AgraProfit: „… und das nehme ich auch noch mit!“

Dieser Artikel entstand dadurch, dass ein Uhupardo-Leser dieses Interview in den Kommentaren erwähnte: Klick  –  Dazu hätten wir noch einen recht originellen Beitrag aus dem anderen Blickwinkel anzubieten.

Die eine Seite ist die Wirtschaft, die andere Seite sind die Verbraucher.  Aufgeklärte europäische Verbraucher beim Einkauf gefällig?  Welcher Seite trauen Sie nun mehr Gewissen und „Konfliktprävention“ zu in diesem System?

Niedrigstlöhne, Kinderarbeit, Legebatterien und auf dem Markt alles auch noch ausführlich und persönlich erklärt?  Völlig egal: „… und das nehme ich auch noch mit“, denn die beiden Jungs sind doch so sympathisch.  Was spielen denn Produktionsbedingungen für eine Rolle, wenn die Tafel Schokolade 29 Cent kostet?

Zum Themenkreis gehört:
* Experiment Zivilisation: Ein gescheitertes Projekt?

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34 Kommentare zu “AgraProfit: „… und das nehme ich auch noch mit!“

  1. Völlig egal: “… und das nehme ich auch noch mit”, denn die beiden Jungs sind doch so sympathisch. Was spielen denn Produktionsbedingungen für eine Rolle, wenn die Tafel Schokolade 29 Cent kostet?

    Dann müssen Sie auch fairerweise erwähnen, dass dies EINE Kundin war! Ich hatte den Eindruck, die anderen Kunden waren ziemlich angewidert und gar nicht kauffreudig!

    Was denn, den Scheiß an Billigproduktien vom Supermarkt gibt es hier jetzt auch?

    Die grundsätzliche Fragestellung stimmt jedoch:

    „Die Industrie“ wird gar nichts richten und „die Kunden“ können nichts richten.

    • Uhupardo sagt:

      „Dann müssen Sie auch fairerweise erwähnen, dass dies EINE Kundin war! Ich hatte den Eindruck, die anderen Kunden waren ziemlich angewidert und gar nicht kauffreudig!“

      Sie sollten sich das Video dann doch nochmal aufmerksam anschauen. Die Jungs haben bestialisch dick aufgetragen („Kinderarbeit, Ausbeutung“ usw.) und trotzdem reichlich verkauft an dem Tag. Selbst im Video ist es wahrlich nicht nur eine Kundin war, die gern zugeschlagen hat.

      • Nun ja, von „reichlich verkauft“ konnte ich in dem Video gerade nichts erkennen – und auch die Beschreibung zum Video lässt davon so gar nichts erkennen.

        Ich denke, es wäre deplaziert, die Videobeschreibung hierher zu kopieren, jeder kann sie auf YouTube lesen.

        • Uhupardo sagt:

          Genau, und die Youtube-Kommentare muss man auch nicht kopieren, die aussagefähig genug sind. Fast alle Kommentatoren müssen dann wohl ein ganz anderes Video gesehen haben als Sie.

          • Ulrich Fiege sagt:

            Wenn ich mir die dargebotenen Waren inklusive „Verkaufsgespräche“ und Reaktion der Kundschaft so ansehe und deren Worte aus 5,29h zusammenfassen soll, bekomme ich nur gestammel raus und ich kann gar nicht glauben wie der sprichwörtliche „gesunde Menschenverstand“ fürn Arsch ist. Das Konzept scheint aufzugehen und das Bildungssystem formt eine Republik im gesellschaftlichen Event und ich fühle mich Unfreiwillig wie im Dschungelcamp aus dem es kein entrinnen gibt. Thanx Uhupardo das war eine Lehrstunde an „gesundem Volksempfinden“ in einer Demokratie und meine Hoffnungen anlässig der BT Wahl 2013 kann ich wieder einmal begraben. Ob sich das warten auf die übernächste BT Wahl lohnt?

            • Uhupardo sagt:

              Das Warten lohnt sich ganz sicher nicht, wenn es keine System-Neudefinition gibt. Denn gibt es sie nicht, werden Sie auch bei der übernächsten Wahl nur erleben, wie bei einer Wahlbeteiligung von 59 Prozent in der grossen Mehrheit gesellschaftspolitisch völlig ungebildete System-Schafe Merkel oder irgendein anderes Merkel-ähnliches Produkt wählen. Oder eben Mäuse immer wieder Katzen

  2. aus Madrid sagt:

    Hören die Kunden zu oder nehmen sie vor den Worten eher die visiuelle Aufmachung der Produkte und der Verkäufer wahr, stecken es in die Schublade „fair, preiswert und schön“ und danach in den Einkaufskorb?

    Wie leicht erscheint es in dem Video, Menschen zu überzeugen etwas zu kaufen, aber in diesem Fall und unter diesen Argumenten, ist es sehr schockierend und auch so gewollt. Ein guter Aufrüttler, genau hinzusehen und genau zu lesen, auch bei Inhalten der Presse die gekauft, verkauft und veröffentlicht werden, sonst bitte ehrlichen Kaufzwang und Verlautbarungskonferenzen einführen für die Menschen.

    Uhupardo! Ich freue mich, dass Sie diesen Artikel und das Video eingestellt haben in Bezug auf das Interview aus meinem Kommentar aus dem anderen Artikel. – Qué gran honor : )

    Es geht bei der Entscheidung kaufe ich dieses oder kaufe ich es nicht, in dem Video als Hauptargument zum kaufen, um den Preis. Wenn der so billig ist, dann ist es günstig, dann nimmt man gleich drei davon.
    Wenn ein Konzern billig produziert, dann zieht er dort hin, wo er dies tun kann, o d e r, trägt dazu bei, diese Bedingungen zu seinen Gunsten zu schaffen.

    Was mich in den 2004 veröffentlichten Artikeln Gansers aus dem anderen Kommentar irritierte, ist, dass die Aussage Gansers (einseitig) darauf besteht, sich mit den Konzernen zu befassen und ihrer Art der Profitgewinnung. Sofort schaute ich auf den Auftraggeber und war entrüstet, aber dann las ich das Ganze noch mal und hatte das Gefühl, dass mir etwas sehr wesentliches entglitt, gleich welcher Auftraggeber oder Intention sich verbirgt. Etwas steht da drinnen, was mir entgeht.

    Interessant die Seite der Produktkaufenden Kunden in Betracht zu ziehen, denn die wird nicht erwähnt in dem Interview und kann doch entscheidend sein. Es wird zwar von ONG’s gesprochen, die Druck ausüben und auch etwas bewirken damit, aber nicht von Individuen, die etwas kaufen (oder lesen z.B).
    Und die Kunden kaufen fast ausschliesslich Dinge zum trinken, essen und wohnen, danach dann Vergnügungsartikel und anderen „Kram“, manche konsumieren Musik und kultivieren sich mit Inhalten aus der Kultur. (Gibt es ein anderes Wort für Kultur?) . Darauf bauen die meisten Konzerne ihre profitgewinnenden Produkte auf, meine ich zu wissen. So was heisst dann hochhertrabend Realmarktwirtschaft oder ähnlich? Obwohl ja die Aktienverkäufer dann wieder nicht, die sind in der irrealen Marktwirtschaft zuhause? Wirtschaft bleibt Wirtschaft, Wissenschaft bleibt Wissenschaft, als kleiner Wink zum Dokumentarfilm , ) Unter realer Marktwirtschaft ist ja in Realität etwas Anderes gemeint.

    Konflikte schaden manchen Firmen, anderen Firmen bringen sie Profit ein. Wie kann man diese Tatsache nutzen, um …. Ich habe das Gefühl, dass nach dem „um“, der Satz nicht weiter geht bei Ganser.
    Um etwas zu ändern für … die Menschen, für die Konzerne, oder für beide einen guten Konsens zu erreichen? Tritt da Politik ins Spiel als Regulator wie zum Beispiel bei Google und Frankreich? Und wie, mit welchen Folgen? – Diese Fragen wirft ja der auch verlinkte sehr gute lange Dokumentarfilm auf, der sich meiner Meinung nach traut einen Gedanken sehr weit zu verfolgen.
    Ganser glaube ich, hat diese Eigenschaft übrigens auch, ich bewundere ihn. Er ist schön, und scheint ernsthaft geschichtlich zu forschen, ein kritischer Schweizer.

    In wie fern ist es in diesem „globalen Zusammenhängen“ (Dativ) möglich, dass staatliche Regulierungen, Firmen und Konzerne ohne Ausbeutung der Menschen auskommen?
    Ganser scheint sich teilweise vor der „natürlichen Vorgehensweise“ der Konzerne zu beugen, weil er von ihrer Sichtweise aus argumentiert, meine ich zu bemerken. Vielleicht liege ich auch völlig falsch mit dieser Vermutung.

    Leider werde ich nicht sehr Konkret in meinem Kommentar, denn ich stosse mich an Dingen, die meiner Meinung nach in Gansers Artikel auch nicht konkret werden. Es fällt mir schwer konkrete Fragen zu stellen. Da frage ich mich warum.

    Saludos

    • Uhupardo sagt:

      „Ganser scheint sich teilweise vor der “natürlichen Vorgehensweise” der Konzerne zu beugen, weil er von ihrer Sichtweise aus argumentiert, meine ich zu bemerken. Vielleicht liege ich auch völlig falsch mit dieser Vermutung.“

      Das ist wohl so, sí. Auf die Veränderungswilligkeit von Konzernen zu setzen, ist nur dann sinnvoll, wenn es um Veränderung im Sinne von „verbesserter Ausbeutung und PR“ geht. Konzerne haben auch nicht die Aufgabe, zu einer besseren Welt beizutragen. Ihre einzige systemimmanente Aufgabe ist es, mit dem geringsten Aufwand in der kürzesten Zeit das meiste Geld zu machen. Dem kommen sie auch nach. Regulierungen jeder Art müssen deswegen von anderer Stelle kommen und auf „freiwillige Vereinbarungen und guten Willen“ von Konzernen zu setzen ist albern und sinnlos.

      • birkental sagt:

        „Konzerne haben auch nicht die Aufgabe, zu einer besseren Welt beizutragen. Ihre einzige systemimmanente Aufgabe ist es, mit dem geringsten Aufwand in der kürzesten Zeit das meiste Geld zu machen.“
        Dieser Sichtweise möchte ich widersprechen. Gewiss, die ‚Global Compact‘- Teilnehmer der UNO spielen ein schizophrenes Spiel, indem sie sich vordergründig blauwaschen und hintergründig bereichern. Auch die Corporate- Social-Responsibility- Initiativen halten kaum, was sie versprechen. Hinter der Existenz solcher Darstellung steht aber ein erwachtes Verantwortungsdenken, das in Gansers Interview, sowie auch in den zunehmenden Fair-Trade- Geschäften und Fair-Trade Angeboten der Naturläden, sowie auf politischer Ebene z. B. durch die Erfolge der über 35 Jahre alten ‚Corporate Accountability International ‚ erkennen lässt. Aus schweizer Sicht ist es selbstverständlich, dass jeder Bürger, jede Bürgerin für die politische, jedes Unternehmen für seine soziale und umweltbelastende Situation Verantwortung trägt. Daraus resultiert zumindest ein schlechtes Gewissen gegenüber Ausbeutung. Dieses müssen wir aufbauen, nicht negieren. Der oben zitierte Satz entbindet die Konzerne sozialer,politischer und umweltvertäglicher Verantwortung. Er ist vergleichbar mit der fehlenden, schmerzlich vermissten Auflehnung der Marktbesucher gegenüber der glattpolierten Marketingsprache.

        Etwas Anderes zeigt die Varkaufsparodie ausserdem überdeutlich: Menschen sind beeinflussbar auf der Ebene der direkten Kommunikation. Das ist die Ebene, auf der fairer Konsum und kritisches Einkaufen noch grosses Potenzial entwickeln könnte. Dieser Blog von Uhupardo ist täglicher Beweis dafür: eine Plattform kritischer Kommunikationskultur.

        • Uhupardo sagt:

          birkental, Ihre Darstellung ist sachlich nicht zu bestreiten. Natürlich gibt es Konzerne, die ihrer „Verantwortung“ nachkommen. Es sind Ausnahmen. Alle anderen kommen ihr nicht nach oder stellen es in Hochglanzheftchen so dar, als würden sie ihr nachkommen.

          Das ist aber nicht der springende Punkt. Noch einmal: Unternehmer haben nur eine einzige definierte Verpflichtung in diesem System, mit dem geringsten Aufwand in der kürzesten Zeit das meiste Geld zu machen..

          Alles andere können sie tun aber auch lassen: Gewissen, Verantwortung, Ethik, … alles Dinge, die sie von Unternehmen natürlich moralisch verlangen können, auf Spanisch ein „brindis al sol“. Einfordern können Sie es nicht, Verpflichtung gibt es keine, gesellschaftlich definierte Zielsetzung schwarz auf weiss, Fehlanzeige.

          Ihre einzige Handhabe ist es zu sagen „wenn der Unternehmer X nicht moralisch handelt, kaufe ich halt nicht mehr bei ihm“. Und wie viel das wert ist, haben Sie in diesem Video gesehen.

          • Ich glaube, der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Standpunkten ist, dass birkental eine wünschenswerte Soll-Situation beschreibt und uhupardo die Ist-Situation. Natürlich sollten Verbraucher und Unternehmen selbst auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit wert legen und diese umsetzen, aber die realen Bedingungen in unserem Wirtschaftssystem erzwingen praktisch das genaue Gegenteil. Wenn man es schafft, diese Rahmenbedingungen dahingehen zu ändern, dass Unternehmen dazu verpflichtet/gezwungen sind sozial verantwortlich, nachhaltig, umweltverträglich etc zu agieren, hat man beide Standpunkte vereint. Solange Unternehmen aber mit dem Wunsch nach Fairness immer gegen das System arbeiten müssen, darf es auch nicht groß verwundern, dass viele es am Ende nicht tun,

            • birkental sagt:

              Ja. So ist es. Ist Verantwortungsübernahme für das, was ein Betrieb an Lebewesen und Umwelt nutzt wirklich auf die eignen Landesgrenzen reduziert? Das zu glauben fällt mir schwer (rechtlich) und das zu akzeptieren kommt nicht in Frage (ethisch). Imageschäden sind umsatzrelevant. Dann braucht es eben mehr Information. Und die konsequente Haltung der Konsumenten, einverstanden.
              Ja das Kaufverhalten im Video ist eindrücklich.

  3. El Bernabeu sagt:

    Absolut heftig muß ich sagen.
    Dass der Deutsche ein Egoist ist und nur seinen eigenen Vorteil im Sinn hat, war mir schon bekannt. Aber mit welcher Skrupellosigkeit sich die Leute hier die Billigware einheimsen, hat mich doch geschockt.
    Einfach nur peinlich, dieses Verhalten.

    • Der Deutsche ist so wenig irgend etwas wie der Spanier, der Italiener, der Franzose oder der Sonstwas

      Mich k*tzt diese verallgemeinernde Verunglimpfung und Diffamierung, diese eklige Hetze, egal gegen welches Volk solche Verallgemeinerungen gebraucht werden, gründlich an!

      http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2013/01/21/der-faule-blode-trage-deutsche-michel/

      Das sind einige Deutsche – und die kommen aus einem ganz bestimmten Umfeld! Wer geht regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkaufen, wo er oft das selbe Zeug aus den Supermärkten teurer zu kaufen bekommt, versehen mit dem Label „direkt vom Bauern“ – und fühlt sich besser als die Blödis, die gezwungen sind, ihr Obst und Gemüse, so sie es sich überhaupt leisten können, im Supermarkt zu kaufen?

      • Uhupardo sagt:

        Es wird auf die Dauer vermutlich nicht funktionieren, was Sie in jedem Thema versuchen: „Alle Menschen sind gut, nur die da oben sind schlecht!“ (Die da oben, die Sie bemerkenswerterweise fast immer undefiniert als „sie“ bezeichnen; das diffuse Böse, das gar keine Präzisierung mehr braucht und sehr an diese Bielefeld-Geschichte erinnert.)

        Sie haben das in diesem Blog schon oft geschrieben, aber hier wird es besonders deutlich. Erst sehen Sie einen komplett anderen Film, in dem genau „eine Person“ auf die perfide Masche der Verkäufer eingeht, was mit der Realität nichts zu tun hat. Alle anderen sehen Sie als kritische, aufgeklärte Verbraucher. Dann werden die starken Vokabeln gegen die Zeilen von El Bernabeu in Stellung gebracht, und es sind „einige … aus einem ganz bestimmten Umfeld“.

        Es ehrt Sie einerseits, ein so positives Menschenbild zu haben; andererseits werden Sie es kaum durchhalten können, weil es zu oft mit der Wirklichkeit kollidiert . Das schadet vermutlich viel mehr als es nutzt, weil es eine Basis für eine Umgestaltung setzt, die so nicht existiert.

        • Sie scheinen mich noch immer misszuverstehen.
          Es geht mir um die ständigen Pauschalisierungen. DIE kritisiere ich!

          • El Bernabeu sagt:

            Das nicht alle Deutschen so sind, ist richtig.
            Insofern war es von mir falsch zu pauschalisieren.
            Das aber nur einige Deutsche so sind (wie sie behaupten und aus einem gewissen Umfeld kommen (?), ist ebenso falsch.
            Klingt so, als wäre das eine vernachlässigbare Minderheit.
            Das erschütternde an diesem Video ist doch, das die Leute sogar extra aufgeklärt werden, unter welchen Bedingungen diese Waren hergestellt wurden und viele dieser Leute kaufen dann TROTZDEM! Oder gerade deshalb?
            Und das sehr viele Deutsche Egoisten sind, erkennt man nicht nur an diesem Beispiel sondern ganz allgemein an ihrer Einstellung zu Griechenland, Spanien & Co.
            Ist aber nur meine persönliche Meinung.

            • Uhupardo sagt:

              „sogar extra aufgeklärt werden“

              … und zwar mit einer so drastisch aufgetragenen Version, dass es unmöglich zu übersehen oder misszuverstehen ist.

            • Nun, da habe ich in meinem Umfeld wohl andere Erfahrung.
              Die Sie beschreiben – die kenne ich natürlich auch. Nur rege ich mich über die nicht auf, weil sie eben so SIND!
              Ich weiß, dass 80 % der Menschen einfache Mitläufer sind. Soll ich ihnen das verübeln und sie darum beschimpfen?
              Die Frage bleibt tatsächlich: WER – welche Bevölkerungsgruppe geht auf den Markt, um „Bio-Produkte“ zu kaufen?

              „Insgesamt ist die Nachfrage nach Bio-
              Lebensmitteln in erstaunlich hohem Maße eine Frage der sozialen Schicht, d. h. von
              Einkommen, Bildung und Beruf. Mehr als jedes andere Kriterium erklärt die Zugehörigkeit
              zur Oberschicht bzw. oberen Mittelschicht den Bio-Konsum.“
              DAVON sprach ich!
              http://www.bund-lemgo.de/download/oekoland-obstbau/Zielgruppen_Bio.pdf

              Ich habe in dem Video übrigens tatsächlich nicht viele Menschen kaufen sehen. Probieren, ja. Kaufen nur die letzte. Aber ich bin wohl blind.

              • Uhupardo sagt:

                „Ich weiß, dass 80 % der Menschen einfache Mitläufer sind. Soll ich ihnen das verübeln und sie darum beschimpfen?“

                Nein, beschimpfen ist nicht erforderlich. Wäre auch falsch. Aber sie regelmässig von jeder Verantwortung eigener Entscheidungen freizusprechen, ist noch viel falscher. Insofern ist „verübeln“ nicht nur angemessen sondern sogar erforderlich, laut und deutlich.

                Nebenbei:
                Weil alles andere („einfache Mitläufer“) ein Menschenbild transportiert („sind halt blöde Schafe“), das nicht in Ordnung ist und suggerieren will, die könnten gar nicht anders, selbst wenn sie wollten.

  4. fischi sagt:

    Bei denen die da kaufen muß man sagen da haben Bild, RTL und Konsorten ganze Arbeit geleistet.
    Wenn das so angepriesen wird, nee ,da kann ich sowas nicht essen.
    Allerdings haben Millionen Leute auch keine Alternative zu Billigprodukten.
    Viele sind froh sich nicht von den Tafeln ernähren zu müssen.
    Ich hatte gelesen, dass sich die letzten 10 Jahre die Anzahl der Discounter verdoppelt hat.

    • „Allerdings haben Millionen Leute auch keine Alternative zu Billigprodukten.“

      Das kann ich so nicht stehen lassen.
      Es gibt Alternativen, nicht essbare Blumen aus dem Topf- Balkonkübel raus, dafür Lebensmittel rein gepflanzt.
      Selbst bei Platzmangel auf dem Balkon, ein „Salat-Turm“ vertikales-Gärtnern hat immer Platz. Die Miete für den Balkon bleibt die Selbe.
      Auch auf einer sonnigen Fensterbank, kann man Kräuter-Salat-Lauch selbst in einer Tetrapack ziehen.
      Aus Butter kann man kostengünstig Butterschmalz selbst herstellen.
      Vorratshaltung schützt vor unnötigen „Einkäufen“-usw
      ich habe Menschen mit einem Eimer hinter Kartoffel-Ernte-Maschinen herziehen sehen.
      wo ein Wille ist ist auch ein Gebüsch!
      Gerade im Bereich Agrikultur.

      • Ulrich Fiege sagt:

        Das kann ich auch nicht so stehen lassen, muss zu Hause 4 hungrige Mäuler stopfen und kann auf den Salat nicht warten. Butterschmalz mögen meine Kinder auch nicht und Mittags muss was auf dem Tisch stehen, dazu hab ich neben den 3 Jobs keine Zeit für Experimente, auch nicht als Selbstzweck denn es wird dadurch ja nicht besser, da kann ich noch so viel Salat anpflanzen und darauf warten das meine Kinder es einmal besser haben werde ich auch nicht, denn das ist meine Aufgabe! Also geht das nur über Proteste um die kriminellen Machenschaften aus Industrie und Wirtschaft, auf Kosten der Gesellschaft zu stoppen!

      • Anhang zu …..““Allerdings haben Millionen Leute auch keine Alternative zu Billigprodukten.”

        Gärten für alle
        In Andernacher Gärten dürfen sich Bürger bedienen: „Pflücken
        erlaubt“, heißt es in Andernach: Seit 2010 gibt es dort öffentliche Stadtgärten, die mit einer Vielfalt an Nutz- und Ziepflanzen begrünt werden.

        http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=31393
        —————————————————
        Klartext……Irrsinn Die Menschheit auf dem Höhepunkt der
        Geistesgestörtheit

  5. Ellen sagt:

    Gier frißt Hirn zum Einen
    und eine (resignierte?) TINA-Einstellung zum Anderen,
    das Eine oder Andere zeichnet den Geiz-ist-geil-Konsumenten wohl immer aus.
    Ich habe mir immer wieder eine blutige Stirn geholt, denn jahrelang schon versuche ich im direkten Umfeld, diese Mauern aus Ignoranz einzureißen.
    Chancenlos.
    Wenn das Wort „Verzicht“ fällt, verbunden mit der Bitte, doch einmal die Notwendigkeit des Konsums um jeden Preis in einer ruhigen Stunde in sich selbst zu hinterfragen, dann ernte ich wahlweise Unverständnis, Belustigung oder ein mitleidiges Lächeln…
    Soviel zu der Variante 1 – Gier frißt Hirn.
    Die als Wahrheit verinnerlichte, vermeintliche Alternativlosigkeit (TINA) begegnet mir bei den arm gemachten Menschen noch häufiger. „Ich kann mir nichts Anderes leisten“, diese oft entschuldigend wirkende Erklärung höre ich oft, wenn ich versuche, zu sensibilisieren.
    Dass es durchaus Alternativen gibt und freiwilliger Verzicht nebenbei auch noch der eigenen Gesundheit dienen kann, das wollen aber doch die Allerwenigsten hören.
    Die Saat der Manipulation ist hervorragend augegangen…

    • Uhupardo sagt:

      Neulich im Corte Inglés kam mir der Gedanke: „Herrlich, Zehntausende von Produkten … und mich interessiert kein einziges davon, ich will keins haben, ich brauche keins.“ – Mehr wollen ist so einfach und so sinnlos. Weniger brauchen ist sinnvoll und nicht einmal Kunst. Alles wegwerfen, was man länger als ein Jahr nicht mehr in der Hand hatte, ist ein guter Anfang.

  6. Volksverdummung sagt:

    • Warum sollte man ein asoziales Verhalten verharmlosen?

    1. Es ist eine moralbefreite Rationalität, die sich hier angesichts einer moralisch sündhaften Verlockung Bahn bricht…

    2. Der Begriff „Schnäppchenjäger“ ist an dieser Stelle komplett irreführend, weil hier eben nicht die subtile Jagd nach einem Schnapp im Mittelpunkt steht.
    Es ist vielmehr die Gleichgültigkeit der Jagenden gegenüber dem Leiden Anderer, die exemplarisch aufgezeigt wird. Ob diese Apathie eine schmerzempfindliche Reiz- und Reaktionsschwelle kennt?
    Die Sensibilität der vermeintlich „Zivilisierten“ erinnert an die Empathie eines Computers.

    3. Schnäppchenjagd hat auch in Deutschland eine besondere historische Dimension:
    „Wenn ich sie etwas besser kannte und wusste, welche Gesinnung sie hatten, habe ich Ihnen gesagt: Hören Sie mal, ich gehe da nicht hin. ‚Das ist Blutgeld, das ist Hausrat von abtransportierten Juden, das ist blanker Diebstahl, unter Gewaltanwendung.‘ Und dann guckten sie etwas verdutzt, aber die Mäntel haben sie weiter getragen“… – (zitiert aus: „Holocaust – Die Lüge von den ahnungslosen Deutschen“, v. Volker Steinhoff; siehe Absatz 32 von 34!).
    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2001/erste7664.html

    4. These: Diejenigen der Standbesucher, die ihre Ohren auf Durchzug gestellt und „beherzt“ beide Augen zugedrückt haben, die würden noch ganz andere Dinge akzeptieren, solange es sich für sie finanziell lohnt…
    .
    HESSE
    .

    • Gelten Ihre Thesen nur für die Deutschen?
      Ich würde das für jeden anderen Menschen auf dieser Erde ganz genau so beschreiben können!

      • Volksverdummung sagt:

        Bitte etwas genauer lesen.
        Es gibt nur eine These (letzter Absatz) und die bezieht sich nicht auf „die Deutschen“, sondern speziell auf Standbesucher, die nicht imstande waren, auf einen miesen, kleinen, finanziellen Vorteil zu verzichten, obwohl Sie im Verkaufsgespräch detailliert über das menschenverachtende Geschäftsmodell des „Unternehmens“ informiert worden sind.

        Von wegen „ahnungslos“:
        Da haben sich Durchschnittsbürger für den Preis einer Tafel Schokolade, bzw. einiger Hühnereier und Bananen, korrumpieren lassen, wohl wissend, dass Sie damit Kinderarbeit, Sklaverei und Tierquälerei aktiv fördern.

        2. Differenzieren Sie. Ich verurteile nicht den „harmlosen Schnäppchenjäger“, sondern den in Deutschland sattsam bekannten Typ des „Mitläufers“, der sich schamlos am Unglück anderer Menschen bereichert.

        Und ja: Gerade in Deutschland hat die „Schnäppchenjagd“ eine anrüchige historische Dimension, weil diese Historie eine menschenverachtende und rassistische Komponente beinhaltet.
        .
        HESSE
        .

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