch deutlich, darum gings mir eigentlich, wenn unser nächster Bundespräsident Herr Lafontaine sich diesem Thema annimmt..ops, nur geträumt! Aber bis dahin schreiben sich Banken und Versicherer die Gesetze selbst, für Lebensversicherungen bedeutete das, dass Kunden dieser Verträge mal eben 5-10% weniger ausbezahlt bekommen, die Allianz hatte ihren Mitarbeitern „Stillschweigen“ verordnet um den Versicherten nicht unnötig zu irritieren, denn am Ende ist es ein Gewinn für alle Kunden und ich war begeistert und fühlte mich in einem Film, angesichts der kriminellen Energie die darauf verwendet wird und die ich mit ein paar Beispielen belegen kann:

          Das ich als imaginärer Aktionär mit Friedensartikeln auf gute Gewinne setzen kann durch diese Regierung, wird hier beschrieben:

          http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/griechenland-hilfspaket-merkel

          Oder in der kleinen Unternehmenssteuerreform, die auf Vorsteuerabzug bei Privatentnahme dieses Geld nicht mehr auf der Habenseite buchen muss um es dann mit unnützer Umsatzsteuer zu belegen, aber es kommt noch besser, Sponsoring, Spenden, Zuwendungen mit Gegenleistungen kann ich ebenso von der Steuer absetzen, es wird jetzt noch besser, durch ein optimiertes Verfahren für Steuerprüfer ab dem Jahr 2006 sind diese jetzt nicht mehr in der Lage festzustellen, ob es sich um strafrechtliche Steuerhinterziehung handelt wenn Kapital in dunkle Kanäle verschwindet, durch die jetzt Neuen statistischen Erhebungen können keine Rückschlüsse mehr über den Verursacher gezogen werden und falls doch mal was ans Licht kommt, werden Steuerfahnder für Verrückt erklärt und so weiter!

          Die beschlossenen Gesetze haben alle eines Gemeinsam, sie zerstören diese Gesellschaft von innen und sind in meinen Augen als Hochverrat zu betrachten, sie sabotieren dieses Land bis zur Zerstörung wenn es so weiter geht!

          • Hat Herr Ströbele (oder die LINKEN) das verhindert oder auch nur verhindern können?
            Nein!
            Ergo ist er und die LINKEN lediglich ein Feigenblatt: Wir lassen auch andere Meinungen zu, sogar im Bundestag, daraus folgt unsere Demokratie funktioniert.

            In meinen Augen ist das Volksv*sche der schlimmsten Art – und pervers!

            Dem Rest Ihres Kommentars stimme ich vollkommen zu.

  4. almabu sagt:

    Ja, Gregor Gysi ist immer wieder gut anzuhören! Sein Einfluß ist sogar in seiner Partei begrenzt. Insgesamt hat Die Linke in der deutschen Politik nur eine Alibifunktion. Ausser ein paar Figuren aus der ersten Reihe sind die leider erschreckend schwach. In der Praxis haben sie innenpolitisch bei jeder Sauerei auf Länderebene mitgemacht. Merkel zeigt bei dem Auftritt Gysis wess‘ Geistes Kind sie ist. Sie ist einfach unterirdisch…

  5. Hester Jonas sagt:

    Objektiv gesehen ist diese Bundestagsrede von Gysi zwar vom März 2011 😀 ,
    doch nach wie vor zutreffend und aktuell … wie soll es auch anders sein bei dieser ach so „besten Bundesregierung seit der Wiedervereinigung“

    Wenn Die Linke nicht im Bundestag sitzen würde, könnte man dieses Plenum eh dichtmachen, was da von den anderen Parteien regelmäßig abgelassen wird ist die reinste Zumutung an klar denkende Menschen.

    Apropos Jan van Aken, gute Rede zu Rüstungsexporten, incl. längst überfälliger Dämpfer gen Lindner

  6. Johannes Eber sagt:

    „Gysi“ spricht Klartext; zweifellos argumentativ einer der besten Bundestagsreden im Jahr 2012. „Die Linke“ ist im „Deutschen Bundestag“ die noch einzig verbliebene Oppositionspartei, aber eben mit zu wenig „Biß“. Bezüglich dem Benehmen von „Merkel“ kann ich nur noch ausspucken. Wie schrieb „Friedrich Schiller“ so treffend: „die Obrigkeit hört erst auf zu herrschen, wenn die Untertanen aufhören zu kriechen“; wie wahr.

  7. indigo sagt:

    top kommentar in diesem thread ist für mich der von alambu!
    jedem sei empfohlen sich das Parteiprogramm (Erfurter Programm 2011) der LINKE in Ruhe durchzulesen.
    Wer nach diesem Mix aus sozialdemokratischen Reformillusionen und antikapitalistischen Sprüchen noch immer meint eine von Grunde auf antikapitalistische Gruppierung vorgefunden zu haben, der rutscht auch auf der Schleimspur aus zu Glauben, DIE LINKE sei gegen Krieg…auf Intervention von Oskar Lafontaine, wurde in Erfurt 2011, gegen den Antrag gestimmt Auslandseinsätze der Bundeswehr zu verbieten…!

    aber ja, auch ich höre dem gysi gerne zu…ein brillianter rhetoriker!
    liebe die seite hier…danke an die redaktion für die täglich so ausserordentlich gute berichterstattung!

    • Ramón Rodríguez sagt:

      Das sollte indigo vielleicht näher erläutern.

      „DIE LINKE lehnt den Umbau der Bundeswehr zu einer weltweit einzusetzenden Kriegsführungsarmee ab. DIE LINKE setzt sich für eine schrittweise Abrüstung der Bundeswehr ein, die kriegsführungsfähigsten Teile sollen zuerst abgerüstet werden. Die Abrüstung ist zu begleiten durch Konversionsprogramme für die Beschäftigten in der Rüstungsproduktion, für die Soldatinnen und Soldaten und für die Liegenschaften der Bundeswehr.

      DIE LINKE verfolgt langfristig das Ziel eines Deutschlands, eines Europas ohne Armeen, einer Welt ohne Kriege. Das Grundgesetz verbietet die Vorbereitung von und Teilhabe an Angriffskriegen. Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen – diesem Gebot muss wieder Geltung verschafft werden. Die Bundeswehr muss aus allen Auslandseinsätzen zurückgeholt werden, ihr Einsatz im Inneren jenseits notwendiger Katastrophenhilfe ist strikt zu untersagen, die Notstandsgesetze, die den Einsatz der Bundeswehr im Inneren vorsehen und ermöglichen, sind aufzuheben. Statt der Armee im Einsatz will DIE LINKE humanitäre Hilfe. Die Milliarden, die bisher für Kriege ausgegeben werden, wollen wir für Hilfe bei der Bewältigung internationaler Krisen und Katastrophen einsetzen. Ein wirksamer Katastrophenschutz benötigt ausgebildete Helferinnen und Helfer: kein Militär, sondern Ärztinnen und Ärzte, Technikerinnen und Techniker oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Wir schlagen daher die Einrichtung eines zivilen Hilfskorps vor – das Willy-Brandt-Korps für internationale Katastrophenhilfe. Es ist die friedliche Alternative zur Armee im Einsatz.

      DIE LINKE fordert die Beendigung der Beteiligung von Bundes- und Länderpolizei an internationalen Polizeieinsätzen, die zur Unterstützung von Kriegen und autoritären Regimen dienen. Auch Militärberatungsmissionen müssen beendet werden.

      Wir fordern das sofortige Ende aller Kampfeinsätze der Bundeswehr. Dazu gehören auch deutsche Beteiligungen an UN-mandatierten Militäreinsätzen nach Kapitel VII der UN-Charta, zumal der Sicherheitsrat noch nie chartagemäß Beschlüsse gegen Aggressoren wie die NATO beim Jugoslawienkrieg oder die USA beim Irakkrieg gefasst hat. Um Akzeptanz für die Militarisierung der Außenpolitik zu erlangen, ist zunehmend von „zivilmilitärischer Kooperation“ und von Konzepten zur „vernetzten Sicherheit“ die Rede. DIE LINKE lehnt eine Verknüpfung von militärischen und zivilen Maßnahmen ab. Sie will nicht, dass zivile Hilfe für militärische Zwecke instrumentalisiert wird. Sie will, dass ein Rüstungsexportverbot im Grundgesetz verankert wird.“

      ——————–

      Das und vieles andere aus dem Erfurter Programm unterschreibe ich. Es ist ja sehr in Mode, grundsätzlich kein gutes Haar mehr an Parteien, Programmen und allem zu lassen, was damit zu tun hat. Ganz egal um wen und was es geht. Aber dann braucht es mehr Argumentation, zumindest wenn der Sprecher irgendeine Seriosität für sich reklamiert. Ein paar abschätzige Halbsätze reichen nicht.

      • almabu sagt:

        Die Linke macht lupenreine linke Verbal-Politik da, wo sie diese als reine Oppositionpartei nicht durchsetzen kann bzw. muss! Dort wo sie Regierungsverantwortung trägt, macht sie bei jeder Sauerei mit als Sozialdemokratie Reloaded.

      • ich sagt:

        Zitat eines schweizer Generals, dessen Rede ich beiwohnen durfte:
        „Ein land wird immer eine Armee haben. Entweder die eigene oder eine fremde.“

      • Solange die LINKE sich in Bundestagsreden und Programmen erschöpft, kann sie nicht ernst genommen werden.
        Schöne Worte – die habe ich säckeweise in meinem Keller zu stehen! Die machen weder satt noch ändern sie irgend etwas.

      • Ulrich Fiege sagt:

        DIE LINKE steht ja auf dem Boden von Grundgesetz und Verfassung, ist das denn zulässig? Wenn in den vergangenen Jahren in Frieden investiert worden wäre, dann könnte man uU jetzt in Syrien seinen Urlaub verbringen, denn bis 2003 waren Assad und seine Bemühungen für Demokratie und Recht im eigenen Land als Vorbildlich und von unserer Regierung auch so bezeichnet, leider wollten die USA im Jahr 2003 von Europa, das es die Unterstützung für Syrien einstellt und die Ergebnisse dieser Politik sind jetzt zu sehen. Meine Frage ob das was die Linke da machen will zulässig ist, bekommt durch den EU-Vertrag eine Berechtigung, denn die dort stehenden Gesetze sind auch dazu geeignet.

      • Bonsta sagt:

        Ich weiß, dass Oskar kein Freund von der Abschaffung der Wehrpflicht in dieser Form war, so wie ich auch.

        Die erste Lehre aus Vietnam in den USA war ja gerade, die Wehrpflicht abzuschaffen! Wer sie abschafft und gleichzeitig die Bundeswehr zu einer Einsatzarmee umbaut, will keine Kriege verhindern, sondern nur den Konflikten im Innern aus dem Wege gehen.

        Das Grundsatzprogramm in Erfurt wurde mit 97% der Stimmen angenommen. Maßgeblich wurde dieses von Lafontaine gestrickt. Das kann man überall nachlesen. Über den Vorwurf von indigo weiß ich nichts und habe ich auch auf die Schnelle nichts dazu finden können. Das Erfurter Programm ist jedenfalls eindeutig und nicht misszuverstehen.

    • Danke für die klare Analyse der LINKEN!
      Ich sehe sie genau so. Schöne Bundestagsreden, ja. Aber sonst kommt da gar nichts.

  8. … ausgewählt – subjektiv, objektiv und einstimmig –
    durchaus eine typische Gysi Rede.
    Die Praxis sagt mit aber, das es die Hände sind die Dinge formen nicht der Mund.

  9. indigo sagt:

    was in mode ist interessiert mich weniger 😉 und ob ich „seriös“ bin (was auch immer das sein mag) können nur die menschen beurteilen die mich kennen…
    meiner meinung nach wird es in unserem parlamentarischen system keine partei geben die in regierungsverantwortung kommt, ohne die nato zu akzeptieren, ohne die eu-aufrüstung zu tolerieren…

    …die einst antikapitalistischen grünen haben die parlamentarische metamorphose bereits hinter sich…die partei die linke steckt mitten drin…

    alambu hat es oben schon angedeutet…
    ,..einige beispiele aus den berliner regierungsjahren der linken:
    zuschüsse für obdachlose wurden gestrichen. blindengeld genauso.
    der abschaffung des sozialtickets im öffentlichen Nahverkehr wurde zugestimmt. der abschaffung der lernmittelfreiheit ebenfalls.
    die kita-gebühren wurden erhöht; der jugendhilfeetat reduziert.
    und das dreisteste: 24.000,00! ein-euro-jobs wurden geschaffen, so dass nun ehemals tariflich bezahlte arbeiter unter sklavenähnlichen zuständen ihren dienst verrichten müssen, und dass, obwohl sich die linkspartei immer genau für diese menschen medienwirksam stark macht.
    ach ja…die pds in der schweriner landesregierung stimmte 2005 dem neuen sicherheits-und ordnungsgesetz (sog) des landes zu…und unter derselben spd/pds koalition wurde die besondere aufbauorganisation (bao) kavala konstruiert, die 2007 beim g8 gipfel in heiligendamm eingesetzt wurde…zum ersten mal und gegen alle verfassungsmäßigen trennungsgebote und prinzipien der gewaltenteilung wurden bundespolizei, bundeskriminalamt, landespolizei und bundeswehr! mit see und lufteinheiten, ohne jegliche parlamentarische kontrolle gebündelt und die zuständigkeit, auch für das versammlungsrecht, an die polizeidirektion in rostock abgegeben und lieferte so die demokratie an kavala ab….

    so halte ich fest: die pds hatte nichts gegen bundeswehreinsätze im inneren…!

    2007 war sie nicht mehr in der regierung und hoffte auf ein kurzeitgedächtnis ihrer wähler…doch viele haben die unrühmliche beteiligung der pds nicht vergessen!
    im zweifel, und für die macht, opfern auch die linken jedes wahlprogramm…

    doch ist es mir wichtig zu betonen…es sind nicht die menschen…es ist das system, es ist der parlamentarismus (nicht nur in deutschland) der korrumpiert…so habe ich auf kommunaler ebene viele kontakte zu menschen aus dem umfeld der partei die linke…und in der tat gibt es viele aufrechte, überzeugte unter ihnen mit denen es sich immer lohnt auseinander zu setzen…

    • so habe ich auf kommunaler ebene viele kontakte zu menschen aus dem umfeld der partei die linke…und in der tat gibt es viele aufrechte, überzeugte unter ihnen mit denen es sich immer lohnt auseinander zu setzen…

      Allerdings haben die nichts zu melden, sind gesamtpolitisch also irrelevant.
      Es ist auch nicht das „parlamentarische System“, das korrumpiert, sondern das kapitalistische Wirtschaftssystem, dessen Spiegelbild, als Folge das parlamentarische ist.

      Entweder ich schaffe den Kapitalismus grundsätzlich ab oder ich unterstütze ihn – letzteres haben die sozialdemokratischen, spießbürgerlichen, feigen Verräter in der SED/PDS/LINKEN getan. Nichts anderes.
      Die Aufrechten – wenn sie nicht schon über 70 waren und „aus Gewohnheit“ blieben – haben diese Verräter-Partei beizeiten verlassen, da sie das erkannten.

  10. Uhupardo sagt:

    Wenn man sich anschaut, was für eine substanzielle Diskussion sich hier entwickelt, wenn man kommentarlos ein Filmchen publiziert, könnte man auf die Idee kommen, sich demnächst arbeitsreiche Texte zu ersparen und statt dessen auf simple Videos zu setzen. 😉

    Dennoch ist das sehr erfreulich.

  11. fischi sagt:

    Auf jedem Fall ist der Name Linkspartei genauso irreführend wie bei allen anderen Parteien..
    Linkeste Partei würde da schon besser passen.
    Das Parteiprogramm besagt auch bloß den Kapitalismus zu verbessern.
    Ob das links ist soll jeder selber entscheiden, ich bin der Meinung eine wirklich linke Partei sollte sich für eine andere Gesellschaftsordnung einsetzen oder zu mindestens die Diskussion darüber in die Bevölkerung tragen.
    Allerdings gibt es erstmal keine andere Alternative.

    • Bonsta sagt:

      „[…] ich bin der Meinung eine wirklich linke Partei sollte sich für eine andere Gesellschaftsordnung einsetzen oder zu mindestens die Diskussion darüber in die Bevölkerung tragen.“

      Wie willst du etwas in die Bevölkerung tragen, wenn die Geschütze des Gegners hundert Mal stärker sind? Dann passiert, was schon die ganze Zeit passiert: Intelektuelle sitzen da und streiten sich über das beste Konzept für eine Gesellschaft die irgendwann am Sankt Nimmerleinstag realisiert wird und ansonsten interessiert sich dafür keine Sau.

      Nee, ich bin der Meinung es kann nur genau andersrum funktionieren. Parteien sind wie Cameleons, sie passen sich der Umwelt an. Solange es keinen echten Widerstand aus der Mitte der Gesellschaft gibt, solange sich Niedriglöhner, Hartz4-Empfänger, Rentner, zukünftige Rentner und all die leidtragenden dieser Politik nicht organisieren und massiven Druck ausüben, wird sich gar nichts ändern.

      Politiker sind Opportunisten, einmal in der Nähe des Fleischtopfes vergessen sie allesamt bessere Sitten, aber eben genau dieser Opportunismus ist es auch, der dafür Sorgen würde, dass die Nöte der Bevölkerung wieder Gehör finded… wenn sich damit Wahlen gewinnen ließen. Zur Zeit gewinnt man Wahlen, wenn man der „Machtelite“ möglichst unterwürfigst dient. Dass wir das so willenlos zugelassen haben, daran sind ganz allein wir Schuld und niemand anders!

      • Uhupardo sagt:

        *signed by Uhupardo*

      • fischi sagt:

        Bonsta, ich stimme deinem Post auch voll zu, aber sollen wir jetzt auf einen linken Hitler warten?
        Wenn an dem System was geändert werden soll, fehlt erst mal eine Führung.
        Und die armen Leute haben weder eine Lobby noch eine unabhängige Organisation, die sich um sie kümmert.
        Mach doch mal einen Vorschlag, wie die Armen sich organisieren können, mir fällt da nichts ein.

        • Genau dieses Problem sehe ich auch. Es fehlt die einigende Kraft!

          • Solveigh Calderin……….Es fehlt die einigende Kraft!

            Dass sehe ich völlig anders.
            Es fehlt an der eigenen Kraft der Individuen, aus meiner Sicht müsste das Individuum daran arbeiten.
            Einigen tun sich Menschen wie auch immer ständig.

            • Das Individuum allein kann gar nichts bewegen! Genau darum wird unsere Gesellschaft ja so atomisiert, individualisiert und jeder gegen jeden gehetzt!

              Jeder soll sein eigenes Süppchen kochen, bloß nichts zulassen, was all‘ die verschiedenen Wünsche und Vorstellung eint – und sie so zu einer nicht aufzuhaltenden Kraft werden lässt!

              Jeder Einzelne als „Individuum“ ist leicht zu beeinflussen, zu manipulieren und zu vernichten!

              „Einigkeit macht stark!“ Diesen Ausdruck gibt es doch nicht aus Langeweile!
              Die Ureinwohner Amerikas haben ein wundervolles Gleichnis dazu:

              „Einen Ast kannst Du sehr leicht zerbrechen, selbst ein Knabe kann das. Fünf Äste auf einmal zu zerbrechen, dafür braucht es schon einen starken Mann. Einhundert Äste aber kann selbst der stärkste Mann nicht zerbrechen!“

              Und diese Einigkeit bedeutet nicht das Eliminieren der Individualität – ganz im Gegenteil, jedoch wird der allen gemeinsame Wille geeint und so können alle gemeinsam für das selbe Ziel wirken, das die Erfüllung der individuellen Wünsche einschließt und überhaupt erst ermöglicht!

              • Hallo Solveigh Calderin

                Darum ging es mir nicht! Anhand Ihres Beispiels möchte ich meinen Gedanken „präzisieren“. Wenns gelingt.
                Die Indianer haben recht aber es bedarf dafür starker Äste! die sich bündeln lassen.
                Gehen Sie doch raus auf die Strasse und rufen Sie laut aus:
                Proletarier(Äste) aller Länder vereinigt euch.
                Was sollte dann passieren? Wenn überhaupt, kommt der ein oder andere Proletarier(Ast) vorbei.
                Diejenigen die sich nicht als Ast begreifen können kommen nicht.
                Das liegt aber nicht an Ihrem Rufen nach Einigung, denn wenn es nur Äste gäbe wäre Ihr Rufen nicht nötig.

                • Einverstanden. Darum gab es mal Zirkel, in denen gelernt wurde, die gab es praktisch in jeder Fabrik… 🙂
                  DARUM auch waren die Gewerkschaften in der BRD von Anfang an nach der Gründung dieses Staates zahnlose Tiger und sind heute faktisch ausgehebelt und bedeutungslos. Und nun?
                  Neue Wege suchen! In der Nachbarschaft, auf Arbeit, beim Spaziergang, im Gespräch in der Kneipe und zu Hause mit Freunden. Der Möglichkeiten gibt es so viele wie Sand am Meer.

                  Aus der Zeit dieser Zirkel stammt dieses Gedicht, das ich bei solchen Gelegenheiten immer wieder gern veröffentliche:

                  Bertolt Brecht

                  Lob des Lernens

                  Lerne das Einfachste! Für die,
                  Deren Zeit gekommen ist,
                  Ist es nie zu spät!
                  Lerne das ABC, es genügt nicht, aber
                  Lerne es! Laß es dich nicht verdrießen!
                  Fang an! Du mußt alles wissen!
                  Du mußt die Führung übernehmen.

                  Lerne Mann im Asyl!
                  Lerne, Mann im Gefängnis!
                  Lerne, Frau in der Küche!
                  Lerne, Sechzigjährige!
                  Du mußt die Führung übernehmen.
                  Suche die Schule auf, Obdachloser!
                  Verschaffe dir Wissen, Frierender!
                  Hungriger, greif nach dem Buch:
                  es ist eine Waffe.
                  Du mußt die Führung übernehmen.

                  Scheue dich nicht, zu fragen, Genosse!
                  Laß dir nichts einreden,
                  Sieh selber nach!
                  Was du nicht selber weißt,
                  Weißt du nicht.
                  Prüfe die Rechnung,
                  Du mußt sie bezahlen.
                  Lege den Finger auf jeden Posten,
                  Frage: wie kommt er hierher?
                  Du mußt die Führung übernehmen.

        • Bonsta sagt:

          Oh, dass es auch jede Menge kleiner Hitler’s unter Linken gibt, da bin ich mir ziemlich sicher. Aber das ist ganz sicher nicht das, worauf ich in meinem Post hinaus wollte. Du beschwerst dich über die Systemlemminge und rufst selbst nach einer „Führung“? Nee, das ist meine Sache nicht.

          Einen Vorschlag, wie sich „die Armen“ organisieren sollen, werde ich sicher nicht machen und kann ich auch gar nicht. Das müssen „die Armen“ schon selbst herrausfinden. Selbstorganisation lässt sich nicht planen, sie entsteht oder eben nicht. Finde dich damit ab, die Zeit ist einfach nicht Reif für Revolution. Ob sie das in absehbarer Zeit sein wird, weiß der Geier. Es kann auch noch viel, sehr viel tiefer abwärts gehen. Und trotzdem hast du nur dieses eine Leben. Mach das beste daraus und warte nicht auf irgendwas, was sowieso nie kommt. Ich habe schon eine Revolution hinter mir. Glaube mir, die Euphorie weicht doch recht schnell der Ernüchterung, schneller als du ahnst… Das war nie anders.

          Das mag ernüchternd klingen, aber wenn du anders an die Sache rangehst, wenn du die ganze Welt verändern willst, endet das nur im Suff oder in der Psychatrie. Also lass es lieber 😉

          Das bedeutet jedoch auch nicht zu resignieren, es bedeutet nur, die Welt realistischer zu betrachten und nicht das Unmögliche von ihr zu verlangen. Die Welt ist dir rein gar nichts schuldig! Zu hoch gesteckte Ziele können nur in Verzweiflung münden.

          • Nun ja, diese Sicht der Dinge hat Deutschland ja nun schon zweimal an den Rand des Abgrunds getrieben, ne?
            Sill halten und zusehen, dass ich mich allein einrichte? Das ist genau, was die Herrschenden sich wünschen und erträumen! Denn dann bleibt alles so hübsch beim Alten, ne? Und die Pfründe und die Profite sind nicht in Gefahr! Hurraaaaa!

            Das ist NICHT der Weg, unsere Welt zu ändern. Wohl aber DAS hier, falls sie sich die 1 3/4 Stunden Zeit nehmen, mal einen EHRLICHEN Blick in die Geschichte zu werfen, auf das, was WIRKLICH geschah, um zu verstehen, was HEUTE geschieht – und möglich ist! Und um zu verstehen, wie sehr wir von den Medien, den Geschichts-Fälschern, den Herrschenden belogen und Gehirn gewaschen werden!

            • Bonsta sagt:

              „Sill halten und zusehen, dass ich mich allein einrichte?“

              Bestimmt nicht!

              „Das ist NICHT der Weg, unsere Welt zu ändern.“

              Die Welt ist groß, Calderin…

              • Die Welt ist groß, Calderin…

                Gott sei Dank! Da gibt es viel Raum für Änderung.

                Indem ich mich [meine Welt] ändere, ändere ich die ganze Welt!
                Was nichts anderes bedeutet als im Kleinen zu beginnen, um das Große zu erreichen!
                Bange machen gilt nicht und geht nicht gibt’s nicht!

                • Bonsta sagt:

                  Menschenskind, das ist es doch wovon ich die ganze Zeit rede! Das ist das Einzige, worüber ich überhaupt Kontrolle habe: Über mich (zumindest kann ich mir das einbilden, aber das ist ein anderes, sehr weites Feld). Mein Anspruch kann einfach nicht sein, die Welt zu verändern, sondern nur, dass ich mit Anstand in ihr lebe. Was sich daraus ergibt, darauf habe ich keinen Einfluss.

                  Ich warne jeden davor, mehr zu wollen! Es führt über kurz oder lang zu Frustration. Der Frustration folgt Zynismus und dann ist es vorbei mit dem Anstand. Den aber gilt es zu bewahren. Zu viele haben ihn schon verloren.

  12. Johannes Eber sagt:

    „DIE LINKE“ muß für dieses „Staatsgebilde“ doch relevant sein, da dieselbe vom Bundesverfassungsschutz überwacht wird. Das deutsche Parlament hat seine Befugnisse dem „Gouverneursrat in Brüssel“ abgetreten und sich somit völlig überflüssig gemacht. „Merkel“ strebt Ambitionen wie „Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus“ an; sein Ende ist ja hinreichend bekannt. „Merkel“ schwingt die Sparkeule in Griechenland, Portugal, Spanien und Italien zum Wohle der Banken und Hedge-Fonds. Viele noch intakte mittelständische Firmen bekommen in diesen Ländern von den Banken keinen Kredit mehr und müssen in Insolvenz gehen. In Portugal, Anstieg der Firmen-Insolvenzen 2012, 62 % gegenüber 2011; 174 % gegenüber 2010; Griechenland hat bisher 300 Milliarden Euro bekommen (je Person 30.000 Euro) und so gut wie nichts kommt in der Wirtschaft an, genauso ist es in den anderen hier aufgelisteten Länder. Die führenden europäischen Politiker erklären die Euro-Krise für beendet, dabei hat sie noch nicht angefangen. Lenin sagte: „der beste Weg, das kapitalistische System zu zerstören, ist, die Währung zu verderben“. Nach dem Kommunismus wird der Kapitalismus zugrunde gehen und das zu Recht.

    • Und was kommt dann?
      Haben Sie irgend eine Ahnung oder Vorschlag/Gedanken dazu?

      • Johannes Eber sagt:

        Radikale, politische Strömungen werden nach dem Zerfall des „Kapitalismus“ hervorgehen, einhergehend mit Bürgerkrieg und Krieg. Die weitere weltwirtschaftliche Entwicklung ist meines Erachtens nach nicht vorhersehbar.

        • Interessant, dass ich nur Horrorszenarien zu hören bekomme…. Die Hirnwäscheabteilung hat wirklich hervorragende Arbeit geleistet!

          Ich habe da eine ganz andere Idee:

          Die Menschen organisieren sich spontan und halten das Ding am Laufen und wirken endlich frei, ohne die „da oben“ und ohne die Früchte ihrer Arbeit irgend jemandem geben zu müssen, sondern nutzen die, um sich ihr Leben so zu gestalten, wie sie es gern haben möchten – und zwar genau DA wo sie es haben möchten, weil sie da nämlich leben!

          • Solveigh Calderin …….Ich habe da eine ganz andere Idee:

            Mit dieser Idee sind Sie nicht alleine.

          • Johannes Eber sagt:

            @ Liebe Solveigh Calderin,

            Ihre Idee bejahe ich vollumfänglich, doch leider ist dieselbe nicht durchsetzbar. Um Freiheit im kapitalistischen System zu erlangen, muß man finanziell unabhängig sein oder mit anderen Worten: „die Freiheit ist so groß, was sich im Geldbeutel befindet“. Das ist das knallharte Faktum im kapitalistischen System und nichts anderes. Die Obrigkeit (Regierungsrepräsentanten) und das Großkapital (Großindustrie und Banken) bringen systematisch und gewollt die südeuropäischen Völker sowie die Bevölkerung in Deutschland in ihre Abhängigkeit und zwar durch: Niedriglöhne, Minijobs, befristete, prekäre Arbeitsverträge und natürlich Hartz 4, „food stamps“ (48 Millionen Personen) in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dadurch bringt das System gezielt und gewollt, große Teile der Bevölkerung in staatliche Abhängigkeit um jeden Widerstand zu brechen. Gehen Sie mal als „Hartz 4 Empfänger“ zur Bank um ein Darlehen zu bekommen.
            Der/die Bankangestellte wird höflich, Ihr Ersuchen abweisen. Hartz 4 ist mit einer eidesstattlichen Versicherung gleichzusetzen. Es gibt nur zwei Wege und die sind, daß sich das kapitalistische, perverse System von innen selber zerstört oder der Leidensdruck der Bevölkerung wird so groß, daß ihr nichts anderes mehr übrigbleibt, wie zu handeln um zu überleben. „Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht“. Im Jahr 2013 ist es 100 Jahre her, daß die „US-Federal Reserve“ privatisiert wurde; was für eine Fehlentscheidung. Ich setze auf die ersten Weg!

            • Meine Frage bezog sich auf Ihren letzten Satz Ihres Kommentares:

              Nach dem Kommunismus wird der Kapitalismus zugrunde gehen und das zu Recht.

              Also habe ich den Kapitalismus als nicht (mehr) existent bereits vorausgesetzt.

              Um den Kapitalismus zu überwinden, schreiben Sie jetzt:

              Es gibt nur zwei Wege und die sind, daß sich das kapitalistische, perverse System von innen selber zerstört oder der Leidensdruck der Bevölkerung wird so groß, daß ihr nichts anderes mehr übrigbleibt, wie zu handeln um zu überleben.

              So ist es.

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