EU beschliesst Job-Garantie für Jugendliche – auch gern unentgeldlich

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Die EU räumt jetzt gründlich auf mit der Jugend-Arbeitslosigkeit in Europa. Endlich! Demnach soll jeder Europäer unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten, nachdem er eine Stelle verloren oder eine Ausbildung beendet hat, ein Angebot für einen Arbeits-, Ausbildungs- oder zumindest für einen Praktikumsplatz bekommen. Jetzt werden alle die vielen jungen Leute, die niemand braucht, dort eingestellt, wo sie wenig oder möglichst gar nichts kosten. Hauptsache weg von der Strasse …

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Schuftest du noch oder verdienst du schon?

Natürlich kann die EU in arbeitsmarktpolitischen Belangen nur Empfehlungen aussprechen, aber „mit der Jugendgarantie haben junge Menschen eine wirkliche Chance auf eine bessere Zukunft“, sagt Kommissionschef Jose Manuel Barroso und appellierte an die Staaten, „der Vereinbarung so schnell wie möglich Taten folgen zu lassen“. Die werden nicht zögern, da kann man ganz sicher sein.

Schon heute und ohne die neue „EU-Job-Garantie“ arbeiten immer mehr Menschen gratis „zur Probe“ oder werden mit Pratikumsplätzen als billige Vollzeitkräfte gern genommen. Die neue Regelung dürfte diese Situation noch befördern. Alles unter dem Motto: „Seht ihr, die EU bringt euch unter, macht euch keine Sorgen“. Dass es damit für eine eigene Wohnung wieder nicht reicht, Mami und Papi den Nachwuchs weiterhin unterbringen und finanzieren müssen, wen stört das schon? Irgendwas ist immer. Immerhin bekommt die Wirtschaft so noch billigere Arbeitskräfte. Amazon kann durchatmen. Ist das gar nichts?

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15 Kommentare zu “EU beschliesst Job-Garantie für Jugendliche – auch gern unentgeldlich

  1. Amal sagt:

    So ein Sklavenjob ist ja noch schlimmer als arbeitslos. Da hat man dann nämlich nichtmal mehr Zeit, irgendwie Geld schwarz zu verdienen. Nicht, dass ich Schwarzarbeit befürworte, aber Geld braucht man ja nun mal zum Leben.

    • aus Madrid sagt:

      Danke Uhupardo für Ihren Artikel!
      Sehr wichtig, das klar zu stellen, denn die Medien beeilen sich das als ganz ganz hervorragendes Produkt und Errungenschaft zu verkaufen.
      Hier kann ich sozusagen „den kleingedruckten Beilegzettel lesen ; )

      Was Sie in ihrem Kommentar schreiben, ist sehr realistisch, Amal.

      Was für gravierende Veränderungen in letzter Zeit (seit 2008) durchgedrückt undaufgezwungen werden, für die Arbeitgeber und weitgehend gegen die Arbeitnehmer, ist sehr traurig und beängstigend.
      Ohne Zweifel wird daran gearbeitet, den Staat soweit wie möglich abzubauen.
      Immer öfter können die Interessenten und Verfechter dieser ideologischen Richtung nach Herunterwirtschaftung öffentlicher, gemeinwohlnütziger Untenehmen wie Schulen, Universitäten, Hospitäler, Wasserwerke, Transportsysteme und so weiter.., ihren Satz sprechen: „seht ihr? Der Laden läuft nicht, also dichtmachen. Wir lassen es jetzt von einer Firma übernehmen.“ Bei einem „Aber…“ der Bevölkerung, lautet die Antwort: „Es tut uns leid, wir haben Verständnis, es geht nicht anders als so. Mit freundlichen Grüssen und Tschüss.“ Ist jemand in der Bevölkerung noch immer nicht ruhig, kommt ein Knüppel mit einem Staatsdiener in Uniform zum Einsatz und es regnet Geldstrafen. Und je weniger Steuern, desto weniger Staatsapparat ist möglich. Das ist hervorragend gut ausgeklügelt und eingeführt worden von EU u.a.

      Für mich gilt, wenn ich das nicht länger mit ansehen will, mitwirken in einer der tausenden Bürgerinitiativen die hier entstanden sind oder schon etabliert waren, mit guten Alternativen, guten Debatten, guten Aktionen, die zu einem aufbauenden Nährwert führen und sehr viel bewirken können, wie in letzter Zeit bewiesen wurde.
      Und auch wichtig für mich: Einen Gedankenaustausch zu betreiben, mit Menschen, die die Augen zu haben vor all diesen offensichtlichen Intentionen der jetzigen Machthabenden, sei es aus Verbohrtheit, Egoismus oder Angst.
      Mit „über die Verhältnisse gelebt“ und dann: „Tja!“… wollen einige die protestierenden Münder schliessen. Dagegen gibt es sogar eine ganze Argumentreihe, die ich mir vorgenommen habe, sehr ruhig und nett darzulegen, wenn ich auf diesen Satz stosse.
      LG : )

      • fischi sagt:

        Ja gut, aber wenn die Neoliberalen den Staat soweit zerstört haben, dass er ihnen nicht mehr helfen kann, sind auch die kaputt.
        Ich weiss es nicht, aber wenn ich mir mal so ansehe wie weit diese kranken Meinungen in der Gesellschaft angekommen sind habe ich wenig Hoffnung, dass die Leute auf der Straße noch was erreichen können.
        Dieses Dreckssystem ist sowohl in den Schulen und schon länger in den Unis angekommen.
        Das sollte man nicht unterschätzen.
        Die Medien sind sowieso gleichgeschaltet.

        • aus Madrid sagt:

          Das stimmt, aber die Hoffnung die Umwelt zu geniessen und Gesellschaft mitzugestalten, sollten Sie nicht so schnell verlieren. Immer mehr Menschen werden wach vor den offensichtlichen Intentionen der Finanz-Regierungen und Bürgerinitiativen spriessen überall hervor.
          So schnell können die Machtzellen gar nicht stutzen, wie diese nachwachsen und gedeihen.

          Ein spätes Erwachen, aber ein effektives, sehr Wachsames.

          Im Deutschen Sprachraum zum Beispiel, wo die Wirkung dieser jüngsten Reformen noch nicht in diesem extrem Maße spürbar sind, gibt es schon sehr gut organisierte Initiativen. BBM, Gemeinwohlökonomie, Individuen, die aus eigener Initiative anders leben als im Wirtschaftszwang. Einige dieser Initiativen sind hier sehr bekannt geworden, werden von Gruppen hier auch eingeführt, geben vielen Hoffnung und beweisen, dass ein Zusammenarbeiten auf Bürgerebene möglich ist und sehr viel bewirken kann.

          Fischi, dieses Drecksystem ist das System in dem wir leben.
          Wenn wir den Dreck nicht haben wollen und doch ein System, dann ist es erforderlich, den Dreck zu beseitigen, denn es ist offensichtlich geworden, dass einige eigentlich wenige, lieber das System beseitigen wollen… ; )
          Wir werden sehen können, wer in diesem Kampf besteht. Die Notwendigkeit dafür zu kämpfen wird von Tag zu Tag immer mehr Menschen deutlich, angesichts des aggressiven Eindringen des neoliberalen Gedankenguts intimste Lebensbereiche.
          Diese, tanken Gedanken gegen Bezahlung und können die Wahrheit durch ihren eigenartigen Sprachgebrauch längst nicht mehr verbergen.

          LG und dass die Hoffnung oft und schön schimmere ; )

          • Uhupardo sagt:

            Gestern lief , wieder einmal, der Film „Ghandi“ auf Arte. Man kann ihn gar nicht oft genug sehen. Dieser Widerstand, der Gewalt ausübt zur Systemveränderung, ohne gewalttätig zu sein, das ist es, was es braucht. Eine Menge von Menschen, die jeden Tag grösser wird und sagt:: Wir sind nicht bereit, jemanden deswegen umzubringen, aber wir sind deutlich, laut und jederzeit vernehmlich gegen diese neuen Gesetze, sind nicht bereit sie zu akzeptieren und zu befolgen. Auch weiche Wellen brechen den Stein, wenn sie gross und konsistent genug sind. Wie Ghandi sagt: „Sie können mir die Knochen brechen, aber nicht meine Gefolgschaft und meinen Gehorsam erzwingen.“ Wenn es genügend Menschen gibt, die sich widersetzen, ohne deswegen gewalttätig werden zu müssen, ist der Sieger immer und auch jetzt bereits vorgezeichnet.

            • aus Madrid sagt:

              Danke für den Verweis auf diesen außergewöhnlichen Menschen, der es tatsächlich erreicht hat die Aufmerksamkeit bei sehr sehr vielen Menschen auf ein ganz neues Weltbild zu lenken : )

  2. Axel sagt:

    ein Praktikumsplatz ist nur Augenwischerei und löst keine sozialen Probleme.

    Er macht weder satt, noch schafft er „Wasser aus der Wand“ , geschweige denn ein Dach über dem Kopf ….
    Was es aber auf jeden Fall lösen würde, wäre die durch die EU schon lange erkannte Gefahr, dass sich junge Menschen verbinden, sich vernetzen, sich informieren und um schlußletzendlich zu demonstrieren, aufzustehen gegen diese fatale Politik.

    … und umso mehr jugendliche man von „der Strasse“ bekommt, um so geringer wächst das Potenzial dieser berechtigten Gefahr des Volksaufstandes.

    liebe EU, eure Zeit läuft aus, diese Maßnahmen (schon gar nicht von tausenden Praktikumsplätzen) sind zwar herrliche Ablenkungsmanöver, dennoch werdet ihr in eurer Verzweiflung wirklich immer Schlechter und durchschaubarer in euren Aktionen und bei allem gebührendem Respekt: …. ihr schaufelt eurer Grab jeden Tag nur noch tiefer.

  3. holzbock sagt:

    Kostenlose Arbeitskraft von unverbrauchten Menschen, jipi, ein neur Standortvorteil für den Wirtschaftsstandort Europa.

  4. EuroTanic sagt:

    Man könnte die Arbeitslosen wie vor 80 Jahren auch zur Arbeit zwangsverpflichten. Gitterstäbe schrubben, 24 Stunden lang, von innen. LOL

  5. fischi sagt:

    Da übernimmt die EU das deutsche System.
    Und wie ein Wunder gibt es weniger Arbeitslose.
    Gekonnt hat keiner was aber die Statistik stimmt.
    Die einzigen Gewinner sind dubiose Firmen die Bewerbungstraining uns solch einen Unfug anbieten.

  6. […] viaEU beschliesst Job-Garantie für Jugendliche – auch gern unentgeldlich « uhupardo. […]

  7. Häschen sagt:

    Das Thema ist zu traurig um darüber zu scherzen. Früher kamen oft BRD Bürger nach Österreich und gingen wieder, diesmal bleiben sie. Es sind ca. 500k bei uns. Jeder ist an sich Willkommen, Österreich ist ein Vielvölkerstaat. Aber so erfolgreich sind die Maßnahmen in .de gar nicht.

    Die Statistik wird aufgebessert. Habe mal auf einem anderen Blog gelesen Sinnesgleich ein Statement aus den 50ern. Nach der negativen Einkommenssteuer, bezahlt dann der Staat die Gehälter und das ist kurz vor dem Ende … Das ist die Kombi Sozialstaat und Papiergeldsystem, so wie es betrieben wird. In Österreich geht man zumindest den Weg, vorsichtig Arbeit weniger zu belasten… zumindest nicht mehr. Die Gesamtlast steigt auch hier unaufhaltsam bis der Tag kommt.

  8. Don Furioso sagt:

    So wird bald der Standort Europa auch für Foxconn interessant.

  9. Frank sagt:

    Arbeiten bitte bis zum umfallen! Lohn? Wer bitte will denn noch Lohn haben? Sie können froh sein, dass wir Sie nehmen.

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