Die Dümmsten der Klasse: Demokratie ist der falsche Weg

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„Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ – die grossartige Idee eines vereinten Kontinents mit gemeinsamen Wurzeln ist auf die jämmerliche Idee einer gescheiterten Währung reduziert worden. So weit, so schlecht. Doch das ist längst nicht alles. Sechs Jahre Krise haben ausgereicht, die Gehirne der westlichen Geisteselite zu waschen und Demokratie generell als falschen Weg anzusehen, weil die Gesellschaftsform nicht mehr zur Wirtschaft passt.

Schon im vergangenen Juli waren wir darauf eingegangen, warum „Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen, die Dümmsten der Klasse“ sind. Das war jedoch noch harmlos gegenüber den Vorträgen, die Nobelpreisträger inzwischen halten. Beispiel Michael Spence, Wirtschafts-Nobelpreis 2001: Wenn man so viel Wachstum erzeugen wolle wie China, brauche es eine „Führung mit Ausdauer“, sagt er. So eine Erfolgsgeschichte lasse sich am besten „in einem wohlwollend autoritären System umsetzen, weil Demokratien einen zu kurzen Zeithorizont haben“. Wer auf welche Art dafür sorgt, dass es statt einem bösen einen wohlwollenden Diktator gibt – denn nichts anderes ist gemeint -, erklärt er nicht.

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Auf der Jahrestagung des Instituts für Neues Ökonomisches Denken im Hongkonger Hotel International fallen noch ganz andere Sätze. Der Think-Tank, finanziert von der Hedgefonds-Legende George Soros, hat es sich inzwischen auf die Fahne geschrieben, die Demokratie frontal anzugehen und sie ganz öffentlich und unverblümt dem Wirtschaftsdiktat zu opfern. Daniel A. Bell ist Kanadier und lehrt politische Philosophie an der Pekinger Elite-Universität Tsinghua: „Ich glaube nicht länger daran, dass Demokratie in der Form ‚Eine Person – eine Stimme‘ der beste Weg ist, um ein politisches System zu organisieren.“ – Wahlen hält er nur noch „auf der lokalen Ebene für sinnvoll, weil da falsche Entscheidungen nicht so sehr ins Gewicht fallen.“ Stattdessen möchte er für eine „Auslese der politischen Führungselite nach intellektuellen Fähigkeiten und moralischen Standards“ sorgen. Dieses System sieht er in der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) zwar nicht perfekt, aber doch in Ansätzen verwirklicht.

Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit kommen im Vortrag nicht vor, genau wie bei James Heckman. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger des Jahres 2000 und nebenbei auch noch Jura-Professor hat sein gesamtes Berufsleben an der legendären Wirtschaftsfakultät der Universität von Chicago verbracht, wo der liberale Kapitalismus mit all seinem globalen Sendungsbewusstsein miterfunden wurde. Und jetzt prägt er Sätze wie: „Ein Teil des chinesischen Erfolgs besteht wahrscheinlich darin, dass die Führung dort nie einer bestimmten ökonomischen Theorie gefolgt ist – sondern einfach nur ihrer Nase.“ – Immer der Nase des Diktators nach, will er sagen, ohne auf störende Einflüsse des Stimmviehs Rücksicht nehmen zu müssen.

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Demokratie ist nicht mehr wirtschaftsdienlich. China als neues Vorbild.

Man kann, wenn man will, minimales Verständnis dafür zeigen, dass Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen das chinesische System bis zu einem gewissen Grad aufsaugen müssen und nicht mehr für des Teufels Grossmutter halten dürfen, wenn sie in dessen Einflussbereich arbeiten, doch wo ist sie denn plötzlich hin die Doktrin, die noch vor ein paar Jahren dafür plädierte, Demokratie und Marktwirtschaft als Allheilmittel notfalls mit Waffengewalt zu exportieren, um die Völker glücklich zu machen? Natürlich wächst Chinas Wirtschaft, während Europa vor sich hin dümpelt, doch deswegen den Kotau vor der Ideologie einer Diktatur und die Obsoleszenz der Demokratie?

Ist denn nicht längst bewiesen, dass den Bürgern eines Landes immaterielle Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und demokratische Teilhabe erst mit höherem Wohlstandsniveau wichtig werden (können), dass technische und wirtschaftliche Innovationen von einer freien Gesellschaft viel besser zu leisten sind? – Wenn das aber so ist, warum dann der schamlose Frontalangriff gegen die demokratische Idee durch solche Nobelpreisträger für Wirtschaft? Wo ist ihr noch vor zehn Jahren manifestierter unerschütterlicher Glaube an die perfekte Mischung zwischen Demokratie und Marktwirtschaft geblieben?

Die Erklärung ist simpel: Sie sind noch nie für Demokratie eingetreten und haben sie nur so lange akzeptiert, wie sie dem neoliberalen Gedankenansatz nicht spürbar im Wege stand. Als Geld verdienen ungestört funktionierte in dem System, das als Demokratie galt – ob es wirklich eine war oder ist, würde eine lange und intensive Diskussion erfordern! -, wollte man dieses angeblich perfekte Geschäftsmodell anderen sogar mit Gewalt aufdrücken. Jetzt, da die Wachstumsreligion im Westen Risse bekommen hat, kann oder muss man offensichtlich auf alle demokratischen Bestrebungen verzichten, denn Wirtschaft allein ist die Maxime. Dann eben „wohlwollende Diktatoren“, Hauptsache die Kasse stimmt.

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Im Grunde darf man sich getrost freuen über solche Vorträge, so inhuman sie auch sind! Endlich beweisen die neoliberalen Drecksäcke Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen, worum es ihnen wirklich geht: Markt und Wirtschaft sollen brutal und absolut kompromisslos eine ungefährdete Spitzenstellung einnehmen. Wirtschaftsleistung pro Kopf, Rendite und Konsum sind die Götzen, denen gefälligst alles zu opfern ist. Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte, Mitbestimmung – alles, was diese Religion stört, kann ersatzlos weg. Damit auch die über Jahrzehnte gefeierte Doktrin der angeblichen Demokratie. Klartext klärt den Nebel und wischt alle Zweifel hinweg darüber, worum es hier wirklich geht und immer ging. Das sollte endlich auch denen zu denken geben, die immer noch daran glauben, der Führungselite ginge es um eine bessere Gesellschaft.

Nicht etwa technische Fehler der Verantwortlichen, geboren aus politischer Unfähigkeit, sind es, die uns derzeit bedrohen, sondern eine glasklare und wohl durchdachte Strategie derjenigen, die gar kein Interesse daran haben, dass Sie von Ihrer Arbeit auch leben können, dass sich Leistung wieder lohnen soll … und wie alle diese hohlen Parolen lauten. Die Dümmsten der Klasse haben in sechs Jahren Krise den Glauben daran verloren – und sagen es endlich! -, dass freie, selbstbestimmte Menschen und eine immer bessere Demokratie auch nur theoretisch dazu dienen können, ihre Taschen weiterhin bis zum Rand zu füllen. Deswegen kann das angeblich demokratische System jetzt ersatzlos weg zugunsten „wohlwollender Diktatoren“ und damit moderner Sklaverei immer kompromissloserer Ausprägung.

Sie haben es längst gemerkt: Die Dümmsten der Klasse sind gar nicht dumm. Sie wissen genau, was sie wollen und setzen es skrupellos um. Nur zulassen dürfen wir es keinesfalls, was eine entschlossene und handlungsbereite Zivilgesellschaft voraussetzt, denn sonst …!

Lesen Sie dazu auch:
* Wer ist schuld an der Krise?
* 25 Fakten zum Nachdenken: Warum das System irreparabel ist!
* Deutschland gegen Europa
* Die Frage ist nicht, ob das Finanzsystem scheitert, sondern wann!

86 Kommentare zu “Die Dümmsten der Klasse: Demokratie ist der falsche Weg

  1. Ramón Rodríguez sagt:

    Es ist richtig und gut, dass solche Leute endlich unverblümt reden und sagen, worum es ihnen wirklich geht! Die Frage ist nur, ob Entlarvung da funktioniert, wo RTL und BLÖD die Regierung bilden.

    • Uhupardo sagt:

      Solange bei den ewigen pateiübergreifenden Alibi-Talk-Show-Forderungen „Bildung-Bildung-Bildung“ diese gesellschaftspolitische Bildung eben nicht gemeint ist sondern nur diejenige Bildung, die zum perfekten Arbeits- und Konsumsklaven führt, muss man diese Frage unbedingt stellen.

  2. Caligula sagt:

    Den Grundgedanken hat Bell wohl bei Platon geklaut, dessen Buch über den Staat aber wohl nicht zu Ende gelesen. Die Herrschaft der Philosophen gibt es nicht zum Nulltarif (für die Philosophen). Gerade China als Musterbeispiel einer solchen Herrschaft der Philosophen heranzuziehen ist daher wohl so ziemlich das Dümmste was ich bis heute gelesen habe.

    • Uhupardo sagt:

      Dumm oder glasklare Absicht?

      • Caligula sagt:

        Ist eigentlich egal. Gefahr droht nicht von Bell, sondern von den realen Politikern. Verfassungswidriges Wahlrecht über Jahre in Deutschland hat niemanden so recht aufgeregt. Vielleicht wollte er provozieren. Vielleicht einfach nur Aufmerksamkeit erregen. Natürlich hat der massendemokratische Staat auch Schwächen, sonst wäre ein Schwachkopf wie Hitler nicht an die Macht gelangt.

        • Uhupardo sagt:

          Es ist nicht nur Bell, Caligula, wie Sie u.a. dem Artikel auch entnehmen können. Da ist keine Provokationsabsicht das Ziel. Demokratische Strukturen werden zunehmend öffentlich als wirtschaftsfeindlich „entlarvt“ und damit als obsolet erklärt.

        • fakeraol sagt:

          > „Natürlich hat der massendemokratische Staat auch Schwächen, sonst wäre ein Schwachkopf wie Hitler nicht an die Macht gelangt.
          In Geschichte nicht aufgepasst? Nicht der „massendemokratische Staat“, nicht die Wähler haben Hitler zum Reichskanzler ernannt, sondern Hindenburg und opportunistische Politiker haben dazu beigetragen. Die NSDAP hatte nie eine absolute Mehrheit.

  3. fb sagt:

    Bevor man die “Idee der Demokratie“ so lobt, sollte man sich anschauen, wie Demokratie dort aussah, wo sie erfunden wurde – im antiken Griechenland. Demokratie (Die Herrschaft des Volkes) bedeutete nämlich keinesfalls, dass jeder mitbestimmen durfte. Der Begriff “Volk“ meinte nämlich nur einen “bestimmten“ Personenkreis.
    Insofern darf sich über einen vermeintlichen Mangel an Demokratie nicht beschwert werden.

    • Uhupardo sagt:

      Die Frage, was tatsächlich eine Demokratie ist – der Artikel sagt es schon -, würde eine lange und intensive Diskussion erfordern. Eins aber sollte klar sein: Demokratie wird in jeder Struktur immer nur ein Modell derjenigen sein, die mitbestimmen wollen! Kein Zweifel sollte darüber herrschen, dass man allen die Möglichkeit dazu geben und ihnen den notwendigen Hintergrund dazu verschaffen sollte.

    • Kurt sagt:

      Demokratie heisst nicht „Herrschaft des Volkes“ (das wäre vielmehr Ethnokratie), sondern „Herrschaft des Dorfes“. Damit waren regionale Versammlungen gemeint, ähnlich der Jamahirya in Lybien. Da durfte durchaus jeder mitbestimmen. Wenn er/sie denn hinging.

      Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Demos

      • Kurt sagt:

        Ach ja, und dass Demokratie in GR erfunden wurde, ist auch ein sehr beliebtes Märchen. Die Perser hatten sie lange vorher, ebenso wie die universellen Menschenrechte (letztere feiert sogar die UN regelmäßig, als Jahrestag der UM des damaligen persischen Staatsoberhaupts).

      • fb sagt:

        Nein. In den Versammlungen konnte eben nicht jeder, der es wollte, teilnehmen, sondern nur die Vollbürger. Dazu zählten Sklaven u. Frauen z.B. nicht.

    • Alex Geißler sagt:

      Bald ist relativ, 2013 wird wohl ein gutes Jahr für deutsche Konzerne.
      http://www.isw-muenchen.de/download/dax-dividende-fs-20130402.pdf
      2013: Nochmals Gewinnsteigerung!?
      Trotz Flaute und sogar Rezession scheint es möglich, dass 2013 die Top-30-Dax-Konzerne 2013
      nochmals Rekordgewinne einfahren; denn sie haben vorgesorgt. Analysten der DZ-Bank kommen
      zu dem Ergebnis: „Die vielen Spar- und Restrukturierungsprogramme legen den Grundstein dafür,
      dass die Unternehmenszahlen ab dem kommenden Jahr wieder besser werden dürften“. Und das
      Handelsblatt (5.11.12) schlussfolgert: „Kommt es so, dürften die 30 Dax-Konzerne zwar nicht
      2012, wohl aber im nächsten Jahr so viel verdienen wie noch nie – trotz der Krise in Euro-Land“.
      Für die EUro-Zone bedeute das wohl: ein langer Abstieg:
      http://www.flassbeck-economics.de/zur-konjunktur-in-deutschland-auftragseingange-im-plus-fahrzeugzulassungen-im-minus-insgesamt-geht-es-bergab/
      „(…)Man muss bei der Wür­di­gung der Zah­len immer im Blick behal­ten, dass die deut­sche Wirt­schaft von ihrem Vor­sprung in Sachen Wett­be­werbs­fä­hig­keit, den sie sich in den ers­ten zehn Jah­ren der Euro­päi­schen Wäh­rungs­union durch Lohn­zu­rück­hal­tung auf­ge­baut hat, schon eine Weile zehrt und auch jetzt noch immer wie­der bes­ser dasteht als die ande­ren. Hätte Deutsch­land eine eigene Wäh­rung, hätte sich die­ser Vor­sprung schon längst durch eine Auf­wer­tung die­ser eige­nen Wäh­rung in Luft auf­ge­löst. (…)
      (…)So gibt es eine ganze Reihe von sen­si­blen Berei­chen, wo die Wirt­schaft in der euro­päi­schen Wäh­rungs­union sys­te­ma­tisch aus­ein­an­der­drif­tet, so lange die Krise schwelt. Hier müsste die Poli­tik eigent­lich sta­bi­li­sie­rend ein­grei­fen, aber, wie gesagt, sie desta­bi­li­siert selbst am meis­ten und sieht nicht, dass die­ses Aus­ein­an­der­drif­ten für einen Wäh­rungs­raum eine töd­li­che Gefahr bedeu­tet. Eines Tages wird näm­lich die Ver­zweif­lung über die andau­ernde Tal­fahrt in eini­gen Län­dern so groß sein, dass auch extreme Maß­nah­men wie der Aus­stieg aus der Wäh­rungs­union nicht mehr aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen. Der inter­na­tio­nale Abwer­tungs­wett­lauf oder Wäh­rungs­krieg, von dem so viel die Rede ist, fin­det dann seine Fort­set­zung inner­halb der Währungsunion.

      Des­we­gen sollte jeder, der sich in den noch immer rela­tiv sta­bi­len Zah­len Deutsch­lands sonnt, immer den Rest Euro­pas mit beden­ken. Wenn Deutsch­land nichts tut, um die diver­gie­ren­den Volks­wirt­schaf­ten wie­der auf einen ein­heit­li­chen Pfad zu brin­gen, wird es auch selbst der tie­fen Krise nicht ent­kom­men können.“

      So ist das, wer an dem Ast sägt……

  4. ST.Haben sagt:

    Eine Wirtschaft als Vorbild zu nehmen, die sich und ihre Existenz gefährdet durch dauerhafte Umweltverschmutzung und permanete Unterdrückung ihrer Bürger, kann man für sich schon als selten- blöd bezeichnen. Aber der Mensch sucht ja nach Orientierung. Hoffentlich ist noch nicht allen von uns die Weitsicht abhanden gekommen.

    • Uhupardo sagt:

      Selbstverständlich. Der Satz wäre auch noch kürzer und radikaler möglich gewesen: „Wirtschaft als Maxime einer Gesellschaft zu setzen, ist generell schlicht eine Geisteskrankheit.“

  5. dw-seneca sagt:

    Demokratie mit einem Wahlrecht für alle ist tatsächlich ein relativ schlechter Weg für einen Staat, denn eine solche Demokratie wird immer früher oder später zu einer Diktatur des Proletariats.
    Dabei werden gerade die ganz normalen Menschen am ehestens in einem freiheitlichen System mit einer ganz strikten Anwendung des Rechts auf Eigentum einen gewissen Wohlstand erarbeiten können. Je sozialistischer das System wird, desto ärmer werden alle Menschen bis auf die Eliten, die die eigentlichen Nutznießer des Sozialismus sind.

    • Widerspruch um Widerspruch, Fragen über Fragen, die ihr Posting hinterlässt. Sie sagen, Demokratie und Wahlrecht für alle seien schlecht, das freiheitliche System dagegen helfe jedem Wohlstand zu bilden. Da fragt man sich, wie das zusammen passt.
      Erklären Sie doch zunächst mal, was Sie unter freiheitlichem System verstehen? Ein Mitbestimmungsrecht für alle ja offenbar nicht. Und was bitte soll eine Diktatur des Proletariats sein? Und was ist Ihrer Meinung nach Sozialismus? Und wer soll Ihrer Ansicht nach die Interessen der Allgemeinheit wahren und kluge politische Entscheidungen fällen, anstelle des dummen Wahlpöbels? Und wer hindert diese Entscheidungsträger daran, dass sie nicht nur die eigenen Interessen bzw. die einer kleinen Elite wahren?

      • Uhupardo sagt:

        Und vor allem: Wer garantiert denn dw-seneca sein „Recht auf Eigentum“ – der zentrale Begriff des Kommentars zweifelsohne -, wenn der Pöbel (die Diktatur des Proletariats) nicht mehr bestimmt? Lauter altruistische Elitemenschen, die nur das gesellschaftliche Wohl im Auge haben und von wem eingesetzt werden?

  6. murksel sagt:

    Die Demokratie ist meiner Meinung nach im Westen schon lange der globalen Konzerndiktatur, bzw dem Konzernfaschismus zum Opfer gefallen. Da werden Gewinne eben privatisiert und Verluste sozialisiert. Wahrscheinlich wird in nicht allzu ferner Zukunft ein Pleitekonzern sich auch ungestraft über die Sparkonten der Bürger hermachen dürfen. Vielleicht wird uns sogar von den Konzernen vorgegeben, was wir benötigen und was nicht. Und entsprechend wird dann auf unseren Konten herumgefischt werden. Und wenn wir verhungern müssen weil uns die wirklich notwendigen Dinge fehlen ? So what??
    Wenn man an die Schweizer Studie denkt, die herausfand, dass es eigentlich gebündelt nur 147 Konzerne weltweit gibt. Dann weiß man in etwa welchen Finanzoligarchen (Aktionären) (Rockefeller, Sorros, Rothschild, Gates usw) wir da ausgeliefert worden sind.

    Am Rande fällt mir dann noch ein, dass die Usraelis sich überlegen müssen, was sie statt der Demokratie nun in die anderen Länder hinein bomben wollen.

  7. dasneueeuropa sagt:

    Auch wenn ich noch lange nicht bereit bin die Demokratie als die wahrscheinlich beste Staatsorganisationsform zu begraben ……. aber folgende Aussage halte ich persönlich für nicht zutreffend:

    „Ist denn nicht längst bewiesen, dass den Bürgern eines Landes immaterielle Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und demokratische Teilhabe erst mit höherem Wohlstandsniveau wichtig werden (können), dass technische und wirtschaftliche Innovationen von einer freien Gesellschaft viel besser zu leisten sind?“

    Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Gleichheit und (mit kleineren Einschränkungen) politische Teilhabe, sind in den USA und in Europa vom Proletariat in einem Wohlstandsniveau erkämpft worden das viel viel niedriger war als das heutige.

    Tatsächlich bin ich sogar fast geneigt zu sagen, dass der im Vergleich zu früher fette Wohlstandsbauch das Proletariat faul und schläfrig gemacht hat. Erst jetzt, wo die scheinbare Sicherheit schwindet und die Situation bedrohlich wird, erst jetzt fängt das Proletariat wieder an aufzuwachen und die Errungenschaften zu verteidigen. Hoffentlich erfolgt das Aufwachen schnell genug, und hoffentlich ist es dann noch nicht zu spät.

  8. pourmaclasse sagt:

    Dieser Artikel ist ganz schön ärgerlich.
    Zum Einen suggheriert er, die sogenannte „Krise“, sei ein temporäres Ereignis.
    Für Arme und Menschen mit wenig Besitz, die unsinnig viel schuften müssen, um ihr Leben zu erhalten – durch die zentralistische Misswirtschaft – ist es seit Anbeginn des Zentralismus ein Krisenleben.
    Um das Verhältnis Freiheit / Menschlichkeit / Kultur (Föderalismus) mit dem Staat / Kapital / Religion (Zentralismus) mal in den Kopf zu bekommen – die Mehrheit hat davon gar keine Ahnung, weder historisch noch aktuell, empfehle ich:
    Bernt Engelmann „Wir Untertanen“ als Einführung und als weiterführende geschichtsphilosophie Tiefenreinigung Rudolf Rocker „Nationalismus und Kultur“ / „Die Entscheidung des Abendlandes“. So viel Dummheit darf nicht sein, das Leben weniger zu schätzen als den Gehorsam.
    Zum Anderen zitiert der Artikel moderne Kommentare der Herrschenden zur Wirtschaftsweise und wie sie sich gegenseitig beweihräuchern – als ob das alles eine neue Erkenntnis wäre…alle denen heute in Europa kein Licht aufgeht, haben die Diktatur mit vernichtender Wirkung verdient – sie alle sollen sie deshalb spüren, weil ihnen das Schicksal der letzten Opfer der großen Diktaturen und des Zivilisationsbruches nicht mal das Studium geeigneter Quellen wert waren – als ob Millionen Menschen von Kriegen und Wirtschaft dahin gerafft wurden für nicht den Deut einer Erkenntnis!

    Aber wo diese Erkenntnis suchen? An einer deutschen Universität grassiert die überhebliche Dummheit wie eine Epedemie – die Hansel die da rumrennen können noch so viele Studien mit Auszeichnung abschließen, es verändert ihre geldgesteuerte, heuchlerische Persönlichkeit nicht. Die BWL-Armee der Universitäten ist nichts anderes als der dumpfe, prügelnde SA-Mann des Nazireiches und wenn ihre Führer irgendwo auf der Welt pfeifen, werden sie für Geld wieder die Generationen ins Gasen schicken – allein das Zahlenspiel, das ihre Seele ersetzte, gibt ihnen Recht.

    Schade drum – es könnte so ein schönes, genussvolles Miteinander sein. Leider sind zu viele dieser Droge Geld verfallen.

    Noch etwas wegen „Demokratie“ und „Wahlen“ … – welche Wahl habe ich, was meinen Reichtum betrifft? Ob ich nun in der Arbeiterklasse geboren werde, oder zu den wenigen Herrschern gehöre – kann ich das wählen? Wenn ich meine Arbeit und mein zu Hause, meine Familie und den Zugang zu Zwischenmenschlickeit verliere, ist das dann die „Demokratie“?
    Zu wenig Wahlen für zu viel politische Macht Weniger über viele legt die politische Mitsprache ad absurdum, aber worunter wir alle leiden und was die wenigsten wahrnehmen ist die wirtschaftliche Diktatur.
    8h – 10h am Tag das ganze Leben durch arbeiten… das hat über die Jahrhunderte uns die Seele aus dem Leib gezüchtet. Wer damit sein Leben verbringt hat keine Seele, kann nichts mit sich anfangen. Wer durch die Mühle der Lohnarbeit geht, sein Leben lang hat sein Leben für eine fixe Idee von Aktien und Währung hingegeben, für eine globale Katastrophe, die uns denaturiert hat.
    harte Arbeit verabscheue ich nicht mal… es ist nur der Sinn dahinter. Es gibt keinen Sinn der in der fühlbaren Umgebung liegt, sondern der Sinn der Lohnarbeit liegt nur in der Überfütterung der Reichen Herrscherschicht, denen DU keinen Heller wert bist.
    Also diese Diktatur der Aktienkurse ist keine Demokratie sondern eine orwellsche Neusprechverwirrung-Verwirrung der sogenannten „Sozialpartnerschaft“.

    Wer zu dem, was Geld seit Generationen unter uns Menschen anrichtet, ein Stück Weltliteratur lesen möchte (Wenn er denn lesen und nicht nur Geld zählen kann) dem empfehle ich Emile Zola’s „Germinal“. Man übertrage einfach die geschilderten Ereignisse auf die Millionen Armer in der Welt und dann weiß man eigentlich wie es „dem Menschen im Kapitalismus“ ergeht.

    Schlafen Sie wohl, mein Führer. Bald schon ist ihre Morgenstund.

    • Uhupardo sagt:

      „Dieser Artikel ist ganz schön ärgerlich.
      Zum Einen suggheriert er, die sogenannte “Krise”, sei ein temporäres Ereignis.“

      Das suggeriert er garantiert nicht. Wer das dem Text nicht entnehmen kann (was verwundert), sollte es spätestens anhand der Links unter dem Artikel erkennen können.

  9. fischi sagt:

    “Wirtschaft als Maxime einer Gesellschaft zu setzen, ist generell schlicht eine Geisteskrankheit.”
    So sehe ich das auch.
    Leider hören wir doch allzu gerne auf die Geisteskranken.
    Die haben uns doch mit ihrem Konsumangeboten total verblödet, gut es hat nicht bei allen richtig funktioniert, aber ein bisschen hat es doch bei jedem geklappt.
    Habt ihr schon mal aufgepasst wie oft in den Medien am Tag gesagt oder geschrieben wird, hart gearbeitet.
    Arbeiten kann doch nicht der Sinn des Lebens sein!
    Wenn alle Menschen in der westlichen Welt mal etwas umdenken, dann können uns die Dümmsten der Klasse mal.

  10. almabu sagt:

    Zuerst wird die Demokratie abgeschafft und dann der Teil der Bevölkerung, der keine Wahl mehr hat! Eines muss man den neoliberalen Arschlöchern lassen, konsequent sind sie!
    Als ich gestern las, dass wir Weltmeister in „künstlichen Hüftgelenken“ sind, war klar was als Nächstes kommt. Wenn ich wetten sollte, dann würde ich demnächst auf sinkende Lebenserwartung setzen…

    • Uhupardo sagt:

      Vor allem, almabu, fasst man sich nicht irgendwann an den Kopf? Muss man sich nicht an irgendenem Punkt fragen, warum die ganzen Habenichtse dieses Planeten nicht mitbekommen, was da gespielt wird, worauf das alles hinaus laufen soll? Kann es denn wirklich sein, dass immer weiter von denen, die (inzwischen offiziell) als Opfer deklariert sind, Stimmzettel für diejenigen ausgefüllt werden, die den Raubzug (inzwischen lauthals) organisieren? Ist es verdammtnochmal möglich, dass sich Mäuse immer noch am Stammtisch die Köpfe heiss diskutieren, um zu klären, welche Katze man am besten wählt?
      https://uhupardo.wordpress.com/2012/02/04/ob-es-dumm-ist-wenn-mause-katzen-wahlen/

      • fischi sagt:

        Die Habenichtse wissen sehr wohl was kommt.
        Aber was wollen sie denn machen?
        Auch Habenichtse wollen irgendwie zur Gesellschaft dazugehören.
        Und das wird gnadenlos ausgenutzt.

        • Uhupardo sagt:

          „Aber was wollen sie denn machen?“

          Wer ungerecht behandelt wird, begehrt nicht auf, fühlt keinen Zorn? Wer sich bewusst ist, dass er zur Schlachtbank geführt wird, schreit nicht laut? Wer die Zukunft seiner Kinder vernichtet sieht, wird nicht mindestens unendlich wütend, schlägt um sich, sucht und findet Schuldige, klagt an? Wer bedroht wird, ruft nicht seine Nachbarn um Hilfe, fordert Solidarität ein?

          … wenn sie, wie fischi sagt, wirklich sehen, was kommt, unausweichlich kommen muss.

          • fischi sagt:

            Du hast ja vollkommen Recht.
            Aber dann greift Harzt 4.
            Ich glaube, dass viele unterschätze, was das für ein Druckmittel ist.
            Die Leute haben was keiner gerne zugibt: Angst.

          • presto61 sagt:

            Bei Ihren Worten bin ich ganz auf Linie.

            Was uns allen fehlt, ist Solidarität über Grenzen hinaus.

            Das Problem in einer Krise ist, das Miteinander, der Respekt, das Gefühl von Zugehörigkeit und Verständnis sowie Mut und Ehrgeiz, die Sache bis zum Ende durchzuziehen. Kurz: Arsch und Eier in der Hose haben.

          • Bonsta sagt:

            Die meisten hängen verkehrt herum an der Wand gekettet und denken, wie schneidig doch diese Römer sind. Und wem die Römer ins Gesicht spucken nennen sie einen glücklichen Glückspilz. Immer öfter komme ich mir vor wie Brian…

            http://www.olafswelt.de/fun/brian/b4.htm

  11. Buntu sagt:

    Demokratie ist der falsche Weg – die Frage ist nur welche Demokratie. Schon lange geht es mir durch den Kopf, warum sich, trotz „Demokratie“, nichts verbessert. Meine Gedanken brachten mich inzwischen zu der Auffassung, daß sich wegen dieser „Demokratie“ alles verschlechtert.

    Die aktuelle „Demokratie“ ist weit davon weg, ihren Sinn zu erfüllen. Nicht das Volk regiert, sondern Parteieliten haben sich Monople in der Politik gesichert. Diese Monopolbildungen sind ebenso unangebracht und schädlich wie in der Wirtschaft. Polit-Monopole teilen die Gesellschaft und halten das „Wahlvolk“ vom Regieren fern. Sie bergen ebenfalls solche Gefahren wie die Entstehung von Diktaturen. Die Geschichte hat es bewiesen.
    Es muß also nach machbaren Alternativen gesucht werden, damit sich die Gesellschaft tatsächlich demokratisch entwickeln kann.

    • Uhupardo sagt:

      „Die aktuelle “Demokratie” ist weit davon weg, ihren Sinn zu erfüllen.“

      … oder weit davon weg eine zu sein?

      • Buntu sagt:

        Jupp, Du hast Recht. Ich habe mich nicht klar ausgedrückt. Sie erfüllt natürlich für ein paar Leute ihren Sinn. Die Frage ist nur, ob man das noch als Demokratie bezeichnen kann.

  12. Mir gefällt der Beitrag über die Ökonomen und deren Absichten.
    Da er (mir) doch an erster Stelle, einer Offenbarung gleicht.
    Die haben ja richtig Muffe, das ihr gutes System den Gang der Dinge geht, die Ärmsten der Armen.
    Ich sag ja immer gern: wo kein Gehirn vorhanden ist, kann auch kein Hirn absterben, dies ist doch tröstlich….nicht
    Als Ökonomen sollten die Herrschaften eigentlich etwas über den historischen Materialismus wissen. Nun ja man kann Verängstigten nicht wirklich alles abverlangen.
    Es gab zu Zeiten der schröderschen(Genosse der Bosse) Herrschaft, in den Medien ähnliche Gedanken, von zwei Gehirnforschern (die hatten auch kein Gehirn) namentlich Roth und Singer. Dass waren auch solche Herzchen….hihihihi

    Ich wünsche den ökonomischen Ideologen ein möglichst langes Leben.
    Damit die Ökonomen erkennen können (was aber ohne Hirn echt schwer ist), dass es keiner psychologischen Massenstudie bedarf
    um erfahren zu dürfen:
    das Gegenwart und zukünftiges Geschehen einen schnelleren Verlauf haben, als man in der Vergangenheit von der scheinbar endlosen Vergangenheit dachte.
    urd…verdandi…skuld am Fuße des Weltenbaums wissen dass sehr genau🙂

    • Uhupardo sagt:

      Das Schlimme ist, abfallwirtschaft, es geht immer weiter, immer auf exakt derselben Schiene. Ohne jede Veränderung, mit immer dem gleichen mentalen Stillstand.

      Wenn ich z.B. heute vom Betreiber von hartgeld.com diesen Kommentar lese, fällt mir dazu wahrlich gar nichts mehr ein, überhaupt nichts mehr – ausser, dass es den Hintergrund dieser Seite öffentlich charakterisiert, was kein Nachteil ist:

      „17:00] Ich bin wirklich kein Freund von Nachrufen, aber bei Margaret Thatcher ist einer notwendig. Sie hat ihr Land aus dem sozialistischen Siechtum befreit und modernisiert. Sie hatte alle Funktionäre und die Medien gegen sich, die sozialistisch gehirngewaschen waren – so ähnlich wie heute. Wir würden auch heute Politiker vom Format einer Margaret Thatcher brauchen.WE.“

      • Uhupardo sagt:
        „Das Schlimme ist, abfallwirtschaft, es geht immer weiter, immer auf exakt derselben Schiene. Ohne jede Veränderung, mit immer dem gleichen mentalen Stillstand.“

        Nun ja sehen Sie Zeit (und deren Qualität) ist etwas relatives.
        Was den mentalen Stillstand betrifft, nun meine eigene Wahrnehmung zeigt mir in den vergangenen(Krisen)Jahren eigentlich etwas anderes auf! es gibt doch kaum noch einen Lebensbereich in dem es nicht gärt.
        Wo es gärt ist Druck, auch wenn der noch nicht so weit ist sich zu entladen.
        Zweibeiner sind von Natur aus nicht gerade die Schnellsten, weder im Kopf noch in den Beinen.

        • Bonsta sagt:

          Ja klar gärt es, aber deswegen muss das Getränk danach noch lange nicht bekömmlich sein. Druck entlädt sich, das zeigt die Historie, immer wieder in alle Arten von Kriegen. Und schaut man sich die Entwicklung heute an, sind wir doch schon wieder auf dem besten Wege dahin. Wir machen eben immer so weiter… Mentaler Stillstand eben. Das ist auch nicht besonders verwunderlich: http://www.buecher.de/shop/fachbuecher/evolution-ohne-fortschritt/wuketits-franz-m-/products_products/detail/prod_id/23906373/

          Unbedingt zu empfehlen, auch wenn es einem vieler Illusionen beraubt. Doch gerade die Illusionen sind es, die uns daran hindern, die Welt realistischer zu betrachten, was aber nötig wäre, um eben irgendwann einmal nicht wieder und wieder in die selbe Falle zu tappen. Jaja, die Hoffnung stirbt zuletzt…

      • Steuben sagt:

        Was erwarten sie auch von einer Website, die zu den Gold und Silberpumpern gehört. Dort wird größtenteils libertärfaschistisches Gedankengut basierend auf der angeblich unangreifbaren österreichischen Schule der Nationalökonomie verbreitet.
        Ein Ideologie, die wie der Marxismus, seinen Ursprung im 19 Jahrhundert hat. Damit kann man angeblich die jetzigen Probleme der Welt lösen.
        Leider müssen dafür angeblich ein Haufen Leute inclusive der ach so faulen Südeuropäer und auch die Deutschen, die nicht in Gold und Silber investiert sind, über die (ökonomische) Klinge springen. Wenn ich daran denke, dass ich auch mal dieser Sekte gefolgt bin, wird mir schlecht. Diese Leute sind noch kranker im Kopf als die jetzigen Eliten.

        • Uhupardo sagt:

          Kann man kaum besser sagen vermutlich.

        • Uhupardo sagt:

          In Spanien würde man Ihnen sagen „… lo importante es poder contarlo“ – meint: Sie sind dem Unheil entronnen und können es erzählen. Das allein zählt.

        • Mark sagt:

          @ Steuben
          Ich kann äußerst gut nachvollziehen was sie meinen.

          Es grüßt ein weiterer ehemaliger Sekten-Anhänger.

          Aber im Grunde ja kein Wunder, wenn man in solch seltsamen Zeiten mal vorschnell drastische Schritte ergreift. Deshalb sollten wir uns nicht allzu schlecht fühlen. Nein. Da gibt es wahrlich bessere Gründe sich schlecht zu fühlen…🙂

        • Mealo sagt:

          Wie lassen sich denn Libetarismus und Faschismus vereinen?

          „angeblich unangreifbare ö. Schule“?

          • Steuben sagt:

            Das ist eine Frage die sie sich selbst durch das Studium der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen des späten neunzehnten und der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts mit ein bisschen Anstrengung Ihres Hirns selbst beantworten können.

            PS: Es ist dazu natürlich erforderlich sich von eventuellen ideologischen Vorurteilen so weit als möglich zu befreien. Sollten sie dazu nicht in der Lage sein, lassen sie es besser sein, lesen sie jeden Tag Hartgeld.com und ähnliche Seiten. Sollte Ihnen das immer noch nicht reichen steht es Ihnen frei jemand anderes mit solchen Fragen zu trollen. Aber mich bitte nicht mehr! Danke

            Rant over!

  13. Buntu sagt:

    Vielleicht einfach mal Querdenken. Man mag mich für einen Utopisten halten – Ein Gedankenexperiment:

    Demokratie sollte von vielen Ideen leben und mit dem Einverständnis zum wechselnden Regieren und Regiert werden. Das heißt, die jeweils Regierenden müssen sich auch regieren lassen wollen. Niemand kann das ganze Leben im Parlament oder in der Regierung verbringen. Kluge Köpfe gibt es ausreichend in der Gesellschaft und möglichst viele sollen ihre Chance bekommen. Dies bedeutet also, daß die Zeit für die Mitgliedschaft im Parlament und in der Regierung streng begrenzt sein sollte und jede Person nur einmal in ihrem Leben in diesen „Genuß“ kommt.
    Die „gewählten“ Vertreter würden Gesetze beschließen, unter denen sie nach dem Ende ihrer Amtsperiode als Normalsterbliche leben müssen.
    Chancengleichheit und Fairplay: Wenn man davon ausgeht, daß es in allen Parteien (anderen Interessengruppen und Organisationen und Einzelpersonen) genügend fähige Menschen gibt, die würdig und geeignet sind für Parlament und Regierung, dann muß man eine faire Lösung finden, wie man sie gleichberechtigt am Regieren beteiligt. So lächerlich es für andere klingen mag, aber ich denke dabei an ein Losverfahren.
    Die Parteien stellen in der Gegenwart Listen auf. Ebenso dürften dies andere Interessengruppen tun. Auch Einzelpersonen könnten sich der Wahl stellen, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen. Alle Namen der Kandidaten kommen in einen „Lostopf“.
    Aus den Reihen des gelosten Parlamentes wird dann die Regierung durch das Los ermittelt.
    Gleichzeitig sollte der Jutizapparat, völlig auf sich gestellt und nach Fach-Kriterien ausgesucht, durch das Los ermittelt werden. Dann wäre ein Jutizministerium nicht mehr notwendig.
    Genauso könnte man mit einer „Monetative“ verfahren, die die Kontrolle des Geldsystems übernimmt.

    Vorteile eines solchen Systems wären:
    1. Kontrolle und Transparenz
    2. Gleichberechtigung aller (jung, alt, männlich, weiblich, arm, reich, unterschiedliche poltische Ausrichtung usw.)
    3. Einschränkung von Monopolbildungen
    4. Einschränkung des Lobbyismus
    5. „Wahlkämpfe“ würden in den jeweiligen Gruppen ausgetragen nicht im Volk
    6. Beteiligung aller ist möglich – keine Prozenthürden
    7. Abschaffung der Berufspolitik

    Die Entscheidungsfindung könnte in so einem System länger dauern. Aber niemand hat behauptet, daß Demokratie eine einfache Sache ist. Menschen wären mehr dazu angehalten, miteinander zu reden und Lösungen zu finden, als sich verbal ideologisch zu erschlagen. Patt-Situationen und schwerwiegende Entscheidungen könnten durch Volksentscheide entschieden werden.

  14. ST.Haben sagt:

    Nein Uhu, so habe ich es in diesem Moment nicht gemeint. Ich meinte ganz klar China.

    • Uhupardo sagt:

      Sehr gerne, ganz wie Sie wollen. Dennoch bleibt der Satz genau so stehen, denn selten war einer richtiger: Wirtschaft als Maxime einer Gesellschaft zu setzen, ist generell schlicht eine Geisteskrankheit.

  15. Stephan sagt:

    Ich glaube nicht das der Euro und das „gemeinsame“ Europa scheitern werden. Ich glaube es hat sich grundsätzlich etwas geändert. Vor 10 Jahren hat sich niemand Gedanken gemacht was der in den anderen europäischen Ländern passiert. Mittlerweile ist aber die Welt, alleine durch die Medien „kleiner“ geworden und die Berichterstattung in den Medien ist mit Auslandsmeldungen vollgestopft. Klar ist, das jetzt alle in Europa hellhörig werden, wenn irgendwo eine wirtschaftliche Schieflage vorhanden ist. Ob sich der europäische Raum zu einem entscheidenen Weltwirtschaftsfaktor entwickelt, das werden die nächsten Jahre zeigen. Der Augenblick der Krisen ist auch sehr unglücklich, wenn man sich die Märkte in Asien anschaut, die sich immer stärker entwickeln. Egal wie man dazu steht.

  16. Ekki sagt:

    Ein wesentliches Problem unserer Demokratie (?), das immer deutlicher wird, ist, dass nicht mehr die Politik die Gesellschaft lenkt, sondern die Inhaber einiger (!) Finanzinstitutionen. Das Primat der Politik ist vom Primat der Finanzen quasi zerstört worden.

    Unsere (?) Politiker denken, meiner Einschätzung nach, an eine existenzsichernde Karriere in und für eine Partei und nicht in und für unser Land. Zudem fehlt ihnen überwiegend die Fähigkeit komplexe Sachlagen (z.B. Finanzen) verstehen zu können. Sie ersetzen Wissen durch rhetorische engstirnige Phrasen. Mehr Schein als Sein (Gutenberg ist nur ein besonders gutes Beispiel dafür).

    Nach dem bevorstehenden Zusammenbruch unserer Gesellschaften, zunächst in Europa, werden wir uns sehr wohl überlegen, welches politische System wir aufbauen werden. Mit Phrasen werden wir dann nicht weiterkommen. Auch nicht mit „Freiheit, Gleichheit etc.“. Wie können wir frei sein, wenn wir alle gleich sind (nur mal so zum Nachdenken, was Gleichheit denn eigentlich bedeutet).

    Ich halte es für denkbar, dass wir uns, aufgrund der erlebten Katastrophe (inklusive Kriege), für ein langfristig angelegtes politisches System entscheiden werden. Eine Art kontrollierte Monarchie.

    • Quertreiber S.L. sagt:

      Kontrollierte Monarchie? Schon wieder? Hat nicht ein guter Teil der europäischen Länder die parlamentarische (also angeblich kontrollierte) Monarchie zur Staatsform? Sollte man nach einem hypothetischen Zusammenbruch erneut auf die kontrollierte Monarchie zurückgreifen, dann wäre das wohl der endgültige Beweis dafür, dass die Menschheit nicht lernfähig ist!

      • Uhupardo sagt:

        Bevor überhaupt die Diskussion übereine Staatsform begonnen wird, sollte das Bandbreitenmodell (BGE 2.0) eingeführt werden. Wichtiges zuerst. Danach, wenn alle über ein lebensfähiges Einkommen verfügen statt nur über ein überlebensfähiges, alles andere.
        http://www.bandbreitenmodell.de

        • Quertreiber S.L. sagt:

          Na ich weiß nicht. Wenn wir da bloß mal nicht das Pferd beim Schwanz aufzäumen. Da fragt sich doch, welche Staatsform eine so erhebliche Systemänderung überhaupt zulassen würde. Und tut mir leid, aber wenn ich kontrollierte Monarchie höre, als haltbarste und überhaupt Non plus ultra Staatsform, dann kommt mir doch die Galle hoch. Mal ganz davon abgesehen, ob es sich dabei wirklich um die haltbarste aller Staatsformen handelt, geht es mir damit genau wie bei der Diskussion darüber, ob die institutionalisierte Kirche vielleicht gar nicht so schlecht wäre, wenn sie sich bloß an die ursprünglichen christlichen Werte halten würde. Für mich haben Monarchie und Kirche jeglichen Vertrauensvorschuss, den man
          ihnen eventuell gewähren konnte, längst aufgebraucht.

  17. Reblogged this on Aktionsbündnis Direkte Demokratie und kommentierte:
    Diesem genialen Beitrag von „uhupardo“ ist kein Wort hinzufügen.

  18. Hallo Uhupardo,
    haben diesen wichtigen Beitrag „reblogged“. Wenn nicht OK, bitte kurze Nachricht, dann kommt der Text wieder weg.
    http://eurodemostuttgart.wordpress.com/
    Gruss
    ADD

    • Uhupardo sagt:

      Muchas gracias. Natürlich freuen wir uns immer, wenn jemand Uhupardo-Texte der Weiterverbreitung für wert hält. Um das auch noch zu sagen: Ja, wir halten diesen Artikel auch für den wohl wichtigsten Text in diesem Blog seit Jahresbeginn.

  19. pantoufle sagt:

    In dem Artikel werden meine Meinung nach zwei Dinge vermischt, die einer getrennten Betrachtung bedürfen. Über den Demokratiebegriff und Menschenrechte braucht man an dieser Stelle nicht zu streiten – er ist im wahrsten Sinne des Worte »unstrittig«. Über eine andere Bedeutung unserer europäischen Demokratievorstellung muß das allerdings sehr wohl: Der im Sinne eines Exportartikels.
    Der Westen hat es sich zur schlechten Angewohnheit gemacht, einen organisch gewachsenen politischen Begriff als allein seligmachende Lösung in jedes noch so ferne Land zu exportieren. Sei es zur Unterstützung neoliberaler Interessen oder als politischer Alternative zu tatsächlich fehlenden sozialer Strukturen. Zu welchen Auswüchsen das gelegentlich (oder immer öfter) führt, ist bekannt. Welche Adaptionsschwierigkeiten dieser Export hat, ist in Ländern wie Libyen, Ägypten, Mali oder Afghanistan anschaulich zu beobachten.
    Wir haben uns daran gewöhnt, die offensichtlichen Mängel dieses Systems als »Fehler« wahrzunehmen, wobei selten mehr als oberflächlich hinterfragt wird, ob es sich dabei um systemimmanente Defekte oder temporäre Fehlentwicklungen handelt. Die Meinung, daß eine andere Wahlentscheidung diese Defekte korrigieren kann, überwiegt wie auch das Wissen, daß die Struktur und Geschichte dieses Systems ein Mindestmaß an Menschenrechten garantiert.
    Das mag sich für einen Chinesen aus der Distanz erheblich anders darstellen. Wenn die Rede auf Daniel A. Bell kommt, der an der Elite-Universität Tsinghua lehrt, so greift es unter Umständen zu kurz, seine Lehre als rein neoliberales Produkt abzutun. In einem Land, indem der Marxismus-Leninismus eine deutlich andere Bedeutung hat als im Westen, mit einer nicht vergleichbaren Sozialisation seiner Bürger, einer nicht zu vergleichenden Geschichte, stellt sich der Begriff Demokratie erheblich anders dar als man das hier wahrhaben kann und will.
    Aus der Distanz betrachtet, ist der Begriff Demokratie und der Wirtschaftsform des Westens nicht voneinander zu unterscheiden. Welchen demokratischen Strukturen folgt beispielsweise die Tatsache, daß Banken und Konzerne längst die faktische politische Macht in den sogenannten Demokratien übernommen haben? Daß die gewählten Politiker dazu verdammt sind, die Entscheidungen des Aufsichtsrates der deutschen Bank mitzuteilen, mag uns als demokratisch vorkommen, weil wir den Sprecher wählten – das Ansehen des Exportartikels »Demokratie« fördert es aber wohl kaum.
    Die Menschenrechts-Defizite in China sind unstrittig, aber sind sie durch die »Einführung der Demokratie« lösbar? Hat allein dieser Gedanke nicht etwas späkolonialistisches – vergleichbar mit der unseligen Geschichte der Christianisierung unter Cortez , Pizarro und anderen? Man kann von einem Land wie China schlecht verlangen, solchen Gedanken gegenüber bedingungslos aufgeschlossen zu sein. China ist – ob man es mag oder nicht – ein kommunistisch regiertes Land mit einer ebensolchen Tradition und dazu ein wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreiches. Wo beginnt hier eine abendländische Neidebatte und wo die sachliche Kritik. Um noch einen weiteren defätistischen Gedanken zu spinnen: Wer sagt eigentlich, daß chinesische Kaderschmieden weniger geeignetes Führungspotential generieren als die Politkarrieren westlicher Politiker?
    Man hat in Europa schlechte Erfahrungen mit einer »Auslese der politischen Führungselite nach intellektuellen Fähigkeiten und moralischen Standards« gemacht. Das mochte der »Grande Terreur« französischer Revolutionsgarden sein, ein Ständestaat oder der Faschismus – diese Herrschaft der Eliten ist im Abendland diskreditiert. Über die Generationen hat man sich abgewöhnt, das als wünschenswerte Alternative zu betrachten. Das wird auf Dauer aber nicht verhindern können, über Korrekturen zu den drängenden Problemen westlicher Demokratien nachzudenken. Ein »zurück zu…« wäre der Beginn, Fehler zu wiederholen.
    Das Erfolgsmodell China wird an seinen Universitäten ebenfalls darüber nachdenken und sie werden es auf eine für uns ungewohnt kritische Art und Weise machen. Diese Art von vornherein als neoliberal zu verdammen, greift zu kurz, auch wenn das Vokabular einem Schauer über den Rücken jagt. Es wird auf Dauer nicht ausbleiben können, sich mit ihrer Sichtweise zu beschäftigen. Das Zeitalter des Kolonialismus sollte endgültig vorbei sein (trotz der eingeläuteten Renaissance). Das des geistigen ist es auf jeden Fall.

    Die Menschheit neigt zu flüchtigem Lesen: Ich möchte ausdrücklich wiederholen, daß ich die Menschenrechtslage in China für völlig inakzeptabel halte!

    • Uhupardo sagt:

      In weiten Teilen ist ihr Kommentar so unterschrieben, pantoufle.

      Zwei Bemerkungen dennoch.

      Sie sagen:
      „China ist – ob man es mag oder nicht – ein kommunistisch regiertes Land mit einer ebensolchen Tradition und dazu ein wirtschaftlich ausgesprochen erfolgreiches.“

      Diese Definition trifft es nicht ganz.
      China ist aktuell wirtschaftlich erfolgreich – wenn man das so nennen darf, wenn Wenige am Reichtum partizipieren – und eine lupenreine Diktatur. Wir nennen die Dinge gern bei ihrem Namen.

      Der andere Punkt ist der „Exportartikel“. Richtig ist, dass die Zeiten des Kolonialismus (auch des geistigen) vorbei sein sollten. Darüber hinaus müsste der Westen das Produkt „Demokratie“ erst selbst haben, um es exportieren zu können, aber das ist ein anderes Thema und führt jetzt zu weit.

      Eine Sache ist es aber, mit Recht dafür zu plädieren, anderen das eigene Gesellschaftssystem nicht umhängen zu sollen – die andere Sache ist es, die chinesische Struktur als erstrebenswert anzusehen und als Modell für Europa zu proklamieren. In letzterem Fall hört der Spass auf und genau das passiert zunehmend, nicht nur auf der (aus gutem Grund) von George Soros gesponsorten Konferenz.

      Ganz grundsätzlich ist es erforderlich, erstens andere nicht zu ihrem Glück zwingen zu wollen, weil man es angeblich besser weiss. Dieser Hinweis geht vor allem Richtung USA. Zweitens aber ist es mindestens genau so wichtig, die eigenen Werte und Anschauungen zu verteidigen, sich abzugrenzen und keinen Zweifel daran zu lassen, dass man dazu in jedem Moment energisch bereit ist, weil eben nicht jedes Modell so gut ist wie das andere. Das findet in Europa nicht immer statt.

      • pantoufle sagt:

        China ist aktuell wirtschaftlich erfolgreich – wenn man das so nennen darf, wenn Wenige am Reichtum partizipieren – und eine lupenreine Diktatur. Wir nennen die Dinge gern bei ihrem Namen.
        Ich habe kein Problem mit dieser Definition – es widerspricht nicht dem, was ich zu beschreiben suchte. Die Definition von »Erfolg« läuft in jedem Fall Gefahr, einen zynischen Unterton zu bekommen.
        (China) als Modell für Europa zu proklamieren.
        Es ist eine schöne Unsitte von Nationalökonomen und Wirtschaftsphilosophen, sich an »erfolgreichen« Systemen abzuarbeiten. Das passiert in regelmäßigen Abständen an verschiedenen Orten und sie wissen hinterher auch immer ganz genau, warum das vorherige Beispiel scheitern mußte. Ich gestehe, daß ich diesen Teil der Botschaft deswegen geflissentlich überlesen habe – so wie die Titelseite eine Baumarktzeitung, in der von der Revolution in Sachen Brechstange fabuliert wird.

        Der Artikel hier hat mich eigentlich aus einem ganz anderen Grund interessiert: Den Bericht über die Konferenz hatte ich gelesen, die Sätze Ich glaube nicht länger daran, dass Demokratie in der Form ‘Eine Person – eine Stimme’ der beste Weg ist, um ein politisches System zu organisieren. und Wahlen hält er nur noch “auf der lokalen Ebene für sinnvoll, weil da falsche Entscheidungen nicht so sehr ins Gewicht fallen.“ hatten mich einfach wieder zum Nachdenken gebracht… es kochte etwas von Gustav Landauer und Poudhon wieder hoch. Ich habe in es meiner Anmerkung auch nicht auf den Punkt gebracht, was mich eigentlich bewegte – zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ich mir selber darüber klar bin, wird sicher noch eine Anmerkung dazu fallen.
        Was für mich allerdings durchaus klar ist, ist die Tatsache, daß China – gleich in welchem Zustand es sich zur Zeit befindet – seinen eigenen Weg suchen wird, wie sich dieses Staatswesen in Zukunft darstellen wird und daß der Westen das mit einem gewissen Respekt zur Kenntnis nehmen sollte. Ein Satz wie Hätten die westlichen “Globalisten” nicht unser abendländisches Wissen in Form ganzer Fabriken und kostenloser Ausbildung chinesischer Studenten an unseren Unis an China verschenkt, dann würde China technologisch immer noch im Mittelalter stecken. ist da wenig zielführend. Das ist nach dem Zeitalter des Kolonialismus ja wohl das Mindeste, was man den ehemaligen Lohnsklaven bieten muß. Darin liegt kein »Versagen«, sondern eine zu späte Wiedergutmachung. (…und das Wort »Mittelalter« sollte man in solchen Zusammenhängen nur mit äußerster Vorsicht verwenden…)
        Es wäre wünschenswert, daß sich die Zustände in China innerhalb kürzester Zeit allgemein anerkannten Standards nähern – über das »wie« aber steht dem Abendland nur begrenzt Mitspracherecht zu.
        […] doch deswegen den Kotau vor der Ideologie einer Diktatur und die Obsoleszenz der Demokratie?
        Nein, selbstverständlich so wenig wie das Infragestellen eigener Werte und einer über Generationen gewachsenen Weltanschauung. Wenn man Demokratie nicht als anzustrebenden starren Endzustand begreift, sondern als Handlungsgerüst, in dem sich auch Fehlentwicklungen ohne langfristigen Schaden anzurichten für eine Zeitlang austoben können, hat dieses Modell noch eine lange Zukunft vor sich.
        Nur eben nicht als Exportartikel.

  20. Hasi sagt:

    China als Musterbeispiel und Vorbild für abendländische Kreativität?

    Hätten die westlichen „Globalisten“ nicht unser abendländisches Wissen in Form ganzer Fabriken und kostenloser Ausbildung chinesischer Studenten an unseren Unis an China verschenkt, dann würde China technologisch immer noch im Mittelalter stecken.

    Westliche Unternehmen nutzten lediglich das Humankapital in Form von Lohnsklaven, die China tatsächlich überreichlich zu bieten hat. Eine verarmte, durch Diktatur geknechtete Bevölkerung, die zu jedem Hungerlohn in die Fabriken strömt – soll dies unser Vorbild sein?

    • Quertreiber S.L. sagt:

      So ist es. Außerdem konnten sich die westlichen Globalisten in China ganz unbeschwert von irgendwelchen Einschränkungen bezüglich Umwelt, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz usw. austoben. Was mit den früher üblichen Einfuhrzöllen so geschehen ist, das ist mir nicht bekannt. Die sind wohl auch stark zusammengestutzt worden, sodass man danach ganz unbehelligt importieren konnte, ohne dass deswegen den Gewinnen dank der Dumpingpreise der chinesischen Produktion irgendein Abbruch getan wurde, trotz der Kosten des Transportes um den ganzen Erdball. Unter diesen Umständen konnte China leicht wirtschaftlich erfolgreich sein.

      Im Übrigen haben die dortigen Lohnsklaven den Mist erzeugt, den dann die Konsumenten im Westen gekauft haben, solange sie noch Geld genug dafür hatten. Was mit China sein wird, wenn diese Konsumentenschicht mal wegbrechen sollte, das wird sich schon noch zeigen. Man hört ja immer wieder, dass sich dort bereits eine Immobilienblase geformt haben soll. Also so wie hier in Spanien, wo auch eine solche Blase über längere Zeit eine sich auflösende funktionierende Realwirtschaft ersetzt hat. Ging ja auch mindestens zehn Jahre lang gut, bis sie dann eben doch geplatzt ist.

      Wenn das chinesische Wirtschaftswunder dann wieder mal vorbei ist, bleiben zerstörte Familien, weil die Kinder der Lohnsklaven bei den Großeltern am Land aufgewachsen sind, während sich ihre Eltern in den Städten zu Tode geschuftet haben und so das traditionelle Familienmodell den Bach runter gegangen ist, ohne dass stattdessen ein anderes gesellschaftliches Modell entwickelt wurde, welches das zerstörte ersetzen könnte. Und eine vollkommen kaputte Umwelt, die dann eventuell die Möglichkeiten für zukünftige Projekte und Entwicklungen stark einschränken könnte. Lernen kann man daraus aber natürlich schon, nämlich was man unbedingt vermeiden sollte. Ob das derzeitig in China herrschende System als kommunistisch bezeichnet werden kann oder soll, das überlasse ich Solveigh zur Interpretation. Ich selbst wage es aber anzuzweifeln.

      • Uhupardo sagt:

        Na, diese Definitionshoheit überlassen wir Solveigh nicht gerne, die selbst dazu neigt, Kommunismus mit Diktatur zu verwechseln und umgekehrt. Wer die Seite „Ich liebe Vladimir Putin“ mit intensiver Werbung versieht und die lupenreine Diktatur Kuba für „Kommunismus“ hält, hat da ein wahrnehmbares Problem aus unserer Sicht.

        (Wobei grundsätzlich zwei Dinge gesagt werden müssen:
        1. Die Tatsache, dass Kommunismus und Sozialismus bis auf die Autonomen Dörfer der EZLN in Chiapas/Mexico noch nie in wünschenswerter Weise dargestellt wurden, heisst keinesfalls, dass das gar nicht möglich ist!
        2. Generell halten wir den Streit um -ismen für Zeitverschwendung. Statt dessen: Programm, Programm, Programm.)

        • Quertreiber S.L. sagt:

          Klar, damit bin ich einverstanden. Aber ich verstehe Solveigh insofern, als allein schon das Wort Kommunismus bei den meisten immer schon die Alarmglocken läuten lässt, ganz unreflektiert und ohne dass irgendwelche genaueren und tiefgehenderen Betrachtungen angestellt würden. Somit hat aber der Begriff Kommunismus ebenso einen erzwungenen Bedeutungswandel erfahren wie etwa das Wort Freiheit, um nur ein Beispiel zu nennen. Kein Mensch scheint sich daran zu stoßen, wie unsere Begriffswelt nach und nach immer weiter eingeschränkt wird. (Na ja, einige wenige schon, aber hauptsächlich nur in gewissen Internetforen). Wer aber keine sprachlichen Begriffe mehr zur Verfügung hat, der kann letztlich auch nicht mehr denken und das gilt es in erster Linie zu verhindern. Daher, wenn ich irgendwelche abfälligen Bemerkungen gegen den Kommunismus höre oder lese, werde ich nicht müde, darauf hinzuweisen, dass es sich hier um eine ganz bestimmte Interpretation eines Begriffs handelt, die möglicherweise bestenfalls eine Teilwahrheit darstellt. Erinnern wir uns an die Lasagne, bei der Rind auf der Schachtel stand, aber tatsächlich Pferd drin war. Mit dem Kommunismus ist es genauso. Und die Moral von der Geschicht: Trau der Aufschrift der Schachtel nicht!

          • Uhupardo sagt:

            Keine Frage: Neusprech ist eins der wirksamsten und eins der gefährlichsten Mittel der Politik. Volle Zustimmung: Wörter sind Taten.
            Gerade deswegen plädieren wir für „Programm. Programm, Programm, Fakten, Fakten, Fakten“ statt sich endlos zu verlieren in einer Diskussion über -ismen (Etiketten), die jeder anders belegt und die bei jedem anders konnotiert sind.

  21. Quertreiber S.L. sagt:

    Oh und gerade finde ich diesen schönen Artikel, leider nur für Spanischsprechende, zum Thema Demokratie in Spanien:
    http://www.15mundial.com/index.php/denuncia/574-europa-descubre-que-espa%C3%B1a-no-es-una-democracia-sino-un-vertedero

  22. Es ist verblüffend, wie die meisten Kommentatoren, vor lauter Bäumen, den Wald nicht sehen! Der Wald sind WIR. Die Menschen, hallo!?
    Ohne Selbstkritik wird es nichts werden! Wenn wir nicht kapieren, dass alle Art von Ideologie, erhöht zur Religion, keine dauerhafte Lösung bringt. Dies gilt für Rechts, Links, Neoliberalismus.

    Intellektuelle Wichser, alle Art, wollen nur die Macht und diese, natürlich, nicht mit jedem teilen. Das WIR, steht über dem UNS! Scheiß Ideologie!

    Religion, Militär, Krieg, Repression, Diktatur, Schuldgeld System, alles Mehl aus dem gleichen Sack. Das FIAT Money System ist eine kolonialistische, perfide Sklavenausbeutung und wird völlig zu Unrecht mit der Freien Marktwirtschaft der Globalen Wirtschaft vermengt.

    Wirtschaftsleistung, Rendite und Konsum sind Schuldgeld getrieben. DAS ist das vornehmlichste Problem, welche gelöst werden muss . Die Entmenschlichung kommt vom transatlantischen: Time Is Money! Der pure Imperialismus der Finanzoligarchen und Konzerne. Uns die Zeit zu nehmen für das Nachdenken, die Selbstverwaltung, die Familie und für uns selbst.

    So wie die Rechte/Diktatur und der Neoliberalismus Drecksäcke produziert, so tut es der linke Sozialismus, mit seinem populistischem Subventionismus und einseitiger Schuldzuweisung. Ohne Schuldgeld kann niemand nichts machen, Die Vorrausetzung zur Macht zu kommen!
    So werden die Schafe, wir Menschen, verwurstet von rechts nach links, manipuliert. Geld heisst die Waffe/Macht gegen uns und unsere Selbstverwirklichung. Dominiert von einer Horde von menschlichen Arschlöchern, MBA’s, wie Grüne, wie Linke, wie Rechte, wie jede Art von Fanatikern, Seilschaften und sonstigen Egomanen.

    Die unterdrückte und unerwünschte Wahrheit zur Lösung aller Probleme liegt nämlich woanders, in der Förderung der menschlichen Qualitäten, der Persönlichkeitsbildung, durch Freiheit, unbelasteter Erziehung und antiideologischer Vermittlung von Rechten!
    Die Diskussion über die Demokratie oder andere Systeme ist lächerlich! Die Selbstverwaltung wäre nämlich ein Kinderspiel ohne die Politik und die Ideologie! Diese sind, in Wirklichkeit nur gewollt/propagiert von denjenigen, die die Macht über andere, Allen anderen wegnehmen wollen!

    Die Demokratie ist keineswegs die Beste der Schlechten Regierungsformen, sondern die einzig mögliche alle Menschen in die Entscheidungsplattform Selbstverwaltung und Mitbestimmung einzubeziehen, d.h., letztlich, eine Forme der Direkten Demokratie. ABER, nicht weil dies so edel ist, sondern weil wir jeden (+ jeder Kreativität) brauchen, um die Probleme, friedvoll, die die Menschheit sich aufgetürmt hat zu lösen!!! Wenn ihr nicht die politische Macht und die fruchtlose Diskussion darüber aufgibt wird uns die erzeugte Abwärtsspirale überrollen! Alle, ohne Ausnahme.

    Wer sich weiterbilden will, sollte die Demokratie und Alternativen, für Erwachsene, studieren und diskutieren, wie im Netz zu finden: http://www.globalvoter.org (Seit 2001 im Netz!)
    Die Wahrheit ist, dass wir die Demokratie erst wieder, flächendeckend und qualitativ erlernen müssen, bevor wir, z.B. den Chinesen oder anderen Ratschläge geben. Unser Problem ist kein wirtschaftliches, kein politisches, sondern ein pädagogisches! Menschliches!

  23. Roland Kahl sagt:

    Es gibt eine recht gute Definition der Kriminalität der Mächtigen (habe ich aus Wikipedia entnommen)

    „….Die „Kriminalität der Mächtigen“ wird als gekennzeichnet durch eine hohe Schadenshöhe bei gleichzeitig geringer Beunruhigung der Bevölkerung, einer arbeitsteiligen Begehungsweise und einer relativen Sanktionsimmunität bei geringer Stigmatisierung angesehen. Durch die oft gegebene Funktionalisierung von hierarchischen Strukturen zur Begehung der kriminellen Handlungen gibt es ein entsprechend breites Feld von Beteiligten. Darüber hinaus bestehe oft auch eine enge Verflochtenheit mit wirtschaftlichen und politischen Prozessen, eine Verfolgung könne damit unkalkulierbare Auswirkungen auf andere Bereiche der Gesellschaft haben (etwa Massenentlassungen). Wenn doch Sanktionen erfolgen, seien diese vergleichsweise milde und eher symbolisch (vgl. zuletzt etwa die Fälle Josef Ackermann oder Peter Hartz).

    Die Erscheinungsformen der Kriminalität der Mächtigen sind den Vertretern des Konzepts zufolge vielfältig. Es werden aufgeführt[5]: Genozid, Folter, Kriegsverbrechen, Bestechlichkeit, illegale Überwachungen, Wahlbetrug als typische Kriminalität von Regierungen, auch Übergriffe der Polizei oder polizeinaher Gruppen, Kolonialverbrechen, Akte der sizilianischen Mafia, Verbrechen religiöser Vereinigungen, illegale Maßnahmen von Unternehmern wie Bestechung und illegale Giftmüllentsorgung…..“

  24. Etwas Wissen auf dem Feld Evolutionsprozess-Kybernetik und Chaosphysik täte den entrüsteten Teilnehmern zum Thema sehr, sehr gut. Das würde die Entrüstungsattaken vermeiden.

    Den hier angedeuteten Erkenntnisstand hat die Führung Chinas. Sie haben ihre Erkenntnisse ins Parteistatut geschrieben, als sie die KPCh auf eine Politik der ‚wissenschaftliche Entwicklung‘ festlegten. Damit wird China gut und nachhaltig in die nächste Kulturepoche kommen, in der die Parteienkampf-Demokratie der Geschichte angehören wird.

    • Uhupardo sagt:

      Für Nachhilfe in Evolutionsprozess-Kybernetik und Chaosphysik haben wir einen weisen Rüdiger Kalupner; der hat dazu allerdings ausser einem Satz, mit dem er sich über andere stellt, auch nichts beizutragen.

  25. Die Frage, dass ich stelle wurde ist wie frei ist Europa ihre Schicksal zu entscheiden? Wie frei sind
    unsere Politiker zu entscheiden was für dem einzelnen Land und für Europa gut wäre?
    Ich nehme nur ein Beispiel: Sanktionen gegen den Iran. USA hat befohlen…wie folgen auch wenn es gegen unsere wirtschaftliche Interessen sind. Europa ist als Ganzes ein Satellit der USA, wir entscheiden nicht mehr frei, USA entscheidet für uns. Wir zahlen Al-Nusra in Syrien und erlauben diese Terroristen Menschen zu massakrieren weil das Imperium so will. Bis wir Politiker wählen, die uns auf der Silbertablette angeboten werden, aber die US-Proxys Kreise angehören wie z:B. Sarkozy und Hollande oder UK-Politiker, alle Gerede bleiben Makulatur. Die Presse hat große Schuld auf sich beladen, Sie brauchen nur den Nekrologen auf Margaret Thatcher zu lesen. Ich bin dabei ein Artikel mit dem Titel: MT kriminelle Erbe von Finian Cunningham. Diese Artikel wird weder in einer deutschen oder französischen oder holländischen Mainstream-Zeitung erscheinen, und so wird weiter gehen bis die USA als Imperium mächtig bleibt. Wenn soweit ist, und die USA in sich zusammenbrechen wird, dann werden die Ratten aus ihre Löcher rauskommen und sagen, sie konnten nicht dagegen tun, sie haben Befehle befolgt. Unser Demokratien sin alle „a la Carte“ geworden, das Gerede über Menschenrechte ist zu Farce geworden: siehe Palästina, Libyen und Mali. Die Menschen werden in Europa, von TV und Zeitungen ständig mit falsche Informationen gefüttert, zusätzlich sind die meisten Bürger sowieso nicht interessiert bis nicht von Arbeitslosigkeit etc. oder Killer-Drohnen auf ihre Köpfe wie in Afghanistan schweben, direkt gefährdet werden, so ich sehe für die nächsten Zeiten…schwarz.

    • soisses sagt:

      Richtig! Man kann es nicht oft genug wiederholen. Der Euro ist ein transatlantisches Projekt, eine Karte im Ärmel, um die Petrodollar Hegemonie zu verlängern. Wir haben eine unerhörte und perfide Marktmanipulation, zu Lasten der Bürger, aber mit deren Bonität, zum alleinigen Wohle der Finanzmafia und Politdarsteller, eine Aushebelung der störenden Demokratie.

      Deutschland ist das einzige Land, dabei, welches einen Strich durch die Rechnung artikulieren könnte. Deshalb wurde es geplant neutralisiert. Bei der Wiedervereinigung wurde es Osten, durch den Euro wurde es Süden und jetzt, hurra, wird es zu den Neuen Juden stilisiert! Die aktuelle dekadente Wohlfühlgesellschaft sägt an ihrem eigenen Ast! Die Insolvenzverschleppung ist kriminell und wider jeder Rechtsgrundlage. Es wird den Menschen, unverblümt, mit Krieg in Europa gedroht, wenn diese nicht gehorchen sollten und freiwillig ihrer Enteignung beugten. Andere Kriegsschauplätze werden vorbereitet.

      Die Finanzelite freut sich auf den Trigger, den sie selber plant und dann auslöst, um mit der gesetzten Put Option, wie Fett, wie immer, natürlich, wieder oben zu schwimmen!

      Tragisch wäre es von den erpresserischen Verrätern, bei dem wirtschaftlichen Absturz, als Heilsbringer, gerettet zu werden. Den Bock zum Gärtner zu machen. Der Fahrplan ist klar! Widerstand, gemäß GG. Nur die Direkte Demokratie kann das System mit den eigenen Waffen schlagen. Das Volk muss die Politdarsteller und Einheitsparteien, sowie die untreuen Bankster entlassen und selbst die Entscheidungen artikulieren! Jetzt! Nicht warten, bis alles Aller, alle ist.

  26. Georg sagt:

    Nun ja, so wie die Demokratie Turbokapitalisten ausbremst, untergräbt der Turbokapitalismus die Demokratie. Die Frage ist nur, welches System zu Gunsten des anderen untergehen soll.
    Es ist doch eigentlich so einfach, dieses System zu untergraben. Möglichst wenig Geld auf Banken lagern, wenn schon, dann bei „guten“ Banken (GLS z.B.). Öfter demonstrieren gehen. Mal etwas gebraucht kaufen (und dabei Geld sparen ;)), statt immer den neuesten geilen Scheiß.

    Diese „Ökonomen“ braucht niemand. Nicht diese Elite ist die Quelle meines Wohlstandes, sondern der Bäcker, der mein frisches Brot backt. Der Metzger meines Fleisches, der Schreiner meines Schrankes etc. Auch die Politik braucht diese Leute nicht, nur eine Konkurrenz zum eigenen Machtanspruch. Wieso akzeptieren wir diese Ökonomen als Führungspersonen?

  27. El_Sven sagt:

    Ein wesentlicher Teil unserer Bildung, Gesundheit und Solidarität ist m.E. den Arbeitervereinen Ende des 19. / Anfang des 20. Jhds. geschuldet. Wichtig dabei ist zu sehen, dass diese zum einen nicht von staatlicher Seite her kamen, sondern, wie man heute sagen würde „grass-roots“ Bewegungen waren. Zum anderen, und das erklärt den üppigen Zulauf, aus der Not heraus geboren wurden. Es gab nichts anderes und es kümmert sich keiner um einen, solange man es nicht selbst tut.

    Da ist die heutige Situation doch eine etwas andere. Die NOT scheint nicht akut genug zu sein, dass die Leute sich organisieren – und die Ablenkung, durch I-net/TV/Spielkonsolen etc. ist riesig. Das übliche durch die Medien propagierte: „Hack auf denen rum denen es noch schlechter geht“ tut sein übriges.

    Trotzdem findet ja jeder für sich raus, dass irgendwas ganz massiv schief läuft. Ein mittelschweres Problem könnte dabei folgendes sein:

    Wer im I-net seinen Protest kund tut, seinem Ärger freien Lauf lässt, den zieht es danach weniger nach draußen – das Gewissen ist ja schon einigermaßen beruhigt.

    Leider ist der Mensch ein Gewohnheitstier und echte Veränderung ist oft nur als Resultat eines gewissen Zwanges zu erleben.

    Also keine Hoffnung? Nein, doch nicht!

    Denn: Wenn die Menschen im I-net ihrem Ärger freien Lauf lassen und mitbekommen, dass sie zum einen gesellschaftsübergreifend, die gleichen Bedürfnisse (politische Mitbestimmung, Verfolgung von Korruption, Soziale Gerechtigkeit etc.) verspüren und diese zum anderen von der herrschenden Klasse mit Füßen getreten werden, dann… ja dann… ist es doch nurnoch eine Frage der Zeit. Oder?

    Ich wage zu behaupten, irgendwann kommt dann alles auf einmal, irgendwann platzt der Knoten und wir werden eine reale Revolution bekommen.

    Der hier kann das doch sehr gut erklären:

    beste Grüße

    El_Sven

  28. Kein schlechter, aber leider ein sehr einseitiger Artikel. Die meisten Wirtschaftswissenschaftler denken ganz sicher nicht demokrateifeindlich oder ausschließlich in den Kategorien des Profits. Die Diffamierung aller Wirtschaftswissenschaftler, zu denen ich auch gehöre, passt nicht zur sonstigen Qualität dieses Blogs.

    • Uhupardo sagt:

      Der Artikel passt hervorragend in diesen Blog. Ihr Problem ist ein anderes. Wann immer die perversen Auswüchse dieses Systems besprochen werden, können Sie darauf warten, dass jemand sagt „natürlich gibt es ein paar Schwarze Schafe …“. Das ist dann die Erklärung: Alles in Ordnung, bis auf die paar Schwarzen Schafe eben; dass mir niemand deswegen das System in Frage stellt. Doch die Schwarzen Schafe sind längst die Norm! Diejenigen nämlich, die skrupellos und kompromisslos alles ausnutzen, was dem eigenen Ego dient und dem Gemeinwohl Hohn lacht.

      So ist es auch mit Wirtschaftswissenschaftlern und Ökonomen, den Dümmsten der Klasse. Darunter gibt es, wie bei allen anderen Themen, vielleicht noch ein paar „Weisse Schafe“, aber nicht anders herum. Sie glauben, Sie gehören zu den Weissen Schafen? Gut, gern so zur Kenntnis genommen.

      • Was ist mit Flossbeck, Stieglitz, Krugmann etc.? Alles nur weiße Schafe oder auch die jeweils Dümmsten ihrer Klasse. Mein Punkt ist, dass man nicht ein ganze Berufskategorie dermaßen stigmatisieren sollte.

        Die Wirtschaftswissenschaften sind sich durchaus nicht einig, wie man die aktuellen Krisen lösen könnte und die Zahl der Vorschläge und Diskussionsbeiträge ist sehr groß, da ist es kein Wunder, dass auch viel Murks dabei ist. Und leider gibt es weder einfachen Lösungen, noch macht die aktuelle Politik den Eindruck die Problematik unseres Schuldgeldsystems einschließlich der damit verbundenen Geldschöpfung überhaupt verstanden zu haben.

        • Uhupardo sagt:

          Ohne auf die drei Namen einzugehen (wahrlich nicht alles Weisse Schafe!), kann man gewisse Berufsgruppen durchaus stigmatisieren, ohne auf jeden Einzelnen eingehen zu müssen. Wir kennen zum Beispiel integre Anwälte persönlich – ein paar -, das widerspricht jedoch nicht der Tatsache, dass diese Berufsgruppe, wie Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen, generell der „DSNV“-Katergorie (durch Studium nachhaltig verkorkst) zuzuordnen ist.

          Anwälte werden dazu erzogen, die Realität so lange und so weit zu verbiegen – also zu lügen -, bis sie ihrem Anliegen (Mandanten) entspricht und als Argument genutzt werden kann. Wirtschaftswissenschaftler und Ökonomen werden dazu erzogen, Gesellschaftspolitik durch die rein wirtschaftliche Brille zu beurteilen und allein ökonomische Prämissen gelten zu lassen (BWL: der ideale Betrieb hat hohe Gewinne, geringe Kosten und exakt null Mitarbeiter). Beide Genannten sind automatisch zur DSNV zugehörig. Das kann man auch verallgemeinern, ohne ständig das Schild der political correctness vor sich her tragen zu müssen „es gibt aber auch Weisse Schafe“.

        • Die Frage ist doch eher, ob es sich denn überhaupt um eine Wissenschaft handelt, oder nicht eher um einen Ideologie Diskurs? Der kann gerne auch mal vielstimmig sein. Wirtschaftsweisheiten sind nichts anderes als politische Statements mit ein paar Rechenexempeln.

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