Das Bewusstsein in Spanien „Wir spielen da nicht mehr mit!“ wächst in Spanien in vielen Bereichen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, aber ein gutes.

Bodenfrost

Die Schlosser in der nordspanischen Stadt Pamplona werden sich in Zukunft nicht mehr an Zwangsräumungen beteiligen. Sie weigern sich, Türen zu öffnen und Schlösser austauschen, weil sie es ungerecht finden, dass Menschen, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, ins Elend gestürzt, Banken hingegen gerettet werden.

Im Dezember hatte sich die Vereinigung der Schlosser von Pamplona versammelt und einstimmig dafür ausgesprochen, nicht mehr die schmutzige Arbeit der Banken zu verrichten. Die Gewinneinbußen nehmen sie in Kauf, dafür haben sie ihre Würde zurückerlangt, wie ihr Sprecher Iker de Carlos sagte. Nach seiner Einschätzung machten die Einsätze bei Zwangsräumungen etwa 10 % der Aufträge aus. Er appellierte auch an das Gewissen aller anderen, die mit der Durchführung von Zwangsräumungen zu tun haben, Richter und Polizisten, sich der Initiative anzuschließen.

Ein Vorbild, das hoffentlich Schule machen wird in anderen Städten. In ganz Spanien finden Tag für Tag zahlreiche Zwangsräumungen statt, letztes Jahr kam…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

11 Kommentare zu “

  1. bodenfrost sagt:

    Das Vorgehen der Schlosser aus Pamplona ist eine gute Antwort auf die Frage „was kann man schon machen gegen ‚die da oben‘?“ Sand im Getriebe statt funktionierendes Zahnrad sein, ist ein guter erster Schritt. Je mehr sich an dieser Initiative beteiligen, desto schwieriger bis unmöglicher wird es, Familien aus Häusern zu werfen, nur damit die Banken weitere leerstehende Gebäude in ihrem Portfolio haben.

    • Uhupardo sagt:

      Der unsägliche Satz „Man kann ja doch nichts machen …“ war noch nie richtig und zeugt nur von innerer Bequemlichkeit. Jeder, absolut jeder kann seinen Beitrag leisten. Die Initiative der Schlosser hat überdies plakative Wirkung. Sehr gut.

      • Ernesto sagt:

        Solidarisch sein hilft auch für die eigene Situation: vor kurzem habe ich für eine Familie fast ohne Einkommen Kaminholz organisiert. Keine große Sache, die Leute wohnen in Gran Canarias Bergen und frieren und ich kenne jemanden, der Holz im Überfluss hat. Also einfach ein paar Mal den alten Kombi vollgepackt und in die Berge gekarrt. Da bin ich doch allen Ernstes hinterher von jemandem gefragt worden, ob diese Leute mir denn wenigstens das Benzin bezahlt hätten. Schließlich hätte ich mir ja ne Menge Arbeit aufgeladen.
        Hat mir geholfen: wieder ein Eintrag im Telefonbuch weniger, ein Geburtstag weniger an den ich denken muss, usw. 🙂

        • Uhupardo sagt:

          “ wieder ein Eintrag im Telefonbuch weniger, ein Geburtstag weniger an den ich denken muss,“

          Schwund ist bei jeder Sache – und manchmal sogar begründet und herzlich willkommen, sí sí. Buena acción, Ernesto.

  2. aus Madrid sagt:

    Wieder eine gute Nachricht : )
    Heldenhaft, die Schlosser von Pamplona. Auch die Schlosser anderer Regionen, die sich organisieren und rechtlich beraten lassen wie sie vorgehen sollen. Das wirkt ansteckend.

  3. picola9011 sagt:

    Das finde ich auch eine gute Nachricht,.schön wenn es so etwas gibt.LG.Erika

  4. picola9011 sagt:

    Reblogged this on ♫♥Willkommen,Bienvenido,Benvenuto♫♥ und kommentierte:
    Solidarität,schön wenn es so etwas gibt.

  5. Hajo Selzer sagt:

    Hochachtung vor den Spanier. Das was sie in Pamplona tun ist Solidarität, die ich mir auch in Deutschland wünsche. Statt blinder Egoismus (mir geht ja noch gut) würde es dem Deutschen auch gut stehen, einmal über seine Mitmenschen die in Not geraten sind und über die Milliarden Euros die an die koruppten Banke gezahlt worden sind (übrigens seine / unsere Steuergelder) nachzudenken, denn irgendwann in naher Zuklunft kann es jeden von uns treffen. Und dann ist der Katzenjammer groß.

    Aufruf: Deutsche Bürger, nehmt euch ein Beispiel an den Spaniern – steht zusammen und kämpft für Eure / unsere / eine bessere Zukunft

    • Antisozialist sagt:

      „In Not geraten“ klingt gut. da handelt es sich viel mehr um Zeitgenossen, die auf Kredit konsumiert haben.

      • Ernesto sagt:

        Schon, aber denen wurde ja immer erzählt, dass das kein Problem sei. Und schließlich ging das ja auch viel zu lange gut, weil die Banken das gefördert haben.

        • KClemens sagt:

          Hm. Wie wäre das in Deutschland? Da würde man auf evtl. „streikende“ Schlosser pfeifen und sich einfach ein paar Schlosserunternehmen aus dem EU-Ausland zu Hilfe holen.

          Aber vielleicht wäre noch nicht einmal das notwendig. Der deutsche Michel ist gerne hilfsbereit und treue Nachbarn würden sich freiwillig anbieten, die Türen aufzumachen.

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