Mallorca: Rentner-Ehepaar bringt sich vor der Zwangsräumung um

desah3

Auf tragische Weise hat ein Rentner-Ehepaar auf Mallorca heute Mittag gezeigt, wie wichtig die Gesetzesinitiative ist, die heute von der „Plattform der Hypothekengeschädigten“ am Abend durchgesetzt wurde. Der 68-jährige Spanien und seine 67-jährige Ehefrau wurden heute mittag tot in ihrer Wohnung in Cas Català (Calvià) auf der Insel Mallorca aufgefunden. In einem Abschiedsbrief erklärten sie, sie könnten ihre Schulden nicht begleichen und wollten die Zwangsräumung ihres Hauses nicht miterleben.

Die 43-jährige Tochter, die ihre Eltern am Mittag besuchen wollte, rief sofort die Guardia Civil und der Arzt konnte nur noch den Tod des Ehepaars festellen. Die Beiden hatten sich mit einer Überdosis an Medikamenten umgebracht. Die Serie der Menschen, die vor der Zwangsräumung freiwillig in den Tod gehen, reisst nicht ab.

Lesen Sie dazu auch:
* Frau stürzt sich kurz vor Zwangsräumung aus dem vierten Stock in den Tod
* 52-Jährige stürzt sich wegen Zwangsräumung vom Balkon in den Tod
* 54-Jähriger hängt sich eine Stunde vor der Zwangsräumung im Patio auf
* Wieder ein Freitod vor Zwangsräumung
* Heftplaster gegen Zwangsräumungen beschlossen

Advertisements

19 Kommentare zu “Mallorca: Rentner-Ehepaar bringt sich vor der Zwangsräumung um

  1. Bunny sagt:

    Erschreckend

  2. đeя вαeяeиαυfвıиđeя sagt:

    Reblogged this on đeя Bαeяeиαυfвıиđeя oder Kultur-Soeldner.

  3. Hester Jonas sagt:

    O Gott …

    das ist so schlimm, so traurig, da fehlen einem die Worte

    *schnieff*

  4. Andreas sagt:

    Absolut erschreckend, unfassbar und wütend machend.

    Aber genauso schrecklich finde ich, dass Menschen mit 67 und 68 Jahren anscheinden noch so hohe Hypothekenschulden haben, dass Sie am Ende zwangsgeräumt werden.

    • Uhupardo sagt:

      Geht noch besser: Heute hat das Gericht eine spanische Bank dazu verurteilt, einem Ehepaar 36.000 Euro plus Zinsen zu erstatten. Der 81-Jährige Ehemann, ein Alzheimer-Patient, und seine 82-Jährige Frau hatten von der „Bankberaterin“, die sie seit vielen Jahren begleitete, Derivate angeboten bekommen, die sie als „sehr gut und absolut sicher“ bezeichnete … und sich natürlich in das auflösten, was sie sind: Luft.

      Die Bank hatte es nicht einmal nötig, diesen Fall aussergerichtlich still und leise zu regeln. Sie vertraute auf einen positiven Gerichtsentscheid.

      Wenn man das knallharte Urteil und die Meinung des Richters über das Verhalten der betreffenden Bank (zugehörig zu Bankia) liest, weiss man, dass darin tatsächliche Schimpfwort-Salven nur sehr knapp vermieden wurden.

      • 12sonja12 sagt:

        NUN, von einer gerichtlichen Verhandlung war auch bei mir keine Rede!
        Denn es ging damals nur darum, ob denn meine Anzeige der Sparkasse wegen Unterschlagung rechtens sei. Doch ob dieser Umstand rechtlich vertretbar sein soll, danach ist noch nicht gefragt worden!
        Denn es genügte der Berliner Schlichtungsstelle die Sparkassenauskunft über meinen Gesundheitszustand. Selbst die Polizei, dein Freund und Helfer, wollte sich erst bei der Staatsanwaltschaft erkundigen ob sie denn meine Anzeige annehmen könnte.

        Kein Wunder das! Denn schon meine Eltern glaubten nur noch an das was sie sahen und von was sie sich selbst überzeugen konnten!

  5. Andreas sagt:

    Weißt du Uhupardo hier kommt mir doch einiges spanisch vor 😉 Einerseits sind die Spanier unglaublich solidarisch und helfen sich, wenn es um das große Ganze geht aber andererseits ist jeder Einzelne doch dermaßen „envidioso“ und sucht seinen persönlichen Vorteil, dass ich manchmal richtig wütend werde. Ich kenne weiß Gott nicht alle Regionen in Spanien aber mir passierte es in Andalucia, Madrid und richtig häufig in Valencia, dass der Spanier „quiere aprovechar de mi“. Wenn man da nicht aufpaßt, ist man auf einmal viel Geld los. Und die Leute fühlen sich nicht mal schlecht dabei. Mir fehlt da allzu oft die Ehrlichkeit untereinander.

    Und in deinem Fall wollte sich die langjährige Bankberaterin auf Kosten dieses Ehepaares bereichern und hatte wahrscheinlich nicht mal ein schlechtes Gewissen.

    • Uhupardo sagt:

      Wenn Deutsche in Spanien betrogen werden – auch nach eigenen Aussagen – dann meist von deutschen Residenten-„Kollegen“. Das ist allerdings hier nicht Thema.

      Die Bank“beraterin“ hat zwei Möglichkeiten: Sie setzt das um, was ihr Chef (die Bank) ihr aufträgt oder ist ihren Job los. So wurden uns von unserer langjährigen „Bank“beraterin“ eines Tages auch solche Luftpapiere wärmstens empfohlen. Auf den Kommentar hin „Sind Sie wahnsinnig? Sie müssen doch wissen, dass Sie ausgerechnet bei uns damit auf Granit beissen und nur Antipathie aulösen?“ kam der Satz „Ja, lo siento mucho, weiss ich doch, aber wenn ich das nicht tue, werfen die mich raus, ich bin verpflichtet, jeden unserer Kunden davon zu überzeugen …“

  6. Eine Tragödie die in diesen Tagen in Spanien leider immer wieder vorkommt.
    Die Banken haben es den Leuten so leicht gemacht, sich zu verschulden, dass dieses Desaster vohersehbar war. Alle jungen spanischen Familien sind hoffnungslos verschuldet, weil sie überteuerte Immobilien gekauft haben.
    Beispiel: Junge Familie, 2 Kinder, beide berufstätig, Eigentumswohnung 300.000 € (Preis normal) auf Mallorca. Einer, oder Beide werden arbeitslos und schon ist das Desaster da. Schuld sind die Banken, die den Leichtgläubigen die Immobilie aufgeschwatzt haben. Den Banken wird geholfen und das soziale Problem der Bürger bleibt.
    Betroffen davon sind einige 100.000 Familien und wenn der Staat nichts unternimmt, wird die Katastrophe noch viele Jahre anhalten.

  7. Amal sagt:

    Ich muss das jetzt mal loswerden, auch wenn ich mich damit sicher in die Nesseln setze:
    Ehrlich gesagt wundert es mich schon seit vielen Jahren, dass hier in Spanien Hinz und Kunz eine Hypothek hat, ohne einen sicheren, gut bezahlten Job zu haben. Ratet mal, warum ich zu den wenigen gehöre, die keine haben?
    Eben weil ich nicht auf im Traum auf die Idee komme, mich bei der Arbeitsmarktsituation hier auf eine Hypothek einzulassen. Es gab hier noch nie sichere, gut bezahlte Jobs, außer man war Beamter. Das war schon lange vor der jetzigen Krise so.
    Ich bin jetzt schon seit über 20 Jahren in Spanien, habe damals hier studiert und würde mich hier als integriert bezeichnen. Das einzige, was ich nie geschafft habe, ist eben, einen sicheren, gut bezahlten Job zu bekommen. Wie die meisten Spanier. Also bin ich in der Hinsicht leider auch bestens integriert. Ich hätte nach dem Studium so eine „oposición“ machen sollen, also Beamtin werden. Blöderweise habe ich das nicht getan. Aber dann komme ich doch nicht auf die Wahnsinnsidee, mich auch noch zu verschulden. Ich zahle meine Miete, solange ich irgendwie kann, und wenn ich es nicht mehr kann, muss ich logischerweise weg von hier. Zurück nach Deutschland oder was weiß ich…
    Wenn ich da jetzt lese, dass es eine Bürgerbewegung gegen Zwangsräumungen gibt und die sogar erfolgreich ist, denke ich mir schon irgendwie, was bin ich bescheuert, dass ich keine Hypothek habe. Sonst hätte ich doch glatt eine Chance, sie nicht zu bezahlen und trotzdem nicht rausgeschmissen zu werden.
    Für mich war es bis jetzt ehrlich gesagt mein Leben lang selbstverständlich, dass man Hypothek oder Miete bezahlen MUSS – egal wie- und ansonsten halt obdachlos wird. Es freut mich, wenn das jetzt seit neuestem nicht mehr so ist, bloß doof, dass ich keine Hypothek habe und somit nicht davon profitieren kann.
    Etwas anderes ist es, wenn Leute wirklich von Banken übers Ohr gehauen wurden, also dass sie von Anlageberatern belogen wurden und so ihr Geld verloren haben. Aber ich glaube nicht, dass das bei allen der Fall ist. Und selbst da frage ich mich, wie man eigentlich irgendeinen Mist unterschreiben kann, den man nicht versteht, nur weil einem der Typ von der Bank das Blaue vom Himmel erzählt. Ich habe mein Geld auf einem normalen Sparbuch. Was ich nicht verstehe, unterschreibe ich nicht.

    • aus Madrid sagt:

      Es wundert mich einwenig, dass Sie seit 20 Jahren in Spanien leben und arbeiten und von der PAH noch nichts gehört hatten. Plataforma Afectados Hipoteca.

      Ich kann ihren Sichtweise mit der Hypothek einigermaßen nachvollziehen, aber Sie lassen au∫er Acht, dass das hier fast jeder am Bein hat und tat, weil preiswerter als Miete, aus anerzogener/gezwungener Tradition, Uhupardo hat das öfters näher erläutert.

      Die PAH Organisation kämpft dafür, dass Menschen nicht länger auf die Strasse gesetzt werden, die Häuser leer stehen zu lassen und die Menschen Ihre nicht bezahlten Quoten weiterhin zum abbezahlen zu zwingen.
      Im Übrigen zahlen die neuen Besitzer die Gemeinschaftskosten ihrer neuen Immo nicht. Sie zahlen einfach nicht, die Banken… und das hat Folgen an den Gebäuden, den gemeinsam genutzten Flächen und so weiter und so fort.

      Aber was mir Gänsehaut macht ist und wozu Sie kaum etwas schreiben:

      Es bringen sich Menschen um, weil sie dem Druck dieser Geldhäuser nicht standhalten.

      Una poquita de empatía, por favor.

      • Amal sagt:

        ¿Empatía? Si soy la primera que está con un pie en la calle y a ver quién tiene empatía conmigo.
        Natürlich habe ich schon was von der PAH gehört und sage auch nicht, ist mir egal, meinetwegen sollen sie sich umbringen…
        Mich stört es nur ein bisschen, dass sich immer nur für „Hypotkekenopfer“ mobilisiert wird. Für diejenigen, die vernünftig genug waren, um sich nicht ohne sicheren Job für 30 Jahre oder mehr zu verschulden, und die deshalb die teuren Mieten bezahlen müssen, mobilisiert sich niemand. Die werden von den Vermietern auf die Straße gesetzt, wenn sie nicht mehr zahlen können und denken dann, ach wäre ich doch unvernünftig gewesen und hätte mich ohne nachzudenken in eine Hypothek gestürzt anstatt jeden Monat die im Vergleich zur Hypothek teurere Miete zu bezahlen, säße ich jetzt nicht auf der Straße. Unvernunft siegt? Das kann es doch wohl auch nicht sein! Jeder sollte ein Recht auf ein Dach über dem Kopf haben, nicht nur Hypothekenopfer! Arbeitslose müssen ein Recht auf Wohngeld haben und nicht nur diese zeitlich begrenzte 400Euro Hilfe.
        Also nichts dagegen, dass Hypothekenopfern jetzt geholfen werden soll, aber das reicht halt vorne und hinten nicht. Malagas Straßen haben sich in den letzten Jahren mit Obdachlosen gefüllt. Schockierend, wie man dabei zusieht, wie es rasant mehr werden…. bis man selbst mal dazugehört. Das sind nicht alles Hypothekenopfer, sondern Opfer der Arbeitslosigkeit. Die verheerende Arbeitslosigkeit ist nämlich das Problem, nicht die Hypotheken. Warum können die Leute sie denn nicht mehr bezahlen? In der spanischen Verfassung steht „Recht auf Arbeit“. Die Frage ist, was hier schief läuft, dass es keine Jobs mehr gibt. Das gilt es herauszufinden und dagegen zu kämpfen.

  8. […] tot aufgefunden. Sie wollten nicht miterleben, wie sie ihr Haus verlieren durch Zwangsräumung (Uhupardo [dt.]; Diario de Mallorca […]

  9. Josip sagt:

    Halb OT, aber weil häufig gejammert wird, in Schland würde es keinen Widerstand geben, hier ein Beispiel, dass es auch hier Leute gibt, die was reissen:

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/812955.hunderte-blockieren-zwangsraeumung-in-kreuzberg.html

    Also: Augen auf und mitmachen!

  10. cashca sagt:

    Was die Politik und die Banker im
    letten Jahrzehnt verbrochen haben , das spottet jeder Beschreibung.
    Eiskalt und skrupellos hat man die Leute reihenweise ins Unglück gestürzt.
    mAn hat ihnen dinge angedreht. die unverantwortlich sind, ja sogar sittenwidrig.
    Aber, was juckt es die Banker, wenn da einige hops gehen, sind doch nur ein paar Menschen…nur Humankapital oder nutzlose Rentner….ich hoffe nir, sie ween eines tages dafürbüsen müssen.
    Gotte Mühlen mahlen langsam, doc die Abrechnung kommt , irgendwann,
    Auf ganzer Linie erleben wir eine Verohung aller guten Sitten.

  11. […] Mallorca: Rentner-Ehepaar bringt sich vor der Zwangsräumung um. […]

  12. […] Sie dazu auch: * Nur der jüngste von vielen Fällen: Mallorca: Rentner-Ehepaar bringt sich vor der Zwangsräumung um * Heftplaster gegen Zwangsräumungen beschlossen * 1,5 Millionen Unterschriften zwingen Regierung […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s