Flughafen Berlin: Wo kommt denn plötzlich der Reaktor her?

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Die Eröffnung des Flughafens Berlin könnte noch weiter verschoben werden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat soeben die Flugroute über den Wannsee verboten. Die führe zu nah an einem Forschungsreaktor vorbei, so die Richter. Bei einem Flugunfall oder einem terroristischen Anschlag sei das Risiko nicht beherrschbar und vor der Routenfestlegung nicht ermittelt woden.

Vaya, steht da doch plötzlich noch ein Reaktor im Weg! Ob der gestern auch schon da war? Muss wohl, denn geklagt hatten die brandenburgischen Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, die Stadt Teltow sowie die Deutsche Umwelthilfe und mehrere Grundstücksbesitzer und Anwohner des Wannsees. Sie hatten angegeben, die Wannsee-Route „verlärme“ nicht nur die Region im Südwesten Berlins, sondern berge auch Gefahr für den Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums in Wannsee, sollten Flugzeuge abstürzen oder gar Terroristen die Anlage als Ziel auswählen. Vor diesem Hintergrund klagte auch ein Mitarbeiter des Helmholtz-Zentrums.

Auch die EU-Kommission beschäftigt sich mit den Flugrouten. Vor zwei Wochen teilte sie mit, die vorgesehenen Strecken müssten ihrer Ansicht nach neu geprüft werden, weil die Folgen für Natur und Umwelt nicht untersucht worden seien. Das Bundesverkehrsministerium teilte mit, es gebe „keine Versäumnisse in dieser Hinsicht“. Aus den EU-Richtlinien im Verfahren zur Festlegung von Flugrouten ergebe sich keine Pflicht zu einer solchen Prüfung.

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Gut, dass die Eröffnung des Flughafens Anfang Januar auf unbestimmte Zeit verschoben worden war. Wegen der Brandschutzanlage. Jetzt auch noch dieser wie aus dem Erdboden aufgetauchte Reaktor! Und als sei all das nicht genug, wird es auch noch Neuausschreibungen für verschiedene Leistungen des Projekts geben müssen, weil die nicht ordnungsgemäss erfolgt waren. Ob das in diesem Jahrhundert noch etwas wird mit dem Berliner Flughafen, wird man abwarten müssen. Vielleicht sollte man das Vorhaben erst vorstellen, wenn die Inflation erheblich steigt, dann wird es vielleicht nur noch fünfmal so teuer wie geplant.

Man mag sich gar nicht vorstellen, welche hämischen Kommentare das Ganze in Deutschland begleitet hätten, wenn es in Spanien oder Türkei geplant worden wäre und nicht im Land des Organisations- und Effizienzweltmeisters.

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49 Kommentare zu “Flughafen Berlin: Wo kommt denn plötzlich der Reaktor her?

  1. đeя вαeяeиαυfвıиđeя sagt:

    Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя oder Kultur-Soeldner.

  2. almabu sagt:

    Dieser Reaktor war schon in den 70ern, zur Zeit meines Studiums in West-Berlin, in Betrieb. Seine Existenz sollte sich eigentlich herumgesprochen haben? Wir lästerten damals, damit könne sich ein evtl. vom Osten blockiertes West-Berlin seine Atombombe selber bauen…

  3. Klaus sagt:

    aber immer noch besser hier dieSteuergelder zu verbuddeln, als im Süden

  4. Ulrich Fiege sagt:

    „Erschwerend komme hinzu, dass die Atomaufsichtsbehörde vor der Genehmigung der Flugroute auf die möglichen Gefahren hingewiesen habe.“

    http://www.rbb-online.de/themen/flughafen-ber/flughafen_ber/fluglaerm/Gericht_Flugroute_Wannsee.html

    Das ist es ja was die SPD unter Nachhaltigkeit versteht, weder Bürger noch Basis können da noch folgen? Aber die Sozialdemokratie geht Alphabetisch vor, A wie Agenda, B wie dieses Projekt über C wie Kaputt.

  5. harry hirsch sagt:

    hallo uhu,
    das steht im Eingangstext: ….“odereinem trroristischen Anschlag“
    gruß

  6. Was willst Du nur, uhupardo, dieses Projekt ist doch hocheffizient – für die Konzern- und Bankeneigentümer!
    Jeder Tag Stillstand bringt ungeahnte Profite, denn durch die Kosten = Verluste sinkt die Steuerlast = die Profite steigen. Der Bürger bezahlt die eigens dafür aufgenommenen Kredite (Steuergelder) und die durch die steigenden Kosten entstandenen Verluste (fehlende Steuereinnahmen, die von den Bürgern ausgeglichen werden müssen, den Polit-Marionetten wird schon was einfallen, wo wieder Steuern erhöht werden können), die Banken und Konzerne streichen die Gewinne ein – bis in alle Ewigkeit! Je höher die Kosten (= Kredite), desto mehr Zinsen und Zinseszinsen und Zinsen der Zinseszinsen und….. müssen von den Bürgern bezahlt werden…
    Der Flughafen ist das perfekte Anlageprojekt!

  7. Jens Lindacher sagt:

    also ohne den Inhalt in irgendeiner Form zu kritisieren…muss ich sagen ist es sehr auffällig das ausgerechnet solche Berichtserstattung nicht auf die deutsche Rechtschreibung achtet…sehr traurig…
    copie & paste Inhalt aber nicht orginal Text…

  8. N_K sagt:

    “ Flughafen Berlin: Wo kommt denn plötzlich der Reaktor her? „

    Es könnte doch alles so einfach sein:

    Alle Maßgeblichen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft bei allem ihrem Handeln und Tun in eine PERSÖNLICHE HAFTUNG nehmen, genau wie den kleinen Handwerker oder die Privatperson.

    Schlagartig würden die allermeisten Schweinereien aufhören! Dies umsomehr, wenn „Großkopferte“ nach angerichtetem Desaster nicht mit Millionenabfindung „weggelobt“ oder pensioniert, sondern bis zum Hartz IV-Satz gepfändet und eingelocht würden. Aber bitte nicht in Komfort-Einzel-Suiten, sondern bei richtig Schweren Jungs zum „Gemeinschaftsunterricht“ …

  9. Ernesto sagt:

    „wenn es in Spanien oder Türkei geplant worden wäre“

    Das ZDF sendete am 23.10.2012 eine recht interessante Dokumentation zum Fluchhafen BER.
    Ist in der Mediathek noch verfügbar:
    http://www.zdf.de/ZDFzeit/Der-Fluchhafen-Berlin-24815192.html

    Muss man gesehen haben, sonst glaubt man´s nicht. Wowereit, Platzek und Ramsauer gehören eigentlich alle in Gefängnis. Normalerweise passieren solche Dinge doch in Hamudistan oder sonstwo, aber nicht im Land der Dingens und Denker. Da ist mittlerweile ganz schön die Made in Germany. Aber Ernst beseite: diese Geschicht ist ja soooo vielseitig verwendbar. Wenn jetzt noch einer über irgendwelche Nachlässigkeiten, Schlamperei, fehlende Kontrolle oder Korruption südlich von Berlin meckert, kann man ihm ganz lässig die Klatsche geben.

    Mich wundert nur, dass die Domina noch nicht so richtig auf den Tisch gehauen hat. Die bekommt doch bestimmt jeden Tag wegen der Peinlichkeit eins übergebraten.

  10. Jürgen Forbriger sagt:

    Keiner wills gewesen sein. Keiner will Verantwortung übernehmen!
    Wowereit und Platzek im Aufsichtsrat!
    Die habe von Tuten und Blasen nicht einmal Ahnung.
    Was soll die Überwachung im Aufsichtsrat bei der Ahnungslosigkeit. Eigentlich ist das ein Fall
    für den Staatsanwalt. Aber es scheint, in Belin sind alle Narren an der Macht. Gott schütze Deutschland

  11. Torsten Kurth sagt:

    Ich bin mir nicht sicher, ob bei den Verzögerungen um das Flughafenprojekt tatsächlich ein Dilletantismus der Politiker vorliegt. Die werden meiner Einschätzung nach nur als Sündenböcke hergehalten.

    Ein Großprojekt im dicht besiedelten und bedauten Deutschland ist halt von so vielen Unwägbarkeiten umgeben, dass eine zeitliche Planbarkeit kaum mehr möglich ist.

    Da gibt es Rechte von Anwohnern, Behördeneinwände, EU-Auflagen, Umweltverträglichkeitsvorschriften – das jeweils in dauernd sich verändernden Ausführungen. Bisweilen kommen noch Regierungswechsel hinzu. Das kostet alles Zeit. Und Zeit ist Geld. Daran ist auch kaum etwas zu drehen, (fast) alles Bremsende dürfte seine Berechtigung haben.

    Wer alles schnell haben will, kann ja seine Zelte in irgendeiner Diktatur aufschlagen. Da wird ihm selbst aber dann vielleicht mal die Butze unter dem Allerwertesten weggerissen, weil der Gouverneur sich ganz spontan eine Autobahn zu seinem Ferienhaus bauen lässt. Von Staatsgeld, versteht sich. Das ist glücklicherweise in Deutschland eher unwahrscheinlich.

    • Wer alles schnell haben will, kann ja seine Zelte in irgendeiner Diktatur aufschlagen. Da wird ihm selbst aber dann vielleicht mal die Butze unter dem Allerwertesten weggerissen, weil der Gouverneur sich ganz spontan eine Autobahn zu seinem Ferienhaus bauen lässt. Von Staatsgeld, versteht sich. Das ist glücklicherweise in Deutschland eher unwahrscheinlich.

      1. Woher haben Sie die Weisheit, dass Deutschland keine Diktatur sei?
      2. Ich kann Ihnen Geschichten erzählen, wo Menschen in Deutschland zwangsenteignet wurden, damit eine gewisse Supermarkt-Kette ihren Tempel dahin bauen konnte, wo sie das gern so wollte.
      Und ich kann Ihnen Geschichten erzählen von Straßen, die „ausgebaut“ wurden, weil es dort eine katholische Kirche gibt, die Anwohner dadurch erhebliche Mehr-Kosten zu tragen haben – obwohl sie den Ausbau der Straße nicht wollten.
      Das sind nur zwei Beispiele diktatorischen und selbstherrlichen Handelns in dieser ach so demokratischen BRD!

      Aber solche Zeitgenossen, die entweder nicht verstehen können oder nicht wollen wie Sie, müssen wohl bei einem solchen Thema auftauchen und ihren unqualifizierten Senf abgeben.

      • Torsten Kurth sagt:

        Lesen Sie doch meinen Kommentar noch einmal durch. Im ersten Absatz signalisiere ich, nur eine Meinung abzugeben, kein sicheres Urteil. Inhaltlich bleibe ich bei der Vermutung, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt. Die Struktur „erschlägt“ die Handelnden, die dann natürlich schlecht aussehen.

        Zu 1. Dafür, dass Sie Deutschland offenbar für eine Diktatur halten, nehmen Sie sich hier das freie Wort recht offensiv heraus! Ich find’s gut, dass Sie das tun dürfen, auch wenn der Tonfall gerade zu meinen Lasten ging.

        Zu 2. Sie können, schreiben Sie, „Geschichte erzählen“. Dann tun Sie es doch konkret. Es lese es interessiert, so wie ganz sicher viele andere auch. Natürlich sollte es sich dabei um Fakten handeln.

        Noch ein Hinweis: Ich antworte auf einen Folge-Kommentar nur, wenn Sie Ihre Ausdrucksweise versachlichen.

        • Uhupardo sagt:

          Eine Antwort, die von Charakter zeugt *chapeau*.

        • Zu 1. Dafür, dass Sie Deutschland offenbar für eine Diktatur halten, nehmen Sie sich hier das freie Wort recht offensiv heraus! Ich find’s gut, dass Sie das tun dürfen, auch wenn der Tonfall gerade zu meinen Lasten ging.

          Eine Künstlerin äußerte zu der selben Frage bereits 1990 – und das gebe ich hier wieder:

          Wo alles gleich gültig ist, ist auch alles gleichgültig

          Darüber nachdenken und das in Bezug zur „freien Meinungsäußerung“ stellen, dürfen Sie selbst. Zudem muss ich hier wohl nicht auf die gleichgeschaltete Presse, TV und Radio hinweisen. Da ist so ein kleiner Kommentar hier wohl nicht sehr wirkmächtig und damit „entschuldbar“ – es tut „dem System“ ja nicht weh, oder doch – und genau darum tauchen Sie hier auf und schreiben Kommentare, die dieses Verbrecher-System gesund und vor allem schön reden?

          Zu 2. Sie können, schreiben Sie, “Geschichte erzählen”. Dann tun Sie es doch konkret. Es lese es interessiert, so wie ganz sicher viele andere auch. Natürlich sollte es sich dabei um Fakten handeln.

          Es handelt sich um Dinge, die in meiner Heimatstadt geschehen sind und auch heute noch geschehen. Ich werde die hier nicht en Detail wiedergeben, das würde a) den Rahmen sprengen und b) aus dem Thema des Artikels herausführen. Das mag uhupardo so gar nicht.

          Zu Ihrem Hinweis:
          Ich passe meinen Ton gewöhnlich den abgegebenen Kommentaren an. Wenn ich wütend bin, merkt man das auch meinem schriftlichen Ton an.
          Und noch eins: Ich mag lehrerhaft erhobene Zeigefinger gar nicht, wie Sie das in Ihrem Kommentar tun. Da reagiere ich SEHR empfindlich!

        • holzbock sagt:

          In einer Diktatur ist die Herrschaft ganz klar definiert, da weiss man, woran man ist. Der Diktator sagt wo es lang geht. In einer Demokratie ist diese Herrschaft nicht so offensichtlich, hier beruht die Herrschaft auf dem Willen der Beherrschten. Hierzu gibt es zwei gute Vorträge vom Gegenstandpunkt, einmal der bürgerliche Staat von Dr. Peter Decker und ebenfalls von ihm Demokratie, kein Menschheitsideal, sondern die Herrschaftsform, die zum Kapitalismus gehört. http://doku.argudiss.de/?Kategorie=RuD#225

          • Dass die Diktatur des Kapitals „Demokratie“ genannt wird, ist für die tatsächliche Herrschaftsausübung vollkommen unerheblich!

            Ob eine Marionette die Befehle der Kapital-Eigentümer ganz direkt ausübt (was für diese natürlich einfacher ist, insbesondere in Zeiten der politischen und sozialen Unruhen, die eben gerade durch die Diktatur des Kapitals entstehen müssen), oder ob das durch mehrere Marionetten erfolgt (genannt „Parlament“), die dem „Pleb“ auch noch ein mehr oder weniger unterhaltsames und/oder spannendes Kasperletheater vorführen, ist dabei genau so zweitrangig, denn es bleiben doch immer die selben Machthaber: Die Kapital-Eigentümer.

            Was wir sehen, ist also die Herrschaft der Diktatur des Kapitals in lediglich verschiedenen Formen – der Inhalt ändert sich nicht!

            • Torsten Kurth sagt:

              Zur Unterscheidung:

              – Sie skizzieren, wenn man die in etwa durchgehaltene Substanz Ihrer Aussagen ergründet, am ehesten die sogenannte „Agenten-Theorie“ (bei Nichtverständnis bitte googlen), in wechselnden, durchaus widersprüchlichen Fassungen: „Verbrecher“ als Agenten wären verantwortlich zu machen, „Marionetten“ in begrifflicher Hinsicht nur als passiv und willenlos wahrzunehmen.

              – holzbock möchte Sie auf eine Gesellschaftsauffassung hinweisen, die aus der Staatsableitungstheorie der 1970er Jahre entstand. Darin geht es um strukturelle, subjektlose Herrschaftsverhältnisse. Was die Verantwortung von Subjekten darin angeht: Deren Problem wäre eher Einsicht oder Nicht-Einsicht.

              Was Sie in Ihrer Argumentation substanziell tun, bedeutet nach letzterem Verständnis eine SystemVERTEIDIGUNG: Demnach lägen die verschiedenen „Missstände“ nicht im Wesentlichen in Strukturen, sondern in ablehnenswerten (entweder zu untätigen oder böswilligen, etwa macht- und reichtumsgierigen) Subjekten begründet. Es würde ausreichen, diese durch antikapitalistische Subjekte auszutauschen. Nur weshalb diese doch wieder kapitalistische Politik betreiben würden, wäre dann schwer zu erklären.

              Ich bitte Sie, das als Anregung aufzunehmen. Ich kann allerdings nicht versprechen, dass das vielleicht stattfindende Weiterdenken sonderlich spannend ausfällt. Denn sämtliche (weiterentwickelnde) Varianten der Staatsableitungstheorie sind in emotionaler Hinsicht eher langweilig – man findet darin keine Sündenböcke, über die Empörung möglich ist.

      • Uhupardo sagt:

        1. Woher haben Sie die Weisheit, dass Deutschland keine Diktatur sei?

        Das weiss derjenige, der einmal eine wirkliche Diktatur erlebt hat, ganz genau, Solveigh. Es ist richtig, dass es genug Missstände auch in Deutschland gibt, die man anprangern kann. Wenn Sie aber derartig polarisieren und überziehen, tun Sie niemandem einen Gefallen. Steigerungsstufen gibt es nicht unendlich viele. Wer ständig zum Superlativ greift, nimmt sich selbst die Differenzierungsmöglichkeit.

        „Aber solche Zeitgenossen, die entweder nicht verstehen können oder nicht wollen wie Sie, müssen wohl bei einem solchen Thema auftauchen und ihren unqualifizierten Senf abgeben.“

        Argumente reichen oder nicht. Den Gegenüber abqualifizieren lassen wir hier bitte.

        • fakeraol sagt:

          Zustimmung und Widerspruch.
          Wenn man unter „Diktatur“ Folter und Verschleppung versteht, haben Sie sicher Recht. (Oops, dazu fällt mir gerade der „Krieg gegen den Terror“ ein, und Guantanamo.)
          Andererseits bedeutet „Diktatur“ auch Fremdbestimmung, und diktieren tun den Völkern nicht nur in Europa doch ziemlich deutlich sichtbar Politik, Grossindustrie und Kapital die Regeln, Gesetze und Entscheidungen. Von daher ist die Bezeichnung auch nicht falsch.

          • Uhupardo sagt:

            Wenn Sie mal in die Lage versetzt werden, sich mit irgendeinem Argentinier zu unterhalten, der in der argentinischen Diktatur gelebt hat und heute in Europa wohnt, wird Ihnen spätestens klar, dass sie entweder einen neuen Terminus für die Verhältnisse in Europa erfinden müssen oder sich dem Risiko aussetzen, ausgelacht zu werden. Eins von beidem.

            • fakeraol sagt:

              Davon können nicht nur die Argentinier ein Lied singen, auch die Chilenen, Nicaraguaner, Panamaer, Kubaner, Guatemalteken, El Salvadorianer, Honduraner.. eigentlich fast ganz Lateinamerika, wobei die Diktaturen meist US-gestützt waren.
              Auch in Afrika gibt es unzählige Länder, in denen mit US-Unterstützung Diktatoren gewütet haben.
              Das ist die eine Bedeutung von „Diktatur“.
              Wenn man andererseits ehemalige Bürger der Ostblockstaaten fragt, werden auch viele sagen, sie hätten in einer Diktatur gelebt. Spinnen die alle oder haben die aus ihrer Sicht auch Recht?

              Vielleicht haben Sie recht und es bedarf eines neuen Terminus, um die offenen Diktaturen von den verdeckten zu unterscheiden, aber ich glaube, als „Demokratie“ im Sinne von „Teilhabe aller Menschen an Entscheidungen und Wohlstand“ werden Sie die hiesigen Systeme auch nicht bezeichnen wollen.

              • Bonsta sagt:

                Wie wäre es mit Plutokratie: http://de.wikipedia.org/wiki/Plutokratie

                Postdemokratie passt auch ganz gut: http://de.wikipedia.org/wiki/Postdemokratie

                Es gibt ja Begriffe, man muss nicht immer die ganz große Keule auspacken.

                • Dienen diese Verniedlichungen nicht nur dazu, das Kind nicht bei seinem richtigen Namen nennen zu müssen, damit das Volk hübsch ruhig gehalten wird?

                  Ich benutze dieses, die Gedanken in die Irre leitende, manipulative Vokabular der Herrschenden nicht. Ich benutze die Worte, die einen gegebenen Zustand treffend beschreiben.

                  Für die Herrschenden sind immer nur diejenigen Diktatoren, die deren Kapitalinteressen zuwiderlaufen und die dann mit Bomben, Mord, Raub, Terror, Krieg wieder zur Räson gebracht werden (sollen), was diese Verbrecher dann zynischst Demokratie und Menschenrechte bringen nennen.

                  Die Diktatur (des Kapitals) umschreiben sie auf der anderen Seite verharmlosend mit den von Dir angegebenen Worten.

                • Uhupardo sagt:

                  Das führt nur dazu, dass Sie sich selbst die Möglichkeit nehmen und sich damit völlig berechtigt dem Vorwurf aussetzen, nicht differenzieren zu können, wenn Sie die argentinische Diktatur und die deutschen Zustände mit demselben Begriff belegen. Bonsta sagte schon sehr richtig „man muss nicht immer die ganz große Keule auspacken“. Vor allem gibt es die nur einmal. Wer sie falsch verwendet, hat keine Steigerungsstufe mehr, nimmt sich selbst Glaubwürdigkeit und tritt nebenbei den Argentiniern (und anderen) vor´s Knie.

                  Deutschland als Diktatur zu bezeichnen ist falsch. Demokratie muss man auch nicht verwenden, weil es nicht stimmt. „Demokratur“ ist eventuell angebracht.

    • Ernesto sagt:

      Dilletantismus auf allen Ebenen, nicht nur bei den Politikern, aber eben auch.

      Das Argument der Planbarkeit ist natürlich vollkommen berechtigt. Und wenn vom Beginn der Planung bis zum Anrücken der Bagger 15 Jahre vergehen, wird das von der Bevölkerung nicht mehr wahrgenommen, wie in Stuttgart geschehen. Dann wundern sich plötzlich alle…

      Das Änderungswünsche jedes Bauprojekt verteuern und verzögern, weiss jeder Bauherr. Und die Änderungswünsche waren ja ganz offensichtlich nicht gering, wenn man mittendrin entscheidet, einen Flügel des Flughafengebäudes mal eben um 100 Meter! kürzer zu machen. Und später wieder schrittweise zu verlängern…
      Auch weiss man doch von vorneherein, dass es hinterher drei- bis fünfmal soviel kostet, wie geplant. Warum also nicht gleich vernünftige Zahlen nennen?

      Wann oder ob dieser Flughafen jemals fertig wird ist spätestens jetzt sowieso egal.

      Wirklich schlimm ist das ganze doch für die ganzen kleinen Investoren, die ihr Geld verloren haben. Die sollten gefälligst entschädigt werden und dann können die doch bis zum Sankt nimmerleinstag bauen. Auch eine Art die Wirtschaft anzukurbel. Die einen führen Kriege, die anderen bauen einen Flughafen. Den Steuerzahler trifft es ja ganz offensichtlich sowieso immer.

      Zum Problem der Rauchabzugsanlage sollte man vielleicht mal in Rom nachfragen. Die kennen sich damit aus. Da weiss man, dass Rauch nach oben steigt.

  12. Habnix sagt:

    Jetzt wird der Flughafen nicht wegen Fehlplanung nicht in Betrieb genommen, nein jetzt ist es die Flugroute aber egal woran es liegt es liegt auf jeden Fall an den Politflachmänner.

  13. JosephBreitenbach sagt:

    Tja, das kommt dabei heraus, wenn die generation Doof einen Flughafen baut!

  14. Solveigh Calderin ich wurde sagen, dass Deutschland keine Diktatur sondern eine Demokratie „a la carte“, ähnlich wie die meisten unsere Alliierten, ist.

    • Was ist eine „Demokratie á la carte?
      So etwas wie Merkels marktkonforme Demokratie?
      Ich nenne das Wirtschaftsdiktatur – und was in Brüssel mit ESM und Lissaboner Vertrag gekocht wurde ist ein sauberer Finanz-Faschismus (Diktatur der Banken).
      Aber Diktatur ist ja noch kein Faschismus?
      Wo besteht der Unterschied?

  15. […] Flughafen Berlin: Wo kommt denn plötzlich der Reaktor her?. […]

  16. Mc_el sagt:

    S0 doof ist niemand und schon gar nicht eine Generation.
    Ist alles GEWOLLT!

  17. VanOverflow sagt:

    Idioten beim Training! Wenn’s nur nicht so teuer wäre und die Verantwortlichen treffen würde, anstatt die Steuerzahler, könnte man glatt lachen. Aber das ist einfach nur traurig, setzt allerdings das richtige „politisch korrekte“ Signal: Nämlich daß wir in „unserem“ Land nichts mehr richtig im Griff haben. Dem Grunde nach gibt es nur eine Lösung: Die Bauten anderweitig nutzen und ganz neu mit dem Planen beginnen. An anderer Stelle, mit mehr Platz, Beachtung von Atomreaktoren und Rücksicht auf etwaige Bewohner. Vielleicht kommt man beim zweiten Anlauf über das Motto „Ein Blinder erklärt dem anderen Blinden den Weg“ hinaus. Allerdings habe ich den unangenehmen „gefühlten Verdacht“, daß sich einige Planer bereits mit dem Gedanken beschäftigen, ob man den Flughafen vielleicht unterirdisch anlegen sollte. Dann sind ja die oben genannten Kriterien alle erfüllt. Oder ob man ahnen kann, daß dann „andere Probleme“ auftauchen …..

  18. fakeraol sagt:

    Ich lese hier in den Kommentaren immer, was das für Auswirkungen auf den Flughafen und die Kosten hat.
    Das eigentlich Sensationelle an dieser Nachricht scheinen alle zu übersehen:
    Es wurde gerichtlich(!) festgestellt, dass der Reaktor ein >>> nicht beherrschbares Risiko <<<
    darstellt.
    Unter "Restrisiko" zählt nur die nicht ausschließbare Existenz unbekannter Fehlerquellen und Gefährdungsscenarien, also alles, was man nicht absichern kann, weil man von seiner Existenz nichts weis.
    Alles, was kein "Restrisiko" ist, fällt nicht unter "einmal in tausend Jahren" und muss zwingend zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen.
    Das ist der eigentliche Hammer an dieser Meldung.

  19. Steuben sagt:

    Das schlimme ist! Dieser Flughafen wurde doch gar nicht gebraucht und wenn man schon Tegel und Tempelhof dichtmachen will, weil sie in bewohntem Gebiet liegen! Dann wäre der Umbau des ehemalige russische Millitärflughafen in Rüdersdorf wesentlich geeigneter und auch nicht teurer gewesen!

    Die Einflugschneisen wäre nicht über dicht bebautes Gebiet gegangen.
    Der Effekt ist jetzt nämlich das viele Leute die im Süden Berlins Ihr Haus gebaut haben auf einer Hypothek sitzen die den Wert des Hauses übersteigen dürfte, sobald die Flugzeuge in 1000m Höhe drüberdonnern.
    Gleichzeitig ist auf Grund des Immobilienbooms in Berlin damit zu rechnen, dass die Mieten in Spandau, Siemensstadt und Wedding stark ansteigen werden.
    Tun sie jetzt schon! Ich habe für meine Bruchbude aus dem 55er Jahre aufbauprogramm schon wieder eine Mieterhöhung bekommen aber noch viel schlimmer sind die Neuvermietungen! Ja man sieht in Berlin auf Grund des hierher in Betongold (weil noch verhältnismäßig billig) flüchtenden südeuropäischen Mittelstandes immer weniger freie Mietwohnungen. Es wird alles aufgekauft was nur geht! Wo sollen die Leute noch wohnen? Die Kaufkraft ist im relativ armen Berlin und Brandenburg gar nicht vorhanden! Die Leute sind auf Grund der Struktur seit vielen Generationen Mieter und keine Eigentümer! Ich möchte mir lieber nicht vorstellen, was passiert wenn Tegel geschlossen wird! An den Fluglärm gewöhnt man sich, an unverschämte Mieten nicht!

  20. dank sagt:

    Also in Berlin ist immer was geboten, wenn es um das Versagen bei Großprojekten geht – das ist aber kein Alleinstallungsmerkmal von Berlin, eher der heutigen Politik:

    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/autobahn-ausbau-rechungshof–die-a100-wird-50-millionen-euro-teurer,10809148,14953724.html
    http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/geheimpapier-enthuellt-berlin-plant-neues-s-bahn-chaos,7169128,15226764.html
    http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1355241086914
    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/james-simon-galerie-naechste-panne–museumsinsel-,10809148,21538172.html
    http://www.n-tv.de/politik/Pannenbau-wird-immer-teurer-article7488076.html

    Warum bekomm ich nur den Eindruck, dass die allergrößten Versager in die Politik gehen und dann solche Projekte immer total unerwartet floppen; unter deren Aufsicht?!

    Wahrscheinlich heißt es bald: Das hat Tradition…

    • Vielleicht sind ja die Politiker nicht gar nicht doof, sondern wir betrachten sie nur aus dem falschen Blickwinkel und in Wirklichkeit, sind sie perfekt und liefern einen perfekten „Job“ ab, sie erfüllen GENAU ihren Auftrag – den der global agierenden Mafia-Bande:

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