Kollisionsgefahr: Geisterschiff treibt menschenleer im Atlantik

LyOrl

Wenn etwas keinen kommerziellen Wert hat, muss man sich nicht mehr darum kümmern. Seit zwei Monaten treibt das menschenleere russische Kreuzfahrtschiff „Lyubow Orlowa“ im Atlantik. Das über einhundert Meter lange Geisterschiff hat keine Positionslampen und eine Kollision könnte ein ökologisches Desaster auslösen, von der Gefahr für die Menschen auf anderen Schiffen einmal ganz abgesehen. Niemand fühlt sich fühlt sich für den schwimmenden Schrotthaufen zuständig.

Das 1976 erbaute Kreuzfahrtschiff sollte in der Dominikanischen Republik vom Eigentümer, einem Schrotthändler, in seine Einzelteile zerlegt werden. Dorthin sollte die „Lyubow Orlowa“ von einem Schlepper gebracht werden. Doch schon einen Tag nach der Abfahrt von der kanadischen Insel Neufundland am 23. Januar riss das Abschleppkabel. Der Schlepper wurde von den kanadischen Behörden zurückbeordert und das Schrottschiff ohne Besatzung einfach seinem Schicksal überlassen.

Heute weiss man nicht einmal genau, wo der steuerungslose riesige Kahn überhaupt im Meer dümpelt, der durch fehlende Ladung und Besatzung sehr hoch im Wasser liegt und damit akut Strömungen, Wind und Wellen ausgesetzt ist, Kentergefahr inklusive. Angeblich, so US-Behörden, soll sich die „Lyubow Orlowa“ etwa 2.000 Kilometer westlich von Irland befinden und auf stark befahrene Schifffahrtsrouten zutreiben, aber so genau weiss das niemand: In internationalen Gewässern jedenfalls, niemand fühlt sich zuständig – was sich spätestens ändern dürfte, wenn nach einem Unfall der Treibstoff ins Meer läuft.

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6 Kommentare zu “Kollisionsgefahr: Geisterschiff treibt menschenleer im Atlantik

  1. Rico sagt:

    Traurig. Müsste nicht eigentlich der Besitzer verantwortlich gemacht werden?

  2. Steuben1978 sagt:

    Hm also da könnte die deutsche Marine doch mal richtig dran üben! Das Ding über die Tiefsee schleppen und dann mit U32 die neuen Torpedos testen! Dann könnte endlich die Marine auch mal unter Einsatzbedingungen testen. Der Leopard2 wurde ja schon erfolgreich in Afghanistan eingesetzt. War sicher ein Grund für die Saudische Order. Unsere Uboote hinken da noch hinterher. Bzw. können wir sie nur den Griechen aufzwingen aber da muss der deutsche Steuerzahler ja noch Geld nachschmeissen. Die Ölscheichs sind trotz der kranken Ideologie die sie verbreiten viel attraktiver. Man sieht der Markt funktioniert wenn man nur will XD

    • fakeraol sagt:

      So ohne Pasagiere ist das aber ein unrealistischer Test. Da sollten diejenigen, die die Beschlüsse zum Kauf dieser UBoote gefasst haben, aber in erster Reihe live teilnehmen dürfen, um den Erfolg ihrer Entscheidungen zu geniessen.
      Auf der Brücke des Schiffs hätten sie sicher eine gute Aussicht.

  3. VVernhard sagt:

    Reblogged this on KP28 // MAGAZIN und kommentierte:
    Also hinterlassen wir nicht nur im Weltall unseren Müll!?

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