Bodenfrost

In Barcelona wurde gestern im Anschluss an eine Demo für Recht auf Wohnraum ein Gebäude besetzt. Etwa 200 Menschen hatten sich an der Demo beteiligt, die von 15 M (Bewegung 15. Mai) und 500X20, eine Plattform, die gegen Zwangsräumungen kämpft, ausgerufen worden war.

Von den zwölf Wohnungen des Hauses standen 10 leer. Die zwei bewohnten werden selbstverständlich nicht angerührt, sagte eine Sprecher. Die übrigen aber sollen Familien überlassen werden, die zwangsgeräumt wurden und keine Wohnung mehr haben. Derzeit sind allerdings erst drei Wohnungen besetzt. Ziel ist es, durch Verhandlungen zu erreichen, dass die Familien dort wohnen bleiben können und im Gegenzug eine Miete zahlen, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten befindet.

An einem der Balkone wurde ein riesiger Banner angebracht, auf dem das Motto „weil nicht jede Utopie unmöglich ist“ prangt. Die Insula Utopía (Insel Utopie), wie das Haus getauft wurde, soll nicht nur den Bedürftigen Obdach bieten, sondern…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Politik.

13 Kommentare zu “

  1. Uhupardo sagt:

    @ Bodenfrost
    Eine spanische Pressemeldung besagt: „Im Moment wurden nur drei der zehn Wohnungen besetzt, die in diesem Haus frei sind.“

    http://www.324.cat/noticia/2087677/catalunya/Veins-de-Nou-Barris-ocupen-tres-pisos-dun-edifici-buit-per-cedir-los-a-families-desnonades

    • bodenfrost sagt:

      Besten Dank für Reblog und die zusätzliche Info. Ich werde das gleich in den Text einbauen.

      • Uhupardo sagt:

        Die zusätzliche Info kam von der aufmerksamen Leserin Fabienne Lui, wir geben den Dank gern weiter.

        • bodenfrost sagt:

          Muchas gracias. Der Text ist jetzt auf dem neuesten Stand. In dem verlinkten Artikel von 324 hat sich ein Fehler eingeschlichen, die Gruppierung heißt 500×20, nicht 550×20. Ich habe extra nachgeschlagen, weil ich verunsichert war.

          Drei Besetzungen in einer Woche – ein deutliches Signal, wie wichtig das Thema Wohnung und Zwangsräumung derzeit in Spanien ist. Die Hoffnung der Regierung, das ganze aussitzen zu können, garniert mit ein wenig Diffamierung („PAH ist ETA“), dürfte nach meiner Einschätzung nicht aufgehen.

          Jetzt heißt es die Daumen drücken, dass sich all diese Wohnprojekte auch halten können und nicht schon bald wieder geräumt werden.

          • Uhupardo sagt:

            „Der Text ist jetzt auf dem neuesten Stand.“

            Noch nicht ganz vermutlich. Wenn wir das richtig verstanden haben in den Links, sind es zehn Wohnungen, nicht zehn Stockwerke. Übersetzungsgeschichte vermutlich, beides wird im Spanischen oft mit „pisos“ bezeichnet.

            „Die Hoffnung der Regierung, das ganze aussitzen zu können, garniert mit ein wenig Diffamierung (“PAH ist ETA”), dürfte nach meiner Einschätzung nicht aufgehen.“

            Das glauben wir auch, dafür ist die Unterstützung für die PAH zu stark.

  2. Fabienne sagt:

    Wenn wir grad dabei sind….

    „En un dels balcons de l’edifici ocupat pels manifestants i situat al barri de la Prosperitat de Nou Barris es pot veure un gran cartell on diu „Pisos i pàrquing en venda“, amb un número de telèfon mòbil.“
    (http://www.ara.cat/societat/habitatge-desnonats_0_890911064.html)

    Übersetzt verstehe ich darunter :

    Auf einem der Balkone des Gebäudes im Bezirk Nou Barris, das von den Demonstranten besetzt wurde, ist ein großes Schild zu sehen mit der Aufschrift ;“ Wohnungen und Parkplätze zu verkaufen“ mit einer Handy-Nummer.

    Sie schreiben : „An einem der Balkone wurde ein riesiger Banner angebracht, auf dem das Motto “weil nicht jede Utopie unmöglich ist” prangt.“

    Über „Insula Utopía“ schreibt EL PAÍS in einem anderen Zusammenhang.

    Katalanische und Spanische Seiten miteinander zu vermischen ist immer „una cosa delicada“ …. Aber wir helfen Ihnen trotzdem gern beim Übersetzen 😉

    • bodenfrost sagt:

      Dass es sich bei dem Gebäude mit „Wohnung und Parkplätze zu verkaufen“ und „nicht jede Utopie ist unmöglich“ um dasselbe handelt, ist meiner Meinung nach in einer Foto-Strecke über die Besetzung dokumentiert, in der beide Motive auftauchen (Link).

      Bei diesem Bild hängt der große „… Utopie… „-Banner über den Werbeplakaten an den Balkonen, bei diesem sind die Werbeplakate verschwunden und der große Banner hängt zwischen den Balkonen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Balkone mit den verschwundenen Werbeplakaten zu den besetzten Wohnungen gehören.

      • Fabienne sagt:

        „Dass es sich bei dem Gebäude mit “Wohnung und Parkplätze zu verkaufen” und “nicht jede Utopie ist unmöglich” um dasselbe handelt, ist meiner Meinung nach in einer Foto-Strecke über die Besetzung dokumentiert, in der beide Motive auftauchen (Link).“

        Das ist für den Leser im ersten Moment nicht ersichtlich. Wenn man den Text liest, vergleicht man automatisch die Quellenangaben und geht von einer, wenn vielleicht auch nicht wortwörtlichen, aber zumindestens sinngemässen Überlieferung aus. Dass Sie sich mit der Aussage : “An einem der Balkone wurde ein riesiger Banner angebracht, auf dem das Motto “weil nicht jede Utopie unmöglich ist” prangt.” auf eine Fotostrecke beziehen, war auch für mich nicht erkennbar, bis Sie direkt auf diese Fotos hingewiesen haben. Dadurch hatte es für mich den Anschein, es wäre falsch übersetzt worden.

        Es wollte auch niemand generell an Ihren Sprachkenntnissen zweifeln. Der Hinweis auf den kleinen Übersetzungsfehler (Wohnungen / Stockwerke) war eigentlich als gut gemeinter Hinweis gedacht. 😉

        Auch wenn es wirklich gemein ist, darüber hier öffentlich zu diskutieren ( leider gab es keine Möglichkeit, Sie diskret auf diese Sachen hinzuweisen), hoffe ich, Sie fassen diese Hinweise nicht als generelle Kritik an Ihrem Blog auf. Das war auf keinen Fall beabsichtigt. Es gefällt mir, dass und wie Sie über diese Themen informieren. 😉

        • bodenfrost sagt:

          Guten Morgen.

          Ich hatte gehofft, dass das Foto rechts neben meinem Bericht (bzw. hier bei Uhupardo das obere) als Illustration ausreichen und keine Fragen offen lassen würde. Daran, dass es zu Missverständnissen kommen könnte, wenn jemand die spanischen und katalanischen Quellen liest und mit meinem Text vergleicht, hatte ich nicht gedacht. Es kommt selten vor, dass die Links angeklickt werden. Mittlerweile füge ich sie eigentlich nur noch zwecks persönlicher und übersichtlicher Archivierung hinzu und nicht, weil ich davon ausgehe, dass sich jemand wirklich dafür interessiert 😉

          Der Bericht ist keine 1 : 1 Übersetzung, sondern setzt sich aus mehreren Quellen zusammen, darunter auch Tweets und Live-Berichte von compañer@s, die vor Ort dabei waren. Diese Vorgehensweise nicht zu benennen, war möglicherweise die Ursache für unser kleines Missverständnis.

          Es ist schön, dass wir dieses Missverständnis aus der Welt räumen konnten. Für den Hinweis auf den Übersetzungsfehler bin ich aufrichtig dankbar. Eine hilfreiche Korrektur ist eine Möglichkeit, mit seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten einen Schritt weiter zu kommen.

          Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und die Blumen. Vielleicht wäre es an der Zeit, bei Bodenfrost eine direkte Kontaktmöglichkeit anzubieten. Ich lasse mir durch den Kopf gehen, wie ich das handhaben könnte.

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