Wichtig: Vertrauen der Finanzmärkte – klinisch tot: Vertrauen der Kleinsparer

Während auf Zypern die Menschen immer noch fassunglos vor den Geldautomaten stehen und sich fragen, wie es passieren konnte, das die Eurogruppe nicht einmal die Einlagensicherung von 100.000 Euro respektiert  …

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… ist man in Schweden schon einen Schritt weiter.

Dort wird Bargeld mehr und mehr komplett abgeschafft. Angeblich sogt das für Sicherheit: „Wo es kein Bargeld gibt, lohnen sich Raubüberfälle nicht.“ – Inzwischen werden schon Kleinstbeträge per Plastikkarte bezahlt. Wer in Stockholm mit dem Bus fahren will, kann beim Einsteigen nur eine Karte über das Mobiltelefon kaufen. Die grosse „Swedbank“ verkündete jetzt, den „Bargelddienst“ in etlichen Filialen ganz einzustellen. Mehr dazu lesen Sie hier: Klick

Das ergibt alles durchaus Sinn: Wer nur noch Zahlen im Computer besitzt statt Bargeld, ist jedem statlichen Zugriff hilflos ausgeliefert: „Ihr Konto wurde heute um die Zwangsabgabe von … Prozent erleichtert“ und fertig. – Warum das nicht nur auf Zypern passieren wird und warum zum Beispiel Aktienpakete nicht angegriffen werden (können), erklärt Dirk Müller in diesem Video.

Merke: Alles muss angeblich getan werden, um „das Vertrauen der Finanzmärkte“ nicht zu gefährden. Wie viel den Verantwortlichen der europäischen Politik das Vertrauen der Kleinsparer wert ist, muss nach dem Wochenende und dem Raubzug auf Zypern nie mehr diskutiert werden. „Gerettet“ werden nicht die Bewohner von Zypern, sondern die Banken und die Grossinvestoren.

Lesen Sie dazu auch:
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20 Kommentare zu “Wichtig: Vertrauen der Finanzmärkte – klinisch tot: Vertrauen der Kleinsparer

  1. Dabei gab es ein Angebot aus Russland, das genau dieses Szenario hätte verhindern können:

    Laut dem Vorschlag, der an den zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis ergangen ist, könnte eine solche finanzielle Unterstützung der Geldinstitute Zyperns dem Land die Notwendigkeit ersparen, Finanzhilfen von Seiten internationaler Gläubiger unter harten Bedingungen in Anspruch zu nehmen.

    aber:

    Wie aus dem Präsidenten nahe stehenden Quellen jedoch verlautete, wolle Anastasiadis das Angebot von Gazprom nicht erörtern und sei darauf bedacht, EU-Hilfen zu bekommen.

    http://de.rian.ru/business/20130318/265744705.html

    Es ist also ganz klar ein abgekatertes Spiel, wie Dirk Müller oben andeutet. Es geht einzig und allein darum, die Bürger abzuzocken, den Bankenrun zu verursachen und die südlichen Länder Europas aus dem Euro hinauszudrängen, nachdem sie völlig enteignet (ausgeweidet) worden sind. Ich erinnere an die Diskussionen um „Kern-Europa“ und verweise auch auf die Analyse Andrej Fursows:

    http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2013/03/09/die-epoche-neuer-imperien-beginnt-1-teil/

  2. fischi sagt:

    Solveigh, warum hat Gasprom das Angebot nicht dem abgewähltem Präsidenten gemacht.
    Hätte für mich viel mehr Sinn gemacht.
    Noch krasser, warum hat der abgewähle angeblich kommunistische Präsident nicht den Russen einen Flottenstützpunkt angeboten.
    Hier wird uns doch bloß wieder ein Märchen vorgespielt.
    Wann begreifen die Bürger Europas endlich, für was die EU wirklich steht.

    • fischi, ich bin nicht die Russen und kann also nichts über deren Beweggründe sagen.

      Meine Gedanken: Welchen Zweck sollte es haben dieses Angebot einem Präsidenten zu machen, der gar nicht im Amt ist, also keine Entscheidungsbefungnis hat?
      Und zum Hafen: Warum sollte ein zypriotischer (nicht mehr im Amt befindlicher) Präsident den Russen einen Flottenstützpunkt (sprich Militärbase) anbieten?
      Das wäre vielleicht den Russen ganz recht – aber wäre dies auch der NATO und EU recht? Das wäre also eh nicht möglich gewesen.

      Da Angebot wie es steht wäre aber ein realer und gangbarer Weg – mit Vorteilen für beide Seiten. Die Ablehnung zeigt den Charakter der Regierung Zyperns und der EU, ja, da stimme ich mit Dir überein.

  3. Volksverdummung sagt:

    1. Die Eurogruppe…

    Die verantwortlichen Politiker der so genannten „Eurogruppe“, ein „Wohlfahrtsausschuss im Dienste des europäisch-transatlantischen Grosskapitals“, sie wissen, dass Sie es verpfuscht haben…

    2. Opfer 1. und 2. Klasse…

    Die Eingruppierung von Kontoführenden in „Oligarchen“ und „Kleinsparer“ war willkürlich und auch politisch motiviert (es würde mich nicht wundern, wenn die russische Regierung für die Zukunft Gegenmassnahmen und Retourkutschen in Betracht zöge).
    Den Bürgern Deutschlands und anderer Länder der Eurogruppe wurde heute vielfach kund getan, dass man nicht beabsichtige, eine Vermögensabgabe auf ihre Sichtguthaben zu erheben…

    3. Das Kalkül der Finanzminister

    Bemerkenswert ist auch, dass die Finanzminister der „Eurogruppe“ jetzt bemüht sind, ihre glitschigen Finger in Unschuld zu waschen. Keiner will sich nachsagen lassen, er habe das „Blut der ominösen Kleinsparer“ gefordert…

    Der heuchlerische Tanz, der jetzt im Nachgang rund um den „Kleinen Mann“, den „Kleinsparer“ veranstaltet wird, ist von dem politischen Kalkül bestimmt, den eigenen „Wählern“ die unterschiedslose Ausplünderung der Zyprioten als „sozialverträglichen Akt“ zu verkaufen.

    4. Gehirnwäsche für die Bürger…

    Jede Debatte um die politische Berechtigung einer gewillkürten Rasur vermeintlicher „Kleinsparer“, bzw. vermeintlicher „Oligarchen“, ist aus prinzipiellen Gründen abzulehnen.
    Es sind überhaupt keine Rechtsgrundlagen erkennbar, die diesen Namen auch nur ansatzweise verdienen!
    .
    HESSE
    .

  4. Hessenhenker sagt:

    Da habe ich ja mehr Vertrauen in die Triaden als in die Finanzmärkte.

  5. Unschland sagt:

    Wie hieß es immer bei Jean Pütz‘ Hobbythek:
    „Wir haben da mal was vorbereitet…“
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/18/goldman-sachs-rettungs-zwangsabgabe-kommt-auch-in-anderen-staaten/
    mit Tabelle, wieviel bei dem Beutezug in Südeuropa rausspringen kann.
    Comedy Gold: Merkel(’s Sprecher) spricht deutschen Sparguthaben ihr vollstes Vertrauen aus.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/03/18/merkel-sprecher-deutsche-einlagen-sind-sicher/

    Ich hab mir das Müller-Video angesehen und bin danach dem Link zu „Die Bodenschätze von Griechenland!“ gefolgt. Gerd Müller bei Anne Will:

    Am Ende wird gesagt, dass es eine der ersten(!) Troika-Aktionen war, das geographische Institut plattzumachen, das die Öl/Gas-Vorkommen Griechenlands bzw. Zyperns erforschte. Jetzt wird das Gas von Israel bzw. den USA gefördert.
    Mit Glück, also Glück für andere Staaten Europas oder das Konto meiner Eltern, ist die Zypern-„Rettung“ zunächst „nur“ ein Versuch, sich der Gas/Ölvorkommen zu bemächtigen.
    Das dröhnende Schweigen in den Medien über diesen Vorgang ist imo kein Zufall.
    Zypern hat den A**** voller Öl und Gas und muss gerettet werden?
    Darauf ein galliges „lol“

  6. Hester Jonas sagt:

    Dem Dirk Müller kann man auch nur immer wieder danken für sein kompetent argumentatives und unbeirrtes Engagement. Der redet sich ja auch schon seit Jahren den Mund fuselig.
    U.a. zuletzt noch im Bundestag-Ausschuss als Sachverständiger zur Börsenregulierung betr. Hochfrequenzhandel.
    Doch dort zählen Argumente und Vernunft schon lange nichts mehr.

    Hier noch zwei hörenswerte video

    Eigentlich müsste ja doch der letzte blinde Michel verstanden haben, dass die EU-Kommission, die EZB und der IWF mit Vorsatz Europa in die Katastrophe lenken…

    • Uhupardo sagt:

      „Dem Dirk Müller kann man auch nur immer wieder danken für sein kompetent argumentatives und unbeirrtes Engagement. Der redet sich ja auch schon seit Jahren den Mund fuselig.“

      Jein. Wir haben dieses Video zwar veröffentlicht, weil ein paar Dinge darin durchaus erwähnenswert sind, aber mit deutlichen Vorbehalten. Dirk Müller muss man nicht danken, sein Engagement ist keineswegs uneigennützig. Was auch in diesem Video allzu klar wird wenn er sagt, „darüber kann ich jetzt nicht reden, steht alles im neuen Buch, das bald erscheint“.

      Besser ist übrigens das Reschke-Video, das krisenfrei fast gleichzeitig veröffentlichte und wir zu spät gesehen hatten.

      • Mich störte bei Dirk Müller auch der ultimative Aufruf, Aktien zu kaufen.

        • Uhupardo sagt:

          Ein richtig uneigennütziger Vorschlag, nicht wahr? Ja, so ging es uns auch.
          Deswegen nochmal die generelle Aussage: Nicht alles in jedem Fremdtext oder Video, die wir veröffentlichen, müssen wir unterschreiben (den Aktionkauf sowieso nicht!). Manchmal sind solche Publikationen nur auf gewisse Aspekte bezogen.

      • Dass man bei Mr. Dax Abstriche machen kann oder muss, die man selbst nicht teilt ist wohl klar.
        Aber der Philosoph Reschke? meints sicherlich gut. Das reicht aber nicht immer aus.
        Erschreckend die Mixtur vom Philosoph.

  7. Volksverdummung sagt:

    Momentaufnahme: ein Ende des Pokers um Zypern zeichnet sich ab.

    Wird man die verantwortlichen Politiker der so genannten „Eurogruppe“, ein „Wohlfahrtsausschuss im Dienste des europäisch-transatlantischen Grosskapitals“, dafür verantwortlich machen, wenn Sie den „Bailout“ ihrer politischen Gläubiger platzen lassen, angesichts einer lächerlich anmutenden Kleinsparer-„Deckungslücke“ von 300 Millionen Euro…?

    Möglichkeit A (aus Sicht der „Eurogruppe“):
    Die „Eurogruppe“ ergreift schleunigst die Initiative und offeriert Zyperns Parlament und seiner Regierung ein verbessertes Angebot, das diese politisch nicht ablehnen könnte, wenn es auch Zyperns Bürger zufrieden stellt.
    • Beim Schlucken dieser „Kröte“ wären die russischen „Eliten“ die Gekniffenen.
    • Der Finanzplatz Zypern sähe sich bei dieser „Lösung“ dennoch mit einer Erosion verbleibender Auslandseinlagen konfrontiert.
    • Einem Bankrun, der zumindest vorübergehend zu erwarten ist, müsste man kurzfristig mit Bargeldtransfers nach Zypern begegnen können.

    Um ihre Niederlage am Pokertisch zu verschleiern, könnte die „Eurogruppe“ ein derartiges Angebot mit dem obligatorischen Schmarrn, den Erfordernissen der Euro-Brandschutzprophylaxe, begründen…

    Möglichkeit B:
    Die „Eurogruppe“ bleibt zu passiv, pokert zu lange und zu hoch. Das Parlament in Nikosia lehnt weitere Verhandlungen mit der „Eurogruppe“ ab, sofern diese die Souveränität Zyperns berühren, und stellt den „Verhandlungspartnern“ einen Zusammenbruch des Bankensystems in Aussicht.
    • Die russischen Finanzeliten nehmen am Verhandlungstisch in Nikosia Platz, gewähren Zypern Zahlungsaufschub und ggf. weitere Kredite, und werden mit signifikanten Beteiligungen an profitträchtigen Investments belohnt.
    • Der politische Konsens innerhalb der „Eurogruppe“ zersplittert und die geostrategischen Überlegungen der „think tanks“ bezüglich des Euro müssen sich neu justieren…
    .
    HESSE
    .

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