Zwangsabgabe für Spanien im Gespräch

raj23

Diese Nachricht sollten Sie als das auffassen, was es ist: Ein Hinweis ohne jede offizielle Bestätigung. Wir hatten heute morgen die Gelegenheit, mit einer Quelle zu sprechen, die gewöhnlich und erfahrungsgemäss gut informiert ist über alles, was sich im spanischen Finanzministerium abspielt. Diese Quelle versicherte uns, es werde „aktuell über eine Zwangsabgabe für spanische Konten nach zyprischem Muster diskutiert“. Das widerspricht allem, was die Madrider Regierung derzeit öffentlich von sich gibt.

Diese Nachricht kann stimmen oder nicht, klingt aber aus unserer Sicht eher logisch. Mariano Rajoy und seine Partido Popular mit der absoluten Mehrheit würden nicht zögern, solche eine Sondersteuer kompromisslos durchzusetzen und die entsprechenden Proteste mit den Antidisturbios zu „beruhigen“. Insbesondere dann, wenn man durch so eine Massnahme einen spanischen „Rettungsantrag“ vermeiden könnte, ergibt das durch die Brille von Rajoy betrachtet durchaus Sinn: Alternativlos halt! Unsere Leser in Spanien sollten angesichts dessen selbst überlegen, wie viel Geld sie aktuell auf ihrem Konto liegen haben und ob es dort bleiben sollte.

Lesen Sie dazu auch:
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* Wichtig: Vertrauen der Finanzmärkte – klinisch tot: Vertrauen der Kleinsparer
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13 Kommentare zu “Zwangsabgabe für Spanien im Gespräch

  1. El Cuervo sagt:

    Auch wenn ein solcher Plan nicht umgesetzt werden sollte, so kann man doch davon ausgehen, dass er in Madrid als Option diskutiert wird. Zum Einen währe dies, wie im Artikel erwähnt, ein Mittel um einen Hilfsantrag in Brüssel, zumindest vorläufig, zu vermeiden. Zum anderen ist man in Madrid skrupelos genug, um alles was sie vom Volk abpressen können auch abzupressen.
    Wenn sich die Meldung als wahr herausstellen sollte, bleibt nur zu hoffen, dass die Meldung frühzeitig öffentlich wird, sich wie ein Lauffeuer verbreitet und der folgende Protest die Pläne bereits im Kein erstickt. Es ist allerdings zu befürchten, dass dies nicht ohne eine gehörige Portion Gewalt ablaufen wird.

    • Skeptiker sagt:

      Sollte sich die Meldung als wahr herausstellen oder auch nur dieses Gerücht in Spanien größeren Bevölkerungsteilen bekannt werden, hat die EU ein sehr viel größeres Problem, als aktuell mit Zypern. Denn selbst einen begrenzten Bankrun dürften viele spanische Banken aktuell nicht überstehen. Der Grad der Vernetzung internationaler Banken untereinander ist denke ich hinreichend bekannt. Ich denke niemand wünscht sich ernsthaft Lehman Brothers 2.0..

      • fakeraol sagt:

        „Ich denke niemand wünscht sich ernsthaft Lehman Brothers 2.0..“

        Wieso nicht? Was glaubst Du denn, wie das Ganze hier enden wird? Selbstverständlich wird es wieder einen Bankenrun geben, das ist Teil des Spiels. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann. Und diejenigen, die das bestimmen, ziehen auch den Nutzen daraus.
        Noch ist es nicht so weit, noch ist die Bevölkerung nicht fertig präpariert mit einem neuen Feinbild a la „der gierige hinterlistige Jude“. Wer es sein wird, ist schon absehbar, der fanatische Araber, der uns alle islamisieren will, überall Moscheen bauen, unseren Frauen die Burka überzwingen und einen Gottesstaat errichten will. Aber noch ist das Feindbild nicht tief genug verankert, noch gibt es Teile der Bevölkerung, die man noch ausbluten kann.

        Um den Zusammenbruch des (Banken-)Systems kommen wir sowieso nicht herum, und je später der kommt, desto verheerender wird die Wirkung sein. Wenn wir „denen“ das Timing versauen, steigen unsere Chancen, die weitere Entwicklung selber bestimmen zu können mit Solidarität und einer friedlichen Entwicklung statt Krieg.

  2. Ludger Elmer sagt:

    … die Frage ist doch nur, welchen Beitrag Hr. Schäuble von den Spaniern fordern wird, wenn sie uner den ESM wollen … und Hr. Asmussen wird dann wieder den EZB – Präsidenten an der Strippe haben … und mit Insolvenz drohen … all das geschieht auf Veranlassung von Frau Merkel …

  3. Man könnte es auch so sehen: Der (geplante?) Zerfall der EU geht voran!
    Mit einer solchen Maßnahme könnte Spanien ganz schnell aus dem Euro (und auch aus der EU?) heraus sein.

    „Kerneuropa“ unter deutscher Herrschaft? Mir graust’s und ich bin fast neidisch auf die „Randländer“, die „rausfliegen“.

    Herr Fursow ist da mit seiner Anlyse nicht allein:

    http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2013/03/09/die-epoche-neuer-imperien-beginnt-1-teil/

  4. Dieselben Gedanken kamen mir als ich das Gesicht des Bankmanagers sah der mir in Barcelona den einzigen Ausweg vorschlug. Die gesamte Banken Stimmung deutet daraufhin. Besser mit einem Pack Scheine in der Tasche als einen Auszug in der Hand. Keiner Bank ist zu vertrauen, die wollen nur unsere Kohle, egal wie man es dreht.

  5. LaPalma4ever sagt:

    Wenn denn diese Zwangsabgabe auf spanischen Konten wirklich kommt (und einige Aktionen, wie z.B. dass man jetzt als in Spanien lebender Ausländer auch alle Auslandskonten, Lebensversicherungen und Wertpapiere bei seiner Steuererklärung angeben muss, deuten klar darauf hin) wird es vorher nicht zu einem Bankrun kommen, weil diese Zwangsabgabe natürlich wieder einmal überfallsartig am Wochenende passieren wird (Schäuble hat ja erklärt, wie das geht).
    Halleluja sog I …

  6. fidel sagt:

    Die menschlichen Schwächen, die dem Markt eine häßliche Fratze aufsetzen, werden im Staat durch das Gewalt- u. Gesetzgebungsmonopol potenziert. Es ist traurig, wie wenig von der Aufklärung in den Gesellschaften hängen geblieben ist.

    „Habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen“ (Emanuel Kant) und vertraue nicht auf andere…

  7. Caligula sagt:

    Die ganze Diskussion ist schon recht bizarr. Mit 100.000€ auf der hohen Kante (mit 4% p.a. verzinst) und einem schönen Häuschen ist man Kleinsparer? Geht’s noch?
    Die Probleme liegen doch ganz woanders. Die Notenbanken fluten die Märkte mit billigem Geld was seit Jahren (Internetaktienblase, Immobilienblase, Rohstoffblase, jetzt Aktienblase) zu Fehlallokationen von Kapital führt. Ist dieses fehlinvestierte Kapital verloren, springt der Staat ein. Ein derartiges Vorgehen ist spätestens dann am Ende, wenn der Steuerzahler eines anderen Landes haften soll und die Regierung dieses Landes wiedergewählt werden möchte.
    Zwangsläufig führt aber eine Abschreibung von Forderungen auch zu einer Abschreibung von Guthaben. Jetzt streiten sich die gesellschaftlichen Gruppen darum, wen es trifft und jeder sagt natürlich „bei mir bitte nicht, gehen sie nach nebenan“. Das sagen auch die, die die kommunistische Regierung Zyperns gewählt hatten, die den ganzen Schlamassel angerichtet hat. Wähler aber haften für ihre Regierungen. So ist das nunmal. Und einen free lunch gibt es auch nicht. Schuldenaufnahme heute ist die Steuern von morgen. Also alles auf die Reichen abwälzen und den Kleinsparer verschonen? Auch das funktioniert so nicht. Auch dafür liebe Wähler hättet ihr für ein anderes politisches System stimmen müssen. Griechenland und andere EU Staaten werden seit Jahrzehnten mit Billigung der Wähler von politischen Kasten regiert, die sich schamlos bereichern. In anderen Ländern hat die Finanzlobby so starken Einfluss auf die Regierung, dass gegen sie niemand regiert. Also liebe Kleinsparer, aufstehen oder zahlen!

  8. Quertreiber S.L. sagt:

    Die Masse des einfachen Volkes kann auf verschiedene Weisen effizient ausgeraubt werden. Bis jetzt haben wir den bank robbery – the cyprus way und die Erhöhung der Steuern ins Grenzenlose (robbery – the greek way). So bezahlen mittlerweile die Griechen, also die, die überhaupt noch bezahlen können, eine saftige Grundsteuer auf ihre Eigentumswohnungen und bezahlen somit dem Staat eine ordentliche Miete für ihre eigenen Wohnungen. Ich frage mich, ob die der Staat dann auch zwangsräumen lassen wird, wenn die geplagten Eigentümer nicht mehr blechen können. In jedem Fall glaube ich nicht, dass wir uns wirklich gegen all diese Übergriffe schützen können. Bargeld zu Hause zu horten, halte ich für blanken Unsinn. Das ist dann, sein Geld den organisierten Verbrecherbanden, also den kleinen, nicht den Lobbies und den Regierungen, in die Hände zu spielen, denn Einbrüche gibt es ja jede Menge. So gab’s ja schon zahlreiche Fälle, in denen die Frauen vor ihren Männern von den Einbrechern zusammengeschlagen wurden, um die Männer zur Herausgabe des Safecodes zu zwingen. Und wer ersetzt dann den Schaden. Die Versicherungslobbies etwa?

  9. […] werden. Niemand glaubt mehr daran. Rajoy würde keine Sekunde die Hand zittern, solch eine Zwangsabgabe zu beschliessen nach allen seinen Statements, die er am darauffolgenden Tag schon ins konkrete […]

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