Der Konflikt in Mali: Kein Fall für schlichte Urteile

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Am 14. Oktober hatten wir Ihnen unter dem Titel „Mali und Mauretanien: Was passiert da in Westafrika?“ versprochen dranzubleiben an der Entwicklung dieses Konflikts. Seitdem ist kein weiterer Artikel erschienen, obwohl andere Blogs voll davon sind. Das hat einen einfachen Grund: Während Blogger aus Recklinghausen-Süd, Brandenburg-West oder Fürstenfeldbruck-Mitte Ihnen ebenso im Brustton die „Wahrheit über Mali“ verkaufen wollen wie sie alle Hintergründe des Syrien-Konflikts komplett erklären können, ohne jemals von irgendeinem Selbstzweifel geplagt zu werden, empfinden wir die Situation in Westafrika als ungeheuer komplex und nehmen uns deswegen viel Zeit zur Materialsammlung. Ehrlich gesagt erschrecken uns die Monologe der Ahnungslosen mit ihren absolut sicheren Urteilen, die wir jeden Tag in Blogs und bei Facebook vorgesetzt bekommen, nicht wenig. Deswegen beschränken wir uns auf den vorsichtigen Versuch der ausleuchtenden Analyse und halten uns mit Urteilen eher zurück.

Mali galt in Afrika in den vergangenen zwei Jahrzehnten eher als Musterland, wenn man afrikanische Masstäbe zugrunde legt.  Die demokratischen Strukturen verbesserten sich zusehends, wurden in den Medien auch breit diskutiert. Viele Spannungen zwischen Ethnien und Stammeskonflikte konnten überwunden werden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die in Mali auch heute noch praktizierte Polygamie dafür sorgte, dass um ein paar Ecken jeder mit jedem verwandt ist und für Konflikte friedliche Lösungen gesucht wurden. Die Bambara, das mit über 3,4 Millionen Menschen zahlenmäßig stärkste Volk, verstand sich immer besser  mit den Bozo, Peul, den Senufo, Sarakolle, Songhai, Malinke  und anderen Stämmen. Korruption und Wahlfälschungen gingen deutlich zurück. Die Menschen fühlen sich zusehends mehr als Malier denn als Angehörige dieser oder jener Volksgruppe.

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Eine gewisse Sonderrolle nehmen die Tuareg ein. Seit vielen Jahren fordern bestimmte Einflussgruppen dieses weltweit bekannten Stamms einen eigenen Staat mit Zentrum im Norden von Mali, der auch Bereiche von Algerien, Libyen, Niger und Algerien umfassen soll. Das hatte bereits Anfang des 20. Jahrhunderts und zuletzt 2009 zu bewaffneten Auseinandersetzungen geführt. Man behauptete, ohne besondere Begründung, unterdrückt zu werden, pochte auf das „Selbstbestimmungsrecht“ und verlangte pauschal „Autonomie“. Der weltweite Bekanntheitsgrad der Tuareg, der „stolzen Wüstenkrieger“, sorgte dafür, dass solche Bestrebungen stets internationale Beachtung und Sympathie fanden. Ganz anders überall in Afrika: Man wollte die von den Kolonialisten auf dem Kontinent willkürlich gezogenen Grenzen, die auf Ethnien keine Rücksicht nahmen, trotzdem respektieren. Alles andere sei nicht dazu geeignet, eine Einigung Afrikas zu befördern, heisst es. Weitere Zersplitterung und damit mehr Grenzkriege will man um jeden Preis vermeiden.

Die Tatsache, dass die Forderung der Tuareg nach einem eigenen Staat durch geschickte Lobby-Arbeit international so viel Unterstützung findet, löst in Afrika nur Kopfschütteln aus. Was die Tuareg und deren Unterstützer wirklich wollen, darüber kann man nur spekulieren. Die Kontrolle der riesigen Landebahn bei Kidal könnte ein Grund sein. Die dient als international wichtiger Umschlagpunkt für Drogen, die aus Südamerika eingeflogen kommen. Aber auch die Uran- und Ölvorkommen sind natürlich lockende Motive.

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Ghaddafi war lange so etwas wie der inoffizielle Präsident Malis. Nach seinem Fall kehrten die vielen Tuaregs schwerbewaffnet  nach Mali zurück, die er als letztes Aufgebot mit Geld und Drogen in Libyen angeworben hatte. Nachbarländer wie Mauretanien, Burkina oder Niger hatten die Grenzen geschlossen, doch der malische Präsident Amadou Toumani Touré liess die vielen Waffen und ihre Träger ins Land. Schon kurz danach gab es Angriffe im Norden des Landes, während die in Frankreich und Marokko lebenden nationalistischen Tuaregführer Lobby-Arbeit machten und die baldige Gründung des Tuareg-Staates „AZAWAD“ ankündigten. Malis Präsident setzte auf Verhandlungen. Er lehnte es vorerst ab, das Militär im Norden, das traditionell äusserst schlecht ausgerüstet ist, besser zu bewaffnen. So hatten die Tuareg-Kämpfer im Nordteil leichtes Spiel.

Am 22. März 2012 kam es zu einem Putsch gegen Touré, ausgeführt vom bis dahin vollkommen unbekannten Capitain Amadou Haya Sanogo. Das wirkte zunächst wie die wütende Reaktion frustrierter Soldaten, die sich dagegen wehrten, den Norden des Landes zu opfern, doch die Ziele der Putschisten gingen viel weiter.  „CRNRDE – Wiederherstellung der Demokratie und des Staates“  lautet ihr Name. Das allerdings steht in krassem Widerspruch dazu, dass auf diese Weise die für Ende April angesetzten Wahlen verhindert und alle demokratischen Institutionen ausser Kraft gesetzt wurden.

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Putschist Sanogo, der drei Jahre lang in den USA ausgebildet worden war, ist auch heute noch der starke Mann, obwohl eine Übergangsregierung eingesetzt wurde. Seine Gruppe hat die fünf wichtigsten Ministerien inne, Sanogo teilt Lob und Tadel in den Medien aus und lässt ab und zu mal einen missliebigen politischen Gegner verschwinden. Die Abspaltung des Nordens soll verhindert werden, das wird überall propagiert. Dieser Norden ist zu einer Ansammlung von islamistischen Gruppen geworden, die keineswegs identische Ziele und Weltanschauungen haben. Marodierende Grupen sind es eher, die jetzt jedes gesellschaftliche Leben abwürgen, Hände und Füsse unter Scharia-„Recht“ abhacken, Frauen vergewaltigen und auspeitschen. Je weiter diese Gruppen nach Süden vorstossen, desto mehr steigt die Angst dort.

 Amadou Toumani Touré ist längst abgesetzt. Ihm wurde vorgeworfen, den militärischen Einsatz gegen die Tuareg verhindert zu haben durch seine ewigen langwierigen Verhandlungen. Doch das ist schon deswegen widersprüchlich, weil dessen Nachfolger und Sanogo jetzt genau das ebenfalls tun. Sie verhandeln mit den Tuareg ebenso wie mit den Scharia-Gruppen und sorgen somit indirekt dafür, dass die Islamisten ihre Terrorherrschaft im Norden ungerührt etablieren und sich immer weiter nach Süden vorschieben können. Dazu hat man ausgerechnet den unsäglichen Diktator Blaise Campoare von Burkina als Vermittler eingesetzt, der seine Tätigkeit allein zu Ego-Zwecken nutzt. Schon  deswegen keine Aussichten auf Erfolg.

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Der überaus liberale islamische Süden des Landes steht jetzt dem ungebremst diktatorisch strengen Islam des Nordens gegenüber. Die zweite Übergangsregierung besteht aus 32 Ministerien, die das Staatsvermögen nach Kräften plündern. Das Land ist derzeit politisch komplett handlungsunfähig, während die Bevölkerung laut und unmissverständlich Krieg fordert, um den Norden zu säubern. Den Menschen in Mali wurden von der Politik eine Menge sozialer Wohltaten versprochen nach dem Putsch. Davon übrig geblieben sind Preiserhöhungen von 100 und mehr Prozent bei Grundnahrungsmitteln und Treibstoff.

Jetzt werden „dem Westen“ Vorwürfe gemacht, vor allem Frankreich, die angeblich den Tuareg ihren eigenen Staat beschaffen und dafür Zugang zum Uran bekommen sollen, aber auch den USA. Das ist jedoch  längst nicht die Hälfte der Wahrheit. In Wirklichkeit ist die Situation völlig chaotisch. Und innerhalb dieses Chaos versuchen sich ausnahmslos alle zu bereichern. Diejenigen, die immer schon an den Futternäpfen sitzen; die Mittelschicht, die sich an die Putschisten hängte, die Tuareg, die islamistischen Gruppen, die Franzosen, die USA und jeder, der sonst noch kann. Einfach alle.

Wenn Sie also in irgendeinem Blog aus Recklinghausen-Süd eine empörte, komplett ideologiegesteuerte Dreisatzanalyse lesen, wer in Mali (oder in Syrien) der Gute und der Böse ist und wer die Schuld an dem Dilemma hat, dann fassen Sie solche Texte bitte mit spitzen Fingern an, so schlicht, wie es sich manche Leute machen, weil sie so schlicht sind, ist die Sache in Wirklichkeit nicht.

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30 Kommentare zu “Der Konflikt in Mali: Kein Fall für schlichte Urteile

  1. wolfswurt sagt:

    Warum so kompliziert?

    In Mali und um Mali herum gibt es Bodenschätze die es in Europa nicht gibt.
    Diese gilt es zu sichern bevor China zugreift.

    Koste es was es wolle, denn den Preis zahlen alle europäischen Steuerzahler.

    Guten Abend, da weiß man was man hat.

    • Uhupardo sagt:

      Dass nach dem ersten Absatz des Artikels sofort solch ein Kommentar folgt, bestätigt das Gesagte auf beeindruckende Weise.

      • Marcos sagt:

        >Der Konflikt in Mali: Kein Fall für schlichte Urteile …

        Wer tut Gutes, wer tut Böses – keine wirklich einfache Frage.

        Meine individuelle Einschätzung ist deckungsgleich mit:
        Einsatz in Afrika …
        Was Merkel und Hollande über den Krieg in Mali verschweigen

        http://www.geolitico.de/2013/01/17/was-merkel-und-hollande-uber-den-krieg-in-mali-verschweigen/
        —–
        Almabu schreibt >Ich würde gerne wissen, ob das ein Alleingang eines innenpolitisch bedrängten Hollande war, oder ob das Vorgehen mit den USA, dem UK, der NATO, den Russen und Chinesen und Frau Merkel abgesprochen war …

        Ich denke, man sollte François Hollande nicht alleine den sog. `Schwarzen Peter ´ zuordnen und mal schauen, wie auch D, GB, vor allem US und / oder auch die ´ NWO – EU Regierung ´ hier reagieren und eventuell ( vermutlich nur im Hintergrund ) handeln werden.

        Schauen wir auch, wie Medien hier in D ihre Untertanen informieren werden …

        Wenn alles nicht so traurig wäre, würde ich fast denken, das wird spannend 😉
        —–
        Danke Uhupardo & Team für einen wie immer guten Beitrag & verlinkt wie so oft 🙂

  2. almabu sagt:

    Guter Artikel, Uhu, das warten hat sich gelohnt! Ich habe auch kürzlich mit einem beinahe religiös-inbrünstigen „Unbedingt-Eingreifen-Müsser“ diskutiert und dabei versucht zum Ausdruck zu bringen, dass unser wertendes Urteil stets auf der Bais unseres (Nicht-)wissens erfolgt…

    • Uhupardo sagt:

      Así es, almabu. Man kann sich sogar durchaus auf den Standpunkt stellen, eingreifen zu müssen, um solch eine unsichere Gegend besser selbst zu kontrollieren, als dass es andere tun. Und man kann das genaue Gegenteil vertreten. Aber doch bitte argumentativ und vorsichtig im Urteil aus dem eigenen Sofa heraus.

      Selbst wenn man, wie wir, Westafrika generell aus eigener Anschauung gut kennt, ist es ungeheuer schwierig zu urteilen. Trotzdem liest man jeden Tag Texte von vollkommen ahnungslosen Leuten, die aufgrund ihrer ideologischen Schiene ein ununumstössliches Urteil in die eine oder andere Richtung fällen und sich dafür nicht einmal schämen (gilt ähnlich auch für Syrien). Das ist so nicht in Ordnung.

      • almabu sagt:

        Die Gefahr besteht in der Tat. Auch die http://www.Gemeinde schiebt ihren Berg Vorurteile vor sich her. Das hat zunächst nicht einmal mit der vorhandenen Fülle der Information zu tun, sondern mit der grundsätzlichen Einstellung, die eigene Position überhaupt zu überprüfen. Dann darf man allerdings auch nicht ausschließlich dort lesen, wo man nur Gleichgesinnte findet, denn so wird das auch wieder nichts. Was Mali betrifft, ist schon sehr auffällig, dass anscheinend niemand die selbe Dringlichkeit sieht wie Frankreich und fast alle angebotene Minimalhilfe sich auf logistische Hilfe für die Westafrikanische Union bezieht und nicht etwa auf Frankreich. Ich würde gerne wissen, ob das ein Alleingang eines innenpolitisch bedrängten Hollande war, oder ob das Vorgehen mit den USA, dem UK, der NATO, den Russen und Chinesen und Frau Merkel abgesprochen war. Eine Säuberungsaktion der Franzosen in Form eines Häuserkampfes wird scheitern. Dafür sind die Gegner zu gut und die Franzosen zu wenig…

        • Uhupardo sagt:

          Wenn man die politische Dynamik kennt, stellt sich zuerst einmal die Frage, wer denn „die Franzosen“, „die USA“ oder „die Russen“ sind in solchen Fällen.

          Das läuft gewöhnlich zunächst zwischen ganz wenigen Personen ab. Ausgedachtes Beispiel, kann so oder ganz anders gewesen sein, wäre aber ein „normaler“ Ablauf: Frankreichs Verteidigungsminister fragt den Verteidigungsminister der USA unter vier Augen „Sagen Sie mal, da in Mali können wir doch dieses Vakuum nicht so stehen lassen, das ist für alle gefährlich; die Regierung von Mali hat uns sogar schon um Hilfe gebeten. Wären Sie einverstanden, wenn wir da eine Intervention anschieben?“ – Antwort: „Grundsätzlich ja, besser wir haben da die Kontrolle als andere, scheint ja ein echtes Chaos zu sein.“

          Dann fragt man noch kurz in Niger, Mauretanien und Marokko nach, wie das dort gesehen wird. Die afrikanischen Staaten haben auch keine Lust auf eine Trouble-Zone und irgendein Politiker sagt „Die Idee ist richtig, da sollte man für Stabilität sorgen …“ – Daraufhin wird das Projekt in der UNO-Sitzung vielen Leuten präsentiert, die alle gar keine Ahnung haben, was in Mali wirklich gespielt wird. Der Vortragende und drei oder vier Unterstützer sind – aus ihrer Interessenlage heraus! – gut dokumentiert, alle anderen nicken etwas ab oder nicht, dessen Hintergrund sie nicht wirklich kennen … oder gar nicht. Danach geht es nur noch um „an wessen Seite stehen wir denn und müssen wir denen nicht schon deswegen sowieso helfen“.

          Wirklich informiert und dokumentiert sind nur ganz wenige Leute. Sie präsentieren das, was ihrem eigentlichen Anliegen dient, welches immer das auch sein mag und das sie natürlich nicht einmal ausdrücklich benennen. Danach bekommt es eine Eigendynamik. Ist nur eine Theorie, die aber so oder ähnlich schon oft abgelaufen ist. Wie unsicher in der Substanz alle sind, sieht man schon daran, dass Frankreich zwar bisher ein bisschen logistische Hilfe bekommt, aber keine wirkliche Unterstützung (Daniel Cohn-Bendit: „Ihr schickt alle ein paar Krankenschwestern und lasst die Franzosen sterben.“)

          • Bonsta sagt:

            Es ist ein Wahsinn, wie leichtfertig heute nach dem Militär gerufen wird. Die Regierungen sind Opfer ihrer eigenen Propaganda geworden, sie glauben tatsächlich es gäbe sowas wie Friedensmissionen. Amerika glaubt das seit dem 2. Weltkrieg, aber früher gab es noch ein wesendlich bedachteres Europa als Gegenstimme. Heute gibt es das nicht mehr. Europa hat vergessen, was Krieg bedeutet. Es scheint wohl so, jede Generation muss das am eigenen Leibe erfahren. Die Alten sind weg, man mag von Kohl und anderen gehalten haben, was man will, aber sie wären niemals so leichtfertig mit dieser Option umgegangen.

  3. dank sagt:

    Das aktuelle Gemenge an verschieden Interessen und auch Problemen in Mali lässt sich kaum bestreitet. Ein Machtvakuum, wie auch in mach anderem (unter zwielichtig Gründen [Ausreden; Giftgas; Massenvernichtungswaffen; Terrorcamps; ganz viele pöse pupen etc. pp.] heimgesuchten) Land, nach Ghaddafi, muss einfach für Unruhe und Neuordnung sorgen und geht auf Kosten der regionalen Stabilität. Das hier alle Gruppen und Grüppchen versuchen zuzugreifen, liegt wohl in der Natur des Menschen… Das auch Staaten der „ersten Welt“ mitmischen (wollen) überrascht, ob der weltweiten Entwicklung, keinesfalls.
    Hat eine (vorgeschobene?) „(Re-)Demokratisierung“ von außerhalb jemals Erfolg gehabt? Bestenfalls mit dauerhaften Militärbasen und Besatzungstruppen oder indem ein großer böser neuer Gegner aufgebaut wurde.
    Mali, ein weiterer „neuer“ Spielball auf der religiösen -, afrikanischen – und der Weltbühne.

  4. Honeymoon sagt:

    natürlich geht es auch um uran, bauxit und auch um gold – ich glaube bertelsmann (http://bti2003.bertelsmann-transformation-index.de/78.0.html)hat im jahre 2003 schon ein dokument verfasst zur sache mali, weils mit den priavtisierungen nicht schnell genug vonstatten ging.

    zum verfassten text hier, kommen mir 2 fragen in den sinn:

    1. wer steckt wirklich hinter dem putsch, wer wollte dieses schwein sanogo dort haben?

    2. die tuareg kämpften also für gaddafi ua gegen die katarische al kaida, dann verstehe ich nicht warum die tuareg sich nun angeblich mit al kaida in der mali-sache verbündet haben sollen, und als letzte verwirrung soll frankreich auf seiten der tuareg stehen, aber eigentlich dort ua auch gegen die al kaida vorgehen.

    nun kennt man natürlich nicht alle splittergruppen der global agierenden al kaida, was natürlich aus der ferne mehr als verwirrend ist.

    vollkommen richtig ist dass nun jeder von den ganzen parteien ein stück vom kuchen haben möchte, dazu kommt, dass die usa sehr stark in afrika aktiv werden – ich meine gelesen zu haben, dass die 5000 infanteristen schicken wollen um die westafrikanischen staaten, die wohl nach gaddafis sturz mehr als abhängig vom pentagon zu sein scheinen uszubilden sprich zu infiltrieren.

  5. Honeymoon sagt:

    hier ist ein weiteres link-sammelbecken zur sache mali, teils sehr interessant:

    http://oconomicus.wordpress.com/2013/01/14/mali-frankreichs-abenteuerlicher-krieg/

    • Volksverdummung sagt:

      @Honeymoon
      Meinen Dank!

      An Hintergrundinformationen fehlt es nicht, falls es den „aufgeklärten“ Untertanen des ESM-Homelands überhaupt interessiert, weshalb sich „Diplomaten und Antiterror-Lautsprecher“ für den
      …“Schutz der Bürger“,
      …für eine x-beliebige korrupte Marionettenregierung und
      …für den organisierten Landraub in Mali engagieren wollen.

      Die Aufklärung endet zuweilen da, wo die Realität beginnt. Warum gibt wohl überhaupt keine Bilder von den „Schlachtfeldern“ der „humanitär-militärischen“ Intervention?
      .
      1. Zugegeben, es besteht in Mali eine komplexe politische Gemengelage. Die kann jedoch nicht verschleiern, dass eine Demokratie, die nur auf dem Papier steht, keine Zustimmung in der Bevölkerung finden kann. Oder ist das hier anders?

      …“hinter der Maske einer modernen Demokratie versteckt sich eine einseitige Machtbefugnis, welche die Einwohner von allen sie tangierenden Entscheidungen vollständig trennt…“
      (Zitat von Arlette Senn Borloz (Juristin u. Anthropologin) aus der Dokumentation: „Falea (Mali-Westafrika). Uran bedroht ein Dorf“, auf Seite 5; Quelle:
      http://www.falea21.org/IMG/pdf/Falea_single_p_deutsch_Bildschirm.pdf )
      Ein gesamtgesellschaftlicher Befund, der sich nicht nur auf Mali, oder die VR China beziehen lässt.
      .

      2. Ebenso erhellend ist dieser Artikel vom 02. April 2012:
      „Eine denkwürdige Konferenz und dann ein Staatsstreich“.
      http://www.falea21.org/spip.php?article34
      .

      3. Eine grobe Übersicht über die CLAIMS der Rohstoffkonzerne
      Vgl. Karte: „Explorationsrechte in Mali“:

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mali-das-sagenhafte-reich-voller-gold-und-bodenschaetze-12024831-b2.html#images

      Quelle: Artikel: „Mali. Das sagenhafte Reich voller Gold und Bodenschätze“, v. Christian von Hiller, zu finden über:
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mali-das-sagenhafte-reich-voller-gold-und-bodenschaetze-12024831.html
      .
      FAZIT:
      Meine „Alles nur geklaut-Dreisatzanalyse“:
      „In Wirklichkeit ist die Situation völlig chaotisch. Und innerhalb dieses Chaos versuchen sich ausnahmslos alle zu bereichern. Diejenigen, die immer schon an den Futternäpfen sitzen; ….und jeder, der sonst noch kann. Einfach alle.“

      Was hat der intervenierende „Westen“, oder die „mit den Hufen scharrenden Staaten“, diesem Befund wirklich entgegenzusetzen?
      .
      HESSE
      .

  6. totschka sagt:

    „…die von den Kolonialisten auf dem Kontinent willkürlich gezogenen Grenzen, die auf Ethnien keine Rücksicht nahmen…

    Entweder ich habe es verpasst, oder diese Tatsache spielt in der Meinungsmache der Mainstream-Medien, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Genau hier liegt aber ein wesentlicher Grund dafür, dass eine stramme Einteilung in „Gut“ und „Böse“ nicht hilft.

    Danke Uhu, das ist ein informativer und angenehm sachlicher Artikel.

  7. loco40 sagt:

    Auch von mir vielen Dank für die interessante Aufklärung!

  8. aus Madrid sagt:

    Vielen Dank Uhupardo für diesen Artikel.

    Ich habe auf eine Äusserung von Euch zu dieser menschlichen Katastrophe gehofft und
    fühle mich als Leser Eures Artikels über so ein „schlimmes Thema“ behutsam und sensibel behandelt.

    Ihr schreibt mit Respekt zu den Menschen dort und vor dem Leben an sich und auch mit Respekt vor den gehirnverzerrten, oft kopfüberforderteten Sessellesern hier, die oft eine Meinung forcieren, um überhaupt eine zu besitzen.

    Über diese, Eure Weise der sensiblen Berichterstattung und offenen Meinungsäusserung, rücke ich dem Sachinhalt, diesem menschlich grausamen Sachinhalt, näher und kann darüber Gedanken entstehen lassen, ihnen nachgehen, so bildet sich langsam eine Haltung zu diesen Inhalten, Geschehnissen, über die ich lieber hinwegsehen will. (Hinwegsehen wäre fairer, als sich einer ungründlichen Meinung anzunehmen, denke ich.)

    Alles andere ist Instrumentalisierung meiner „freien“ Gedanken für eine Kausa X oder mehrere Kausen, XXL. Ein Versuch, meine Gedanken in eine Richtung zu lenken und diese für eine bestimmte Sache zu gewinnen, zu instrumentalisieren.

    Fazit nach Beobachtung der am auffälligsten mir zuwinkenden Medienveröffentlichungen zum Thema Mali:
    Es liegt sehr viel Interesse daran, die kleine Minizelle meiner persönlichen Meinung zu steuern.
    Was erhoffen sich die Akteure damit zu gewinnen? Das bleibt offen. Aber Ich bin wichtig! Nicht nur für mich, sondern auch für solch mächtig erscheinenden Akteure.

    Was ich nun verstehe ist, dass der Einzelne Mensch mit seiner Meinung sehr viel zählt und einen hohen Wert einnimmt bei den Akteuren. Etwas, was ich selber oft unterschätzt habe. Meine Meinung.

    Dass sich aus Gedanken heraus „etwas“ materialisiert, daher auch zu einem Instrument oder Werkzeug werden kann, nimmt ja nicht nur in einer komplizierten philosophischen Abhandlung oder einer künstlerischen Arbeit Raum ein, sondern zeigt seine potente Wirkung auch im (politisch-gesellschaftlichen) Zusammenleben.

    D.h. Ich trage weitaus mehr Verantwortung als bisher wahrgenommen, für das, was aus meiner Meinung, meinen Gedanken entstehen kann.

    Ich nehme zur Kenntnis: Ungeheuerlich wird im Moment in meine Meinung investiert. Es liegt an mir, wohin ich meinen Kopf wende, dies ist von Bedeutung und hat seine Wirkung.

    So ein sachlicher Artikel, aus dem ich glaube die dahinterstehende Mühe, Konzentration und Gefühlswelt zu erkennen, bewirkt sehr viel in mir.
    Daher, von Herzen, muchísimas gracias. Und auch für Euren gesamten Blog, der einen aussergewöhnlichen und besonderen Raum in der Informations- und Kommunikationssphäre einnimmt.
    Meine Meinung wird auch heute um 19:00h in Génova sein ; )

    Saludos : )

    • Uhupardo sagt:

      Sie sprechen in diesem Text etwas sehr Wichtiges an, was nicht nur im Zusammenhang mit dem Mali-Thema greift: Damit es überhaupt die Steuerung, Instrumentalisierung und Manipulation der Masse geben kann, muss versucht werden, jede einzelne Meinung zu beeinflussen. Damit wird jede einzelne Meinung automatisch sehr wertvoll und legt jedem Meinungsträger erhebliche Verantwortung auf (vielschichtig informieren, analysieren, zweifeln, vorsichtig urteilen, revidieren, überprüfen). Je mehr Menschen dieser Zusammenhang und der erhebliche Wert ihrer Meinung klar werden, desto schwieriger werden Instrumentalisierung und Manipulation. Ganz wichtig.

  9. Robin Urban sagt:

    Danke für diesen Artikel. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mich diese viele, viele Konflikte heillos überfordern, zumal sie teilweise in Ländern stattfinden, von denen ich höchstens ein oder zweimal gehört habe. In den Mainstreammedien wird das dann so runtergebrochen und man denkt unwillkürlich: „So einfach kanns ja wohl nicht sein!“ Aber ohne jegliches Vorwissen selber nachzuforschen ist schwer (vor allem, wo fängt man an bei dieser Masse an Konflikten?).
    Das hier ist jedenfalls schon mal eine ausbaufähige Basis 🙂

  10. Steuben sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=0bPkya_EsPY KenfM mit Hörstel zum Thema!

    Wir bzw. das von uns hoch geschätzte weil ölliefernde Saudi arabien pampern diese Steinzeitislamisten wo es nur geht und wenn dann mal wieder ein Staat in die Luft geht, kommen wir natürlich gerne zu Hilfe. Vor allem um China langfristig daran zu hindern in Afrika noch mehr Fuß zu fassen.

    Es ist das alte „Great Game“ unter neuen Vorzeichen was sich dort abspielt und wie immer sind es die einfachen Menschen die die leidtragenden sind.

  11. fischi sagt:

    Danke erstmal für den Artikel, das meiste was zu dem Thema zu finden ist ist das typisch schwarz weiß.
    Nach meiner Überzeugung kann Krieg keine Lösung sein.
    Frankreich und die westliche Welt kann doch da bloß wieder verlieren.
    Wer ist denn überhaupt der Feind und wie stellt man dort fest wer zu wem gehört.
    Nach meiner Meinung schaffen solche Aktionen weiter nicht wie noch mehr radikale Islamisten

  12. wieselstein sagt:

    Zuerst einmal,
    ich habe diesen Blog in meine Blogrollliste genommen.
    Da ich keine Zeitung, kein Radio, kein TV mehr konsumiere,
    ist meine Blogrollliste meine einzige Möglichkeit geblieben zu versuchen mich zu informieren.

    „Wenn Sie also in irgendeinem Blog aus Recklinghausen-Süd eine empörte, komplett ideologiegesteuerte Dreisatzanalyse lesen, wer in Mali (oder in Syrien) der Gute und der Böse ist und wer die Schuld an dem Dilemma hat, dann fassen Sie solche Texte bitte mit spitzen Fingern an, so schlicht, wie es sich manche Leute machen, weil sie so schlicht sind, ist die Sache in Wirklichkeit nicht.“

    Mit dieser Forumulierung habe ich allerdings so meine Mühe.

    Der französische Geheimdienst hatte Gaddafi ermorden lassen.
    Der französische Geheimdienst hat sich kein bisschen geändert,
    nur weil jetzt Holland Papi ist.
    Das ich da zum Vornherein misstrauisch bin,
    wenn der französische Geheimdienst, wieder seine Truppen losschickt,
    ist ja wohl verständlich.

    Dass in Syrien angebliche Rebellen mit Schweizer Handgranaten um sich schiessen, hindert die Schweiz nicht, weiter Waffen nach Saudi Arabien zu liefern. Obwohl ganz offensichtlich davon ausgegangen werden muss, dass die Fracht nicht einmal ausgepackt wird, sondern direkt in Afrikanische Kriegsgebiete weiter geleitet wird.

    Es gibt ganz klar ein Interesse,
    dass Afrika in so viele Kriege wie nur irgendwie möglich verstrickt wird.
    Erstens, weil das die Waffenindustrie so will.
    und zweitens, weil Afrika trotz immensen Bodenschätzen nach wie vor extrem arm bleibt. Grosskonzerne können nur so ihr Raubzug ungestört weiter führen.
    Das ist zwar Schwarz Weiss aber leider seit mindestens 200 Jahren Tatsache.

    Wir werden erst aus Schwarz Weiss heraus kommen,
    wenn allen Geheimdiensten dieser Welt das Geheim weg gerissen wird.
    Wenn ihre schmutzigen Strategien aus ihren dunklen Archiven jedem zugänglich gemacht wurden.
    Dazu braucht es Wut.
    Auch wenn die Wut auf gemütlichen Sofas zuerst entstehen muss.

    So gemütlich sind die Sofas hier in Europa ja auch nicht mehr überall.
    Die Geheimdienste fühlen sich inzwischen so stark,
    dass sie eine Verarmung auch von Europa in ihre Strategien mit auf genommen haben.

    Und wenn ich anfangs vom französischen Geheimdienst sprach, ist das eben auch nicht die Wahrheit. Geheimdienst stehen heute ausschliesslich im Dienst von Grosskonzernen. Und Regierungen sind nicht mehr mehr als Steuerräder. Die von eben diesen Grosskonzernen bedient werden.

    Vielen Dank für den interessanten Blog

  13. […] starrt die Öffentlichkeit wie gebannt auf das militärische Abenteuer der Franzosen in Mali und grämt sich über den deutschen Minijob dabei. Der Völkische Beobachter trampelt mit den […]

  14. […] Lesen Sie dazu unbedingt den Folge-Artikel: * Der Konflikt in Mali: Kein Fall für schlichte Urteile […]

  15. Uhupardo sagt:

    Anschliessend an diesen Artikel hat das „Auslandsjournal“ heute einen sehr interessanten Beitrag gebracht unter dem Titel „Tuareg unter islamistischer Herrschaft“. Falls Sie dieses Thema interessiert, sollten Sie sich das unbedingt ansehen unter
    http://www.zdf.de/auslandsjournal/auslandsjournal-5988366.html

  16. dank sagt:

    Nochmals zum Thema – was macht denn Frankreich da, also in Mali:
    http://www.globalresearch.ca/mali-s-tuareg-uranium-conspiracy/30118
    Vielleicht ja das gleiche wie hier:
    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38437/1.html
    ?

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