Keine einzige „Ja“-Stimme für Zwangsabgabe im Parlament auf Zypern

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Update: Die Abstimmung ist gelaufen – und genau so zu Ende gegangen, wie in diesem Artikel beschrieben!

Soeben hat die Parlamentsdebatte auf Zypern begonnen. Die Regierungspartei wird sich enthalten, alle anderen werden dagegen stimmen: Die Zwangsabgabe wird im zyprischen Parlament vermutlich keine einzige „Ja“-Stimme erhalten. Nach bisher inoffiziellen Angaben ist der Finanzminister heute zurückgetreten. Das ist alles durchaus logisch und war zu erwarten, denn jeder Politiker, der heute die Zwangsabgabe durchwinkt, ist für alle Zeiten klinisch tot. Dann schon lieber verweigern und auf Zwangsrettung setzen.

So wie es jetzt aussieht, wird es keine vom zyprischen Parlament verordnete Zwangsabgabe geben – ganz egal ob mit oder ohne Untergrenze, die „Kleinsparer schützen soll, ganz unabhängig von Prozentsätzen. Die Regierungspartei wird sich ziemlich sicher mit ihren 20 Stimmen enthalten, alle anderen 36 Parlamentarier werden mit „Nein“ stimmen. Keine einzige „Ja“-Stimme ist also zu erwarten für die Volksenteignung zur Rettung Zyperns. Die zyprischen Politiker wissen nach dem Aufstand, der auf die Ankündigung der Abgabe folgte, ganz genau, dass Sie ihre Karriere definitiv an den Nagel hängen können, wenn sie heute zustimmen.

Natürlich bedeutet die Ablehnung der Abgabe im zyprischen Parlament, dass die Eurogruppe ihre Unterstützungszusage dann zurückziehen wird. Zypern wäre offiziell pleite und müsste aus dem Euro ausscheiden. Doch selbst das wird ein machtversessener Politiker eher akzeptieren als seine Karriere höchstselbst zu Grabe zu tragen. Ausserdem ist auch darüber das letzte Wort noch längst nicht gesprochen. Mancher mag darauf bauen, dass die Eurogruppe Zypern auch dann zwangsretten wird, wenn man der Abgabe nicht zustimmt. Die berühmte „Ansteckungsgefahr“ und „Wenn der Euro scheitert, scheitert Europa“, Sie wissen schon!

Update: Die Abstimmung ist gelaufen – und genau so zu Ende gegangen, wie in diesem Artikel beschrieben!

Lesen Sie dazu auch:
* Wichtig: Vertrauen der Finanzmärkte – klinisch tot: Vertrauen der Kleinsparer

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40 Kommentare zu “Keine einzige „Ja“-Stimme für Zwangsabgabe im Parlament auf Zypern

  1. Uhupardo sagt:

    Nun gibt es genau zwei Möglichkeiten:

    1. Zypern ist pleite und verlässt den Euro

    2. „Wir retten euch (= unsere Banken), ob ihr wollt oder nicht“

    Spannung steigt!

    Nur eins ist sicher nach der heutigen Abstimmung: Mindestens die vielen Ausländer, die Konten auf Zypern haben (das Finanzsystem der Insel ist siebenmal grösser als sein BIP) werden jetzt ihr Geld sofort abziehen, sobald das möglich ist. Bedeutet: Zyperns Pleite wird multipliziert.

    • Ich sehe hier ein weiteres Polit spiel um Druck auf eine bestimmte Gruppe auszuüben. Bekanntlich hatte sich Putin sehr gegen die Zwangseintreibung geäussert. Russland verwendet Zypern als Finanzdrehscheibe, und die EU und AMIS wollen die Russen unter Druck setzen, nicht alleine wegen dem schlechten Wetter zwichen U.S.A. und Moskau. Das ganze ist ein Politspiel ersten Ranges. Die Drahtzieher wissen ganz genau wer was in Zypern auf der hohen Kante liegen hat. Die kleinen Leute sind die Leidtragenden.

    • fakeraol sagt:

      Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht?
      Daß Zypern jetzt mit der Gazprom einen Deal macht, den die Russen ganz sicher nicht durch harte Bedingungen gefährden würden, denn doof sind die nicht, und Zypern damit der Troika den berüchtigten Finger zeigt?
      Die Russen könnten auf die Art den Ball zurückspielen, den die europäischen Industrieländer und USamerika jahrzehntelang der Welt mitgespielt haben mit ihren Erpresserkreditverträgen. Und die Russen sind die einzigen, die es sich erlauben können, diesen Ball zurück zu spielen, denn die kann man nicht so einfach angreifen und „in die Demokratie bomben“, wie den Rest der Welt.

      Jetzt erfährt EUSA mal, wie es ist, finanziell abhängig und angreifbar zu sein.

      Wäre das nicht auch ein denkbares Scenario?

      • Uhupardo sagt:

        „Daß Zypern jetzt mit der Gazprom einen Deal macht, den die Russen ganz sicher nicht durch harte Bedingungen gefährden würden, denn doof sind die nicht, und Zypern damit der Troika den berüchtigten Finger zeigt?“

        Ja, möglich (wie alles immer möglich ist), daran glauben wir aber nicht.

  2. Mark Pfennig sagt:

    Meine Hochachtung vor der mutigen Entscheidung in #Zypern gegen #Zwangsenteignung der Bürger und Troika-Einsatz der EU und IMF.

    • Uhupardo sagt:

      Eher kein „Mut“, Mark. Nur die Angst vor dem eigenen Karriere-Aus und Machtverlust derjenigen, die abgestimmt haben.

      • Christina Giakoumelou sagt:

        Karrieremäßig, ja, hat es mit Verlust zu tun – warum haben aber unsere griechieschen (oder spanischen, portugiesischen, italienischen) Politiker nicht das gleiche getan? Es IST also Mut, auch, wenn Russland und Gasvermögen dahinter steckt (dies wird sich alles noch entwickeln)! Die Proteste in Zypern waren nicht ein hundertstel so schlimm, wie hier in Athen – trotzdem, gab es keine EINZIGE Stimme dafür. (Übrigens, unserer griechische Finanzminister hat schon am Freitag dafür gestimmt – das zeigt den UNmut Griechenlands Regierung, auch, wenn es andere Länder betrifft!). In Athen haben mehrere Menschen den Mut Zyperns heute gefeiert … und hoffen auf eineneindeutigen Wandel in der eigenen Politik!

        • fakeraol sagt:

          Ich glaube, das beste, was uns allen in Europa passieren kann ist, daß die Menschen eines Landes es ihrer Regierung unmöglich machen, der Troika weiter Folge zu leisten, und daß die Troika auch keine Chance hat, da ohne totalen Gesichtsverlust mehr herauszukommen.

          Früher oder später wird dieses System sowieso unweigerlich zusammenbrechen und je später, um so härter wird für uns alle der Aufschlag sein. Also sollten wir das System so schnell wie möglich zu Fall bringen. Je mehr wir den Kurs der Troika ins Schleudern bringen, desto weniger können sie uns dahin bringen, wo sie wollen, hin zum Krieg gegen andere Völker und uns selbst, denn das wird ihr Ziel sein, uns gegen andere auszuspielen.

    • Klaus sagt:

      Entweder wären sie von den Bürgern gelyncht worden oder von der russischen Mafia, jetzt wird es es recht lustig werden 😉

  3. fischi sagt:

    Egal aus welchen Gründen, solche Klatsche haben Merkel und Co noch nicht bekommen, tut richtig gut.
    Keine Ahnung ob dem so ist, aber laut Tagesschau will man jetzt doch in Russland anfragen.
    Hoffentlich findet das Verhalten der Parlamentarier viel Nachahmer, denn Zypern werden noch viele Staaten folgen.

  4. El Cuervo sagt:

    Das wichtigste ist doch die Nachricht, die durch diese Entscheidung über ganz Europa verbreitet wird (wenn auch nicht über die staatlich kontrolierten Medien). Es wurde wieder eine Entscheidung zugunsten des Grosskapitals und zu Lasten der einfachen Bürger getroffen. Der massive Protest und die dadurch gefürchteten Folgen haben diese Entscheidung gekippt.
    Ich will damit nicht ausschliessen, dass eine solche Entscheidung nun nicht mehr getroffen wird, speziell für die s.g. Krisenländer. Aber wenn es denn so kommen sollte, dann dürfte, dank des Vorbilds aus Zypern, ein Proteststurm losgetreten werden, wie ihn die s. g. Eliten bisher nicht kannten.

    • Uhupardo sagt:

      Eine sehr wichtige Feststellung, sí señor.

    • Mark Pfennig sagt:

      Kann ich nur Zustimmen, wir sollten jetzt das wahre Gesicht der EU in Aktion erkannt haben.
      Dass es keine „mutige“ Entscheidung der Zyprer ist, wenn man zwischen Teufel und Beelzebub wählen darf, ist einsehbar.
      Nur was tun die Bürger in Zypern jetzt im Alltag wenn die Banken auf unbestimmte Zeit geschlossen bleiben? Sich Geld von Bekannten aus Griechenland per Post senden lassen oder hungern?
      Es macht wohl Sinn, dass sich jeder in der EU soviel Bares in der Hinterhand behält, dass ein Überleben über mehrere Monate oder sogar Jahre ohne Banken möglich ist.

      • fakeraol sagt:

        Wenn die Banken nicht mehr öffnen, verändert das schon Angebot und Nachfrage und ist damit der Beginn einer Inflationswelle. Geld allein würde nie reichen, man müsste genug Besitz haben, von dem man leben kann und um den wiederum vor der Enteignung durch die Politik zu schützen, bräuchte man „Vitamin B“ genau dahin.
        Nein, solidarität und Zusammenhalt untereinander sind unser einziger Schatz, und aus der Krise kommen wir nur raus, wenn wir das Krisensystem abschaffen, das wird niemand anderes für uns tun.
        Entweder wir jagen „die“ zum Teufel, oder wir gehen selber dahin bzw. vor die Hunde.

  5. Bonsta sagt:

    Mit der Einschätzung liegt ihr m.M.n. falsch; nicht der Druck der zypriotischen Straße hat vor allem dafür gesorgt, dass die Regierungspartei sich enthalten hat, sondern das weltweite Entsetzen gegenüber den Beschluss der EU, der schon einen Tag später sämtliche Regierungen allenthalben zum Zurückrudern zwang. Man wundert sich, selbst deutsche Journalisten haben doch recht schnell begriffen, dass das so einfach nicht geht. Ich denke hinter den Kullisen wurde schon lange die Sache abgeblasen und das zypriotische Parlament sollte das nun besiegeln. Alles andere wäre ein Novum, denn Proteste und Aufstände der betroffenen Länder, hat weder in Brüssel, bei Merkel noch bei den Verantwortlichen in den jeweiligen Staaten je etwas bewirkt.

    Aber das spielt nun auch keine Rolle mehr, denn so oder so ist das Vertrauen entgültig futsch. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ könte man das überschreiben. Und wieder einmal ist das Ganze von Deutschland ausgegangen, speziell von Merkel und Co. Da es seit der Kandidatur Steinbrücks absolut keine Hoffnung darauf geben kann, dass zur nächsten Wahl nicht diese Frau Kanzler wird, kann man den Euro schon mal begraben. Ich weiß nicht was man dazu noch sagen soll, aber so eine dermaßen dämliche Regierung hat Deutschland noch nicht gesehen. Egal worum es geht, egal aus welchem Blickwickel, ob links, ob recht oder liberal, wer im Stande ist hinter die Kulissen zu schauen, dem muss es die Sprache verschlagen.

    • Uhupardo sagt:

      „Mit der Einschätzung liegt ihr m.M.n. falsch; nicht der Druck der zypriotischen Straße hat vor allem dafür gesorgt, dass die Regierungspartei sich enthalten hat, sondern das weltweite Entsetzen gegenüber den Beschluss der EU, der schon einen Tag später sämtliche Regierungen allenthalben zum Zurückrudern zwang. Man wundert sich, selbst deutsche Journalisten haben doch recht schnell begriffen, dass das so einfach nicht geht. Ich denke hinter den Kullisen wurde schon lange die Sache abgeblasen und das zypriotische Parlament sollte das nun besiegeln. Alles andere wäre ein Novum, denn Proteste und Aufstände der betroffenen Länder, hat weder in Brüssel, bei Merkel noch bei den Verantwortlichen in den jeweiligen Staaten je etwas bewirkt. „

      Wer weiss schon, bonsta … aber bedenken Sie mindestens eins: Die zyprischen Politiker werden nicht in Brüssel, Madrid oder Berlin gewählt. Sie sind ausschliesslich angewiesen auf die Stimmen auf Zypern. Und – nicht faktisch, aber emotional offensichtlich schon – es ist ein erheblicher Unterschied, ob irgendwelche Sozialleistungen gestrichen werden sollen oder Geld direkt vom eigenen Konto verschwindet. Deswegen glauben wir an den Rückzieher gegenüber der eigenen Bevölkerung mehr als an irgendwelche Stränge hinter dem Vorhang.

      • Mark Pfennig sagt:

        Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Politik der EU sich einig ist DAS die Menschen enteignet werden. Und derzeit entzündet sich der Streit daran, WIE die Enteignung am effizientesten und schnellsten durchzuführen ist.

    • Bingo Bonstar
      Es war nicht die Straße, die Straße ist noch mit „Karnevalsmasken“ von Merkel und Co beschäftigt.
      Meines Erachtens sollte sich auch keiner so schnell wünschen, das die Straße und schon gar nicht in gefrustet Germanien in Bewegung kommt. Dass könnte ein weiteres mal von Übel sein,
      gut Ding will Weile haben.
      Bonstar es ist doch nicht nur die deutsche Regierung die unter aller Sau daher kommt.
      Die anderen Regierungen sind doch kein Deut besser.
      Schaut man sich den Regierungs-Dreck seit 2007(Krise) an, war nur der nicht EU-Staat Island weitestgehend in der Lage „reinen Tisch“ zu machen.
      Bei allem verständlichem Frust sollten wir den deutschen und angle-sächsischen Kritikern die Zeit wünschend die dringend nötig ist.
      Das „Gegengift“ wächst dort wo die Not am größten ist.
      Und dass ist sicher nicht in den Popel-Staaten.

    • holzbock sagt:

      Moin Bonsta, durch eine andere Regierung würde sich hier auch nicht entscheidendes ändern. Schließlich haben wir die Agenda 2010 und die Harz-Gesetze einer Rot-Grün-Regierung zu verdanken.
      Volker Pispers hat die Situation in einem schönen Bild beschrieben. Er hat den Kapitalismus mit einem Zug verglichen, der auf einen Abgrund zurast, und egal, wer den Zug führt – CDU, SPD, Grüne, … – der Zug wird den Abgrund hinabstürzen. Durch Wahlen wechseln wir nur den Zugführer aus, ändern aber nicht seine Richtung, also das System.

  6. Johannes Eber sagt:

    Habe heute der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag mit zwei Schreiben ordentlich den Marsch geblasen. Der Druck wird erhöht. Jetzt fühle ich mich um 1000 kg leichter sonst wäre ich wahrscheinlich vor Wut noch geplatzt.

    • fakeraol sagt:

      Da werden die jetzt auch vor Angst mit den Knien schlottern.
      Das einzige, was denen wirklich Angst machen würde wäre wohl, wenn dem Bürger endlich vor Wut der Kragen platzt, aber dazu haben die Deutschen viel zu viel Selbstbeherrschung, Disziplin und zu wenig Kreativität, sich vorstellen zu können, daß es abseits des auswendig gelernten Mantras noch andere Lösungen geben könnte.

      • Uhupardo sagt:

        Das ist schon richtig. Johannes Eber macht es trotzdem gut nach dem Motto „Besser die schlafen schlecht als ich“, egal wie viel sein Störfeuer auslösen kann oder nicht. Von der Seele schreiben und die anderen zum Nachdenken und Arbeiten zwingen im besten Fall – das passt schon so.

  7. Volksverdummung sagt:

    Wem die Stunde schlägt…

    Die verantwortlichen Politiker der so genannten „Eurogruppe“, des pokernden „Wohlfahrtsausschusses im Dienste des europäisch-transatlantischen Grosskapitals“, haben über „AP“ und mittels eines „ungenannten Sprechers“ verlautbaren lassen, dass man auf ein „Angebot aus Zypern warte…“

    Angesichts dieses ausgeklügelten Krisenmanagements wird es immer wahrscheinlicher, dass sich Zypern -mit russischer Stütze- komplett aus der ungastlichen „Zone“ verabschieden wird.
    Nur in Brüssel scheint das niemand begriffen zu haben! Realitätsverlust?

    Putin hat russische Investoren bereits „angewiesen“, sich für eine Ausweitung ihrer Engagements in Zypern bereit zu halten…

    2. Bei einem „Ausstieg“ Zyperns gäbe es -je nach Standpunkt- eine billigere und kostspieligere Variante…

    Variante A:
    Ein offizieller zypriotischer Staatsbankrott infolge eines Schuldenschnitts zu Lasten der Gläubiger (unter Anwendung der in Griechenland durchexerzierten „Regularien“ des „transatlantisch-europäischen Grosskapitals“); anschliessend eine formidable Rekapitalisierung und Refinanzierung durch russische „Investoren“; inklusive Börsenbeben in Frankfurt und New York…

    Variante B:
    Refinanzierung Zyperns durch russisches Kapital, bei Vermeidung eines Schuldenschnitts und Streckung bestehender Verbindlichkeiten…

    Fazit:
    Interventionen anderer Finanzmächte sind auch -nicht mehr- ausgeschlossen…
    .
    HESSE
    .

  8. Chris sagt:

    Sieht ganz so aus, als würde dasselbe Theater auch bald in Spanien losgehen.
    Siehe: http://www.zerohedge.com/news/2013-03-19/spain-preparing-its-own-deposit-levy
    Gibt’s dazu schon Erkenntnisse von/bei Uhupardo?

  9. Heinz sagt:

    Das rettende Russland? Ob sich die Russen da nicht überheben? Vielleicht können die Russen die fehlenden 10 Milliarden auftreiben. Wenn es in Zypern aber zu einem Bankenrun kommt, dann gute Nacht Russland. Und wie sollte dieser Bankenrun verhindert werden? Ob Eu oder Russland, als Zypriote, würde ich nach Öffnung der Banken sofort mein Geld abheben, bzw. ins Ausland verfrachten. Der Kollaps des zypriotischen Bankensystems ist IMHO unvermeidbar.

    • fakeraol sagt:

      In welches Ausland? Nach Griechenland? Oder Spanien/ Portugal/ Deutschland? Oder nach Syrien, Saudi-Arabien/ USA? Kuba / Kongo / Schweiz?
      Damit dann beim Abheben elektronisch gleich die Steuer nacherhoben wird?

      Nein, wichtig ist, alles was nachvollziehbar ist, also elektronischen Zahlungsverkehr, so weit wie möglich zu vermeiden. Das Geld an möglichst vielen Stellen verteilt unauffällig unterbringen, statt überweisen bar einzahlen und sich nicht in die Karten gucken lassen.

  10. aus Madrid sagt:

    Vielen Dank für die wichtige Information und Sichtweise der aktuellen Wirtschaftstaktiken im Artikel von Uhupardo, als auch in den Kommentaren.

    Ich habe (leider vor dem Einschlafen…) auf dem Bayrischen Rundfunk in der Abteilung für Geschichte diese interessante Geschichte gehört: „Wie kam Hitler an die Macht?“. Das Ganze beginnt mit einer Originalaufnahme Herrn Bismarks Worten, an die damalige (aus)gebeutelte Bevölkerung, in denen er versichert die Krise bald überwunden zu haben – Geduld solle man aufbringen und wahrscheinlich auch das letzte Hab und Gut. Stichworte: die ungewöhnlichen Bemühungen und Maßnahmen der Regierung, die schwierige, dramatische Lage, noch nie da gewesene Verhältnisse, erforderlich und fordern, man muss und man müsse … Die Alternativen zur Regierung werden anschließend in der Sendung analysiert. Eine zerspaltene Linke, monarchische Restmacht, in ihrem Hauptprogramm wirtschaftsorientierte Parteien, was auch immer, in jedem dieser Parteien sitzen Führer die wissen wo es langgeht. Das Einzige worin sich etnscheidend etwas unterscheidet, ist w i e die Richtungsführung aufgezwungen wird. Mit welchen Mitteln. Diese Erkenntnis, vielleicht ist sie ja nur Momentan, ich hoffe es, lässt mich unter Anderm an dem, was mit dem Begriff Zivilisation begreifbar gemacht wird, zweifeln.

    Die aktuellen selbsterkorenen Repräsentanten könnten sich mit dem copy/paste wenigstens etwas Mühe geben, meine ich, angesichts der Lage, ist es sehr beunruhigend, eine ähnlich Demokratieschwache Staatsstruktur zu vermerken.

  11. […] Sie dazu auch: * Keine einzige “Ja”-Stimme für Zwangsabgabe im Parlament auf Zypern * Wichtig: Vertrauen der Finanzmärkte – klinisch tot: Vertrauen der […]

  12. Volksverdummung sagt:

    • Erpressungsversuch seitens der „EZB“…?!

    Die verantwortlichen Luft-Politiker des „Wohlfahrtsausschusses im Dienste des europäisch-transatlantischen Luftkapitals“, möchten den „Druck“ erhöhen.
    Folgerichtig hat EZB-Verhandlungsführer Jörg Asmussen Zypern (also dem Staat, nicht den Banken!) jetzt erneut mit dem Entzug der Liquidität gedroht!
    Die „Kristallkugel“ unkt, dass die Zyprioten um so williger auf russische Alternativangebote reagieren könnten…
    .

    2. Akteur Jörg Asmussen u. „ELA“

    Die Ankündigung Asmussens, dass die EZB möglicherweise „gezwungen“ sein könnte, die Liquiditätsversorgung zypriotischer Banken (durch EZB-Ratsbeschluss) zu kappen, bedarf der Erläuterung.

    Um die Liquiditätsversorgung des Bankensystems aufrechtzuerhalten, wie auch notfalls einen Zusammenbruch des Bankensystems durch einen „bankrun“ zu verhindern, gibt es innerhalb des Zentralbanksystems die ELA (ELA=Emergency Liquidity Assistance; „Liquiditätshilfe im Notfall“).

    „• Die ELA sind eine Einrichtung der nationalen Notenbanken des Eurosystems, nicht der EZB!
    • Über die ELA könnte Zyperns Zentralbank solventen, aber vorübergehend illiquiden Kreditinstituten gegen Sicherheiten Liquiditätshilfen gewähren.
    • Die Entscheidung über derartige Hilfen liegt im Ermessen der jeweiligen nationalen Notenbank, die auch die Risiken und Kosten der Maßnahme trägt.
    • Damit kommt ihnen und nicht der Europäischen Zentralbank im Eurosystem die Rolle des Kreditgebers letzter Instanz zu.
    • Der EZB-Rat kann die Notfallkredite jedoch mit Zwei-Drittel-Mehrheit untersagen…“
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Emergency_Liquidity_Assistance)

    • Interessant ist, dass Herr Asmussen so tut, als ob es bereits eine Beschlusslage des EZB-Rates hinsichtlich einer Kappung der ELA gebe. Das ist aber nicht der Fall.
    Neben dem EZB-Präsidenten, seinem „Vize“ und vier EZB-Direktoren (einer davon ist Herr Asmussen) gehören dem EZB-Rat die 17 Zentralbankchefs der Eurozone an; 23 Personen, die letztlich in nichtöffentlicher Sitzung darüber zu befinden hätten, ob man Zypern die Nothilfen (Bargeldversorgung) kappt.
    Um die ELA der Zentralbank Zyperns zu kappen, bzw. der Notenbank die Liquiditätsversorgung bestimmter Banken zu untersagen, müssten mindestens 2/3 der 23 Ratsmitglieder einem derartigen Beschluss zustimmen.
    .

    3. Zur „Solvenz“ als Entscheidungskriterium…

    „Als Solvenz oder auch Zahlungsfähigkeit bezeichnet man die Fähigkeit einer natürlichen oder juristischen Person, ihre fälligen Verbindlichkeiten sofort bzw. innerhalb absehbarer Zeit zu begleichen“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Solvenz ).

    Wie man sieht beinhaltet die Frage der „Solvenz“ auch eine Zukunftsprognose (Blick in die „Kristallkugel“) und eröffnet dadurch dem „Rat der 23“ politische Ermessensspielräume…
    .

    4. Der EZB-Wohlfahrtsausschuss:

    Der EZB-Rat (Mitglieder u. Lebenslauf):
    http://www.ecb.int/ecb/orga/decisions/govc/html/index.de.html

    Jörg Asmussen (EZB-Direktor):
    http://www.ecb.int/ecb/orga/decisions/html/cvasmussen.de.html
    (Anmerkung: die Liste der Mandate u. Aufsichtsratsposten wurden „gesäubert“…)
    .
    HESSE
    .

  13. fischi sagt:

    Vorhin in der Tagesschau wurde gesagt das die Banken frühestens am Dienstag wieder öffnen.
    Für Ausländer soll es Auflagen zum Geld abheben geben.
    Mich würde mal interessieren wieviel Geld von deutschen Steuerflüchtlingen da betroffen ist.
    Aber davon wird nicht geredet, Betrüger gibt es bloß in Russland.

  14. Volksverdummung sagt:

    „Bankrun“ am Dienstag ist fast unausweichlich!

    Meldungen zufolge hat der EZB-Rat jetzt auch eine Beschlusslage, die den „Vorabankündigungen“ des Herrn Asmussen bezüglich „ELA“ im wesentlichen entsprechen.
    Die ELA-Nothilfen der zypriotischen Zentralbank (!) für Zypern werden demnach höchstwahrscheinlich am Montag auf Weisung des EZB-Rates eingestellt werden müssen, weil Zypern die Vorbedingungen der Troika derzeit schlicht nicht erfüllen kann.

    Was bedeutet das konkret?

    1. Nachdem das Banksystem in Zypern ohnehin schon still steht und alle Konten blockiert sind, sieht es derzeit danach aus, dass es am Dienstag zu einem „bankrun“ in Zypern kommen wird, ja kommen muss!

    2. Zumindest als Grieche würde ich keine weitere Stunde verschwenden…

    Während der Cheffe der „Eurogruppe“ die Systemrelevanz zypriotischer Banken betont, wird in Berlin (Schäuble) einem Kollaps Zyperns offenbar „relativ gelassen“ entgegen gesehen.
    .
    HESSE
    .

  15. Volksverdummung sagt:

    • Nachtrag zu „Solvenz“ als ELA-Entscheidungskriterium… (Irland und Zypern im Vergleich)

    Eine „Rettung“ Zyperns durch die TROIKA, wie auch die Blockade der zypriotischen ELA durch den EZB-Rat, ist offensichtlichst nicht nur von seiner „Solvenz“ abhängig.
    Viel entscheidender ist die Frage, welche Finanzkonglomerate bei einem „credit default“ (Kreditausfall) betroffen sein würden.
    Wer und warum -letztlich mit Steuergeldern und Staatsbürgschaften- im Einzelfall konkret gerettet wird, das wird der Öffentlichkeit -wohlweislich- gezielt vorenthalten.

    In Irland wurden die Banken, bzw. die Gläubiger dieser Banken, quasi sogar illegal gerettet!
    Vgl. hierzu: „Irland treibt EZB zur verbotenen Staatsfinanzierung“, v. Klaus-Rainer Jackisch, v. 06.März 2013
    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/euroschau156.html

    Interessant ist weniger, dass Herr Asmussen, damals noch als Staatssekretär bei Schäuble, diese windigen Aktionen mit „Duldung“ der EZB durchgezogen hat, sondern vielmehr, dass die EZB die irische Regierung seinerzeit regelrecht erpresst haben soll, einer Rekapitalisierung der irischen Banken mit Mitteln aus dem „ELA-System“ zuzustimmen (=verbotene Staatsfinanzierung)!
    Demnach wurde der Politik, d. h. den Steuerzahlern, von der EZB in Irland aufgenötigt, für die ausstehenden faulen Kredite der Banken aufzukommen, indem man den Staat dazu zwang (Drohung mit ELA-Entzug!) für quasi durchlaufende ELA-Kredite der EZB an INSOLVENTE irische Banken selbst zu haften.

    Die Iren sprechen noch heute von einer Erpressung durch die EZB. Im Klartext: Die wollten die Banken NICHT retten, sondern abwickeln.
    Die „Umschuldung“ zu Lasten des Steuerzahlers hat nur den Banken „geholfen“, bzw. deren Geldgebern.
    .
    HESSE
    .

  16. […] Weise Plan A.  Nachdem man sich zuerst in die nationale Fahne eingerollt und eine Zwangsabgabe ohne eine einzige “Ja”-Stimme abgelehnt hatte, kommt sie nun doch, auch wenn die Einlagen unter 100.000 Euro verschont werden. […]

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