Leistungsschutzgesetz: Für uns überhaupt kein Problem

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Deutschland ist ein seltsames Land. Dort, wo Gutenberg einst dafür sorgte, dass Informationen und Gedanken durch den Buchdruck für viel mehr Menschen zugänglich wurden, wird jetzt ein Gesetz beschlossen, das genau das verhindert. Das Regelwerk wird niemandem helfen, ausser den Anwaltskanzleien, die sich durch Abmahnungen die Taschen füllen: Weder Google, noch den Verlagen, und schon gar nicht den vielen Lesern, die sich ihre Informationen aus dem Netz besorgen. Deswegen wird es in diesem Blog eine klare Linie geben.

Um das klar zu sagen: Jeder hat ein Recht an seinem eigenen Gehirnschmalz. Wir freuen uns deswegen über jeden, der unsere Artikel mit ein paar anreisst und einen „Weiterlesen“-Link darunter setzt – und es ist nicht in Ordnung, ohne unsere Genehmigung einen kompletten Artikel auf die eigene Seite zu entführen. Insofern verstehen wir auch die Verlage, die das Recht an ihrem geistigen Eigentum reklamieren. Prinzipiell vollkommen in Ordnung. Wenn sie für die Verlinkung + fünf Zeilen von Google beispielsweise eine pauschale Vergütung verlangt hätten, obwohl ihnen durch die Suchmaschine Leser zugeführt werden, hätte man das ohne grossen Kommentar abnicken und zum Tagesgeschäft übergehen können.

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Jetzt allerdings sieht es so aus, als gäbe es eine Regelung, die niemandem nützt und allen schadet. Nach dem Leistungsschutzgesetz sollen sogenannte „Snippets“ kostenlos übernommen werden dürfen, die allerdings praktisch nicht definiert sind. „Einzelne Wörter“ oder „sehr wenige Wörter“ – egal wie es am Ende lautet, die Anwaltskanzleien werden sich feixend die Hände reiben und schon einmal die Kopiermaschine anwerfen, um Abmahnformulare ein Serie zu drucken. Dann dürfen (sollen!) Richter entscheiden, ob die mit viel Geld gegen die mit wenig Geld gewinnen dürfen oder nicht. Das ist nicht nur eine sinnlose Regelung, sie schadet auch noch allen, ausser eben den Abmahnern.

Die Ehe, die die grossen Verleger jetzt mit der Regierung eingehen wollen, ist von vornherein zu Scheitern verurteilt. Wenn die Verlage es bis jetzt nicht geschafft haben, beispielsweise mit attraktiven und simplen Bezahlmodellen für einzelne Artikel, ihre Portale wirtschaftlich halbwegs lebensfähig zu machen, wird es ihnen mit diesem unsäglichen Leistungsschutzrecht zweimal nicht gelingen. Im Grunde versuchen sie nur, ein Geschäftsmodell, das sich längst überlebt hat, gegen eine digitale Revolution abzuschotten und sich gegen eine übermächtige Neuerung einzuigeln. Das hat noch nie funktioniert, egal in welchem Bereich.

Dieser Blog, der keinerlei Werbung enthält und deswegen keinesfalls als gewerblich betrachtet werden kann, wird vermutlich sowieso nicht in der Gefahr sein, jemals in Probleme zu geraten. Dennoch möchten wir gern beispielsweise mit denen solidarisch sein, die für die viele Arbeit und Zeit, die sie in ihre Blogs investieren, mit erheblicher Mühe versuchen, durch ein paar Werbebanner wenigstens ein Taschengeld zu erlösen. Sollte also das halbherzig und diffus definierte Leistungsschutzrecht vom Bundesrat abgesegnet werden, gibt es hier das genaue Gegenteil davon: Eine sehr klar und genau definierte Linie.

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Uhupardo wird in diesem Fall zukünftig auf sämtliche Links egal welcher Verlage verzichten und Zitate, ob kurze oder lange, kommen nicht mehr vor. Das gilt dann zwangsläufig auch für die Kommentarfunktion. Oder anders gesagt: Bevor wir uns jeden Tag fragen müssen, was denn noch wie und wie lang zitiert werden darf, um keine juristischen Konsequenzen fürchten zu müssen, werfen wir alle Verlage kompromisslos raus. Kein grosser Verlust und nur gerecht, denn bisher haben wir, über unsere Links oder die unseres Publikums, tausende von Lesern zu „Spiegel“, „taz“, „Zeit“ und anderen geschickt, ohne dass wir davon irgendeinen Vorteil hatten. Das hätte sich damit erledigt.

Ob die Massenmedien, die sich jetzt den Schutzpanzer von der Regierung erhoffen, Vorteile von einem so viel besuchten Blog wie Uhupardo (1 Mio. Zugriffe in 2012) haben, sollen sie selbst entscheiden. Wir jedenfalls brauchen alle diese Herrschaften keinesfalls, so viel ist ganz sicher. Auf die paar Links zu Artikeln in den grossen deutschsprachigen Medien, sie sich trauen, das bestehende System auch nur in Frage zu stellen, können wir notfalls locker verzichten. Kein nennenswerter Verlust zu erwarten.

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Die jüngste Änderung im Gesetz: „Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte.“

…und der entscheidende Nachfolge-Artikel:
* Definitiver Rauswurf für deutschsprachige Verlage

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39 Kommentare zu “Leistungsschutzgesetz: Für uns überhaupt kein Problem

  1. Das Schlimme daran ist dann wohl, dass Aussagen nicht mehr belegt werden können – und somit immer unter dem Verdacht der Lüge stehen.

    In DIESE Richtung sehe ich den eigentlichen Angriff durch dieses sonst sinnlose Gesetz.

    • Uhupardo sagt:

      Das ist richtig aber relativ richtig.

      Ein Beispiel: Wir berichten in diesem Blog über irgendeine Begebenheit. Dann kommt ab und zu die Äusserung „Dazu hätte ich gerne eine Quelle“.

      Abgesehen davon, dass sich jeder selbst seine Quellen suchen kann, wenn ihm danach ist und er Google und andere Suchmaschinen zu bedienen weiss, ergibt sich eine ganz andere Frage: Wenn wir unter den Uhupardo-Artikel nach dieser Aufforderung beispielsweise den Link zu einem Artikel in „El Mundo“, „ABC“ oder „Vanguardia“ setzen, ist sofort Ruhe, es wurde ja die gewünschte Quelle angegeben.

      Doch inwiefern ist das logisch? – Vielleicht sind wir in diesem Fall aufgrund eigener Recherchen und kontrastierter Information die viel bessere „Quelle“?! Und wieso ist irgendein Massenmedium (ob spanisch oder deutsch), das ansonsten system- und politikerkonform textet, dazu geeignet, unserem Blog-Artikel Authentizität zu verleihen? Das soll der Ritterschlag der Wahrhaftigkeit sein? – Lächerlich.

      Es ist ein bisschen wie im Fussball während der Transferzeit. Bei jeder News bricht der Streit los: Deine Quelle, meine Quelle – nur meine ist legitim, die des anderen ist immer unseriös.

      Wir können deswegen ganz gut darauf verzichten, Aussagen auf solche Art „belegen“ zu sollen. Wer Uhupardo öfter liest, weiss die Seite für sich vermutlich einzuschätzen. Und wer Zeilen für unseriös hält, mit oder ohne Massenmedien-Link, soll woanders lesen.

      • Bonsta sagt:

        Es geht ja nicht darum Belege zu fordern oder zu liefern, sondern darum, dass Medienkritik oder Kritik an einzelnen Beiträgen ohne Zitate sehr erschwert wird. Medienkritik ist aber sehr wichtig, weil sie ein Teil der Öffentlichkeit darstellt.

        Ein Beispiel: Ohne das „Kalkofe-Urteil“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Kalkofe) hätte es nach eigenen Angaben von Holger Keymeier „Fernsehkritik-TV“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Fernsehkritik-TV) nie gegeben. Diese Vorsicht war berechtigt und erst dieses Urteil hat Klarheit geschaffen. Solange eindeutig ersichtlich ist, dass Zitate, oder in diesem Fall Ausschnitte, dazu dienen, eine eigene Meinung zu verdeutlichen, ein „selbstständiges Werk“, ist das legitim. Die Anzahl zitierter Zeichen oder Ausschnitte spielte dabei überhaupt keine Rolle. Das hat sich nun geändert.

        • Uhupardo sagt:

          *so unterschrieben*

          • Bonsta sagt:

            Noch hinzuzufügen wäre, dass selbst kommerzielle Interessen – wie es bei beiden im dem Beispiel von mir der Fall ist – ebenfalls keinerlei Rolle spielten. Aber gerade das hat sich dramatisch geändert und deswegen wollte ich darauf nochmal hinweisen. Vor allem weil wir nun mal in einer Welt leben, in der niemand kommerzielle Interessen gänzlich ausblenden kann.

            • Uhupardo sagt:

              „Vor allem weil wir nun mal in einer Welt leben, in der niemand kommerzielle Interessen gänzlich ausblenden kann.“

              Doch, doch, ein paar Wenige gibt es noch.

              • logischdede sagt:

                so wie irgendwann die GEMA-Vermutung eingeführt wurde, so wird irgendwann (wohl bald?!?) die Kommerz-Vermutung eingeführt werden – das ist dann faktisch ein Generalverdacht, eine Beweislastumkehr – und die Arbeit die Unschuld zu beweisen hat der Beschuldigte. Da hin läuft der Hase – und das ist nun wirklich nicht gut – nicht in einem freien Land (=in einer Republik) noch in einem Land irgend einer anderen freiheitlichen Prägungsstufe.

      • Ulrich Fiege sagt:

        Genau das sehe ich auch so, ich zitiere: „Und wieso ist irgendein Massenmedium (ob spanisch oder deutsch), das ansonsten system- und politikerkonform textet, dazu geeignet, unserem Blog-Artikel Authentizität zu verleihen? Das soll der Ritterschlag der Wahrhaftigkeit sein? – Lächerlich.“

        Das ist auch Lächerlich und es würde mich nicht wundern, wenn die „marktkonformen Medien“ sich ihre Informationen über Blogs wie diesen hier holt. Das würde Uhupardo zwar auszeichnen und das zu Recht, aber das es Blogs wie diesen gibt ist ja nur dem Zustand zu zuschreiben, das die Presse als Säule der Demokratie versagt hat. Versagt trotz der im Grundgesetz verbrieften Rechte um den Erhalt von Freiheit und Demokratie unter rechtsstaatlicher Prinzipien. Das dieses Leistungsschutzrecht im Zeitalter des www und unter dem Gesichtspunkt der Informationsverbreitung in einer Bericht oder Nachrichtenerstattung durchgewinkt wird kann ich mir zwar vorstellen angesichts des fehlenden Niveaus in der Politik, aber die Frage wie tief die noch sinken wollen stellt sich gar nicht angesichts der Vorhaben und geschaffenen Möglichkeiten um den Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die EU-Verfassung hatte ich oft genug als Lektüre vorgeschlagen, der Überwachungsstaat schon längst Realität.

        Darf ich auf ein Buch aufmerksam machen, „Handbuch zum Recht der inneren Sicherheit“ das sich mit den geschaffenen Möglichkeiten der Repression beschäftigt? oder ein Zitat von W.Schäuble bringen welches im Buch wieder gegeben wurde?, sein Zitat: „Die Verfassung ist immer weniger das Gehege, in dem sich Demokratisch legitimierte Politik frei entfalten kann, sondern immer stärker die Kette, die den Bewegungsspielraum der Politik lahm legt.“ Damaliger Bundesinnenminister 1996. Wenn nicht dann schmeiss es (den Absatz) raus und nimm es als Info von mir an, das was da in der Leseprobe zu lesen ist zeigt wohin wir schon längst gesteuert sind und sollte zur Pflichtlektüre noch vor EU Verfassung werden, diese wenigen Seiten haben es in sich!

      • fakeraol sagt:

        Ich sehe das ehr als einen (geglückten) Versuch, die Hoheit über Meinung und Geschichtsschreibung wieder unter Kontrolle zu bringen.
        Warum?
        In den „vor-Internet-Zeiten“ haben Zeitungen (und andere Medien) berichtet, was deren Bosse für berichtenswert hielten. Dadurch, daß es kaum noch unabhängige Zeitungen mit Breitenwirkung gab, anstatt dessen Medienkonzerne, die reichen = einflußreichen Menschen gehören und deshalb deren „konservative“ Sichtweise in den, miteinander pseudo-konkurrierenden Zeitungen des Konzerns, verbreiteten, bestimmten diese Konzerne, was berichtet, und damit geschichtlioche Realität in den Köpfen der Menschen, also Geschichtsschreibung wird.
        Das Internet bietet JEDEM die Möglichkeit, fdür andere lesbar die Meldungen zu hinterfragen, Zusammenhänge zu anderen Meldungen herzustellen, selber zu publizieren. Damit gerät die ganze Meinungsmacher-Hoheit ausser Kontrolle, es werden Fragen gestellt, die zunehmend Breitenwirkung entfalten können, die sich verbreiten und auch die unkritischen Menschen mit neuen Denkanstößen anregen, deren Weltbild bisher dank Massenmedien in sich stimmig war.

        Indem man denen, die als Privatpersonen keine eigene professionelle Rechtsabteilung besitzen, diese kritische Auseinandersetzung mit Medienkonzern-Berichterstattung/Geschichtsschreibung nahezu unmöglich macht, immunisiert man das so sorgsam entwickelte und gepflegte Geschichtsbild des unkritischen Durchschnittsbürgers gegen diese ketzerischen Gedanken und Fragen.
        Das Internet hatte die Rolle der „fünften Gewalt“ übernommen, die der etablierte Journalismus längst in sein Gegenteil verkehrt hat. Die soll damit ausgeschaltet werden.

        Wenn das Internet das, was in Zeitungen und anderen Massenmedien gelogen, ausgelassen, verdreht, verzerrt dargestellt, oder verschwiegen wird, nicht mehr zitiert, und deshalb auch keine Kritik mehr daran formulieren kann, haben die mit dem LSR das erreicht, was sie wollten.

        • Uhupardo sagt:

          Jein. Der Ansatz ist durchaus richtig, doch niemand hindert uns an eigenen Formulierungen.

          Ein konstruiertes (blödes) Beispiel. Text.

          „Der Spiegel kritisiert die Frisur von Rösler in seinem neuen Leitartikel und weist darauf hin, dass das neue Image von inhaltlicher Leere ablenken soll.“

          Man kann durchaus auch so einsteigen und dann den Handlungsstrang entwickeln, ohne einen Link + Zitate setzen zu müssen. Wer das nachlesen will, findet es selbst.

          • fakeraol sagt:

            Ja, im Prinzip haben Sie recht. Allerdings ist das LSR nur ein Baustein, ein anderer ist der Rundfunkänderungsstaatsvertrag, und bei Inhalten, die man nicht so einfach in den Archiven der Medien findet, wird das „Googeln“ für Ungeübte schwer, wenn es darum geht, Aussagen zu belegen, die von den Politikern und Medien geleugnet werden.

            Selbst wenn mit diesem Massnahmen Kritik aus dem Internet nicht ganz verhindert werden kann, wird sie doch erheblich erschwert, und wenn man sich weitere Initiativen anschaut, wie z.B. Internetsperren, die zuerst auch nur für ganz schwere Straftaten gelten sollten, oder die Telekomunikationsüberwachung, einst „nur gegen Terrorismus“, mit der z.B. in Dresden schon tausende Naziaufmarsch-Gegendemonstranten vorratsüberwacht wurden, und die Abschaltung der Telekomunikation durch die Polizei, dann kann man sehen, wohin die Reise gehen soll.

      • me sagt:

        Das ist der beste Gedanke, den ich seit langem gelesen habe. Wenn diese Erkenntnis in immer mehr Menschen keimt, kann ein wirkliches Umdenken beginnen, da sie keiner bestimmten Medien-Kaste (MSM) mehr hörig sind.

    • Wenzel sagt:

      Hier stellt sich aber die Frage ob man institutionalisierte Massenmedien überhaupt die Autorität der Wahrheitslegitimierung zuschreiben kann / sollte.

      Ich bin neulich über ein Beispiel gestoßen, das sehr schon verdeutlicht, dass Medien auch nur Sprachrohr etablierter Eliten sind.
      Es ging da um Dick Cheney, der in 2002 bei einem Interview auf NBC meinte, dass Saddam Hussein an der Atombombe arbeitet. Er bezog sich dabei auf einen New York Times Artikel der einen Tag zuvor raus gekommen ist. Die New York Times wiederum bezog sich auf Aussagen der Regierung – also Dick Cheney. Er hat sich also selbst zitiert aber durch die Autorität der Times „Wahrheit geschaffen“.

      Nachzulesen hier:
      http://mediamatters.org/research/2006/06/30/conservative-media-silent-on-prior-publication/136091

      Gefunden hier:
      Ryan Holiday – Trust Me I’m Lying

      • Uhupardo sagt:

        Sehr gutes Beispiel, Wenzel. Gracias. Schon deswegen sehen wir keinerlei Notwendigkeit, unsere Texte durch irgendeine Quelle der Massenmedien „legitimieren“ zu sollen.

    • Maria Anders sagt:

      Genau das Problem sehe ich auch. Jetzt haben wir schon den 23. März 2013 und ich erfahre als Bloggerin jetzt erst auf Umwegen davon. Vielleicht könnte man unten in seinem Beitrag als Quelle angeben, das man das Ganze der Tagespresse online entnommen hat, ohne eine konkrete Site anzugeben. Ich für meinen Teil, hoffe mal, dass das funktionieren könnte.

  2. almabu sagt:

    Ich sehe das genauso, habe aber zwei Fragen zum Thema:
    1. Ist es richtig, dass dieses Gesetz bis zu einem Jahr rückwirkend greifen soll? Das habe ich so irgendwo gelesen, halte rückwirkende Gesetze aber für grundsätzlich ungesetzlich!

    2. ist es richtig, dass dieses Gesetz eigentlich nur den deutschen Sprachraum betrifft? Wer also hauptsächlich aus dem (aus Deutschland gesehen!) Ausland und dessen Medien berichtet und verlinkt, sei sowieso nicht betroffen?

    Ich werde auch keine deutschen Medien mehr zitieren und keine deutschen Quellen mehr verlinken.

    • Uhupardo sagt:

      1. So hört man, ja. Belege dafür haben wir allerdings bisher auch nicht.

      2. Richtig. (Deswegen sprachen wir im Artikel auch von „deutschsprachigen“ Quellen.)

  3. fischi sagt:

    Ich sehe da kein Problem, ich werde mir bestimmt keine Zeitung kaufen bloß weil mich nach Wochen wieder mal ein Artikel angesprochen hat.
    Positiv gesehen kann es das Internet auch voran bringen.
    Kann doch sein das z.B die Blogs näher zusammenrücken.
    Und unabhängige Medien könnten auch mehr Zuspruch bekommen.
    Deswegen bin ich auch der Meinung sollen die gierigen Verlage sich kümmern.
    Einfach mit nicht beachten ist genau das Richtige.

    • Wenzel sagt:

      Das heisst, der Teil der Gesellschaft der sich im Internet auf dem Pfad der Systemkritik bewegt, entfremdet sich weiter von dem Teil der Gesellschaft, der die Konsensmaschinen – oder wie es oben heisst „system- und politikerkonform“ Medien – rezipiert.

      • Ulrich Fiege sagt:

        Genau die Frage stelle ich mir auch. Wenn also die Internetnutzer nicht mehr bei den üblichen Verdächtigen landen durch die Suchmaschine, wäre das doch ganz im Sinne der Aufklärung denn die User werden direkt zu den tatsächlichen Nachrichten oder Informationen geleitet, wie z.B. diesen Blog, dessen Informationen durch die gegenseitige Verlinkung auf Richtigkeit der Angaben auch bestätigt werden? Dadurch könnte dann die Gesellschaft das wahre Gesicht der Politik erkennen und am Ende sogar Wahlen beeinflussen, oder beides im günstigsten Fall, falls wir bis dahin noch wählen dürfen? Bei ca 50% Internetnutzer die wiederum die ohne Internet informieren, am Arbeitsplatz o.ä. wäre das Leistungsschutzrecht ein klassisches Eigentor, oder hab ich was übersehen?

        • Uhupardo sagt:

          Das ist richtig. Sie werden allerdings vermutlich in den unseriösen Blogs auch keine Links mehr finden, zumindest in denjenigen, die Werbung beinhalten und schon deswegen auf Verlinkung vorsichtshalber verzichten müssten.

  4. Bruchmüller sagt:

    Ich halte etwas für Scheixxe. Muss ich nun recherchieren, ob das schon irgendwo steht? Muss ich dann schreiben, dass es mehr als Scheixxe ist?

  5. Hans Kolpak sagt:

    Für meine Pressetexte habe ich mir einen Spruch einfallen lassen:

    Dieser Pressetext ist frei verwendbar. Es werden keine Lizenzbeträge beansprucht. http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht_für_Presseverleger

  6. Ralph Metzger sagt:

    Nun ja, da waren die Lobbyisten also mal wieder die Sieger, als sie 2009 dieses ominöse Thema in den Koalitionsvertrag der Regierung transferiert haben. Aber jetzt sollten wir erst mal abwarten, ob nicht der Bundesrat da noch etwas richten kann.

    Falls nicht, halte ich diese Idee hier http://blog.xwolf.de/2013/03/02/nutzungsausschluss-fur-presseverleger-und-verlage/ für eine „richtige“ Reaktion.

    Einen schönen Sonntag noch
    Ralph
    (Basispirat)

    • Uhupardo sagt:

      Ralph, das sollten Sie sich gut überlegen. Kennen Sie den Spruch „Wer klagt, ist der Dumme“? Dieser Text bringt sie in genau diese Situation: eventuell klagen zu müssen. Klagen (Geld ausgeben) müssen immer die anderen, Sie möglichst nicht.

  7. aus Madrid sagt:

    Uhupardo, vielen Dank für diese Information!
    Fast jeden Morgen geriet meine Frisur aus der Form mit Eurem grandiosen Blog : )

    Noch ein gezielt absurdes und bevormundendes Gesetzt für gewisse Konzerne und gewiss nicht für die Bürger. Aber hat die jemand gefragt?
    Der Gelderlös für eine Minderheit steht bei den Entscheidungen der gewählten Volksrepräsentanten offensichtlich stets vor den bescheidensten menschlichen Bedürfnissen und Lebensnotwendigkeiten der Mehrheit, nun auch hier in diesen Breitengraden. Essen, trinken, wohnen – und jetzt auch Denken und Argumentieren. – Alles zu verramschen wert.

    Im Grunde ist es ein Gesetz um Verbindungen und Gedankenaustausch zu mindern oder zu verhindern. So verstehe ich das zumindest. Allein bleiben und wenn möglich zu Hause vor einem Bildschirm und sich nun auch da fragen. „darf ich das? Wie kann ich das sagen ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten?“
    Eine neue Falle ist aufgebaut, mit deren Technik sich befasst werden soll und was dann, an der Falle und am Wesentlichen gekonnt vorbeigelotst, in die „richtige“ Richtung geleitet führen soll. Dankeschön und Bitter,sehr.

    Noch eine Demütigung und Mund-zu-Maßnahme und eben noch ein Grund in der langen Liste, an die frische oder faule Luft zu gehen und den zivilen Ungehorsam zu fördern.
    Aber bitte nicht alleine zu Hause bleiben und da vor einem Bildschirm in die Luft gehen. Das ist ungesund.

    !A la calle para que no nos callen! – Spazieren gehen und singen (eigenes Erfundenes) und rufen ist ja noch erlaubt… Solche Frechheit : )

    • Uhupardo sagt:

      „Aber bitte nicht alleine zu Hause bleiben und da vor einem Bildschirm in die Luft gehen. Das ist ungesund. !A la calle para que no nos callen!“

      Dick unterstrichen!

  8. Proxy sagt:

    Sehr gut, das macht das herausfiltern dieser Links sehr viel einfacher.

  9. Uhupardo sagt:

    So weit ist es gekommen. Jetzt muss jeder, der weiterhin verlinkt und zitiert werden möchte, seine eigene Erklärung abgeben und hoffen, dass es gelesen und beachtet wird.
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/In-eigener-Sache-Der-Heise-Zeitschriften-Verlag-und-das-Leistungsschutzrecht-1815715.html

    • logischdede sagt:

      Das Internet und besonders das WWW sind eine Art der Wissens-Allmende. Seine Grundlage ist die Verlinkung. Wer daran teil nimmt stimmt dieser Verlinkunk automatisch stillschweigend zu.

      Wer solche Gesetze auch nur andenkt hat das grundsätzliche Wesen der Internet-Gemeinschaft schlichtweg nicht verstanden.

      Die bei Heise angedeutete Haus-eigene Individual-Regelung z.B. den einleitenden Absatz samt Überschrift oder eine vergleichbar große Text-Passage frei kopieren zu dürfen tastet dieses Wesen eben gerade nicht an. Jedoch hat weiterhin der Anspruch hier eine individuelle Regelungs-Hoheit zu schaffen wiederum nichts, aber auch gar nichts mit dem Wesen des Netzes und seiner Grundlagen gemein.

      Wer war zuerst da, das Netz oder diejenigen die sich jetzt als Netz-Nutzer mit eigenem „Hausrecht“ ein fettes Stück daran sichern wollen? Hausrecht endet an der eigenen Haustüre – wer sie für alle Welt öffnet hat das am Ende selbst entschieden. Aber raus auf die Straße laufen und sich selbst „Polizeigewalten“ an zu eigenen – das ist wider-natürlich, jedenfalls im Netz – aber auch im Staat – und genau das würde der Staat machen wenn er die Neuregelung in so einer Form beschliessen würde, er würde die staatliche Gewalt aus der Hand geben und sie Privatleuten in die Hände geben – mir nur wenig Chance dass eine höhere Instanz oder überhaupt ein höheres Ziel von allgemeinem Nutzen damit jemals noch erreicht werden könnte.

      Vor solch einer Zukunft in der eine Horde von Privat-Polizisten auf den öffentlichen Bereichen des Internet noch um Welten stärker patrouilliert als heute schon, davor graut es mir. Davor sollte es jedem grauen!

  10. fakeraol sagt:

    Und drunter steht: Quelle: ef-magazin
    http://www.ef-magazin.de/2013/03/04/4068-leistungsschutzrecht-bailout-fuer-verlage
    also eine Fullquote des Artikels.

    Bleibt abzuwarten, wie „frei“ EF ist.

  11. […] Leistungsschutzrecht nicht aufgehalten. Damit gilt ab sofort das, was wir 2. März im Artikel “Leistungsschutzgesetz: Für uns überhaupt kein Problem” bereits angekündigt […]

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