Brüderle Sexismus bla …

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Gastbeitrag, eingesandt von Uhupardo-Leser „Blend“

Der Weinselige hat an der Theke kurz vor Mitternacht den Dirty Old Man rausgehängt.  Vor einem Jahr. Macht er angeblich öfter.  Ist bestimmt auch so.  Gottschalk hat das  in jeder „Wetten dass“-Sendung getan.  Diesmal aber Riesentheater!  Endlich kann man sich mal richtig entrüsten im Netz. Aber volles Rohr.  Denn diese Entrüstung ist unteilbar.  Niemand wird sich wagen, da auch nur in Nuancen Einwände zu zelebrieren. Nicht mal zu differenzieren. Und wenn doch, dann alle zusammen mit noch mehr Entrüstung aufe Schnauze des Differenzierers, aber ohne Gnade!

Bei Jauch kann es natürlich auch kein anderes Thema geben. Wöchentliche Medien-Sau quiekend quer durchs Studio, unausweichlich. Brüderle, ein alter Mann, hat daneben gelegen im Ton nachts um Zwölf an der Bar. Hashtag Aufschrei. Netzexplosion, bumm. Wenn ich selbst mal den falschen Spruch gegenüber einer Lady abgefeuert habe – doch, passiert – kam in fast allen Fällen die Breitseite prompt. Ob nur ich mit emanzipierten und selbstbewussten Frauen umgehe? Alle anderen sind schrecklich deprimiert und reif für den Psychiater, wenn ihnen so ein blöder Satz entgegen kommt?

„Lästig“ sei sowas, sagt Wibke Bruhns bei Jauch. Klar ist es das. Den vierten Korb am Abend in der Disko zu kassieren ist auch lästig. Hashtag Korb. Entrüstung. Ob ich Brüderles übergriffige Art verteidigen will. Nein, wirklich nicht. Nicht mal meine an einem schlechten Tag. Aber es ist das falsche Beispiel. Oder ein untaugliches mindestens. Weil es verharmlost und nicht einmal den Frauen hilft, die sich zu recht beschweren über Sexismus.

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Eine Journalistin, die einen blöden Spruch serviert bekommt, kann gefälligst einen zurückgeben, statt peinlich berührt die traurige Entrüstung zu fressen. Mir ist mehr als eine Frau begegnet, die ein Geschäftsgespräch mit einem halben Dutzend anwesenden Personen dazu benutzt hat, mich hemmungslos anzumachen. Übergriffigkeit? Ja was denn sonst! Hashtag Anmache. Entrüstung! Shitstorm, bitte, denn ich wollte nicht flirten. Sexismus der schlimmsten Form. Kann ich ohne Affront innerhalb der Gruppe nicht mal regeln. Aber ich regle es später. Höchstselbst. Auch beim nächsten Mal.

Etwas ganz anderes ist es, wenn zum Beispiel berufliche Abhängigkeiten im Spiel sind und der Chef sagte „Kiste oder Entlassung“. Dann bitte her mit der Entrüstung! Dringend. Da hört der Spass nämlich wirklich auf. Doch darum geht es doch beim Brüderle Sexismus bla gar nicht. Hier geht´s um den weinseligen Dirty Old Man an der Hotelbar um Mitternacht gegenüber einer Journalistin. Das trifft den Kern der tatsächlich erforderlichen Diskussion nicht über das „verkorkste männliche Gen“, das Frauen auch haben, nur seltener und in Moll. „Frauen sind leider auch nur Männer“, sagt Karasek gerade (auch wenn er damit nur sein neues Buch bewerben will).

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Was ich in der Summe sagen will? Männer, lasst die übergriffigen Sprüche weg! Frauen, schickt den Typen selbstbewusst und laut in die Ecke, in die er gehört, wenn euch das passiert. Macht ihr doch bei mir auch. Bis dahin lässt sich das auch alles regeln, vielleicht nicht in Iskenderun, aber in Deutschland ganz sicher. Vor allem, weil es sowieso jeden Tag wieder passieren wird zwischen Männern (die ich alle nicht leiden könnte, wenn ich nicht selbst einer wäre) und Frauen. Und sobald das klar ist, lasst uns bitte über solche Szenen reden, wenn die Beteiligten in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, denn dann zählt es wirklich.

Die Brüderle-Geschichte über eine unerlaubte Ansammlung von Mittelalter-Kalk ist albern. Wirklich albern. Jauch sagt gerade: „Brüderle wurde von dieser jungen Journalistin in dieser Szene gegen Mitternacht gefragt, ob er denn in dem Alter noch zum Hoffnungsträger tauge. Stellen Sie sich mal vor, ein 25-Jähriger Journalist sagt das zu einer 65-jährigen Politikerin, was wäre denn dann los?“ – Gut gebrüllt Jauch, dann wäre Emanzipations-Bürgerkrieg. Für eine Woche natürlich. Hashtag Mediensau. Entrüstung ohne Grenzen. Und Story im „Stern“ samt Forumsdiskussion mit 100.000 „Likes“ und 3.500 Beiträgen.

Der „Stern“ und jede andere Illustrierte, die jede Woche säckeweise nackte Ladies als Blickfang nutzen, sind ganz sicher die richtigen Medien, um solche Themen an den Himmel zu sprühen. Glaubwürdig bis der Arzt kommt. Ach, hört mir doch auf, bitte. Keine Zeit mehr, gleich kommt die Wiederholung vom „Bachelor“.

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35 Kommentare zu “Brüderle Sexismus bla …

  1. Hessenhenker sagt:

    Der STERN ist in dem Moment glaubwürdig, wo er einen Artikel über „Radfahren ist gesund“ mit dem nackten Arsch vom Brüderle auf dem Sattel auf dem Cover illustriert.

  2. „aufe Schnauze des Differenzierers“? Aber nicht doch.
    Das Brüderle Beispiel als Anlass für eine allgemeine Gesellschaft-und-Sexismus Debatte ist in der Tat zweischneidig und ein etwas problematisch. Einerseits gibt es genug gute Gründe, eine solche Diskussion anzustoßen, aber der Stein des Anstoßes ist relativ lächerlich und läuft damit Gefahr, der Diskussion den Zahn zu ziehen, bevor sie überhaupt ernsthaft geführt werden konnte. Es hätte so viel bessere Anlässe gegeben, aber Übergriffe auf Frauen scheinen nur dann die großen Zeitungen zu interessieren, wenn ein Prominenter involviert ist. Die Story von der Sekretärin und ihrem aufdringlichen Chef dagegen, ist für sie keine.

    • Uhupardo sagt:

      Diese Brüderle-Skandal-Story würde in Spanien mit einem landesweiten Kopfschütteln quittiert. Hashtag umdrehen-und-gehen.

      • Don Furioso sagt:

        Sie hätte auch in Frankreich Achselzucken geerntet – vor DSK. Vor einiger Zeit wurde ich Zeuge, wie eine ältere Dame einen Jungen Mann während einer Geschäftssituation anbaggerter. Auch das gibt es. Ich war erfreut, zu sehen, dass die Managerin zugunsten ihres Angestellten eingriff. So wird es gemacht.
        Dass der Stern heuchlerisch ist mit seinen Tittenbildern, Jauch vulgär, ändert nichts an der Tatsache, dass solches Benehmen, vorallem bei Machtgefälle, einfach da nicht hingehört.
        Nicht nur aus Anstand, sondern rein praktisch, weil ein Mensch, der sich so wenig unter Kontrolle hat, keine verantwortliche Position haben sollte. Wenn die Merkel oder von der Leyen sich so benehmen sollte, würde ich ihren Rücktritt erwarten.

        • Uhupardo sagt:

          „vor allem bei Machtgefälle“

          Das sind die genau drei Wörter, die den Unterschied machen. Abhängigkeitsverhältnis in jeder Form, darum geht´s.
          Wobei auch das „Machtgefälle“ genaue Definition braucht. Es ist nicht etwa ein Sonderfall sondern das tägliche Brot im Journalismus und völlig normal, dass ein Chefredakteur eine junge gut aussehende Redakteurin aussucht und sagt: „Zieh dir mal einen kurzen Rock und High Heels an und sprich den Politiker X an, mal sehen ob du auf die Art nicht vielleicht …“

          • Don Furioso sagt:

            ‚“Zieh dir mal einen kurzen Rock und High Heels an und sprich den Politiker X an, mal sehen ob du auf die Art nicht vielleicht …“ ‚ Genau darauf habe ich gewartet, dass einer der Uhus
            dies anspricht. Es hieß, Brüderle blickte tief ins Decolleté der Journalistin. Da fragt man sich, wie tief war denn dies? Schlüsselbein? Nabel? Das finde ich ebenso übel, und das sollte endlich direkt, auch vor Ort angesprochen werden. Gerne lasse ich mich als altmodisch oder gar verklemmt beschimpfen, aber für mich gehören weder weinseeliges Gesabber noch indirektes Anbaggern (durch enge Röcke) ins Büro bzw beim „entspannten Miteinander zwischen Kollegen“.
            Es wäre ein guter Anfang, wenn Gleichrangige aufhören würden, Dinge bei ihren „Peers“ zu dulden die sie bei ihrer eigenen Frau oder Tochter nicht zulassen würden. Vielleicht würde der schleimige Redakteur aufhören, seine Untergebenen zu nötigen, sich aufzunutten. Wie würden Sie reagieren, wenn man Sie auffordern würde, eine besonders enge Hose zu tragen, nur um etwas mehr aus Politiker X herauszuquetschen?

            • Uhupardo sagt:

              Völlig richtig, Don Furioso, sehr einverstanden. Nur wird es nicht aufhören. Bei einer bestimmten Sorte von Medien ist Journalismus von Prostitution nicht zu trennen. Geschichten gäbe es da zu erzählen, du meine Güte.

              • Don Furioso sagt:

                „Bei einer bestimmten Sorte von Medien ist Journalismus von Prostitution nicht zu trennen.“ Zumal man weiß, daß am Ende es nur die Finanzwelt ist, die bestimmt, was gesagt werden darf. Man kann also ganze Verlage als Hure bezeichnen, aber das ist ein anderes Thema. Prostituieren sich auch Männer?

                • Uhupardo sagt:

                  Immer die Frage der Definition, Don Furioso. Das alte Spiel zwischen Frau und Mann wird überall benutzt, nicht nur im Journalismus. Selbstverständlich schickt man auch lieber einen Mann, der der Politikerin hoffentlich sympathisch ist und gut aussieht, wenn man etwas erreichen will, möglicherFlirt inklusive. Im anderen Fall vielleicht einen „Beisser“, weil man glaubt, die Politikerin würde bei aggressiven Frontalangriffen eher Antworten geben, die man ihr sonst nicht entlocken kann. Das Ziel ist in beiden Fällen dasselbe. Nichts anderes als bei irgendwelchen geschäftlichen Verhandlungen, für die man Leute aussucht, die möglichst gut miteinander können und noch einen anderen Zugang zueinander haben als den rein geschäftlichen. Die Trennlinie zwischen Prostitution und guter Kommunikationsstrategie ist jeweils sehr fein.

  3. Richtig ist, dass Journalistinnen, die in dieser „Höhe“ arbeiten, keine stillen Mäuschen sind, sondern immer Powerfrauen. Gilt auch für Männer – ruhige Gesellen mit Berührungsängsten bringen es in dem Metier zu nichts. Dementsprechend wird sie definitiv über das charakterliche Rüstzeug verfügen, um einen alten Sabberer an einer Hotelbar binnen 10 Sekunden verbal komplett vom Hocker zu pusten. Ist für Damen von dem Kaliber aber nun echt die leichteste Übung. Brüderle kann also nur ein echtes Bauernopfer sein, dass hier instrumentalisiert wurde. Ist im Übrigen auch Sexismus – die Story funktioniert nur, indem man die Journalistin kleiner macht als sie in Wahrheit sein wird.
    Ein Grundproblem gibt es dennoch, denn: Sexismus ist keine Abartigkeit, sondern naturgewollt. Wie sagte jene Hashtag-Dame? „Wir sind doch nicht von den Bäumen geklettert, um..“. Genau das ist das Problem, wir sind nicht heruntergeklettert. Unsere Hirne ja, aber unsere Körer und Instinkte bekanntlich nicht. Die funktionieren noch immer wie vor 100 000 Jahren. Und das Schema ist leider vorgegeben: Mann jagt Frau. Über die Form kann man streiten, da gibt es wirklich viel zu bemängeln. Aber die Grundrichtung ist wie in Stein gemeißelt. Wäre sie das nicht, wären wir bereits vor zig Zeitaltern ausgestorben. Wer mag, ausführlicher hier: http://davidwonschewski.wordpress.com/2013/01/26/uber-den-segen-der-sexismus-debatte-oder-der-freudig-uberraschte-misanthrop/

    • Philipp sagt:

      Meine Befürchtung ist, dass jemand, der ausgerechnet beim „Stern“ in was-auch-immer für einer Position arbeitet, NICHT über das Rüstzeug verfügt, sich in einer solchen Situation anders zu helfen. Für mich ist das eine ganz ekelige Medien-Tragödie; Und Laura Himmelreich der eigentliche Buhmann (sagt man „Buhfrau“?!): Sie war es, die die Situation provoziert hat, indem sie (wie sie selbst schreibt) auf Brüderle zugegangen ist und ihn provoziert hat (im Sinne von „Sie sind doch zu alt für ein Amt, Sie sind zu schwach“). Ich finde nicht, dass sie sich dann wundern darf, wenn sie einen doofen (und zugegebenermaßen unangebrachten) Spruch abbekommt. Mein Eindruck: Madame ist schlicht zu unprofessionell, damit umzugehen. Aber sie arbeitet ja auch beim unterirdischsten Schnipsel, den der deutsche Blätterwald so hat.

    • War ja klar, dass früher oder später jemand mit der Biologismus-Keule ankommt: die Evolution ist schuld!
      Ganz ehrlich: Jeder der entschuldigend auf seine genetische Dispositionen verweist und ihnen die finale Verantwortung für sein Handeln zuschiebt, sollte bitte umgehend seine Wahlberechtigung und persönliche Mündigkeit abgeben. Freiwillige Sicherheitsverwahrung wäre in ernsten Fällen auch noch eine Option.
      Sorry, der Mann als Opfer seiner Triebe ist nun wirklich die allergrösste Lachnummer.

  4. Bao sagt:

    Reblogged this on Bao's Blog.

  5. Bao sagt:

    Reblogged this on Bao's Blog.

  6. Bao sagt:

    Reblogged this on Bao's Blog and commented:
    Schön das an dieser Stelle nun auch mal drauf hingewiesen wird das die Diskussion zwar vll lange überfällig und auch sinnvoll ist, doch der Auslöser nicht zwangsläufig zu den schlimmen gehört.

  7. almabu sagt:

    Wenn ein alter Mann um Mitternacht weinselig an der Hotel-Bar abhängt, dann wäre das eigentlich der Moment, wo man Privatheit vermuten könnte. Die Frage ist, ob und wo die betroffene Journalistin die Grenze zur Privatheit ziehen würde?

    PS: Ich find’s auch ganz schlimm, wenn mir die Frauen auf der Straße immer hinterher pfeiffen;-)

    (Ich weiss nur nicht, ob die mich nicht etwa auspfeiffen?)

  8. Philipp sagt:

    Reblogged this on SCHLEUDERGANG und kommentierte:
    Sehr richtige Einschätzung zum Thema #Brüderle / #Aufschrei.
    Nur, weil eine unfähige Stern-„Journalistin“ mit der von ihr selbst herbeigeführten Situation nicht umgehen kann, sollte man die sinnvolle Diskussion über Sexismus nicht verwässern.

  9. Sven Boernsen sagt:

    Politisch ist das Brüderle wohl dem Röslein zu nahe gekommen. Da braucht es echte Schützenhilfe. Angreifbar ist das Brüderle offenbar nur auf der Wein, Weib und Gesang-Schiene.

    Mir persönlich ist ein angetrunkener, alter Sack, der es auch mal richtig krachen lässt 1000-mal lieber als diese erbärmliche Memme, die nicht ein einziges Mal Rückgrat gezeigt hat.

  10. Franky sagt:

    Thema ist doch ganz einfach erledigt. Alle sexuell belegt Körpermerkmale müssen verdeckt werden, also ist zukünftig Rolli, Hosenanzug oder Rock, max. wadenfrei, einfache bzw. zweckmäßige Schuhe und ein Kopftuch angesagt. Alles andere braucht keine Frau!?
    Ooooooh Mann, was für’n hype!!

  11. Robin Urban sagt:

    Der Anlass war wohl ein harmloser, aber was jetzt bei Twitter läuft (und inzwischen auch schon auf einer davon unabhängigen Website gesammelt wird: http://www.alltagssexismus.de), ist ein bisschen zu krass, um darüber albere Kommentare zu machen! Das sind eure Mütter, Schwestern, Frauen, Freundinnen und Töchter, die da schreiben!

    Also: Brüderle-Vorfall kritisieren – okay! Aber #aufschrei ist so viel mehr. Wer die ganzen Geschichten von Frauen, die von ihren Chefs, Stiefvätern, Ärzten, völlig Unbekannten beleidigt und begrabscht wurden, ins Lächerliche zieht, disqualifiziert sich selbst!

    • Uhupardo sagt:

      Wer Artikel oberflächlich liest, auch. Kritisiert wird nur der Brüderle-Vorfall als Anlass.

      Aber Sie möchten sich gern aufregen. Dazu gibt es Gelegenheiten genug, der Artikel von „Blend“ ist keiner. Damit Sie trotzdem nicht darauf verzichten müssen, extra für Sie:
      http://www.flegel-g.de/2013-01-27-Sexismus.html

      • Robin Urban sagt:

        Mehrmals im Artikel wird auf das Hashtag verwiesen und der Hype veralbert. Wie soll man das denn sonst anders verstehen?

        Ein Artikel, der genau das ist, was er anprangert, nämlich undifferenziert, wird auch nicht davon besser, dass andere blödere Artikel schreiben.

        • Uhupardo sagt:

          Die einzige Hilfe, die man Ihnen angedeihen lassen kann, ist es, Text zu wiederholen, verstehen müssten Sie es dann schon bitte selbst.

          „Etwas ganz anderes ist es, wenn zum Beispiel berufliche Abhängigkeiten im Spiel sind und der Chef sagte “Kiste oder Entlassung”. Dann bitte her mit der Entrüstung! Dringend. Da hört der Spass nämlich wirklich auf. Doch darum geht es doch beim Brüderle Sexismus bla gar nicht. Hier geht´s um den weinseligen Dirty Old Man an der Hotelbar um Mitternacht gegenüber einer Journalistin. Das trifft den Kern der tatsächlich erforderlichen Diskussion nicht.“

          • Robin Urban sagt:

            Danke, das hatte ich zur Kenntnis genommen. Das ändert aber nichts daran, dass die #aufschrei-Userinnen schon längst das Thema gewechselt haben (es geht eben NICHT mehr um Brüderle!) und jetzt von ganz anderen, viel schlimmeren Vorgängen berichten. Mann kann nicht die Aktion auf diese Weise veralbern, ohne gleichzeitig die vielen Frauen, die mit #aufschrei über Belästigung, Nötigung oder Vergewaltigung berichtet haben, zu verhöhnen.

            Der Brüderle-Vorfall und, wie ich glaube, vor allem die relativierenden Statements danach waren Anlass zu dieser Entladung alter, bisher unterdrückter Wut. Aber das wars auch schon. Man muss die Aktion sowie der Brüderle-Vorfall mittlerweile unabhängig voneinander betrachten, sonst läuft man Gefahr, sich einfach nur als ein Typ zu outen, der von den vielen vergewaltigten Tussis genervt ist.

            • Uhupardo sagt:

              “ Mann kann nicht die Aktion auf diese Weise veralbern, ohne gleichzeitig die vielen Frauen, die mit #aufschrei über Belästigung, Nötigung oder Vergewaltigung berichtet haben, zu verhöhnen.“

              Differenzieren nennt man so etwas. Einerseits den Anlass geisseln und andererseits, wie nochmals zitiert, die „tatsächlich erforderliche Diskussion“ herausstellen.

              „Man muss die Aktion sowie der Brüderle-Vorfall mittlerweile unabhängig voneinander betrachten, sonst läuft man Gefahr, sich einfach nur als ein Typ zu outen, der von den vielen vergewaltigten Tussis genervt ist.“

              Unabhängig voneinander. Genau das tut der Artikel.
              Dazu gehört allerdings auch ein guter Teil persönlicher Glaubwürdigkeit. Die hat man nicht mehr, deswegen stellen wir diese Diskussion jetzt auch ein, wenn man, wie Sie in ihren Artikeln, über Frauen redet. Zitat:

              http://robinsurbanbarstories.wordpress.com/2013/01/23/anspruchshaltung/
              Diese Tussis… sind einfach stinkfaul! … Mein besonders Hassobjekt war an diesem Abend jedenfalls sicher. Es war Frau Kellnerin lila-Undercut-mit-Nerdbrille-Hipster-Trulla.

              • Robin Urban sagt:

                Ich bitte Sie, werden Sie nicht albern! Mir mangelnde Lesekompetenz vorwerfen, aber dann nicht verstehen, dass ich die beiden Frauen nicht wegen ihres Frauseins kritisiert habe, sondern wegen ihrer furchtbaren Arbeitshaltung? Und das aus der Sicht einer ebenfalls in der Gastronomie Tätigen?
                Darüber hinaus erhebt mein Blog kein Anspruch auf Meinungsbildung und politische Relevanz. Komischerweise beschweren sich immer nur ganz bestimmte Männer über die Verwendung des Wortes „Tussi“.

                Nee, die Diskussion hat wirklich keinen Sinn. Eigentlich hielt ich Sie für etwas seriöser. Ihre bisherigen Artikel habe ich gerne gelesen (ja, das war ein Gastbeitrag, das habe ich gesehen).

                Hier ist übrigens MEIN Aufschrei (ich habe nämlich zwei Blogs): http://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2013/01/26/madels-join-the-aufschrei/
                Nur falls Sie aufgrund meines Pseudonyms nicht gemerkt haben, dass ich auch eine Frau bin.

                • Uhupardo sagt:

                  „Nur falls Sie aufgrund meines Pseudonyms nicht gemerkt haben, dass ich auch eine Frau bin.“

                  Das war überdeutlich und bestätigt nur das (Vor)Urteil, dass kaum ein Mann so gehässig über Frauen redet wie Frauen. Ihre Kritik an der „Arbeitshaltung“ wäre ohne jede Diskriminierung ausgekommen, die Sie noch dazu fett auftragen. Sich gleichzeitig so laut gegen Sexismus zu positionieren und einen Artikel kritisieren zu wollen, der zwischen Anlass und Grund so genau differenziert, ist so scheinheilig wie unglaubwürdig.

  12. fischi sagt:

    Der FDP kann im Moment nichts besseres passieren, die kommt in allen Nachrichtensendungen vor.

  13. Robin Urban sagt:

    „Das war überdeutlich und bestätigt nur das (Vor)Urteil, dass kaum ein Mann so gehässig über Frauen redet wie Frauen. Ihre Kritik an der “Arbeitshaltung” wäre ohne jede Diskriminierung ausgekommen, die Sie noch dazu fett auftragen. Sich gleichzeitig so laut gegen Sexismus zu positionieren und einen Artikel kritisieren zu wollen, der zwischen Anlass und Grund so genau differenziert, ist so scheinheilig wie unglaubwürdig.“

    Wow. So einen (ersten) Satz zu schreiben und mir dann Unglaubwürdigkeit vorzuwerfen, ist schon Realsatire auf hohem Niveau. Da kann ich leider nicht mithalten.

  14. simvoll sagt:

    Der einzige Grund dafür, warum das Thema in Deutschland so breitgestampft wird, ist die Tatsache, dass es in Deutschland sonst nichts gibt, über das diskutiert werden kann.

  15. EuroTanic sagt:

    Den gleichen Quatsch zieht man immer bei Kindesmishandlungen durch. Obwohl Frauen, schon wegen der vermehrten Betreuungszeiten, zu 50% an Kindesmishandlungen schuld sind, steht in der Presse nur der Mann im Focus.

  16. Franky sagt:

    Bei aller „Entrüstungs- und Diskriminierungmanie“ nochmal ein Hinweis der ab und zu angerissen wird. Die Journalistin hielt Brüderle für zu alt. Menschen auf ihr Alter zu reduzieren und damit per se als ungeeignet anzusehen ist zumindest im Arbeitsleben diskriminierend. Ich erinnere da an eine Klinik die für einen vergessenen Post-it Hinweis auf zurückgesandten Bewerbungsunterlagen richtig einstecken musste.

    • Uhupardo sagt:

      „Die Journalistin hielt Brüderle für zu alt. Menschen auf ihr Alter zu reduzieren und damit per se als ungeeignet anzusehen ist zumindest im Arbeitsleben diskriminierend.“

      Wie schon im Artikel beschrieben: Stellen Sie sich vor, ein 25-jähriger Journalist hätte das zu einer 65-jährigen Politikerin gesagt. Ausgebürgert hätten sie ihn.

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