Alles ist Markt, alles ist Wirtschaft: Vorsicht Operation!

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Lassen Sie sich diesen Film nicht entgehen! Er zeigt wie kaum ein anderer, dass „Markt“ und „Wirtschaft“ heute ausnahmslos jeden Lebensbereich unserer Gesellschaft bestimmen. Viele medizinische Eingriffe sind nicht nur teuer, sondern auch unnötig – und manche sogar schädlich. Operiert wird trotzdem, denn teure OPs bringen den Kliniken satte Gewinne. Die Ärzte werden immer häufiger zu Erfüllungsgehilfen der Finanzabteilung. Wer nicht mitmacht, ist out, berichtet ein Insider: „Wenn ein Arzt nicht in Reih und Glied läuft, dann wird er plötzlich nicht mehr zu Operationen eingeteilt. Wenn so was nicht fruchtet, dann wird er gemobbt und abgemahnt, bis er kündigt.“

Wer hingegen viel operiert, wird großzügig mit Boni entlohnt. Und viele niedergelassene Ärzte werden in einem illegalen Netz von Fangprämien von den Krankenhäusern dafür bezahlt, dass sie möglichst viele Patienten für OPs überweisen. Diese Kranken, die ihrem Arzt vertrauen und keine unabhängigen Informationen über die Notwendigkeit und Qualität von Operationen und Operateuren erhalten, werden zu Opfern des Systems.

Gibt es etwas Schlimmeres, als wenn diejenigen, die gezwungen sind, ihrem Arzt zu vertrauen, als wirtschaftliche Melkkühe ausgenutzt werden, weil „der Markt“ dazu zwingt, Gewinne zu machen auf dem Rücken der Gesundheit des Patienten? Vor allem auch angesichts der aktuellen Privatisierungstendenzen des Gesundheitssystems in Spanien ist dieser eindringliche Film eminent wichtig.

Das eindringliche Video, das gestern in der ARD ausgestrahlt wurde, finden Sie hier: Klick

Lesen Sie dazu auch:
* Gewinnmaschine Operationssaal: Ärzte warnen vor sich selbst

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10 Kommentare zu “Alles ist Markt, alles ist Wirtschaft: Vorsicht Operation!

  1. Sooo neu ist das ja nun nicht. Da werden doch Erinnerungen an Monthy Python wach: http://www.youtube.com/watch?v=arCITMfxvEc&noredirect=1

    Ansehen!

    Mit Gruß vom pausenblog

    • Uhupardo sagt:

      Ist es wichtig, ob ein unerträglicher Zustand „sooo neu“ ist? Ist „neu“ die Beurteilungsgrundlage?

      • Nein überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil, das Thema ist immer aktuell und je mehr es realisieren desto besser – so war das sooo nicht gemeint. Tut mir leid, dass das so besserwisserisch rüberkam – nichts liegt mir ferner als diesen Beitrag kritisieren zu wollen. Mir fiel nur gerade diese Szene aus dem Film „The Sense of Life“ ein und ich dachte, es unterstreicht die Thematik auf eine Art, die einem das Lachen im Gesicht einfrieren lässt… und wollte mich ausnahmsweise mal ein wenig kürzer halten und hab zu früh auf den Eingabeknopf gedrückt. Sorry, ich liebe diesen Blog und habe den Artikel auch gleich überall geteilt!

        • Uhupardo sagt:

          Miss-Verständnis geklärt, Miss! 🙂 Kam so rüber wie manche, die eine unhaltbare Situation deswegen mit einem Achselzucken vom Tisch wischen, weil das „doch schon lange so“ ist – was die Sachlage auf den Kopf stellt: Wenn es schon lange so ist, dann um so schlimmer.

          Alles fein!

  2. Denkender Mensch sagt:

    Und was hat das ganze jetzt mit „Markt“ zu tun? Das genaue Gegenteil ist doch offensichtlich der Fall. In Schland sind die meisten Menschen bei staatlichen Krankenkassen Zwangsmitglied. Die Patienten bzw. Zwangsversicherten sind ja gerade keine Kunden. Wenn sie es wären, würden sie natürlich auch nicht mehr einfach einem Arzt alles abkaufen, weil die Kosten dafür sichtbar wären. Die „zweite Meinung“ – oder noch weitere – würde also schon aus finanziellen Gründen obligatorisch werden.

    • cusdom sagt:

      Aha…Ich soll also, wenn ich krank bin, nicht nur einen Arzt sondern mehrere aufsuchen?
      Wenn Sie ihr Auto in die Werkstatt bringen legen Sie sich mit Sicherkeit unter das Auto um zu gucken ob die Schrauben auch wirklich festgezogen wurden?!….
      Die ganze Verwirtschaflichung von sozialen Bereichen wird in vielen Ländern böse Enden. Es gibt auch Kindergärten (neusprech: Kita) die wirtschaftlich optimiert arbeiten: Es gibt die ganze Woche Nudeln zu essen, die konnten wir billig kaufen…

      • Ramón Rodríguez sagt:

        Marktfetischisten wirst du nicht überzeugen, vergiss es. Die werden auch von dir verlangen, neben deiner täglichen Arbeit von vier Zahnärzten eine technische Expertise und jeweils einen Kostenvoranschlag anzufordern, bevor du dir den klopfenden Zahn aufbohren lässt, weil das „Eigenverantwortung im Markt“ fördert, sei mal ganz sicher.
        Und weil kein Mensch von allein drauf kommen würde, dass wirklich Denken und Vernunft hinter solchen Statements stehen, schreiben Sie vorsichtshalber „Denkender Mensch“ oder „Partei der Vernunft“ dran.

  3. ichbindaswortistich sagt:

    Ich fasse zusammen: Wir werden unter widrigen Umständen von zu alten Müttern geboren, man verweigert uns systematisch die Bildung, stopft uns mit Gammelfleisch von Tieren voll, die mit Maschienenfett gefüttert und mit Hormonen sowie Medikamenten gemästet wurden, weshalb man uns dann ob unsrer daraus resultierenden gesundheitlichen Probleme zu Ärzten schickt, die nicht wissen, was genau sie eigentlich tun, und unsre Gesundheit unnötig weiter verschlechtern, indem sie gesunde Körperteile austauschen, um ihren Arbeitgeber ebenso als sich selbst zu bereichern, und dementsprechend unsre Lebensqualität senken, so daß wir verfrüht unter Depressionen leidend und mit Medikamenten noch und nöcher vollgepumpt sterben. Auch ein Weg, die Rentenlücke zu schließen.

    • Uhupardo sagt:

      Man kann es leider nicht besser zusammenfassen und bedauerlicherweise ist das nicht einmal übertrieben. Solange die Dynamik nicht umgedreht wird, gibt es auch keinen Lösungsansatz. Der Arzt muss von jedem mit einem monatlichen Satz bezahlt werden, solange man gesund ist. Im Krankheitsfall setzt setzt die Zahlung aus – und wird erst nach der Heilung wieder aufgenommen.

      • Kleines und großes Einmaleins sagt:

        Kleine Ergänzung der Zusammenfassung:
        Die Deutungshoheit über die Gesundheit darf auch nicht mehr einfach den Ärzten und deren Organisationen überlassen werden. Ihnen obliegt ja heutzutage die alleinige Definitionsmacht.
        Vielmehr muß das, was Gesundheit ist, zum unumstößlichen Allgemeinwissen werden, und in jeder Schule und Lexikon wahrheitsgemäß vermittelt werden. Die Leute in den Forschungsanstalten müssen sich zur Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit verpflichten und danach überprüfen lassen, sodaß z.B. die Aussage „Die Ursache für Krebs interessiert uns nicht“ eines Professors nicht einfach mehr möglich sein kann und hingenommen werden darf, und wenn doch dann mit Konsequenzen einhergeht, weil jeder jetzt Bescheid weiß. Wissen ist Macht.
        Wieviel Leute wissen denn heute was Gesundheit wirklich ist?

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