Bestätigt: Bankeinlagen sind nirgendwo mehr sicher

chipre 77a

Wenn die Scham verschwindet, regiert es sich viel angenehmer. Der niederländische EZB-Rat Klaas Knot hat jetzt das bestätigt, was der Chef der Eurogruppe Jeroen Dijsselbloem vor ein paar Tagen erst in die Welt gesetzt und dann halb dementiert hatte: Zwangsabgaben auf Bankeinlagen werden ab sofort „Teil des Prozesses sein, wie in Europa Banken liquidiert werden“.

Zypern ist also doch das Musterbeispiel. Die viel zitierte Einlagensicherung, die sowieso auf rechtlich mehr als fragwürdiger Grundlage steht, gibt es in der Realität nicht. Wenn Banken, wie auf Zypern, ins Schlingern geraten „wird unsere Antwort nicht mehr automatisch sein, dass wir kommen und ihr Problem erledigen“, versicherte Klaas Knot der Presse, „ich stimme in der Sache völlig mit Dijsselbloem überein“. Der hatte, kurz vor einem halben Dementi Ähnliches von sich gegeben. Der niederländische EZB-Mann ist dagegen direkter und nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wir werden zuerst Bond- und Shareholdern auffordern, zur Rekapitalisierung der Bank beizutragen, und wenn nötig auch auf die unversicherten Spareinlagen zugreifen.“

Wer es jetzt nicht begriffen hat, dem ist kaum noch zu helfen, zumal (ausgerechnet) die Deutsche Bank bereits vor dem Risiko des „weit überdimensionierten Banksektor“ auf Malta und in Luxemburg warnt und auch dort Gefahren sieht wie auf Malta. Spareinlagen, egal wo, sind nicht mehr sicher. Weder über noch unter 100.000 Euro, wie sich am Beispiel Zypern zeigte, wo nur eine Parlamentsentscheidung in letzter Minute dafür sorgte, dass Konten unter 100.000 Euro – diesmal noch – verschont blieben.

Blaupause Zypern:
* Bank of Cyprus: 37,5% der Guthaben über 100.000 werden in Bankaktien umgewandelt

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16 Kommentare zu “Bestätigt: Bankeinlagen sind nirgendwo mehr sicher

  1. […] Lesen Sie dazu auch den Folgeartikel: * Bestätigt: Bankeinlagen sind nirgendwo mehr sicher […]

  2. […] HG.Butzko mit Asmussen Anmoderation Stefan Hanitzsch Störsendung Finanz-Casino-Kapitalismus Teil 1 http://youtu.be/d0lL1uIsC9U http://www.stoersender.tv/ aufgelesen antikriegTV   mehr zum thema: AKTUELL! https://uhupardo.wordpress.com/2013/03/30/bestatigt-bankeinlagen-sind-nirgendwo-mehr-sicher/ […]

  3. „Zwangsabgaben auf Bankeinlagen werden ab sofort “Teil des Prozesses sein, wie in Europa Banken liquidiert werden”.“

    Dieser Schritt war absehbar und längst überfällig.
    Die „Staaten“ können sich nicht weiter verschulden.
    Diese Art des „Abgreifens“ wird in den kommenden Jahren nicht die Einzigste sein.

    „zumal (ausgerechnet) die Deutsche Bank bereits vor dem Risiko des “weit überdimensionierten Banksektor” auf Malta und in Luxemburg warnt und auch dort Gefahren sieht wie auf Malta. “

    Auch, aber nicht nur, in Germany ist der Banken und Versicherungs-Sektor überdimensioniert.
    Die propagandistische Absicht der „DB“ ist aber klar!: die kleinen „Staaten“ sollen zuerst ins „Gras“ beißen.
    Eine ähnliche Veranstaltung findet seit gut einer Dekade in der USA statt.
    Dort gehen kleinere Banken, mit Schwerpunkt 2007/8/9 reihenweise ins Nirwana-na ja, wohl nicht ganz im Sinne wie Sanskrit es meint.

  4. „Deutsche mehr Schwarzgeld als Zypern“

    Na dass ist aber auch keine News wert.
    Was denn sonst?
    wenn doch selbst das Helden-Weib der CDU-Schwarzgeld-Affäre, der heutige Kanzler der Sperrmenschen ist…. harhar 🙂
    Mach sich ja Niemand was vor, die herrschende deutsche Ideologie ist knall hart, in jedweder Form.

  5. Caligula sagt:

    Der Grund, warum Russen ihr Geld nach Zypern gebracht haben, liegt im russischen Bankensystem begründet. Die Hyperinflation Anfang der 70iger Jahre und der Zusammenbruch des russischen Bankensystems, ausgelöst auch durch die Aufgabe der Bindung des Rubels an den US Dollar haben zwei Mal die Sparguthaben der Bevölkerung und das working capital der Unternehmen ausgelöscht. Auch heute darf eigentlich nur die Sberbank als zuverlässig angesehen werden. Weiterhin sind Sparguthaben nur bis 700.000 RUB versichert. Rechtssicherheit herrscht nicht, d.h. der Staat kann auf die Bankguthaben durchgreifen, ohne dass sich der Betroffene dagegen effektiv wehren kann. Da lag es nahe, dass Unternehmen und vermögende Privatkunden auf ausländische Banken ausweichen. Zypern bot hier zusammen mit einem liberalen Steuerrecht ein Paket an, das angenommen wurde. Mit Schwarzgeld hat das erst einmal nichts zu tun. Die Einkommenssteuer ist mit 13% in Russland ohnehin sehr niedrig. Trotzdem bestand natürlich keine grosse Neigung der EU Guthaben von Kontoinhabern außerhalb der EU zu retten. Einmal sah man die niedrigen Steuersätze Zyperns als unfairen Wettbewerb an (das gleiche Argument musste sich auch Irland gefallen lassen) und zum anderen sah die westeuropäische Bankenlobby den Bankenstandort Zypern als Konkurrenten. Da kam das Argument „Schwarzgeld“ natürlich gerade recht. Zypern als kleines Land konnte dem nichts entgegen halten, anders als die Schweiz oder Luxembourg. Malta wird die gleiche Erfahrung machen.

  6. Johannes Eber sagt:

    Die Kapitalverkehrskontrollen sollen in Zypern nach einem Monat aufgehoben werden. Dem wird mitnichten so sein. Die Kapitalverkehrskontrollen in Zypern werden auf Jahre zementiert werden. Das bedeutet nichts anderes, daß auch bei Einlagen unter 100.000 Euro kein vollständiger Zugriff mehr besteht.
    Wie sagte „Geisterfahrer Schäuble“: Zypern hat die Stabilität des Euro in den südeuropäischen Euroländer untermauert.

  7. Johannes Eber sagt:

    Noch einen Nachtrag zu meinem Kommentar. Gemäß Industrieverband machen täglich 1.000 Unternehmen in Italien dicht. Meint „Schäuble“ diese Stabilität?

  8. matrixsun sagt:

    Na das ist doch super, mit jeder dieser nachrichten, werden die verschwörungstheoretiker, mit ihren lächerlichen hypothesen, stück für stück mal wieder bestätigt.

    Die helfen selber ungemein am erwachen der menscheit mit, denn sie können gar nicht anders irgendwann kommt in jede dunkle ecke licht

    Ich freu mich auf jedenfall

    was wohl passiert, wenn wir merken das wir denen ihr geld gar nicht brauchen dann platzt wohl die kriesenblase. 🙂

    • „was wohl passiert, wenn wir merken das wir denen ihr geld gar nicht brauchen dann platzt wohl die kriesenblase. :-)“

      harhar 🙂
      ich könnte es nicht besser ausdrücken matrixsun !
      harharha genau das ist der Ganze theatralische Spaß des Schauspielchens …
      in urd …verdandi…skuld

      • Uhupardo sagt:

        Wir machen auf alle Fälle, und das ist fester Beschluss der Redaktion, mindestens so lange weiter mit der Krise, unermüdlich und nötigenfalls Jahrzehnte lang, bis sie in den Blogs, auf Facebook und sonstwo absolut niemand mehr mit „ie“ schreibt. 😉

    • caravaggio sagt:

      ‚ was wohl passiert, wenn wir merken das wir denen ihr geld gar nicht brauchen dann platzt wohl die kriesenblase. ‚

      genau das ist des pudels kern, leider verstehen das die wenigsten menschen erst, aber es werden immer mehr … 😉

  9. Mir egal. Ich hab mein Gold eh im Garten vergraben. Rostet ja nicht.

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